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Nicht DER, aber EIN Elia

Jesu Leben und Lehre, Teil 23/696
09.03.2021Lukas 1,17
SERIE - Teil 23 / 696Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 23: Nicht der, aber ein Elija.

Die Verbindung zwischen Elija und Johannes dem Täufer

Gestern haben wir miteinander darüber nachgedacht, wie Elia, der Prophet aus dem Alten Testament, und Johannes der Täufer sich ähneln. Immerhin sagt der Engel Gabriel zu Zacharias, dem Vater von Johannes, dass sein Sohn in dem Geist und in der Kraft des Elija seinen Auftrag als Herold Gottes erfüllen würde – in Geist und Kraft.

Wir haben ausgeschlossen, dass damit irgendeine Form von Reinkarnation gemeint sein könnte. Gleichzeitig haben wir festgestellt, dass sich Johannes und Elija in verschiedenen Punkten ähneln. Das fing mit dem Aussehen an, dann ihr Lebensstil: Sie waren beide eher die Einsiedlertypen. Außerdem gab es die Verfolgung durch böse Königinnen und natürlich ihren Aufruf zur Buße.

Man kann schon verstehen, dass die Leute damals, als sie Johannes erlebten, dachten, Elija sei wieder da. Um das abzuklären, wurden extra Priester und Leviten zu ihm geschickt. Wir lesen das in Johannes 1,21:

„Und sie fragten ihn: Bist du Elija? Er sagte: Ich bin es nicht.“

Also bestätigt Johannes, was wir gestern zum Thema Reinkarnation schon gesagt haben: Er ist nicht der zurückgekehrte Elija.

Und doch besteht eine enge Verbindung zwischen Elija und ihm. So kann Jesus in Matthäus 11,13-14 sagen:

„Denn alle Propheten und das Gesetz haben bis auf Johannes geweissagt. Und wenn ihr es annehmen wollt, er ist Elija, der kommen soll.“

Die Erfüllung der Elija-Verheißung im Neuen Testament

Hier nimmt Jesus Bezug auf eine Prophezeiung, die wir ganz am Ende des Alten Testaments finden. In Maleachi 3, die Verse 22-24, heißt es:

„Haltet im Gedächtnis das Gesetz meines Knechtes Mose, dem ich am Horeb für ganz Israel Ordnungen und Rechtsbestimmungen geboten habe. Siehe, ich sende euch den Propheten Elija, bevor der Tag des Herrn kommt, der große und furchtbare. Und er wird das Herz der Väter zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern umkehren lassen, damit ich nicht komme und das Land mit dem Bann schlage.“

Das sind die letzten Verse des Alten Testaments. Gott verspricht, dass er uns Elija sendet. Wir befinden uns hier in Maleachi 3, wirklich ganz am Ende des Alten Testaments.

Kaum öffnen wir das Neue Testament, stoßen wir auf die Person von Johannes dem Täufer und auf die Erfüllung der Verheißung aus Maleachi 3. Deshalb sagt Jesus: „Wenn ihr es annehmen wollt, er, Johannes der Täufer, ist Elija, der kommen soll.“

Jesus sagt also, dass Johannes Elija ist. Und als Johannes danach gefragt wird, ob er Elija sei, antwortet er: „Nein.“ Wie passt das zusammen?

Die Herausforderung der Jünger am Berg der Verklärung

Schauen wir uns dazu Matthäus 17 an, den Berg der Verklärung. Jesus geht mit drei Jüngern – Petrus, Jakobus und Johannes – auf den Berg und redet dort mit Mose und Elija.

Jetzt bekommen die Jünger ein Problem. Sie kennen die Verheißung aus Maleachi, dass Elija kommen soll. In ihrem Verständnis bedeutete das: Erst kommt Elija, dann der Messias. Doch der Messias war ihnen bereits bekannt. Es war ihr Rabbi, Jesus. Der Messias war also schon da. Aber wo war Elija geblieben? Hätte er nicht vorherkommen sollen?

Und noch schlimmer: Sie hatten den echten Elija gerade gesehen und gehört. Wie passte das alles zusammen? Deshalb fragen sie ihren Herrn in Matthäus 17, Verse 10-13:

Und die Jünger fragten ihn und sprachen: „Was sagen denn die Schriftgelehrten, dass Elija zuerst kommen müsse?“ Er aber antwortete und sprach zu ihnen: „Elija kommt zwar und wird alle Dinge wiederherstellen. Ich sage euch aber, dass Elija schon gekommen ist, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern an ihm getan, was sie wollten. Ebenso wird auch der Sohn des Menschen von ihnen leiden.“

Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes, dem Täufer, sprach. Jetzt macht es bei den Jüngern Klick – und hoffentlich auch bei uns.

Johannes der Täufer als Erfüllung der Elija-Prophezeiung

Als die Jünger Elija persönlich sahen, passte das nicht mehr zu dem, was sie von den Schriftgelehrten gelernt hatten. Sie erwarteten nämlich die leibhaftige Rückkehr des alttestamentlichen Propheten.

