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2. Petrus 2,10b-19: "Irrlehrer und was sie charakterisiert"

2. Petrus 2,10-1918.06.2012
Serie•Teil 5 / 82. Petrus
Schöne Worte können täuschen: Manche reden von Freiheit und ziehen dich doch nur tiefer in Abhängigkeiten. Woran erkennst du echte Wahrheit? Am Leben dahinter.

Ein Einstieg mit einem bekannten Filmzitat

Ich möchte eine Frage zum Thema Kino stellen. Wer hat zu wem folgendes Zitat gesagt?
Zitat: „Ba, wat habt ihr für eine fiese Charakter!“
Wer? Feuer, Zangen, Bohl, okay. Und wer zu wem? Der eine Lehrer. Bömmel, genau. Lehrer Bömmel zu den Jungs, die ihm den Schuh versteckt haben und ihn dann mit seinem Ringelsocken durch die ganze Klasse geschickt haben.
Also, heute geht es um fiesen Charakter. Und in diesem Fall nicht um den fiesen Charakter von Schülern, sondern um Lehrer, genau genommen um Irrlehrer in der Gemeinde. Es geht also um Prediger, die hier vorne stehen und predigen, die aber eigentlich Lügen predigen.
Wir sind in einer Reihe über den zweiten Petrusbrief, und wir wollen uns heute die Verse zehn bis neunzehn im zweiten Kapitel anschauen. Eigentlich würde man ja denken, dass es solche Typen gar nicht geben darf, die so vorne stehen und einfach Zeugs erzählen, was nicht stimmt. Aber ich fand es total gut, dass beim letzten Mal, als wir den Einstieg in das zweite Kapitel vom zweiten Petrusbrief gewagt haben, direkt danach Jürgen und Robert hier vorne waren und gesagt haben: Es kann schon mal passieren, dass man auf eine Veranstaltung geht und den Eindruck hat, das, was da von vorne kommt, sagt zwar etwas und hat irgendwie auch ein christliches Gewand, aber es ist eigentlich nicht das, was Christentum ist. Es ist eigentlich nicht Jesus drin, obwohl außen Jesus draufsteht.
Und ich möchte gerne mit euch heute die Frage beantworten: Warum sind diese Irrlehrer eigentlich so gefährlich?

Warum schöne Worte so trügerisch sein können

Da heißt es in 2. Petrus 2,18: Denn sie führen stolze, nichtige Reden. Und das ist das Problem.
Du hast da jemanden stehen, der einfach gut reden kann. Und ich weiß nicht, ob dir so etwas schon einmal über den Weg gelaufen ist, aber nicht alles, was sich gut anhört, ist wahr, nur weil es sich gut anhört.
Ich musste im Rahmen meines Theologiestudiums einmal eine Weile an der FU Kurse besuchen. Da saß vorne jemand, der sagte: Ich bin Fideist. Da denkst du: Boah, coole Sache, ein Fideist, also irgendwie hat das etwas mit Glauben zu tun. Fides, Glauben, ja toll, ich bin Fideist, ich bin Theologieprofessor, aber ich glaube nicht an die Auferstehung, und ich glaube eigentlich auch nicht an Gott. Aber ich bin Fideist, ich glaube irgendwie an den Glauben.
Das hört sich total toll an. Aber wenn du dann ein bisschen nachbohrst und ein bisschen kratzt, dann ist das so wie bei einem Auto, das nur noch durch den Lack zusammengehalten wird. Du kratzt ein bisschen, und plötzlich stellst du fest, dass dahinter eigentlich kein Metall mehr ist.
Das kann einfach passieren. Da wird einem wertloses Zeug angeboten, aber es wird in eine schöne Hülle gepackt. Und wenn man es zum ersten Mal hört, dann vermittelt das den Geruch von Wissenschaft, so die Aura des Gelehrten. Du stehst vielleicht da und sagst: Boah, was hat der für Worte gebraucht, alles super. In Wirklichkeit ist es nichtig und nutzlos.
Noch einmal 2. Petrus 2,18: Denn sie, das sind die Irrlehrer, führen stolze, nichtige Reden und locken. Jetzt merkt man: Wenn die einfach nur quatschen würden und jeder würde sich sagen: Ja, lasst ihn reden, dann wäre das eine Sache. Aber sie reden, und es gibt Leute, die hören das und sagen: Boah, tolle Sache. Und genau damit locken sie.

Wie Verführung im Glauben funktioniert

Jetzt kommen zwei Begriffe, die typisch biblisch sind: fleischliche Begierden und Ausschweifungen. Gemeint sind diejenigen, die kaum denen entflohen sind, die im Irrtum wandeln.
Das ist jetzt ein bisschen schwierig formuliert. Ich versuche das mal in unsere Sprache zu übersetzen: Sie locken solche, die ganz jung im Glauben sind, echte Nachfolger Jesu Christi, zurück auf einen heidnischen Lebensstil. Was hier mit diesen beiden Begriffen beschrieben ist, fleischliche Begierde und Ausschweifung, kann ja nichts Gutes sein. Auch wenn man vielleicht noch nicht genau weiß, was es genau bedeutet, klingt es einfach nicht gut. Das ist ein Lebensstil der zügellosen Lustbefriedigung. Ich lebe eigentlich nach dem, worauf ich Lust habe.
Und da stehen Leute und sagen zu jungen Christen: Hört mal her, ihr könnt eigentlich leben, wie ihr wollt. Das ist die Botschaft, die von vorne kommt: Tu, was du willst. Und logisch ist, dass das für junge Christen, die gerade anfangen, mit Jesus zu leben, im ersten Moment irgendwie gut klingt. Ja, es klingt nie gut, wenn du sagst: Das darfst du nicht, und das darfst du nicht, und das darfst du nicht, und das ist auch verboten, übrigens da auch nicht, und das und das und das und das. Das klingt nie gut. Wenn dann einer kommt und sagt: Alles erlaubt, ach schön. Es stimmt aber nicht. Das ist das Problem. Es stimmt einfach nicht.
Ich möchte mit euch kurz in den ersten Petrusbrief gehen, 1. Petrus, Kapitel 4, und einfach mal über die ersten drei Verse hinwegfliegen. Und ihr müsst nicht jedes Wort verstehen, aber ihr müsst die Idee verstehen, die dahintersteckt. Da heißt es in 1. Petrus 4,1: Da nun Christus im Fleisch gelitten hat, also als Jesus Mensch war, da war sein Leben nicht einfach, und es war so schwer, dass er am Ende an einem Kreuz gelandet ist, so waffnet auch ihr euch mit demselben Sinn. Bereitet euch innerlich darauf vor, dass das Leben als Christen nicht leicht ist.

