Einleitung
Liebe Gemeinde, das ist ja bei diesem Lied ( Schönster Herr Jesu") ein
merkwürdiges Geheimnis, warum uns dies so unmittelbar anspricht. Da wird
der Blick hinaus gelenkt auf die schönen Eindrücke, die wir jetzt gerade in
so einem Sommer empfinden. Und dann wird gesprochen von dem verborgenen
Schmerz, der einen quält, und in allem wird gesagt, noch viel, viel größer
als das Schönste, und als das Traurigste und Bitterste ist Jesus. Und darum
soll es auch heute in unserer Predigt gehen. Und ich will darum einsetzen
noch einmal bei den großen Weltfragen, die gegenwärtig diskutiert werden,
wo immer wieder gefragt wird und gesagt wird, was habt denn ihr
beizutragen? Wir spüren in unseren Tagen, dass uns unsere ganze
neuzeitliche Welt auf vielfältige Katastrophen zusteuert, wirtschaftliche
Katastrophen, politische Katastrophen, Friedenskatastrophen, und was man
nennen mag. Die Bevölkerung, die zu stark wächst, die Verteilung der Güter,
die nicht mehr stimmt, ich muss Ihnen immer wieder sagen, wir müssen
aufpassen, dass wir nicht aus dem Evangelium einen billigen Trost machen.
So sehr uns manchmal panische Angst befallen mag, wir wollen nicht Stützen
hinstellen, die doch morgen nichts beitragen können. Es ist gut gemeint,
aber das Evangelium will Ihnen in der Krise der Welt viel, viel tiefere
Antworten geben. Und genau die Frage nach der Krise der Welt, die wird ja
hier beantwortet, darum haben die Römer auf dieses Evangelium des Paulus
gelauscht. Und das ist eine Kernfrage unserer Zeit, den Römer-Brief
verstehen, das war nicht nur der Reformation die Kernfrage, sondern ist es
heute wieder. Es geht um die Krisen der Welt, aber es geht auch um eine
persönliche Krise, ich habe das heute beschrieben: Bruch mit dem alten
Leben, oder jetzt habe ich sie beschrieben: ein lebenswertes Leben. Es gibt
ja viele, denen steht das Leben bis hier, denen hängt es zum Hals heraus.
Und die sagen, mir geht es so schlecht, ich habe so viele Schwierigkeiten,
ich kann man Leben gar nicht mehr ertragen. Es ist mir zur Not geworden,
dann können Sie aufzählen, was Ihnen so sehr Schwierigkeiten macht. Haben
Sie zu viel Arbeit, oder keine Arbeit, oder Sie werden verkannt in ihren
Gaben, Sie haben Spannungen mit Menschen, oder Sie leiden an sich selbst.
Das kommt bei mir oft vor. Man zweifelt über sich, hat keinen Mut mehr,
etwas anzupacken. Auch darauf will dieser Abschnitt heute eine ganz präzise
Antwort geben. Denn wenn Sie fragen, woher kommt denn dies alles: die
Weltkrise, und die persönliche Krise. Es ist oberflächlich geurteilt, wenn
wir nur sagen, der, und der, und an der und an der Ursache liegt das. Dies
muss man weg tun. Wir urteilen meist ganz oberflächlich, auch in den
persönlichen Krisen. Dann muss ich Sie schockieren. Paulus sagt immer
wieder: die Sünde ist die Ursache. Und jetzt denken Sie gar nicht bloß an
jene Entgleisungen in einer Untat, auf diese immer fixiert schauen,
sondern, da sagt Paulus, ist immer Sünde der Einbruch der Gottlosigkeit.
Und das ist gleichsam die Macht des Bösen, das in unserem Leben herrscht.
Dass wir so stumpf sind manchmal in unseren persönlichen Empfindungen und
so traurig in der Schwermut versinken, das ist die Macht des Bösen. Da kann
uns Gott nicht mehr aufrichten und ermutigen. Und ich war so froh, ich
wusste es nicht, dass der Chor das Lied singt von dem Hass der Menschen
gegeneinander. Das hat ja viel tiefere Wurzeln, als ob das nur ein Problem
der Waffen ist. Da hat man die Spitze des Eisbergs. Dass Menschen
miteinander im Unfrieden leben, das macht doch diese Welt so grausam und so
bitter, und wenn man heilen will, oder bessern will, da muss man ganz tief
ansetzen. Wie kann man denn diesen ganzen dunklen Mächten steuern? Vor ein
paar Jahren hatten wir unsere Bibelstunde, als wir den Römer-Brief
durchnahmen, das Bild gebraucht bei dem Text, den wir vor 14 Tagen hatten,
von einem Riesenstaudamm, und hinter diesem Staudamm sind die Wasserfluten.
