Generierte Mitschrift
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Einleitung und Begrüßung
Herzlich willkommen zu unserem Seminar über Apologetik. Die allermeisten von euch sind wahrscheinlich hier gelandet, weil die anderen Seminare schon ausgebucht waren. Die Situation war so: Das Interesse für Apologetik war zunächst erst einmal groß, dann hat man mir den großen Saal zugewiesen, irgendwann waren die anderen Räume alle belegt, und dann konnte man nur noch dieses Seminar buchen.
Also sind viele von euch wahrscheinlich hier, weil sie sich gar nicht für Apologetik interessieren. Und ihr seid trotzdem herzlich willkommen. Ich habe das Seminar ein wenig überarbeitet und inhaltlich etwas anders ausgerichtet, als ich es ursprünglich vorhatte. Ich werde kein Spezialisten- oder Profiseminar für berufene Apologeten halten, sondern versuchen, wirklich jeden mitzunehmen.
Ihr werdet mir trotzdem folgen müssen. Es ist ja noch Vormittag. Aber ihr müsst kein Experte sein, um zu verstehen, was ich sage.
Ich möchte noch kurz beten.
Himmlischer Vater, wir danken dir für die Seminare, die jetzt auf der Konferenz zu ganz unterschiedlichen Themen stattfinden können. Wir bitten, dass du die Zeiten segnest und dass du durch deinen Geist unter uns bist. Amen.
Was Apologetik eigentlich meint
Ich habe jetzt schon viel von Apologetik gesprochen. Was bedeutet das überhaupt?
Apologetik kommt aus der griechischen Sprache. Apologeomai heißt: sich vor Gericht verteidigen. Der Sitz im Leben für diesen Begriff ist also die Gerichtssituation. Dort werden Menschen angeklagt, sie werden beschuldigt, und das Wegreden dieser Klagen und Beschuldigungen ist mit diesem Verb zum Ausdruck gebracht: sich vor Gericht verteidigen.
Apologetik heißt die denkerische Rechtfertigung und Verteidigung der christlichen Hoffnung. Ihren besonderen Charakter gewinnt sie dadurch, dass sie die Fragen und die Klagen Andersdenkender aufgreift und versucht, sie nachvollziehbar auf der Basis der christlichen Offenbarung zu beantworten.
Der Begriff kommt auch im Neuen Testament vor. Die bedeutendste Stelle ist 1. Petrus 3,15-16. Wir lesen dort Folgendes:
Den Herrn aber, Christus, haltet heilig in euren Herzen. Seid stets bereit, Rede und Antwort zu stehen, wenn jemand von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist. Tut es jedoch mit Sanftmut und Ehrfurcht, mit einem guten Gewissen, damit die, die euren guten Lebenswandel in Christus schlecht machen, beschämt werden, wenn sie euch in Verruf bringen.
Hier kommt sehr schön zum Ausdruck, was mit Apologetik gemeint ist. Petrus erwartet von den Christen, dass sie den Grund ihrer Hoffnung vernünftig kommunizieren können. Ein Apologet glaubt nicht nur, er kann auch erklären. Er kann begründen, warum und woran er glaubt. Ein Apologet versucht, plausibel darzulegen, warum ein Christ Christ ist und warum ein Nichtchrist Nachfolger von Jesus Christus werden sollte.
Apologetik ist keine Disziplin für Spezialisten oder für irgendwelche bezahlten Profis wie Pastoren, sondern alle Christen sollen bei allen denkbaren Gelegenheiten gegenüber jedermann zur Rechenschaftslegung bereit sein. Es ist also nicht nur eine akademische Auseinandersetzung. Die Apologetik gehört in die Mitte des Gemeindelebens, in die biblische Unterweisung, in die Verkündigung, in die Jugendarbeit und, wie ich meine, sogar in die Kinder- und Teeniearbeit.
Übrigens hat sich die sogenannte systematische Theologie, also die Theologie, die versucht, das, was in der Heiligen Schrift steht, zu wichtigen Lehraussagen zusammenzufassen, durch die Apologetik profiliert. Denn die ersten Christen wurden von außen mit kritischen Anfragen konfrontiert und mussten über bestimmte Dinge nachdenken. Das war Apologetik, und daraus hat sich dann die systematische Theologie entwickelt.
Denken, Gottesdienst und geistliches Wachstum
Wenn wir eine klassische Gemeinde oder Jugendarbeit danach befragen, was für geistliches Wachstum wichtig ist, dann bekommen wir allerlei Antworten. Zum Beispiel: Kleingruppenarbeit, Lobpreisabende, Gemeinschaft, stille Zeit, Gebetsnächte. Das sind alles wunderbare Dinge.
Allerdings lesen wir jetzt einmal Römer 12,1-2. Müssen wir an dieser Stelle aufpassen? Da steht nämlich, ich lese jetzt einmal nach dem, was ich mir hier aufgeschrieben habe:
Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und gottwohlgefällig ist; das sei euer vernünftiger Gottesdienst. Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Gemeinschaft, durch stille Zeit und Gebetsnächte.
