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1. Timotheus 2, 1-15

1. Timotheus 2,1-1525.05.2013
SerieTeil 5 / 13Neuwied 2013 - Der 1. Timotheusbrief
Kleider sind nie nur Geschmack: Sie zeigen, was du wirklich lebst. Die Frage ist nicht „was ist erlaubt?“, sondern: Folgst du Gottes Ordnung oder dem Druck der Zeit?

Die Spannung zwischen äußerer Ordnung und innerer Überzeugung

Die ganze Frage mit der Kleidung ist natürlich auch eine Frage, bei der es Gefahren auf beiden Seiten und Überbetonungen gibt. Man kann das Äussere sehr stark überbetonen, auf Kosten des Innerlichen, also des Inneren und auf Kosten der Beziehung zum Herrn. Wir Menschen schauen ja schneller auf das Äussere als auf das Innere. Und dann ist natürlich auch die Gefahr des Pharisäismus da. Hauptsache, man kleidet sich äusserlich richtig, aber im Herzen ist es ganz anders. Das Äussere sollte eigentlich den inneren Zustand widerspiegeln, ganz sicher.
Ich habe Gemeinden kennengelernt, das war im Osten, da war es verboten, ich muss jetzt überlegen, es war verboten, eine Brugge auf der Haut zu tragen. Aber sobald ein Kleid darunter ist, also wenn Stoff darunter liegt, ist es wieder erlaubt. Das ist eigenartig. Wenn es auf der Haut aufliegt, ist es verboten, wenn es auf dem Stoff aufliegt, ist es erlaubt. Genau dasselbe. Man hat da irgendwelche Regeln versucht einzuführen, aber das hilft nicht weiter. Man muss ganz anders arbeiten. Man muss von Prinzipien ausgehen. Und die jungen Leute sind ja oft diejenigen, die da einfach nicht mitmachen, weil sie nicht etwas vorheucheln wollen. Man muss sie also gewinnen, man muss ihnen lehren, von der Schrift her zu denken. Man muss ihnen von der Schrift her zeigen können, zum Beispiel, dass es Frauenkleider und Männerkleider gibt, grundsätzlich, und das ist bewiesen durch 5. Mose 22,5, was ich vorgelesen habe. Es gibt einen Unterschied zwischen den Kleidern. Wie der Unterschied aussieht, ist dann eine andere Frage. Aber das ist die eine Sache. Es gibt einen Unterschied, man muss Mann und Frau erkennen können. Schon von der Ferne muss man erkennen können: Ist es ein Mann oder eine Frau, der auf mich zukommt?
Und das Zweite sind die Fragen des unzüchtigen Erscheinens, das durch diese Kleidung mitgeteilt wird. Kleider sprechen ja. Was wird mitgeteilt, und worauf wird die Aufmerksamkeit gelenkt? Das ist das Zweite und wahrscheinlich noch wichtigere in der ganzen Frage. Wenn jetzt eine Frau zum Beispiel, bei Frauen ist es immer heikler als bei Männern, weil wir Männer visuell auf die Frauen schauen, unsere Augen sind auf die Frauen gerichtet, also ist von daher die Kleidung der Frau von grösserer Bedeutung als die Kleidung des Mannes. Und wenn sich jetzt die Frau so kleidet, dass ihre ganz geschlechtsspezifischen Teile stark betont werden, dann wird das im Denken gläubiger Geschwister etwas hervorrufen, und sogar im eigenen Selbstverständnis der Frau auch. Eine Frau, die sich so kleidet, zum Beispiel mit einer engen Jeanshose und sonst wo gewisse Teile betont werden, benimmt sich anders und fühlt sich anders, als würde sie sich in einem langen Rock kleiden, der mehr verhüllt. Sie selber hat ein anderes Verständnis von sich selbst.
Man muss erklären, dass die heutige Kleidung der Frau durch die Emanzipationsbewegung entstanden ist. Die heutige Kleidung, die wir haben, entstand durch die Emanzipationsbewegung, wo die Frau gesagt hat: Ich möchte sein wie der Mann, ich bin gleichgestellter Mann. Es war eigentlich ein Rollenproblem. Die Frau war mit ihrer Rolle nicht zufrieden. Natürlich war das ein Pendelschlag, weil die Frau früher in der Gesellschaft unterdrückt wurde. Und dann war das der Pendelschlag in die andere Richtung: Jetzt will die Frau herrschen oder will die Frau Mann sein. Und man muss zeigen, dass das auch ein Politikum ist oder jedenfalls eine Wandlung der Kultur, eine bewusst herbeigeführte Wandlung der Kultur, von einer christlichen Kultur zu einer nichtchristlichen Kultur. Wir haben das heute in Deutschland, wir haben eine nichtchristliche Kultur. Und Gott hat in Kulturfragen schon etwas zu sagen. Es gibt Dinge, die in der Schrift klar dargestellt werden. Es gibt eine gottwohlgefällige Kultur oder es gibt eine Gott nicht wohlgefällige Kultur: wie man sich kleidet, welche Musik man hört, was man malt, also ästhetische Dinge, wie man Häuser baut oder Verschiedenes.
Es gibt grundsätzlich zum Beispiel in der Ästhetik einen Ausdruck in der Malerei oder in der Architektur, dass bewusst dem Menschen das Unnatürliche, das Künstliche, das etwas ist, dem Menschen, wir sagen: Das ist zum Schreien. Kennt ihr diesen Ausdruck? Es sind die Farben, die nicht zusammenpassen, zum Schreien, zum Ach, das erregt Aufmerksamkeit, aber eine gewisse unwohle Aufmerksamkeit. Das ist bewusst so, ja, auch in der Malerei. Sogar in der Zwölftonmusik zum Beispiel auch: Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts hat man Musik komponiert, die war furchtbar zum Anhören. Die kannst du nicht anhören, das ist schrill, und die Töne passen nicht zusammen. Das hat man ganz bewusst gemacht. Es lebt fast nur von Dissonanz. Das ist ganz bewusst, weil man sich auflehnt gegen die Ordnung. Und so ist es auch in der Kleidung, so ist es auch im Selbstverständnis der Frau. Heute verstehen sich Frauen ganz anders, als wie die Bibel eine Frau versteht. Und von daher wird sich das auch in der Kleidung ausdrücken und weiterhin ausdrücken.
Und da sollten Christen jetzt erkennen: Will ich eigentlich mitfahren in diesem Sog, in diesem weltlichen, antichristlichen, gegen Christus gerichteten Sog? Oder will ich sagen: Nein, ich will bewusst auf das achten, was die Schrift sagt. Und die Schrift spricht eindeutig von Verhüllung der geschlechtsspezifischen Teile. Die Schrift spricht von männlich und weiblich. Das müssen wir vermitteln, den jungen Menschen, damit sie verstehen: Aha, das, was ich jetzt tue, das tue ich mit ganzer Überzeugung. Das tue ich für Jesus Christus. Das tue ich nicht, weil das einfach Gemeindeordnung ist. Das ist zu wenig. Natürlich ist es schön, wenn Leute gehorsam sind. Aber dann sind sie nur so lange gehorsam, solange sie da sind. Und wenn sie dann selber einmal nicht gesehen werden oder so tun können, wie sie wollen, dann tun sie es anders, weil sie eben gar keine Überzeugung haben. Aber unsere jungen Menschen müssen eine Überzeugung von der Bibel her bekommen, müssen wissen, warum sie das tun, was sie tun, warum sie sich so kleiden. Dann gehen wir richtig vor.
