
46: Kennst du schon dieses NEUE TOOL für evangelistisches Bibellesen? – mit Jochen Endres
Einführung in das gemeinsame Bibellesen als evangelistische Praxis
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Machbar, dem Podcast für Alltagsmissionare. Ich freue mich sehr, denn heute ist wieder Jochen mit dabei. Es ist schon lange her, dass wir hier zusammen gesessen haben.
Heute haben wir wieder drei große Fragen, die wir miteinander besprechen wollen. Zunächst möchten wir darüber reden, warum es sich lohnt, evangelistisch die Bibel zu lesen, und wie wir das sinnvoll gestalten können.
Außerdem wollen wir darüber nachdenken, wie wir als Gemeinde eine positive Kultur des evangelistischen Lebensstils entwickeln können – also eine Evangelisationskultur in unseren Gemeinden.
Und schließlich sprechen wir über das Produkt „Das Wort“, das jetzt auch im Heuckelbach-Shop erhältlich ist. Jochen, du hast zusammen mit dem Team viel daran gearbeitet. Wir zeigen es gleich mal in die Kamera, und du wirst später noch mehr dazu sagen.
Persönliche Erfahrungen mit missionarischem Bibellesen
Jochen, lass uns ganz grundsätzlich damit anfangen und darüber sprechen, warum gemeinsames Bibellesen mit andersgläubigen Freunden oder Bekannten eine gute Möglichkeit ist, um diesen Menschen einen Schritt näher zu Jesus zu bringen.
Bei mir war das meine erste Berührung mit missionarischem, evangelistischem Bibellesen – oder wie auch immer man es nennen mag. Du schlägst die Bibel auf und liest mit jemandem zusammen einfach Gottes Wort. Das ist schon ziemlich lange her, ungefähr um das Jahr 2000. Für mich war das damals wirklich neu: gemeinsam Bibel zu lesen, mit Fragen an den Text heranzugehen, das auf Augenhöhe zu tun, gemeinsam zu entdecken und so weiter.
Diese Erfahrung hat mich sehr geprägt, denn unsere Gemeinde ist so entstanden. Im Laufe der Jahre habe ich immer wieder solche Erfahrungen gemacht. Das hat mich auf jeden Fall tief beeinflusst. Aber wie sind deine Erfahrungen, wenn du zurückblickst? Das ist ja auch nicht neu für dich. Wir haben ja schon einmal darüber gesprochen.
Ich überlegte gerade, als du vom Jahr 2000 sprachst – bei mir ist das wahrscheinlich noch länger her. Vielleicht liegt das daran, dass ich etwas älter bin, aber vor allem daran, dass der Herr das einfach so geführt hat. Ich hatte tatsächlich eine Mitschülerin in der Ausbildung, die wissen wollte, woher ich all das habe, was anders klingt als das, was sie in der katholischen Kirche gehört hatte.
So wurde ich praktisch dazu gedrängt. Was habe ich gemacht? Wir haben stundenlang jede Pause genutzt, die Bibel aufgeschlagen, ich habe versucht, ihr etwas zu erklären, wir haben gemeinsam die Bibel gelesen. Erst später erfuhr ich, dass das eine Methode ist. Aber tatsächlich ist sie so zum Glauben gekommen.
War das eine Mitstudentin oder eine Azubine? Ich war in der Ausbildung, sie war ebenfalls in der Ausbildung. Jetzt ist sie meine Frau.
Ah, jetzt ist sie deine Frau – wozu missionarisches Bibellesen so alles führen kann.
Genau, so ist auch unsere Familie gläubig geworden. Das Wort Gottes selbst hat Kraft, das glauben wir. Es ist sehr wichtig, in Gottes Wort zu schauen, Gottes Wort reden zu lassen und den Menschen das deutlich zu machen.
Die Natürlichkeit des gemeinsamen Bibellesens
Was denkst du, warum ist das eine so gute Methode, um gemeinsam die Bibel zu lesen? Würdest du es überhaupt als Methode bezeichnen?
Überleg mal: Es ist vielleicht so normal, dass man fast schon sagen sollte, was denn sonst? Alles andere, was wir haben – zum Beispiel eine Evangelisation –, das ist eher eine Methode. Man lädt Leute ein, sie kommen zu uns, und das ist eine Art Vorgehensweise, also eher eine Technik, wie man etwas macht.
Wie wird es in der Bibel geschildert? Von den Beröern heißt es, sie haben die Predigt von Paulus gehört. Vielleicht kann man das auch als eine Evangelisationsmethode bezeichnen. Danach haben sie geprüft, ob das, was Paulus gesagt hat, mit den Schriften übereinstimmt. Oder denken wir an Philippus, der zu dem Mann auf dem Wagen geht und einfach fragt: „Verstehst du, was du liest?“ Dann haben sie gemeinsam mit Erklärung die Bibel gelesen.
Oder Jesus in Lukas 10: Auf die Frage eines Menschen, der sich ihm nähert: „Wie bekommt man ewiges Leben?“ antwortet er mit einer Gegenfrage: „Was liest du?“ Das finde ich ganz natürlich. Nenn es Methode, nenn es einfach so. Wie sollten wir denn sonst vorgehen?
Zum Stichwort „natürlich“: Das passt auch gut zu unserer Kultur. Man verbringt ja gerne Zeit mit Freunden und Bekannten. Dieser Rahmen ist natürlich. Es ist viel schwieriger, jemanden in ein Gemeindehaus zu bringen und eine Veranstaltung frontal von vorne zu machen, als sich auf eine natürliche Gesprächsweise einzulassen, um sich Gottes Wort zu nähern und sich damit auseinanderzusetzen.
Worauf willst du sonst bauen? Wenn nicht darauf, gemeinsam die Bibel zu lesen, müsstest du vielleicht sagen: „Ich habe die Autorität. Ich sage dir einfach, wie es richtig ist.“ Dann muss man eine charismatische Persönlichkeit sein, sehr von sich selbst überzeugt, und der andere muss sozusagen mein Fan sein.
In unserer Kirche oder Gruppe sagt man oft: „Dann baust du auf die Gruppe.“ Was soll bei den Katholischen, den Evangelischen oder anderen falsch sein? Jesus wurde selbst gefragt: „In welcher Autorität tust du das?“ Ich finde, diese Frage ist berechtigt.
Wenn mich Leute fragen, in welcher Autorität ich das tue, sage ich nicht: „Ich fühle das einfach so“ oder „Glaub mir“ oder „Bei uns sagt man das so“. Ich finde, es ist besser zu sagen: „So habe ich es in Gottes Wort gelesen.“
Wenn man es auf Augenhöhe macht, ist es eher werbend. Man lässt das Wort zu Wort kommen, anstatt jemanden zu belehren oder von vorne zu beschallen. Das ist viel natürlicher und empathischer.
Ich finde es auch wertschätzender. Ich traue dem anderen zu, dass er selbst lesen und erkennen kann: „Ja, stimmt, das steht tatsächlich da.“ Das ist besser, als wenn ich so tue, als ob der andere entmündigt wäre und ich ihm sagen müsste, wie der Weg zu Gott geht.
Einstieg ins gemeinsame Bibellesen: Einladung und Vorbereitung
Wie fängt man an? Wie lädt man ein, wie startet man so etwas? Vielleicht hast du das noch nie gemacht und hörst jetzt zum ersten Mal davon. Da stellt man sich natürlich die Frage: Wie beginnt man das denn? Du hast doch überhaupt keine Erfahrung, vielleicht …
Vielleicht geht es dir beim Zuhören so, dass du schon jemanden im Auge hast und denkst: „Boah, die Person, das wäre schon cool mit der. Ich glaube, das könnte was sein.“ Aber das ist ja immer so eine Frage.
Wir haben hier schon mal darüber gesprochen, dass Gebet sehr wichtig ist, um überhaupt zu starten. Wer ist der Richtige? Wie soll das gehen? Du musst ihn vorbereiten, dich selbst vorbereiten, um das in der richtigen Haltung zu tun und so weiter.
Aber was würdest du sonst sagen? Weißt du aus deiner Erfahrung, wie man so etwas starten kann?
Ja, das hat sich vielleicht schon angedeutet in meinen Antworten bis jetzt. Ich gehe gerne darauf zurück, wenn kritische Fragen gegen Gott kommen, zum Beispiel: Wie kann Gott so etwas zulassen? Oder: Die Kirchen, was machen die denn alles falsch? Dann sage ich oft: Wie soll ich da Gott verteidigen? Er hat sich selbst verteidigt.
Dann schlage ich vor: Du, da könntest du mal mit mir eine Geschichte in der Bibel lesen. Oder so. Weißt du, du hast ja Recht mit deiner Kritik an Gemeinden oder Kirchen. Aber weißt du, wie das wirkliche Modell aussieht?
Ich finde, eine gute Möglichkeit ist immer wieder zu sagen: Ich lebe einfach nach der Bibel. Vielleicht hast du Lust, mal mit mir reinzuschauen.
Ich gehe eigentlich selten so in die Diskussion, dass ich zuerst sage: Einen Moment, bevor wir jetzt in die Bibel schauen, müssen wir erst mal gucken, ob die Bibel denn wirklich Gottes Wort ist und ob sie nicht verändert worden ist in all den Jahren. Meistens gehe ich davon aus und sage einfach: Gut, komm, wir lesen einfach mal.
Ich weiß nicht, wie du das machst. Ich fand es immer gut, punktuell zu sagen: Das ist eine voll gute Frage, und die Bibel sagt was dazu. Dann schlage ich meine Bibel auf, und derjenige ist dabei und sagt: Ja, hier, lese mal vor, oder du liest vor, und so.
Das ist dann immer anlassbezogen zu einer Frage. Dann ist es kein Problem.
Wenn man sich aber darauf committen will und sagt: „Lass mal zusammen lesen, hast du morgen Zeit?“, dann finde ich es gut, wenn man ganz ehrlich ist: Wie soll das aussehen? Worauf lasse ich mich ein?
Zum Beispiel: Pass auf, wir machen das in so einem Rahmen. Da sind ein paar Leute, die du vielleicht noch nicht kennst. Aber das ist total ungezwungen. Wenn du nicht magst, kannst du auch wieder gehen. Wir können uns fünfmal treffen und dann ziehen wir ein Fazit oder so.
