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KIRCHENAUSTRITT: Soll ich aus der Kirche austreten? (Pro & Contra)

05.03.2021

Um Nachfolge zu leben, mach dich Hashtag Bibelfit. Heute gibt es eine Frage, die hier in Nachrichten und Kommentaren intensiv diskutiert wurde: Sollst du aus der Kirche austreten?

Was spricht dafür, zu bleiben? Und was spricht dafür, keine Minute länger zu bleiben? Diese Entscheidung hat in diesem Jahr mehr Sprengkraft als jemals zuvor.

In diesem Video wirst du gleich mehrere Stellungnahmen von Kirchenoberen sehen und hören. Außerdem zeige ich dir offizielle E-Mails, die dich wirklich überraschen werden.

Deshalb schau das Video bis zum Ende. Wir beginnen mit guten Gründen, in der Kirche zu bleiben, danach folgen gute Gründe für den Austritt. Anschließend gebe ich dir konkrete Tipps für deine Entscheidung. Am Ende des Videos zeige ich dir eine Sache, die fast alle Leute falsch machen, wenn sie aus der Kirche austreten.

Einführung und Überblick zur Thematik

Bevor wir starten, ein kurzer Hinweis zur Unterstützung der Community: Damit solche christlichen Videos auf Social Media nicht verborgen bleiben, kannst du auf Instagram einfach schnell auf dein Handy doppeltippen. Auf YouTube danke ich allen, die jede Woche hier die Glocke drücken. Das ist eine technische Sache: Nur weil Hunderte Menschen vor dir diese Glocke gedrückt haben, wird dir dieses Video überhaupt angezeigt. Also vielen Dank dafür.

Zur Klarstellung: Das Wort „Kirche“ kann mehrere Bedeutungen haben. Einerseits kann es die sichtbare Institution, also die Kirche, meinen. Andererseits kann es auch die unsichtbare Gemeinschaft von Christen bezeichnen.

Warum ist das wichtig? Zum einen, weil lange nicht alle Christen Mitglied in der Institution Kirche sind. Zum anderen, weil leider keineswegs alle, die in der Institution Kirche sind, auch Christen sind – im Gegenteil, oft sind sie es nicht. Das heißt, es gibt eine Überlappung von Christen, die außerdem in der Kirche sind, aber das ist keineswegs automatisch der Fall. Darauf kommen wir gleich noch zurück.

Zweitens: Es gibt keine perfekte Gemeinschaft, okay? Keine Landeskirche, keine katholische oder orthodoxe Kirche, keine Baptisten, keine Brüdergemeinde – keine Gemeinschaft auf Erden wird dir eine perfekte Gemeinschaft mit unfehlbaren Menschen bieten, die genau deinen Vorstellungen von Perfektion entspricht. Leb damit! Solange du es mit fehlbaren Menschen zu tun hast, wirst du auch fehlbare Menschen treffen. Es kann also gar nicht darum gehen, hier auf Erden eine perfekte Gemeinschaft mit perfekten Menschen zu finden. Schmink dir das bitte ab, es lohnt sich nicht.

Drittens: In diesem Video wollen wir vor allem auf die evangelische Kirche in Deutschland eingehen, die sogenannte EKD. Ich weiß, dass gerade wieder viel los ist mit dem neuesten Skandal an katholischer Front – mal wieder. Aber zum einen möchte ich diese Plattform hier nicht nutzen, um von einem Nachrichtenereignis zum nächsten zu springen. Wenn es möglich ist, will ich – und ich weiß, dass ich da an mir arbeiten muss – auch versuchen, Populismus zu vermeiden.

Klar will ich, dass diese Videos gesehen werden, aber mein Fokus liegt nicht auf Klickzahlen. Was ich wirklich will, ist, dass dir diese Videos etwas bringen. Deshalb kann so ein Video bei komplexen Themen auch mal etwas länger dauern, weil deine und eure Fragen häufig einfach komplex sind – und das ist okay.

Und zum anderen: Wenn du als Content Creator wie ich den Mund aufmachen willst, solltest du wenigstens wissen, worüber du redest. Bei mir ist das nun mal der landeskirchliche Background.

Was wir in diesem Video mit dem Wort „Kirche“ meinen, ist ab jetzt vor allem die evangelische Kirche in Deutschland, die EKD.

Die Struktur und Herausforderungen der EKD

Und das Letzte: Die EKD ist schwer zu fassen und schwer dingfest zu machen. Warum? Weil sie eine Dachorganisation ist, die aus über zwanzig Gliedkirchen besteht. Jede von ihnen kann innerhalb mehr oder weniger weiter Grenzen tun, was sie will.

Man kennt das aus der Politik unter dem Begriff Föderalismus. Das bedeutet, dass eine bibeltreue Gemeinde in Bremen völlig andere Schwerpunkte setzen kann als manche Berliner Kirchen, die das genaue Gegenteil vom Christentum vertreten und sich dennoch Kirche nennen. Warum? Weil beide unter der Schirmherrschaft der EKD als Dachorganisation stehen können.

Das heißt also, dass manches, was in der EKD geschieht, bibeltreu, christlich und bewundernswert ist. Andere Dinge, die in der EKD ablaufen – und das meine ich genau so, wie ich es sage – sind bürgerlich-politische Bewegungen unter christlichem Tarnmantel, Freizeitvereine oder humanistische New-Age-Sekten in christlicher Verkleidung.

Damit wir das also irgendwie greifen können und zu einem Punkt kommen, halte ich mich in diesem Video an offizielle Statements, die du wahrscheinlich nicht kennst. Diese stammen von der Dachorganisation der EKD selbst sowie von öffentlichen Aussagen der gewählten Leiter der EKD. Dabei meine ich die durch Mehrheitsentscheid gewählten Amtsträger. So sieht man, in welche Richtung es geht, wenn diese Aussagen in ihrer Funktion als offizielle Amtsträger gemacht wurden.

Okay, also starten wir mal direkt rein.

Gründe zum Bleiben in der Kirche

Was sind Gründe, in der Kirche zu bleiben?

