Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 36: Der Aufgang aus der Höhe.
Einführung in die prophetische Botschaft Zacharias'
Lasst uns einen letzten Blick auf Zacharias und seine prophetische Botschaft werfen – über den Messias und seinen eigenen Sohn, Johannes den Täufer.
Wir sind am Ende von Lukas 1 angekommen. Hören wir noch einmal Lukas 1, die Verse 76 und 77: „Und du, Kind“ – gemeint ist Johannes der Täufer – „wirst ein Prophet des Höchsten genannt werden, denn du wirst vor dem Angesicht des Herrn hergehen, seine Wege zu bereiten, um seinem Volk Erkenntnis des Heils zu geben, in oder durch die Vergebung ihrer Sünden.“
Die Frage ist: Wie kommen wir als Menschen eigentlich zu diesem Vorrecht? Wie kann es sein, dass ein Gott – noch dazu ein Schöpfergott, der erleben musste, wie seine Schöpfung sich gegen ihn wandte – ein Interesse daran hat, dass die Menschheit versteht, wie sie gerettet werden kann?
Er braucht die Menschheit nicht, er braucht sie nicht, um glücklich zu sein. Und doch kümmert er sich um uns. So fragt der Psalmist zu Recht: „Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst?“
Gottes herzliche Barmherzigkeit als Grundlage der Rettung
Und die Antwort ist ganz einfach, obwohl wir sie oft vergessen, weil sie so offensichtlich und simpel ist: Lukas 1,78 – „Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes.“
Es ist Gottes herzliche Barmherzigkeit, seine liebevolle Zuneigung, die ihn für uns sein lässt. Auch wenn wir das vielleicht nicht immer glauben können, meint Gott es nur gut mit uns. Das sollten wir niemals vergessen.
Hinter Kreuz, Auferstehung und neuem Bund steht Gottes herzliche Barmherzigkeit. Es ist albern, seine Barmherzigkeit in Frage zu stellen – gerade weil sie sich im großen Stil durch Wiedergeburt, Erlösung, Rechtfertigung und ein neues Leben über uns ergossen hat.
Wenn wir im Kleinen auf Probleme stoßen, die Gott uns doch für die Nachfolge verheißt, dürfen wir nicht daran zweifeln, dass seine Barmherzigkeit bleibt.
Der Auftrag des Messias: Erleuchtung und Ausrichtung
Lukas 1, Verse 78 und 79:
Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, mit der uns der Aufgang aus der Höhe besuchen wird, um denen zu leuchten, die in Finsternis und Todesschatten sitzen, und unsere Füße zu richten auf den Weg des Friedens.
Der Aufgang aus der Höhe – ihr habt es euch bestimmt schon gedacht – ist der Messias. Wir schauen uns gleich an, was dieses Bild bedeutet, aber vorher werfen wir einen Blick auf seinen Auftrag.
Er soll leuchten und ausrichten. Der Messias will erleuchten und zeigen, wie man in Frieden lebt. Das ist auch mehr als notwendig, denn Jesaja beschreibt den Zustand des Volkes folgendermaßen:
Der Zustand des Volkes vor dem Messias
Ihre Füße laufen zum Bösen und eilen, unschuldiges Blut zu vergießen. Ihre Gedanken sind Gedanken des Unrechts. Verwüstung und Zerbruch herrschen auf ihren Straßen. Den Weg des Friedens kennen sie nicht, und kein Recht ist in ihren Spuren. Ihre Pfade machen sie sich krumm, und jeder, der sie betritt, kennt keinen Frieden.
Darum ist das Recht fern von uns, und Gerechtigkeit erreicht uns nicht. Wir hoffen auf Licht, doch siehe, da ist Finsternis. Auf Lichtglanz hoffen wir, aber in dichtem Dunkel gehen wir umher. Wir tappen herum wie Blinde an der Wand und wie die, die keine Augen haben. Blind und böse.
So lässt sich diese Prophezeiung zusammenfassen: Den Weg des Friedens kennen sie nicht, und sie tappen herum wie Blinde. Es ist ein Volk, dem es an Gerechtigkeit und an Durchblick fehlt.
Aber genau das ist es, was der Messias als Erlöser ihnen bringen will. Und nicht nur ihnen, sondern natürlich allen Menschen.
Der Messias als Licht für die geistlich Toten
Gott will denen leuchten, die in Finsternis und Todesschatten sitzen. Bei Hiob ist das Land der Finsternis und des Todesschattens ein Bild für den Tod. Wer in dieses Land geht, der stirbt.
So beschreibt der Heilige Geist hier die Menschen, zu denen der Messias kommt, als solche, die tot sind. Dabei ist nicht die biologische, sondern die geistliche Todesart gemeint. Diese Menschen atmen zwar noch, sind aber geistlich tot.
Den geistlich Toten will der Aufgang aus der Höhe leuchten. Er will ihnen zeigen, wie sie lebendig werden können. Wie sie neues, ewiges Leben erhalten, das Leben der Kinder Gottes – echtes Auferstehungsleben. Er möchte ihnen Erleuchtung und Neuausrichtung schenken.
Der Weg des Friedens als zentrale Herausforderung
Wenn es in Jesaja 59,8 heißt: „Den Weg des Friedens kennen sie nicht“, dann gilt das nicht nur für die Juden zur Zeit Jesu. Diese Aussage beschreibt vielmehr jeden Menschen.