Man sagt einfach, was der Inhalt ist, was das Anliegen ist, und gibt dem anderen nicht das Gefühl: „Oh, wo lasse ich mich da ein? Ich weiß nicht.“
Also so eine Transparenz, verstehst du, was ich meine? Das ist, glaube ich, wichtig, dass man das ehrlich kommuniziert und nicht irgendwas erzählt und dann denkt: Jetzt habe ich ihn in meinem Haus.
Ich finde auch, mir würde es genauso gehen. Ich würde gerne wissen: Wie verpflichtend ist das jetzt? Wie lange dauert das? Jetzt jeden Mittwoch das ganze nächste Jahr über? Uff!
Deswegen bemühe ich mich immer um kurze Termine, um zu sagen: Okay, wollen wir zweimal, viermal oder so darüber reden? Wenn es dann zwanzigmal wird, ist das ja gut. Aber wer sagt schon zu so einer Verpflichtung?
Nachher kommt derjenige ständig mit seiner Einladung um die Ecke, und man kommt nicht mehr weg.
Erfahrungen mit evangelistischen Hauskreisen und Einzelgesprächen
Ja, was du auch angesprochen hast: Ich weiß nicht, welche Erfahrungen du gemacht hast. Ich glaube, die meisten Christen kennen das gemeinsame Bibellesen mit Nichtchristen, Andersgläubigen oder Außenstehenden eher im größeren Rahmen, zum Beispiel in evangelistischen Hauskreisen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es oft gut ist, aus dem evangelistischen Hauskreis heraus noch einmal zu sagen: „Sollen wir uns mal zu zweit treffen, abgesehen von dem Ganzen?“ Denn in solchen Gruppen gibt es immer den Experten, der sich herausstellen muss. Es gibt immer Fragen, die den Nichtchristen nicht interessieren. Dadurch wird er oft gedemütigt, weil alle sofort wissen, wo zum Beispiel Amos zu finden ist, und der Nichtchrist keine Ahnung hat, wo er das Buch finden soll.
Ach, du meinst, wenn da auch Christen dabei sind? Genau. Also nur mit Nichtchristen zusammen finde ich es schwierig. Dann ist es oft so, dass derjenige der Einzige ist, der eine bestimmte Meinung vertritt. Da muss man entweder sehr autoritär sein oder… Aber wenn du so eine gemischte Gruppe hast, viele Christen und viele Nichtchristen, dann ist das etwas anderes.
Mitunter habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass man sagt: „Du hast da ein Thema angesprochen, das konnten wir in der ganzen Runde gar nicht so gut ansprechen. Sollen wir uns mal treffen und das Thema gemeinsam durchgehen?“ Zum Beispiel, wenn jemand sagt: „Hat Jesus überhaupt jemals gelebt? Oder stimmt das überhaupt?“ Dann kann man sagen: „Sollen wir das mal gemeinsam anschauen?“
Das ist manchmal auch der Anlass für mich gewesen, missionarisches Bibellesen zu machen, weil einfach jemand aus dem Hauskreis kam. Alle wussten, dass es ein Außenstehender ist, und waren ein bisschen vorsichtig. Trotzdem war es für den Außenstehenden nicht wirklich geeignet, in der Gruppe zu bleiben. Deshalb sagt man dann: „Okay, komm, wir treffen uns privat.“
Ja, absolut, das finde ich sehr sinnvoll. Dabei unterscheidet sich das für mich noch einmal. Wir kennen wahrscheinlich eher den Gemeindealltag-Kontext, also einen Bibelhauskreis, in dem eigentlich nur Christen sind. Dort geht man ganz anders an Gottes Wort heran und liest gemeinsam, hat in der Regel andere Fragen usw.
Ein Bibelgesprächskreis, ein evangelistischer Hauskreis oder wie man das auch immer nennen will, ist ein Kreis, in dem man wirklich Gottes Wort liest, meistens ein Evangelium. Dazu kommen wir später noch, was man da sinnvollerweise macht.
Was das Thema angeht, ist es aus meiner Erfahrung eigentlich ganz gut, wenn nicht zu viele Christen dabei sind. Ja, das stimmt, sonst können die sich meistens gar nicht zurückhalten. Wenn sie sich eher als Mitarbeiter und Unterstützer verstehen, aber nicht als Moderatoren oder Antwortgeber, sondern wenn man wirklich gemeinsam über den Text nachdenkt, finde ich das schon wichtig.
Es hat aber durchaus Vorteile, auch im One-on-One-Gespräch, also ganz persönlich zu reden, und das finde ich auch sehr gut.
Offenheit in der Kultur für gemeinsames Bibellesen
Wie offen sind Menschen in unserem Kulturkreis überhaupt für so etwas? Was ist da so deine Erfahrung? Wie hoffnungsvoll kann man die Frage stellen und dazu einladen?
Das ist ja nicht so, dass ich einfach sage: Hier hast du mal eine Karte, kommst du vorbei. Sondern das entsteht ja irgendwie aus den persönlichen Beziehungen und Gesprächen heraus. Absolut. Wenn ich jetzt hier über die Straße laufe und irgendwelche fremde Leute anspreche, ob sie mit mir Bibel lesen wollen, in meinem Wohnzimmer, glaube ich nicht, dass die Statistik so besonders erfreulich ausfallen würde.
Aber andererseits haben wir Christen oft die Tendenz, negative Antworten für die anderen zu erwarten. Dabei würden gar nicht so wenige Leute auf eine unverbindliche Einladung durchaus „ja“ sagen. Warum nicht mal? Du hast mir gerade so viel erzählt, was angeblich in der Bibel steht. Willst du mal gemeinsam mit mir zusammen lesen? Vielleicht hätte ich auch einen Vorschlag oder so.
Wir hatten kürzlich Besuch aus Schottland von jemandem, der uns das gemeinsame Lesen des Wortes noch in der englischen Version vorgestellt hat. Er sagte, jeder Dritte sagt ja. Ich weiß nicht, und wenn es jeder Fünfte wäre? Fünf Leute fragen und eine Ja-Antwort bekommen, das ist doch schon etwas.
Ich glaube, wir sollten da nicht so pessimistisch sein. Es gibt auch anonyme Befragungen, bei denen Leute gefragt wurden, was sie tun würden, wenn sie mehr über das Christentum wissen wollen, über den christlichen Glauben. Die meistgenannte Antwort war: Ich würde mir tatsächlich mal eine Bibel kaufen und darin lesen.
Dann ist natürlich die Frage, die Philippus stellte: Verstehst du denn auch, was du da liest, oder sollen wir mal zusammen lesen? Die Frage finde ich gar nicht so abwegig. Klar, wenn ich das so gestalte, dass es wie eine christliche Veranstaltung aussieht, dann ist die Frage, ob da noch mal jemand wiederkommt oder ob derjenige zwischendurch fluchtartig den Raum verlässt.
Aber wenn wir einfach auf Augenhöhe miteinander über die Bibel kommunizieren, glaube ich, dass gar nicht so wenige offen sind. Menschen sind viel offener, als wir denken. Man kann ruhig mutig sein und muss das Angebot nicht immer gleich entschuldigen oder irgendwie kleinreden, sondern es einfach stehen lassen.
Ich glaube, die Wahrscheinlichkeit steigt, je vertrauter ich mit der Person bin, wenn schon eine Beziehung besteht und man sich kennt. Wenn man gewohnt ist, immer wieder mal über Glaubensthemen zu reden, dann ist das gar nicht so abwegig.
Wichtig ist, dass die Leute Vertrauen haben, dass sie nicht in irgendeine Sekte oder Ähnliches geraten. Das ist wirklich wichtig. Und ich finde es auch nicht schlimm, wenn mir jemand absagt oder sagt: Nein, jetzt noch nicht, oder so weit bin ich noch nicht. Das ist gar nicht schlimm.
Man lässt es einfach stehen, betet weiter dafür, und vielleicht braucht es manchmal auch mehrere Anläufe, um in eine andere Form des Gesprächs zu kommen, wie zum Beispiel das gemeinsame Bibellesen.
Beziehung und spontane Einladungen zum Bibellesen
Wie gut sollte man sein Gegenüber kennen, bevor man ihn zum Bibellesen einlädt? Ich glaube, das kann auch ganz spontan funktionieren, zum Beispiel, wenn man an der Bushaltestelle wartet. Warum nicht?
Hast du schon einmal so eine Situation erlebt, ganz spontan? Ich kann mich nicht daran erinnern, und wüsste auch nicht, dass ich das schon gemacht habe. Aber warum nicht? Man sitzt zum Beispiel im Flughafen-Terminal, erfährt, dass der Flug zwei Stunden Verspätung hat, und fragt: „Hast du etwas zu lesen?“ Dann könnte man sagen: „Ich habe hier etwas, wollen wir zusammen lesen?“ Warum sollte das nicht funktionieren?
Ich kann nicht behaupten, dass es nicht klappt, auch wenn ich es bisher nicht oft gemacht habe. Aber warum nicht? Wenn man im Zug sitzt und der andere sein Buch vergessen hat oder die Kopfhörer nicht funktionieren, könnte man doch fragen: „Ich habe etwas dabei, wollen wir zusammen lesen?“
Ist es eigentlich wichtig, dass man ähnliche Interessen hat, um gemeinsam Bibel zu lesen? Oder dass man eine gewisse Interessenüberschneidung hat, gerade in persönlichen Beziehungen? Muss man ein ähnliches Alter haben? Oder kann man sich auch vorstellen, mit jemandem zu lesen, der deutlich jünger oder älter ist, oder mit jemandem, mit dem man sonst keine gemeinsamen Interessen teilt?
Natürlich ist es schwierig, überhaupt ins Gespräch zu kommen, wenn man keinen Kontakt hat. Wie soll man eine Beziehung aufbauen, wenn der andere einen nicht ernst nimmt, weil man zu alt ist oder ganz andere Interessen hat? Gerade wenn man älter ist, vielleicht schon graue Haare hat, und der andere nicht, kann das eine Rolle spielen.