Der Bruch mit dem alten Leben

Denn wer im Fleisch gelitten hat, hat mit der Sünde abgeschlossen.
Interessant: Wenn du einmal bereit bist, um Christi willen echte Nachteile in Kauf zu nehmen, dann hat das auch Auswirkungen auf deinen Umgang mit Sünde. Dann sagst du: Schluss, ich will mit Sünde eigentlich nichts mehr zu tun haben.
Denn wer im Fleisch gelitten hat, hat mit der Sünde abgeschlossen, um die im Fleisch, das heißt: in der Zeit, in der wir noch leben, in der man uns noch anfassen kann, die noch übrige Zeit nicht mehr den Begierden der Menschen, sondern dem Willen Gottes zu leben. Denn die vergangene Zeit ist genug.
Ich mag diesen Satz: Es ist genug. Versteht ihr das? Wir haben eine ganze Weile, bevor wir Christen geworden sind, nicht nach dem Willen Gottes gefragt. Wir haben einfach gelebt wie alle anderen. Und was Petrus hier schreibt, ist: Schluss. Es ist einfach genug.
Wir haben schon genug Dreck am Stecken. Wir haben uns schon zu lange um uns selbst gedreht. Schluss! Wenn du früher gesoffen hast, hör auf damit. Wenn du gelogen hast, Schluss. Wenn du habsüchtig warst, Ende. Wenn du neidisch warst, Game over. Wenn du ständig auf Party warst, bis der Arzt kommt, hör damit auf. Wenn du dich nie um andere gekümmert hast und so ein selbstsüchtiges Schwein warst, Schluss. Wenn du vor der Ehe mit Frauen herumgemacht und mit ihnen geschlafen hast, Ende. Wenn du mit Esoterik und Okkultismus herumgespielt hast, Punkt, Schluss, Ende, aus.
Es ist einfach genug. Versteht ihr?
Es gibt einen Punkt, und das ist das Spannende: Bekehrung ist so ein Punkt im Leben. Wenn ich das mal so sagen darf: Das ist der Punkt, okay? Und ich komme als einer, der sich um sich selbst dreht, an diesen Punkt, wo ich dann irgendwo dem Wort Gottes begegne. Und dann stelle ich fest: Boah, Jesus ist tatsächlich für meine Sünden gestorben. Er hat wirklich am Kreuz für meine Schuld gelitten.
Er hing da, weil ich gesoffen, gelogen, gehurt, gestohlen habe, all das. Deswegen hing er da. Nicht, weil ich die Wahrheit gesagt habe, nett mit den Leuten umgegangen bin oder immer so hübsche Geburtstagsgeschenke ausgesucht habe. Deswegen hing er da nicht.
Und jetzt komme ich an diesen Punkt, und ich muss eine Entscheidung treffen. Und die Entscheidung, die Bibel nennt das Bekehrung, ist keine kleine Sache. Wenn du über diesen Punkt hinausgehst, wenn du sagst: Ich will mit Jesus, wenn du sagst: Ich gehe hier, ich gehe dahinter weiter, ich traue mich, diesen Weg zu gehen, ich traue mich, dem Ganzen dahinten Ade zu sagen, dann ist das der Startschuss für ein neues Leben, in dem das, was früher normal war, rausfliegt.

Die falsche Botschaft von grenzenloser Freiheit

Die Irrlehre kommt wieder zum Zug, denn die falschen Lehrer treten jetzt auf und sagen: Ha, es ist alles nicht so. Lasst euch das bitte nicht einreden. Bekehrung, neues Leben mit Jesus – das darf man alles nicht so furchtbar ernst nehmen. Das wird schon nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Kennt ihr den Spruch? Alles wird nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
Vorher, nachher, nicht mehr sündigen und heilig leben – ey, komm jetzt mal, ein bisschen in der Gegenwart bleiben, bis ins 21. Jahrhundert.
Das Problem der Irrlehrer ist: Ich lese es noch einmal. Denn sie führen stolze, nichtige Reden und locken mit fleischlichen Begierden, durch Ausschweifungen. Das heißt genau durch das, was wir heute als den Trieb bezeichnen würden, das, was sowieso aus dir herauskommt, das, was alle machen. Damit locken sie diejenigen an, na ja, die noch ganz jung im Glauben sind.
Denn wenn du älter bist und so einer vorne steht und sagt: Mach ruhig das, dann würde jeder von euch hoffentlich sagen: Haha, so ein Unsinn! Kann ja nicht sein. Stimmt doch nicht. Steht doch in der Bibel anders. Steht doch schon im Alten Testament, soll es nicht, da, da, da, da, da, da. Können wir doch im Neuen Testament nicht sagen: Alles easy.
Und trotzdem passiert das durch die Jahrhunderte immer wieder, dass Menschen kommen, sich auf die Kanzel stellen und eine Riesengefolgschaft hinter sich herziehen mit der These: Du kannst leben, wie du willst.
Und das Verrückte ist: Vers 19: Sie versprechen ihnen Freiheit, während sie selbst Sklaven des Verderbens sind. Denn von wem jemand überwältigt ist, dem ist er auch als Sklave unterworfen.

