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Lukas 8,22-37: "Glauben: Mit Gott Probleme überwinden"

Lukas 8,22-8,3731.08.2009
SerieTeil 17 / 53Lukas-Evangelium
Jesus rettet nicht nur irgendwann später. Schon heute will er dich aus der Angst befreien, einem blinden Schicksal ausgeliefert zu sein – und aus Kräften, die dich innerlich kaputtmachen.

Einleitung und Rückblick auf die bisherige Reihe

Ich möchte mit euch gerne dort weitermachen, wo wir beim letzten Mal stehen geblieben sind. Für diejenigen, die öfter hier sind, ist es schon bekannt: Wir machen das Lukasevangelium. Wir stecken mitten in Kapitel 8. Für diesen Abschnitt brauchen wir Kapitel 7 und Kapitel 8 mit der Überschrift: Errettung oder wie sieht der Weg der Errettung aus. Wir brauchen noch zwei Predigten, heute und dann die nächste, wenn ich wieder da bin.
Das Thema heute knüpft an das an, womit wir uns beim letzten Mal beschäftigt haben: Welche Rolle spielt eigentlich das Wort Gottes bei der Errettung eines Menschen? Das war das Thema beim letzten Mal. Ihr erinnert euch vielleicht daran, dass das Wort Gottes in Form einer Predigt ausgestreut wird, wie ein Sämann seinen Samen ausstreut. Das Wort Gottes fällt dann auf das Herz des Menschen und will dort sein ganzes Potenzial zur Erfüllung bringen. Es will erretten, es möchte Leben geben, es möchte uns umgestalten.
Im 1. Petrus 1,23 heißt es: Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem durch das lebendige und bleibende Wort Gottes.
Und mir ging es letztes Mal, das heißt: Ich versuche nur das auszulegen, was Lukas sagt. Insofern ging es Lukas bei diesem Text darum zu zeigen, dass die Qualität unseres Lebens, die Fähigkeit, Frucht zu bringen, und zwar Frucht, die bleibt, und letztlich auch die Nähe, die wir in unserer Beziehung zum Herrn Jesus erleben, davon abhängt, wie wir mit dem Wort Gottes umgehen.
Ich möchte euch einfach noch ein paar Verse vorlesen, die wir letztes Mal hatten, aus dem Lukasevangelium, Kapitel 8, und diesen Schwerpunkt noch einmal vor Augen führen. Da heißt es in Vers 15 am Ende der Auslegung zum Sämannsgleichnis: Dass in der guten Erde aber sind die, welche in einem redlichen und guten Herzen das Wort, nachdem sie es gehört haben, bewahren und Frucht bringen mit Ausharren.
Das Wort Gottes aufnehmen, hören, bewahren, Frucht bringen.
Und dann Vers 18: Seht nun zu, wie ihr hört; denn wer hat, dem wird gegeben werden.
Dieses Thema, seht zu, wie ihr hört: Ihr erinnert euch vielleicht an diese Frage, wie ihr heute Morgen hier seid, wenn ihr jetzt diese Predigt hört. Mit welcher Erwartungshaltung geht ihr in so eine Predigt? Und es geht mir nicht darum, ob es meine Predigt ist. Es gilt für jede Predigt, die vom Wort Gottes aus in euer Leben hineinsprechen will. Seht zu, wie ihr hört. Der Herr Jesus sagt: Das macht einen Unterschied, wie wir mit dem Wort Gottes umgehen. Ob wir hierher kommen, und das Gleiche gilt, wenn du im Auto eine Predigt hörst, wenn du die Bibel liest, wenn du ein gutes Buch zur Hand nimmst: Wie hörst du dann?
Vers 21: Meine Mutter und meine Brüder sind die, welche das Wort Gottes hören und tun.
Wieder dieser Gedanke: Du möchtest Nähe haben, du möchtest ein Verhältnis zum Herrn Jesus haben wie seine engsten Verwandten? Ganz einfach: die sein Wort hören und tun.
Und ich habe am Ende der letzten Predigt über Lukas gesagt: Okay, aber was ist, wenn dieses Hören und Tun, das hört sich ja so ganz simpel an, ja, okay, ich höre da was und dann mache ich es, was ist, wenn ich mich dabei fürchte? Was ist, wenn ich mich nicht traue, so zu leben? Was ist, wenn mein Leben mir zu viel wird? Wenn ich vielleicht den Eindruck habe, dass Gott schläft, während ich versuche, mitten im Sturm meines Lebens irgendwie das Schiff am Laufen zu halten? Was dann?
Und ich möchte heute Morgen sagen: Dann verliere nicht den Mut.
Der Grund dafür ist folgender: Es ist eine Sache zu sagen: Glaube an den Herrn Jesus und folge ihm nach und höre auf gute Predigten, und dann wird dein Leben gelingen. Irgendwie ist das ja auch nicht falsch, aber es ist irgendwie verkürzt. Und es kann passieren, dass wir mit der Realität unseres Lebens konfrontiert werden, wo dieses Gelingen plötzlich auch bedeutet, in Schwierigkeiten hineinzukommen, Nöte zu erleben, zu erleben, dass nicht alles gelingt. Dann sagen wir: Was soll das jetzt? Das passt ja überhaupt nicht. Ich denke, jetzt wird alles gut. Und es wird nicht gut.