Aber ich stelle fest: Man braucht nicht einmal die gleichen Voraussetzungen, um die Bibel gemeinsam zu lesen. Ich lese gerade mit jemandem zusammen, der glaubt, dass die Bibel nur erfunden ist. Trotzdem findet er die Geschichten spannend. Das ist zumindest eine Basis. Ob das weiterträgt oder irgendwann abbricht, muss man sehen. Aber ich kann nicht sagen, dass man nur mit Leuten lesen kann, die genau so sind wie man selbst.
Meistens hat man durch natürliche Beziehungen wie Kollegen, Nachbarn oder im Sportverein sowieso Überschneidungen. Das ist ja nicht ganz fremd. Und selbst unter völlig fremden Menschen können sich Freundschaften bilden. Ich habe das schon erlebt: Jemand hat angerufen und gefragt, ob ich mich mit einer Person treffen könnte. So habe ich jemanden kennengelernt, und jetzt lesen wir zusammen in der Bibel. Das ist richtig schön.
In diesem Fall waren es weder Nachbarn noch Kollegen oder Vereinsmitglieder, sondern ganz fremde Menschen. Man lernt sich einfach kennen, ganz normal. Und das ist schön, wenn grundsätzlich Interesse daran besteht.
Ermutigung für Unsichere und Schüchterne
Ja, was würdest du jemandem sagen, der die Idee zwar gut findet, aber vielleicht ein bisschen eingeschüchtert oder unsicher ist? Ich weiß nicht, wenn da kritische Fragen kommen, wie kann ich die beantworten? Ich bin eher ein schüchterner Typ, ja, ich habe eine Beziehung, aber wie würdest du so jemanden ermutigen?
Also, ich habe eher Angst um die, die sagen: „Ich habe gar keine Beziehung.“ Da würde ich sagen: Überleg doch noch mal, woran das liegt. Warum verschließt du dich so vor Beziehungen? Weißt du, du meinst, dass Menschen sagen, wir haben gar keine Beziehung zu Andersgläubigen? Ja, genau. Oder ich weiß gar nicht, ich bin da völlig unsicher. Ansprechen kann ich die schon, aber mit denen irgendwie ins Gespräch kommen, das fällt mir schwer.
Ja, du weißt, was ich meine, dieses „Ja“ und „das andere“. Wenn es wirklich nur ist: „Ja, ich weiß nicht, was ich da sagen soll.“ Ja, Mensch, weißt du doch sonst auch – du sitzt mit jemandem zusammen, unterhältst dich irgendwie. Warum nicht dann das Gespräch mal darauf bringen? Und hey, wenn du ein bisschen in deiner Bibel gelesen hast, brauchst du keine Sorge haben, dass der andere dich an die Wand redet.
Du kannst durchaus zugeben: „Echt interessant, habe ich mir noch nie Gedanken gemacht.“ Dann merkt er auch, dass du entdeckst. Also, man muss ja nicht alles wissen, oder? Wenn mir eine Bibelstelle mal nicht einfällt, dann habe ich mein Handy, wo ich mal kurz eintippe und sage: „Das weiß ich jetzt auch nicht, aber ich weiß, dass es die gibt, und ich habe hier ein Programm, damit kann man Bibelstellen finden.“ Also, wo ist das Problem? Dass ich jede Frage beantworten muss?
Wenn mir da so ein Biologe kommt, der mit der Evolutionstheorie argumentiert, sage ich: „Da bin ich kein Fachmann, tut mir leid, das ist nicht mein Ding.“ Aber bist du dann nicht naiv, wenn du trotzdem glaubst? Ja, kannst mich ja für naiv halten, macht mir nichts. Ich habe so ein paar Fragen natürlich auch dafür, aber ich glaube, wir brauchen da nicht so viel Angst zu haben.
Und wenn jemand wirklich sagt: „Aber das ist der Punkt.“ Ja, es gibt so gute Literatur. Dann kann man sagen: „Okay, ich frage mal in meiner Gemeinde, ob es jemanden gibt, der Biologe ist oder Buchempfehlungen kennt, wo man sagen kann: ‚Okay, wenn das da ein Problem ist oder was weiß ich mit der Überlieferung der Bibel‘ – es gibt so viele gute Bücher, wenn ich das selbst nicht weiß.“
Ansonsten ist es manchmal, finde ich, überraschend, wie schnell man Menschen von einer an sich sicheren Fährte abbringen kann, indem man sagt: „Wenn das so ist, wie kommst du darauf? Hast du nie darüber nachgedacht?“ Zum Beispiel: Ich brauche keinen Evolutionsspezialisten zu sein, um zu sagen: „Ja, ich weiß nicht, wie dir das so geht, wenn du in den Sternenhimmel guckst, aber mir geht das nicht so, dass ich denke, alles ist Zufall. Das schreit förmlich danach, dass es einen Gott gibt.“ Ja, oder so.
Also, ich meine, da kann man ruhig mal naiv sein. Man muss nicht immer sagen: „Boah, der Professor sowieso hat gesagt, und ich habe mich mit der Theorie beschäftigt.“ Also ich würde da sagen: Nur Mut!
Ich finde auch, dass es hilft, die Perspektive zu ändern. Man muss nicht brillante Antworten geben. Ich bin selbst ein Lernender. Ich muss nicht alles wissen und sollte auf keinen Fall den Eindruck erwecken, dass ich alles wissen muss. Das kann man auch ruhig mal zugeben.
Aber ich finde es auch ermutigend, einfach klein anzufangen. Man muss kein Theologe sein oder das besonders studiert haben. Und es fällt, glaube ich, dann auch leichter, selber die eigene Haltung einzunehmen: „Du, ich bin genau so, ich nähere mich jetzt hier diesem Text, dem Wort Gottes, wie du. Wir machen das einfach gemeinsam und gehen zusammen auf Entdeckungsreise.“
Auswahl eines geeigneten Bibelbuchs für das gemeinsame Lesen
Was ist denn eigentlich gut, um mit einem biblischen Buch zu beginnen? Sollte man mit der Offenbarung anfangen oder lieber bei 1. Mose? Diese Frage höre ich häufiger mal.
Ich antworte dann meistens: Nimm ein Evangelium. Hast du ein bevorzugtes Evangelium? Ja, wir haben ja bei Heuckelbach das Markus-Evangelium herausgegeben, deswegen empfehle ich das gerne. Dann haben beide denselben Text oder so. Und jetzt lesen wir gemeinsam das Johannes-Evangelium. Dazu kommt gleich noch Werbung, ja, gleich dazu.
Aber ja, natürlich würde ich auch die Evangelien empfehlen, weil sie einfach Jesus Christus als Mensch vorstellen. Genau. Und da würde ich Matthäus als letztes wählen, weil Matthäus zu sehr im Alten Testament verankert ist. Es sei denn, du liest mit jemandem, der Jude ist oder das Alte Testament gut kennt. Dann ist das natürlich kein Problem.
Deswegen greifen die meisten eher zu Markus, Lukas oder Johannes. Markus ist schön kurz, praktisch oft, nicht wahr? Johannes hat einen steilen Start, finde ich. Er benutzt einen einfachen Wortschatz, aber vermittelt tiefe Gedanken. Einfacher Wortschatz, ja, da hat er recht, Respekt.
Auch die Apostelgeschichte finde ich interessant, habe ich auch mal gelesen. Die ist vielleicht eher für Fortgeschrittene.
Ich liebe ja auch Geschichten. Ihr habt ja auch mal eine Serie gemacht, in der biblische Geschichten erzählt werden. Da ist natürlich auch das Alte Testament dabei. Weißt du, zu dem, was du mir gerade erzählt hast: Sollen wir mal zusammen eine Geschichte aus dem Alten Testament lesen? Dann lese ich die Geschichte oder gebe sie wieder, mit einer gut herausgearbeiteten Pointe. So etwas steht in der Bibel, das ist ja voll spannend.
Ich würde aber nicht mit jemandem fortlaufend das Alte Testament lesen, also zum Beispiel Jesaja, 1. Samuel, 2. Samuel oder 1. Mose, Biografien oder so. Hey, was meinst du, wie sich Abraham gefühlt hat? Und dann passiert dies oder das. Das kann man doch nachempfinden.
Es gibt doch dieses Programm von Ednos, das vorne mit 1. Mose 1 anfängt, um die ganze Heilsgeschichte aufzuzeigen und vorzubereiten. Hast du das schon mal gemacht? Ich habe das ein bisschen gemacht. Wenn ich das jemandem vorstelle, denkt der oft: Oh, jetzt bin ich die nächsten zwölf Wochen dabei.
Ich finde das schwierig auf Augenhöhe, weil du natürlich den Riesenvorteil hast, schon zu wissen, wie die Geschichte ausgeht. Der andere ist völlig ahnungslos und denkt: Boah, du bist der große Fachmann. Das würde ich eher mit Christen machen.
Ich glaube, Ednos hat gute Erfahrungen damit gemacht. Und wer will schon kritisiert werden? Deshalb habe ich das nicht gemacht.
Jorgen hat übrigens nicht kritisiert.
Gruppen- versus Einzelgespräche beim Bibellesen
Ja, lass uns noch kurz darüber reden, was die Vor- und Nachteile von Gruppenarbeit und Einzelarbeit sind. Wir haben das ja schon ein bisschen angeschnitten.
Ein Vorteil in der Gruppe ist, dass es mehrere Perspektiven gibt. Wenn du alleine mit jemandem bist, hat jeder nur seine eigene Meinung und Erkenntnis. Und das war es dann. Wenn du aber mehrere Leute hast, kommen oft Gedanken auf, die du vorher noch gar nicht hattest. So lerne ich vor allem viel in der Gruppe. Das stimmt.
Aber ich finde, für Außenstehende ist es häufig schwierig. Die scheinen sich alle einig zu sein – je nachdem, wie die Kräfte verteilt sind. Wenn nur ein einziger Außenstehender in eine Gruppe kommt, zum Beispiel in einen Hauskreis, fühlt der sich oft ganz blöd. Zwei Drittel zu einem Drittel ist da schon gut.
Ich habe mal irgendwo ein paar Regeln gelesen, die ich am liebsten bei jedem Hauskreis an alle Teilnehmer verteilen würde. Vielleicht könnten wir die mal im Anhang oder in den Shownotes anhängen. Zum Beispiel: Denk daran, dass du nicht alle Fragen beantwortest.
