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Das Gewissen als Indiz für Gott

Why not?! Glaubensfragen, Teil 13/17
05.02.2026
SERIE - Teil 13 / 17Why not?! Glaubensfragen

Einführung in das Gespräch über Gerechtigkeit und Glauben

Why not Glaubensfragen ist der YouTube-Kanal des Why Not Teams. Knifflige Fragen werden hier einfach erklärt, dialogisch und durchdacht.

Hey Timon, warte mal einen Augenblick. Na, wie fit bist du? Ich habe nicht geglaubt, dass du am Samstag die letzte Minute im Finale überstehen würdest. Aber noch mal Glückwunsch zum ersten Platz!

Genau darum möchte ich mit dir reden. Was meinst du?

Na ja, eigentlich hättest du es ja ins Finale geschafft.

Du meinst, weil du nach dem Dreher kurz mit beiden Schultern auf dem Boden warst?

Hast du das mitbekommen? Warum hast du dich nicht beschwert?

Wollte ich erst, aber die Ringrichterin hat es ja nicht gesehen. Am Ende hast du ja zwölf zu zwei gewonnen. Da wäre ich mir irgendwie blöd vorgekommen, da noch mal etwas zu sagen.

Aber irgendwie kann ich mich nicht so richtig über die Medaille freuen.

Ursprung des Gerechtigkeitsempfindens und die Rolle Gottes

Und das, obwohl du dachtest, dass es niemand gemerkt hat? Hast du schon einmal darüber nachgedacht, woher dieses Gefühl für Gerechtigkeit eigentlich kommt?

Jetzt wirst du wieder sagen, das sei ein Beweis für Gott. Ein Beweis ist es nicht, aber ein Indiz. Woher wüssten wir sonst, was gut und böse ist?

Also, dafür brauche ich keinen Gott. Sich richtig zu verhalten ist für die Gesellschaft nützlich. Deshalb hat sich dieses Verhalten im Laufe der Evolution genauso entwickelt wie alles andere.

Und wie sollte das gehen? Nun ja, es ist ein Vorteil, wenn wir uns nicht gegenseitig die Köpfe einschlagen.

Haben sich die ersten Menschen also so lange gegenseitig erschlagen, bis diejenigen, die gutmütiger waren, überlebt haben? Tiere leben ja auch in Gruppen zusammen, ohne dass sie sich gegenseitig auffressen.

Na ja, außer das Spinnenweibchen nach der Paarung. Eben, bei der Evolution geht es allerhöchstens um nützlich und weniger nützlich, nicht aber um gut und böse.

Diskussion über Moral ohne Gott und die Relativität von Gut und Böse

Du behauptest also, dass man ohne Gott immer nur nach dem eigenen Vorteil sucht. Ich kenne jedoch Leute, die sich ohne Glauben viel mehr für andere einsetzen als viele deiner christlichen Freunde.

Da muss ich dir leider Recht geben. Aber wer legt eigentlich fest, dass es gut ist, sich für andere einzusetzen?

Nun ja, wenn es der Gesellschaft gut geht, dann geht es auch mir gut. Dafür brauche ich keinen Gott, der mir sagt, was gut oder böse ist.

Außerdem ändert sich das, was gut und böse ist, auch ständig. Meine Großmutter erzählte mir, dass sie vor ihrer Hochzeit mit meinem Opa nicht alleine zusammen sein durfte. Heute darf hingegen jeder mit jedem sogar zusammenleben.

Dann gibt es also keinen absoluten Maßstab für Gut und Böse?

Na ja, ich würde sagen, er wandelt sich eben.

Das Gewissen als innerer Kompass und seine Grenzen

Paulus sagt in der Bibel, dass Gott in jedem Menschen eine Art Kompass für das Gute und das Böse eingepflanzt hat. Man nennt diesen Kompass auch Gewissen. Das Gewissen bewirkt, dass wir uns schlecht fühlen, wenn wir böse oder ungerecht handeln. Deshalb kannst du dich nicht über deine Medaille freuen.

Das Gewissen ist jedoch sehr relativ. Es ist kein absoluter Kompass. Manche Menschen haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie Alkohol trinken oder wenn sie Schweinefleisch essen. Das Problem ist, dass unser Gewissen tatsächlich von außen beeinflusst wird.

Paulus schreibt im Römerbrief sogar, dass jemand, der ständig gegen sein Gewissen handelt, am Ende völlig abgestumpft sein kann.

Du meinst, wie in dem Film, den wir in der Geschichte gesehen haben, in dem der ehemalige Wärter im KZ erzählt hat, wie elend er sich am Anfang gefühlt hat. Später hat ihm dann alles nichts mehr ausgemacht. Trotzdem war das, was damals geschehen ist, böse – absolut böse.

Ja, da ging es aber auch um Mord.

Universelle Werte und die Bedeutung der Ehe

Okay, nehmen wir das Beispiel von deiner Oma. Du sagst, heute gilt für das Zusammenleben von Mann und Frau eine andere Moral als früher. Ist dir eigentlich schon einmal aufgefallen, dass es in allen Kulturen, in allen Völkern, selbst bei den abgelegensten Stämmen die Ehe gibt? Wer hat das so festgelegt?

Also, so etwas wie Ehe gibt es auch bei den Tieren. Ich habe von Schwänen oder sogar von einigen Fischen gehört. Richtig. Und welches Männchen bekommt das Weibchen? Das Stärkste und Schönste. Im Tierreich wird da teilweise auf Leben und Tod darum gekämpft.

Also wäre es doch gut, wenn wir dafür sorgen, dass sich nur noch die stärksten, intelligentesten und gesündesten Menschen vermehren. Boah, hast du sie noch alle? Das war doch nicht ernst gemeint.

Absolute Werte als Indiz für Gott

Aber du hast gerade zugegeben, dass es Dinge gibt, die absolut böse sind. Du meinst Dinge, die böse sind, obwohl sie für das darwinische Prinzip des „Survival of the Fittest“ nützlich sein könnten.

Genau. Die Tatsache, dass es absolute Werte gibt – wie Ehe, Freundschaft, Liebe, Ehrlichkeit oder auch Gerechtigkeit – an die unser Gewissen uns erinnert, wenn es nicht beschädigt ist, ist zwar kein Beweis für Gott. Für mich ist es jedoch ein eindeutiges Indiz.

Für mich ist das auch die zufriedenstellendste und einzige Erklärung. Auf jeden Fall ist mein Gewissen jetzt erleichtert.

Dann freue dich über die Medaille. Das mache ich.

Abschluss und Segenswünsche

Das war's für heute. Bitte bete für Christen, die ins Zweifeln geraten.

Schau dir den YouTube-Kanal „Why not Glaubensfragen“ an und bete, ob du mitarbeiten sollst!

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden! Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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