Und wir müssen uns die Frage stellen: Wenn Jesus sagt, ich möchte dich erretten, was bedeutet das eigentlich?
Und vor unserem Hintergrund, ich sage mal Alphakurs: Wenn du in einen Alphakurs hineinrufst, wovor musst du gerettet werden, dann ruft der Alphakurs zurück: Du musst vor der Schuld deiner Sünde gerettet werden. Du brauchst Vergebung. Und das ist völlig richtig. Die Gefahr dabei ist, dass wir, wenn wir über Errettung immer nachdenken, denken: Errettung ist irgendetwas für später. Irgendwie vergibt mir Jesus heute meine Schuld, damit ich irgendwann mal in den Himmel komme. Aber auf dem Weg dazwischen, zwischen heute und Himmel, da muss ich alleine durchgehen. Da spielt Errettung eigentlich keine große Rolle.
Das ist die Idee, die sich festsetzen kann, wenn wir von der Vergebung von Schuld hören und konfrontiert werden mit einem Leben, wo uns nicht alles gelingt. Und deswegen möchte ich mit euch nachdenken, in der Predigt heute und in der nächsten Predigt zum Lukasevangelium: Worauf bezieht sich Errettung eigentlich in dieser Welt? Wovor werden wir heute schon errettet? Wir, die wir genau wissen, dass unsere Sünden vergeben sind und dass wir definitiv in der Ewigkeit ankommen werden. Wovor werden wir heute schon gerettet?
Was, wenn ich mich alleine fühle? Verlier nicht den Mut.
 Johannes 16,33. Ich glaube, ein Vers, der je länger wir im Glauben sind, umso wichtiger wird. Johannes 16,33. Das ist, bevor der Herr Jesus das hohepriesterliche Gebet spricht. Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. Und jetzt kommt’s: In der Welt habt ihr Drangsal; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden.
Der Herr Jesus verheißt uns nicht das Paradies auf Erden. Christsein ist definitiv keine Versicherung gegen Schwierigkeiten, Nöte und Schicksalsschläge. Aber Jesus sagt: Ich habe die Welt überwunden. Und wenn wir in 1. Johannes 5,4 hineinschlagen, dann merken wir, dass Jesus uns in diesem Sieg, den er errungen hat über die Welt, mit hineingenommen hat. Denn es heißt: Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.
Das heißt, der Sieg, in dem wir leben, als potenzielle Überwinder, ist nichts, was sich automatisch ergibt, sondern es ist etwas, was gelebt werden will. Errettung ist etwas, was sich in unserem Leben entfalten will. Überwindung, ein Überwinder sein, ein Leben führen, wo wir nicht erdrückt werden von dem, was auf uns einströmt, sondern wo wir so einen Gegendruck aufbauen und siegreich durchs Leben gehen.
Errettung ist eine Realität für die, die glauben.
Und ich möchte gerne heute zwei Dinge anschauen. Zwei Dinge, die uns bedrücken und wo wir für uns selber ganz sicher sein müssen, wie wir dazu stehen.
Das erste ist die Geschichte aus Lukas 8,22-25. Ich denke, das ist eine der Geschichten, die gerne im Kindergottesdienst erzählt wird. Und ich habe manchmal den Eindruck, genau deshalb, weil das so diese typischen Kindergottesdienstgeschichten sind. Also wenn man kleine Kinder hat, kauft man sich eine Kinderbibel. Die Kinderbibel enthält meist nicht alle Geschichten, da fehlen so ein paar ganz bedeutsame. Ja, und du hast immer so eine Geschichte, wo Jesus im Sturm einschläft und die Jünger wecken ihn dann. Warum? Das können die Kinder sich so schön vorstellen. Und du liest das jedem Kind vor, zwei, drei, fünf Mal, und irgendwann denkst du: Die Geschichte hat mir nichts mehr zu geben.
Ich wünsche mir für euch, dass ihr versucht, die Geschichte noch mit neuen Ohren zu hören.

Der Sturm und die Frage nach dem Vertrauen

Vers 22: Und es geschah an einem Tag, dass er in ein Schiff stieg, er und seine Jünger. Und er sprach zu ihnen: Lasst uns übersetzen an das jenseitige Ufer des Sees. Und sie fuhren ab.
Während sie aber fuhren, schlief er ein. Und es fiel ein Sturmwind auf den See, und das Schiff füllte sich mit Wasser, und sie waren in Gefahr. Sie traten aber hinzu, weckten ihn auf und sprachen: Meister, Meister, wir kommen um!
Er aber stand auf, bedrohte den Wind und das Gewoge des Wassers, und sie legten sich, und es trat Stille ein. Er aber sprach zu ihnen: Wo ist euer Glaube?
Erschrocken aber erstaunten sie und sagten zueinander: Wer ist denn dieser, dass er auch den Winden und dem Wasser gebietet und sie ihm gehorchen?