Ich weiß nicht, ob das bei euch in der Bibel auch so steht. Römer 12,1-2? Nein, da steht etwas anderes. Dort heißt es nicht: Stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern eigentlich passiv formuliert: Lasst euch verändern, lasst euren Sinn verändern, damit ihr prüfen könnt, was der Wille Gottes ist, nämlich das Gute, das Wohlgefällige und das Vollkommene.
Wenn wir an geistlichem Wachstum interessiert sind, wenn wir als Gemeinde missionarisch ausstrahlen wollen, und das wollen wir hoffentlich, dann sollen wir uns Gott ganz zur Verfügung stellen und ihm die Möglichkeit geben, an der Erneuerung unseres Sinnes zu arbeiten.
Es ist ganz wichtig: Paulus und Jesus betonen, dass zum ordentlichen Gottesdienst das Denken dazugehört. Matthäus 22,37: Wir sollen Gott von ganzer Seele und von ganzem Verstand lieben.
Beim Sündenfall ist auch das Denken unter die Macht der Sünde gekommen. Paulus spricht davon, dass unser Denken verfinstert ist. Das ist die schlechte Nachricht von Römer 1. Aber derselbe Paulus spricht auch davon, dass dort, wo wir wiedergeboren werden durch den Heiligen Geist, wir erneuert werden und dass auch unser Denken erneuert wird. Es wird erleuchtet.
Die Alternative zur Verkehrtheit des finsteren Denkens ist nicht das Abstellen des Denkens, sondern das gute Denken, die Erneuerung des Denkens.
Einwände gegen das Denken und ihre Einordnung
Ich höre da immer wieder Einwände, wenn ich dazu etwas sage. Auf zwei wichtige Einwände will ich ganz kurz zu sprechen kommen.
Einmal werde ich immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass doch im Ersten Korintherbrief, in den ersten drei Kapiteln, davon die Rede ist, dass die Weisheit Torheit ist. Es scheint so, als ob Paulus dort einen Kampf gegen die Weisheit befiehlt. Und als ob alles eine Sache des Glaubens sei und das Denken gar nicht so wichtig wäre. Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit bei Gott, heißt es da. Denn es steht geschrieben: Der die Weisen fängt in ihrer List. Und noch einmal: Der Herr kennt die Überlegungen der Weisen, dass sie nichtig sind.
Das ist alles richtig, was Paulus da schreibt. Aber wir müssen hier aufpassen: Er verwirft hier nicht jede Weisheit, jede Sophia. Die Alternative zur falschen Weisheit ist nicht die Weisheit der Welt, sondern die Weisheit Gottes. Es geht also nicht um das Aufhören mit dem Denken, sondern es geht darum, die Weisheit der Welt nicht anzubeten.
Zweitens: Wir sollen uns ja nicht auf den Verstand verlassen. Das höre ich auch immer wieder. Sprüche 3,5: Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand. Da haben wir es doch: Der Verstand ist ganz klar in seine Schranken gewiesen. Der Verstand steht dem Glauben im Weg.
Nein, der Autor warnt uns im Sinne des Sündenfallberichts davor, den Verstand autonom zu gebrauchen, den Verstand losgelöst von Gottes Gedanken zu gebrauchen. Das christliche Denken ordnet sich der Offenbarung Gottes unter. Das christliche Denken ist, so kann man das sagen, gläubiges Denken.
Sprüche fordern uns nicht nur dazu auf, nicht alles auf den autonomen Verstand zu setzen, sondern sie fordern uns auch dazu auf, nach Weisheit zu suchen, wie man nach Silber sucht, wie man nach Gold sucht. Einfach zu wissen, was Gott denkt. Sprüche 2,1-6 ist da ein ganz, ganz wichtiger Text. Da steht davon, dass wir das tun sollen, um zu verstehen, was Gott will, um zu verstehen, wie diese Welt funktioniert, um zu verstehen, was Gott über diese Welt denkt.
Also wir sollen, um es kurz zu machen, als Gläubige nicht mit dem Denken aufhören, sondern lernen, christlich zu denken. Gott zeigt uns durch seine Offenbarung, durch das christliche Denken, dass die Weisheit der Welt in letzter Analyse Torheit ist. Auch wenn die Weisen der Welt sehr, sehr klug sein können, können sehr, sehr klug sein, die können klüger sein als wir Christen. Aber in letzter Konsequenz setzen sie auf die Mächte dieser Welt und nicht auf Gott.
Grenzen und Gefahren der Apologetik
Die Grenzen der Apologetik: Das will ich ganz kurz machen. Apologetik kann Schwächen und Irrtümer anderer Denksysteme aufzeigen und Denkblockaden abbauen. Aber sie kann nicht selbst Glauben schaffen. Glaube ist Gabe Gottes. Das heißt aber auch, dass unsere apologetischen Bemühungen von einer fröhlichen Gelassenheit geprägt sein dürfen. Wir müssen also nicht autoritär werden, wir müssen nicht anfangen zu manipulieren, wir müssen nicht anfangen, jemanden zu bedrängen, sondern wir können sehr ehrlich im Gespräch Christus bezeugen.