Das braucht Lehre. Da muss aufgedeckt werden, aufgezeigt werden. Die Geschichte muss gezeigt werden, wo unsere Gesellschaft herkommt und wo sie hingeht. Was gewisse Modeschöpfer wollen, dass man mit ihnen spielt, um die Lüste mancher Leute einfach zu erregen, um das Unzüchtige zu erregen. Vergewaltigung ist heute ein dermassen oft begangenes Delikt, es ist schon fast ein Kavaliersdelikt. Es wird nicht mehr so schlimm, so arg geahndet wie früher. Wenn heute jemand vergewaltigt wird, dann bleibt er, wenn heute jemand einen anderen vergewaltigt, auf freiem Fuss. Dann bekommt er vielleicht zwei Jahre bedingt, wenn wirklich bewiesen ist. Wie will man das beweisen? Er wird sagen, er wollte die, und sie sagt: Nein, ich wollte nicht. Er sagt: Doch, du wolltest. Dann steht Aussage gegen Aussage. Wie wird das jetzt bewiesen werden, wenn das also überhaupt dem Gericht bewiesen werden kann? Und dann bekommt er zwei Jahre oder ein Jahr bedingt und ist auf freiem Fuss.
Also, ich will nur zeigen: Wir leben in einer Gesellschaft, wo diese Dinge nicht mehr so wichtig sind, dass man keusch bleibt, dass man rein in die Ehe geht und so weiter. Das versteht die Welt gar nicht mehr. Und das alles ist aber eine Entwicklung, die gelaufen ist in den letzten 50 Jahren, vorher schon. Die Emanzipationsbewegung gab es sogar schon vor dem Weltkrieg, vor dem Zweiten Weltkrieg. Jedenfalls wäre es wichtiger, in diese Richtung hin die jungen Leute zu lehren und zu unterweisen. Und dann schaut man jetzt in die Schrift hinein und sagt: Was für Prinzipien sind da in der Schrift? Dann kann man zeigen. Und warum ist Verhüllung überhaupt wichtig? Warum müssen gewisse Teile verhüllt werden? Das nur als Exkurs wieder. Wir gehen weiter zu Vers 11 bis 15.
Die Frau, viertens: Die Frau soll sich in der Stille verhalten, Vers 11 bis 15. Wie lauten jetzt diese vier Verordnungen? Wie sieht das aus?
Das Erste in Vers 11: Eine Frau lerne in Stille, in aller Unterordnung. Also sie darf lernen, sie soll lernen, das ist ganz klar. Auch die Frauen sollen dabei sein bei der Zurüstung, Frauen sollen nicht ausgeschlossen sein. Aber sie sollen sich nicht zu Wort melden, sondern in der Stille bleiben. Es geht hier um die allgemeine Versammlung, es geht hier nicht um einen kleinen Kreis von zehn Leuten, die da in einer Stube zusammensitzen. Man fragt dann: Warum ist das so? Warum diese Anordnung, dass die Frau in der Stille lernen soll? Auch in 1. Korinther 14,34-35 ist davon die Rede, dass die Frau in der Versammlung der Gemeinde schweigen soll. Wenn sie Fragen stellen wollen, soll sie das zu Hause tun, also im privaten Rahmen, nicht im öffentlichen Rahmen. Sie soll sich also nicht in den Vordergrund stellen. Wahrscheinlich deshalb, weil durch das Fragenstellen ja dann auch eine Richtung bestimmt wird. Die Lehre wird bestimmt durch Fragen. Und das ist nicht ihre Rolle.
Und das Zweite: Die Frau ist sehr begabt am Mund. Gott hat der Frau ein Gehirn gegeben, das ein bisschen anders ist als das des Mannes, und das Sprachzentrum der Frau ist anders. Ich kenne mich aber nicht so gut aus. Jemand hat mir gesagt, die Frau hätte auf beiden Seiten im Gehirn ein Zentrum, ich weiss es nicht, wie das geht. Jedenfalls ist es anders. Die Frau ist besser begabt beim Reden. Das ist wichtig für die Kinder, weil die Frau es ist, die den Kindern die Muttersprache beibringt, nicht die Vatersprache, die Muttersprache. Und das Sprechen wird erlernt durch die Mutter. Und weil sie stark ist auf dem Gebiet und auch schneller auf dem Gebiet, gerade deshalb ist da eine Zurückhaltung geboten. Wenn man sehr gut und sehr schnell ist in einer Sache, kann es auch zu schnell und vorschnell werden. Und es ist nicht ihre Rolle in der Gesellschaft, dass sie in den Vordergrund tritt, in der Öffentlichkeit, Frau. Das war nicht so gedacht, jedenfalls ursprünglich vom Schöpfer nicht so gedacht, auch wenn unsere Gesellschaft das jetzt nicht mehr so sieht oder nicht mehr so haben möchte.
Also sie soll in Stille sein und in Unterordnung sein und so lernen. Das Zweite hiess hier: Sie soll nicht lehren, Vers 12. Eine Frau erlaube ich nicht zu lehren. Aber hier müssen wir wieder achten: Was ist der Zusammenhang? Lehren darf sie schon. Aber in diesem Zusammenhang, in dem er hier spricht, nicht. Zu Hause soll sie lehren. Die älteren Frauen sollen die jüngeren Frauen lehren und so weiter. Sie darf auch Bücher schreiben, wenn sie möchte. Aber es geht hier um das Sprechen in der Versammlung, und das ist ein Ausüben von Autorität, und das ist nicht ihre Rolle. Sie ist nicht die Leiterin.
Die nächste Aussage hier ist: Sie soll nicht über den Mann hinweg eigenmächtig handeln, also das heisst, sich nicht über den Mann hinwegsetzen und eigenmächtig Initiative ergreifen. Hier ist es natürlich wiederum im Sinne auf das Reden, auf das Sprechen gedacht, aber ein allgemeines Prinzip steckt natürlich auch dahinter. Grundsätzlich ist die Frau, die Ehefrau, die handelt nicht eigenmächtig. Aber auch wenn sie nicht Ehefrau ist, ihre Rolle in der Gemeinde ist nicht die der Leiterin, sondern sie hat in der Stille zu sein. Das ist die vierte Aussage hier. Sie soll in der Stille sein, also zuerst hiess es, sie soll in Stille lernen, jetzt soll sie in der Stille sein. Also Zurückhaltung, Zurückhaltung.
Jetzt werden zwei Begründungen gegeben, das ist das Schöne. Paulus bemüht sich immer zu begründen. Das ist die Art von Gott, wie er mit uns umgeht. Er motiviert uns dadurch, dass er uns begründet, warum diese Verordnungen so sind. Er sagt nicht nur einfach: Das ist so und fertig, und du musst es einfach akzeptieren und Schluss. Nein, ich sage dir warum. Das ist ja auch in der Familie so. Wenn wir unseren Kindern, wenn sie ein bisschen älter werden, werden wir auch begründen, warum wir so eine Regel eingeführt haben und warum wir möchten, dass das auch bleibt. Das hilft dem Kind, sich hineinzuversetzen, und das hilft ihm, nicht frustriert zu werden. Sonst bekommt das Kind Stress. Wenn ein Kind, überhaupt wenn ein Mensch etwas tun muss und er kann nicht einsehen, warum er das tun muss, das gibt dem Menschen Stress. Das heisst, es ist etwas, was im Gehirn abläuft. Stress ist nicht förderlich für den Menschen, es ist schädlich.