Der erste Grund ist ganz grundsätzlich die Personen. Wenn du darüber nachdenkst, einer Organisation beizutreten – sei es einem Job, einem Verein oder Ähnlichem – dann ist es wichtig, die Sache auch einmal ganz säkular zu betrachten. Die Grundsätze eines Vereins sind zwar schön und wichtig, aber viel wichtiger ist, wer konkret am Hebel sitzt und die Organisation gestaltet.

Schau also lieber auf die Personen als auf die Positionen. Das gilt übrigens auch bei der Jobsuche. Ähnlich verhält es sich mit der akademischen Theologie in Deutschland, die ernsthafte Probleme hat. Deshalb solltest du sehr genau überlegen, ob ein Theologiestudium an einer staatlichen Universität wirklich eine gute Idee ist – so wie ich es gemacht habe.

So ähnlich ist es auch bei der Landeskirche. Es gibt ehrlich gute Pastoren, die seit Jahren täglich ihre Bibel lesen und ihr gehorchen. Sie verschweigen oder verbiegen nicht, was ihnen selbst nicht gefällt oder gerade unmodern ist. Stattdessen sprechen sie liebevoll und ehrlich mit ihren Gemeinden über Reue, Buße und Umkehr. Viele von ihnen haben dutzenden Menschen geholfen, der Hölle zu entkommen.

Diese stillen Helden gibt es, und sie werden eines Tages ihre Belohnung erhalten. Für diese Helden der Nachfolge lohnt es sich, in der Kirche zu bleiben. In meiner eigenen Lebensgeschichte durfte ich mich in den ersten Jahren meines Glaubens an drei Menschen besonders orientieren. Einer von ihnen war evangelischer Pfarrer in der Landeskirche. Falls du das liest, du weißt ja, wer du bist: Ich danke dir von Herzen. Das werde ich dir nie vergessen. Ich freue mich darauf, eines Tages zu erfahren, wie viele Menschen du auf dem Weg zu Jesus geführt hast. Du bist mir bis heute ein Vorbild. Danke dir!

Der zweite Grund, warum es sich wirklich lohnt, zu bleiben, ist der diakonische Einsatz. Die EKD engagiert sich in der Seelsorge, in psychologischer Betreuung, in karitativen Anliegen, in kultureller Bildung, in der Erwachsenenbildung und vor allem in der Seniorenarbeit. Wir alle – und das sage ich mir genauso – sollten anerkennen, dass viele EKD-Mitgliedskirchen diese Aufgaben wirklich gut erfüllen. Seit Jahrzehnten sind sie für viele Menschen eine tragende Säule geworden.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob die Kirche diese Aufgaben überhaupt übernehmen sollte. Nicht, ob sie grundsätzlich wichtig sind, sondern ob Gemeinden und Kirchen sich dafür verantwortlich fühlen sollten. Denn die Frage ist berechtigt: Gibt es nicht andere, die diese Aufgaben genauso gut oder vielleicht sogar besser erfüllen könnten?

Das ist der Punkt: Angenommen, es gäbe etwas, das nur die christliche Gemeinde tun könnte – wäre es dann nicht gut, wenn sie es auch täte? Was könnte das sein? Vielleicht Buße? Vielleicht die Botschaft, dass Jesus bald wiederkommt? Vielleicht, dass es ein Jüngstes Gericht gibt, bei dem jeder Schuldige für immer in die Hölle verurteilt wird? Und dass es durch Jesus einen Ausweg aus der Hölle gibt?

Angenommen, das stimmt, was Jesus über diese Dinge sagt – meinst du nicht, das wäre wichtig? Wenn das stimmt, dann sollten wir alle Christen sein, auch du und ich. Und wenn es nicht stimmt, dann sollte niemand Christ sein, auch du und ich nicht.

So wichtig all diese karitativen Aufgaben sind: Wenn das stimmt, was Jesus über das Jenseits sagt, dann ist das die wichtigste Nachricht der Welt. Es gibt absolut nichts Wichtigeres, als den Menschen Buße, Umkehr und das Evangelium zu predigen. Das ist doch logisch, oder?

Wenn das stimmt, warum dann hauptsächlich ein Seelsorgeverein sein? Warum den Fokus darauf legen, den Menschen die wenigen Jahre im Diesseits besser zu machen, wenn es doch darum geht, das Leben im Jenseits überhaupt erst zu ermöglichen? Natürlich wollen wir beides tun, aber die Frage ist der Fokus.

Wenn ich weiß, dass die 90-jährige Oma Winkelmann von nebenan in einem Wohnblock mit Corona auf direktem Weg in die ewige Verdammnis und die reale Hölle ist, womit tue ich ihr dann den größeren Gefallen? Einmal am Mittwoch einen Kaffeeklatsch mit ihr zu halten oder ihr mit viel Liebe, Feingefühl und Ehrlichkeit das Evangelium zu predigen und ihr zu helfen, wiedergeboren zu werden und der Hölle zu entkommen? Verstehst du, was ich meine?

Diese Erkenntnis wurde den zwölf Aposteln damals sehr bald geschenkt, als sie die gesamte Gemeinde zu einem Meeting zusammengerufen haben. Es wurde gesagt, dass es nicht angehen kann, dass die Apostel Lebensmittel verteilen müssen, anstatt Gottes Botschaft zu verkünden. Damit wurde eindeutig klar, was wichtiger ist – auch durch den Vers danach. Lebensmittel verteilen ist gut und wurde weiter gemacht. Aber das ist kein Vergleich zum Evangelisieren. Das geht gar nicht.

Gründe zum Austreten und kritische Betrachtungen

Und damit kommen wir zum Punkt: Gründe zum Austreten. Danach gebe ich dir Tipps für deine konkrete Entscheidung – ob du bleiben oder austreten möchtest. Falls du austreten willst, erkläre ich dir, wie du das machen kannst und wie du dabei den größten Fehler vermeidest.

Siehst du, der entscheidende Grund zum Austreten ist die Frage: Was wäre, wenn die Kirche selbst schon aus der Kirche ausgetreten wäre? Wenn Teile der Institution Kirche selbst gar nicht mehr Teil des Christentums sind.

Erlaub mir, dir hier stellvertretend für tausende solcher Aussagen nur zwei öffentlich verfügbare YouTube-Clips zu zeigen, die sehr klare Worte für das gleiche Problem finden.

