Einleitung
Heute ist der 6. Januar. Also der Dreikönigstag. Vielleicht haben
bereits einige von uns einen Dreikönigskuchen zum Frühstück genossen. Wer
wurde König?
Weil nun nicht jedes Jahr der 6. Januar auf einen Sonntag trifft,
entschloss ich mich, diese Geschichte in der Bibel näher zu betrachten.
Viele von uns wissen, dass es sich hier nicht um Könige handelt. In den
Bibelübersetzungen wird meistens von Weisen gesprochen.
Erst im 5. Jahrhundert schloss die altkirchliche Auslegung aus der
Dreizahl der Geschenke, daß die Weisen drei Könige gewesen seien.
Im 8. Jahrhundert wusste man sogar wie sie geheissen hatten: Kaspar
(Mohr), Melchior und Balthasar.
Heute Morgen wollen wir uns nicht mit all diesen Legenden u.
Spekulationen um diese Weisen beschäftigen. Wir schauen, was uns Matthäus
berichtet.
Jesus wurde zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem, einer Stadt in
Judäa, geboren. Bald darauf kamen Sterndeuter aus einem Land im Osten
nach Jerusalem. / Wo ist der König der Juden, der kürzlich geboren
wurde? Fragten sie. Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind
gekommen, um ihm Ehre zu erweisen. / Als König Herodes das hörte,
erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem. / Er rief alle führenden
Priester und alle Schriftgelehrten des jüdischen Volkes zusammen und
erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden sollte. / In
Betlehem in Judäa, antworteten sie, denn so ist es in der Schrift durch
den Propheten vorausgesagt: / Und du, Bethlehem im Land Juda, du bist
keineswegs die unbedeutendste unter den Städten Judas; denn aus dir
wird ein Fürst hervorgehen, der mein Volk Israel führen wird wie ein
Hirte seine Herde. / Da rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich
und liess sich von ihnen den genauen Zeitpunkt angeben, an dem der
Stern zum ersten Mal erschienen war. / Daraufhin schickte er sie nach
Betlehem. Geht und erkundigt euch genau nach dem Kind, sagte er, und
gebt mir Bescheid, sobald ihr es gefunden habt. Dann kann auch ich
hingehen und ihm Ehre erweisen. / Mit diesen Anweisungen des Königs
machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen
sehen, zog vor ihnen her, bis er schliesslich über dem Ort stehen
blieb, wo das Kind war. / Als sie den Stern sahen, waren sie
überglücklich. / Sie gingen in das Haus und fanden dort das Kind und
seine Mutter Maria. Da warfen sie sich vor ihm nieder und erwiesen ihm
Ehre. Dann holten sie die Schätze hervor, die sie mitgebracht hatten,
und gaben sie ihm: Gold, Weihrauch und Myrrhe. / In einem Traum
erhielten sie daraufhin die Weisung, nicht zu Herodes zurückzukehren.
Deshalb reisten sie auf einem anderen Weg wieder in ihr Land.
I. Erschrecken in Jerusalem (1-8)
1 Zur Zeit des Herodes
Herodes der Grosse regierte von 37 bis 4 v.Chr. (Aufgrund der falschen
Dionysischen[1] Zeitrechnung wurde die Geburt Jesu ca. 6 Jahre zu spät
angesetzt. In Wirklichkeit ist er 6 Jahre früher geboren).[2]
Die Zeit des Herodes war eine schreckliche Zeit. Nachdem Herodes mit
Hilfe der Römer die Stadt Jerusalem erobert hatte, richtete er darin ein
schreckliches Blutbad an. Er ermordete einen nach dem andern. Zuerst den
Schwager Aristobul, dann den Verwandten Hyrkanus II., dann seine Gattin
Mariamne, dann deren Mutter Alexandra, dann seine Söhne Aristobul,
Alexander und Antipater, dann die Makkabäer Alexander und Aristobul II.