Freiheit, Herrschaft und die Frage nach dem wahren Herrn

Irrlehre verspricht etwas, was sie nicht halten kann. Sie sagt: Freiheit, folge mir, und alles wird gut. Aber sie kann dieses Versprechen nicht einlösen, nicht einmal im Ansatz. Denn das Einzige, was dich wirklich freimachen wird, ist die Wahrheit.
Jesus sagt: Wahrheit macht frei. Lügen werden immer versklaven. Das wird einfach so sein. Wenn du in deinem Leben irgendwo eine Lüge glaubst und nicht daran gehst, dann wirst du irgendwann von dieser Lüge beherrscht werden. Und das, was dich beherrscht, ist der Herr in deinem Leben. Nochmal: Das, was dich beherrscht, ist der Herr in deinem Leben.
Entweder ist es Jesus, und du sagst: Ich werde auf Gedeih und Verderb diesem Jesus folgen, ob mir das passt oder nicht. Wenn er sagt Hü, werde ich Hü leben, und wenn er sagt Hot, werde ich Hot leben. Entweder ist das deine Entscheidung, und das ist die Entscheidung, die wir treffen, wenn wir uns bekehren. Wir folgen Jesus nach, und er ist wirklich Herr. Wir suchen seinen Willen.
In der ganzen Schwachheit unseres Lebens, mit dem Hinfallen und Wiederaufstehen und Weiterlatschen, keine Frage. Aber wir haben eine Ausrichtung. Wir laufen diesen Weg, wir laufen auf dem geraden Weg Richtung Ewigkeit, Richtung Jesus.
Und wenn du sagst: Nein, das will ich nicht, dann wird das, was du dann zu deinem Gott machst, egal ob das deine Sexualität ist, ob das deine Zunge ist, also die Art, wie du redest, ob das dein Geldbeutel ist, dein Beruf ist, ob das deine Sorgen sind oder der Zeitgeist, es spielt überhaupt keine Rolle. Wenn etwas anderes in deinem Leben das Recht bekommt, deine Zeit und dein Geld zu planen als der Herr Jesus, dann ist das ein Problem. Und im Moment kann das Fußball sein, das muss uns einfach klar sein. Du kannst durch Fußball zum Götzendiener werden. Das ist irre, oder? Aber so etwas kann ein Herz in Beschlag nehmen und Menschen von Gott wegziehen. Es ist ganz einfach.

Wenn Worte täuschen und Leben entlarven

Es ist egal, was es ist. Wenn du sagst: Jesus ist mein Herr, und du driftest davon weg, und etwas anderes ergreift dein Herz und beherrscht es, dann glaube bitte nicht, dass Jesus das egal ist. Denn er stellt uns vor die Wahl: Entweder leben wir für ihn, oder wir leben für uns. Und wir müssen uns entscheiden.
Diese Irrlehrer, die sich vorne hinstellen und sagen: Alles nicht so schlimm, du musst dich nicht entscheiden. Du kannst beides haben. Du kannst leben, wie du willst, du kannst dir aus den Geboten Gottes aussuchen, was dir gefällt, du kannst alles verwirklichen, was du schon immer verwirklichen wolltest, und du kannst trotzdem Ewigkeit haben, du kannst mit mir leben, mit Jesus. Wer sich da hinstellt, das sind Leute, die wirklich in die Irre führen. Die sind im Grunde genommen für die, die auf sie hören, eine riesige Enttäuschung.
Schaut euch mal Vers 17 an, da wird über die Irrlehre gesagt: Diese sind Brunnen ohne Wasser. Oh, ich mag dieses Bild. Stell dir vor, du gehst zu einem Brunnen, und jetzt ist es so wie hier draußen: Du gehst richtig lange spazieren, sagen wir drei, vier Stunden, die Sonne knallt dir aufs Haupt, und du kommst an den Brunnen. Die Zunge hängt dir schon fast irgendwo vor den Fußspitzen, und du denkst dir: Boah, endlich. Und du gehst zu dem Brunnen, lässt deine Flasche genau dort füllen, und dann stell dir vor: Die Flasche ist leer. Boah, das ist enttäuschend.
Ich weiß nicht, ob du das jemals erlebt hast, so eine Enttäuschung, wenn du richtig Durst hattest und dachtest, im Kühlschrank steht noch ein kaltes Bier. Und du machst den Kühlschrank auf, und irgendeiner war vorher dran. Und du hast dich den ganzen Weg nach Hause im Auto, in diesem heißen, stickigen Auto, auf dieses kalte Bier gefreut. Ja, und dann stellst du fest: Dein Schwiegersohn hat es getrunken.
Also, Irrlehre ist für die, die ihr folgen, eine herbe Enttäuschung. Sie ist wie ein Brunnen ohne Wasser. Dann heißt es hier: Und Nebel, vom Sturmwind getrieben. Nebel, das ist die Idee: Es steigt so ein Dunst aus dem Wasser auf, und alle denken: Boah, jetzt gibt es aber hoffentlich mal richtig Regen. Dann kommt ein Wind dahin, und pah, nichts mit Regen. Einfach eine Enttäuschung.
Du hoffst auf Fruchtbarkeit, du hoffst auf Sattheit, du hoffst darauf, etwas zu kriegen, etwas, das dich im Innersten ausfüllt. Pflautsch, da kommt nichts. Wenn du Irrlehrern folgst, dann gehst du einen Weg, der dich am Ende, wie es hier heißt, dahin führt, wo ihnen das Dunkel der Finsternis aufbewahrt ist. Boah, überleg dir das mal: Da kommst du nicht ins Licht, da landest du in übelster Finsternis.