Fünf Gefahren im Stil oder fünf Punkte zu Gefahren und Stil der Apologetik: Das will ich ganz kurz machen, damit wir noch zu den inhaltlichen Dingen kommen. Aber es ist wichtig.
Eine Gefahr ist die mangelnde Authentizität. Es fällt auf, dass Petrus in 1. Petrus 3,5 nicht dazu auffordert, besonders viel zu lesen und so weiter, sondern dass er sagt, wir sollen Christus in unseren Herzen heiligen. Wir sollen ein gutes Gewissen haben, und wir sollen unserem Nächsten gegenüber freundlich sein und respektvoll mit ihm umgehen. Auch wenn Apologetik denkerische Rechtfertigung ist, soll sie mit unserem Lebensstil gedeckt sein. Skeptiker und Kritiker sollen erkennen, dass Christen ihren Überzeugungen gemäß leben, und zwar auch dann, wenn sie Nachteile in Kauf nehmen müssen. Ein Apologet weiß also, wovon er spricht. Er hat eine angemessene Vorgehensweise, eine Methode, sagt man auch, und er hat einen entsprechenden Charakter entwickelt.
B. Falsche Vereinnahmung
Ich weiß nicht, ob ihr in eurem Bekanntenkreis so Christen habt, die sich unglaublich intensiv mit Apologetik beschäftigen. Vielleicht macht ihr es selbst auch. Ich habe einige Freunde verloren, die sich so intensiv mit bestimmten philosophischen Denkweisen auseinandergesetzt haben, so intensiv mit Leuten beschäftigt haben, die sie eigentlich widerlegen wollten, und aufgehört haben, die Bibel zu lesen oder vielleicht den Gemeindekontakt zu verlieren. Und wisst ihr, was passiert ist? Sie sind vereinnahmt worden durch die Weltanschauung, mit der sie sich anfänglich kritisch beschäftigen wollten.
Da müssen wir aufpassen, dass das Einlassen auf nichtchristliche Denkweisen nicht immer ganz ungefährlich ist. Und wir dürfen jetzt nicht irgendwelche prominenten zeitgeistlichen Strömungen versuchen, mit dem christlichen Glauben zu versöhnen, sondern wir müssen aus dem Glauben heraus Antworten geben auf die Fragen, die an uns herangetragen werden.
C. Phantomapologetik
Es ist sehr einfach, in zum Beispiel einer Debatte die Argumente eines Gegners so darzustellen, dass sie sich leicht widerlegen lassen. Wir konzentrieren uns sozusagen auf die Schwächen des Gegners. Das ist nicht das, was Gott gefällt. Wir sollen respektvoll mit den Leuten umgehen, und wir brauchen Sorgfalt, Treue und Fairness in der Darstellung der Positionen, die uns nicht gefallen.
Wir helfen niemandem weiter, wenn wir uns auf schwache Argumente stürzen und uns vielleicht noch lustig darüber machen. Stattdessen müssen wir die stärksten Argumente der Kritiker untersuchen und versuchen, dort Antworten zu geben. Also gilt die goldene Regel, behandle den anderen so, wie du selbst behandelt werden willst, eben auch für die Apologetik.
D. Lieblose Rechthaberei
Wir handeln als Apologeten aus einem Motiv der Liebe heraus. Apologetik ist Liebesdienst. Es geht hier nicht darum, dass wir Debatten gewinnen. Es geht nicht darum, dass wir den Eindruck erwecken, die Klügeren zu sein, und so weiter. Wir hören auf den Andersdenkenden, wir haben ein echtes Interesse. Wir nehmen uns Zeit, ihm zuzuhören, wir haben die Bereitschaft zu verstehen, wie er die Dinge sieht.
Wir wollen nicht Argumente gewinnen, wir wollen Seelen gewinnen. Unser Gegenüber soll mit dem Schöpfer versöhnt werden, nicht mit dem, was wir denken. Und deswegen ist es wichtig, dass wir immer wieder auch demütig zurücktreten, dass wir die frohe Botschaft verkündigen und dass wir uns nicht sozusagen verzetteln in Diskussionen, die die eigentlichen Fragen nicht beantworten.
E. Hochmut
Christen leben von der Gnade Gottes. Deshalb schreibt Paulus im Epheserbrief: Denn durch die Gnade seid ihr gerettet aufgrund des Glaubens, nicht aus euch selbst heraus, sondern Gottes Gabe ist es, nicht durch eigenes Tun, damit sich niemand rühmen kann. Gottes Erkenntnis und die Liebe zu Gott sind Geschenk und nicht verdiente Leistung.
Wir Christen sind weder klüger noch besser informiert als Menschen, die Jesus noch nicht kennen. Wir sind ihnen noch nicht einmal moralisch überlegen, sondern wir sind abhängig von Gottes Güte und Gnade, von dem Evangelium. Und das soll auch die Art und Weise prägen, wie wir mit den Menschen reden. Wir sollen nicht arrogant und hochmütig auftreten, sondern mit einem Geist der Sanftmut, mit einer gewinnenden Einstellung.