usw.usf.[3]
Josephus schildert die Situation im Hause des Herodes folgendermassen:
Der Palast war voll der schlimmsten Greueltaten; jeder erdichtete im
Sinne seiner Feindschaft und seines Hasses die entsprechenden
Verleumdungen, und viele mißbrauchten die Mordgier des Königs gegen
ihre Gegner. Die Lüge fand sofort Glauben, und die Strafen waren noch
schneller als die Verleumdungen. So wurde einer, der eben noch Ankläger
war, zum Angeklagten, und man führte ihn mit dem von ihm Beschuldigten
ab. Genauere Untersuchungen schnitt nämlich die Lebensangst des Königs
ab. Seine Verbitterung verstieg sich so weit, daß er nicht einmal einen
Unverdächtigen freundlich ansah und auch seinen Freunden äußerst
schroff begegnete.[4]
Dies war die Zeit des Königs Herodes.
2 Die Weisen
In dieser Zeit kamen Weise nach Jerusalem. Im Grundtext wird von
Magiern gesprochen. Also keinesfalls von Königen. Herodes wird in diesem
Abschnitt als König bezeichnet, aber nicht die Weisen. Sie sind Magier.
Diese Magier sind jedoch keine Zauberer, Gaukler oder Wahrsager. Sie
gehören usprünglich ein Stamm der Meder an und übten im Volk der Meder
eine sakralen Funktionen aus.[5] So wie beispielsweise die Leviten im
Volk Israel. Sie waren also Angehörige einer vornehmen babylonischen
Priester- und Gelehrtenklasse. Nicht nur mit ihrer heidnischen Theologie
haben sie sich beschäftigt, sondern auch mit Naturwissenschaft, eben auch
mit Sternkunde. Als kluge Ratgeber des Königs wurden sie zu allen
wichtigen Staatsgeschäften herangezogen. ... Die Übersetzung "Weise" hat
deshalb schon ihre Berechtigung.[6]
3 Jerusalem erschreckt
Diese Weisen kommen nun nach Jerusalem, weil sie den neugeborenen König
sehen möchten. Wohin hätten sie sonst gehen sollen? Wir würden den
Bundespräsidenten auch in Bern und nicht in Zürich suchen.
Diese Leute sahen einen Stern oder einen Sternenkonstellation, der sie
entnehmen konnten, dass ein ausserordentlicher König der Juden geboren
worden ist.
Sie sagen:
Wo ist der König der Juden, der kürzlich geboren wurde? Fragten sie.
Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm Ehre zu
erweisen. V.2.
Wie sie darauf kamen, dass dieser Stern, der Stern des Messias ist
weiss ich auch nicht und Matthäus gibt uns darüber keine Auskunft.
Doch seit der Schöpfung ist klar, dass die Sterne Zeichen geben. Gott
sagte bei der Erschaffung des Weltalls:
Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da
scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre
Gen.1,14.
Dem Volk Israel war die Deutung der Sterne verboten, Mose lehrte das
Volk:
Hebe auch nicht seine Augen auf gen Himmel, daß du die Sonne sehest und
den Mond und die Sterne, das ganze Heer des Himmels, und fallest ab und
betest sie an und dienest ihnen. Denn der Herr, dein Gott, hat sie
zugewiesen allen andern Völkern unter dem ganzen Himmel; Dt.4,19.
So ist es also den andern Völkern zugewiesen und irgenwie vermochten
diese Weisen einen Stern zu entdecken, der sie auf den König der Juden
wies.
Was wir daraus sehen können ist, dass das Wissen um einen besonderen
König der Juden weit über die Grenzen Israels hinausreichte.
In Jerusalem sorgten die Weisen für grosse Aufregung.
Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem.
V.3.
4 Herodes will genaues wissen
Herodes ist es in die Knochen gefahren. Schon wieder einer der sein
Königtum konkurrenzieren wird.
