Weherufe gegen Schriftgelehrte und Pharisäer – Teil 7
Jesu Leben und Lehre | Episode 737
Matthäus 23,25-2613.08.2026
Serie•Teil 4 / 4Weherufe gegen Schriftgelehrte und Pharisäer
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Einleitung und erster Weheruf
Gott wird Mensch
Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist
Episode 737
Weherufe gegen Schriftgelehrte und Pharisäer, Teil 7
Kommen wir zum nächsten Weheruf und werfen wir einen Blick auf das Innere der Schriftgelehrten und Pharisäer.
Matthäus 23,25
„Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, denn ihr reinigt das Äußere des Bechers und der Schüssel; inwendig aber sind sie voller Raub und Unenthaltsamkeit.“
Der Becher und die Schüssel stehen hier bildlich für das Leben der Schriftgelehrten und Pharisäer. Sie reinigen das Äußere. Es geht ihnen also um sichtbare Frömmigkeit, um die korrekte religiöse Praxis und um öffentliches Ansehen. Innendrin sieht es aber ganz anders aus. Da finden sich Raub und Unenthaltsamkeit.
Raub meint dabei nicht nur Diebstahl im engeren Sinn, sondern auch Ausbeutung oder das Übervorteilen und Ausnutzen von Schwachen. Wir erinnern uns daran, dass Jesus ihnen vorgeworfen hat, die Häuser der Witwen zu verschlingen.
Der Begriff Unenthaltsamkeit steht für Maßlosigkeit, Selbstsucht, Mangel an Selbstkontrolle und ungezügeltes Begehren. Nach außen hin fromm, innen drin von Gier zerfressen.
Das Bild von Reinheit und die eigentliche Reihenfolge
Warum verwendet der Herr Jesus das Bild von Bechern und Schüsseln? Ganz einfach: Er greift durch dieses Bild die Praxis seiner Gegner auf. Genau das tun sie, und genau damit werden sie auch in Verbindung gebracht.
Markus 7,3-4: Denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, wenn sie sich nicht sorgfältig die Hände gewaschen haben, indem sie die Überlieferung der Ältesten festhalten. Und vom Markt kommend essen sie nicht, wenn sie sich nicht gewaschen haben. Und vieles andere gibt es, was sie zu halten übernommen haben: Waschungen der Becher und Krüge und Kupfergefäße.
Wir müssen uns das merken. Für den Herrn Jesus ist bedeutsam, was einen Menschen innerlich erfüllt.
Matthäus 23,26: Blinder Pharisäer, reinige zuerst das Inwendige des Bechers, damit auch sein Auswendiges rein wird.
Das ist die Lösung des Problems. Der Pharisäer ist blind, weil er die Reihenfolge echter Reinheit nicht erkennt. Sein Problem liegt nicht darin, dass er sich ein gereinigtes Äußeres wünscht. Es liegt vielmehr in der Vorgehensweise. Zuerst muss das Inwendige gereinigt werden. Die Betonung liegt auf dem „reinige zuerst“.
Das heißt: Jesus lehnt äußere Frömmigkeit nicht ab, aber sie muss aus der inneren Reinheit hervorgehen. Dabei steht das Inwendige des Bechers für unser Herz, unsere Motive, unsere Begierden, unser Gewissen und unseren Charakter. Das Auswendige steht dann für das sichtbare Verhalten, die religiöse Praxis und unsere Lebensführung, soweit andere Menschen sie sehen.
Die Reihenfolge ist entscheidend. Zuerst muss das Innere gereinigt werden. Aus einem gereinigten Herzen wird dann auch ein Leben hervorgehen, das nach außen von Reinheit und Gottesfurcht geprägt ist. Wie gesagt: Jesus denkt nicht, dass das Äußere keine Rolle spielt.
Reinigung des Herzens und ihre Bedeutung für den Menschen
Was müsste ein Pharisäer tun? Für ihn wäre innere Reinigung die Umkehr zu Gott sowie echte Buße über Heuchelei, Habgier, Selbstsucht und andere Sünden. Reinigung beginnt im Herzen; dort entsteht das Böse.
Matthäus 15,19-20: Denn aus dem Herzen kommen hervor böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen. Diese Dinge sind es, die den Menschen verunreinigen.
Lasst uns das bitte festhalten: Der Herr Jesus ersetzt Heiligkeit nicht durch Innerlichkeit, sondern er begründet gelebte und nach außen hin sichtbare Frömmigkeit mit einem gereinigten Herzen.