Und wenn einer nun dran geht, in diesem Staudamm zu bohren, da bricht die
Mauer, und da stürzen sich die unheimlichen Fluten in die Welt. Wir haben
damals gesagt, so ist es mit der Sünde durch meine konkrete ungehorsame Tat
gegen Gott stürzt sich nun lawinenartig die Macht des Bösen und des Todes
in diese Welt, und in mein Leben. Und ich habe Teil daran, und leide
darunter. Das macht mein Leben so schwer und so traurig und so bitter. Und
ich komm da nicht raus. Und darum müssen wir von Jesus reden, so ist der
Herr Jesus, der uns da herausführt aus der Versklavung des Bösen.
Ich habe drei Teile:
Zuerst: Bleib stehen an dem tiefen Grab
Ich möchte Ihnen diese Worte des Paulus einfach übersetzen in ihr Leben
hinein. Nun wollte ich unter vier Augen mit ihnen reden. Manche Christen,
die sind ganz fertig in ihren Nerven von diesem unheimlichen Kampf, den sie
immer wieder ausfechten mit der Sünde. Und ich habe mit vielen Christen
gesprochen in seelsorgerischen Gesprächen, sie hatten Tränen in den Augen
stehen, weil es sie schier aufreibt. Die können nicht mehr diese ethischen
Aufrüstungssprüche mitmachen, wo man so sagt: Wir wollen gute Leute sein,
sondern sie sagen: helfen Sie mir doch, dass bei uns daheim endlich in
unserer Familie der Frieden einkehrt. Sie sagen, was soll ich denn noch
tun? Unsere Ehe ist so spannungsreich, helfen Sie mir doch. Dann kommen
junge Leute und sagen, ich will doch Jesus dienen, und mein Kopf ist voll
unreiner Gedanken, ich kriege die aus meinem Kopf nicht raus. Und dann
kämpft man mit der ganzen Verbissenheit, und Leidenschaft und der Liebe für
Jesus: Ich will doch mein Leben rein machen. Ich will doch gegen die Flut
des Bösen, das wie dämonisch in mein Leben stürzt, kämpfen und siegen. Und
ich erliege dauernd. Das hat manche Christen schon in die Verzweiflung
geführt. Und darum ist der Paulus nicht müde, darauf hinzuweisen, wie das
geschieht: Nicht durch dein Kämpfen, du kannst nicht gegen die Sünde in
eigener Kraft siegen! Lassen Sie das! Jeder junge Christ verfällt in diesen
dummen Fehler. Er meint er könne gegen die schlechten Veranlagungen seines
Charakters und gegen alle die Seiten kämpfen, Nein du kannst es nicht.
Sollen wir die Sünde einfach schießen lassen, ihr freien Lauf lassen?
Keineswegs, sagt Paulus. Das können wir überhaupt nicht mehr. Er weist
Christen auf ein Geheimnis, dass man gar nicht mit dem Kopf versteht. Und
er sagt: da liegt ein Grab, da hat man Jesus hineingelegt. Er ist um deiner
Sünde willen gestorben, leg du deine ganze Sündhaftigkeit deines Wesens auf
Jesus. Ja ist das so kritisch bei mir, was soll sich da bei mir verändern,
was könnte dann neu werden, das ist doch bloß so eine Fiktion, eine
Einbildung! Nein, sagt Paulus, tut das einmal, legt alle deine Begierde,
dein Unrechttun, deine Ungerechtigkeiten alles hinein ins Grab Jesu. Und
dann bist du es los. Wir sind mit Christus gestorben, sagt er hier, jetzt
müssen Sie all die Verse noch einmal lesen. Da sagen Sie: Ach so, so meint
das Paulus ganz leibhaftig. Ich habe in meinem Christenleben lange
gebraucht, bis ich das verstanden habe. Da ist unser alter Mensch mit
Christus gekreuzigt. Ich brauche nicht mehr dauernd auf die Versuchungen in
meinem Leben zu starren, sondern dich darf mich freuen dass Jesus die ganze
Sünde meines Lebens schon getragen hat und ins Grab hinunter genommen hat.