Also folgen die Jünger Jesus nach. Die Jünger tun ganz genau das, was Jesus sagt. Ja, lasst uns übersetzen. Und sie müssen erleben, wie Jesus einschläft, wie dieser fürchterliche Sturm losbricht, ihr Boot vollläuft und sie ganz real in Lebensgefahr schweben.
Und viele von ihnen sind Fachleute. Sie regen sich also nicht auf, wenn so ein bisschen Sturm daherkommt, sondern es muss schon ein richtiger Sturm gewesen sein. Und sie bekommen Angst. Wie gesagt: Nachfolge, selbst die Dinge mit Gott richtig machen, auf das hören, was Jesus sagt, ist keine Versicherung gegen Schwierigkeiten.
Es sind treue Christen, die krank werden, ihre Arbeit verlieren, vielleicht sogar depressiv werden oder hilflos zusehen müssen, wie der Partner die Ehe aufkündigt. Ich könnte es mit den Worten von Herbert Grönemeyer sagen: Das Leben ist nicht fair. Oder so, wie Jesus es sagt: In der Welt habt ihr Drangsal, Nöte, Schwierigkeiten.
Und ob uns das passt oder nicht, das ist die Realität. Alles andere ist entweder Wunschdenken oder Irrglaube oder, schlimmer noch, Verführung.
Und wenn man die Geschichte liest, ich glaube, jeder liest die Geschichte und sagt: Hä, warum bitteschön tadelt Jesus die Jünger? Es heißt hier explizit, sie waren in Gefahr. Darf ich, wenn ich in Gefahr bin, nicht Jesus wecken und zu ihm schreien? Ist es wirklich eine Sünde, wenn ich, oder vielleicht sogar schon ein Zeichen des Unglaubens, wenn ich in größter Not zu Gott bete?
Ihr merkt, ihr stellt diese Frage und werdet automatisch sagen: Nein, das kann es irgendwie nicht sein. Das Problem muss woanders liegen. Und wenn ihr euch an die allererste Geschichte in Lukas 7 erinnert, diese Begebenheit, wo der Hauptmann zu Jesus kommt, dann ging es in diesem ersten Bericht darum, dass Jesus der ist, der Macht hat über Leben und Tod. Dass Jesus der ist, wo das für den menschlichen Verstand Denkbare und das für irdische Möglichkeiten Machbare nicht mehr weiterkommt. Wo Jesus damit noch lange nicht am Ende seiner Möglichkeiten ist. Wo Jesus immer noch eine Kohle zulegen kann.
Das heißt, Glaube bedeutet, dass ich verstehe, wer Jesus ist und was Jesus kann. Als der Hauptmann sagt: Du brauchst gar nicht mitkommen, sprich ein Wort, und mein Diener wird gesund, ey, bemühe dich gar nicht, da steht Jesus da und sagt: Wow, so einen Glauben, in ganz Israel habe ich so einen Glauben nicht gesehen.
Merkt ihr, was im Zentrum von Glauben steckt? Im Zentrum des Glaubens steckt das sichere Wissen darüber, wer Jesus ist und was er kann. Und deswegen ist die Furcht der Jünger hier total nachvollziehbar, aber sie ist trotzdem nicht logisch. Wussten sie nicht, dass Jesus der Messias ist? Haben sie wirklich geglaubt, dass ein dahergelaufener Sturm den Plan Gottes zur Rettung der ganzen Menschheit einfach zunichtemachen kann?
Und jetzt merkt ihr, wofür die Jünger getadelt werden. Es ist nicht der Punkt, dass sie Hilfe suchen, sondern es ist die Haltung dahinter. Sie suchen nicht Hilfe als Gläubige, die sagen: Herr Jesus, dir ist alles möglich, und wir kommen hier irgendwie nicht weiter, und uns wird ein bisschen kalt, weil das Wasser steht schon bis zu den Knien. Könntest du gerade mal aufstehen und hier den Schalter umlegen? Das ist die Haltung eines gläubigen Menschen.
Sondern sie gehen hin, sie wecken Jesus, und sie tun das mit der Haltung: Hier kann uns keiner mehr helfen. Und das ist die Haltung des Unglaubens, der Jesus nicht weckt, weil er denkt: Klar, jetzt kommt die Rettung, sondern der weckt, so nach dem Motto: Seh vorbei.
Und schaut euch die Reaktion der Jünger noch einmal an in Vers 25: Er aber sprach zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Erschrocken aber erstaunten sie. Merkt ihr das? Erschrocken erstaunten sie. Sie stehen da und sagen: Boah! Sie hatten nicht damit gerechnet, dass Jesus so eingreift.
Und deswegen ist die Angst nie das Problem. Niemand muss in einem Boot stehen, das vollläuft, und sagen: Kein Problem, Gott wird mich schon retten. Das macht keiner, das ist unlogisch, das ist falsch. Wenn du in einem Boot stehst, mitten im Sturm, wenn dein Leben gerade am Kentern ist, wenn du nicht mehr vor und zurück weißt, wenn du nicht mehr weißt, was du tun sollst, dann ist nicht die Angst das Problem. Du brauchst nicht, die Realität zu verdrängen.