Zuerst findest du einen Clip von einem Talk, den Daniela gehalten hat. Du kennst sie vielleicht als Ewiglichkind. Sie sprach auf der Steps Konferenz. Hör mal rein!

Vorher möchte ich dir Daniela kurz vorstellen. Sie ist eine Person, die sich intensiv mit dem Thema Vergebung auseinandersetzen musste. Wie das passiert ist, werden wir jetzt kurz besprechen. Begrüßt mit mir Daniela hier auf der Bühne!

Du bist Mediengestalterin und bist nicht in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen. Du hast Jesus erst vor neun Jahren kennengelernt. Erzähl uns mal kurz, wie das passiert ist.

Daniela kommt aus einem nichtchristlichen Elternhaus, das landeskirchlich geprägt war. Sie hatte eigentlich nie wirklich Bezug zum Herrn. Daniela vergleicht das Aufwachsen im Traditionskirchentum damit, überhaupt nicht christlich aufgewachsen zu sein. Sie spricht aus erster Hand und weiß, wovon sie redet.

Ein anderes Beispiel – Achtung, das ist jetzt ein bisschen rustikaler, undiplomatischer und sehr viel direkter, aber inhaltlich nicht unberechtigt – bringt Arno Rudnik von der Ruhrpott Mission auf den Punkt. Hier ein Auszug aus seiner Videoansprache zu einem anderen Thema, die zu diesem Zeitpunkt schon fast 50 Mal in Deutschland angesehen wurde. Das ist echt viel, ja?

Achte mal weniger auf den Sprecher Arno und nicht so sehr auf seinen Stil, sondern mehr auf das Gesagte. Hör mal rein:

"Einen schönen guten Abend, hier ist Bruder Arno Rudnik von der Ruhrpott Mission. Ich grüße euch alle ganz herzlich. Eine evangelische Elite hat sich ganz klar von dem reformatorischen, bibeltreuen Erbe verabschiedet. Sie haben sich verabschiedet von der Jungfrauengeburt Jesu Christi, von der leibhaftigen Auferstehung, von der Wiederkunft Jesu Christi und vom Sündentod unseres Heilandes Jesu Christi. Sie glauben nicht an den biblischen Herrn Jesus Christus, das Kreuz, das sie auf der Brust tragen. Diese Kirche hat gar kein Recht mehr, sich Kirche zu nennen."

Merkst du was? Wie gesagt, es gibt Hunderte solcher öffentlichen Stellungnahmen, in denen reflektierte und weitaus gebildetere Menschen als du und ich die berechtigte Frage stellen: Ist die Kirche überhaupt noch christlich?

Und das allein sollte uns nachdenklich machen, weil das nicht selbstverständlich ist.

Der Punkt dabei ist folgender: Machen wir mal ein Gedankenexperiment, okay? Angenommen, du wärst jetzt ein tiefgläubiger orthodoxer Jude. Das wäre dir heilig. Du würdest es als deine Verantwortung gegenüber deiner Familie und als Verpflichtung vor Gott sehen, deinen Glauben ernst zu nehmen, dich reinzuhalten und so zu leben.

Und dann würde ich ankommen – Markus, Westeuropäer, der nie in der Tora liest, nie im Talmud, den Sabbat nicht hält, verlobt mit einer Nichtjüdin ist und am besten noch jeden Tag eine Rostbratwurst vom Schwein isst.

Und ich würde jetzt auf einmal behaupten, dass ich auch orthodoxer Jude bin.

Weißt du, was das wäre? Das wäre, wie Daniela sagt, vollkommen daneben und auch maßlos respektlos.

Das ist ein wichtiger Punkt: Ich gehöre nicht automatisch einer Religion an, nur weil ich es behaupte oder mich selbst so bezeichne. So funktioniert das nicht.

Und nur weil sich etwas christlich oder Kirche nennt, wird es dadurch nicht christlich. Zum Beispiel die Mormonen.

Viele Mormonen nennen sich "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage". Das klingt gut, aber ist, wie jeder Sektenforscher bestätigen wird, keine christliche Gemeinschaft.

Und by the way: Das sagen die Mormonen auch selbst von sich. Sonst würden sie ja nicht versuchen, Christen zu missionieren, wenn Christen sowieso das Gleiche glauben würden wie Mormonen, oder?

Wie Jesus sagt: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.

Carl Gustav Jung sagt dazu: Schau nicht unbedingt auf das, was die Leute sagen, sondern schau auf das, was sie tun, denn dort erkennst du ihr Herz.

Ist klar.

Ähnlich wie bei Staaten, die sich selbst permanent und überall demokratisch nennen. Das hat nichts zu bedeuten, nur weil das im Titel steht. Ist traurig, aber wirklich so.

Jesus sagt es auch selbst: Nicht alle, die zu mir "Herr, Herr" sagen, werden ins Himmelreich kommen, sondern nur die, die den Willen meines Vaters, Gottes, tun.

Der Wille Gottes und die EKD im Fokus

Jetzt fragt sich vielleicht: Na gut, aber was ist denn der Wille des Vaters? Was will Gott eigentlich? Die Antwort darauf steht glasklar und deutlich in deiner Bibel. Dort heißt es nämlich: „Gott möchte, dass alle Menschen Buße tun und umkehren.“

Also, du willst Gottes Willen tun? Dann hilf mit, dass Menschen von ihren verbrecherischen Wegen umkehren, dass sie Buße tun. Unterstütze sie dabei, jünger zu werden, und verbreite die frohe Botschaft. Das ist ganz klar.

Damit sind wir bei der Kernfrage: Macht die EKD das? Darüber haben wir uns auf diesem Kanal viel unterhalten. Das biblische Christentum verkündet die gute Nachricht, dass du durch den Tod Jesu für deine Sünden erlöst bist und durch seine Auferstehung vom jüngsten Gericht freigesprochen wirst. Das macht nur Sinn, wenn du schuldig bist. Wer nicht schuldig ist, braucht keinen Freispruch.

Wenn eine Kirche ihren Mitgliedern einredet, dass Sünden nicht so schlimm seien und das nicht todernst genommen werden müsse, dann braucht man keinen Freispruch. Wenn eine Kirche ihren Mitgliedern zwar sagt, dass Jesus gestorben ist, aber nicht unbedingt für mich persönlich, dann brauche ich das auch nicht.

