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Wer darf zu Jesus kommen? (Open-Air GoDi)

Markus 10,13-1620.09.2020
Wer darf zu Jesus? Nicht die mit Leistung oder Status, sondern die mit leeren Händen. Er lädt dich ein, ohne Vorleistung zu kommen – und nimmt dich an.

Einleitung: Wenn Türen geschlossen bleiben

Kinder müssen draußen bleiben. Nicht hier und heute. Und doch ist das eine Botschaft, die immer mehr an vielen Orten zu hören ist.
Es gibt in diesen Tagen einen neuen Industriezweig in der Tourismusbranche: Adults only Hotels. Vielleicht habt ihr davon schon einmal gehört: Hotels nur für Erwachsene, Kinder sind nicht erlaubt.
Ich hatte gerade gestern am frühen Nachmittag ein Gespräch mit einem Vater von zwei erwachsenen Kindern, der mir mit großer Begeisterung erzählte, wie er in einem solchen Hotel nur mit seiner Frau war. Kein Kinderlärm. Kinder müssen draußen bleiben.
Und ihr Kinder kennt das: Wo immer man hin will, irgendwie darf man nicht. Man will vielleicht einen Film sehen im Kino, aber der ist erst freigegeben ab zwölf oder womöglich ab sechzehn oder ab achtzehn. Immer wieder Altersbeschränkungen.
Und dann gibt es natürlich auch noch sonstige Zusatzqualifikationen, die man erbringen muss, um überhaupt irgendwo hingehen zu dürfen. Zur Einschulung zum Beispiel den Einschulungstest. Schafft ihr das schon? Mit dem Arm über dem Kopf zum Ohr oder von eins bis zweiunddreißig zählen oder so etwas? Wer das nicht kann, darf noch nicht in die Schule. Man muss draußen bleiben.
Und dann später in der Schule: Denn Noten sind alles entscheidend. Die richtigen Noten auf dem Übertrittszeugnis sind von größter Wichtigkeit, damit man Zugang bekommt zu der Schulform, die man in der weiterführenden Schule anstrebt. Und das hört nicht auf. Es geht immer weiter. Es geht um gute Noten, es geht um Leistung, damit man dann einen guten Schulabschluss kriegt, damit man einen Ausbildungsplatz bekommt oder Zugang zum Studium. Und wer das nicht schafft, der muss draußen bleiben. Dem bleiben viele Türen versperrt. Kein Zugang für Kinder.
Genau das sehen wir auch in der Bibel. Und da sind wir schon mittendrin im Thema dieser heutigen Predigt, die ich überschrieben habe mit dem Titel: Wer darf zu Jesus?
Wer darf zu Jesus? Wir haben gerade schon den Predigttext gehört aus dem Markus-Evangelium, Kapitel 10, und wir haben gesehen, wie dieser Text damit beginnt, dass Kinder nicht zu Jesus dürfen. Dort heißt es in Vers 13: Einige Eltern brachten ihre Kinder zu Jesus, damit er ihnen die Hände auflegte. Aber die Jünger fuhren sie an und wollten sie wegschicken.
Also: Die Jünger Jesu hätten am liebsten für ihren Herrn ein Adults only Hotel gebucht. Kein Kinderlärm, keine störenden Kinder. Und irgendwie kann man das ja verstehen. Sie meinten es gut mit dem Herrn Jesus.
Jesus hatte viel zu tun. Er war durchs Land gezogen. Wo auch immer er hinkam, predigte er zu Menschenmassen. Wenn er nicht predigte, war er im Gespräch. Viele Streitgespräche mit Pharisäern, mit jüdischen Schriftgelehrten, mit Leuten, die ihn irgendwie reinlegen wollten. Immer wieder hatte er zu tun.