Wenn Christian jetzt Leute fragt, wie sie Vers zwölf verstehen, kommt jemand mit seiner dicken Bibel, schlägt sie auf und sagt: „Das ist so und so.“ Dann schweigen alle, weil das die komplette und richtige Antwort ist. Da kann man nichts ergänzen.
Die erste Regel wäre daher: Gib niemals komplette Antworten. Vielleicht sagst du stattdessen: „Ich denke, Christian wollte uns mit seiner Frage darauf hinweisen, dass …“ und gibst einen ersten Hinweis in diese Richtung. So fühlt sich der Außenstehende nicht ausgeschlossen und denkt: „Hier habe ich nichts zu sagen.“
Eine zweite Regel wäre: Hab kein eigenes Programm. Es gibt vielleicht einen Gesprächsführer, dem du folgst. Wenn du dir einen Gedanken gemacht hast, wie der Abend verlaufen soll, zum Beispiel mit dem Ziel, am Ende zu fragen: „Was haben wir über Jesus gelernt?“, dann ist es nicht immer passend, wenn jemand mitten im Gespräch mit Typologie oder griechischen Begriffen anfängt.
Solche Beiträge sind wertvoll, vor allem wenn Christen zusammen sind, aber sie müssen nicht immer sein. Ein Beispiel: Christian sagt, er möchte dazu eine Geschichte erzählen. Das ist toll und super. Aber wenn dann jemand anderes anfängt zu streiten oder andere Themen reinbringt, kann das verwirren.
Solche Regeln finde ich gut. Es gibt ungefähr zehn bis zwölf davon, die ich in den Shownotes verlinken würde. Du hast ja einen Zettel, den du verteilst?
Ja, habe ich, den liefere ich mit.
Eine weitere gute Regel ist, wenn man Fragen stellt, auch mal die Stille auszuhalten und nicht sofort selbst zu antworten. Sonst kannst du dich ja auch alleine unterhalten. Das ist wahrscheinlich auch so eine Regel.
Ja, das stimmt.
Ein Vorteil bei Gesprächen zu zweit ist, dass man intensiver und persönlicher reden kann. Das geht in der Gruppe nicht so leicht. Das muss man dann oft nach dem Gruppentreffen machen, zum Beispiel bei einem gemeinsamen Essen, um eine Gemeinschaftsatmosphäre zu schaffen. So kann man mit dem einen oder anderen persönlicher reden.
Das finde ich toll, wenn man zu zweit gemeinsam in die Bibel schaut. Da entsteht oft eine persönliche Tiefe. Jemand erzählt aus seinem Leben, was er in der Gruppe vielleicht nicht machen würde – je nachdem, wie die Atmosphäre ist und wie viel Vertrauen da ist.
Ich finde es schwierig, eine ganze Gruppe zu führen und in eine Richtung zu lenken. Einige unserer Zuschauer können das vielleicht, aber es ist nicht einfach. Bei einem Einzelnen kann ich zwischendurch mal fragen: „Wie soll ich dir jetzt weiterhelfen? Was meinst du mit deiner Frage?“ So kann ich mich viel mehr auf den anderen konzentrieren. Das hat große Vorteile.
Deshalb habe ich letztes Wochenende, als wir auf der Jesus 25 waren, einen Bruder getroffen, den ich von früher kannte. Wir hatten uns lange nicht gesehen. Er hat Gemeindegründungsarbeit gemacht, die aus einem evangelistischen Bibelgesprächskreis entstanden ist, den sie immer wieder durchgeführt haben.
Er sagte: „Das ist der große Nachteil dabei, wenn du durch sokratisches Lehren, also durch Fragenstellen, eine Gruppe führst. Ich habe es in all den Jahren nicht geschafft, weitere Leute heranzuziehen, die diese Methode können. Ich war immer der Einzige.“
Das ist eine Limitierung. Wenn du eine gewisse Gruppengröße hast, musst du die Gruppe teilen. Entweder machst du fünf Gruppen hintereinander oder etwas Ähnliches. Das ist wirklich ein Nachteil.
Ich finde es auch interessant, dass wir noch auf das Wort kommen, warum das nicht dabei ist. Man muss also nicht unbedingt durch Fragen führen. Das ist eine besondere Methode, und nicht jeder kann das gleich gut.
Noch ein Vorteil der Gruppe: Sam Chen hat in seinem Buch geschrieben, dass wir alle in gewisser Weise beeindruckt sind, wenn es vermeintliche Minderheitenmeinungen gibt, die sich als Meinung einer Gruppe herausstellen.
Ich dachte zum Beispiel, es gibt keine Leute mehr, die an Adam und Eva, den Sündenfall und so weiter glauben. Aber jetzt bin ich in einer Gruppe, wo die Hälfte der Leute das nicht als eine UFO-Geschichte sieht, sondern ganz klar daran festhält. Sie zitieren das und das macht Eindruck auf mich.
Das ist natürlich ein großer Vorteil in einer Gruppe. Nicht, dass man dem anderen seine Meinung überstülpt, aber man sieht: „Hey, ich kenne nicht nur diesen verrückten Nachbarn, Christian, der solche komischen Meinungen hat, sondern das sind ganz normale Leute – fünf, sechs, sieben – die sich über für mich ungewöhnliche Dinge unterhalten, als ob sie wirklich wahr wären.“
In der Bibel steht nichts von Ufos. Aber manche biblische Geschichten wirken auf manche Leute so. Über welche Außerirdischen reden die denn? Genau. Und tatsächlich reden sie darüber, dass Jesus über das Wasser gelaufen ist.
Einige haben das studiert, machen Karriere im Beruf, und trotzdem reden sie über das Wasserlaufen, als ob sie nicht wüssten, dass man normalerweise nicht über Wasser laufen kann. Doch, sie wissen das, und für sie ist das gesetzt.
Das ist noch ein Vorteil der Gruppe. Aber das Eins-zu-eins-Gespräch ist auch eine gute Sache.
Ja, gut.
Fehlerquellen beim gemeinsamen Bibellesen
Oh ja, lass uns noch darüber sprechen: Was kann man falsch machen? Kann man etwas falsch machen, wenn man mit jemandem zusammen die Bibel liest, abgesehen von den Dingen, die wir bereits genannt haben und die man beachten sollte?
Stöber in deinem Schrank – der Fehler. Ja, zu viel reden, zu wenig zuhören, zu wenig Liebe.
Was meinst du damit? Die Grundvoraussetzung ist, dass du denjenigen lieben musst, nicht wahr? Sonst nervt er dich irgendwann. Warum hat er sich immer noch nicht bekehrt? Warum stellt er so blöde Fragen? Warum muss ich überhaupt sitzen? Ich könnte doch jetzt noch etwas anderes machen, meinem Hobby nachgehen und so.
Du musst wirklich die Liebe haben. Ich will dich verstehen, du bist mein Gegenüber, ich will dich wertschätzen. Dabei soll es nicht nur so aussehen, als ob ich dich wertschätze, sondern ich mag dich wirklich. Auch wenn du noch nicht in meine Richtung gehst oder so. Und ich will dir helfen.
Und das nicht, damit ich irgendwo im Himmel dreißig Punkte gutgeschrieben bekomme oder in meiner Gemeinde einen Orden angehängt bekomme, sondern einfach: Ich mag dich wirklich, ich hab dich lieb.
Ich glaube, das ist so entscheidend. Ja, ja, rede nicht so viel, mach nicht dein Programm, sondern mach das Programm des Anderen. Stell dich auf ihn ein. Ich finde, das ist auch Liebe.
Drück dich so aus, dass er dich versteht. Komm ihm entgegen, was Bibelübersetzung angeht, was den Rahmen angeht. Der eine trinkt gerne einen Kaffee, der andere nicht. Der eine sagt: „Lasst uns jetzt nur lesen, weil hier alles andere mich ablenkt.“ Ich muss auf mich keine Rücksicht nehmen, sondern auf den anderen mehr Rücksicht, oder?
Jochen, bevor wir gleich über Evangelisationskultur in der eigenen Gemeinde sprechen: Was wollte ich sagen? Ach so, ja, ich wollte euch noch einmal an etwas erinnern.
Also, wenn euch der Podcast gefällt, teilt ihn gerne mit jemandem, bei dem ihr denkt: Boah, das wäre richtig gut, wenn er auch mal Jochen und Christian kennenlernt. Nein, wirklich, jetzt ohne Spaß.
Es gibt auch einen Newsletter, falls ihr den noch nicht kennt – den Machbar-Newsletter. Schaut auf der Webseite holkebach.org/machbar vorbei, dort findet ihr alle weiteren Infos zum Podcast.
Es freut uns, wenn ihr den Podcast teilt.
Entwicklung einer evangelistischen Kultur in der Gemeinde
Ja, wie können wir als Gemeinde eine Evangelisationskultur entwickeln, Jochen? Lass uns da ein bisschen drüber sprechen. Wir haben jetzt über missionarisches, evangelistisches Bibellesen gesprochen – wie man jemanden dafür gewinnen kann, welches Bibelbuch geeignet ist und worauf man achten sollte. Aber ich denke, es gibt da auch eine größere Dimension.
Wenn wir noch einmal einen Schritt zurückgehen und ein bisschen aufzoomen: Wie können wir als Gemeinde überhaupt eine solche Kultur entwickeln, in der wir Alltagsmission leben und besonders das gemeinsame Bibellesen ganz normal wird? Man hat ja immer irgendwie eine Kultur – also Gewohnheiten, Werte, die man lebt, unausgesprochene Regeln, gerade im Gemeindekontext. Das machen wir einfach so, ja, warum weiß keiner genau, wie wir miteinander umgehen, wie wir über andere reden, was wir gemeinsam tun und so weiter.
In diesem Sinne hat ja jede Gemeinde eine Evangelisationskultur. Die Frage ist: Ist die gut oder schlecht? Wie kommen wir zu einer guten? Ich will gar nicht so sehr von gut oder schlecht sprechen, denn vielleicht gibt es gar keine richtige Kultur oder nur eine schwache. Was ich jedenfalls finde, ist, dass wir einiges überdenken sollten.