Verschiedene Ausrichtungen der Apologetik
Drei Ausrichtungen der Apologetik – das ist der sechste Punkt.
Es gibt die reflektierende Apologetik. Sie richtet sich nach innen, also an die Gemeinde, an die Christusgläubigen in der Gemeinde. Warum ist das so wichtig? Das ist eigentlich gar nicht so schwer. Wir in der Gemeinde schauen Fernsehen, wir lesen Bücher, wir sind Netflix-Abonnenten, wir gehen zur Schule, wir gehen an die Uni, und wir werden mit ganz vielen Fragen konfrontiert, auch in der Gemeinde. Und diese Fragen arbeiten an unseren Seelen.
Dann kommen irgendwelche Leute und verkündigen vielleicht, dass Jesus eben doch nicht Gott war, sondern dass er nur ein Engel war und so weiter. Solche Dinge kommen in die Gemeinde hinein. Und diese Anfragen müssen jetzt beantwortet werden. Auch Gläubige haben Zweifel und werden durch leere und verführerische Gedankengebäude angefochten. Und Jesus und die Apostel haben den Christusgläubigen überzeugende, tragfähige Gründe für ihre Nachfolge gezeigt.
Also hilft die reflektierende Apologetik dabei, Vernunftsschlüsse, die sich gegen die Erkenntnis Gottes richten, aufzudecken und das Denken in den Gehorsam gegenüber Christus zu führen. 2. Korinther 10,5.
Dann gibt es die defensive Apologetik. Sie liefert Belege und Argumente für die Verteidigung des christlichen Glaubens nach außen. Es ist jetzt nicht so, dass wir nur als Christen in der Gemeinde konfrontiert werden mit kritischen Antworten. Wir werden auch von außen angegriffen. Die Leute machen sich lustig über uns Christen, und sie bedrängen uns, sie stellen kritische Fragen.
Und die meisten apologetischen Arbeiten sind defensiv ausgerichtet. Pastoren, Lehrer, Theologen merken, dass Christen in den Gemeinden verunsichert sind durch bestimmte prominente Denkströmungen, und sie versuchen, dort Antworten zu geben auf diese Anfragen, um die Zweifel zu beantworten, um die Gemeinde geistlich, denkerisch und ethisch zu stärken.
Und dann gibt es noch die offensive Apologetik. Die ist also jetzt nicht zurückhaltend, sondern angriffslustig. Sie geht hinaus auf die Straße, sie geht hinaus im Rahmen der Studentenarbeit zum Beispiel an die Uni und versucht zu zeigen, dass die christliche Wahrheit in der Lage ist, die weltliche Weisheit der Torheit zu überführen.
Offensive Apologetik ist also angriffslustig. Sie attackiert die gottlosen Wahrheitsansprüche und Lebensentwürfe. Sie zeigt auf, dass das nichtchristliche Denken und Leben dem Wahn verfallen ist, um es mal sehr deutlich mit Paulus zu sagen. Sie will das verlorene Denken aufdecken, und sie will zeigen, dass Gott Antworten auf die Nöte und Fragen der Menschen gegeben hat.
Vier Schwerpunkte und Praxisbeispiele
Jetzt kommen wir zu vier Typen oder Schwerpunkten der Apologetik. Wir sind gleich bei den Inhalten, bei den praktischen Fragen.
Es gibt meines Erachtens vier Typen oder Schwerpunkte in der Apologetik.
Die rationale Apologetik: Da steckt der Begriff Ratio drin, also Verstand, Vernunft. Sie fragt nach dem Wahren. Hier geht es also um die Wahrheitsfrage. Zum Beispiel die sogenannte Theodizee-Frage, die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes angesichts der Ungerechtigkeit in dieser Welt.
Die imaginäre Apologetik fragt nach dem Schönen. Hier geht es um die Ästhetik, darum, warum der christliche Glaube Schönes und Schönheit hervorbringt. Menschen sind schöpferische Wesen, und es gibt eine Sehnsucht nach Schönheit. Und in diesen Schwerpunkt der Apologetik gehört zum Beispiel all das, was mit Literatur oder auch mit Kunst zu tun hat. Imaginäre Werke von Christen haben enorm viel Einfluss gewonnen. Denken wir an John Bunyans Pilgerreise. Ja, was für ein kreatives Buch, eines der meistgelesenen Bücher überhaupt. Und er hat eine ganz neue Form des Romans geschaffen und unglaublich viele Leute erreicht. Oder Robinson Crusoe von Daniel Defoe oder viele Werke von C. S. Lewis: Das ist eine ästhetische, eine imaginäre Apologetik.
Dann gibt es die moralische Apologetik. Sie fragt nach dem Guten. Es geht um moralische Fragen, Fragen um Sterbehilfe, um Krieg und Frieden oder Abtreibung und andere Themen.