Wenn eine Kirche ihren Mitgliedern einredet, dass das jüngste Gericht gar nicht stattfindet oder sowieso niemand verurteilt wird, dann brauche ich nicht Christ zu werden und versuchen, den Freispruch anzunehmen. Dann muss ich mich auch nicht unter das Kreuz stellen.

Weißt du, was ich meine? Das müssen wir einfach verstehen: Wozu sollte Jesus sich zu Tode quälen, um dich beim jüngsten Gericht vor der ewigen Hölle zu retten, wenn sowieso niemand in die Hölle kommt oder wenn das Gericht gar nicht schlimm wäre? Das ergibt doch keinen Sinn.

Wenn jemand sagt, dass das jüngste Gericht nicht wirklich stattfindet oder dass damit etwas ganz anderes gemeint ist, was auf dasselbe hinausläuft, dann hört das ganze Christentum auf zu funktionieren.

Entschuldige die schlechte Einblendung, das musste einfach sein. Aber jetzt mal ganz ernsthaft: Das ist die Kernfrage. Steht die EKD tatsächlich auf dem Boden der Bibel? Sagt und meint sie tatsächlich das, was Jesus sagt? Folgt sie selbst Jesus nach? Lebt und lehrt sie andere Menschen, Jesus nachzufolgen, was ja auch geschieht?

Wie gesagt, wir müssen differenzieren. Aber die Antwort ist nicht automatisch ja.

Offizielle Beispiele und kritische E-Mails der EKD

Hier ein paar Beispiele.

Erstes Beispiel:

Dazu will ich dir gleich zwei E-Mails zeigen, die ich von der EKD vorliegen habe. Die siehst du jetzt. Du musst wissen, dass das nicht irgendeine Privatmeinung von, sorry, irgendeinem irrelevanten Aktensortierer ist, sondern beide stammen vom offiziellen E-Mail-Service der EKD.

Ich habe nämlich in Vorbereitung auf dieses Video im Dezember eine E-Mail an sie geschrieben. Ich komme mal zum wichtigen Punkt. Ich schrieb: „Sehr geehrte Damen und Herren, mein Name ist Markus Voss. Meine Frage wäre, einmal völlig abgesehen von allen karitativen, diakonischen und allen kulturellen und musikalischen Geschmacksfragen oder Gefühlen von Heimat, die ich durch meinen nichtchristlichen Hintergrund bei der Landeskirche nicht habe – also von all diesen Dingen abgesehen – warum sollte ich einer Gliedkirche der EKD beitreten und nicht in die Freikirche zwei Kilometer weiter?“

Das ist ja eine berechtigte Frage. Ich habe einfach gefragt: Liebe Leute, was ist euer bestes Argument, zu euch zu kommen und nicht woanders hinzugehen als Christ?

Dann kam als Antwort zurück – ich kürze es mal ab –: Wir können Ihnen Ihre Frage nicht beantworten.

Jetzt denkst du vielleicht, das sei irgendwie so eine falsche Bescheidenheit, die daraus spricht, oder so im Sinne von: „Uh ja, ich will Ihnen nichts vorgeben“ und so weiter. Ich kann ja auch die ganze E-Mail zeigen, falls es sehr interessiert – ist es nicht. Das ist die sachliche Antwort darauf. So lese ich den Duktus der E-Mail. Vielleicht verstehe ich es falsch, ich denke nicht.

Diese Sachen, die ich gesagt habe, sind davon abgesehen. So wirkt es auf mich: Genau die Sachen, die angeführt wurden, sind als Argumente genannt worden, um in die EKD zu gehen. Aber das sind ja alles völlige Oberflächlichkeiten, die mit dem Kern des christlichen Glaubens überhaupt nichts zu tun haben. Weißt du?

Zweites Beispiel:

Wir Christen beten seit über anderthalb Jahrtausenden: „Ich glaube an Gott, den Allmächtigen.“ Das ist aus dem apostolischen Glaubensbekenntnis. Je nachdem ist das wahrscheinlich schon über 1800 Jahre alt, könnte sogar noch älter sein.

Warum beten wir das? Weil der biblische Gott allmächtig ist – so ist er in der Bibel beschrieben.

Aber dann kommt einer der führenden Köpfe der EKD und sagt: Es kann nicht sein, sagt er, dass diejenigen Recht haben, die Kausalverbindungen zwischen dem Handeln Gottes und der Corona-Pandemie herstellen. Auf Deutsch: Gott kann das nicht verursacht haben.

Er sagt ja, es kann gar nicht sein. Er sagt, Gott kann die Pandemie gar nicht verursacht haben. Da denkst du dir: Hä, steht nicht in der Bibel eindeutig drin, dass Gott auch bei Unglück und Naturkatastrophen mit seiner Hand im Spiel hat? Ist nicht in der Bibel sogar die Rede von Gott, der Krankheiten verursacht?

Und dann sagt dieser kirchliche Funktionär weiter, er sagt, Zitat: „Jetzt lasse es auf der Zunge zergehen“ – er sagt: „Wir müssen Abstand nehmen von einem Bild von Gott als einem, der alles unter Kontrolle hat.“ Also im Klartext: Gott ist nicht allmächtig.

Jetzt haben wir folgende Situation: Jesus sagt, folgt den Schriften, und die Heiligen Schriften legen klar dar, dass Gott allmächtig ist. Aber die EKD sagt in Form dieses leitenden Kirchenoberen, dass Gott nicht allmächtig ist.

Also, weißt du, bin ich da der Einzige, der da ein Problem sieht? Das ist doch irgendwie merkwürdig, oder?

Drittes Beispiel:

Ein offizieller Grundlagentext der EKD, in dem es heißt, Zitat: „Der Glaube eines anderen – gemeint sind in dem Zusammenhang Nichtchristen – darf nicht für unwahr erklärt werden.“

Nochmal: Da steht nicht „sollte nicht“, da steht „darf nicht“. Wie soll das gehen, weißt du?

Nehmen wir zum Beispiel einen Flat Earther, der ankommt und glaubt, dass die Erde eine Scheibe wäre. Wir Christen glauben aufgrund von Wissenschaft und Bibel, dass die Erde eine Kugel ist, die freischwebend im Weltall sich um die eigene Achse dreht.

