Einführung: Das Dilemma der Schuld und der Hölle
Ich habe in meinem Leben viele Fehler gemacht und viel Leid sowie Ungerechtigkeit in die Welt gebracht. Dabei stecke ich in einem Dilemma.
Ich weiß, dass ich schuldig bin, und ich fühle mich auch schlecht. Aber sobald ich an die Hölle denke, frage ich mich: Ist das nicht viel zu extrem? Und darauf gibt es eine Antwort.
Um die Nachfolge zu verteidigen, mach dich Hashtag Bibelfit. Ich bin Markus Voss, und hier machen wir drei Dinge:
Wir versuchen, tiefer in die Bibel einzutauchen.
Wir überlegen, wie du und ich Jesus im modernen Alltag nachfolgen können.
Und wir beantworten taffe Fragen, die die Gesellschaft uns Christen stellt.
Zu alldem gibt es Dutzende kostenfreie Tools: Hörbücher, Online-Kurse, Tageschallenges und praktische Alltagsgegenstände, die du dir auf der Website gratis mitnehmen kannst.
Zur Transparenz: Finanziert wird all das durch kleine monatliche Spenden von Menschen wie dir und mir aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das ist sehr hilfreich, weil dieses ganze Projekt hier langsam Fahrt aufnimmt. Vielen Dank!
Das Beispiel eines kurzen Verbrechens und die Frage nach der Strafe
Stell dir einmal vor, du begehst ein zeitlich begrenztes Verbrechen. Du betrittst einen Fair-Trade-Laden und entdeckst dort ein T-Shirt, das dir wirklich gut gefällt. Du schaust dich um und stellst fest, dass du gerade allein im Laden bist. Die Kassiererin befindet sich im Lager, es gibt keine Überwachungskameras, und in der Ecke, in der du stehst, kann dich niemand sehen.
Du nimmst deinen Rucksack ab, steckst das Kleidungsstück hinein, verschließt den Rucksack wieder und gehst langsam aus dem Laden hinaus. Du hast nun das Kleidungsstück gestohlen, eine Straftat begangen, und bist ab jetzt ein Dieb – vor der Ladeninhaberin, vor der Gesellschaft und vor dem Rechtsstaat.
Doch noch mehr: Das war und ist eine Sünde, sogar eines der zehn Gebote, und ein eklatanter Verstoß gegen eines der heiligen Gesetze, die Jesus Christus ausdrücklich bestätigt hat. Dieser Diebstahl macht dich auch vor Gott zum Dieb, zum Sünder und zum schuldigen Verbrecher.
Die ganze Sache war so schnell vorbei, du hättest so lange die Luft anhalten können. Es hat keine fünfzehn Sekunden gedauert, bis du wieder auf der Straße draußen warst. Aber sollst du jetzt als Konsequenz dafür die Höllenstrafe bekommen? Und nicht nur für die fünfzehn Sekunden, wie lange dein Verbrechen gedauert hat, oder für fünfzehn Tage oder sogar fünfzehn Jahre, sondern noch weitaus länger – als wären es fünfzehntausend Jahre?
Für diese fünfzehn Sekunden, ohne Bewährung, unbegrenzt und buchstäblich für Abermillionen Jahre, also ewig, bestraft werden – und das sogar noch in der Hölle? Ist das nicht viel zu extrem?
Warum gibt es für zeitlich begrenzte Verbrechen eigentlich zeitlich unbegrenzte Strafen? Wie du auf solche und noch schwierigere Fragen antwortest, dafür kannst du dir gern die Tipps für Gespräche mit kritischen Nichtchristen ansehen. Dort findest du zehn wertvolle und praktische Hinweise für die häufigsten harten Nüsse und härtesten Fragen, die Leute an deinen Glauben stellen.
Der Link ist unter diesem Video. Nimm es dir gern kostenlos mit, denn alles, was du und ich jetzt machen, baut direkt darauf auf.
Also, hier sind fünf kurze biblische Antworten auf diese Frage. Der fünftwichtigste Punkt...
Fünf kurze biblische Antworten auf die Frage nach der Hölle
5. Missverständnis über Himmel und Hölle ausräumen
Weißt du, ganz häufig beobachte ich, dass viele Menschen, wenn sie über diese Frage oder überhaupt über die Hölle nachdenken, ein großes Missverständnis haben. Dieses Missverständnis müssen wir zuerst ausräumen.