Und es gibt viertens die kulturelle Apologetik. Da steckt von allem etwas drin. Gefragt wird nach der Bewährungsfähigkeit des christlichen Glaubens im Alltag. Wenhoser hat mal gesagt: Die Demonstration der christlichen Wahrheit mit unserem ganzen Sein, mit Vernunft, Wille und Emotionen, das ist kulturelle Apologetik. Sie versucht, unsere Lebenskultur zu verstehen, und sie versucht, vom Evangelium her, von der biblischen Offenbarung her Antworten zu geben auf diese Fragen. In der Schule, an den Unis, in der Kunst, in der Wirtschaft oder auch im Film.
Die meisten von uns gehören in die Kategorie kulturelle Apologetik. Das ist unsere Herausforderung. Die wenigsten von uns sind Spezialisten, sondern bei uns findet sich von allem etwas. Wir suchen nach Antworten, nach bewährten Antworten in den Fragen des Lebens, in der Frage nach dem Tod, in der Frage nach der Schuld, in der Frage nach der Wahrheit, in der Frage nach der Schönheit usw. Ist es lebbar als Christ? Was sagt die Bibel dazu? Das beschäftigt uns als kulturelle Apologeten.
Wir wollen mal zwei Beispiele durchgehen, die alle gut nachvollziehen können. Die sind also nicht so anspruchsvoll, aber ihr müsst jetzt trotzdem auch genau zuhören: zwei Praxisbeispiele dafür, warum Apologetik so wichtig ist.
Ich habe einmal das Beispiel mitgebracht, das Relativismusargument. Wir sind heute konfrontiert mit sogenannten Argumentationsfiguren, die unglaublich verbreitet sind und eine unfassbare Wirkung entfaltet haben. Die Wirkung ist so stark, dass fast, ja, nicht alle, aber viele Menschen, denen wir begegnen, davon überzeugt sind, dass das so ist, dass das so richtig ist, dass man gar nicht anders darüber denken kann.
Der Relativismus bestreitet, dass es absolute Wahrheiten gibt. Die Wahrheit hängt laut Relativisten von der Sichtweise des Beobachters ab, von der Position des Beobachters. Einige Beispiele für diese Argumentationsfiguren: Wahrheit ist immer relativ, habt ihr alle schon mal gehört? Wahrheit ist immer relativ. Im zwanzigsten Jahrhundert haben die Geschichtswissenschaftler endlich erkannt, dass es keine historischen Wahrheiten gibt. Es gilt absolut, dass es nichts Absolutes gibt. Sicher können wir nichts wissen.
Fällt euch was auf bei diesen Aussagen? Wenn die Aussage, die hier gemacht wird, auch für sie selbst gilt, haben wir einen formalen Widerspruch. Wenn es stimmt, was behauptet wird, dann ist es notwendig falsch. Wenn alle Behauptungen nur relativ gültig sind, dann betrifft das auch die Behauptung, dass eben alles nur relativ gültig ist.
Das ist übrigens nichts Besonderes, das hat Sokrates schon gewusst. Es gab da einen Schüler von Protagoras, der ist mit dem Argument an ihn herangetreten, an Sokrates, und Sokrates hat das beantwortet. Das kann man nachlesen in einem seiner berühmtesten Werke. Sollten wir vielleicht sagen, dass dein Glaube, also dein Argument, dass Wahrheit immer relativ ist, dass sie für dich wahr ist, aber nicht für unzählbar viele andere?
Das Argument ist unglaublich viel verbreitet, und das zeigt das zweite Beispiel, das sogenannte Skeptizismusargument. Das ist sehr stark verwandt mit dem Relativismusargument. Selbst dann, wenn es eine absolute Wahrheit gäbe, dann können wir sie nicht erkennen, dann verstehen wir nicht, was die Wahrheit ist. Und dieses Argument ist inzwischen auch in christlichen Kreisen sehr verbreitet.
Ich habe ein Beispiel mitgebracht aus einer christlichen Bildungseinrichtung. Dort ist Folgendes passiert: Die Professorin fragt ihre Studenten: Hält sich jemand für Gott? Hält sich jemand für Gott? Na ja, wie wird die Antwort ausfallen, wenn man das zum Beispiel an einer Bibelschule fragt? Keiner wird sagen: Ich bin Gott oder sowas. Also keiner hat sich gemeldet.
Und dann sagt sie Folgendes: Gott kennt die Wahrheit, großgeschrieben. Wahrheit, großgeschrieben. Alle Wahrheit ist Gottes Wahrheit. Gott ist die Wahrheit, aber keiner von euch ist Gott, daher könnt ihr die Wahrheit nicht wissen. Und sie kritzelte das an die Tafel, und sie hat dann die Studenten da stehen lassen. Sie ist einfach rausgegangen. Habt einen schönen Tag!
Ja, was wird hier denn vermittelt durch dieses Beispiel? Was ist hier passiert? Nun, die Studenten waren regelrecht verzaubert. Viele gehen mit dem Eindruck nach Hause: Ja, ich kann ja sowieso nicht verstehen, was Gott sagt.