Aber was von beiden ist es denn jetzt? Es kann ja nicht gleichzeitig eine Kugel und eine Scheibe sein.

Wir Christen glauben, dass Jesus Jude war. Manche Nazis lehren aber, dass Jesus der erste Arier war. Was denn jetzt?

Wir Christen glauben, dass Jesus gestorben und leibhaftig auferstanden ist. Viele Muslime glauben ja noch nicht einmal, dass Jesus überhaupt gestorben ist.

Weißt du, was von beiden ist es denn jetzt? Auch hier sagt die EKD wieder, Zitat: „Es ist für die Auferstehung nicht konstitutiv zu wissen.“ Also heißt so etwas wie: Es ist nicht entscheidend, ob das Grab gemeint ist – Jesu Grab voll oder leer war.

Ich denke schon, denn wenn das Grab voll ist, dann ist Jesus tot und ist nicht auferstanden.

Viertes Beispiel:

Das Thema „Anderen von Jesus erzählen“. Also nochmal zum Mitschreiben: Jesus sagt, geht hinaus in die ganze Welt und macht die Freudenbotschaft Gottes allen Menschen bekannt. Er sagt, geht in alle Welt und ruft alle Menschen dazu auf, meine Jünger zu werden.

Okay, müsstest du und ich müssten wir eigentlich denken, nichts davon ist unklar, und es ist auch glasklar.

Dazu passt aber absolut nicht, was du auf der offiziellen Website der EKD findest. Da heißt es nämlich, das Ziel der EKD ist, Zitat: „nicht in erster Linie, möglichst viele Menschen zum christlichen Glauben zu bringen.“

Weiter findest du in der Bibel: Da heißt es, schrecklich ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Sagt Jesus ja auch: „Fürchtet Gott, der Körper und Seele der Hölle ausliefern kann.“ Und weiter sagt Jesus: „Fürchtet Gott, der euch nicht nur töten kann, sondern auch die Macht hat, euch danach, nachdem er euch getötet hat, in die Hölle zu werfen.“

Okay, ist alles klar. Dagegen sagt die EKD, Zitat: „Im Gericht mit dem konfrontiert zu werden, was man im Leben falsch gemacht hat, ist nichts, wovor man sich fürchten müsste.“

So ähnlich auch per E-Mail, ja, per E-Mail von der EKD. Die Frage in der E-Mail an die EKD lautete in dem Zusammenhang: „Was muss ein Mensch tun, um nach seinem Tod in den Himmel zu kommen?“

Okay. Aber die Antwort der EKD – und ich will das noch mal wiederholen: Das ist nicht die Privatmeinung von irgendjemand, der Akten von A nach B schiebt. Das kommt vom offiziellen E-Mail-Service der EKD als Antwort auf eine tatsächliche Gläubigenanfrage.

Die Antwort der EKD lautet: „Auch wenn, Zitat, jetzt auch wenn dem Himmel eine Gerichtsverhandlung vorausgeht, so wird diese nach christlicher Hoffnung – wo immer die herkommt – kein Hinderungsgrund sein, in den Himmel einzugehen.“

Danach wird Offenbarung 21 zitiert, wo die Rede ist vom neuen Himmel, der neuen Erde, und dass Gott die Tränen abwischen wird usw.

Aber es wird völlig vernachlässigt, dass nur wenige Sätze vor dem, was zitiert wird vom neuen Himmel und der neuen Erde, wenige Sätze vorher, direkt daneben steht: „Jeder, dessen Name nicht im Buch des Lebens geschrieben steht, wurde in den Feuersee geworfen.“

So, und das bringt uns zum fünften Beispiel.

Jetzt fragst du dich vielleicht: Hä, was ist denn das für ein Schriftverständnis? Wie wird denn da mit der Bibel umgegangen?

Weißt du, kann es sein, fragst du dich jetzt vielleicht, dass da das genommen wird, was bequem und angenehm ist, aber das ignoriert wird, was nicht passt? Hä?

Das wirft doch die grundsätzliche Frage auf: Ist die Bibel jetzt gültig oder ist sie das nicht?

Weißt du, im Christentum spielt die Bibel und ihre Gültigkeit eine ganz, ganz zentrale Rolle.

Weißt du, selbst im Pfarrdienstgesetz der EKD heißt es für alle Landeskirchen verbindlich, übrigens: „Die Ordinierten“, das sind also die Leute, die zum Pfarrer ernannt werden, „sind verpflichtet, das Evangelium, wie es in der Heiligen Schrift gegeben ist, rein zu lehren.“

Und in den Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche – das sind also die kirchenhistorischen Texte von Luther, Melanchthon und anderen, die bindend sind, um den evangelischen Glauben so zu definieren – da heißt es doch eindeutig, heißt es sogar, und auf die werden übrigens bis zum heutigen Tag landeskirchliche Pfarrer eingeschworen. Das will ich nur mal da hinstellen.

Da heißt es sogar, Zitat: „Man soll auch den Bischöfen“ – gemeint sind damit sämtliche Kirchenobere – „man soll auch den Bischöfen, und wenn sie noch so ordentlich gewählt sind, nicht folgen, wo sie sich irren oder etwas gegen die heilige göttliche Schrift lehren.“

Okay, geht ja klar, weißt du, die Bibel ist der oberste Maßstab, an dem sich alles andere messen muss. Es überrascht ja keinen.

Und im letzten Buch der Bibel heißt das ja sogar: „Selig ist, wer diese Worte liest und bewahrt.“ Und heißt es an einer anderen Stelle: „Wer von diesen Worten etwas wegnimmt, dem wird Gott etwas wegnehmen.“

Das ist also eine wirklich ernste Sache.

Und in den Briefen heißt es: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben.“ Ja, und das ist es, was welthistorisch gesehen Christen zu allen Zeiten für wahr gehalten haben und auch in dieser Minute die absolute Mehrheit aller Christen auf der Welt glaubt.

Und schließlich Jesus selbst, der unmissverständlich deutlich macht: Haltet euch an die Bibel!