Und natürlich hatten die Menschen alle möglichen Erwartungen an ihn. Er sollte große Wunder tun, er sollte Menschen heilen, er sollte Streit schlichten, er sollte das definitiv entscheidende Wort sagen. Und jetzt auch noch diese Eltern. Diese Eltern, die meinen, ihre Kinder müssten nun ausgerechnet von Jesus angerührt werden. Er müsste sich die Zeit nehmen, um ihnen die Hände aufzulegen und sie zu segnen.
Also mal ganz ehrlich: Was haben die sich dabei gedacht? Jesus ist doch nicht der Weihnachtsmann im Kaufhaus, dem jeder mal sein Kind auf den Schoß setzen darf.
Die Jünger machen eigentlich genau das, was man von jeder guten Chefsekretärin erwarten würde, oder? Sie wimmeln diese Leute einfach ab, damit Jesus mal seine Ruhe haben kann. Vielleicht haben die Jünger auch noch wichtige Dinge, die sie mit Jesus klären wollen. Vielleicht Fragen, die sie noch hatten, zu denen sie noch gar nicht gekommen waren.
Und ihr Kinder, ihr kennt das doch auch, oder? So Zeiten, wo man einfach mal wegbleiben muss, Zeiten, zu denen man Mama und Papa in Ruhe lassen muss. Wenn man stört, dann kriegt man deutlich gesagt: Ich hab dir doch gesagt: Jetzt nicht! Kennt ihr das?
Also selbst bei uns zu Hause gibt es das. Und natürlich kennt ihr das sicher auch aus der Schule, nicht? Da hat man vielleicht im Unterricht etwas nicht mitbekommen und will nach dem Unterricht noch einmal zum Lehrer, zur Lehrerin. Man hat noch eine Frage: Was war jetzt noch mal Hausaufgabe? Wie soll das noch einmal funktionieren? Und der Lehrer wimmelt dich ab und sagt: Ich muss weiter, ich habe jetzt keine Zeit.
Immer wieder erleben wir diese verschlossenen Türen, dass man abgewimmelt wird. Immer wieder gibt es diese Altersbegrenzung, wo man nicht hin darf, diese Zusatzqualifikation, die man erbringen muss, um irgendwie durch eine Tür gehen zu dürfen. Und wer das nicht schafft, wer noch nicht alt genug ist, der muss draußen bleiben.
Aber wie ist das bei Jesus? Wer darf zu Jesus kommen? Das ist eine wichtige Frage. Und Jesus beantwortet diese wirklich alles entscheidende Frage in unserem Predigttext. Und dabei richtet sich seine Antwort wirklich an zwei Gruppen. Zum einen bezieht er direkt Stellung zu der Frage, ob Kinder einfach so bei ihm willkommen sind, und zum anderen erklärt er ganz allgemein, wer zu ihm kommen darf und wer nicht.
Ich möchte uns noch einmal die Verse 14 bis 16 lesen. Wir haben sie gerade schon gehört, wo deutlich wird, wer zu Jesus kommen darf.
Vers 14: Als Jesus das merkte, dass die Jünger die Eltern mit den Kindern abgewiesen hatten, war er empört. Lasst die Kinder zu mir kommen und haltet sie nicht zurück, denn Menschen wie ihnen gehört Gottes Reich. Ich versichere euch: Wer sich Gottes Reich nicht wie ein Kind schenken lässt, der wird ganz sicher nicht hineinkommen. Dann nahm er die Kinder in seine Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.

Jesu offene Arme für Kinder

Ja, lasst uns zuerst bedenken, was Jesus hier im Hinblick auf den Versuch der Eltern sagt, die ihre Kinder zu Jesus bringen wollen. Jesus weist seine Jünger, seine engsten Freunde, zurück. Er korrigiert ihr Denken und sagt: Lasst die Kinder zu mir kommen und haltet sie nicht zurück!
Liebe Kinder, ich hoffe, ihr habt das gehört. Hier spricht Jesus zu euch. Er sagt: Ihr seid bei mir immer willkommen.