In manchen Gemeinden wird das sicher schon so sein, in anderen wird man sehr überrascht sein, überhaupt dieses als Evangelisation zu verstehen. In manchen Gemeinden heißt es: „Komm, wir machen dieses Jahr mal wieder eine Evangelisation.“ Und dann ist gemeint, dass man irgendein Event organisiert, zu dem man einlädt. Dann wird diskutiert: Mit Musik oder ohne Musik? Welcher Prediger? Und so weiter.
Das Evangelium findet aber tatsächlich alltäglich statt. Dieses Denken – du hast gesagt „Kultur“ – diese Art und Weise, über diese Dinge zu denken und sie umzusetzen: Ich mache Evangelisation jeden Tag. Damit will ich nicht andere Veranstaltungen schlechtmachen, aber ich bin 365 Tage im Jahr eigentlich Evangelist. Und ich bin Evangelist, obwohl ich kein Bibellehrer bin und auch kein Pastor. Ich bin Evangelist.
Dass diese Kultur in die Gemeinden hineinkommt oder in manchen Gemeinden gestärkt wird, das wäre ziemlich elementar. Dass man nicht in Ereignissen denkt, sondern im Alltag. Wir haben das ja bei Holger Bach „Alltagsmission“ genannt, weil uns das so wichtig war: Du bist wirklich im Alltag Missionar. Und wie kann eine Gemeinde das unterstützen, indem sie das auch ernst nimmt?
Was heißt das, ernst nehmen? Jemand beschwerte sich mal – ich glaube, auch Sam Chan schreibt das in seinem Buch, nein, in einem anderen Buch. Aber wenn du nochmal von Sam Chan und seinem Buch redest, solltest du das mal genauer sagen.
Meinst du damit unser Buch? Unser Buch, genau: „Über Jesus reden, ohne komisch zu wirken“ von Sam Chan. Man kann es auch bestellen, es gibt das im Handel. Wir haben es mit dem Tenet Verlag herausgebracht, da verlinken wir es gerne in unserer Podcast-Beschreibung.
Aber das war jetzt aus Versehen an der falschen Stelle ein anderes Buch, wo ich das gelesen habe. Da beschwerte sich ein junger Mann und sagte: Wenn ich sonntags vor zwanzig Kindern spreche und ihnen eine biblische Geschichte erzähle, dann unterstützt die ganze Gemeinde mich toll dabei. Ja, das kennen wir, wir segnen auch die, die die Kinderstunden machen und so weiter.
Er sagt aber: Von Montag bis Freitag bin ich in der Grundschule und habe dort fünfzig Kinder vor mir, und da sind noch viel mehr nicht gläubig. Ich kenne das: Niemand betet für mich, weil das ja nur Alltag ist, das ist ja nur mein Job. Aber gerade da sollte ich vor diesen Kindern unseren Herrn darstellen, nicht wahr?
Und dieses Denken, dass man sagt: „Hey, Christian, du erzählst mir, dass du heute Abend mit deinem Nachbarn unterwegs bist.“ Ach, denke ich, wenn du gesagt hättest: „Heute Abend predigen wir in der Gemeinde“, dann würde ich für dich beten. Aber so, dass du nur mit deinem Nachbarn unterwegs bist, na klar, hier bist du herausgefordert. Die Situation muss so kommen, dass ihr tatsächlich ein gutes Gespräch habt. Und das ist mindestens genauso viel ein Gebet wert, wie wenn ich irgendeinen geistlichen Dienst mache.
Nein, das ist auch geistlicher Dienst. Diese Haltung sollte in die Gemeinden hineinkommen: Wir beten für unsere Ungläubigen und Außenstehenden, wir wissen, mit wem du im Kontakt bist, und wir nehmen das ernst. Wenn du mir sagst, du bist jetzt bei der Bibelstunde am Donnerstagabend nicht da, weil dein Freund nur zu diesem Termin konnte und ihr gerade so gut im Gespräch seid, dann sage ich nicht: „Na ja, du bist ein bisschen schwach geistlich gerade.“ Sondern ich sage: „Hey, super, dass Gott dir die Gelegenheit gibt. Dann werden wir am Donnerstag in der Bibelstunde auch noch für dich beten.“
Also diese Haltung – ich will nicht sagen, es gibt sie nicht in den Gemeinden – aber ich glaube, es gibt einige Gemeinden, wo man das nicht so sehen würde und wo man noch eine andere Kultur entwickeln muss.
Für mich ist das genau so, wie du es gesagt hast: Veranstaltungen, eventorientierte Kultur, wo man mal als Gemeinde so eine Aktion macht – das ist für mich nicht wirklich eine Kultur. Eine Kultur im positiven Sinne ist ein Lebensstil, eine Haltung, eine DNA. Das ist wirklich in mir drin: Ich habe dieses Anliegen, diese Liebe, von der du eben gesprochen hast, zu meinem Nächsten, der Christus noch nicht kennt. Ich möchte ihn gerne einen Schritt näher zu Jesus bringen und da irgendwie mitwirken, mich gebrauchen lassen als Jünger des Herrn.
Es gehört im Grunde genommen zur Jüngerschaft. Wir denken sehr in Gemeindekategorien: Jetzt bin ich in der Gemeinde, da ist die Veranstaltung und da sind meine Leute. Aber Alltag und Alltagsmission, so wie wir das verstehen, das ist ein Lebensstil. Und das muss als Gemeinde auch eine positiv entwickelte Evangelisationskultur als DNA verankert werden – dieses ganze Denken.
Ich würde sagen, ihr Ältesten schätzt das wert, wenn jemand Kontakte hat und betet natürlich auch für die, denn klar, es ist nicht einfach, mit Außenstehenden zu sprechen. Aber schätzt das wert, denn wenn man die meisten Leute fragt, sind sie zum Glauben gekommen, weil sie einen Freund oder Familie hatten, jemanden, der ihnen nahestand und ihnen das Evangelium gebracht hat. Nicht die Evangelisationsveranstaltung war der Anfang, sondern die Vorarbeit waren andere Dinge. Und die müssen wir wertschätzen.
Wir haben jetzt schon von einigen Herausforderungen gehört, wo wir sagen: Ja, wenn es um Evangelisation geht, wie können wir trotzdem eine hoffnungsvolle Perspektive entwickeln? Wir haben gesagt: Wir wissen, wir glauben, Gottes Wort wirkt. Wir wollen Gottes Wort in den Mittelpunkt stellen, uns darum drehen und uns dem gemeinsam nähern. Wir haben gesagt, das Evangelium ist Gottes Kraft zum Heil für jeden, der glaubt.
Wie können wir trotz Herausforderungen eine hoffnungsvolle Perspektive behalten? Wenn ich als Gemeinde keine solche Kultur habe und manche Leute sagen: „Ich sehe das bei mir in meiner Gemeinde nicht, ich habe dieses Anliegen, ich möchte darin wachsen, dass das auch in unserer Gemeinde passiert“, geben die dann auf oder wenden sich ab? Wie kann man solchen Hoffnung machen?
Fangen wir einfach an, oder? Für Eins-zu-eins-Evangelisation, für Beziehungen brauche ich nur mich und jemand anderes. Das wird mir ja wohl keiner verbieten. Also mach es doch einfach.
Und ich glaube, du hast das auch erlebt: Da waren nicht nur Leute, die gesagt haben „Super, dass du das machst“, sondern du hast es einfach gemacht und Leute kamen zum Glauben. Es ist wirklich so, auch heute noch bekehren sich Menschen gerade auf diese Art und Weise.
Man kann einfach zu Hause anfangen, man kann sich einfach treffen, egal ob zu zweit oder zu dritt in einer kleinen Gruppe. Da muss man kein Riesending draus machen und auch nicht unbedingt in der Gemeinde. Oder du denkst, du würdest dazu ermutigen, wenn du es auf dem Herzen hast: Fang einfach an.
Ganz genau. Du kannst natürlich auch einen Büchertisch machen, wo du dann einlädst: „Wenn du mit mir ins Gespräch kommen willst.“ Aber das sind alles große Dinge, die braucht man gar nicht unbedingt, meiner Erfahrung nach.
Was ich auch spannend fand: Wir sind jetzt auch auf einer Konferenz gewesen. Wir schauen sehr oft auf Deutschland, Österreich, Schweiz oder Europa, und da passiert ja nicht viel, dass Menschen scharenweise zum Glauben kommen. Es ist wirklich vereinzelt. Gerade deswegen sagen wir auch: Alltagsmission ist so wichtig, dass der einzelne Christ wirklich in Beziehung investiert.
Aber wir können auch von anderen lernen. In anderen Kulturen und Teilen der Welt kommen Menschen auch in größeren Gruppen zum Glauben. Was können wir da bezüglich persönlicher Evangelisation und Alltagsmission lernen?
Manchmal ist die Frage, ob das übertragbar ist aus einer anderen Kultur. Vielleicht werden einige das Sam Chan Buch lesen und sagen: „Na ja, in Amerika oder Australien funktioniert das, aber bei mir nicht.“ Man muss natürlich auch sagen, was in unserer Kultur funktioniert.
Aber ich glaube, wirklich, Menschen bekehren sich auch heute noch in Deutschland, Schweiz, Österreich, wenn du von deinem Herrn begeistert bist und Liebe zu anderen Menschen hast.
Keine Erfolgsrezepte oder Erfolgsgarantie, aber das erleben wir doch überall. Oder hast du ein Beispiel aus einer anderen Kultur, das du gerne übernehmen würdest?
Ja, wenn ich nur daran denke, wie die Kirche, die Gemeinde wächst zum Beispiel in China. Dort spricht man davon, dass in den nächsten Jahren 100 Millionen Christen wiedergeboren sein werden. Das ist gewaltig. Oft im Untergrund, im Alltag, im Persönlichen.
Ich kenne keine konkreten Beispielgeschichten, aber ich kann mir vorstellen: Die machen keine großen Evangelisationsveranstaltungen. Da ist der Arzt, und das ist sein Arztkollege. Der sieht, wie der lebt, und kann mit ihm persönlich reden. Und so kommen Menschen zum Glauben – einfach durch persönliche Beziehungen.
Ja, ja. Vielleicht würde Sam Chan auch sagen, wir müssen mehr Offenheit entwickeln, auch mal anderes kennenlernen, mal jemanden begleiten und so. Dann kann ich ihn auch eher zu mir einladen.