Jetzt müssen Sie einmal die Bibel neu lesen. Da redet die Bibel immer in
der Perfekt-Form. Die Strafe liegt auf ihn, auf dass wir Frieden hätten,
und durch seine Wunden werden wir einmal geheilt. Oder können wir
vielleicht einmal geheilt werden, Nein, wir sind geheilt durch die Wunden
Jesu. Und der Apostel Paulus wurde nicht müde, das Christen zu verkündigen.
Ich kann die Macht der Sünde nur überwinden, indem ich sie ins Grab Jesu
hinunter lege. Jeder Zweikampf mit der Sünde würde nur so enden, dass ich
dabei unterliege. Ich darf es dort deponieren, am Grab Jesu. Und dann sagt
er: Nun, ich wollte am liebsten noch einmal alle Verse durchgehen, wer
gestorben ist im Vers sieben, der ist von der Sünde frei geworden. Die hat
für uns nichts mehr zu sagen. Die kann nicht mehr kommen. Und in unserem
Leben einfach uns so anrühren wie vorher.
Die Macht der Sünde ist
gebrochen, wir haben sie durchschaut, sie kann unser Leben nicht mehr
beherrschen. Und sie hat nichts mehr zu bedeuten. Gehen sie einmal über den
Friedhof, und bleiben Sie vor den Gräbern stehen, und rufen Sie doch einmal
die Leute, die kommen nicht mehr. Und meinen Töchtern ging es neulich so,
als sie das Gemeindeblatt kassieren wollten, da war jemand gestorben, da
habe ich gesagt, da könnt ihr nicht mehr kassieren. Das ist vorbei. Ihr
könnt nur bei Lebenden kassieren. Wenn meine Sünde ins Grab Jesu hinunter
gelegt ist, dann brauche ich nicht mehr darum herum rennen, kämpfen, und
ringen, sondern ich kann sie weggeben und sagen, die Sünde darf nichts mehr
von mir wollen. Sie ist weg getan, und sie braucht nichts mehr mir zu
bestimmen. Darum ist uns eben doch so wichtig auch immer zu betonen dass
der Schritt zu Jesus auch etwas Einmaliges hat. Das bekümmert ja manche,
die sagen, ich habe nie den Zeitpunkt der Begehung erlebt. Sicher, das kann
man auch nicht so minutiös festlegen, und doch muss es in unserem Leben
einen Schritt geben, wo ich sagen kann, ich habe mich bewusst hinein
gegeben mit all meiner Sünde in das Grab Jesu, und er hat seine Vergebung
darüber gelegt. Ich bin frei geworden, aber kommt die nicht doch wieder
hoch? Doch, doch!. Aber das ist dann ein Unterschied, wenn Paulus sagt, nun
haltet euch dafür, dass ihr der Sünde abgestorben seid. Jetzt legt sie doch
dort endlich hin, und lass sie nicht dauernd wieder in deinem Leben
herrschen. Das ist doch ein Schritt, den du einmal gegangen bist. Und
dessen du dich freuen darfst, gerade weil dieser Schritt einmal vollzogen
wurde. Ich weiß gar nicht, wo man heute noch ein Beispiel gebrauchen darf,
aus der Liebesgeschichte von der Verlobung, weil das in unserer Kultur
heute so aufgelöst wird. Das war doch zwischen meiner Frau und mir damals,
als wir uns kennen lernten, eine wunderbare Sache, dass zuerst ein Ja
stand, und heute sind wir immer noch dabei, es auszuloten, was wir damals
uns einander versprochen haben, das wird von Jahr zu Jahr noch größer und
schöner. Aber das Ja einmal, das war der erste Schritt, die Übergabe in
dieses neue Leben, hinein. Es kommt bei einem Christen zu diesem ersten
Erkennen, ich darf die Sünde ablegen, auch wenn es eine dämonische Macht
ist in unserem Leben, auch wenn das Gewohnheiten sind, die ganz mit unserem
charakterlichen Veranlagtsein zusammenhängen, ich darf das weglegen, ins
Grab Jesu, und neu beginnen.
Das zweite: Jesus ist mächtig.