Es ist sehr wichtig zu verstehen: Der Himmel ist keine Belohnung dafür, Christ zu sein. Und die Hölle ist keine Strafe dafür, Jesus abzulehnen – oder so ein Blödsinn.
Ich zumindest befinde mich nicht in einer neutralen Ausgangsposition. Ich bin nicht in internationalen Gewässern und könnte einfach überlegen, worauf ich Lust habe. Nein, ich habe gesündigt, verstehst du das? Ich bin ein Verbrecher gegen die ewigen Gesetze. Ich bin schuldig. Meine eigenen Taten klagen mich an und verurteilen mich.
Ich sitze bereits in Untersuchungshaft und warte nur darauf, dass der Haftrichter – der Tod – kommt und mich dem Richter vorführt. Und der Richter muss mich aufgrund der belastenden Beweislage, die ich selbst geschaffen habe, verurteilen.
Du und ich, wir sitzen bereits in der Todeszelle. Jeder, der das leugnet, hat schlicht und einfach noch nicht verstanden, wie ernst Sünde wirklich ist. Frag mal Adam und Eva dazu.
Das heißt: Für dich und mich ist diese Frage keine neutrale Angelegenheit, über die wir aus akademischer Distanz abstrakt philosophieren können. Hier geht es um Leben und Tod, hier geht es um Himmel und Hölle.
Viertens: Ein wichtiger Punkt ist das Wort "Ionius".
4. Das Wort „Ionius“ und die Dauer der Höllenstrafe
In der Vergangenheit habe ich auf diesem Kanal bereits mehrere Videos über die Hölle gemacht, die auch viel angesehen wurden. Dabei gab es manchmal Kommentare von Leuten, die sich sehr aufgeregt haben. Sie behaupteten, ich wolle euch nur Angst machen. Außerdem sagten sie, ich glaube nur deshalb, dass die Hölle angeblich ewig sei, weil ich in der Offenbarung einen Vers gelesen habe, in dem das Wort „aionios“ vorkommt.
Diese Leute meinen, ich würde fälschlicherweise glauben, dass „aionios“ bedeutet, dass die Hölle ewig ist. In Wahrheit hätte dieses Wort eine ganz andere Bedeutung. Wenn ich Griechisch sprechen könnte und den Urtext lesen würde, dann würde ich euch so etwas nicht erzählen, behaupten sie.
Ich habe diesen Leuten in den Kommentaren kurz geantwortet, weil ich das Gefühl habe, dass sich hier Halbwissen verbreitet. Zunächst einmal: Selbst wenn das Wort „aionios“ das bedeuten würde, was diese Personen sagen, macht das keinen Unterschied. Denn die Argumentation, dass die Hölle wirklich ewig ist, bezieht sich gar nicht auf diese Verse in der Offenbarung. Übrigens sind das auch keine Verse, die ich in meinen Videos jemals erwähnt oder auf die ich etwas aufgebaut habe.
Das heißt: Selbst wenn das, was sie behaupten, stimmen würde, spielt das für die Argumentation überhaupt keine Rolle. Es gibt Dutzende Bibelstellen und auch viele Stellen im Neuen Testament, in denen Jesus selbst begründet, dass die Hölle sehr wohl ewig ist.
Als zweite Antwort: Normalerweise würde ich so etwas nicht betonen, aber an dieser Stelle bitte ich um Verständnis. Als studierter Diplom-Theologe, der mehrere Stipendien erhalten und bundesweite Forschungspreise gewonnen hat, als Bibelwissenschaftler, der alle biblischen Sprachen studiert und viele Jahre an mehreren Universitäten Hebräisch und Altgriechisch unterrichtet hat, versichere ich dir: Im Urtext steht, dass Himmel und Hölle beide unumkehrbar sind. Beide sind wirklich zeitlich unbegrenzt und ewig.
Wo genau das steht und warum das so ist, werde ich in Kürze in einem eigenen Beitrag hier auf diesem Kanal ganz in Ruhe und einfach verständlich darlegen. Drückt gern die Glocke, dann wird dir dieses Video auch angezeigt, und wir können diese Debatte zur Ruhe legen.
Drittwichtigster Gedanke:
3. Die Ewigkeit jeder Strafe verstehen
Im Grunde ist jede Strafe ewig. Denk einmal ganz kurz darüber nach. Stell dir einfach vor, du bist im Gefängnis. Dieses Jahr möchte ich, wenn möglich, gerne einen Gefängnisseelsorger für diesen Kanal interviewen.