Frage: Gilt dieser Anspruch auch für uns, die wir bereits ein neues, von Gott gereinigtes Herz haben?
Antwort: Ja, aber wir müssen den Begriff Herz dabei richtig verstehen. Das Herz steht zunächst einmal für die Mitte einer Person, das innere Steuerzentrum. Dort entscheiden Denken, Wollen, Begehren und Glauben. In diesem Sinn ist das Herz der ganze innere Mensch vor Gott.
Nach Ezechiel 36 bekommt der Gläubige ein neues Herz. Das bedeutet aber nicht, dass mit der Bekehrung jeder Gedanke, jede Regung und jeder Impuls eines Gläubigen sofort rein wären. Gemeint ist vielmehr eine grundlegende Erneuerung des Wesenskerns.
Gott nimmt das steinerne Herz weg, also die verhärtete, unempfängliche Haltung gegenüber seinem Willen. Und er gibt ein fleischernes Herz, das empfindsam ist und auf die Impulse des Heiligen Geistes reagieren kann. Wichtig: kann, nicht muss.
Dieses neue Herz im Gläubigen ist ein neues Wollen, eine neue Offenheit für Gott und eine Fähigkeit zum Gehorsam. Aber das neue Herz ist kein Selbstläufer. Wo vorher die Sünde herrschte, soll jetzt die Gnade herrschen. Aus einem Wandel im Fleisch soll ein Wandel im Geist werden.
Fortlaufende Reinigung und praktische Konsequenzen
Auch wenn Jesus in Matthäus 23 tatsächlich zu ungläubigen Leuten redet, bleibt trotzdem das Prinzip vom Reinigen des Inwendigen über den Moment der Bekehrung hinaus erhalten.
Wir müssen an dieser Stelle lediglich zwei Dinge auseinanderhalten: einmal die grundlegende Reinigung des Herzens in der Wiedergeburt und dann die fortlaufende Reinigung durch die Heiligung.
Wir können unser Herz nicht im grundlegenden Sinn reinigen. Das tut Gott durch den Glauben, durch den Heiligen Geist und auf der Grundlage des Werkes Christi. Ein unreines Herz kann sich nicht aus sich selbst heraus erneuern. Aber als erneuerte Menschen tragen wir Verantwortung dafür, womit wir unser erneuertes Herz füllen, welchen Begierden wir Raum geben, welche Gedanken wir nähren und welche Sünde wir dulden.
Gott gibt uns sein Gesetz in den Sinn, und er will es auf unser Herz schreiben, weil er unser Gott sein will. Aber wir müssen das zulassen. Darum ruft die Schrift Gläubige auf, sich zu reinigen, Sünde abzulegen und das Herz zu bewahren.
Jakobus 4,8: Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr Wankelmütigen.
Wo sich Wankelmütigkeit in meinem Innern breitmacht, ich also nicht mehr weiß, ob ich zu Gott gehöre oder nicht, da ist es meine Aufgabe, mein Herz zu reinigen. Ich muss also darauf achten, dass mein Herz nicht wieder durch ungeordnete Begierden, falsche Motive, Bitterkeit, Heuchelei oder irgendeine andere Sünde verunreinigt wird.
Und in diesem Sinn gilt auch für uns, was Jesus zu dem Pharisäer sagt: Schau nach innen. Was für Gedanken, Gefühle, Motive, Sehnsüchte, Ängste oder Leidenschaften entwickeln sich in dir drin? Gibt es irgendwelche bösen Gedanken, die aus deinem Herzen kommen? Und falls ja, wie gehst du mit ihnen um?
Der abschließende Ruf zur Konsequenz
Mein Tipp: Sei radikal! Jesus spricht in der Bergpredigt vom Ausreißen der Augen und vom Abhacken der Hand. Sei radikal und dulde keine bösen Gedanken, und noch weniger gelebte Sünde, in deinem Leben.
Bekenne fleißig, suche dir barmherzige Mitstreiter und lass die Gnade durch den Heiligen Geist herrschen. Tu genau das, was Jesus sagt, und reinige das Inwendige des Bechers.
Was könntest du jetzt tun? Denke darüber nach, ob du böse Gedanken und Taten in deinem Leben duldest. Wenn ja, hör damit auf.
Das war’s für heute. Wenn du Lieblingsepisoden hast, leite sie an Freunde weiter. Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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