Ein Blick auf den Weg des Abirrens

Dabei haben diese Irrlehrer eigentlich mal gut gelebt. Das eigentlich Traurige ist: Wenn ich jetzt so einer wäre, der sagt, okay, ich möchte mal richtig Geld verdienen, und ich mache jetzt mal eine Irrlehre auf, wenn man das so richtig kommerziell machen würde, dann wäre das zwar auch blöd, aber da würde man vielleicht sagen: Ja, es ist ein Geschäftsmodell.
Bei den Irrlehrern ist es so, dass sie eigentlich mal auf einem guten Weg waren. Schaut euch mal Vers 15 an: Sie sind abgeirrt. Da sie den geraden Weg verlassen haben, sind sie nachgefolgt dem Weg Bileams, des Sohnes Beors, der den Lohn der Ungerechtigkeit liebte. Versteht ihr, was da steht? Abirren heißt, sie sind einmal eine Weile auf diesem geraden Weg selbst unterwegs gewesen. Sie waren gut unterwegs, und irgendwann sind sie dann anders gelaufen. So einfach einmal hier durch. Und sind an einer Stelle rausgekommen, weit weg von dem, wo sie ursprünglich mal sein sollten.
Ist irre, oder? Da geht einer eine Weile geradeaus und denkt, da kann doch nie wieder was passieren. Wenn einer einmal so in der Spur ist, der muss doch bis zum Rest seines Lebens gut laufen. Vergiss es! Es kann passieren, dass sich bei einem guten Prediger im Laufe der Zeit etwas einschleicht. Und das, was sich einschleicht, ist ein kleines Plus. Wisst ihr, so einfach nur so ein Plus, das ist Jesus Plus. Und es ist eigentlich fast egal: Jesus plus Selbstverwirklichung, Jesus plus Sex, Jesus plus viel Besitz, Jesus plus ein loses Mundwerk. Irgendwo etwas, wo du sagst: Das gehört da nicht hin.
Und jemand hört im Lauf seiner Zeit auf, an einer Stelle zu kämpfen, lässt an einer Stelle fünfe gerade sein. Hört nicht mehr auf den Willen Gottes und sagt: Das ist mir eigentlich auch egal. Und das Verrückte ist: Du kannst über Jahre und Jahrzehnte halbwegs gerade laufen, und wenn du dann irgendwann aufhörst, dann driftest du allmählich ab. Und wenn du keine Korrektur bekommst, dann geht es dir wie Biliam.
Biliam, Altes Testament: Nicht jeder von euch wird das Alte Testament so gut kennen, dass es bei Biliam sofort Klick macht. Biliam war ein Auftragsverflucher. Hm, toller Job, oder? Also wenn du mal jemanden brauchst, der so ein bisschen professioneller verfluchen kann, dann hast du dir Biliam geholt.
Und Biliam ist eigentlich jemand, der in der Bibel so ganz merkwürdig ist, weil er auf der einen Seite Kontakt zu Gott hat. Und er fragt dann auch Gott: Soll ich dieses Volk Israel verfluchen? Ich habe da ein gutes Jobangebot von den Moabitern, die würden echt was auf den Tisch legen. Hast du was dagegen? Und Gott sagt: Ja.
Die kommen noch mal, verdoppeln ihr Angebot, und Biliam fragt auch noch mal: Hast du wirklich was dagegen? Und man merkt, wo sein Herz hängt. Er ist so profitgierig. Er möchte, er kann es kaum ertragen, dieses Angebot auszuschlagen.

Das Beispiel Bileam und die Warnung vor Habgier

Und er geht einen Weg, auf dem er immer zwischen diesen beiden Positionen hin- und hergerissen ist. Er möchte Gott so gefallen, dass Gott nicht gegen ihn ist, aber er möchte das andere zugleich auch mitnehmen. Zwischen diesen beiden Haltungen schwankt er die ganze Zeit hin und her.
Statt auf dem geraden Weg zu bleiben und zu sagen: Ich habe entschieden, für Gott zu leben, und wenn Gott Nein sagt, dann ist das ein Nein, Punkt, ganz egal, wie viel man mir anbietet, driftet er langsam weg. Er verflucht sie nicht direkt, nein, aber er gibt ihnen ein paar gute Tipps, wie man sie trotzdem kaputt machen kann. Versteht ihr?
So viel Gehorsam, wie gerade noch nötig ist, aber genug Negativität, um seiner Profitgier voll nachzufolgen. Er liebt, wie heißt es hier, den Lohn der Ungerechtigkeit, das Geld für seine schmutzigen Tricks. Und wisst ihr, was Gott bei diesem Mann tut? Das ist eine der lustigsten Geschichten im Alten Testament: Er lässt einen Esel reden.
 2. Petrus 2,15-16
Sie sind abgeirrt, da sie den geraden Weg verlassen haben, und sind dem Weg Biliams, des Sohnes Beors, gefolgt, der den Lohn der Ungerechtigkeit liebte, aber eine Zurechtweisung wegen seiner eigenen Gesetzlosigkeit empfing. Ein stummes Lasttier redete mit Menschenstimme und wehrte der Torheit des Propheten.
Ein Esel ist schlauer, oder genau genommen ist eine Eselin schlauer als ein Prophet. Das ist irre. Und das kann es geben, dass wir mit Menschen konfrontiert werden, die in sich so zerrissen sind, dass der Hund, der vorhin da vorne lag, schlauer ist als der, der hier hinter der Kanzel steht. Das ist irre, oder?
Irre Lehrer leben und predigen Lügen. Sie leben wie Heiden, und sie verkaufen ihren Lebensstil unter dem Anführungszeichen christlich. Und das ist eine Riesengefahr. Die große Gefahr besteht darin, dass man es ihnen nachmacht, gerade deshalb, weil sie so gut reden können und weil sich das, was sie sagen, so gut anhört.
Aber bitte nehmt das mit, gerade ihr Jungen: Nur weil sich etwas gut anhört, muss es noch lange nicht richtig sein.

Woran man echte geistliche Integrität erkennt

Wenn ihr das aus der Predigt heute mitnehmt, dann ist das super wichtig: Nur weil jemand gut reden kann, nur weil jemand Worte verwendet, die du vielleicht noch nie gehört hast, nur weil jemand Argumente bringt, bei denen du sagst: Boah, lasst euch bloß nicht in dieser Welt von Worten beeindrucken. Macht es einfach nicht. Glaubt mir das einfach mal von hier vorne.
Also: Egal, was sich gut anhört, entwickelt einfach eine gewisse Grundskepsis. Und wenn ihr wissen wollt, wo man hinschauen muss, wenn man wissen will, ob jemand echt ist oder falsch, dann schaut euch das Leben der Leute an. Reden können viele, aber ob das, was sie sagen, stimmt, ist viel heikler.
Eine tolle Show abzuziehen, so ein Feuerwerk hinter der Kanzel oder auf der Bühne oder im Klassenraum abzubrennen, das ist eine Sache. Zuhause das Leben zu leben, das ist etwas anderes. Was ich sage, und dann etwas zu leben, was dem Willen Gottes entspricht und was funktioniert, das ist das Entscheidende.
Und hier müssen wir uns kurz darüber unterhalten, wo die Irrlehrer hier in die Irre gehen. Petrus schreibt das der Gemeinde, damit sie genau weiß, wo wir dem Verhalten der Irrlehrer nicht folgen dürfen. Es sind vier Lebensbereiche, in denen die Irrlehrer völlig danebenliegen, vier Lebensbereiche, in denen sie abgestürzt sind: der Bereich Umgang mit Worten, dann der Bereich Umgang mit, ich nenne das mal frei, Genussmitteln, Umgang mit Sexualität und Umgang mit Geld.
Ihr merkt: Das sind vier Lebensbereiche, in denen, wenn man sich nur ein bisschen in der Bibel auskennt, man genau mitbekommt, dass Gott ganz anders tickt als die Welt.