Aber dann, dann kommt ein, naja, ein wichtiger Landesbischof, der öffentlich erklärt, Zitat: „Die Bibel kann nur, sagt er, nur noch dann, also er sagt, die Bibel kann nur noch dann als Autorität anerkannt werden, wenn sie in der individuellen Lebensführung als hilfreich, als sinn- und lebenderschließlich erfahren wird.“ Zitat Ende.

Wo ich mich frage: Ja, und wenn nicht? Also was soll denn das?

Wenn wir uns nur an die Bibel halten, wenn wir uns auch nur an das in der Bibel halten, was uns gefällt und was wir sowieso schon glauben, dann brauchen wir doch die Bibel von vornherein nicht.

Weißt du, ganz ernsthaft, das geht doch hundertachtzig Grad gegen alles, was wir Christen für zweitausend Jahre lang historisch geglaubt haben.

Und wenn du mit solchen Sprüchen ankommst und sie verfolgten Christen im Iran, in Nigeria und in Afghanistan vor die Füße klatschst – die werden gar nicht wissen, was du meinst.

„Die Schriften sind nur dann als Autorität anzuerkennen, wenn sie hilfreich sind und lebenserschließend sind.“ Sag das mal Leuten, die in Nordkorea im Konzentrationslager sind und um ihr Leben fürchten, weil sie eine Bibel verstecken.

Also was soll denn das?

Weißt du, ein solches Statement, ganz ehrlich, das ist doch wieder klassische westeuropäische Verblendung, weißt du?

Weil dann entscheiden wir doch, was wir von Gottes Wort annehmen.

Wir machen uns zum Richter über Gott und wir verbieten ihm, über uns zu richten.

Das ist doch der Punkt.

Das geht sogar direkt gegen das erste der zehn Gebote.

Das erste der zehn Gebote lautet: „Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ Schon gar nicht über mir und schon gar nicht dich selbst.

Weißt du, das geht direkt gegen das Augsburger Bekenntnis, direkt gegen die Bekenntnisschriften, aus denen wir gerade gelesen haben, die eigentlich richtig nur sein sollten für die evangelischen Landeskirchen.

Und es geht direkt, direkt gegen das, was Jesus sagt.

Weißt du, Ulrich Parzany stellt dazu fest, dass die EKD, sagt er, Zitat: „für möglichst viele als soziales und religiöses Dienstleistungsunternehmen funktionieren möchte.“

Sagt er.

Und das heißt, in einer Untersuchung über die Mitglieder von Gemeindekirchenräten – ja, also das sind Leute, die in sowas wie Ältesten in Freikirchen sind – hier heißt es, dass das Soziale für sie mehrheitlich die wichtigste inhaltliche Dimension in der Gemeindearbeit ist.

Das heißt, es geht vor allem darum, dass die Gemeinde sozial aktiv ist. Das ist das Wichtigste.

Und jetzt denkst du vielleicht: Na ja, wichtig schon, aber muss es wirklich das Wichtigste sein?

Na ja, kommt ja noch besser, weißt du.

In der gleichen Untersuchung heißt es, weniger als eine von sieben Mitgliedern von diesen Leitungsgremien interessiert sich für das religiöse Bekenntnis oder sogar dafür, anderen vom Glauben zu erzählen.

Und das, das ist das wirklich Traurige, weißt du.

Was sie versuchen, was viele Landeskirchen alles unternehmen, um Menschen für sich zu gewinnen, dass sie alles aufnehmen, dass sie wie so ein synkretistischer Sammelpool teilweise unterwegs sind.

Das Traurige daran ist, das funktioniert ja noch nicht mal.

Ich habe häufig den Eindruck, dass viele Landeskirchen die Anerkennung der Welt haben möchten, dass sie so sehr auf Menschenliebe fokussiert sind.

Aber das Traurige ist, es schlägt da sogar nach hinten um, wie so ein Bumerang direkt in die Fresse.

Ja, weißt du, weltweit nimmt die absolute Zahl der Christen jedes Jahr zu – Halleluja, wirklich ganz im Ernst – aber nur bei uns in Westeuropa nicht.

Ja, bei uns in Deutschland schrumpft sie.

Weißt du, global gesehen wachsen Christen an und die christliche Botschaft ist unbeliebt, ja, und Christen werden verfolgt.

Hier in Deutschland ist die Kirche nicht nur akzeptiert, sie ist irgendwie sogar gesellschaftlich aufgesaugt.

Ja, wir in Deutschland, wir Christen, wir haben doch praktisch, ja, alle Freiheiten, wir haben ja praktisch alle Gelder und alle Möglichkeiten, die wir haben oder haben könnten, um das Evangelium zu verkünden.

Und trotzdem sind unsere Kirchen leer. Und damit meine ich nicht Corona-leer, sondern inhaltlich leer.

Und wir haben mehr Austritte als Eintritte – und das seit Jahren.

Und weißt du, schon vor Corona besuchte weniger als einer von fünfundzwanzig evangelischen Kirchenmitgliedern regelmäßig Gottesdienste.

Und da reden wir doch nicht mehr von Gottesdiensten seiner eigenen Gemeinde, sondern über Hauptgottesdienste.

Und von Leuten in deinem und meinem Alter ist es weniger als einer von hundert.

Das sagt dir doch schon alles.

Ich denke dazu: Das Grundproblem ist die liberale Theologie.

Das ist eine ganz wichtige Sache und ernsthaft deine Zeit wert.

Deshalb werden du und ich uns das nächste Woche mit beschäftigen.

Drück gern die Glocke, damit dir das Video dann noch angezeigt wird.

Persönliche Haltung und Empfehlungen zum Kirchenaustritt

Heute nur so viel zu einem wichtigen Punkt: Wir müssen lernen, als Christen uns korrigieren zu lassen.

Weißt du, die entscheidende Frage ist: Willst du, dass Gott den Weg segnet, den du gehst, oder möchtest du lieber versuchen, den Weg zu gehen, den Gott segnet? Das ist ein riesiger Unterschied. Und das ist auch eine der großen Diskrepanzen, die ich wahrnehme.

Falls du darüber nachdenkst, aus der Kirche auszutreten, dann mach das bitte nicht wegen des Fehlverhaltens einzelner Amtsträger. Und bitte auch nicht, um ein Signal zu senden. Das ändert nämlich nichts. Es ändert nichts an der Wahrheit des Christentums.