Das ist vielleicht nicht ganz mein Geschmack, und ich kann um Bewahrung bitten. Aber es ist komisch, dass wir erwarten, dass die Leute zu uns kommen, aber wir gehen nicht zu ihnen.
Vielleicht fällt das in anderen Kulturen leichter. Da ist man sowieso großzügiger: Ich gehe zu meinem Nachbarn, mein Nachbar geht zu mir. Vielleicht hast du das ein bisschen auch?
Ja, aber Nachbar geht zu mir, ich gehe zum Nachbarn. Ich finde besonders den Aspekt der Gastfreundschaft wichtig. Wir haben schon mal darüber gesprochen: Das ist eine riesige Möglichkeit, einfach das Haus zu öffnen, Leute einzuladen oder auch mal zum Nachbarn zu gehen und sich in gewisser Weise abhängig zu machen.
Man sollte nicht sagen: „Nö, das ist mein Zuhause, da lasse ich niemanden rein.“ Sondern Gastfreundschaft und geübte Offenheit sind tolle Chancen, Menschen ins eigene Leben hineinschauen zu lassen.
Was würdest du sagen, wenn jetzt der eine oder andere Pastor oder Älteste zuhört? Wie kann man Einzelne oder Verantwortliche ermutigen, so eine Kultur mehr zu fördern? Der Pastor ist leicht zu gewinnen und sagt: „Ja, das brauchen wir wirklich in unserer Gemeinde.“ Aber ich kriege die Geschwister nicht motiviert. Was würdest du so jemandem sagen?
Ich würde sagen: Führ niemanden wohin, wo du nicht selbst bist. Ich würde erst mal versuchen, den Pastor in seinem eigenen Leben zu sehen: Wie lebt er selbst? Wenn ich merke, mein Gemeindeleiter hat mehr Kontakte als ich, und da kommen Leute zum Glauben oder zumindest Interesse, und er hat einen Bibelgesprächskreis mit dem und dem, dann motiviert mich das als Gemeindeglied mehr, als wenn er nur predigt und sagt: „Macht das mal alles, ich habe da mal eine Radiosendung gehört oder einen Podcast oder ein Buch gelesen.“
Das Beste ist, lebt das vor! Wenn das gar nicht geht, habt wenigstens solche, die das vorleben, und gebt ihnen Raum in der Gemeinde. Sag mal: „Christian, kannst du mir erzählen, wie dein Nachbar zum Glauben gekommen ist? Aber ausführlich, nicht nur an dem Abend, sondern wie die Geschichte eigentlich angefangen hat.“
Solche Geschichten motivieren mehr als ein „Ihr solltet eigentlich“. Ich sage mir das auch oft selbst: Man sollte eigentlich. Das funktioniert nicht. Das ist nicht authentisch und wird niemanden vom Hocker hauen oder aktivieren.
Genau, aber das finde ich ein schönes Beispiel: Einfach davon zu berichten, davon zu erzählen, das mit einzubringen in Gemeindeveranstaltungen – ob als persönliches Zeugnis oder Gebetsanliegen. Du hast schon genannt, dass man das lebt, dass ich das mit meinem Nachbarn oder Freund, der Christus noch nicht kennt, einfach mache und via Fortschritt meine Geschwister teilhaben lasse.
Das kann sehr ermutigend sein, wenn du das kultivierst und immer wieder machst, dass andere mal nachfragen: „Wem triffst du dich? Du erzählst das immer so, finde ich richtig cool. Kann ich da mal mit? Wie machst du das? Ich hätte da auch jemanden.“ So etwas habe ich schon erlebt. Das ist ermutigend. Dann entsteht das langsam. Dann ist es nicht von oben verordnet, sondern natürlich als Anliegen im Gemeindekontext eingebracht.
Oft ist es ja so, dass Gemeinden sehr herausgefordert sind: Wir haben volles Programm, so viel los. Wie sollen wir das noch machen? Wie wollen wir das noch unterbringen? Uns darin schulen lassen, es selbst leben? Da müssten wir ja Abstriche machen, vielleicht den Chor oder die Jungschar streichen. Das stellt manche vor Herausforderungen. Sie sagen: „Ich habe meine Arbeit, meine Gemeinde, und eigentlich gibt mein Freizeitkalender vor, wann ich Zeit habe. Für Beziehungen zu bauen, habe ich kaum Zeit.“
Das ist ein Problem, oder? Natürlich ist das ein Problem. Aber es ist ein hausgemachtes Problem, kein immanentes im Christentum. Unser Herr hat das anders vorgelebt. Er war drei Jahre hier im öffentlichen Dienst und hat nicht gesagt: „Ich habe ein Programm, das muss ich abspulen, ich habe keine Zeit für zwölf Beziehungen oder mal einen Nachmittag am Brunnen zu sitzen und auf eine einzelne Frau zu warten.“ Das ist uneffektiv?
Ja, genau. Irgendwas stimmt bei uns nicht, wenn wir sagen: „Wir leben ein gutes Christentum, aber Jünger zu machen ist nicht vorgesehen.“ Dann stimmt das nicht. Das ist das ureigentliche Programm: Macht zu Jüngern.
Nichts gegen Gemeindeveranstaltungen – wir brauchen Nahrung und Gemeinschaft. Aber wenn wir keine Zeit für Beziehungen zu Ungläubigen und Außenstehenden haben, keine Zeit, uns um sie zu kümmern, dann ist die Frage: Warum sind wir nicht gleich im Himmel? Warum sind wir nicht gleich entrückt worden, als wir uns bekehrt haben? Was soll das dann noch?
Viele Fragen, auch zur Einheit, werden dann geklärt sein. Nein, wir sind hier, um Zeugnis zu sein. Und das brauchen wir nicht nur Christen gegenüber, sondern wir sollten hier in der Dunkelheit scheinen und nicht das Licht der anderen immer mehr bewundern.
Die Herausforderung haben wir ja auch in einem der letzten Podcasts mit David Kröker besprochen, ebenso mit Holger Mayer im letzten Podcast. Wenn ihr den Podcast noch nicht kennt, hört euch die Folge mal an. Dort sprechen sie genau darüber, wie sich ihre Gemeindekultur verändert hat, als sie Kleingruppen gestartet und Jüngerschaft praktisch gelebt haben.
Ja, sehr gut.
Vorstellung des Produkts „Das Wort gemeinsam lesen“
Okay, Jochen, wir kommen zu Das Wort. Ja, endlich. Jochen hat schon die ganze Zeit darauf gewartet.
Jochen, was ist Das Wort gemeinsam lesen? Hier ist das Exemplar. Genau, das sind Hefte, die wir Bücher nennen, weil im Englischen „Book“ heißt. Wir brauchten einfach ein Wort dafür. Es handelt sich um Hefte mit einem Umfang von etwa achtzig bis maximal hundert Seiten. Darin findet man eine Lektüre, die uns allen bekannt ist – das Johannes-Evangelium. Aber immer in sehr kleinen Häppchen und mit ganz kurzen Erklärungen.
Für diejenigen, die schon viel wissen, wird das Buch vielleicht enttäuschend sein. Sie werden sagen, da stehen ja nur grobe Sachen. Aber wir werden überrascht sein, wie gerade diese einfachen Dinge noch einmal herausgestellt werden: „Ach, Jesus sagt dir also tatsächlich das.“ Hast du das gerade gemerkt? Er bekommt an der einen oder anderen Stelle Widerspruch, und wie reagiert er darauf? So wird der Text immer wieder betont.
Manchmal sind es vier Verse, manchmal nur ein Vers, manchmal auch zwölf Verse auf einer Seite – immer mit einer kurzen Anmerkung dazu. Der Leser wird wirklich gefangen genommen, aber nicht von den Anmerkungen, sondern vom Bibeltext, auf den immer wieder verwiesen wird.
Das ist das Wort gemeinsam lesen. Man geht so durch das Johannes-Evangelium, liest links den Bibeltext und rechts die Erklärung dazu. Aber ich lese das nicht nur für mich, nicht damit ich mehr Erkenntnis habe, sondern ich lese das mit dir, der du ein Außenstehender bist.
Wir haben uns darauf geeinigt. Du hast mich mal gefragt – oder ich habe dich aufgefordert – und gesagt: „Du redest immer so viel von ‚steht nicht in der Bibel‘, soll man einfach mal achtzehn Sätze aus der Bibel lesen?“ Ich habe da so ein Buch, da sind die ersten achtzehn Verse drin. Dann lesen wir, sitzen zusammen, und ich frage dich: „Willst du den Text lesen oder soll ich die Anmerkung lesen?“ Wir lesen gemeinsam, entweder laut oder leise. Danach frage ich dich: „Hast du eine Frage oder willst du etwas dazu bemerken?“ Du sagst: „Nee, bloß nicht jetzt in eine Diskussion kommen.“ Gut, dann blättern wir um und lesen weiter.
Irgendwann, wenn du die ganzen Erklärungen gelesen hast und wir gemeinsam zumindest so gelesen haben, kommt der Punkt, vielleicht sagst du: „Wenn Jesus wirklich so ist, wie er da steht, was macht das denn jetzt eigentlich mit mir?“ Das hast du ja noch nie so gesehen. Also liest du mit mir einfach nur Johannes 1, die ersten achtzehn Verse. Anschließend hast du eigentlich das Wesentliche über Jesus Christus kennengelernt und das Evangelium kennengelernt – aber auf eine Art und Weise, auf einer Ebene.
Wir haben dieselbe Bibel. Keine Studienanmerkungen. Du merkst, ich mache hier keine Fragestunde oder so. Ich sage dir nicht: „In Vers 1 wird Jesus das Wort genannt.“ Hier steht es einfach. „Hä, komisch, Jesus wird hier Wort genannt, warum wohl?“ Und dann wird das auch beantwortet – mit dem Text, aber nur ganz kurz. Nicht hochtheoretisch, nicht hochtheologisch, nicht so: „Da musst du mal im Hebräerbrief und Kolosserbrief vergleichen.“ Sondern einfach: „Guck mal, hier das Wort, was auch immer es ist, scheint von Anfang an da zu sein.“ Steht ja hier in Vers 2: „Und das Wort war bei Gott im Anfang.“ So wird immer wieder auf diesen Text verwiesen.