Worte, Autorität und der Umgang mit dem Bösen

Also, wenn ich mir anschaue, was so der Otto-Normalmensch in diesen vier Bereichen denkt: Reden, Sexualität, Geld und Genussmittel, dann merke ich, dass das irgendwie nicht so richtig zusammengeht, wenn ich das mit dem vergleiche, was Gott denkt.
Wir schauen uns das ganz kurz an.
Umgang mit Worten: 2. Petrus 2. Da sind wir schon bis 10a gekommen, und ich starte jetzt bei 10b.
Irrlehrer sind Menschen, die Herrschaft verachten, Verwegene, Eigenmächtige. Sie erzittern nicht, Herrlichkeiten zu lästern. Merkt ihr das? Herrlichkeiten, Autoritäten. Da gibt es Leute, es sind gottgegebene Autoritäten, und hier in diesem Zusammenhang sind das Dämonen, der Teufel, also die gesamte böse, unsichtbare Welt. Und sie machen sich lustig über den Teufel und denken: Boah, das kannst du doch nicht bringen.
Vers 11: Wo Engel, die an Stärke und Macht größer sind, nicht ein lästerndes Urteil gegen sie, gemeint ist auch hier gegen die Dämonen, beim Herrn vorbringen, diese aber wie unvernünftige Tiere von Natur aus, zum Eingefangenwerden und Verderben geschaffen, lästern das, was sie nicht kennen. Sie lästern das, was sie nicht kennen, und werden auch in ihrem Verderben umkommen.
Schwieriger Text. Zwei, drei Punkte, die man mitnehmen muss:
Es sind Eigenmächtige. Wenn jemand eigenmächtig ist, heißt das, da ist jemand arrogant, starrsinnig. Das ist jemand, der sich um sich selbst dreht. Er will allein sich gefallen.
Und was gute Engel sich nicht trauen, nämlich über die bösen Engel zu lästern, das machen die. Und sie lästern das, heißt es dann in Vers 12, was sie nicht kennen. Und wer schlecht über etwas redet, was er nicht kennt, ist genauso klug wie ein unvernünftiges Tier. Lustig, he? Jede Kuh ist so schlau wie der, der über etwas schlecht redet, was er nicht wirklich kennt. Und lästern heißt dann schlecht reden.
Also, die Leute stellen sich hin, und sie reden schlecht über den Teufel, sie reden schlecht über die Dämonen, sie reden schlecht über die Macht des Bösen. Und ich kann mir das gut vorstellen: Sie nehmen diesen ganzen Bereich des Bösen überhaupt nicht ernst.

Genuss, Ausschweifung und die Illusion von Freiheit

Sie meinen einfach, darüber zu stehen. Wenn ich anfange zu sündigen, muss ich irgendwie davon ausgehen, dass die Sünde, die ich tue, mir nichts anhaben kann. Aber das stimmt nicht, denn die Sünde ist das Spielzeug des Teufels. Und da, wo du sündigst, bekommt der Teufel Macht über dein Leben.
Und jetzt kommen Leute und sagen, das stimmt nicht, der Teufel kann mir nichts anhaben. Weit gefehlt. Es ist genau andersherum. Wenn du dich darauf einlässt, so über den Teufel und seine Macht zu denken, dann wirst du, wie es hier heißt, sein Verderben teilen. Und das ist übel.
Macht die Welt sich über den Teufel lustig, ha? Wie denkt man in der Welt über den Teufel? Was denkt ihr? Macht man sich lustig? Ja, da muss man Teufel eingeben bei Google. Also, der Teufel darf noch herhalten für so eine Zeichnung auf einer Diaboli-Pizza, das ist ja gut und steht dann für etwas Pikantes. Etwas darf teuflisch gut sein, was auch immer das bedeutet. Der Teufel darf auch für eine unendliche Zahl von schlechten B-Movies herhalten, wo er alles Mögliche darf und nicht darf.
Wenn heute jemand über den Teufel denkt, was hat man vor Augen? Man hat so ein süßes Kerlchen vor Augen, mit zwei Hörnern, vielleicht so einem Schwanz da hinten dran, in einem etwas zu engen roten Latexanzug. Vielleicht noch so eine Pike in der Hand, vielleicht ist der eine Fuß auch so ein bisschen verkrüppelt, oder es sieht mehr so nach Pferd aus, also irgendwie so. Aber dass noch jemand jenseits dieser Faschingsverkleidung ihn als den furchtbarsten und gewaltigsten Beherrscher dieser Welt versteht, der es wirklich schafft, und zwar teuflisch gut schafft, durch Lügen, durch Manipulation, durch Angst Milliarden von Menschen in den sicheren ewigen Tod zu reißen. Ist das noch da? Nein, es ist nicht mehr da.
Geh mal zu deinen Arbeitskollegen, zu deinen Schulkollegen und sag: Weißt du was, ich habe wirklich Respekt vor dem Teufel. Ich habe wirklich Respekt, ich habe Angst, dass ich irgendwann ihm richtig auf den Leim gehe. Die lachen dich aus. Und das ist genau der Weg, den diese Irrlehrer gehen. Sie haben irgendwann aufgehört, die Macht des Bösen ernst zu nehmen, und haben angefangen, sich darüber lustig zu machen.
Und wenn wir den Weg mit Jesus gehen, dann darf uns das einfach nicht passieren. Wir müssen das einfach ernst nehmen an dieser Stelle.