Hier eine Begründung, sogar zwei Begründungen. Vers 13: Die Reihenfolge der Erschaffung des Menschen. Denn Adam wurde zuerst gebildet, also zuerst Adam, dann Eva. Die wurden nicht gleichzeitig geschaffen. Es gibt Leute, die nicht glauben an die wortwörtliche, die an diese ersten Kapitel der Bibel nicht glauben, die sagen, das ist alles bildhaft zu verstehen. Es gibt Leute, die glauben an eine theistische Evolution, das heisst, Gott hat die Evolution verwendet, und die haben dann natürlich auch Schwierigkeiten zu glauben, dass es einen Adam gab und dann eine Eva. Solche Leute haben dann auch Schwierigkeiten mit der Rolle der Frau, das hängt zusammen. Deshalb müssen wir darauf bestehen, dass die Schrift in allem so zu nehmen ist, wie es da steht. Das ist ein Bericht. 1. Mose. Adam wurde zuerst gebildet, danach Eva. Also von der Schöpfungsordnung her ist der Mann zuerst.
Und die zweite Begründung: Denn Adam wurde nicht betrogen, aber die Frau ist, nachdem sie betrogen worden war, in Übertretung gekommen. Also Adam hat sich nicht täuschen lassen, er wurde nicht getäuscht, er wurde nicht überredet, denn er hat ganz bewusst gesündigt. Eva hat ihm das angeboten, aber er hat dann ganz bewusst übertreten. Bei der Frau war es anders, die wurde betrogen, das heisst, die Frau liess sich führen von der Schlange. Die Frau, er sagt nicht Eva, er sagt die Frau, weil er wahrscheinlich zeigen will: Das liegt in der Natur der Frau überhaupt. Es war nicht nur bei Eva so. Die Frau an sich ist geneigt, sich führen zu lassen, das ist ja gut. Sie wurde ja geschaffen, um sich führen zu lassen. Das ist Schöpfungsordnung. Gott hat etwas in die Frau hineingelegt, es ist ein gewisses Anliegen, sich führen zu lassen, geführt zu werden. Aber weil das so ist, dass sie gerne geführt werden will, deshalb ist sie auch in Gefahr, dass sie verführt werden kann. Durch falsche Wahrheit, durch Unwahrheit, durch Lüge. Und dann ist sie unterlegen, sie wurde getäuscht.
Und Adam hat hier seine Führungsaufgabe in der Familie nicht übernommen, er hätte Eva führen sollen. Hier wurde die Schöpfungsordnung auf den Kopf gestellt. Die Eva, der Mann liess sich von einem Tier leiten, und Gott wurde nicht gefragt. Die Schöpfungsordnung wäre ganz umgekehrt: Zuerst Gott, dann der Mann, und die Frau richtet sich nach dem Mann aus. Also die Frau kam auf diese Weise in Übertretung durch Verführung. Das heisst, das ist auch ein Grund, warum die Frau nicht führen soll in der Gemeinde, warum sie nicht lehren soll, warum sie sich in der Stille verhalten soll, in Unterordnung, weil sie sich bewusst sein soll: Ich werde geführt vom Mann. Wenn sie keinen Ehemann hat, egal, es ist trotzdem nicht so, dass sie Leiterin werden kann, nur weil sie noch nicht verheiratet ist. Auch für noch nicht verheiratete Frauen, die werden auch geführt vom Vater. Wenn sie schon älter geworden ist und der Vater schon gestorben ist, nun hat sie vielleicht da keine Führung mehr, aber sie ist dennoch auf Geführtwerden angelegt. Und auch die ledige Frau hat keine Rolle als Führerin in der Gemeinde, in der Versammlung.
Vers 15: Ja, und jetzt kommt noch eine Zusage, also hier, das sind die zwei Begründungen für die Unterordnung und Stille und Zurückhaltung der Frau, und jetzt kommt eine Zusage, eine Verheissung. Sie wird aber bewahrt und gerettet werden im Gebären, wenn sie im Glauben und Liebe und Heiligung bleiben, verbunden mit einem gesunden Sinn oder mit Zucht. Das ist ja einer von den schwierigen Versen, aber er ist auch nicht unmöglich. Man muss sich ein bisschen hineinversetzen. Sie, wer ist jetzt Sie? Jetzt redet er in der Einzahl. Vorher redete er auch in der Einzahl, Eva, sie. Aber er redet es allgemein von der Frau als solcher. Er redet nicht nur von Eva alleine. Er hat auch vorher nicht den Namen Eva erwähnt. Also sie, die Frau als solche, kollektiv angesprochen. Die Frau als solche wird bewahrt und gerettet werden im Gebären, wenn sie bleiben. Jetzt ist Mehrzahl: wenn sie bleiben. Wer ist jetzt sie? Nun, jetzt ist jede einzelne angesprochen. Also zuerst ist die Frau kollektiv angesprochen, und jetzt wechselt er auf individuell. Auf jede einzelne Frau, wenn sie, nämlich jede einzelne, bleiben im Glauben und Liebe und Heiligung, verbunden mit Zucht. Sie, die Frau, wird gerettet werden, wenn sie, die Frauen, bleiben im Glauben.
Das ist ja auch biblisch so, das entspricht genau dem, was sonst Paulus lehrt, dass die Frau und auch der Mann gerettet wird, wenn man bleibt im Glauben. Man muss nicht nur einmal gläubig werden, sondern muss auch im Glauben bleiben und in der Liebe und in der Heiligung. Von den Kindern ist gar nicht die Rede, die Kinder kommen nicht vor in diesem Vers. Sie wird bewahrt werden, sie, die Frau als Kollektiv, wenn sie, die Frauen einzeln genommen, bleiben im Glauben, in Liebe und Heiligung, verbunden mit gesundem Sinn. Kinder kommen hier keine vor. Er spricht vom Gebären, aber das Wort Kinder kommt nicht vor. Dass sie Kinder gebiert, ist klar, es kann aber auch sein, dass sie nur eines gebiert, dann hätten wir auch nur ein Zahl, oder? Es geht. Man könnte es so übersetzen: sie aber wird bewahrt und gerettet werden, wenn im Kindgebären oder in der Kindgebärung. Aber Mehrzahl steht hier nicht. Wenn man schon das Wort Kind hier einführen will, dann in der Einzahl, im Kindgebären, denn das Wort im Griechischen heisst technogonias. Technogonias heisst einen Nachwuchs gebären. Es wird sogar für Tiere verwendet. Es geht um das Gebären. Ja, wobei er da von Einzahl zu Mehrzahl wechselt, weil er ja jede einzelne anspricht. Kommen wir gleich zu sprechen. Lassen wir das mal auf die Seite. Wir müssen in Schritten vorgehen, weil es ein schwieriger Vers ist. Man versucht in Schritten vorzugehen. Aber zuerst müssen wir den Text als solchen verstehen, ich meine jetzt den Grundgedanken verstehen, und lassen wir mal die problematischen Wörter, die ja nicht zur Aussage gehören.
Sie wird gerettet werden, worin auch immer, das ist jetzt im Moment nicht wichtig. Jetzt wollen wir ja nur herausfinden, wer dieses zweite Sie sind, und das zweite Sie, das hier in Mehrzahl steht, kann sich nicht auf Kinder beziehen, weil von Kindern hier nicht die Rede ist. Das Wort im Gebären ist ein Einzahlwort, da steckt zwar das Nachwuchs drinnen, aber das ist ein Einzahlwort. Also ist es gar nicht möglich, dass es sich auf Kinder in der Mehrzahl bezieht. Also vergessen wir diesen Gedanken. Ich weiss, dass hier manche Übersetzungen uns Schwierigkeiten bereiten, weil die Übersetzer sich hier zu wenig Mühe gemacht haben. Oder ich darf das nicht sagen: Übersetzer machen sich immer viel Mühe. Aber weil die Übersetzer hier aus irgendeinem Grund nicht exakt das Wort wiedergeben.