Paulus spricht an dieser Stelle immer wieder, wie Jesus Christus in einem
Glaubensleben wirkt und bestimmt. Er selbst hat diese Umwandlung ja erlebt.
Was war er für den fanatischer Eiferer und dann hat die Liebe Christi ihn
erfüllt. Er kann ja von sich sagen, ich lebe nicht mehr, Christus lebt in
mir. Was ich bin, das ist Christus vollkommen. Jetzt muss ich ihnen wieder
dieses wunderbare Geheimnis sagen. Sie können sich jetzt einen Menschen
vorstellen, der in Ihrer Nähe lebt, wo sie sagen, so ein Scheusal, so ein
perverierter Mensch mit allen krummen Charaktereigenschaften, wissen sie,
dass in einem Nu Jesus aus dem eine neue Kreatur formt. Auch wenn es mit
den einzelnen Veränderungen des Leibes nochmal Jahre braucht, bis der so
richtig das unter die neue ordnende Kraft Jesu stellt. Wir haben in unserem
Leben ja selbst die Wandlung erfahren. Wie Jesus in unserem Leben die
bestimmende Macht sein will, aber nun haben die Christen immer das Problem,
wie komme ich denn mit Christus in Verbindung. Dass Jesus da ist, davon
weiß ich. Da sprechen manche davon, dass Paulus hier die Mystik meine. Ach
wissen Sie, was da die Menschen alles hineingelesen haben. Paulus meint
nicht irgendwie ein mystisches Versenken, er spricht einfach davon, dass
sich durch den Glauben, durch das Vertrauen mit Jesus verbunden bin. Sie
gehen nach Hause, und Jesus geht mit ihnen. Er wohnt in ihrem Leib, in ihre
Gedanken, Sie beherrschen, und erfüllen. Und das schön, wenn sie dann die
Bibel aufschlagen und mit Jesus reden, er kann immer mächtiger werden in
ihren Taten und in Ihren Worten. Jetzt gibt es ganz viele heute, die gerade
diesem Abschnitt Römer sechs gebrauchen und sagen, also dieses gleichzeitig
werden mit Christus, diese neue Kraft erfahre ich, wenn ich mich noch
einmal taufen lasse. Er spricht doch Paulus wirklich von der Taufe. Das ist
ein bedrängendes Problem, manche haben uns auch hier in unserem
Gottesdienst verlassen und sich irgendeiner obskuren Sondergruppe
angeschlossen, nur um noch einmal eine zweite Taufe zu bekommen. Nun,
machen kein Hehl daraus, bei jeder Kindertaufe, dass wir es nicht gerne
haben, wenn Leute, die keinen Bezug des Glaubens haben, ihre Kinder taufen
lassen, wir raten ihnen, sie sollten das anstehen lassen, bis die Kinder
selbst entscheiden können. Aber die Frage ist, werde ich damit Christus
enger verbunden, wenn ich mich noch einmal bewusst hineintauchen lasse, in
dieses Grab. Ist nicht wie Paulus hier sagt die Taufe ein wunderbares Bild
dieses hinein Getauchtwerdens. Ich sage es Ihnen noch einmal bewusst und
sehr überlegt, Sie haben den Paulus missverstanden, wenn sie meinen, sie
bräuchte eine neue Taufe. Dann wären sie genau einer Menschenmeinung
aufgesessen. Es geht dem Paulus nicht um ein Sakrament, um eine Zeremonie.