Entweder Jesus ist auferstanden, oder er ist es nicht. Wenn Jesus wirklich auferstanden ist und das Grab leer war, und das Christentum wahr ist, wird es dadurch nicht falsch, wenn sich manche Amtsträger schlecht benehmen. Manchmal wundere ich mich auch nicht mehr, was einzelne Atheisten über uns Christen denken.

Aber umgekehrt: Wenn das Grab nicht leer wäre, sondern Jesus wirklich tot geblieben wäre, dann wird er dadurch nicht lebendig. Und das Christentum wird nicht wahr, nur weil sich manche Amtsträger wie Heilige benehmen – falls es so etwas überhaupt gibt. So funktioniert das nicht.

Tritt bitte auch nicht aus der Kirche aus, um ein Zeichen zu setzen oder um ein inneres Signal zu senden, etwa zur Frage der inneren Reform. Es gibt ja manche Leute, die sagen, gerade Menschen, die kritisch gegenüber der Landeskirche sind, sollten in der Landeskirche bleiben. So ähnlich sagt es Jürgen Fischer hier. Hör mal rein:

Der Vorstand der St.-Martini-Gemeinde ruft alle Gemeindeglieder ausdrücklich dazu auf, die Landeskirche jetzt nicht zu verlassen und nicht auszutreten. Vielmehr sollen wir als Mitglieder der Kirche jetzt den Kampf für die Wahrheit aufnehmen.

Ich verstehe seinen Ansatz, aber ich weiß nicht, ob der so sinnvoll ist. Falls du das ähnlich siehst wie Leute, die kritisch gegenüber Landeskirchen sind: Warum solltest du dir das antun, innerhalb der Landeskirche zu bleiben, um eine Institution zu retten?

Okay, aber tut mir leid, wenn ich das so sage: Deine und meine Stimme sind viel zu unbedeutend, als dass wir Einfluss nehmen könnten auf komplett rigide Bürokratien. Diese liegen in den Händen von Menschen, die doppelt so alt sind wie du und ich und die teilweise mit Digitalisierung kaum etwas anfangen können. Manche können Instagram nicht bedienen und Ähnliches.

Das ist ja klar, weil sie einer anderen Demografie angehören. Und zu denken, dass du und ich dadurch, dass wir bleiben, wirklich etwas verändern, weiß ich nicht. Ich würde auch nicht sagen, dass das deine Zeit wert ist.

In der Zeit könntest du so viel mehr Gutes tun. Du könntest Menschen zum Glauben und in die Nachfolge rufen. Du könntest versuchen, Menschen vor der Hölle zu retten. Nur um in der Landeskirche zu bleiben und sie von innen zu beeinflussen – ich glaube, wenn du mal darüber nachdenkst, lohnt sich das nur, solange die Institution an sich irgendeine geistliche Relevanz hat.

Du setzt Zeit und Energie ein, die du bei anderen wichtigen Dingen nicht einsetzen kannst. Warum? Weil es dir um die Institution gehen würde. Aber warum sollte dir überhaupt die Institution an sich wichtig sein? Ich denke, sie hat keine Relevanz.

Eine Sache ist klar: Ob du aus der Kirche austrittst oder nicht, ist keine wichtige Entscheidung. Solange du dich nicht davon abhängig machst, was andere Menschen von dir denken – und das sollte niemals der entscheidende Faktor sein – ist es wirklich nicht wichtig, ob du bleibst oder austrittst.

Ob du in der Kirche bleibst, hat für dein eigenes Schicksal null Einfluss. Und auch wenn du gehen würdest, hat das keine Auswirkungen darauf, wo du deine Ewigkeit verbringst.

Bei der Frage „austreten oder nicht austreten“ geht es nicht um Himmel oder Hölle. Das haben du und ich auf diesem Kanal schon mehrfach besprochen. Es werden viele Menschen im Himmel sein, die nicht in der Kirche sind. Und es werden auch viele Leute im Himmel sein, die niemals von der EKD gehört haben. Die spielt überhaupt keine Rolle für Jenseitsfragen.

Du kannst Christ sein, ohne einer bestimmten Institution anzugehören. Dazu gibt es in der Bibel glasklare Beispiele: Zum Beispiel der Verbrecher, der zusammen mit Jesus gekreuzigt wird. Kurz bevor ihm die Beine gebrochen werden und er unter seinem eigenen Körpergewicht erstickt, wird er Christ.

Oder das Beispiel vom äthiopischen Finanzminister, dem das Evangelium erklärt wird. Er wird Christ und lässt sich gleich taufen. Es gibt viele solcher Beispiele.

Auch heute begegnet Jesus in der muslimischen Welt häufig durch Träume. Nachdem Menschen, denen Jesus im Traum begegnet ist, Christen geworden sind, gibt es oft keine Kirche, der sie sich institutionell anschließen könnten. Aber...

Die Bedeutung von Gemeinschaft und der richtige Umgang mit dem Austritt

Und das ist jetzt der Punkt, den fast alle Leute falsch machen, die aus der Kirche austreten: Du kannst nicht Christ sein ohne Gemeinschaft. Das geht nicht.

Schau mal, wie die ersten Christen das gemacht haben. Da hieß es, sie blieben beständig in der Lehre der Apostel – die Lehre der Apostel, das ist die Bibel. Sie blieben beständig in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und im gemeinsamen Gebet, was wir als Gottesdienste bezeichnen. Merkst du was? Ja, die Gemeinschaft steht schon an zweiter Stelle.

Das heißt an alle Leute, die überlegen, aus der Kirche auszutreten: Du brauchst einen Plan B. Vertrau mir, an der Stelle funktioniert Christ sein alleine nicht. Wer meine Story kennt, weiß, ich habe es probiert – war eine schlechte Idee, wirklich.

Deshalb: Falls du überlegst, von dort auszutreten, dann mach das nur, solange du etwas anderes hast, wo du eintreten kannst. Und das ist wichtig: Pass auf, es geht nicht nur um einen Weg weg von der Kirche, sondern du brauchst einen Weg hinzu.