 1. Timotheus 2,15, ich schaue gerade nach in dem Bibelprogramm, wie verschiedene Übersetzungen das hier haben. Also, Pfleiderer hat das Kinderzeugen schon zu viel, weil Kinder steckt nicht im Text. Der sonst genaue Pfleiderer hat hier ein bisschen zu viel Kind. Einzahl wäre richtig. Die Baar-Übersetzung hat: Durch die Kindwerdung. Der ist ein bisschen eigenartig mit seinen Begriffen, aber er hat Kind in der Einzahl, das ist gut. Elberfelder 2006: Durch das Kindergebären. Warum haben sie nicht übersetzt: Durch das Kindgebären? Das wäre hilfreicher, denn das Wort ist in der Einzahl: Kindgebären. Und das kann man so übersetzen: das Kind gebären. Man muss nicht sagen: das Kindergebären. Was ist mit den Frauen, die nur eines bekommen? Die werden schon ausgeschlossen, oder? Weil Kind da steht. Genau, das wäre nämlich das Nächste. Was ist mit den Frauen, die gar keine Kinder bekommen? Ich will nur zeigen, hier ist eine Übersetzung, die tendiert schon in eine Richtung und bringt uns grosse Schwierigkeiten.
Dann bleiben wir doch beim Textgenau. Ich möchte es nur mal auf die Übersetzung eingehen, was das bedeutet, kommt gleich nachher. Also, Elberfelder. Dann Schlachter: durch das Kindgebären. Schade, Kindgebären wäre besser. Dann Zürcher ganz schrecklich: Sie wird dadurch gerettet werden, dass sie Kinder zur Welt bringt. Das ist ja gerade das, was nicht ausgesagt wird. Falsch. Menge: sie wird dadurch gerettet werden, dass sie Kindern das Leben gibt. Steht auch nicht im Text. Der gute Menge hat hier nicht übersetzt, sondern hat hier eine Auslegung gebracht, wie er meinte, das könnte man so verstehen. Aber ansonsten ist ja Menge recht gut. Wir sind hier schon in eine Richtung.
Was haben wir noch? Münchner Neues Testament: Sie wird gerettet werden durch das Kindergebären. Noch besser wäre: durch das Kindgebären. Jetzt, das ist gut. Ich habe hier eine Übersetzung von Eichberger, Eichberger NT, da heisst es so: Sie wird aber durch die Kindsgeburt hindurch bewahrt werden. Durch die Kindsgeburt. Der hat erkannt, es geht um ein Einzahlwort. Sehr gut. Das Konkordante Neue Testament übersetzt: Sie wird aber durch das Kindgebären gerettet werden. Sehr gut, das Kindgebären, Einzahl. Bengel: sie wird gerettet werden bei dem Kinderzeugen. Das ist nicht so gut. Albrecht: sie wird das Heil erlangen, wenn sie in Erfüllung ihres Mutterberufs Kinder gebären und erziehen. Das ist eine Interpretation, so wie er sich das gedacht hat. Die englische Young’s Literal: She shall be saved through the childbearing. Sehr gut, the childbearing, nämlich das ist das, was der Text sagt. Ober Darby: She shall be preserved in childbearing. Ausgezeichnet. Darby übrigens war in seiner Theologie in manchen Punkten zweifelhaft, aber als Übersetzer eine sehr, sehr gute Arbeit geleistet. Dann die Netbible: She will be delivered through childbearing. Auch hier alles in Einzahl, was richtig ist. Also die Engländer haben es hier leichter als die Deutschen offensichtlich, die können nämlich childbearing sagen, die Deutschen Kindgebären, das haben sie nicht so gerne.
Ja, so geht es weiter. Ich suche gerade noch einige, die in die Richtung gehen. Da, nein, nein, nein, nein. Herr Luther hat, nein, die Elberfelder: Sie wird aber gerettet werden in Kindesnöten. Ja, vielleicht ist nicht so schlecht, nicht so schlecht. Ja, also hier die Henne Rösch, die katholische Henne Rösch: Sie erlangt aber das Heil in der Mutterschaft. Das ist nicht schlecht, der Gedanke, das ist nicht ganz wörtlich natürlich nicht, aber der Gedanke ist nicht schlecht. Wir kommen gleich darauf hin.
Also jetzt schauen wir uns das an. Das waren die Übersetzungen. Im Gebären, im Gebären weiss ich nicht, welche Leute hier Griechisch sprechen oder Griechisch gelernt haben oder ein griechisches Neues Testament vor sich haben. Aber wenn man hier schaut, das Wort im Gebären, das Wort für im steht nicht das übliche Wort für in im Griechischen, sondern das Wort heisst dia, und dia hat den Sinn eines begleitenden Umstandes. Das kann man an vielen Beispielen zeigen im Neuen Testament. Dia hier also das Gebären als Begleitumstand. Die Frau hat ja durch den Sündenfall Schwierigkeiten bekommen beim Gebären. Vorher wäre das kein Problem gewesen. Gott hatte das so bestimmt, dass es kein Problem wäre, Kinder zu gebären. Aber für die Frau ist es eine sehr grosse Schwierigkeit geworden, das Kind zu gebären. Es geht wirklich um das Gebären, es geht nicht um die Kindererziehung, das ist nicht das Thema hier, sondern es geht um das Gebären von einem Kind, und da gibt es Nöte. Deshalb Kindsnöte, sagt man, für die Wehen oder so. Es geht nicht um das Aufziehen von Kindern, es geht auch nicht um die Jungfrauengeburt der Maria, das ist auch gar nicht das Thema hier, sondern es geht um die Frau an sich.
Im Kindgebären hat es in dem Begleitumstand, die Frau hat ja durch den Sündenfall eine Rolle bekommen. Ihre Rolle war, Kinder zu gebären. Oder wenigstens eines. Wenn sie das nicht kann, kein Problem. Aber trotzdem ändert das nicht die Tatsache, dass die Frau diejenige ist, die Kinder auf die Welt bringt. Es gibt immer Ausnahmen. Es gibt Frauen, die ledig bleiben. Es gibt Frauen, die einfach keine Kinder bekommen können. Aber für die Frau ist es jetzt wichtig, was jetzt mit ihrer Zukunft ist. Jetzt ist die Frau gefallen, sie ist die, die sich verführen hat lassen, und was ist mit ihr? Jetzt kommt die Verheissung. Die Frau bekommt genauso das Heil, das ewige Heil, und sie wird bewahrt bleiben, um das ewige Heil schlussendlich zu erlangen in ihrer Rolle als Mutter, in ihrer Rolle als eine Frau, die Kinder auf die Welt bringt, wird sie ans Ziel kommen, wenn sie, die Frau, gläubig bleibt und treu bleibt und in der Liebe und in der Heiligung, mit Zucht verbunden.