Er selbst hat ja gesagt, dass er den Menschen nicht getauft habe, er war
ein Evangeliumsprediger, er hat vor Damaskus Jesus erlebt, als er im
erschienen ist, auch ohne Taufe, er will Menschen sagen, nimm Jesus. Er
verdeutlicht dies im Bild der Taufe, das ist für ihn ein Siegel, ein
Zeichen. So kann ich meine Kindertaufe nehmen. Das mir ist da Gott schon
vor abgebildet hat, wie ich hinein getaucht werden darf in seinem Tod. Ich
halte nichts von einer neuen Taufe, es wird Sie nur wegführen. Sie sollen
Jesus Christus in ihr Leben aufnehmen, und dann kommt es, ihren ganzen Leib
zur Verfügung stellen. So wie vorher die Sünde geherrscht hat in ihrem
Leben, es ging ja fast automatisch, die hat Sie bestimmt, so soll Jesus uns
in unseren Gedanken und in unseren Worten beherrschen. Dass wir unsere
Hände hingeben für Jesus. Ich muss immer daran denken, wie so ein Maler,
wie Picasso eine genialer Hand hatte, da war die Hand nicht genial, die
Hand hatte einen genialen Kopf. Nämlich diesen Picasso. Darum konnte die
Hand so toll zeichnen. Wenn wir von Jesus als dem Haupt geführt sind, dann
kann unser Leben große Taten vollbringen. Oder schauen Sie einmal zu im
Fernsehen, wenn ein Klavierkonzert übertragen wird, wie da die Finger
gleiten, aber wenn der genialer Kopf des Künstlers da ist. Stellt doch
euren Leib, euer Leben Christus zu Verfügung, das darf jeder jetzt tun. So
wie ihr der Sünde Raum gegeben habt, so sollt ihr eure Leiber darstellen
zur Gerechtigkeit, zur Reinheit. Jesus verwandelt uns, und ich will Ihnen
auch sagen, in eine große Weite hinein. Sie dürfen sich freuen an dem
Schönen der Welt, an der Natur heute, an diesem Sommertag, aber Sie dürfen
die Welt so sehen, wie Gott sie sieht, in seiner suchenden Liebe, in der
Hoffnung, die er dieser kranken und leidenden Welt noch einmal gibt. So
dürfen Sie die Welt anschauen. Sie dürfen dienen am Nächsten, aber nicht
so, wie wir es heute gern tun, dass wir dem Nächsten gehorsam werden
müssen, sondern im Dienst Gottes. Wir dürfen über alle unserer weltlichen
Verpflichtungen darüber schreiben: Wir tun das für Jesus. Alle ihre
Berufsverpflichtungen, ihre Familiengemeinschaft, oder ihre Einsamkeit,
ihre Wohnungseinrichtung, dass es vom Glauben her gestalten und
durchdringen lassen, ich will mein Leben in dieser Welt da bringen, für
Christus, der bei mir ist, und der in mir wohnt, ich will nicht mehr für
mich leben, sondern er soll mich bestimmen, und soll mein Herr sein. Wie
die Sünde geherrscht hat in eurem Leben, so soll nun die Gnade herrschen.
Wir sagen das so offen, dass wir nicht glauben, dass wir diese Welt erlösen
können, auch nicht durch unser frommes Tun, auch nicht durch unsere guten
Werke der Barmherzigkeit, unsere Welt steuert auf eine Katastrophe zu,
unvorstellbaren Ausmaßes. Da wird Jesus wiederkommen. Aber wir wollen heute
in die Dunkelheit der Welt das Licht hinein leuchten lassen. Wenn Paulus
von den Waffen der Gerechtigkeit spricht, da meint er nicht diesen
fanatischen Eifer, das hängt ja all den Erlösungsplänen der Menschen an,
dass sie so fanatisch ideologisch besetzt ist. Paulus spricht davon, dass
das Licht einfach scheint in die Finsternis. Wo Jesus in ihrem Leben wirkt,
da können Sie zur Hoffnung für viele wirken, solange es Tag ist. Es kommt
die Nacht, da niemand wirken kann. In Liebe und Güte und Freundlichkeit,
danach hungert die Welt. Das ist der Dienst der Christen. Das war eine
Botschaft für die Römer, Jesus ist mächtiger und er macht Menschen neu.
Noch ein Drittes: Nun keine zwielichtigen Verhältnisse mehr!