Es gibt Zeiten, in denen Mama und Papa keine Zeit für euch haben. Es gibt Situationen, in denen Lehrer keine Zeit für euch haben. Es mag sogar Zeiten geben, in denen ihr das Gefühl habt: Niemand hat Zeit für euch, ihr seid nirgends willkommen. Aber nicht bei Jesus. Bei Jesus seid ihr immer, zu jeder Zeit, willkommen.
Ihr müsst nichts vorweisen können. Ihr müsst nicht ein bestimmtes Alter haben. Ihr müsst nichts Besonderes können. Ihr müsst nicht zu den coolen Kids gehören. Ihr müsst keine schicken Klamotten anhaben. Ihr braucht keine guten Noten. Ihr könnt zu Jesus kommen, so wie ihr seid.
Jesus ist wirklich der ultimative Freund, der nicht aussortiert und sagt: Du gehörst zu meiner Clique, und du nicht. Bei Jesus sind wirklich alle willkommen. Er ist der beste Freund, den man sich vorstellen kann. Er versteht euch. Da muss man keine Rolle spielen, dem muss man nichts vormachen. Er kennt euch sowieso durch und durch. Ihr könnt ihm gar nichts vormachen. Und das Beste ist: Er liebt euch bedingungslos. Er liebt euch, egal was ihr getan habt, egal was los ist. Er ist geduldig. Da, wo Mama und Papa schon mal die Geduld verlieren, verliert Jesus nie die Geduld mit euch. Er ist bereit, euch immer wieder anzunehmen, euch zu vergeben. Er hat euch lieb.
Und Jesus hat dabei alles im Griff. Er kann euch helfen. Er kann euch helfen, wenn sonst keiner mehr helfen kann, wenn Mama und Papa nicht helfen können, wenn sonst niemand da ist, der helfen kann. Jesus kann helfen, weil Jesus alles kann. Jesus kann Wunder tun. Jesus hört euch, wenn ihr zu ihm redet. Selbst wenn ihr ihn nicht sehen könnt, er sieht euch. Jesus ist für euch da. Und Jesus weiß ganz genau, was das Beste für euch ist.
Die Eltern meinen ja immer, genau zu wissen, was das Beste für die Kinder ist. Und meist haben sie Recht, also manchmal mindestens. Die Lehrer wissen ganz genau, was ihr lernen müsst und was wichtig ist und was nicht so wichtig ist. Na ja, aber zumindest seid ihr davon überzeugt, dass ihr selber wisst, was gut ist und was ihr braucht.
Jesus kennt euch besser als ihr euch selbst. Jesus weiß ganz genau, was ein jeder braucht. Jesus tröstet, Jesus beschützt, Jesus vergibt und Jesus liebt, so wie sonst keiner es kann. Und Jesus lädt euch ein: Liebe Kinder, kommt zu mir, wendet euch mir zu im Vertrauen.
Ich hoffe, ihr kennt Jesus so als euren besten Freund. Ich hoffe, ihr erkennt Gott den Vater als den perfekten Vater. Meine Tochter Christi Rose sagt manchmal zu mir: Papa, du bist der zweitbeste Vater, den man haben kann. Und also mindestens schon fünfmal zuckt meine Frau zusammen und denkt: Christy Rose! Und der Rest der Familie schmunzelt dann, weil wir das alle schon kennen und genau wissen, was sie damit meint. Sie erklärt dann immer ganz fröhlich: Na ja, Gott ist ein besserer Vater, aber Papa ist der Zweitbeste.
Und ich bin da nicht beleidigt. Ich denke, ich komme da extrem gut bei weg. Ihr lieben Gott, ist ein guter Vater und hat seinen Sohn Jesus Christus zu uns gesandt als unseren Freund und Helfer.
Liebe Kinder, ihr dürft zu ihm kommen. Ihr dürft einfach mit ihm reden, so wie Anna Maria das vorhin kurz beschrieben hat. Ihr könnt einfach im Bett abends oder auf dem Schulhof oder wo auch immer ihr seid kurz zu ihm reden, auch wenn ihr ihn nicht seht, und wissen: Er hört euch.