Also wenn sie einfach mit dem Herrn lebt, wird sie in ihrem schweren Los, das sie bekommen hat, nämlich mit Schmerzen Kinder auf die Welt zu bringen, wird sie genauso das ewige Heil bekommen wie der Mann. Also die Bedingung für die Frau ist keine andere als für den Mann, um gerettet zu werden in der Ewigkeit, nämlich sie muss im Glauben, der Liebe, der Heiligung stehen. Also die Frau unter dem Evangelium hat eine besondere Verheissung in ihrem von Gott verordneten schweren Los des schmerzvollen Kindgebärens. Sie muss darunter nicht zugrunde gehen, sondern sie kann bewahrt werden, für den Himmel gerettet werden. Sie muss in ihrem Los keinerlei geistlichen Schaden erleiden, wenn sie sonst auf ihre Beziehung zum Herrn die nötige Acht gibt. Ich habe das jetzt vorgelesen, ich habe mir das hier aufgeschrieben. Herbert Janssen hat das so ausgedrückt, so habe ich mir genommen. Ich lese noch mal vor:
Die Frau unter dem Evangelium hat eine besondere Verheissung in ihrem von Gott in Eden verordneten schweren Los, nämlich dem Los eines schmerzvollen Kindgebärens. Sie muss darunter nicht zugrunde gehen, sondern kann bewahrt und für den Himmel gerettet werden. Sie muss in ihrem Los keinen geistlichen Schaden erleiden, wenn sie sonst auf ihre Beziehung zum Herrn die nötige Acht gibt, nämlich wenn sie bleibt im Glauben und in der Liebe und in der Heiligkeit mit Zucht.
Also im Gebären heisst nicht durch das Gebären, sondern in ihrem Los, das sie hat. Die Frau begleitet dieses Los durch die ganze Geschichte hindurch, dass sie mit Schmerzen Kinder gebiert, und sie ist nicht eine Sklavin und ist einfach dazu da, um Kinder in die Welt zu setzen, und fertig. Nein, sie ist genauso für das ewige Heil, kann genauso das ewige Heil und die ewige Herrlichkeit bewahrt bleiben, wenn sie in der Beziehung zum Herrn Jesus steht, im Glauben und in der Liebe. Der Text sagt nicht, dass das Mittel, wodurch sie gerettet wird, das ist, dass sie Kinder auf die Welt bringt. Das wäre ja erstens unfair, denn dann würden nur die Frauen gerettet werden, die Kinder auf die Welt bringen, und die, die keine Kinder kriegen, die würden alle verloren gehen. Das lehrt die Schrift überhaupt nicht. Zweitens steht es im Gegensatz zur ganzen Bibel, dass man durch irgendein Werk gerettet werden kann, nämlich Kinder gebären. Das wäre im Gegensatz zu der Lehre von der Gnade Gottes. Drittens: Die Frau würde diskriminiert werden, die Frau hätte dann ein ganz anderes Los als der Mann, was die Ewigkeit betrifft, was das Heil, das Gerettetwerden betrifft. Sie muss dann anders gerettet werden als der Mann. Das ist auch gegen die Schrift. Wir haben hier also drei Punkte, die dagegen sprechen.
Also der Text selber sagt es gar nicht, dass das Mittel, um gerettet zu werden, das Kindergebären ist, sondern in ihrem Rahmen, in ihrer Rolle, in ihrem Los, das sie hat, wird sie für den Himmel bewahrt und gerettet werden, wenn sie mit dem Herrn in Verbindung bleibt. Ich habe mir dann noch aufgeschrieben als Lektion, also eine praktische Lektion für mich, für uns alle: Keine Last, die Gott uns auferlegt, muss uns erdrücken, weder der Mann noch die Frau. Die uns von Gott auferlegte Pflicht, das heisst unser Los, das er uns gegeben hat, ist zugleich ein Bewahrungsmittel. Die Frau hat das Los, hier mit diesen Kindern die Kinder zu gebären. Der Mann hat ein anderes Los. Aber all das hält uns in der Nähe des Herrn. Unser Los, das uns manchmal Not gibt, unsere schwierigen Umstände, die uns manchmal hier sind, die sind gleichzeitig auch ein Mittel, das uns bewahrt, dass wir beim Herrn bleiben, so dass er uns dann durchbringen kann. So bringt uns unser gottverordnetes Los zum Erlangen des zukünftigen Heils, wenn wir im Glauben bleiben und in der Liebe und in der Heiligung mit Zucht.
Gott hat schon gewusst, was er tut, als er dieses Problem beim Sündenfall einführte: Mit Schmerzen sollst du schwanger werden, und beim Mann der Acker wird dir Dornen und Disteln tragen usw., und im Schweisse deines Angesichts wirst du dir dein Brot verdienen. Gott hat gewusst, warum. Das war jetzt nur die Anwendung. Ich dachte einfach: Der Herr gibt uns Schwierigkeiten. Bei Adam war es so, dass er die Schwierigkeit hatte, jetzt muss er schwitzen, jetzt hat er Mühsal mit dem Acker, und all diese Schwierigkeiten bringen ihn zum Herrn, halten ihn beim Herrn. Da muss er jetzt beten. Wenn alles locker von der Hand geht, ist es leichter, versucht zu werden, nicht zu beten. Wenn er Schwierigkeiten hat, dann wird man zum Gebet hingetrieben. Wenn wir Schwierigkeiten haben in irgendeiner Situation in unserem Leben, in unserer Familie oder sonstigem Umstand, wenn wir Mühe haben, treibt uns das zum Herrn hin. Das ist gut, das bewahrt uns dann auch. Das ist jetzt nur eine Anwendung. Ich sage nicht, dass jetzt der Textdirektor das sagt, aber das kann man daraus lernen. Die Frau hier kann in ihrer schwierigen Situation als Kindgebärerin mit Schmerzen bewahrt bleiben, für den Himmel gerettet werden, wenn sie auf die Beziehung zum Herrn Acht gibt.
Sind dazu jetzt Fragen oder Gedanken? Wie lange machen wir? Zwölf? Halb eins? Da wäre es jetzt zum Beispiel schön, wenn jetzt jemand sagt: Gut, das mache ich jetzt als Arbeit, ich schaue die Kommentare nach, schreibe mir das auf, die verschiedenen Auffassungen, und zum Schluss kann ich selber zu einer eigenen Meinung kommen. Das ist sicher ein sehr schönes Studium hier über diesen Vers, weil es gibt Kommentare, viele Kommentare darüber, und man wird hier allerhand lesen, allerhand Verschiedenes. Zum Beispiel William MacDonald meint, das Gerettetwerden bezieht sich auf das Körperliche, das heisst, er meint, sie wird am Leben bleiben. Sie wird nicht nur am Leben bleiben, es wird ihr gut gehen im Leben, wenn sie im Glauben und in der Liebe und in der Zucht bleibt und sich in ihr Los schickt. Also er bezieht das Gerettetwerden nur auf das Diesseits, diesseitig gerettet werden. Ich meine, Paulus hätte das anders ausgedrückt. Es geht ihm ja um das Heil. Das Thema ist immer wieder das Heil. Gott will, dass alle Menschen gerettet werden. Das war gerade das Thema vorher.
Bitte.
Ja, aber das Thema war dort, ich denke, das ist so, wie du sagst, der Fluch, der kam in 1. Mose 3,16, wo Gott der Frau gesagt hat, jetzt gibt es ein schweres Los für dich, das heisst eine ganz konkrete Sache. Es gibt ja viele andere auch noch, andere Dinge auch noch. Aber das trifft für jede Frau zu, die Kinder bekommt. Jede Frau hat Schmerzen, jede Frau muss dadurch. Gut, heutzutage ist es auch leichter, wir haben heute die Ärzte und wir haben alle möglichen Mittel, aber wir sollen nicht von heute ausgehen. Wie viele Frauen sind gestorben bei der Geburt, wie viele Frauen sind krank geworden und lange Zeit krank gewesen oder haben behinderte Kinder bekommen usw.