Ein Leben ohne Grenzen als geistliche Gefahr

Umgang mit Genussmitteln. Das ist eine ganz lustige Stelle, also für mich zumindest. Da heißt es, es geht hier bei Genussmitteln um Essen und Trinken, okay, wobei sie um den Lohn der Ungerechtigkeit gebracht werden, immer noch Vers 13. Sie achten sogar die Schwelgerei bei Tage als Vergnügen. Schmutz und Schandflecke, die in ihren Betrügereien schwelgen und zusammen mit euch Festessen halten.
Also, Schwelgereien ist das Wort, um das es hier geht. Sie achten sogar die Schwelgerei. Schwelgerei ist wirklich Fressen, Saufen, Partykultur. Okay, damit wir das einfach richtig verstehen. Das ist das, wo du jemanden morgens um neun siehst, wie er am Randstein steht und sich einfach die Seele aus dem Leib kotzt, weil er die Nacht durchgemacht hat. Und du kannst nicht alles trinken in einer Nacht, ohne dass das passiert. So. Das sind die Typen.
Und in der damaligen Zeit war es relativ normal, dass man schon mal abends auch gefeiert hat. Aber Schwelgerei bei Tage, wenn da also einer irgendwie Party all night long und den Tag dahinter auch noch macht, dann muss Petrus einfach sagen: Sorry, wenn du feiern willst, wenn andere arbeiten, das ist einfach nicht okay. So funktioniert Christsein nicht. Bloß keinen Spaß verpassen, Genuss etwas schmecken, Ablenkung haben.
Was sagt Jesus zu dem Thema? Weil Jesus ist ja nicht dagegen, dass man gut isst und gut trinkt. Jesus ist der, der 800 Liter Rotwein auf einer Hochzeit macht. Und trotzdem gibt es ein Zuviel. Es gibt ein: Mein Leben dreht sich um die Party, mein Leben dreht sich um den Genuss, mein Bauch ist der Gott.

Selbstverleugnung als Weg der Nachfolge

Was sagt Jesus dazu? Und Jesus sagt etwas sehr, sehr Wichtiges. Er sagt: Wenn du über diesen Punkt hinausgehst, über diesen Punkt der Bekehrung, und auf dem geraden Weg bist, dann wird ein Aspekt zu deinem Leben dazugehören, und dieser Aspekt heißt Selbstverleugnung. Du wirst nicht mehr nach deinen Trieben, nach deiner Lustbefriedigung leben können.
Ich möchte euch zwei Verse vorlesen aus dem Lukasevangelium, Lukas 9,23-24. Das ist ein ganz, ganz wichtiger Vers, den wir verstehen müssen, wenn wir wirklich mit Jesus leben wollen. Es gibt ein Leben mit Jesus, das den Namen nicht verdient. Und dann gibt es ein Leben mit Jesus, das irgendwie echt wird. Und Jesus sagt Folgendes:
 Lukas 9,23: Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, wenn jemand sagt: Ich möchte wirklich mit Jesus, dann verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf täglich und folge mir nach.
Ganz einfach. Die einen machen auf Party all night long, ich meine mich, mir, Hauptsache es macht Spaß, Hauptsache ich habe etwas davon, Hauptsache ich fühle mich gut. Und Jesus sagt: Nee, wenn du mit mir unterwegs sein willst, dann verleugne dich selbst. Wir leben für Jesus. Punkt.
Wo wir das nicht tun, ist Jesus nicht unser Herr. Dann ist dein Herr der Fußball, dein Auto, deine Karriere, deine Kinder, deine Nöte, dein Geld, deine Gesundheit, ich weiß nicht was. Es ist mir auch egal, weil ich nicht hier bin, um euch irgendwie anzuklagen, sondern einfach nur, dass wir verstehen, worum es geht.
Jesus sagt: Der verleugne sich selbst. Dann schaue ich in mein Leben und sage: Dieses Leben gehört nicht mehr mir, es gehört jetzt Jesus.
Wo ich das sage, da sagt Jesus: Der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf täglich.
Und wenn ihr im alten Jerusalem gewohnt hättet und ihr hättet da, was weiß ich, so im ersten Stock eine Wohnung gehabt und da wäre unten die Meute vorbeigelaufen, dann hättet ihr jemanden gesehen, der sein Kreuz wirklich trägt. Also jemanden, der so einen etwa zentnerschweren Querbalken über der Schulter hat und, angetrieben von römischen Soldaten, die ihn von hinten peitschen, weil das Ding willst du nicht alleine tragen, durch die Straßen schlurft. Links und rechts die johlende Meute, die weiß, was jetzt passiert. Denn sobald der an dem anderen Teil des Kreuzes, diesem stehenden, ankommt, wird man diesen Querbalken nehmen und ihn an diesen Querbalken befestigen, mit Nägeln, und ihn da kreuzigen.

Das alte Leben loslassen und Jesus folgen

Wenn du dann herunterschaust und so einen nahen Kerl siehst, der mit einem Balken auf dem Rücken durch die Stadt läuft, dann weißt du eine Sache ganz sicher: Der, den du da vor dir hast, hat mit seinem Leben abgeschlossen. Über ihn ist das Urteil gesprochen. Er hat keine Zukunft. Eigentlich gibt es ihn schon nicht mehr. Er läuft zwar noch, aber eigentlich ist er schon tot.
Und wisst ihr, was Christsein bedeutet? Ich habe mit meinem alten Leben abgeschlossen. Es gibt dieses Leben vor der Bekehrung, und es gibt das Leben nach der Bekehrung. Dazwischen steht das Wort Gottes, das mir sagt, dass ich eingeladen bin, dem Herrn Jesus zu folgen. Dass er kommen möchte, meine Last nehmen möchte, mein Leid nehmen möchte, meine Schuld nehmen möchte, meine Sünde nehmen möchte. Aber er möchte es unter Bedingungen.
Und das, was Jesus sagt, ist: Ich nehme das an, wenn ich danach in deinem Leben Herr sein darf. Ich möchte, dass du in mein Reich eintrittst. Und dazu gehört, täglich das Kreuz aufzunehmen. Täglich, wenn man so will, Nein zu sagen zu dem alten Leben und zu sagen: Das alte Leben ist tot. Mein altes Leben ist mit Jesus am Kreuz gestorben.
Da ist nicht nur die Sünde vergeben, sondern der alte Jürgen ist gestorben, mit seinen alten Ideen, mit seinen alten Träumen, mit seinen alten Vorlieben, mit seinem ichbestimmten, kaputten alten Leben.
Und jetzt geht es darum, drittens: Wie sagt Jesus das? Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz täglich auf und folge mir nach. Ihm nachzufolgen, von ihm zu lernen, das zu tun, was er sagt, zu überlegen, wie ich sein Reich bauen kann.
Das ist ein Riesending. Und wir werden dabei Fehler machen. Wir werden dabei hinfallen. Wir werden das nicht immer schaffen. Und trotzdem ist das die Einladung, die Jesus ausspricht.
Und er begründet das: Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren.