Das ist übrigens heute die große Frage im Umgang mit der Bibel. Die Bibelkritik im radikalen Sinn, die war vor hundert Jahren sehr aktuell, auch noch vor sechzig, siebzig Jahren, vielleicht sogar vor dreißig Jahren. Da musste man aber schon genau hinschauen. Heute wird anders argumentiert. Ja, heute sagt man: Gott hat gesprochen, aber alles andere ist eben Interpretation. Man kann ihn ja sowieso nicht verstehen. Man kann ja sowieso jeden Text beliebig auslegen. Wir wissen nicht, was Gott will. Alles eine Frage der Interpretation.
So hat die Frau argumentiert, und natürlich hat sie Recht: Gott verfügt über Wissen in einem anderen Sinn als wir Menschen. Er ist der Schöpfer aller Dinge. Er versteht die Dinge viel besser, als wir Menschen sie verstehen, sogar ohne den Einfluss der Sünde auf unser Denken. Er hat die Sachen geschaffen, er versteht dich und mich viel besser, als wir uns selbst verstehen.
Aber das heißt nicht, dass wir nichts verstehen. Das heißt nicht, dass wir uns nicht verstehen können, nicht erschöpfend, aber wir können uns verstehen. Das heißt nicht, dass wir die Welt nicht lesen können, dass wir sie nicht richtig interpretieren können. Das heißt nicht, dass wir Gottes Wort nicht verstehen können.
Aber genau das hat sie behauptet. Die Professorin hat für sich die Position in Anspruch genommen, von der sie sagt: Kein Mensch hat sie, kein Mensch kann die Wahrheit wirklich verstehen. Sie hat sie verstanden. Sie hat uns gesagt, wie die Welt funktioniert.
Und wir können sie zurückfragen. Wir können sagen, wir können das spiegeln: Sie verwirren mich. Ist ihre Aussage jetzt richtig oder falsch? Ich glaube nicht, dass sie uns bewusst etwas Falsches sagen möchten. Und genau das verwirrt sich, denn die Wahrheit, großgeschrieben, kann ja das, was Sie sagen, nicht sein. Aber wenn es nur die Wahrheit, kleingeschrieben, Ihre persönliche Wahrheit ist, warum soll das dann eine allgemeingültige Aussage sein? Das könnten wir ihr zurückgeben.
Ermutigung, Nüchternheit und praktische Empfehlungen
So, ich habe jetzt noch drei Empfehlungen für euch. Wir haben ja noch ein bisschen Zeit, denn ich will schließen. Danach haben wir dann noch die Möglichkeit, Fragen zu stellen.
Als ich vor 30 Jahren angefangen habe, mich mit Apologetik zu beschäftigen, war ich persönlich sehr optimistisch. Ich habe gedacht: Mensch, man kann damit viel erreichen. Wir müssen den Leuten nur zeigen, wie wir richtig zu denken haben, und dann wird Gott alles, dann werden sie Gott finden und so weiter.
Ich bin heute längst nicht mehr so optimistisch. Ich bin bescheidener geworden. Es gibt positive Entwicklungen in der Apologetik, unglaublich viele Bücher sind veröffentlicht worden, und trotzdem breitet sich der Zweifel seuchenartig aus. Er breitet sich auch in Gemeinden seuchenartig aus. Das ist mein Alltagsgeschäft, wenn ich in Gemeinden zum Thema Zweifel meinen Jugendabend mache oder so etwas. Ich bekomme da ein Feedback. Und ich weiß, wie hin- und hergerissen viele Christen sind, weil sie keine Gewissheit darüber haben, dass sie auf dem richtigen Weg sind.
Also: bescheiden sein. Ich glaube, dass es mehr braucht als eine gute Apologetik. Es braucht Gebet, es braucht wirklich eine geistliche Erweckung. Das kann Apologetik nicht schaffen. Und trotzdem bin ich überzeugt, dass Apologetik helfen kann, dass sie ganz wichtig ist und dass ihr alle auch die Berufung habt, im Rahmen eures Umfeldes irgendwie apologetisch tätig zu werden.
Und da habe ich drei Impulse, die ich mitgeben möchte:
A. Fördert das apologetische Denken in euren Familien. Fördert das apologetische Denken in euren Familien. Stellt Fragen.
Wir haben in unseren Gemeinden viele Leute verloren. Ich bin jetzt mal von einem jungen Mann angesprochen worden beim Mittagessen. Der hat mir gesagt: Ey Ron, in unserem Jugendkreis haben wir mehr als 50 der jungen Leute verloren, was die christliche Sexualethik anbetrifft. Das war eine konservative Gemeinde. Das war eine konservative Gemeinde. Wir haben im Jugendkreis mehr als 50 verloren. Wie kommt das?
Das liegt daran, dass nicht darüber gesprochen wird. Wir delegieren diese Fragen. Wir delegieren das an die Schule, wir delegieren das an irgendwelche Leute, die dann Experten darin sind und so weiter. Das funktioniert nicht. Der arme Jugendpastor kann nicht all das alleine klären, sondern wir müssen in den Familien darüber reden.