Lieber Jesus, bitte hilf mir! Lieber Jesus, nimm mir die Angst! Lieber Jesus, geh du mit mir! Hilf mir in dieser Situation, gib mir das, was ich brauche!
Und ihr dürft wissen: Jesus ist da, er hört euer Gebet. Und es ist völlig egal, wie ihr das sagt. Ihr braucht keine ganz besondere Formulierung. Nur weil Papa und Mama oder vielleicht der Pastor in der Kirche irgendwie eine besondere Form haben, wie sie beten, und das so fromm klingt, könnt ihr reden, wie euch der Schnabel gewachsen ist. Daran hat Jesus Freude.
Und ihr dürft ihn besser kennenlernen, immer besser kennenlernen, indem ihr in den Kindergottesdienst kommt oder vielleicht auch zu Hause von euren Eltern euch aus der Bibel vorlesen lasst oder selber anfangt, eine altersgemäße Bibel zu lesen, und mehr zu erkennen, wie Jesus wirklich ist, wie gut er wirklich ist. Und dann kommt zu ihm. Er lädt euch ein: Lasst die Kinder zu mir kommen.

Verantwortung der Erwachsenen und Hindernisse im Alltag

Liebe Eltern, diese Worte gelten natürlich vor allem auch den Eltern. Jesus sagt den Eltern: Bringt diese Kinder her, lasst sie zu mir kommen.
Die Eltern damals hatten dieses Anliegen, und ich möchte euch fragen: Habt ihr auch dieses Anliegen? Wollt ihr eure Kinder zu Jesus bringen?
Damals hatten die Eltern ein Hindernis vor sich, das waren die Jünger. Die standen, wenn man so will, zwischen ihren Kindern und Jesus. Und wenn wir ehrlich sind, dann wissen wir: Es gibt heute jede Menge andere Hindernisse, Dinge, die versuchen, zwischen unseren Kindern und dem Herrn Jesus zu kommen.
Überlegt mal selbst: Was sind so die Dinge, die sich dazwischen schieben wollen?
Das kann die Schule sein, mit all den Herausforderungen, mit all dem Druck, mit Hausaufgaben, mit Lernstoff, den man am Wochenende nachholen muss, und der vor allem in Konkurrenz tritt mit dem Zugang zu Jesus, mit Zeit in seinem Haus, in der Gemeinde, Zeit an dem Ort, wo man über den Glauben redet. Vielleicht sind es die Hausaufgaben, die abends noch fertig werden müssen, und dann ist keine Zeit mehr, um noch in der Bibel zu lesen oder zu beten.
Natürlich Sportvereine. Sportvereine, ich liebe Sport, aber Sportvereine haben eine Tendenz, sich zwischen unsere Kinder und Jesus zu schieben, weil natürlich Training extrem wichtig ist, man muss Leistung bringen. Und wenn dann Freitagnachmittag Training ist, dann kann man natürlich nicht zur Jungschar gehen oder zum Teenkreis. Und wenn dann Wettkämpfe am Sonntag sind, ist völlig klar: Der Wettkampf hat Vorrang, das ist wichtig, hier geht es um etwas. Und so schiebt sich der Sport zwischen eure Kinder und Jesus.
In letzter Zeit ist es zumindest meine Erfahrung, dass es sehr populär geworden ist, dass selbst Kindergeburtstage am Sonntagmorgen gefeiert werden. Und so werden die Kinder eingeladen, und anstatt Sonntag früh unter Gottes Wort zu kommen, andere Kinder zu treffen, mit denen man von Jesus hört, hat man einen Geburtstag, zu dem man hin muss.
Und ich will deutlich sagen: Das sind ja alles keine schlechten Sachen. Also ich feiere gerne Geburtstage, ich mache gerne Sport, und Schule finde ich auch recht wichtig. Und doch möchte ich uns Eltern herausfordern, immer wieder zu überlegen, ob es sein kann, dass hier etwas geschieht, was letztendlich dazu führt, dass unsere Kinder von Jesus getrennt werden.