Das Leben wird dich ab und an mal an eine Belastungsgrenze führen, bitte rechne damit. Aber das Problem beginnt da, wo ich glaube, dass wirklich ein dahergelaufener Sturm das Recht hat, über mein persönliches Schicksal zu entscheiden und mein Leben zu beenden. Und ich stehe da und denke: Gott kann mich nicht retten, Gott ist hilflos. Und das ist einfach falsch.
Wie kann es sein, dass wir Jesus als den Herrn des Universums bekennen und dann denken, er hätte unsere persönlichen Lebensumstände, nur weil wir gerade keinen Durchblick mehr haben, weil wir vielleicht wirklich am Untergehen sind, vergessen? Er würde uns nicht sehen und kann nicht helfen.
Wir leben in einem Kosmos, der unserem Leben mit tödlicher Feindschaft gegenübersteht. Es sind Winde und Wellen und Stürme, ein bisschen moderner Schweinepest, Viren und Glatteis und, wie war diese Krankheit? Von Sebastian, Neuroborreliose und schlimmere Sachen, die unser Leben ein ums andere Mal zerstören wollen und auch zerstören.
Diese Geschichte hier, diese Begebenheit auf dem See von Galiläa, will nicht sagen, dass Christen nicht durch Naturgewalten umkommen. Aber sie zeigt uns etwas, was viel wichtiger ist: dass Jesus der Herr aller Naturgewalten ist, dass nichts zufällig geschieht, dass kein Sturm, keine Naturgewalt, nichts, was uns begegnet, diesem Plan Gottes mit dieser Welt, einem Plan, wo du ein Teil davon bist, genau wie ich, dass keine Naturgewalt sich zwischen Gott und die Erfüllung seines Planes mit dieser Welt stellen kann.
Und das ist wichtig, denn wir werden das erleben, dass wir in solche Schwierigkeiten kommen. Und dieser Gedanke wird kommen: Wo ist denn Gott? Warum hilft denn Gott mir nicht? Ist Gott hilflos, desinteressiert, oder ist er womöglich ein Sadist, der Spaß daran hat, mich zu quälen? Und ich sage dir: Das Problem muss nur groß genug werden, und du kriegst solche Gedanken.
Und die Antwort lautet: Nein, das stimmt alles nicht. Wenn du glaubst, dass Gott hilflos ist, dass Gott nicht retten kann, dann möchte ich dir hier sagen: Das ist falsch. Und das ist der erste Punkt, die erste Antwort auf die Frage: Wovor rettet mich Jesus in dieser Welt schon?
Und der erste Punkt ist der: Jesus rettet uns davor, vor dieser Idee, dass unser Leben einem blinden Schicksal unterworfen wäre, dem wir irgendwie hilflos ausgeliefert sind, und dass plötzlich Dinge in unser Leben hineintreten, die uns einfach kaputt machen dürfen. Das stimmt nicht.
Es kann sein, dass du untergehst. Als ich die letzte Autorbibelschule in Hartnitz, die vorletzte Autorbibelschule anfing, war zwei Tage vorher ein junger Mann bei einem Überholmanöver frontal mit einem LKW zusammengestoßen und auf der Stelle tot. Aber ich wusste das nicht und bin in diese Outdoor-Bibelschule rein und merkte nur, es sind so ein paar bedröppste Gesichter im Raum, und hörte das danach.
Unser Leben wird untergehen eines Tages, und wir wissen nicht wann und wir wissen nicht wie. Unser Leben wird ein Ende finden, aber nie ohne Grund. Nie, weil Gott hilflos, desinteressiert oder sadistisch wäre. Er weiß immer, in jedem Moment, wo du stehst, und er ist immer Herr der Situation. Und das ist die Realität, die es zu glauben gilt.
Als Überwinder müssen wir es lernen, durch diesen Schleier der Furcht hindurchzublicken und auf Jesus zu schauen, der retten kann. Noch so eine Kindergeschichte aus dem Alten Testament: Die drei Freunde von Daniel im Feuerofen, ihr kennt das, ne?
Also Nebukadnezar hat so eine kleine Größenwahnattacke, stellt ein Standbild auf und sagt: Bitteschön, jeder anbeten. Aber die drei Freunde von Daniel machen da nicht mit. Was macht so ein Tyrann? Es sind ja gut bezahlte Beamte in seinem Reich, und er will nicht gleich seine besten Leute umbringen. Er gibt ihnen eine Chance. Und damit die Chance auch richtig verstanden wird, formuliert er sie etwa so: Ihr betet jetzt an oder ich verbrenne euch.
Also die Positionen sind wirklich klar. Aber die Antwort, und ich zitiere sie hier mal nach Luther: Die Antwort der drei Freunde ist fantastisch, und ihr müsst euch das anhören. Das sind Überwinder, das sind Leute, wo der Sturm wirklich tobt. Du hast den mächtigsten Mann deiner Zeit einfach gegen dich, und wenn er sagt Tod, dann bist du tot. Wenn er sagt Feuerofen, dann ist Feuerofen. Dann ist einfach wirklich, also nicht der Ofen aus, sondern der Ofen an und dann aus.