Paulus macht das im Römerbrief deutlich. Er spricht dort über Juden und Griechen, also über alle Menschen. In Römer 3,14-17 heißt es: „Ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit, ihre Füße sind schnell, Blut zu vergießen. Verwüstung und Elend ist auf ihren Wegen, und den Weg des Friedens haben sie nicht erkannt.“
Das bedeutet, der Mensch weiß nicht, wie man liebt und wie man friedlich und harmonisch miteinander lebt. Er kennt diesen Weg nicht, bis er dem Messias begegnet, der seine Füße auf den Weg des Friedens stellt.
Die Notwendigkeit des kosmischen Friedensstifters
Wir brauchen jemanden, der uns beibringt, wie Frieden funktioniert. Einen kosmischen Friedensstifter, der uns zeigt, wie wir persönlichen Frieden finden können.
Wir brauchen ihn, weil es Gott wichtig ist, dass wir das lernen. Den Weg des Friedens zu kennen und zu wissen, wie man ihn geht, gehört zu den wichtigsten Fähigkeiten, die ein Christ beherrschen muss.
Die Friedensstifter werden auch Söhne Gottes genannt. Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns vom Messias erleuchten lassen. Von seinem Vorbild können wir lernen, wie man in Frieden mit allen Menschen lebt. Außerdem zeigt er uns, wie wir dafür sorgen, dass unsere Beziehungen von derselben Barmherzigkeit und Fürsorge getragen werden, mit der der Aufgang aus der Höhe, der Messias, sich um uns gekümmert hat.
Der Begriff „Aufgang aus der Höhe“ und seine biblische Bedeutung
Aufgang aus der Höhe. Was versteht man unter einem Aufgang? Das griechische Wort bedeutet ein Aufgehen. Das kann das Aufgehen der Sonne sein oder das Aufsprossen einer Pflanze.
Ich hatte bereits gesagt, dass es sich beim Aufgang aus der Höhe um den Messias handelt. Der Kontext und der Zusammenhang legen das nahe. Es gibt aber noch eine Stelle im Alten Testament, die genau diesen Bezug herstellt.
Diese Stelle stammt aus dem Propheten Sacharja und ist natürlich alles andere als einfach. Dort wird ein zukünftiger Priesterkönig beschrieben. Ich lese aus Sacharja 6, die Verse 12 und 13 vor:
So spricht der Herr der Heerscharen: Siehe, ein Mann, Spross ist sein Name, und es wird unter ihm – gemeint ist wohl anstelle des zuvor genannten Hohenpriesters Josua – sprossen. Er wird den Tempel des Herrn bauen. Ja, er wird den Tempel des Herrn bauen, und er wird Hoheit tragen, auf seinem Thron sitzen und herrschen.
Es braucht nicht viel Fantasie, um hier den Messias zu erkennen. Ein zukünftiger Priesterkönig, der den Tempel aufbauen wird – das klingt doch schon sehr nach Jesus.
Die Übersetzung des Begriffs „Spross“ als „Aufgang“
Und nun der Gag: In der Septuaginta, der griechischen Übersetzung des Alten Testaments, wird der Begriff „Spross“, also das hebräische Simma, mit dem griechischen Wort Entolä, „Aufgang“, übersetzt. Statt „Siehe, ein Mann, Spross ist sein Name“ heißt es in der Septuaginta „Siehe, ein Mann, Aufgang ist sein Name“.
Dasselbe finden wir noch einmal in Sacharja 3,8. Meine Elberfelder Bibel liest hier: „Und siehe, ich will meinen Knecht, Spross genannt, kommen lassen.“ Die Septuaginta übersetzt diesen Vers mit: „Denn siehe, ich bringe meinen Knecht mit Namen Aufgang.“
Der Aufgang aus der Höhe ist also die Erfüllung einer Verheißung des Propheten Sacharja über das Erscheinen eines Priesterkönigs, der den Tempel des Herrn bauen wird. Mehr noch: Sacharja 3 ergänzt in den Versen 9 und 10: „Und ich will die Schuld dieses Landes entfernen an einem Tag. An jenem Tag, spricht der Herr der Heerscharen, werdet ihr einander einladen unter den Weinstock und unter den Feigenbaum.“
Der Priesterkönig wird also die Schuld an einem Tag entfernen, und dann wird Schalom, Frieden, herrschen.
Was könnte man daraus lernen? Man kann darüber nachdenken, ob man zum Streit oder zum Frieden neigt. Was muss man noch lernen, um auf dem Weg des Friedens zu gehen? Ist man eher ein Friedensstifter oder ein Beziehungskiller?
Das war’s für heute. Morgen geht es weiter. Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Abschlussgedanken und Einladung zur Selbstreflexion
Was könntest du jetzt tun? Überlege, ob du eher zum Streit oder zum Frieden neigst.
Was musst du noch lernen, um den Weg des Friedens zu gehen? Bist du eher ein Friedensstifter oder ein Beziehungskiller?
Das war es für heute. Morgen geht es weiter.
Der Herr segne dich, lasse seine Gnade erfahrbar werden und lebe in seinem Frieden. Amen.