Ich will hier in keiner Weise gesetzlich klingen und sagen, dass die Gemeinde immer Vorrang haben muss. Nein, das darf auch mal sein, dass etwas anderes stattfindet. Aber wir sollten sicherstellen, dass wir unseren Kindern nicht aus Versehen kommunizieren, dass die Gemeinde, dass Jesus immer nur den zweiten Rang hat, dass eigentlich alles andere doch irgendwie wichtiger ist.
Und das geht so leicht. Das wollen wir dann gar nicht, aber es passiert so leicht, dass wir unseren Kindern genau diese Botschaft übermitteln.
Das gilt nicht nur für das Gemeindeleben, das gilt natürlich auch für das Glaubensleben zu Hause, wo wir selber so viel zu tun haben. Haben wir dann noch Zeit? Nehmen wir uns noch die Zeit? Machen wir es noch zu einer Priorität, zu Hause mit den Kindern in der Bibel zu lesen, mit ihnen über Jesus zu reden, mit ihnen zu beten, ihre Fragen zu beantworten?
Ein Vorbild nehmen an den Eltern, die damals zu Jesus kamen: Sie brachten ihre Kinder zu Jesus, und sie ließen sich nicht so einfach abfinden.
Lasst uns Eltern sein, die darauf bedacht sind, unsere Kinder zu Jesus zu bringen, im Wissen darum, dass Jesus unsere Kinder liebt und sie segnen will.
Und schließlich möchte ich noch kurz zu all denen unter uns sprechen, die vielleicht selber keine Kinder haben oder zumindest keine Kinder mehr zu Hause haben. Was tut ihr, damit die Kinder zu Jesus kommen können? Mal ganz praktisch gefragt: Wie helft ihr mit, damit sich in unserer Gemeinde, heute hier draußen, aber sonst auch in der Mozartstraße, unsere Kinder in der Gemeinde wohlfühlen, dass sie gerne kommen, gerne von Jesus hören?
Vielleicht beginnt das damit, dass wir die Kinder, wenn sie mal wieder etwas lauter sind, rumlaufen und nicht so still sitzen wie, naja, Entschuldigung, die Senioren zum Beispiel, wenn die Kinder aber wieder rumlaufen und laut toben, dass wir sie einfach Kinder sein lassen und sagen: Ihr seid hier willkommen. Klar, wir dürfen sie erziehen, aber wir dürfen sie auch Kinder sein lassen und wissen: Jesus hat die Kinder lieb, er lädt sie zu sich ein.
Und vielleicht können wir ganz praktisch mithelfen, indem wir den Kindern Jesus nahe bringen. Am nächsten Sonntag feiern wir wieder um zehn und um zwölf Uhr dreißig Gottesdienste mit Kindergottesdienst. Wir brauchen viele Mitarbeiter, die dabei sind, die sich um die Kinder kümmern und ihnen helfen, zu Jesus zu kommen. Vielleicht ist das eine Aufgabe für dich. Wenn du dich angesprochen fühlst, sprich gerne mit Jonathan, er sucht noch Leute, die sich mit einbringen.
Jesus freut sich daran, wenn wir die Kinder zu ihm bringen, unsere eigenen und überhaupt vielleicht auch Kinder aus der Nachbarschaft, die wir einladen in die Jungschar oder in den Teenkreis.
Jesus sagt uns: Lasst die Kinder zu mir kommen und haltet sie nicht zurück.

Das Reich Gottes als Geschenk

Und dann fährt er fort und sagt: Denn Menschen wie ihnen gehört Gottes Reich. Ich versichere euch: Wer sich Gottes Reich nicht wie ein Kind schenken lässt, der wird ganz sicher nicht hineinkommen.