Was sagen die drei? Und das ist fantastisch: Wenn unser Gott, den wir verehren, will, so kann er uns retten aus dem glühenden Ofen und aus deiner Hand, o König, kann er uns retten. Und wenn er es nicht tun will, so sollst du dennoch wissen, dass wir deinen Gott nicht ehren und das goldene Bild nicht anbeten wollen.
Ich mag das. Das ist diese Haltung: Mein Leben geht unter. Okay. Ich weiß, dass an der Stelle viele Leute alles dafür geben würden, irgendwie lebend rauszukommen, und die stellen sich hin und sagen: Weißt du was, König, wir sind nicht die Advokaten Gottes. Wir wissen nicht, was Gott jetzt tun will und ob unser Leben jetzt endet oder später.
Aber wir wollen dir ganz ehrlich sagen: Unseren Glauben, unsere bedingungslose Hingabe an diesen Gott, den wir lieben, den wir ehren, für den wir leben und dem wir folgen, mit allem, was wir sind und allem, was wir haben, unser ganzes Leben eingeschlossen, spielt bei dieser Frage überhaupt keine Rolle. Wir folgen. Und ob Gott uns retten will oder ob er es nicht will, ob in seinem Plan unser Leben oder unser Tod vorgesehen ist, weißt du was? Das interessiert uns nicht.
Und zwar aus einem einfachen Grund: weil wir wissen, dass der Gott, dem wir folgen, es am Ende gut, wirklich gut mit uns meint. Und wenn er entschieden hat, dass unser Leben hier zu Ende ist, gut. Und wenn wir weiterleben, auch gut. Aber das, was an Sturm durch dein Leben, in unser Leben hineinkommt, das, was du an Macht hast, dies beeindruckt uns nicht. Dem wollen wir uns nicht beugen, und wir werden eines garantiert nicht tun: Wir werden jetzt nicht Angst haben und aus dieser Angst heraus Gott in den Rücken fallen und unsere Loyalität aufkündigen und den, den wir lieben, verraten, indem wir dein Standbild anbeten. Das werden wir nicht tun.
Unser Glaube überwindet die Welt, weil er uns die grundlose Furcht nimmt, dass eine Macht in unser Leben einbrechen könnte, die stärker ist als der Herr Jesus. Stürme werden kommen, und manch einen, den ich von euch kenne, von dem weiß ich, dass er solche Stürme vielleicht im Moment durchlebt oder schon durchgelebt hat. Aber wir dürfen Stürme des Lebens als das sehen, was sie sind: unvermeidliche, wirklich unvermeidliche Bestandteile einer gefallenen Welt, die unseren Unglauben provozieren wollen.
Aber die Stürme unseres Lebens werden nie das letzte Wort haben. Und das muss uns ganz klar sein: Sie werden nie das letzte Wort haben, wenn wir an Jesus festhalten und ihm mehr glauben als der Angst vor dem, was da wohl kommen mag.

Befreiung von zerstörerischen Mächten

Das ist der erste Aspekt der Errettung. Ich möchte euch noch einen zweiten Aspekt zeigen. Und die nächste Begebenheit, die dann schon nicht mehr so häufig in den Kinderbibeln zu finden ist, zumindest nicht in all ihrer Grausamkeit: Lukas 8, die Verse 26 bis 34, die Heilung eines besessenen Geraseners.
Der Sturm ist aus, wir können weiterfahren. Wir fahren einmal über den See rüber. Wir verlassen also Galiläa und landen bei den Gerasenern.
Vers 26: Und sie fuhren in die Landschaft der Gerasener, die Galiläa gegenüberliegt. Als er aber ans Land gestiegen war, kam ihm ein Mann aus der Stadt entgegen, der seit langer Zeit Dämonen hatte und keine Kleider anzog und nicht im Haus blieb, sondern in den Grabstätten. Als er aber Jesus sah, schrie er auf und fiel vor ihm nieder und sprach mit lauter Stimme: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, Sohn Gottes des Höchsten? Ich bitte dich, quäle mich nicht! Denn er hatte dem unreinen Geist geboten, von dem Menschen auszufahren. Denn öfters hatte er ihn gepackt, und er war gebunden worden, verwahrt mit Ketten und Fußfesseln. Und er zerbrach die Fesseln und wurde von dem Dämon in die Wüste getrieben.
Jesus fragte ihn aber und sprach: Was ist dein Name? Er aber sprach: Legion, denn viele Dämonen waren in ihn gefahren. Und sie baten ihn, dass er ihnen nicht gebieten möchte, in den Abgrund zu fahren. Es war aber dort eine Herde von vielen Schweinen, die auf dem Berg weideten. Und sie baten ihn, dass er ihnen erlauben möchte, in jene zu fahren. Also bitten die Dämonen darum, dass sie in die Schweine fahren dürfen. Und er erlaubte es ihnen. Die Dämonen aber fuhren von dem Menschen aus und fuhren in die Schweine, und die Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See und ertrank.