Ich habe vergessen das Wort Beruf. Welches Wort Beruf? In einer Übersetzung, ja. Also die Frage ist, ob es auch darum geht, dass die Frau bereit ist, Kinder aufzunehmen. Nun, der Text selber, wir müssen ja am Text bleiben. Und der Text selber gibt nicht so viel her, das heisst, wir müssen jetzt auch unsere Phantasie in Schranken setzen, dass wir ganz am Text bleiben, und der Text selber spricht weder von Erziehung noch von Adoption oder sonstig Kinder aufnehmen. Es geht nicht nur darum, es geht um dieses eine Los, das die Frau bekommen hat beim Sündenfall, nämlich mit Schmerzen wirst du Kinder gebären. Das ist das, was er aufgreift. Alles andere wäre schon zu viel gesagt. Wir müssen ja immer Acht geben, Auslegung der Schrift darf nicht etwas, wir dürfen nicht die Schrift so auslegen, dass es Zusatzinformationen braucht, sodass man von selber nicht draufkommen könnte, das heisst, dass es nicht aus dem Text hervorgeht, sondern dass wir noch etwas hinzugeben. Und da müssen wir Acht geben. Ich denke nicht, dass es hier um Kinder aufnehmen oder Kinder erziehen geht, Kinder aufziehen. Das müsste er anders ausdrücken. Er spricht vom Gebären.
Kapitel 3: Es geht jetzt um Verordnungen betreffend die Verantwortlichen in der Gemeinde, zuerst die Aufseher, dann die Diakone. Ich habe zuerst gesprochen von Leitung, das war nicht exakt. Es geht um die Verantwortlichen. Die Diakone sind nicht die Gemeindeleitung, das war ein Fehler von mir. Die Diakone sind zwar verantwortlich für gewisse Dinge, aber sie sind nicht die Leitung. Die Leitung der Gemeinde sind die Aufseher oder man nennt sie auch Älteste oder Hirten oder Führer oder Leiter.
Zuerst etwas Ermutigendes. Vers 1: Zuverlässig ist das Wort oder treu oder glaubwürdig, das ist eine zuverlässige Aussage: Wenn jemand sich nach einer Aufseherschaft ausstreckt, begehrt er eine edle Wirksamkeit. Das Wort Aufseher oder Aufseherschaft hier kommt von dem griechischen Wort episkopos, der Aufseher, der die Aufsicht hat. Epi heisst auf und skopos heisst schauen, auf etwas schauen. Das Wort kann auch gebraucht werden für Hausbesuche machen, also im Positiven nach jemandem schauen, schauen, wie es ihm geht, nach dem Rechten schauen. Gott besucht auch seine Gemeinde, Gott besucht Jerusalem, Lukas 19,44: Du hast nicht erkannt die Zeit deiner Heimsuchung, da steht dieses Wort, deiner Besuchung. Gott hat dich besucht, und du hast nicht erkannt. Also Christen, eine Gruppe von Christen wird betreut. Und wie benennt man diese Leute? Hirte oder Aufseher oder Älteste? Meistens in der Mehrzahl, also die Ältesten oder die Aufseher, dann sind sie mehr am Ort, die Hirten oder auch Vorsteher werden sie genannt oder Führer, Leitende in Römer 12, ich denke Vers 7 oder 8. Kommt Vorsteher vor? Hirten kommt vor in Epheser 4,11, Älteste kommt sehr häufig vor. Das ist ein Begriff, der kommt aus dem Alten Testament. Die Ältesten der Juden waren Leiter, in den Synagogen zum Beispiel gab es Älteste.
Also wenn sich jetzt jemand ausstreckt nach einem Aufseheramt oder einer Aufseherschaft eigentlich, so im Griechischen, wenn er sich danach ausstreckt, also das ist etwas Gutes. Man darf sich danach ausstrecken, das heisst, man darf sich das wünschen, man darf das als Ziel erreichen wollen. Wenn jemand gerne ein Aufseher werden will, dann ist das eine gute Sache, ein gutes Verlangen. Und es ist gut, wenn wir solches Verlangen haben, das könnte von Gott geweckt sein, dass Gott uns das gegeben hat, dieses Verlangen. Das könnte eine Vorbereitung sein. Der begehrt eine edle Wirksamkeit, also das ist etwas Edles, hier wiederum das Wort für schön, vortrefflich, eine vortreffliche Wirksamkeit. Das ist eine hohe Aufgabe, und es ist eine schöne Aufgabe, eine edle Aufgabe. Das ist nichts für Faulpelze oder für Leute, die sich einfach das Leben schön machen wollen.
Und dann kommen in den Versen 2 bis 7 diese Qualifikationen. Also ein Aufseher hat untadelig zu sein. Es ist nicht so wichtig, ob er studiert hat oder ob er überaus intelligent ist oder reich ist oder mit irgendjemandem verwandt ist oder eine beruflich gute, hohe Position inne hat. Seine Stellung in der Gesellschaft ist nicht jetzt das Wichtigste. Wichtig ist sein Charakter und seine Begabung, wobei interessant ist: Die meisten Qualifikationen betreffen den Charakter, eine betrifft die Begabung, lehrhaft, aber alles andere betrifft den Charakter. Das zeigt uns etwas über Gott. Übrigens in der Politik: Viele Politiker, die würden schon alle da durchfahren, könnten niemals der Älteste in der Gemeinde sein.
Jakobus schreibt, in Kapitel 3 werde nicht grosser Zahl Lehrer. Steht das im Widerspruch, oder muss man auf die Lichtmatte diese Beiderstellungen nennen? Das Verlangen ist gut, wenn man das Verlangen hat, ein lehrhafter Ältester zu sein, ein Ältester zu werden, aufsehen. Aber man soll auch eine heilige Scheu haben und wissen: Warum sollen nicht viele Lehrer sein, Jakobus 3,1, da ihr wisst, dass wir ein grösseres Urteil empfangen werden. Das soll einem gleichzeitig wieder einen inneren kleinen Schrecken einjagen. Gott wird dich mehr zur Verantwortung ziehen als andere. Ein Lehrer ist verantwortlich für das, was er den anderen lehrt, und Gott ist sehr streng mit dem Lehrer, weil die Leute ihn jedenfalls so anhören, als ob Gott das sagt. Die können ja nicht gerade alle gleich unterscheiden, und in einem gewissen Sinn vertritt er Gott. Und wenn er das Falsche sagt, dann werden diese Leute das Falsche glauben und werden meinen, das sei von Gott so. Gott wird das zur Verantwortung ziehen. Gott wird alle Bibelübersetzer zur Verantwortung ziehen, alle. Und es wird eine ernste Sache sein, wenn er sagt: Ihr habt das Wort Gottes übersetzt, und habt ihr das gut gemacht? Wenn ihr das falsch übersetzt habt und deshalb Leute das gelesen haben, haben gedacht, das ist Gottes Wort, dann habt ihr Leute verführt. Und hier der Aufseher, der ist ein Lehrer oder der hat eine Stellung in der Gemeinde, eine Autorität, und andere werden ihm folgen. Das sollte gleichzeitig auch eine Scheu hervorrufen.