Sexualität, Begierde und der Druck der Gegenwart

Das ist ganz einfach. Egal, ob wir das im globalen Sinn verstehen und vielleicht überhaupt nicht zu einer Bekehrung kommen, oder ob wir das im Kleinen verstehen: Wenn es irgendwo in unserem Leben einen Bereich gibt, in dem ich sage, da darf Jesus nicht ran, da will ich mein Ding drehen, da will ich nicht. Und wir hatten vor Kurzem das Thema Scham. Vielleicht, weil ich mich schäme, vielleicht auch, weil ich Angst vor Veränderung habe, vielleicht aus irgendeinem anderen Grund.
Da will ich nicht, dass er rangeht, da will ich weiter meins machen. Wenn es einen Bereich gibt, in dem du sagst, den darf mir Jesus nicht wegnehmen, ob das eine Einstellung ist, ob das ein Hobby ist, ob das ein Traum vom Leben ist, ich weiß nicht was, wenn du das sagst, dann fehlt dir an dieser Stelle der Kern von Jüngerschaft. Weil du etwas behalten möchtest, was eigentlich es nicht wert ist, dass du es behältst. Wo Jesus sagt: Ich würde dir gerne so viel mehr geben, du musst nur an dieser einen Stelle loslassen.
Solange wir nicht loslassen, solange wir unser altes Leben nicht wirklich loslassen, diese konkreten Schritte gehen, um von Jesus zu lernen und das zu tun, was er sagt, werden wir in der Nachfolge nicht vorankommen. Und das ist das Problem der Irrlehre. Ich sagte: Umgang mit Genussmitteln. Sie sind die Partylöwen geworden. Sie wollen alles, und jetzt, und ohne Grenzen. Und da bleibt einfach für Gott kein Platz mehr.
Und das, was für Schwelgereien gilt, schönes Wort, das gilt natürlich auch für Sexualität. 2. Petrus 2,14: Es sind Leute, die haben Augen voll Begier nach einer Ehebrecherin. Wenn die rumschauen, dann sehen sie Frauen nicht als Frauen, schon gar nicht als Schwestern, sondern es geht immer nur darum, von oben nach unten durchzutaxieren und zu schauen: Na, könnte mit der was werden oder nicht? Fies, oder?
Stell dir vor, du hast so einen Typen, der dich nur danach beurteilt: Kriege ich sie rum oder nicht? Ich finde das total pervers. Die können nicht mehr normal eine Frau anschauen. Jeder Blick ist eine Mischung aus Begehrlichkeit und dieser Frage: Kriege ich sie rum?
Nochmal 2. Petrus 2,14: Sie haben Augen voll Begier nach einer Ehebrecherin und lassen von der Sünde nicht ab. Und wenn ich jetzt die Frage stelle: Ist es das, wie die ganze Welt tickt? Tickt die Welt so, mit dieser Frage immer im Hintergrund? Dann muss ich sagen: Irgendwie schon.
Und es fängt mit der Werbung an. Dass mir die meisten Produkte heute Morgen, war das heute Morgen, wo wir da, ja, heute Morgen, man fährt hier den Nonnen Damm raus, und da gibt es irgendwann eine Werbung für Autogasanlagen. Ich weiß nicht, ob ihr die gesehen habt: Grünes Plakat mit einer pinkfarbenen, halbnackten Frau, fette Oberweite. So, und du fährst, du jedes Mal, wenn ich da vorbeifahre, was hat die Frau auf dem Plakat zu suchen? Autogasanlage, bitteschön, ja, da brauche ich doch nicht ein Bikini-Model.
Und heute fuhr ich wieder an dem Ding vorbei, und jemand hatte hier oben drüber ein Schild geklebt: Alles fake. Stimmt, es ist wirklich alles Fake.

Gottes Gegenentwurf zu einer sexualisierten Kultur

Werbung wird mit Sexualität gemacht. Aber warum? Weil jeder so darauf getrimmt ist. Und es geht weiter über das Internet, wo es Milliarden von Pornoseiten gibt. Es geht auch weiter über Internetportale, wo du dir deinen Seitensprung planen kannst. Und ich sage: Entschuldigung, die boomen. Die boomen, warum? Weil viel zu viele Leute genau so ticken wie diese Irrlehrer hier ticken.
Wo kann ich einen kleinen Seitensprung machen, ein kleines sexuelles Abenteuer? Wo kann ich mir heimlich irgendetwas reinziehen? So tickt die Welt.
Und jetzt kommt Gott und sagt: Also, hör her, ein Mann, eine Frau, ein Leben lang, egal wie schwer es ist. Viel Spaß. Und vor der Ehe nicht.
Und du denkst dir: Na doch, wir sparen uns das vor der Ehe. Wir lernen vor der Ehe die Dinge, die wir brauchen, damit wir es auf Dauer miteinander aushalten. Aber bestimmte Sachen gehören in die Ehe.
Und ich werde im September ein Seminar zu dem Thema machen, für junge Leute: Was man vor der Ehe lernen muss und warum es gut ist, mit Sexualität zu warten. Und ich sehe, unter was für einem immensen Druck unsere jungen Leute stehen, wenn sie das zugeben. Wenn sie sagen: Ich träume davon, in meinem Leben nur mit einem Mann zu schlafen. Ich träume davon. Ich habe den Traum vom Prinzen noch nicht aufgegeben, und ich werde diesen Traum mit Gottes Hilfe träumen, leben und zu Ende bringen. So war mir Gott helfe. Wahnsinn!
Aber die Welt tickt anders. Und auch wenn wir in die christliche Kultur schauen, da ist manches, das ist christlich, wieder mit Anführungs- und Schlusszeichen, und das sagt: Na ja, das ist alles nicht so schlimm. Kannst du ruhig vorher machen, außerhalb der Ehe, vor der Ehe. Wenn man sich nur liebt, ist das schon okay.
Falsch. Einfach nur falsch. Gelogen und gefährlich. Ohne Scherz, für euch Jungen: Wenn ihr jemals eine Beziehung anfangt, ich hoffe, ich erwische alle Jungen, sodass ich jetzt keine ... Wenn ihr jemals eine Beziehung anfangt, ich gebe euch jetzt ein Geheimnis mit: Ihr braucht jeden Futzel Segen Gottes, den ihr kriegen könnt, okay? Fangt nicht mit irgendeiner blöden Gräuelsünde an, wo du Gott schon mal gegen dich hast. Ich spare euch einfach nur einen Tipp: Kommt zu dem Seminar im September, wenn ihr noch Fragen habt.