Als aber die Hüter sahen, was geschehen war, flohen sie und verkündeten es in der Stadt und auf dem Land.
Wir kommen jetzt von den klassischen Naturgewalten zu anderen Kräften, die den Menschen vernichten wollen: böse geistliche Mächte. Und wer so ein bisschen die Geschichte von Hiob kennt, am Anfang von Hiob 1, der weiß, dass diese beiden Mächte häufig zusammenwirken, dass der Teufel und seine Dämonen auch die Naturgewalten benutzen, um den Menschen zu vernichten.
Hier geht es um etwas anderes. Es geht darum, dass ein Mensch besessen ist. Dieser Gerasener ist ein extremes Beispiel für jemanden, der vollständig unter die Kontrolle von Dämonen gekommen ist. So wie der Heilige Geist uns im Kampf gegen die Sünde hilft, wie er unsere Persönlichkeit entwickelt und uns Würde geben möchte, so machen böse geistliche Mächte genau das Gegenteil. Statt unsere Persönlichkeit zu entfalten, überwältigen sie die Persönlichkeit. Sie entmenschlichen einen Menschen, nehmen ihm seine Selbstbeherrschung und seine Würde.
Das ist ein ganz wichtiges Prinzip, das ganz allgemein gilt: Da, wo ein Mensch sich auf den Teufel und seine Lügen einlässt. Wie gesagt, der Gerasener ist das extreme Beispiel, aber es fängt natürlich ganz woanders an. Es fängt nicht mit Besessenheit an. Es fängt da an, wo wir dem Teufel mit seinen Lügen auf den Leim gehen. Da nimmt er Einfluss auf unser Leben. Und wo wir das tun, wo wir dem Teufel nur ein bisschen Raum in unserem Leben geben, wird er uns die Selbstbeherrschung rauben, und unsere Persönlichkeit wird auf der Strecke bleiben.
Ein schwieriger Text: Epheser 2, die ersten beiden Verse, Epheser 2, die ersten beiden Verse, beschreibt, dass jeder Mensch auf die eine oder andere Weise unter der Macht des Teufels ist. Paulus blickt hier zurück und sagt: Auch euch hat er auferweckt, die ihr tot wart in euren Vergehungen und Sünden. Unser eigentliches Leben: Wir sind eigentlich Tote gewesen, bevor wir zum Herrn Jesus gefunden haben. Warum waren wir tot? Weil unser Leben geprägt war von Vergehungen und Sünden. Wir konnten nicht frei entscheiden, zu leben, wie wir wollen. Wir waren gezwungen, wir waren gebunden, wir waren versklavt, wir waren tot.
Sünden, in denen ihr einst wandeltet gemäß dem Zeitlauf dieser Welt. Wir würden sagen: wie der Zeitgeist euch geprägt hat. Gemäß dem Fürsten der Macht der Luft, das ist ein Begriff für den Teufel. Deswegen sage ich, es ist ein schwieriger Text. Also gemäß dem Zeitgeist, gemäß dem Teufel, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt.
So gruselig diese Vorstellung ist: Ein Mensch, der Jesus nicht hat, der nicht auferweckt, geistlich neu geboren ist, der nicht ewiges Leben in sich trägt, ist einer, in dem der Teufel wirkt. Mal sichtbarer wie bei einem besessenen Gerasener, mal weniger sichtbar. Jemand, der einfach nur im Zeitgeist mitschwimmt, hier ein bisschen Ellenbogen, dort ein bisschen Lüge, an der Stelle ein bisschen Unaufrichtigkeit, aber trotzdem gebunden in einem Netz von Vergehungen und Sünden.
Und deswegen ist die Heilung und die Befreiung des Geraseners mehr als nur die Geschichte der Befreiung von irgendeiner Seele. Es ist ein Bild für das, was Jesus in jedem Leben machen will. Und da, wo einer vollständig unter der Kontrolle des Teufels steht: Wenn es da klappt, na ja, dann klappt es natürlich bei all denen, die noch nicht so tief gesunken sind, genauso.
Interessanterweise hat der Text in Lukas 8 aber einen zweiten Schwerpunkt, und das ist die Reaktion der Leute auf die Heilung. Eigentlich müsste man ja sagen: Super, ich habe da diesen Zombie im Friedhof, der abends, wenn es dunkel wird, sagt: Also seid mal vorsichtig, geht mal nicht bei den Grabhöhlen vorbei, sonst kommt der raus. Wahrscheinlich ist der arme Kerl als Kinderschreck gut gebraucht worden. Jeden Abend, wenn er jetzt rausgeht, dann kommt der Böse irgendwie so. Ein wirklich armes Schwein, dem keiner weiterhelfen kann, dem man versucht, irgendwie zu helfen, indem man ihn bindet. Ja, der zerreißt dann die Ketten. Man hat bestimmt alles probiert. Und jetzt wird er gesund. Und eigentlich müsste man sagen: Boah, super! Ey, wenn das bei dem klappt, ich habe dann noch so eine verrückte Großmutter zu Hause, vielleicht klappt es bei der auch. Oder was weiß ich wen, wo du sagst: Hey, super! Ran, komm, komm mit Jesus, super, ja, Befreiung von bösen geistlichen Mächten, das haben wir immer schon gewollt. Super, dass du endlich mal rübergekommen bist aus Galiläa. Klasse, ja, bleib noch eine Woche länger, wir bringen alle ran, und du kriegst das schon hin.