Dann nahm er die Kinder in seine Arme, legte ihnen die Hände auf und segnete sie.
Das ist eigentlich ein bisschen komisch, oder? Bisher ging es ja darum, dass Eltern Kinder zu Jesus brachten, damit er ihnen die Hände auflegt und sie segnet. Und hier spricht Jesus jetzt auf einmal darüber, wie man in das Reich Gottes kommen kann. Dabei macht Jesus deutlich, dass Menschen nur durch ihn, nur wenn sie zu ihm kommen, in das Reich Gottes kommen können.
Was Jesus damit sagt, ist, dass er der Mensch gewordene Gott ist. Er ist der König in Gottes Reich. Und er ist gekommen, um die Menschen aus dieser kaputten Welt heraus zurückzuführen in die Gegenwart Gottes, in das Reich Gottes.
Das Reich Gottes beginnt immer schon da, wo Menschen die Herrschaft des Herrn Jesus Christus anerkennen, da, wo Menschen Jesus König und Herr sein lassen.
Als Gott die Welt gemacht hatte, da war das Reich Gottes überall. Die ganze Welt war sein Reich. Wenn ihr dazu Fragen habt, kann ich euch sagen: Die Bibel hat eine klare Beschreibung davon, wie das Reich Gottes damals war. Es war sehr gut. Alles war sehr gut. Es war perfekt. Es war das, wonach wir uns von Herzen sehnen. Das Reich Gottes ist sehr gut.
Das Problem war nur, dass die Menschen damals meinten, dass es vielleicht noch irgendwie besser sein könnte ohne Jesus als Herr. Und so haben die Menschen ihren eigenen Weg gesucht. Sie sind ihre eigenen Wege gegangen. Sie haben gegen die Herrschaft Gottes rebelliert.
Und das Ergebnis war nicht, dass mehr Segen da war, sondern dass da weniger Segen war. Sie mussten erleben, dass da, wo Gott nicht herrscht, auf einmal diese Welt kaputt geht. Auf einmal kommen Streit und Leid und Krankheit und Tod. All das Leiden kommt in diese Welt. Und die Menschen sind getrennt von Gott und leben nicht mehr in seinem Reich. Sie sind selber schuld daran.
Und Gott hätte jedes Recht gehabt zu sagen: Ihr wollt nicht in meinem Reich leben? Dann bleibt da, wo ihr seid. Aber er tut es nicht. Er erlebt den ganzen Zerbruch, all das Leid, all die Schmerzen bis zum Tod. Doch Gott ist ein Gott voller Barmherzigkeit und Liebe. Er hat nicht nur die Kinder lieb, er liebt die Menschen.
Und deswegen kommt er in Jesus Christus in diese Welt. Er lebt so, wie wir leben sollten: voller Liebe. Bei ihm finden wir Annahme, bei ihm sind die Arme offen, bei ihm ist Segen. Und er lädt die Menschen ein in seine Gegenwart. Er zeigt Gott den Vater und er zeigt ihnen den Weg hin zu ihm.
Und dann ist Jesus bereit, das wegzunehmen, was uns von Gott trennt: all die Schuld, all die Sünde, all das Rebellieren gegen den heiligen Gott. Das nimmt er auf sich und zahlt die gerechte Strafe, als er am Kreuz von Golgatha stirbt.
Und nachdem er am dritten Tage auferstanden ist, ruft er die Menschen und sagt: Kommt her zu mir, kommt zu mir! Und wenn ihr zu mir kommt, dann dürft ihr wieder in Gemeinschaft mit Gott leben. Dann dürft ihr Segen erleben. Kommt her zu mir.
Das ist es, was Jesus hier deutlich macht: Wer in das Reich Gottes will, wer ein erfülltes, ein segensreiches Leben hier auf Erden und die Ewigkeit danach haben will, der muss zu ihm kommen.

Wie man zu Jesus kommt

Doch wie, wie können wir zu Jesus kommen? Oder anders gefragt: Noch einmal zurück zur Eingangsfrage: Wer darf zu Jesus kommen?