Also das sind zwei Seiten, oder? Die eine Seite betont, aber Begehren ist gut, Begehren ist weiterhin, aber werde dir bewusst, es gibt ein ernsthaftes Urteil über solche Leute. Der Aufseher hat also untadelig zu sein, und jetzt kommen charakterliche Qualifikationen. Nach meiner Zählung sind das zwölf, ich bin mir jetzt nicht mehr sicher. Zwölf, wenn man das erste mit Punkt Null betitelt, zählt das erste könnte eine Zusammenfassung sein. Auch da bin ich mir nicht sicher. Meint er, das ist die erste von den dreizehn Qualifikationen, oder meint er, das ist eine Zusammenfassung, grundsätzlich untadelig sein, unbescholten? Ich meine, es ist nicht eine Zusammenfassung, ich meine, es ist eine eigene. Also das erste Mal untadelig oder unbescholten, das heisst jemanden, dem man nichts vorwerfen kann. Gutes Zeugnis, ein guter Ruf. Man kann ihm nichts wirklich berechtigt vorwerfen. Das heisst nicht, dass er sündlos ist. Untadelig heisst nicht sündlos. Keiner ist sündlos, keine Frage, das ist klar. Übrigens auch die Witwen müssen so sein. Eine Witwe, die aufgenommen werden soll, die versorgt werden soll, die muss auch untadelig sein. 1. Timotheus 5,7. Es geht also hier um untadelig in Bezug auf das, was man sieht, auf das Zeugnis. Wir sprechen von einem guten Zeugnis. Gutes Zeugnis grundsätzlich, es ist grundsätzlicher Art.
Dann Mann einer Frau. Jetzt kommen wir schon zu dem schwierigen Vers. Mann einer Frau, nicht Mann irgendeiner Frau, das ist nicht gemeint. Da muss man Acht geben. Das Griechische hat hier ein Zahlwort. Also der Älteste, er steht nicht da, der Älteste muss verheiratet sein, das steht nicht da. Es steht da: Mann von einer Frau, nicht von zwei oder drei oder vier, das ist das Entscheidende. Ob er verheiratet ist oder nicht, das ist keine Frage hier. Aber wenn er zwei Frauen hat, dann kann er nicht Ältester sein. Wenn er null hat, dann ist dieser Fall hier nicht besprochen, oder? Wenn dieser Fall hier nicht besprochen wird, dann kann es nicht so wichtig sein. Wenn er als Disqualifikation sagt, wenn er oder als Qualifikation sagt, er muss Mann einer Frau sein, und er betont aber einer, dann ist der Fall, ob verheiratet oder nicht verheiratet, eigentlich nicht in dieser Reihe der Qualifikationen aufgeführt. Weil er eben versteht: Mann einer Frau, das ist für mich ganz schliess eine Ehe, also er ist verheiratet. Aber ich sage mal, verheiratet kannst du nur zehn Frauen sein, aber er steckt das eine auf eine Frau. Anders könnte mir das gleich erklären.
Richtig, eine Frau. Nur die Frage ist, was ist, wenn er gar nicht verheiratet ist, wie Paulus selber zum Beispiel? Darf dann, dürfte Paulus zum Beispiel nicht, und Timotheus auch wahrscheinlich. Timotheus ist wahrscheinlich auch nicht verheiratet gewesen, aber das kann ich nicht beweisen. Kann man nur vermuten. Aber bei Paulus ist es sicher, der war nicht verheiratet. Also...
Es ist sicher auch Zeit damals, das heisst, man muss so sehen, es gab eine höchstwahrscheinliche Beziehung oder Ehen mit mehreren Frauen.
Genau. So, und er, ich sage hier, macht das speziell dann einfach diese Einschränkende, oder?
Genau, das ist es. Aber das muss jetzt nicht allgemein sein. Für Paulus trifft es ja nicht zu. Es muss ja ein Charakterkriterium haben.
Genau, also...
Wer mit mehreren Frauen verheiratet ist, ist disqualifiziert. Wer mit mehreren Frauen verheiratet ist, kann nicht Ältester sein. Nur das will gesagt werden. Dann ist es nicht die Frage, mit wie vielen Frauen ist er verheiratet. Wenn eine Frau gestorben ist und er hat die zweite geheiratet, dann ist er mit einer Frau verheiratet, nicht mit zwei, die andere ist gestorben. Gut, wenn die andere gestorben ist, ist es klar. Gut, es geht nicht um die Frage von Hintereinander, sondern es geht um die Frage: Hat er zwei Frauen gleichzeitig zur Frau? Und jetzt ja, genau, das ist dann die nächste Frage: Wie ist das jetzt mit der Scheidung? Ist jemand, der geschieden ist und dann wieder geheiratet hat, ist der mit zwei Frauen verheiratet? Dann müsste man ins Alte Testament gehen, um diese Frage. Das kann uns helfen, das Alte Testament. Da ist die Rede in 5. Mose 24, wenn ich mich nicht irre, wenn ein Mann eine Frau nimmt und sie heiratet, und es geschieht, wenn sie keine Gunst in seinen Augen findet, weil er etwas Anstössiges an ihr gefunden hat, dass er ihr einen Scheidebrief schreibt und ihn in ihre Hand gibt und sie aus seinem Haus entlässt. Und sie geht aus seinem Haus und geht hin und wird die Frau eines anderen Mannes. Und der andere Mann hasst sie und schreibt ihr einen Scheidebrief und gibt ihn in ihre Hand und entlässt sie aus seinem Haus, oder wenn der andere Mann stirbt, der sich zur Frau genommen hat, so kann ihr erster Mann, der sie entlassen hat, sie nicht wiedernehmen, dass sie seine Frau sei, nachdem sie verunreinigt worden ist, denn das ist ein Gräuel vor Jachbe, und du sollst das Land nicht in Sünde bringen, das Jachbe dein Gott dir als Erbteil gibt.
Also hier steht in Vers ... Der erste Mann, der sie entlassen hat, kann sie nicht wiedernehmen, dass sie seine Frau sei. Achten wir auf das, was hier steht. Er kann sie nicht nehmen. Bitte? Wir müssen langsam vorgehen. Jedenfalls zu dem Zeitpunkt ist es klar: Wenn ein Mann seine Frau geschieden hat, und die wurde dann die Frau eines anderen Mannes, also sie hat neu geheiratet, in dem Moment, in dem sie neu geheiratet hat, ist sie nicht mehr die Frau des ersten Mannes. Steht in diesem Text, denn er kann sie nicht mehr nehmen, dass sie seine Frau sei. Er kann sie nicht nehmen, dass sie seine Frau sei. Würde er sie nehmen, müsste er sie neu heiraten, dass sie seine Frau wird. Sie ist aber jetzt nicht seine Frau. Sie war seine Frau, sie ist jetzt nicht seine Frau. Verstehen Sie das Argument? Es geht mir nur darum, zu zeigen, dass durch diese Neuheirat, die entstanden ist, die erste Ehe nicht mehr existiert. Sie ist nicht mehr die Frau des alten, des ersten Mannes. Ob das richtig war oder nicht richtig war, das ist jetzt alles nicht die Frage. Natürlich ist das nicht in Ordnung, dass man einfach die Frau wegschickt, aber das ist ein anderes Thema, das hat der Herr Jesus mal anderswo behandelt. Aber hier will nur gezeigt werden: Die hat einen neuen Mann geheiratet, damit ist natürlich ein Ehebruch entstanden, ist klar. Aber jetzt ist sie die Frau des neuen Mannes, und wenn der neue Mann stirbt, dann ist sie ohne Mann, sie ist ohne Mann. Sie kann jetzt auch nicht zum ersten Mann zurückgehen. Das heisst, würde sie zurückgehen, würde er sie dennoch nehmen, dann müsste er sie neu heiraten, damit sie seine Frau wird, seine Frau sei. Er kann also nicht einfach sagen: Ah ja, dich habe ich mal gehabt, komm wieder, wir sind ja ohnehin schon verheiratet. Nein, diese Ehe ist nicht mehr da, nicht mehr existent. Dass das durch Sünde geschehen ist, ist keine Frage. Das ist jetzt nicht das Thema. Ich will nur zeigen, dass sie nicht mehr die Frau von dem ersten Mann ist. Das heisst, dieser Mann war nicht mit zwei Frauen verheiratet. Dieser Mann war nur mit einer Frau verheiratet, mit seiner zweiten, wenn er geheiratet hat. Er hat die erste weggeschickt, die hat geheiratet, und er, stellen wir vor, er hätte auch geheiratet, dann ist er in dem Fall nicht mit zwei Frauen verheiratet, sondern nur mit der neuen Frau. Ich will nur zeigen, es geht um das Prinzip als solches.