Du wirst aus dem Gefängnis entlassen. Viele ehemalige Häftlinge haben große Schwierigkeiten, wieder Anschluss an ein normales gesellschaftliches Leben zu finden. Das hat mehrere Gründe. Einer davon ist, überlege einfach mal selbst ganz ehrlich – du musst nicht darauf antworten, frag dich nur selbst: Wenn du Arbeitgeber oder Personaler bist und zwei Bewerber mit gleichen oder ähnlichen Qualifikationen hast, wen würdest du lieber einstellen? Denjenigen mit Vorstrafe, der im Gefängnis war, oder den ohne?
Weißt du, was ich meine? So denken viele Menschen. Daraus sieht man, dass eine Gefängnisstrafe nicht einfach mit der Haftzeit abgegolten ist. Sie wirkt weiter und hat Konsequenzen. Diese können nicht nur die Karriere und das Erwerbsleben betreffen, sondern den gesamten Lebenslauf und damit natürlich auch die Familien, die Kinder und die Enkel.
In einem anderen Kontext ist mir das gerade sehr präsent. Ich bin zurzeit verlobt und wir werden bald heiraten. In den letzten Monaten haben wir mit vielen klugen Menschen über die verschiedenen Lebensbereiche gesprochen und alles durchdacht. Meine Verlobte ist sehr nachsichtig und vergebend.
Tatsächlich habe ich im Laufe meines Lebens eine Reihe von großen und schweren Fehlern gemacht. Darüber habe ich hier und auch in meinem vorletzten Buch öffentlich gesprochen. Das hat mich unglaublich viel gekostet, auch finanziell. Diese Dinge sind zwar längst vorbei und bezahlt, aber ich bin finanziell noch lange nicht da, wo ich gerne sein würde oder sein könnte.
Für meine Verlobte ist das in Ordnung. Aber ich mache mir selbst teilweise noch Vorwürfe, besonders weil ich das beim Finanziellen sehe. Ich denke oft: „Oh Mann, ich würde so gerne mit uns in einem anderen finanziellen Status in unsere Ehe starten, als wir es gerade tun.“ Ich weiß, dass dieses Geld, das uns aufgrund meiner Fehler fehlt, wir unser ganzes Leben lang nicht haben werden – und das wird sich sogar über Generationen hinweg auswirken.
In gewisser Weise sind das die für immer nachhaltigen Konsequenzen von Fehlern, die ich vor vielen Jahren begangen habe. Wenn du darüber nachdenkst, ist vieles, was du gerade erlebst, eine Folge von Fehlern, die Menschen vor dir gemacht haben. Wir sprechen hier noch nicht einmal von großen Themen wie dem Klimawandel. Aber die Welt, die du vorfindest, hast du ja nicht selbst geschaffen. Sie ist geprägt von vielen negativen Punkten wie Umweltverschmutzung, die durch Fehler anderer entstanden sind.
Und das vergeht nicht einfach. In gewisser Weise ist das so und wird immer so sein. Jemand, der einmal eine Geldstrafe bezahlt hat oder im Gefängnis war, wird immer als verurteilter Verbrecher gelten. Er wird immer jemand sein, der im Gefängnis war – ein Häftling.
Biblisch betrachtet kannst du dazu einfach Adam und Eva fragen. Du und ich leben in einer Welt, die unter anderem eine Konsequenz des Sündenfalls ist. Und wir tragen mit den Sünden, die wir jeden Tag begehen, dazu bei, dass es so bleibt.
Zweitwichtigster Punkt:
2. Unterschiedliche Strafen in der Hölle
Und das würde ich jetzt überraschen: Die Hölle ist nicht für alle gleich.
Stopp! Bevor du jetzt wegschaltest und denkst: „Hä, was soll das denn sein?“, denk mal ganz kurz darüber nach. Gib mir einen Augenblick, das zu begründen, weißt du?
Vielleicht hast du schon mal vom spätmittelalterlichen Dichter Dante Alighieri gehört. Dante Alighieri ist jemand, dessen Werke ich damals im Studium gelesen habe. Sein vielleicht berühmtestes Werk ist die sogenannte Komedia, die Divina Commedia, die sogenannte göttliche Komödie.
Das ist nicht Komödie, weil es lustig wäre, sondern weil als Komödie etwas bezeichnet wird, das ein Happy End hat. Die Divina Commedia hat ein tief trauriges und trotzdem schönes Happy End – aber das ist ein anderes Thema. Dazu werden wir später auf diesem Kanal ein eigenes Video machen, in dem wir darüber sprechen, wie Dante das Jenseits beschreibt und wie er die Hölle darstellt.