Das würde man erwarten. Aber es passiert natürlich nicht. Vers 35 und Vers 37 heißt es: Die Leute aber gingen hinaus, um zu sehen, was geschehen war. Klar, das ist dann jetzt die Attraktion im Land. Und sie kamen zu Jesus und fanden den Menschen, von dem die Dämonen ausgefahren waren, bekleidet und vernünftig zu den Füßen Jesu sitzen, und sie fürchteten sich. Vers 37: Und die ganze Menge aus der Umgegend der Gerasener bat ihn, von ihnen wegzugehen, denn sie waren von großer Furcht ergriffen.
Hä? Also, Entschuldigung, ich habe das schon ein paarmal gesagt, ich möchte es noch mal sagen: Wenn ihr an so Stellen kommt in der Bibel, dann sind das die guten Stellen, weil da muss man nachdenken: Was bedeutet das? Ich habe doch keine Furcht, wenn jemand einen anderen gesund macht. Was war so furchterregend? Der sitzt bekleidet und vernünftig und nicht mehr schreiend und tobend durch den Friedhof wirbelnd jetzt da. Ist doch super. Also der war es wahrscheinlich nicht. Wovor hatten sie Angst?
Und das Erschreckende ist, dass sie Angst vor Jesus haben. Sie haben Angst vor dieser übernatürlichen Macht, Dämonen auszutreiben. Sie verstanden nicht, wie die Veränderung über diesen Besessenen gekommen ist. Sie merken nur: Da war eine Veränderung. Und mir scheint es, dass diese Angst, die die Gerasener haben, ein beängstigendes Licht auf uns Menschen wirft.
Da kommt vom Himmel der Sohn Gottes in diese Welt hinein und bringt Befreiung. Er kommt mit seinem Licht und rettet Menschen. Und wir sehen das. Und mit einem Mal merken wir: Wir fühlen uns eigentlich in der Gemeinschaft des Teufels und seiner Dämonen und dieser ganzen verrückten, kaputten Welt, die dadurch entsteht, wohler, als den Schritt nach vorne zu gehen und zu sagen: Herr, ich möchte mich in dein Licht stellen, bitte rette mich.
Mit einem Mal, wir sehen den Gerasener, spüren wir etwas von der Dunkelheit, in der wir selber leben. Wir fühlen etwas von dem Verstricktsein in die Machenschaften des Teufels, und wir merken instinktiv: Was bei dem Gerasener anfängt, wo jeder noch sagt: Super, wisst ihr, wo das enden muss? In meinem Leben. Und davor habe ich Angst. Das will ich eigentlich nicht.
Wir haben uns in der zweiten Predigt in dieser Reihe Lukas 7, Lukas 8 die Frage gestellt: Was bringt Menschen dazu, dass sie dieses Angebot, was Jesus macht, ablehnen? Damals war die Geschichte von Johannes dem Täufer, der seine Jünger zu Jesus schickt und fragt: Bist du es? Damals sagt Jesus: Es sind zwei Dinge. Es ist Unwilligkeit, und es sind Vorurteile, die wir über Jesus haben.
Ich glaube, hier kommt etwas dazu. Oder vielleicht wirft diese Geschichte noch ein weiteres Licht auf die Unwilligkeit. Wir fürchten uns eigentlich vor Jesus. Wir fürchten uns davor, dass das, was er an Heilung bringt, uns etwas nehmen könnte, worauf wir nicht verzichten wollen. Oder lasst es mich mit einem anderen Satz sagen: Wir sind im letzten Ende nicht bereit, den Preis zu bezahlen für unsere Errettung.
Vers 36 heißt es: Die es aber gesehen hatten, verkündeten ihnen, wie der Besessene geheilt worden war. Und ihr wisst, wie er geheilt wurde. Dieser kleine Fall von Exorzismus war ein durchaus nicht preiswertes Vergnügen. Viele Schweine, an anderer Stelle 5000 Stück, viele Schweine gehen dabei drauf.
Und vielleicht habt ihr euch mal die Frage gestellt: Herr Jesus, was soll das bitte, diese komische Geschichte mit den Schweinen? Warum erlaubst du den Dämonen, in diese armen Viecher reinzugehen, die danach irgendwie durchdrehen, sich in den See werfen und ersaufen? Ich glaube, es sind zwei Antworten auf diese Frage, warum Jesus das erlaubt.