Kindern wird oft gesagt, dass sie erst einmal erwachsen werden müssen. Dann dürften sie auch, dann gingen die Türen auf. Aber Jesus sagt hier genau das Gegenteil. Er sagt: Um ins Reich Gottes kommen zu können, müssen die Erwachsenen werden wie die Kinder. Sie müssen ihren Kindern ein Vorbild nehmen.
Nun, was meint er damit? Jesus meint damit nicht, dass wir kindisch sein müssen. Überhaupt nicht. Im Gegenteil: Die Bibel macht deutlich, dass Kinder durchaus lernen sollen, wachsen und reifen sollen und irgendwann nicht mehr kindisch sein sollen. Das ist eine gute Sache. Also: Das Problem ist nicht, liebe Erwachsene, dass ihr nicht kindisch seid.
Jesus meint auch nicht, dass wir all das, was wir im Laufe eines Lebens so gelernt haben, verwerfen müssen, weil unser Wissen uns davon abhält, zu Gott zu kommen. Überhaupt nicht! Jesus fordert keine Naivität. Im Gegenteil! Wir dürfen wissen: Je mehr wir uns auch wissenschaftlich mit Gott auseinandersetzen, desto mehr werden wir erkennen, dass Gott Sinn macht.
Denn Jesus geht es nicht darum, dass Erwachsene kindisch oder irgendwie naiv oder weniger gelehrt sein müssen, um ins Reich Gottes zu kommen. Was Jesus hier im Blick hat, ist die Grundhaltung von Kindern. Kinder sind noch nicht dem Leistungsdenken verfallen. Sie fragen nicht: Was muss ich tun, um zu Jesus kommen zu dürfen? Sie kommen einfach. Sie sehen: Da ist etwas Gutes, und da laufen sie hin. Sie fragen nicht: Kostet das hier Eintritt? Sie marschieren gleich erst einmal rein, und die Eltern normalerweise hinterher und sagen dann: Ja, ich zahle auch noch den Eintritt.
Und Jesus sagt: Kein Eintritt ist erforderlich. Kommt einfach. Herzlich willkommen. Bei mir könnt ihr einfach reinkommen. Und so sollen die Erwachsenen kommen. So sollen wir alle kommen: ohne Vorleistung.
Das ist das Grundproblem, das wir Erwachsene oft haben. Wir denken, wir müssen irgendetwas tun, wir müssen irgendetwas bezahlen, wir müssen irgendetwas leisten. Und wir meinen dann, uns den Zugang ins Reich Gottes irgendwie verdienen zu müssen. Aber das schafft keiner. Um vor Gott bestehen zu können, um zu Gott kommen zu können, müssten wir entweder vollkommen gut sein. Oder wir müssten den ultimativen Preis bezahlen. Aber das können wir nicht, das überfordert uns.
Genau deswegen ist auch Jesus gekommen. Und er lädt uns ein und sagt: Ihr könnt euch das Reich Gottes nicht verdienen, ihr müsst es euch nicht verdienen. Ihr müsst einfach kommen und es euch schenken lassen. Das macht Jesus hier deutlich: Kommt wie die Kinder.
Und ich möchte dir das deutlich sagen: Wenn du noch nicht wirklich zu Jesus gekommen bist, wenn du bisher vielleicht ein bisschen Religiosität in deinem Leben hast, aber noch nicht wirklich sagst: Jesus Christus ist mein König und Herr, wenn du noch Freude und Erfüllung suchst in allen möglichen Dingen und doch merkst, so richtig findest du das nirgends, dann komm zu Jesus mit leeren Händen. Komm, wie du bist. Lern ihn besser kennen und erfahre, wie gut er ist.