Nun lässt er Forschungen anstellen, wo denn dieser König zur Welt
gekommen war. Er lässt die jüdischen Hohenpriester und Schriftgelehrten
rufen, um von ihnen zu erfahren, wo dieser König geboren wurde.
Und wie es nicht anders sein konnte, wussten natürlich die
Schriftgelehrten ganz genau wo der König geboren wurde, nämlich in
Bethlehem der Stadt David's. Das entdeckten sie eben nicht in den
Sternen, sondern in ihren Heiligen Schriften, dem heutigen AT. In Micha
5,1 steht:
Und du, Bethlehem im Land Juda, du bist keineswegs die unbedeutendste
unter den Städten Judas; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der
mein Volk Israel führen wird wie ein Hirte seine Herde. Mt.2,6.
Die Schriftgelehrten und Hohepriester wussten dies ganz genau, wie wir
auch heute aufgrund der Apostelgeschichte und Sacharja 14,4 wissen, dass
Jesus wieder auf den Oelberg zurückkommen wird.
Das Wort Gottes ist eben zuverlässig. Und Herodes, der alles andere als
Gottesfürchtig war, nahm dies doch auch ernst und holte die Weisen im
Geheimen zu sich.
Heuchlerisch fragte er sie nach dem genauen Zeitpunkt, als dieser Stern
aufgegangen war und schickt sie, um in Bethlehem genauesten zu suchen und
zu forschen, wo dieser König nun wohnt.
Er wolle ihm dann selbst Ehre erweisen. Das konnte man natürlich von
diesem Herrscher nicht erwarten, wie wir bereits gesehen haben.
Herodes hatte nur Angst, das ihm sein Thron strittig gemacht werden
könnte. Und er scheute sich nicht in Bethlehem die Buben unter 2 Jahren
abschlachten zu lassen.
Nebenbei: Das was hier geschieht fand mit grosser Wahrscheinlichkeit
nicht unmittelbar nach der Geburt von Jesus statt, sondern ½ – 2 Jahre
später.
Denn wir haben hier eine andere Umgebung als da, als die Hirten den
Herrn aufsuchten. Maria wohnt in einem Haus und das Kind liegt nicht in
einer Krippe.
Im Gegensatz zu Lukas spricht Matthäus von einem Kindlein und nicht von
einem Säugling.
Vermutlich war Jesus bereits ½ - 2 Jahre alt war, als die Weisen ihn
besuchten. Dies auch, weil Herodes alle Kinder unter 2 Jahren umbringen
liess.
Anwendung
Ganz Jerusalem ist ab dieser Nachricht erschrocken. Männer kommen aus
einem fernen Land, um dem König der Juden Ehre zu erweisen.
Alle, die dies hörten, alle religiösen Führer der Juden, hätten die
Möglichkeit gehabt aufzuhorchen.
Aber offensichtlich bewegte sie, was sie erfahren hatten, nicht sich zu
freuen und den König aufzusuchen, um ihn zu ehren.
Das Zeichen war ihnen scheinbar nicht überzeugend genug. Obwohl sogar
das Universum die Geburt des Königs ankündigte!
Nicht nur Engel und Propheten verküdigten die Geburt Jesu, sogar das
Universum der Sternenhimmel verkündigt die Geburt des Schöpfers und
Retters.
Und es erstaunt auch nicht, wenn beim zweite Kommen des Herrn der
Himmel seine Ankunft verkündigt, so lesen wir:
Unmittelbar nach jener Zeit der Not wird sich die Sonne verfinstern,
und der Mond wird nicht mehr scheinen. Die Sterne werden vom Himmel
fallen, und die Kräfte des Himmels werden aus dem Gleichgewicht
geraten. / Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel
erscheinen, und alle Völker der Erde werden jammern und klagen; sie
werden den Menschensohn mit grosser macht und Herrlichkeit auf den
Wolken des Himmels kommen sehen. Mt.24,29-30.