Geld, Habsucht und der letzte Warnruf

Letzter Punkt, und dann bin ich fertig. Schlechter Umgang, so wurde mir gesagt, zeigt sich bei dem Irrlehrer erstens im Bereich der Worte: Sie lästern einfach drauf los, sogar über Dinge, die sie gar nicht kennen. Party, Genussmittel, sie lassen sich völlig gehen, sind völlig trieborientiert. Sexualität und der letzte Punkt ist logischerweise Geld. Da heißt es dann in 2. Petrus 2,14: Sie haben ein in der Habsucht geübtes Herz.
Habsucht ist einfach dieser Punkt, an dem ich sage: Ich will mehr haben, als ich wirklich brauche. Ein Irrlehrer lebt von dem Raff, raff, raff, raff, raff, raff, raff, raff, raff, raff, raff, den Kanal nie voll. Er kann nicht sagen: Danke, Herr, ich habe wirklich genug, und gibt den Rest weg. Er kommt nie an diesen Punkt. Er wird immer noch mehr haben wollen. Das ist das, was die Irrlehrer auszeichnet.
Warum habe ich euch das erklärt? Ich habe es euch erklärt, weil es keine Rolle spielt, wie gut jemand reden kann. Wichtig ist, dass wir in sein Leben hineinschauen. Und wenn du diese Dinge in seinem Leben siehst, wenn du merkst, dass sich das bei jemandem wiederfindet und da jemand in diesen Bereichen einfach schlimm drauf ist, dann sei vorsichtig. Dann pass auf, dass er dich mit seinen Worten nicht verführt.
Ich habe mir gedacht, ich gebe euch zum Schluss noch sieben Punkte mit, die ihr euch merken könnt. Erstens: Was machen wir mit der Predigt? Sieben ganz simple Punkte. Ihr achtet darauf, dass ich kein Irrlehrer werde, okay? Punkt eins.
Punkt zwei: Wir helfen uns gegenseitig durch gutes Vorbild und auch in diesen Bereichen durch vielleicht auch mal kritisches Nachfragen, damit wir diesen geraden Weg nicht verlassen, okay? Wenn ein Irrlehrer es schafft, dann schaffst du es auch. Es kann immer mal sein, dass man irgendwie so einen Schritt zur Seite macht und dann schief aufkommt. Dann schubst du mich einfach wieder zurück. Das ist okay. Wenn das mal in deinem Leben passiert, dann sei nicht stinkig, das ist gut. Es ist viel gefährlicher, irgendwo da abzudriften und dann im Nirwana rauszukommen, okay, als im Verderben. So, zweiter Punkt.

Orientierung, Umkehr und die ernste Seite des Urteils

Dritter Punkt: Du glaubst nicht jeder Predigt, sondern schaust in der Bibel nach, ob es wirklich so ist. Denn, wie gesagt, man kann alles Mögliche verkaufen. Das ist entscheidend.
Vierter Punkt: Sei vorsichtig, wenn man dir etwas als christlich verkaufen will, was alle machen. Ist es meistens nicht, tut mir leid. Es gibt natürlich ein paar Sachen, die alle machen, aber das sind Dinge wie Autofahren oder Verreisen oder so.
Fünftens: Wenn du heute gemerkt hast: Ich habe mich verlaufen. Ich bin in den Bereichen Umgang mit Sprache, Umgang mit Sexualität, Umgang mit Geld oder Umgang mit Genussmitteln, ich habe mich verlaufen. Dann tu doch einfach Buße. Man kann Sünde bekennen und die Sache wieder vor Gott in Ordnung bringen.
Sechster Punkt: Darf ich mal ein Jauchzen hören? Noch nicht. Halte das Jauchzen noch einen Moment zurück. Aber überlegt mal: Wir sind unglaublich gesegnete Menschen. Wir kommen aus einer Welt, die uns allen möglichen Blödsinn für Wahrheit verkauft und sich wundert, dass am Ende irgendwie keiner so richtig glücklich wird. Und wir dürfen wissen, was Gott dazu sagt, und wir dürfen den anderen Weg gehen. Das fällt uns vielleicht nicht immer leichter, aber wir dürfen das. Wir haben wenigstens schon mal von der Orientierung her die richtige Richtung.
Also, wir mögen auf dem Weg nicht immer die schnellsten und klügsten sein, aber wir haben wenigstens eine Richtung, die stimmt. Wenn Mark Twain sagt, dass da, wo wir die Orientierung verloren haben, wir die Anstrengungen verdoppeln, das ist die Welt. Aber wir sind in der richtigen Richtung. Könnt ihr euch darüber freuen? Vielleicht sagst du: Na ja, das sind schon ganz schöne Ansprüche. Aber du hast die richtige Richtung. Du weißt wenigstens: Wenn du glücklich werden willst, da ist vorne. Und jetzt hätte ich gern einen Jauchzer dafür, dass wir die Bibel haben und die richtige Richtung.
Das ist einfach gut. Nicht immer nur: Das darf ich nicht, das ist aber doof. Da ist vorne. Vorne zu kennen, ist so ein Segen.
Und der letzte Punkt: Wir dürfen uns auch ein ganz klein wenig fürchten vor dem abschließenden Urteil, das über die Irrlehrer gesprochen wird. Das heißt am Ende in 2. Petrus 2,14: Sie sind Kinder des Fluches, es sind verfluchte Leute, die unter dem Zorn Gottes stehen. Lasst uns das auch festhalten. Wenn es um Heiligkeit geht, dann ist Gott so, dass er es wirklich ernst meint. Lassen Sie uns einfach keinen Abstrich davon machen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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