Als man von Jerusalem aus die Priester und Leviten mit der Frage zu Johannes schickte: „Bist du der Elija?“, war das der Hintergrund der Frage. Gemeint war: „Bist du der Elija aus dem Alten Testament, leibhaftig?“ Diese Frage konnte und musste Johannes verneinen.

Gleichzeitig ist er aber Elija – allerdings nicht der Elija selbst, sondern die Erfüllung der Elija-Prophetie. Johannes ist Johannes, aber auf viele Weise ähnlich dem Elija aus der Zeit der Könige. Er erfüllt als Person die Prophezeiung aus Maleachi 3, wenn er in Geist und Kraft des Elija einen Auftrag ausführt, der dem Auftrag des alttestamentlichen Propheten sehr ähnlich ist.

Kommen wir zurück zu Lukas 1. Der Auftrag von Johannes dem Täufer wird in Lukas 1, Vers 17 beschrieben: „Und er wird vor ihm hergehen in dem Geist und der Kraft des Elija, um die Herzen der Väter zu den Kindern zu bekehren und die Ungehorsamen zur Gesinnung der Gerechten, um dem Herrn ein zugerüstetes Volk zu bereiten.“

Wer aufgepasst hat, dem klingt Maleachi 3 noch in den Ohren. Dort heißt es: „Siehe, ich sende euch den Propheten Elija, und er wird das Herz der Väter zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern umkehren lassen.“

Gabriel formuliert es so: „Und er wird vor ihm hergehen in dem Geist und der Kraft des Elija, um die Herzen der Väter zu den Kindern zu bekehren und die Ungehorsamen zur Gesinnung der Gerechten, um dem Herrn ein zugerüstetes Volk zu bereiten.“

Die Bedeutung der Herzensumkehr in Familie und Gesellschaft

Vergleicht man das Zitat aus Maleachi mit dem, was der Engel Gabriel sagt, fällt auf, dass Gabriel den zweiten Teil nicht wörtlich zitiert, sondern umschreibt.

Der Anfang ist gleich: Bei Maleachi heißt es, Elia werde das Herz der Väter zu den Söhnen umkehren lassen. Gabriel sagt hingegen, er werde die Herzen der Väter zu den Kindern bekehren.

Der zweite Teil lautet bei Maleachi, dass er das Herz der Söhne zu ihren Vätern umkehren lassen wird. Gabriel formuliert hier viel freier, indem er sagt, dass das Ungehorsame zur Gesinnung von Gerechten umkehren soll.

Bei Gabriel liegt der Schwerpunkt im ersten Teil des Verses auf der Familie. Im zweiten Teil geht es um die Umkehr von geistlichen Kindern zu ihren geistlichen Vätern. Aus Ungehorsamen sollen Gerechte werden.

Und doch gilt: Die Erweckungsbewegung, die Johannes der Täufer anstoßen soll, beginnt mit Vätern, die ihr Herz an ihre Kinder hängen. Erweckung auf nationaler Ebene braucht ein Fundament in der Familie. Väter müssen ihre Verantwortung für ihre Kinder ernst nehmen. Dadurch schaffen sie die Grundlage dafür, dass ein geistlich unreifes und ungehorsames Volk sich aufmacht, dem himmlischen Vater zu begegnen – dessen Herz nie aufgehört hat, mit vollkommener Liebe an ihnen zu hängen.

Liebende Väter sind eine grandiose Einladung zum Glauben. Ein Vater, der bedingungslos liebt, macht Lust auf einen Gott, der mich bedingungslos liebt.

Fazit: Johannes der Täufer als geistlicher Elija

Und damit können wir die Frage, wie der Elija des Alten Testaments und Johannes der Täufer zusammengehören, beantworten. Johannes ist ein Elija, aber nicht der Elija. Er kommt im Geist und in der Kraft des alttestamentlichen Propheten.

Er erfüllt die Prophezeiung über Elija, weil sein Dienst im Kern dasselbe Ziel hat: das Volk Israel für die Begegnung mit ihrem Gott vorzubereiten. Elija fragt die Israeliten zu seiner Zeit: „Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten?“ Damit meint er: Wie lange wollt ihr euch noch nicht festlegen und ständig hin- und her schwanken? Wenn der Herr der wahre Gott ist, dann folgt ihm nach. Wenn aber Baal der wahre Gott ist, dann folgt ihm nach. Mit anderen Worten fordert Elija sie auf, eine Entscheidung zu treffen: Zu wem wollt ihr gehören? Wem wollt ihr folgen?

Johannes der Täufer verfolgt mit seiner Predigt und seiner Taufe dasselbe Ziel. Auch er stellt die Israeliten seiner Zeit vor die Wahl: Wollt ihr weiter ohne Gott leben, vielleicht ein bisschen religiös, aber im Grunde eures Herzens ohne Gott? Oder wollt ihr Buße tun, einen Neuanfang wagen und euch ganz auf Gott einlassen?

Bis heute ist das die Frage, die jeder Mensch für sich beantworten muss.

Abschließende Gedanken und Einladung

Was könntest du jetzt tun? Du könntest das Verhältnis von Elija zu Johannes dem Täufer noch einmal mit eigenen Worten beschreiben. Was man erklären kann, das hat man verstanden.

Das war's für heute.

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Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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