II. Freude in Bethlehem (9-11)
Wir können uns gut vorstellen, dass die Weisen nach diesen Ereignissen
in Jerusalem etwas verwirrt waren.
Haben sie den Stern vielleicht doch falsch gedeutet? War es nicht ein
Irrtum? Wieso ist der König nicht im Palast in Jerusalem, wo er doch
hingehörte?
Vermutlich waren sie auch höchst erstaunt über das grosse Erschrecken,
der Menschen in Jerusalem.
So können wir auch verstehen, dass sie hoch erfreut waren, als sie auf
dem Weg nach Bethlehem, den Stern wieder sahen.
Und nun weist er ihnen den Weg zu dem Haus, in dem Jesus wohnte.
Der Stern wies den Weg nicht wie wir das oft bei Krippen sehen, dass
der Stern unmittelbar über dem Haus gestanden hat. Dies wäre einfach
nicht möglich und wenn der Herr das so veranlasst hätte, dann würde ganz
Bethlehem sich aufgemacht haben und vor dem Haus hätte es einen Auflauf
gegeben.
Eher zeigte der Stern im Verborgenen den Weg. Vielleicht dass er sich
im Hausbrunnen spiegelte, oder seinen Schein auf einen glänzenden
Gegenstand warf.
Jedenfalls war es so deutlich, dass die Weisen genau wussten um welches
Haus es sich handelt.
Man könnte sich fragen, warum der Stern nicht gleich den Weg nach
Bethlehem wies.
Die Antwort ist einfach: Gott wollte in Jerusalem nochmals die Geburt
seines Sohnes ankündigen.
Anwendung
Oft denken wir auch, warum hat Gott einen direkteren Weg in unserem
Leben nicht zugelassen. Es wäre doch viel einfacher gewesen.
Was aus unserer Sicht einfacher ist, muss in den Augen Gottes nicht
richtig sein.
Gott hat einen Heilsplan, dem haben wir uns einzuordnen, dort stehen
eben nicht wir und unser Wohlergehen im Zentrum, sondern der Wille
Gottes.
So müssen wir uns immer wieder einprägen, was uns in den Sprüchen so
deutlich gesagt ist:
Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der Herr allein lenkt
seinen Schritt. Spr.16,9.
Sind wir bereit uns so lenken zu lassen, ohne Gott ständig anzuklagen,
wenn er uns auf einem Umweg zum Ziel bringt?
1 Huldigung
Nun knien die Weisen vor Jesus nieder und ehren ihn mit Geschenken:
Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Auch hier geschieht Zeichenhaft, was wir bereits in Jesaja lesen
können:
Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die
Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir! / Denn siehe, Finsternis
bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der
Herr und seine Herrlichkeit erscheint über dir. / Und die Heiden werden
zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.
Jes.60,1-3.
Und in diesem Jesaja Kapitel wird auch bereits angekünidgt, dass ihm
Geschenke überbracht werden, denn es heisst:
Karawanen von hochbeladenen Kamelen kommen aus Midian und Efa. Die
Leute aus Saba kommen mit Gold und Weihrauch und rühmen meine mächtigen
Taten. (Jes 60,6)Auch in Psalm 72 sind ähnliche Stellen zu lesen.[7]
Der Name des Königs werde nie vergessen, sein Ruhm nehme zu, solange
die Sonne besteht! Wenn Menschen einander Segen wünschen, sollen sie
sagen: »Gott segne dich, wie er den König gesegnet hat!« Und alle
Völker sollen ihn glücklich preisen! (Ps 72,17)
Anwendung
Wir gehören nun zu der Schar der Völker, die ihm dienen und es steht
uns gut an, wenn wir dies mit Freunden tun.
Es wird aber die Zeit kommen, wo dies noch viel sichtbarer geschehen
wird.
2 Bewahrung (12)
Nun greift Gott wieder ein, um seinen Sohn und die Weisen zu
beschützen.