Ich habe mal ein Beispiel mitgebracht. Das hat mir meine Tochter, die Naemi, empfohlen. Sie schickte mir irgendwann ein Buch, das sie im Studium kennengelernt hat, aus dem Bereich der Pädagogik. Es heißt: Denk dir die Welt. Philosophie für Kinder. Ein Kinderbuch.
Gebt zu, dass ich nur noch wenige Kinderbücher lese, weil unsere Kinder groß sind, vielleicht mal einen Comic oder so. Dieses Kinderbuch ist in Frankreich verbreitet, in Deutschland kommt es auch zum Einsatz. Philosophie für Kinder ist ein neuer Trend in der Pädagogik. Und schon der Titel, hört mal genau hin: Denk dir deine Welt. Schon der Titel sagt etwas ganz Wichtiges. Das geht so in Richtung Pippi Langstrumpf: Denk dir deine Welt!
Und dann heißt es zum Thema Religion, Seite 54, ich zitiere das mal: Welche ist die wahre Religion? Das ist eine sehr gefährliche Frage. Es gibt viele Leute, die absolut davon überzeugt sind, dass ihre Religion die einzig wahre Religion ist und dass ihr Gott der einzig wahre Gott ist. Oft drohen sie anderen Menschen und zwingen sie, zu ihrer Religion überzutreten. Solche Menschen nennt man Fanatiker. Fanatiker sind gefährliche Leute, weil sie sich für Soldaten halten, die im Auftrag Gottes handeln. Sie glauben, es gäbe ihnen das Recht, alles zu tun. Welche Religion ist die wahre Religion, ist zudem eine völlig nichtssagende Frage. Wie kann man entscheiden, ob etwas richtig oder falsch ist, wenn niemand es beweisen, niemand es wissen kann? Es ist eine dumme Frage, genauso dumm, als würde man sich zum Beispiel fragen, ob Englisch wahrer ist als Deutsch.
Das ist ein Kinderbuch, mit dem auch in Schulen gearbeitet wird. Und diese Kinder neigen jetzt nicht dazu, das kritisch zu hinterfragen, was da steht. Die nehmen das erst mal so an. Wenn der Lehrer dann nett ist und das so vermittelt, dann sitzt das erst mal.
Und dieser Abschnitt ist in vielerlei Hinsicht problematisch. Ich will mal drei Punkte ganz kurz benennen:
Erstens wird die Religion ganz selbstverständlich in den Raum der Ästhetik gerückt. Wie bei Musik, es geht um Musik, oder Sprache: Es ist eine Frage des Geschmacks, wie man eine Religion beurteilt. Hier wird also ein Wahrheitsrelativismus in der Frage der Religion als gewiss vorausgesetzt.
Zweitens wird vorausgesetzt, dass man Religion bezüglich ihres Wahrheitsanspruchs gar nicht prüfen kann. Der Skeptizismus gilt als angenommen. Wer etwas anderes darüber denkt, der ist dumm.
Drittens: Ein Monotheist, also der Christ, der davon überzeugt ist, dass es nur einen Gott gibt, der wird als Fanatiker eingestuft. Monotheisten sind Fanatiker. Oft zwingen sie andere, ihren Glauben anzunehmen, sie setzen also ihren Wahrheitsanspruch mit Gewalt durch.
Das wird dort gesagt, das hören die Kinder, und das ist jetzt nur ein Beispiel, nur ein Beispiel von vielen. Und da sind wir gefordert, als Christen, als Eltern, als Großeltern, diese Dinge zu besprechen, darüber zu reden, mal Rückfragen zu stellen, auch mal zuzuhören: Was denken die Kinder darüber? Und versuchen, von der Heiligen Schrift her auch wirklich Antworten zu geben.
Und diese drei Punkte, die lassen sich alle wunderbar einfach widerlegen.
Fragen stellen, Gespräche führen und Literatur nutzen
Legt euren nichtchristlichen Freunden Steine in die Schuhe. Gregory Koukl hat es einmal gesagt, dass es in der Apologetik nicht darum geht, Menschen zu bekehren, sondern darum, ihnen Steine in den Weg zu legen. Diese Steine drücken, sie stören Denkgewohnheiten, sie zwingen unsere Freunde zum Überdenken dessen, was sie für sicher und für gegeben annehmen.
Wir streuen einen göttlichen Samen in ihr Leben, und wir hoffen darauf und beten auch dafür, dass dieser Samen irgendwann aufgeht. Das ist nachvollziehbar für euch. Also: Es gibt nicht das eine Argument, mit dem wir alle Menschen erreichen. Stattdessen stellen wir Fragen, machen Leute neugierig, unterbrechen ihr Denken und sagen: Das kann man doch auch anders sehen. Warum gehst du davon aus, dass diese Welt durch Zufall entstanden ist? Ich bin Ingenieur, für mich ist es schwerer zu glauben, dass diese Welt durch Zufall entstanden ist, als dass da jemand dahinter eine Ingenieursleistung erbracht hat.