Dantes Inferno ist nämlich der erste von drei Teilen der Divina Commedia. Dort gehen wir dann ganz in Ruhe darauf ein. Jedenfalls beschreibt Dante das Jenseits in drei Teilen: Er zeigt, wie die Hölle aussieht, dann beschreibt er das Purgatorium, was wir manchmal als Fegefeuer interpretieren. Das ist bei ihm ein umgedrehter Berg – das ist ganz, ganz spannend. Danach beschreibt er das, was wir als Himmel bezeichnen.
Bei Dante ist die Hölle in neun verschiedene Kreise aufgebaut. Je nachdem, welches das schlimmste Verbrechen ist, das du in deinem Leben begangen hast, kommst du in einen dieser neun Kreise der Hölle. Das bedeutet, Dante beschreibt, dass die Hölle tatsächlich für jeden Menschen komplett unterschiedlich ist.
Als ich das damals gelesen habe, fand ich das aus mehreren Gründen nicht nur faszinierend und interessant, sondern auch persönlich und emotional sehr ansprechend. Ich dachte aber immer, dass das entweder Dantes Fantasie ist oder eine spätmittelalterliche, katholische mythologische Vorstellung. Ich hätte nicht gedacht, dass das eine biblische Grundlage hat.
Doch dieses Grundprinzip – dass die Hölle nicht für alle gleich ist, sondern verschiedene Menschen verschiedene Strafen und Konsequenzen erwarten – ist zu meiner eigenen großen Überraschung tatsächlich ein biblisches Prinzip. Viele Jahre lang habe ich einfach darüber hinweg gelesen und angenommen, dass Dante das dichterisch ausschmückt. Das ist ja sowieso klar, aber das Grundprinzip findet sich wirklich im Neuen Testament.
Zuerst wollte ich das an dieser Stelle ausführlich erklären, aber dann würde dieses Video zu lang werden. Deshalb machen wir das in einem der allernächsten Videos.
Führ dir mal kurz vor Augen, dass das die komplette Ausgangssituation ändert. Wenn das wirklich stimmt, dass die Hölle für jeden anders ist, dann heißt das: Ein Mao oder ein Leopold wird ein völlig anderes Jenseits vorfinden als ein Zuhälter, der bedürftige Frauen in Prostitution und Sklaverei verkauft. Und selbst ein Zuhälter wird ein anderes Jenseits vorfinden als ein raffgieriger Hedgefondsmanager, der den Ruhestand und die Lebensersparnisse seiner Kunden mit Derivaten verzockt.
Was genau die Bewertung einzelner Sünden ist, kann ich keineswegs in allen Fällen aus der Bibel herauslesen – das weiß ich nicht. Aber darum geht es ja auch gar nicht, sondern um das Grundprinzip: unterschiedliche Sünden, unterschiedliche Strafen.
Sobald du dir das vor Augen führst, ändert das alles. Es ändert die komplette Ausgangssituation. Früher dachte ich bei dieser Frage immer: Es kann ja nicht sein, dass alle Menschen die absolute schlimmstmögliche Maximalstrafe der Hölle bekommen. Es kann doch nicht sein, dass ein Hitler eine ganz ähnliche Strafe bekommt wie etwa jener Hedgefondsmanager oder jener Zuhälter.
Aber das ist ja gar nicht so. Wenn du dir vor Augen führst, dass es unterschiedliche Strafen im Jenseits für unterschiedliche Vergehen gibt und nicht jeder die absolute Höchststrafe erhält, dann ist das eine völlig andere Situation.
Und das ist der erstwichtigste Punkt.
1. Der grösste Denkfehler in der Betrachtung von Sünde und Strafe
Unser größter Denkfehler
Ich denke, dass wir als Gesellschaft und auch wir als Christenheit einen echten Denkfehler haben, sobald es um die Hölle und Höllenstrafen geht. Halte dafür mal Folgendes vor Augen: die zehn Gebote, die Jesus Christus im Neuen Testament bestätigt.
Meiner Meinung nach hat Gott sich viel bei der Reihenfolge dieser Gebote gedacht. Schau dir die Gebote einfach mal von hinten nach vorne an. Von hinten nach vorne fängt es ja an mit: Nicht begehren, nicht lügen, nicht stehlen, nicht ehebrechen, nicht morden, die Eltern ehren, Gottes Zeit ehren, Gottes Namen nur respektvoll in den Mund nehmen. Und das zweite der zehn Gebote lautet direkt: Mach dir kein eigenes Gottesbild.