In einem Traum macht er ihnen deutlich, dass sie nicht mehr über
Jerusalem zurückkehren sollten, sondern auf einem anderen Weg in ihr Land
zurückkehren sollten.
Schluss
Der 6. Januar ist vorwiegend unter dem Namen Dreikönigstag bekannt.
Aber ein viel treffender Name für diesen Tag ist "Epiphanias", dies
bedeutet: das Fest der Erscheinung. Es meint die Erscheinung Christi vor
den Heiden.
Zeichenhaft tritt hier schon ein, was wir in der Offenbarung dann in
Vollkommenheit sehen, dass Jesus von Menschen aus allen Nationen verehrt
wird.
Danach sah ich eine riesige Menschenmenge aus allen Stämmen und
Völkern, Menschen aller Sprachen und Kulturen; es waren so viele, dass
niemand sie zählen konnte. In weisse Gewänder gehüllt standen sie vor
dem Thron und vor dem Lamm, hielten Palmzweige in den Händen / und
riefen mit lauter Stimme: Das Heil kommt von unserem Gott, der auf dem
Thron sitzt, und von dem Lamm! Offb.7,9-10.
Stellvertretend für die Völker sind diese Weisen erschienen.
Nun sind wir an der Reihe, diesen wunderbaren Herrn zu preisen. Ihn als
König aller Könige und als Herrn aller Herren anzubeten! Wollen wir das
doch in diesem neuen Jahr von Herzen tun!
Amen
-----------------------
[1]Lexikon: Dionysius Exiguus [lat. der Kleine, Demütige], skyth. Mönch,
lebte etwa 500 bis 550 n.Chr. in Rom. Von ihm stammt die bis zur
Gregorian. Kalenderreform gültige Berechnung des Osterfest_Termins und die
seit 525 geltende christliche Zeitrechnung.
[2]Wuppertaler, Matthäus, S. 19.
[3]Wuppertaler, Matthäus, S. 19.
[4]Jos. bell. I, 493-494.
[5]So unterwarf Deiokes das Volk der Meder allein und beherrschte es. Die
medischen Stämme sind folgende: Buser, Partakener, Struchaten, Arizanter,
Budier und Mager. So viele Stämme gibt es bei den Medern. Hdt.I,101. / Die
Opfer für die genannten Götter vollziehen die Perser nach folgendem Ritus:
Sie erbauen keine Altäre und zünden auch kein Feuer beim Opfer an. Sie
bringen keine Trankopfer dar und benutzen keine Flöte; auch Kränze und
Opfergerste kennen sie nicht. Wenn jemand für sich opfern will, führt er
sein Tier an einen reinen Platz und ruft den Gott an; meist hat er dabei
seine Tiara mit Myrten bekränzt. Der Opfernde darf nicht für sich allein
um alles Gute bitten, sondern er betet darum für alle Perser und den
König; denn er gehört ja auch dazu. Wenn er das Opfertier in Stücke
zerschnitten und das Fleisch gekocht hat, legt er alles Fleisch auf
frisches Gras, meist auf Klee, den er als Unterlage hinstreut. Nach diesen
Vorbereitungen tritt ein Magier heran und singt das Lied von der
Erschaffung der Götter. Das ist nach ihrer Behauptung der Inhalt des
Opfergesangs. Ohne Mithilfe eines Magiers ist es bei ihnen nicht Brauch zu
opfern. Nach kurzer Zeit trägt der Opfernde das Fleisch weg und verwedet
es nach Belieben. Hdt.I,132.
[6]Wuppertaler: Matthäus, S. 20.
[7]Die Könige von Tarsis und auf den Inseln sollen Geschenke bringen, die
Könige aus Saba und Scheba sollen Gaben senden / Alle Könige sollen vor
ihm niederfallen und alle Völker ihm dienen. Ps.72,10.11. / Er soll leben,
und man soll ihm geben vom Gold aus Saba. Man soll immerdar für ihn beten
und ihn täglich segnen. Ps.72,15.