Die eine Antwort hat damit zu tun, dass durch das Schicksal der Säue ganz deutlich wird, was für ein zerstörerisches Potenzial in diesen Dämonen liegt. Der Teufel ist ein Menschenmörder, schreibt Johannes in Kapitel 8, ein Menschenmörder von Anfang an. Und das, was hier den Schweinen passiert, das ist das, was dem Besessenen jederzeit hätte auch blühen können. Es ist einmal dieses zerstörerische Potenzial, das aus der dunklen, unsichtbaren Welt in unser Leben hineinwirkt, was hier einfach mal sichtbar wird, wie so ein Lackmustest. Du hältst den Teststreifen hinein und holst ihn danach wieder raus, und die Farbe sagt dir dann an, was für einen pH-Wert dein Wasser hat. Du hast so einen Test, und das ist so ein Test.
Nur für den Fall, dass jemand sagt: Ach, Dämonen sind doch eigentlich ganz lieb. Nein, sind sie nicht. Du hast aus der unsichtbaren Welt eine Sache zu erwarten: Zerstörung, Tod, Verderben.
Aber es ist noch eine zweite Sache. Die zweite Sache, der zweite Grund ist der: Befreiung, wirkliche Befreiung aus der Umklammerung des Teufels kann nur gelingen, wenn wir nicht danach fragen, was es kostet. Errettung ist kein Deal: Ich gebe dir das, du gibst mir das. Errettung ist im innersten Kern ein Spiel auf Leben und Tod. Und deswegen ist Errettung tatsächlich jeden Preis wert. Und wer das nicht glaubt, der behält seine Schweine, aber er verliert sein Leben, weil Jesus tatsächlich geht, wenn du sagst: Mir ist das zu teuer, ich möchte es nicht haben.
Und das ist eine Sache, die jeder Überwinder weiß. Wenn du mit Jesus lebst als einer, der die Welt überwindet, dann weißt du auch, dass der Teufel dich jeden Tag aufs Neue versuchen und verführen will mit seinen Lügen, die diese Welt lieb machen will, dir einreden möchte: Wenn du das noch hast, wirst du wirklich glücklich, und wenn du darauf verzichtest, na, da bist du doch kein richtiger Mensch.
Und wir wissen ganz genau: Wenn wir mit Jesus leben, werden wir jeden Tag aufs Neue dieses Schwein in uns in den See werfen und ertränken müssen. Wir werden ganz bewusst Nein sagen müssen zu Sorgen, Reichtum, Vergnügungen des Lebens, diesen Dingen, die im Sämannsgleichnis das Wirken des Wortes Gottes in unserem Leben aufhalten, ersticken. Und mit einem Mal schauen wir auf zehn, fünfzehn Jahre Christsein zurück und denken: Mann, da ist ja gar nichts rausgekommen, ich bin ja irgendwie gar nicht weitergekommen. Und mit einem Mal merken wir: Ja, Sorgen, Reichtum, Vergnügungen, das wuchert so in unserem Leben und frisst unsere Gedanken und unsere Zeit und unser Potenzial auf. Und mit einem Mal ist das Leben rum.
Wir werden jeden Tag den Preis zahlen, den es kostet, um den Teufel aus unserem Leben draußen zu halten.
Das sind die ersten beiden Antworten gewesen auf die Frage: Errettung, wie sieht das jetzt und heute aus? Es ist ja schön, dass wir in der Zukunft in den Himmel kommen, aber jetzt und heute: Wie sieht heute Errettung aus?
Erste Antwort: Wir werden errettet von der Angst, dass unser Leben hilflos einem blinden Schicksal ausgesetzt ist. Wenn du im Moment in Schwierigkeiten drinsteckst und das denkst, dann möchte ich dich bitten, mit diesem Denken aufzuhören. Verliere den Mut nicht, lass dich nicht von deinen Problemen frustrieren, sondern halte im Glauben an Jesus fest. Ich kann dir nicht sagen, alles wird gut, weil das wäre eine Lüge. Also im Endeffekt schon, ganz am Ende, aber jetzt konkret in der Situation: Das weiß ich nicht. Aber ich weiß, du gehst durch keine Situation in deinem Leben, in der Jesus nicht an deiner Seite steht und für dich da ist.
Und ich möchte dich bitten, weil diese Situationen Unglauben provozieren, dass du das nicht zulässt, sondern in diesen Situationen sagst: Ich will ein Überwinder sein, und ich will glauben, obwohl ich nichts sehe. Ich will glauben und festhalten, weil das meine Berufung ist.
Und der zweite Punkt: Wir werden nicht nur vor dieser Angst, dass unser Leben hilflos einem blinden Schicksal ausgesetzt ist, errettet, sondern wir werden auch vor der zerstörerischen Macht des Teufels und seiner Lügen gerettet. Auch das kein Automatismus, aber es ist eine Option in unserem Leben. Wenn wir täglich bereit sind, dieses Schwein in uns wirklich zu ertränken, den Lügen Nein zu sagen, uns an das Wort Gottes zu hängen und die Verlockungen des Teufels aus unserem Leben hinauszuwerfen.
Und das ist das, was ich euch wünsche: die ersten beiden Antworten auf die Frage, wovon werden wir in diesem Leben gerettet, wenn wir Jesus nachfolgen? Das nächste Mal gibt es noch zwei weitere.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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