Ich fühle mich nicht überfordert als Christ. Boah, ich wüsste gar nicht, Johannes 1 so – boah, so ein schwieriges Kapitel. Da habe ich schon Predigten gehört, die sich zwei Stunden darüber ausgelassen haben, und man müsse das Griechische mindestens kennen. Nein, ich lese das mit dir, und du merkst, es ist nicht meine Autorität, sondern es ist wirklich der Text, der zu dir spricht. Und du sagst vielleicht: „War gar nicht so schlecht. Ich glaube, wir sollten morgen die nächsten achtzehn Verse lesen.“
So ist in einem Buch immer drei Teile oder manchmal auch vier Teile, die jeweils etwa zwanzig bis dreißig Minuten dauern. Man kann das natürlich ausdehnen, aber mach’s nicht zu lang, denn die Leute haben noch etwas anderes vor. Sie wollen jetzt nicht ihr Leben schon der Bibel widmen – vielleicht, wenn sie Christ geworden sind. Aber jetzt wollen sie einfach mal einen Abschnitt lesen und einen Eindruck bekommen.
Nach dem ersten Abschnitt haben sie wirklich den Eindruck: Dieser Jesus war schon etwas Besonderes. Wie die Bibel über ihn spricht – das ist wirklich entweder alles gelogen oder wirklich wahr. Da muss ich noch mal drüber nachdenken. Dann gibst du ihm das Heft, schenkst es ihm. Er hat jetzt dieselbe Bibel wie du und kann weiterlesen.
Oder du sagst: „Na, wie wäre es nächsten Mittwoch? Hast du Lust, lesen wir in der zweiten oder in 14 Tagen oder auch in drei Wochen weiter?“ Aber ich darf dich anrufen, und wir machen das Ding. Das ist das Wort gemeinsam lesen.
Jetzt hat Heuckebach das nicht selbst entwickelt, sondern es stammt von Engländern. Wie kam es dazu? Genau, das begann vor etwa zehn Jahren, glaube ich. Es heißt auf Englisch „The Bird One to One“. Wir haben das nicht mit „eins zu eins“ übersetzt, weil das auch als Maßstabsangabe verstanden werden könnte. Es steht aber für das Einzelgespräch, so ist es entwickelt worden.
Leute haben sich überlegt: „Ich habe einen Arbeitskollegen. Wir machen zusammen eine halbe Stunde Pause, sitzen auf der Parkbank und haben einfach Pause. Warum nicht einfach so ein einfaches Tool haben?“ Wenn ich jetzt eine dicke Bibel raushole, schleppe ich die erstens nicht in die Pause mit. Zweitens – wie gesagt – ist das so: Gleich und Ungleichgewicht.
Hier haben wir beide ein Heftchen. Möchtest du das? Oder sogar eine App, die gibt es auch auf dem Handy. Mach mal auf, installier mal kurz. Nach ein paar Minuten lesen wir beide auf dem Handy denselben Text und können uns darüber unterhalten oder einfach nur gemeinsam lesen.
So haben die das vor zehn Jahren entwickelt. Das hat großen Anklang gefunden. Zuerst dachten sie, das sei nur für eine bestimmte soziale Schicht, vielleicht Leute, die sehr ans Lesen gewöhnt sind. Die ersten Nutzer kamen eher aus den unteren sozialen Schichten.
Inzwischen wissen sie, dass das funktioniert – in Altenheimen, wenn ein Altenheimbewohner dem anderen sagt: „Hey, ich habe hier so etwas zum gemeinsamen Lesen.“ Es funktioniert unter Jugendlichen, Frauen mit Frauen, Männern mit Männern, Jugendlichen mit Jugendlichen.
So hat sich das nicht nur in Großbritannien, sondern auch in der englischsprachigen Welt ausgebreitet. Dann wurde es ins Spanische übersetzt, und inzwischen gibt es zumindest die PDF auf Ukrainisch, Russisch, Chinesisch, Französisch.
Wir durften jetzt diese Kooperation eingehen und konnten das im deutschen Bereich herausbringen. Der Vorteil: Im Deutschen gibt es dieses Buch sogar bei uns kostenfrei für den Besteller. Wir freuen uns, wenn Leute uns ein bisschen die Kosten erstatten oder spenden. Aber tatsächlich, wenn Geld das Problem ist, bekommst du das Heft bei uns sogar kostenfrei. Du kannst es bei uns bestellen.
Erfahrungen und Rückmeldungen zum gemeinsamen Lesen
Welche Erfahrungen haben die, die du erwähnt hast, gemacht? Du sagst, das hat richtig eingeschlagen und funktioniert sehr gut. Welche Erfahrungen haben die Engländer damit gemacht? Warum ist diese Art des gemeinsamen Bibellesens in dieser Form so gut geeignet?
Wenn ich es richtig verstanden habe, funktioniert es auch ohne vorbereitete Fragen ganz genau. Es ist wirklich so, dass wir auf Augenhöhe sind und nur gemeinsam lesen. Ich würde es als eine Lesehilfe bezeichnen – wenn Lesehilfe nicht immer negativ verstanden würde. Es ist wirklich eine Unterstützung, gemeinsam zu lesen, ohne Verpflichtung, Fragen zu beantworten oder vorzubereiten. Es geht nicht darum, eine Antwort zu erzwingen, indem man die richtige Frage stellt, sondern einfach gemeinsam zu lesen.
Welche Erfahrungen haben die Menschen damit gemacht? Wenn man sich auf thebird1to1.com anmeldet, bekommt man tatsächlich fast alle vier Wochen Zeugnisse von realen Personen. Diese berichten, dass sie es gelesen haben und begeistert sind. Irgendwann wird es fast langweilig, weil es so viele positive Rückmeldungen gibt. Aber es sind echte Menschen, keine Fake-Bewertungen. Man kann diese Personen besuchen und kennt sie.
In England gibt es schon viele solche Rückmeldungen, weil das Angebot dort schon länger besteht. In Deutschland haben wir noch keine Testimonien, da es hier erst jetzt auf den Markt kommt. Deshalb hast du mich eingeladen, darüber zu sprechen, damit es auch in Deutschland bekannt wird.
Ich lese mal ein paar Beispiele vor: Lucy schreibt, sie dachte, sie müsste die richtigen Fragen kennen und die besten Antworten geben. Aber es ist so natürlich, einfach zwei Freundinnen, die gemeinsam die Bibel lesen und ein tolles Gespräch darüber führen. Elli, ebenfalls eine Frau, schreibt, dass das Lesen des Johannes-Evangeliums mit anderen den Menschen wirklich einen Rahmen gibt, um Gott und seinen Charakter zu verstehen, wie er sich in Jesus und seinem Leben auf Erden zeigt. Über das Wort zu sprechen und es jemand anderem zu erklären, ist eine freudige Erfahrung, weil man gemeinsam lernt und das Wort gemeinsam wertschätzt.
Caroline und andere haben ganze Videos dazu, in denen immer wieder Leute kurze Statements geben. Die Christen sind begeistert. Manche berichten sogar, dass sie so zum Glauben gekommen sind und sagen, dass es ihnen wirklich total geholfen hat.
Vor allem geht es ja auch weiter: Jüngerschaft bedeutet, dass Leute zusammen sind, eine Beziehung haben und gemeinsam die Bibel lesen. Es ist nicht mehr so, dass jemand einmal auf einer Evangelisation war, sich bekehrt hat und dann erst mal allein herausfinden muss, wie das Leben weitergeht. Sondern es geht weiter: Wir haben zusammen gelesen, du bist zum Glauben gekommen, und dann lesen wir gemeinsam weiter. Vielleicht nicht in dieser Serie, sondern tiefer. Aber es ist sehr natürlich.
Zum besseren Verständnis: Es ist kein Bibelkurs, es gibt keine vorbereiteten Fragen, und es ist auch nicht so, dass jemand, der die Bibel besser kennt, alles erklären muss. Man schlägt einfach auf, liest zusammen, lässt das Wort wirken und liest weiter.
Ich sage wirklich: Der Autor des Buchs ist der Experte, den wir jetzt als dritten am Tisch haben. Ich bin nicht der Experte. Du hast also auch kein Leiterheft?
Ganz genau. Es gibt kleine Erklärungen im Text, zum Beispiel: „Hier ist eine Rede von Pharisäern.“ Dann steht eine Anmerkung: „Pharisäer waren meist lokale Würdenträger, die sehr religiös waren und ein hohes Ansehen genossen.“ Das lasse ich so als Erklärung für meinen außenstehenden Freund stehen. Das haben wir beide gelesen. Ich muss nicht sagen: „Weißt du, über Pharisäer könnte ich dir noch dies oder das erzählen.“ Das ist der Text dazu, der erklärt, was man wissen muss, um das Wort „Pharisäer“ zu verstehen.
Ich bin nicht die Instanz, die alles besser weiß und sagt: „Du hast hier nur das Wort und die kleine Erklärung gelesen, ich könnte dir noch mehr erzählen.“ Ich spiele wirklich die Rolle, dass wir gemeinsam lesen und uns dann fragen, was das Gelesene mit uns macht.
Es gibt ganz einfache Zusammenfassungen des Textes, die sehr durchdacht sind. Sie sind so gestaltet, dass jeder sie verstehen kann, ohne zu tief ins Griechische oder in die Theologie einzutauchen. Man merkt, dass sich die Autoren den Text wirklich gut durchdacht haben. Sie überlegen, wie man den Text in kleine Häppchen gliedert und immer die Hauptbotschaft herausstellt.
Manchmal gibt es auch Zusammenfassungen, die grafisch hervorgehoben sind, sodass man die Botschaft gut mitnehmen kann. Nach jedem Abschnitt – ich würde nicht „Lektion“ sagen, weil das zu sehr nach Lehren klingt – gibt es eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Versen.
Zum Beispiel haben wir gelesen, dass Jesus sagt: „Ich bin das Brot.“ Dann wird noch einmal zusammengefasst, was Jesus damit meint. So habe ich eine kleine Zusammenfassung, die ich nochmal sagen kann: „Ja, das haben wir gelesen, das hat wirklich Bedeutung.“
Das entlastet auch den Gesprächsführer – den es eigentlich gar nicht gibt. Als Christ werde ich entlastet, weil ich hier eine Zusammenfassung habe. Jeder kann das machen, es sind keine besonderen Vorkenntnisse nötig. Sehr, sehr schön.