Warum ist das so wichtig? Ganz einfach: Gott ist der Ursprung der Realität. Wenn wir ein falsches Gottesbild haben, dann haben wir ein falsches Bild der Realität. Und wenn du ein falsches Bild der Realität hast, dann bist du verloren. Dann weißt du gar nicht, wo oben und wo unten ist. Das ist, als ob du in einem fremden Land im Auto bist und das Navi nicht nur verrückt spielt, sondern dir eine falsche Karte anzeigt. Wie willst du dich dort jemals irgendwie orientieren?
Manchmal ist die Realität anders, als du und ich uns die Realität vielleicht wünschen. Definitiv. Und manchmal würden wir auch so gerne wollen, dass sie anders ist. Aber nur, dass wir uns das wünschen, das reicht nicht. Du und ich, wir können nicht sinnvoll gegen die Realität ankommen.
Ich denke, das ist eine ganz, ganz wichtige Aufgabe im menschlichen Leben, aber auch einfach im Erwachsenwerden: Wir müssen uns auf eine Linie bringen mit der Realität. Psychische Gesundheit heißt, die Realität akzeptieren zu können und mit der Realität zu lernen umzugehen, statt mit unserem Wunschbild.
Weil es hier um wirklich etwas geht, ist es so unglaublich wichtig, dass wir die Realität zulassen, dass wir Gottes Realität zulassen, statt unsere eigenen Vorstellungen ihr überstülpen zu wollen. Und das gilt ganz besonders, sobald es um das Jenseits geht und um die Frage, wo du und ich die Ewigkeit verbringen.
Es gibt nämlich nur zwei Möglichkeiten: das, was wir vereinfacht den Himmel nennen, und das, was wir vereinfacht die Hölle nennen. Und wenn das wirklich so stimmt, wie Jesus Christus das selbst sagt – also mal alle Bewertungen außen vor –, dann atme mal ganz tief durch und denke rein logisch.
Wenn wir sagen, dass eine Strafe zu hart ist für ein Vergehen, was machen wir dann? Dann beurteilen wir vom Vergehen aus die Strafe. Wir gucken uns unbewusst das Vergehen an und haben unbewusst in unserem Hinterkopf irgendwie unausgesprochen eine Spanne, eine Skala, welche Strafe vielleicht angemessen wäre. Und jeder hat andere Empfindungen dazu, was an der Stelle jetzt zu lax und was zu hart wäre.
Schön und gut, aber das Ding ist: Diese innere Spanne nehmen wir dann, um das äußerliche Vergehen zu beurteilen. Das heißt, du und ich gehen also von uns aus und davon, wie klein oder groß wir persönlich denken, dass das Vergehen ist und wie die Strafe sein sollte. Weißt du, was ich meine?
Wenn du jetzt Bundestagsabgeordneter oder Bundestagsabgeordnete bist und du kannst die Legislative eines Landes mitbestimmen, dann ist das auch okay, weil du die Regeln machst und derjenige bist, der hier die Gesetze schreibt. Aber so ist das ja nicht in der Realität.
Hier in der Realität, in der echten Welt, gibt es schon Regeln. Hier hat Gott schon Gesetze geschrieben. Und wenn du wissen willst, wie ernst es in einem Land um die Einhaltung einer Regel bestellt ist, dann musst du nur gucken, was dafür die Strafe ist.
Vorsätzlicher Mord beispielsweise wird in praktisch allen europäischen Ländern mit lebenslänglichen Freiheitsstrafen geahndet. Du kannst also auf die Strafe gucken und von dort aus schließen, wie ernst diese Regel ist. Die Strafe sagt dir, wie ernst die Regel ist und wie ernst das Vergehen auch in Wirklichkeit ist.
So ist es auch mit Sünde. Die Strafe dafür sagt dir, wie brutal ernst es Gott mit der Sünde an sich ist. Wenn wir denken, die Hölle wäre für alle irgendwie gleich, oder wenn wir so tun, als wäre ein bestimmtes Vergehen nach deiner oder meiner Meinung nur eine Kleinigkeit, weißt du, was wir dann machen? Dann überschätzen wir die Hölle und unterschätzen die Sünde – und die ist Gott bitter ernst.