Weißt du, wenn du nach unaufgeregtem Abwägen mit anderen bibeltreuen Christen zum Schluss kommst, dass du weg von der Institution Kirche gehen solltest, ist das okay. Aber wenn du das machst, dann nur, um näher bei Jesus zu sein. Und das geht nur in der Gemeinschaft, das geht nur in einer Gemeinde.

Achtung, jetzt kommt etwas Unmodernes: Das geht nur in einer Gemeinde, bei der du bereit bist, dich dieser Gemeinde unterzuordnen. Also nochmal: Ja, habe ich am Anfang schon gesagt, eine perfekte Gemeinschaft gibt es nicht. Aber das ist nicht der Punkt.

Die entscheidende Frage beim Kirchenaustritt ist Folgendes: Bringt es dich näher zu Jesus? Und was bringt dich näher zu Jesus? Die Landeskirche oder jemand anderes, zum Beispiel eine freie Gemeinde?

Da musst du gucken, weißt du, das hängt davon ab, wie beide ausgestaltet sind. Es hängt davon ab, wer sie leitet, wer der Pastor ist, wer die Gemeindeleitung ist, wer die Ältesten sind. Das musst du individuell, Fall für Fall, Gemeinde für Gemeinde, Kirche für Kirche anschauen.

Aber halte dabei immer die Augen auf Jesus – das ist das Entscheidende. Deshalb ist es wichtig: Tritt nicht aus, bevor du nicht einen festen Plan hast, wann genau und wo genau du eintreten wirst. Das würdest du bei einem Mietvertrag auch nicht machen.

Und da geht es ja nur um deinen Körper. Du würdest ja auch nicht den Mietvertrag kündigen, auslaufen lassen und dann erst mal obdachlos sein und sagen: Na, ich lebe erst mal unter der Brücke, aber irgendwas wird mir schon einfallen, wenn ich Lust habe.

Nein! Und es gibt keinen Grund, warum du deine Seele auch nur ein bisschen weniger wertvoll behandeln solltest als deinen Körper. Es geht noch mal: Es geht nicht um ein Weg von der Kirche, sondern um ein Hinzu zu Jesus. Und dafür brauchst du eine Gemeinde. Denn die ist der geistliche Körper von Jesus.

Das heißt, die Frage ist nicht, ob du aktiv in einer Gemeinde bist, sondern nur, in welcher. Deshalb: Falls du aus der Kirche austreten willst, mach das nicht, um Kirchensteuer zu sparen.

Also jetzt mal ganz im Ernst: Komm schon, Mann, das ist doch jämmerlich, das ist feige – auch dir selbst gegenüber. Zumal der Zehnte, also zehn Prozent deines Nettoeinkommens, wenn du weißt, wie Kirchensteuer berechnet wird, in den meisten Fällen sowieso höher ist als die Kirchensteuer.

Mach es von den wirklich wichtigen Punkten abhängig: Denkst du, dass die Kirche, dass die EKD in den nächsten Jahren die Kurve kriegen wird und mehr bibeltreuen Christen Raum geben wird? Dass sie werthaltige Ausbildung für Nachwuchstheologen und bibelfitte Pastoren ermöglichen wird, die fest im Bekenntnis stehen?

Sieht deine Gemeinde jetzt schon so aus? Ja? Super, dann bleib, alles okay, alles in Ordnung.

Denkst du umgekehrt, dass es eher schlechter werden wird als besser? Dass die EKD verkommen wird zu – ich male jetzt mal schwarz an die Wand – einem zivilreligiösen Sozialunternehmen, wo unbiblische Irrlehren grassieren und dass sie in manchen humanistischen New-Age-Zirkeln nur noch durch ein Kreuzsymbol unterscheidbar ist?

Dann geh. Es ist beides okay, aber triff eine Entscheidung. Und triff eine gute Entscheidung.

Sei nicht träge, schieb es nicht auf, sondern triff eine Entscheidung, hinter der du für die nächsten Jahre stehen kannst.

Entscheidungshilfen und Ausblick

Ich mache gleich noch einen richtig schlechten Witz, aber dieses ganze Treffen zur Entscheidungsfindung ist manchmal gar nicht so leicht.

Ich denke manchmal, dass wir als Gesellschaft verlernt haben, Entscheidungen zu treffen, weil wir das nicht geübt haben. Deshalb sind wir darin jetzt ungeübt. Vielleicht weißt du ja, dass deine Bibel viele Tipps enthält, wie du bessere Lebensentscheidungen treffen kannst – sowohl die unwichtigen als auch die wichtigen.

Aus den Beratungserfahrungen mit tausenden Menschen in den letzten Jahren habe ich dir einen Leitfaden zusammengestellt. Er hilft dir, bessere Lebensentscheidungen zu treffen – eine Vierstufenlogik, die schon hunderten Menschen bei solchen Fragen geholfen hat. Diesen Leitfaden kannst du dir hier gratis über den Link in der Videobeschreibung herunterladen.

Ich verschenke das, weil ich denke, dass es wichtig ist, dass viele Menschen solche Fähigkeiten erlernen. Das ist mein Geschenk an dich. Also klicke auf den Link in der Videobeschreibung.

Und jetzt bist du dran. Ich reiße gleich noch den schlechten Witz der Woche, aber vorher lass doch mal von dir hören: Was denkst du über Kirchenaustritte? Was sind die besten Argumente, um zu gehen, und was sind die besten, um zu bleiben? Schreib es gern ehrlich hier in die Kommentare. Ich lese tatsächlich jeden einzelnen davon.

In jedem Fall schön, dass du hier bist. Dieses Video war der erste Teil eines Dreiteilers über die Kirche. In den nächsten zwei Wochen geht es weiter mit zwei Themen, über die ich ungelogen seit vier Monaten nachdenke und vor denen ich am meisten Respekt habe. Es wird sehr spannend.

Ich bin Markus Voss, und das war jetzt ein Input zum Thema Nachfolge leben. Um Nachfolge auch wirklich zu verstehen und zu verteidigen, mach dich Hashtag Bibelfit.

Und dafür folgt jetzt der schlechte Witz der Woche: Was liegt auf dem Meeresboden und bibbert? Ein Flugzeug mit Flugabsturz.

Wir sehen uns im nächsten Video. Ich freue mich auf dich.