Bei ihm ist Segen, bei ihm ist die Erfüllung aller Dinge, nach denen unsere Herzen, die Gott uns gegeben hat, sich letztendlich sehnen. Bei ihm ist Ruhe, bei ihm ist Frieden, bei ihm ist Liebe. Und du kommst mit leeren Händen, du kommst einfach zu ihm. Du musst nichts leisten, du musst nichts sein. Du kannst kommen mit all dem Mist in deinem Leben. Du kannst kommen mit schmutzigen Fingernägeln und mit aufgeschlagenen Knien. Du kannst kommen wie die Kinder. Bei Jesus bist du willkommen.
Wenn du mehr Fragen dazu hast, dann bitte komm mit uns ins Gespräch, komm mit mir ins Gespräch, komm rüber in die Mozartstrasse im Laufe der Woche, find mich dort, und wir können darüber reden.
Und liebe Kinder, in dieser Welt gibt es viele Altersbeschränkungen, immer wieder verschlossene Türen, immer wieder Orte und Zeiten, wo ihr nicht erwünscht seid. Aber ich hoffe, euch ist klar: Bei Jesus ist das anders. Bei ihm seid ihr immer willkommen, völlig unabhängig davon, ob ihr gute Noten habt oder ob ihr zur coolen Gruppe gehört oder ob eure Eltern genug Geld haben, um euch schicke Klamotten kaufen zu können. Egal, ob ihr sportlich seid, ja, sogar egal, was auch immer für einen Mist ihr gebaut habt: Bei Jesus seid ihr willkommen.
Und das gilt für uns alle. Jesus lädt uns ein: Kommt zu mir. Lasst die Kinder zu mir kommen. Kommt zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Kommt zu mir, ihr, die ihr Trost braucht, ich will euch trösten. Kommt zu mir, ihr, die ihr Vergebung braucht, bei mir findet ihr sie. Kommt zu mir, alle, die ihr Annahme und Liebe sucht! Ich liebe euch, ich nehme euch an! Kommt zu mir, alle, die ihr einen Sinn für euer Leben sucht, ein Ziel, auf das es sich zuzuleben lohnt! Bei mir findet ihr das!

Schluss: Der Segen für alle, die kommen

Unser Text endet damit, dass Jesus die Kinder, die dann letztendlich zu ihm kommen dürfen, liebevoll in seine Arme nimmt und sie segnet.
Und, ihr Lieben, wünschen wir uns nicht alle einen Ort, zu dem wir kommen können, an dem wir bedingungslose Liebe und Annahme finden, den Segen Gottes? Kommt zu Jesus und findet genau das.
Ich bete mit uns.
Himmlischer Vater, wir wollen dir danken für dieses wunderbare Wort, das wir heute bedenken durften. Danke, dass du uns in Jesus Christus gezeigt hast, wie sehr du die Menschen liebst, die Kinder, die einfach so kommen, und alle anderen Menschen auch, die sich dir zuwenden.
Herr, vergib uns, dass wir so oft meinen, wir müssten irgendetwas Besonderes sein, irgendetwas Besonderes tun, etwas leisten oder wissen oder können, damit du uns annimmst. Danke, dass wir kommen dürfen mit all dem Zerbruch, mit all unseren Fehlern, mit unseren Sünden, mit all dem, was in unserem Leben nicht passt.
Herr, danke, dass wir nicht nur einmal kommen dürfen und bei dir grundsätzliche Annahme finden, sondern dass wir auch als Christen immer wieder zu dir kommen dürfen. Und immer wieder dürfen wir kommen, uns mit leeren Händen beschenken lassen.
Herr, ich weiß, wie sehr ich das selber brauche, wie oft ich wegbleibe von dir, wie oft ich denke, ich muss erst einmal wieder etwas beweisen. Danke, dass das nicht nötig ist, weil deine Liebe gilt.
Und so bete ich, dass jeder hier unter uns das so erlebt, so erfahren darf, so wissen darf. Du bist der Gott, der die Arme weit aufhält und uns einlädt, um uns zu lieben und zu segnen.
Und darum bitten wir dich, in Jesu Namen. Amen.