Du hast eben schon gesagt: „Komm, lass uns mal die ersten 18 Sätze lesen.“ Daraus habe ich verstanden, dass man sich nicht verpflichten muss, das ganze Johannes-Heft zu lesen. Man kann einfach sagen: „Wir fangen mal an, wir machen mal das erste Heft.“
Wie viele Treffen sind das?
Das sind drei Treffen, aber ich würde nur zu einem Treffen einladen – die erste Hälfte, den ersten Teil. Wenn dann jemand beim Blättern sagt: „Hier gibt es noch mehr“, können wir auch gerne gemeinsam weiterlesen.
Ich würde nicht sagen: „Du musst jetzt dreimal kommen.“ Es ist viel leichter einzuladen: „Wollen wir mal die ersten 18 Sätze lesen?“ Das klingt so, als ob ich auch danach „Nein“ sagen könnte.
Warum „Das Wort“ besonders für Alltagsmissionare geeignet ist
Warum ist das Wort gerade für Alltagsmissionare so hilfreich?
Das liegt daran, dass man das Wort gemeinsam liest. Dabei meine ich nicht nur die Bibel als Ganzes, sondern speziell das Wort als Grundlage. In der Alltagsmission geht es darum, Beziehungen aufzubauen. Man liest gemeinsam ein Buch. Manche Menschen machen das sogar über größere Entfernungen hinweg, sagen: „Wir sind Freunde, wir lesen gemeinsam ein Buch und tauschen uns darüber aus.“
Das ist hilfreich, weil viele sagen: „Ich habe jetzt eine Beziehung, aber wie komme ich den nächsten Schritt weiter, um das Evangelium anzusprechen, ohne komisch zu wirken?“ Man hat sich über gemeinsame Hobbys unterhalten, man mag sich. Aber wie spricht man das Evangelium an? Manche sagen dann: „Hey, ich habe hier ein Heft, wollen wir mal in der Bibel lesen?“ Der Rest läuft dann über das Heft. Dabei kann man auch eine gewisse Distanz wahren. Man kann sagen: „Schau mal, was steht hier. Was denkst du darüber?“ So muss man nicht direkt sagen: „Du musst mir jetzt zustimmen oder widersprechen.“ Es ist leichter, einem Heft zu widersprechen als direkt einer Person. Oder man sagt: „Das verstehe ich nicht. Wie siehst du das?“ So entsteht ein Dialog.
Warum gerade das Johannes-Evangelium und nicht Markus oder Lukas? Natürlich könnte man auch andere Evangelien verwenden. Wir wollen die Bibel nicht gegeneinander ausspielen. Aber es bietet sich das Johannes-Evangelium besonders an, weil der Prolog in den ersten 18 Versen quasi das komplette Evangelium enthält. Man erfährt, wer Jesus ist, woher er kommt, dass wir in der Finsternis wandeln und dass er uns retten muss. Retten heißt hier: ihn aufnehmen, annehmen, an ihn glauben. All das steckt in den ersten 18 Versen.
Wenn du nur diesen einen Einstieg hast, ist er gut gesetzt. Bei anderen Evangelien hättest du eher Schwierigkeiten, zum Beispiel bei der Geburtsgeschichte, daraus das ganze Evangelium abzuleiten. Das ist weiter weg vom Text. Lukas wird später darauf hinweisen, aber das ist komplizierter. Ich glaube, das Johannes-Evangelium ist dafür sehr gut geeignet.
Es gibt das Ganze demnächst auch auf Englisch und in anderen Sprachen. Es gibt auch schon eine Version mit der Apostelgeschichte, aber wir haben erst einmal mit dem Johannes-Evangelium angefangen.
Cool, ich bin total begeistert davon. Vielleicht habe ich es auch schon selbst ausprobiert, und jetzt will ich, dass meine ganze Gemeinde das macht. Wie gehe ich da am besten vor?
Setz dich mit den Leuten von Heukelbach zusammen, lade den Außendienst von Heukelbach ein, damit sie das in deiner Gemeinde vorstellen. So wie wir das jetzt besprochen haben, aber mit mehr Konzentration auf dieses Tool. Frag, ob man das bei euch vorstellen kann. Vernetz dich mit uns. Es gibt auch eine Webseite dazu.
Geh auf unsere Webseite, registriere dich dort. Dort findest du auch Videos und weitere Informationen. Bildet eine kleine Community, die immer mehr wächst. Leute, die das anwenden, sich gegenseitig ermutigen und vielleicht auch füreinander beten. Zum Beispiel: „Ich fange morgen mit Peter an, ich bin schon ganz aufgeregt.“ – „Okay, wir beten für dich.“
Gibt es Schulungsmöglichkeiten, die ich einfach selbst machen kann?
Ja, auf der Webseite gibt es Videos, die die wichtigsten Fragen beantworten. Außerdem werden Online-Seminare angeboten. Tragt euch dort ein und meldet euer Interesse an einem Online-Seminar an. Holger Bach bietet beispielsweise einen Zoom-Call an. Dort wird etwa eine Stunde lang über das Thema gesprochen, das Tool vorgestellt und es gibt die Möglichkeit zum Austausch. Man kann Fragen stellen, zum Beispiel: „Ich habe an dieser Stelle eine Schwierigkeit“ oder „Wie macht ihr das eigentlich?“ So kommen wir miteinander ins Gespräch. Wir sind ja alle Lehrende.
Ich finde das mega spannend und freue mich sehr, dass es jetzt da ist. Ich würde es auf jeden Fall anwenden und bin sehr gespannt. Ich bin es gar nicht gewohnt, auf diese Weise zu arbeiten, sondern immer mit Fragen. Ich weiß gar nicht, wie das wird.
Ich habe mich auch gefragt: Wenn jemand sagt: „Christian, das verstehe ich nicht. Ich habe da und da mal gelesen.“ Greife ich dann vor, hole ich meine Bibel raus und erkläre mehr? Oder sage ich: „Nein, wir lesen nur das.“ Wie würdest du das machen?
Ich glaube, man muss keine Vorschriften machen. Aber ich würde empfehlen, wirklich Vertrauen in dieses Produkt zu haben. Lest es euch erst einmal selbst durch. Am besten alle drei Hefte, damit du weißt, dass du darauf vertrauen kannst. Du kannst dann sagen: „Hey, in Kapitel vier kommen wir noch dahin.“
Natürlich gibt es keine Vorschrift. Wenn du der Typ bist, der gerne Fragen stellt, dann lass dich davon leiten. Aber ich glaube, du brauchst das nicht. Du brauchst nicht auf deine große Bibelkenntnis oder deine Studienbibel zurückzugreifen.
Als Vorbereitung würde ich empfehlen, nicht alle möglichen Fragen vorzubereiten oder zu notieren, die eventuell kommen könnten. Mach das bloß nicht. Hab wirklich dasselbe Heft wie der andere, damit ihr auf Augenhöhe seid. Sei begeistert von dem Text, von der Zusammenfassung und den Hervorhebungen in diesem Buch. Verinnerliche sie. Das ist es, was ein Gespräch wert ist.
Sehr schön, so machst du richtig Lust auf das Produkt.
Das Wort gibt es jetzt im Shop zu bestellen. Bestellt es euch. Wir sind natürlich ganz gespannt auf eure Erfahrungen. Wenn ihr angefangen habt, erst einmal selbst zu lesen, hat Jochen gesagt, dann gemeinsam mit jemandem. Erzählt uns gerne davon. Schreibt uns unter info@heukebach.org, was eure Erfahrungen mit Das Wort sind. Tragt euch auch für das Online-Seminar ein. Sicher habt ihr auch Fragen, die ich jetzt gar nicht gestellt habe – zum Produkt, zum Team oder wie man damit arbeitet.
Jochen, vielen herzlichen Dank. Ich komme zum Schluss und habe noch drei Fragen zum Abschluss.
Abschlussfragen und Empfehlungen
Einmal: Welches Buch kannst du empfehlen, außer dem Wort zum Thema missionarisches Bibellesen? Natürlich die Bibel, aber das meinst du jetzt nicht.
Ja, ich glaube, wir haben das schon mal hier empfohlen. Aber „Insider“ ist ein Buch, das, glaube ich, ganz gut die Kultur des gemeinsamen Beziehungsaufbaus beschreibt und dann auch auf die Bibel eingeht. Sam Chen haben wir schon erwähnt. Vielleicht auch diesen Klassiker von Peterson: „Evangelisation – ein Lebensstil“. Das muss ich sagen, das ist so das Buch, das mir gezeigt hat, dass es keine Veranstaltung ist, sondern eine Lebenskultur, ein Lebensstil. Das würde ich so empfehlen.
Was ist deine eigene größte Herausforderung bei dem Thema evangelistisches Bibellesen?
Dass ich in einer Stiftung arbeite, in der fast alle Menschen gläubig sind. Also ich habe ein Feld, das viele haben, nicht mehr: Arbeitskollegen. Außerdem ist der Job auch sehr beanspruchend. Aber ja, ansonsten ist das für mich jetzt auch neu. Ich bete einfach darum: Herr, schenk mir Gelegenheiten, du kennst meine Möglichkeiten. Schenk mir mindestens eine Gelegenheit, in der nächsten Zeit jemanden darauf anzusprechen: „Willst du mit mir mal das Wort gemeinsam lesen ausprobieren?“ Ja.
Sehr schön. Welchen Tipp hast du für unsere Hörer, den sie gleich jetzt in den nächsten Tagen umsetzen können, wenn sie anfangen möchten, mit jemandem die Bibel zu lesen?
Ja, bete zuerst für die Person. Bete darum, dass Gott das vorbereitet. Dann wird alles einfach. Wenn du auf jemanden triffst, den Gott vorbereitet hat, brauchst du nur so eine Philippusfrage stellen: „Verstehst du überhaupt, was du liest?“ Und wenn die Person „Nein“ sagt, dann kannst du sagen: „Kommst du bitte hoch und erklärst mir das?“ Dann wird es einfach. Hast du den Punkt?
Sehr schön. Jochen, herzlichen Dank für das Gespräch, es war gut.
Ich danke auch euch fürs Zuhören und Zuschauen und sage einfach: Tschüss, bis zum nächsten Mal.
Tschüss!