Es ist immer Sünde. Scheidung ist immer Sünde, Gott will das nicht, keine Frage. Aber was geschieht jetzt? 4. Vers 16 sagt Jesus: „Fünf Männer hast du gehabt, und der, mit dem du jetzt lebst, der ist nicht dein Mann. Du hast gerecht gesagt: Ich habe keinen Mann.“ Ja, das kann man annehmen, weil das heisst, wir wissen es natürlich nicht, wir können hier nur vermuten, aber die Aussage „einen Mann haben“ war nicht nur einfach mit jemand zusammenleben, dieser Ausdruck, einen Mann haben, fünf Männer hast du gehabt, das ist ein Ausdruck, der für verheiratet sein verwendet wird, jedenfalls an den anderen Stellen der Schrift. Dann müsste Jesus hier eine Ausnahme gemacht haben, aber warum soll es nicht gewesen sein, dass sie mit fünf Männern verheiratet war, und die haben sie dann geschieden oder sind gestorben oder was auch immer, das wissen wir nicht. Jedenfalls hatte diese Frau in dem Moment keinen Mann.
Ja, es ist verboten, er darf es nicht. Wenn er es tun würde, wäre er natürlich gegen das Gesetz. Aber wenn er es tun würde, dann müsste er sie nehmen, dass sie seine Frau sei. Es geht mir nur um diesen Ausdruck, dass sie seine Frau sei. Er kann sie nicht wiedernehmen, dass sie seine Frau sei. Er steht nicht da: Er kann sie nicht wiedernehmen, obwohl sie immer noch seine Frau ist. So steht es nicht.
Wie heute soll ein Mann so wirklich versöhnen? Ist das nach Recht falsch? Nun, das war damals im Gesetz so vorgeschrieben. Im Neuen Testament haben wir natürlich eine solche Verordnung nicht. Grundsätzlich ist ja Versöhnung das, was man eigentlich tun soll. Wenn es möglich ist, die Ehe wiederherzustellen, dann wunderbar. Es gibt ja auch solche Fälle, jetzt nicht in der Bibel und im Neuen Testament, aber wo Menschen geschehen waren, und dann kamen sie zum Glauben, und dann haben sie wieder neu ihr Ehebündnis erneuert und haben wieder neu den Bund geschlossen, jedenfalls den Bund erneuert. Der Ehebund ist ein Treuebund, das heisst, dieser Treuebund besteht hauptsächlich aus zwei Elementen. Man verspricht einander, dass man zusammenbleibt, bis zum Tod, und man verspricht einander, dass man keine andere Frau beziehungsweise keinen anderen Mann nimmt. Das sind zwei Elemente, oder? Das eine heisst Gemeinschaft, man bildet einfach eine neue Einheit, und das andere ist: Man lässt keine Dritten dazwischenkommen, keine andere Frau, keinen anderen Mann. Und wenn dieses teure Gelöbnis gebrochen wird, dann ist der Bund eigentlich gebrochen, das heisst, das Gelöbnis ist gebrochen.
Jetzt gibt es aber die Möglichkeit, wenn ein Gelöbnis gebrochen wurde, gibt es die Möglichkeit einer Versöhnung, und man kann vergeben. Gerade der Christ kann vergeben, weil er selber auf dieser Basis der Vergebung lebt, und das haben ja auch viele gemacht. Der Mann war untreu, die Frau hat ihm vergeben, und er hat den Treubund erneuert, hat ihr neu geschworen oder nicht geschworen, also ein Bündnis geschlossen, hat ihr neu das versprochen, und so konnte diese Ehe wieder gerettet werden. Solche Fälle gibt es, und das ist natürlich sehr schön. Aber grundsätzlich ging es jetzt nur darum, zu zeigen: Dieser Ausdruck in 1. Timotheus 3,2 kann sich nicht beziehen auf das Thema Scheidung und Wiederheirat, also geschiedene Frauen oder nicht geschiedene Frauen, denn es geht darum, dass man gleichzeitig nicht mit zwei Frauen verheiratet sein darf. Also ein Ältester darf nicht mit zwei Frauen gleichzeitig verheiratet sein. Und das gab es damals, wie einer von uns, du hast gesagt, das gab es damals tatsächlich. Und ich habe mich hier ein bisschen da im Internet, habe ich das gelesen, ich darf das vorlesen nach Gershom. Das ist ein Rabbiner. Rabbiner Gershom wird von den aschkenasischen Juden eine polygame Ehe nur in Ausnahmefällen bei entsprechender Zustimmung von hundert Rabbinern eingegangen. Die sephardischen Juden behielten das alte Recht weiter bei, die Polygamie ist bei ihnen auch heute noch rechtlich zugelassen. Die Einehe ist spätestens seit dem Erlass des Rabbi Gershom aus Worms auf der Rabbinerkonferenz um 1040 die einzig geltende Norm.
Also die Norm ist seit 1040 die Einehe, aber es gab bis dorthin immer wieder rechtliche Zulassung der Polygamie, auch unter den Juden, auch unter den Heiden sowieso. Hier spricht er ja auch natürlich in einem heidnischen Kontext, da waren Juden und Heiden, also die Polygamie gab es. Auch wenn jetzt so jemand sich bekehrt hat mit zwei Frauen, dann kann er nicht einfach sagen: Ich bin Christ geworden, und die eine, die muss jetzt gehen. Das geht nicht. Der muss beide Frauen versorgen, muss beide Frauen lieben, aber eines kann er nicht: Ältester werden. Da ist er kein Vorbild.
Das Schliessen von zwei Ehen, dass man also als Christ dann noch eine Frau hinzunehmen würde. Eine Bibelstelle dafür? Na ja, wenn es hier als schlechtes Vorbild ist, man kann nur indirekt argumentieren: Wenn es hier ein schlechtes Vorbild ist, dann ist es nicht wünschenswert. Wenn es nicht wünschenswert ist, dann kann es dem Herrn nicht gefallen. Man kann nur allgemein sagen: Gott hat ja ursprünglich einen Mann und eine Frau geschaffen und sie als Ehe. So kann man argumentieren von der Schöpfung her, und das andere war: Um eurer Herzenshärtigkeit willen hat Gott auch andere Sachen zugelassen, also mehr Ehen, Polygamie. Aber der Herr Jesus Christus heisst das nicht gut, und Paulus hier im Auftrag Gottes heisst das nicht gut, denn das ist ja nicht gut, wenn er das disqualifiziert. Nicht nur das, es wäre auch kein Vorbild, weil Gott ursprünglich die Einehe geschaffen hat, und bei dem müssen wir bleiben. Ansonsten haben wir jetzt keinen direkten, ich weiss jetzt nicht, das ist ein ganz direkter Vers, ein Christ darf nicht zwei Frauen haben, aber indirekt.
Stimmt, stimmt, danke. Matthäus 5,28: Wie eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen Ehe gebrochen. Begehrt er also eine zweite Frau hinzu, zur ersten, dann bricht er im Herzen die Ehe mit der ersten. Das ist gut. Danke. Damit schliessen wir heute Vormittag. Leitet uns jemand im Gebet?