Kommt nicht immer wieder die Sünde doch über unser Leben? Wie geht es mit
der Heiligung unseres Lebens weiter? Paulus ist der Meinung, nur so, dass
ich dort auf das Grab schaue, und sage, Schluss, du darfst nicht mehr mich
bestimmen. Bevor Sie in einen Tag hinein gehen, sie brauchen die Stille, wo
sie auf das Kreuz Jesu blicken. Und wissen, er hat dies alles überwunden,
ich will nicht mehr in den alten Gleisen weiterfahren, ich will sein neues
Leben begreifen, und will mit seiner Macht rechnen, und seinen Wundern
trauen. Paulus spricht hier im Vers 12 von den Begierden, denen wir
Gehorsam geleistet haben. Das ist auch eine Willensentscheidung, ich will
nicht mehr Raum geben, vielleicht müssen Sie Ihren Lesestoff entsprechend
ändern, und auch wissen, was Sie an Bildmaterial überhaupt vertragen
können, damit Begierde nicht in ihrem Leben immer durchschlägt, Paulus
spricht auch von der Ungerechtigkeit, sie können nicht in einer Sache mehr
drin hängen, die vor Gott nicht richtig ist. Das geht doch gar nimmer, dass
sie mit dem alten, was doch begraben ist, noch eine heimliche Verbindung
haben. Und die Unreinheit, die erwähnt er auch beim Namen, nur die können
Gott schauen, die reinen Herzens sind, wir wollen uns reinigen lassen mit
unseren Motiven, Gedanken und Plänen und Wünschen. Da gebraucht Paulus im
Vers 17 ein wunderbares Bild, dass unsere Herzen ungehorsam geworden sind,
da hieß es früher, dem Vorbild der Lehrer, das hat man in der Luther-
Revision noch einmal geändert, das ist schade, im griechischen steht da
ein Typus". Wissen Sie, was ein Typos ist? Das ist der Druckbuchstabe beim
Setzer. So eine Type, oder bei der Schreibmaschine, eine Type, und die haut
auf das Papier und hinterlässt da die Spuren. Und nun ist der Paulus der
Meinung, dass in unserem Leben der Typus der Lehre spürbar werden soll. Wir
haben so eine Allergie gegen Lehre, und sagen das ist doch was Trockenes,
Lehrhaftes, das ist schön, dass uns das Evangelium nicht bloß ein paar
Ermutigungen gibt zum Leben, sondern uns gleichzeitig in einen Wirkungs-
Zusammenhang hineinstellt, das Leben umgestaltet und neu macht. Wir dürfen
gehorsam werden der Lehre, da ist eine ganze Lebens-Anschauung drin. Sie
dürfen immer mehr erkennen bei ihren Bibelstudium, bei ihren
Bibelstudiengruppen, an denen sie teilnehmen, in den Gemeinschafts-Stunden,
immer mehr hören, von dem Typ der Lehre, das ist immer ein Bild, und das
Urbild der Lehrer ist ja Jesus selber, der seine Nachfolger zu Schülern
gemacht hat, in denen er immer stärker wirken wollte, dass doch Jesus
unsere Taten präge, und zeichne und erfülle, dass wir wachsen und immer
mehr zunehmen und immer mehr Jesus nach schlagen in der ganzen Art, das ist
möglich, so werden Menschen verformt, weil Jesus mächtig ist. Ich brauche
nicht zurückblicken auf das alte, Christen dürfen sagen, wir haben ein
neues Leben entdeckt, mit Jesus, und wir freuen uns über jeden Tag, den er
uns schenkt , wo wir wirken dürfen. Ihr lieben Alten, bis ins hohe Alter
hinein, ein Wirken für Jesus, ein Fruchtbringen für ihn. Am Schluss des
Kapitels lenkt Paulus noch einmal den Blick zurück, und sagt, ihr seid
freigeworden von der Sünde, bringt Frucht für eure Heiligung, und führt,
das führt zum ewigen Leben, der Lohn der Sünde ist der Tod, der Sold der
Sünde ist der Tod. Wir sehen in unseren Tagen, wie die ganze moderne
technische Entwicklung unserer Tage, auf die so viele Menschen gesetzt
haben, zum Sterben der Welt beiträgt, zur Furcht der Menschen. Das ist
unheimlich, wie eine Welt ohne Gott dem Tod zueilt, die großen Fragen der
Welt sind wirklich die, dass die Welt Gott verloren hat und das Leben. Und
das manchen Menschen das Leben zum Halse heraushängt, und sie sagen, ich
bin es überdrüssig, ich werfe es weg, es hängt damit zusammen, dass sie die
Verbindung verloren haben, und nun geht es nicht darum, dass man wieder auf
Gott traut, sondern dass man die Kraft der Auferstehung Jesu erlebt, ich
darf es jedem von ihnen bezeugen, Sie können dies jetzt ergreifen und
dürfen das in ihr Leben nehmen, ich gehöre Jesus. Ich darf mein altes Leben
begraben, und die Jahre und Tage, die er mir schenkt, zu seiner Ehre
gebrauchen, das führt zum ewigen Leben. Gib mir seine heiße Liebe, gib mir
Jesu heiße Liebe, die nicht viel vom Opfern spricht, aber die aus freiem
Triebe scheut die schwersten Opfer nicht. Amen.