Und so etwas wirkt. Da müssen wir nicht aggressiv sein, da müssen wir nicht unfreundlich sein. So etwas hinterlässt Spuren. Das sind Steine in Wanderschuhen, die irgendwann richtig wehtun, und dann kommt man nicht mehr weiter. Jesus hat das auch gemacht. Er hat seinen Kritikern Fragen gestellt.
Und Punkt C bespricht auch in den Gemeinden, in der Jugendarbeit, aber auch in anderen Kreisen immer wieder apologetische Fragen. Jeder Christ soll bereit sein, für die Hoffnung, die Gott ihm geschenkt hat, Gründe zu nennen. Als Christen sind wir berufen, Rechenschaft abzulegen. Und dafür ist die ganze Gemeinde da. Nicht, dass wir ständig über apologetische Fragen reden, sondern dass wir ganz natürlich diese Dinge immer wieder einbauen, dass wir uns auch mal einen Themenabend reinholen, dass wir in der Jugend auch mal diese Fragen wie Zweifel, woher kommt das überhaupt, besprechen, dass die jungen Leute wissen: Ja, diese Fragen darf man haben, aber es gibt aus der Heiligen Schrift heraus gute christliche Antworten auf diese Fragen.
Ich will euch noch ein bisschen Literatur empfehlen. Es gibt natürlich Unmengen von Büchern zum Thema Apologetik. Ich habe hier ein paar aufgeschrieben. Ich sage mal, ich will die Deutschen empfehlen. Lydia Jäger hat ein wunderbares Buch geschrieben: Wissenschaft ohne Gott, in dem sie zeigt, dass das moderne Wissenschaftsverständnis christliche Ursprünge hat. Es ist nicht so, dass in der Aufklärung alle Gott abgelehnt haben und dass die modernen Wissenschaften antichristlich waren. Vielmehr gab es bei der Entwicklung des modernen Weltbildes viele, viele Leute, die persönlich an Gott geglaubt haben. Und es gibt keinen Grund, als wissenschaftlich denkender Mensch Gott abzulehnen. Sie ist selbst Naturwissenschaftlerin, und es ist ein wirklich empfehlenswertes Buch.
Von Tim Keller ist das Buch beim Brunnen Verlag erschienen: Warum Gott vernünftiger Glaube oder Irrlicht der Menschheit? Er hat dort eine interessante Methode. Er zeigt eben, dass der Glaube auch auf der Seite der Menschen zu finden ist, die für sich nur Wissenschaft und Wahrheit in Anspruch nehmen. Und man muss dort die richtigen Fragen stellen.
Es gibt von C. S. Lewis eine Menge guter Bücher. Pardon, ich bin Christ, meine Argumente für den Glauben sind unglaublich weit verbreitet, ich kann es nicht in allen Punkten empfehlen, aber es gibt unglaublich starke Kapitel in diesem Buch, auch wenn es schon recht alt ist. Sehr zu empfehlen.
Lutz von Padberg will ich erwähnen, ehemaliger Dozent an der Freien Theologischen Akademie. Er hat ein Buch geschrieben: Im Namen Gottes oder In Gottes Namen, wo er sich mit Fragen beschäftigt, die einem immer wieder gestellt werden: Kreuzzüge, Inquisition, gerechte Kriege, was ist da in der Geschichte eigentlich gelaufen? Er hat dort wichtige Fakten zusammengepackt, und die Antworten, die er da gibt und die historisch begründet sind, er ist selber auch Historiker und beruft sich auf andere Historiker, sind sehr solide.
Zwei Bücher will ich noch empfehlen, die schon älter sind, geschrieben von einem Mann, der mich persönlich geprägt hat, obwohl ich ihn nie gesehen habe. Ich habe nur seine Frau kennengelernt: Francis Schaeffer. Das eine Buch heißt Gott ist keine Illusion, ist im Brockhaus Verlag 1974 erschienen, gab noch mal eine spätere Auflage, die, glaube ich, der Ford Manderlane gemacht hat, der hier auch mit dem FTA-Büchertisch vertreten ist. Da geht es um Grundfragen der Apologetik der sechziger Jahre, fünfziger, sechziger Jahre, aber sehr, sehr hilfreich.
Und Francis Schaeffer: Wie können wir denn leben? Ein Buch, das sich mit der Weltgeschichte beschäftigt und eben auch zeigt, wie sich immer wieder innerhalb der Geschichte der Menschheit Vernunft gelöst hat von, oder umgekehrt, wie irrational die Weltanschauungen geworden sind, und dass im christlichen Glauben Vernunft, Gefühl, dass das alles gut zusammenpasst.
Jürgen Spieß, bekannt aus der SMD-Arbeit, hat als Historiker ein sehr gutes Buch geschrieben, aus gutem Grund, warum der christliche Glaube nicht nur Glaubenssache ist, sondern eine historische Grundlage hat.
