Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 602: Die Auferweckung des Lazarus, Teil 3
Johannes 11,17-19
Ankunft Jesu in Betanien und die Trauer der Schwestern
Als Jesus kam, fand er Lazarus bereits seit vier Tagen in der Gruft liegen. Betanien lag nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt. Viele von den Juden waren zu Martha und Maria gekommen, um sie über ihren Bruder zu trösten.
Jesus kommt also endlich in Betanien an. Zu diesem Zeitpunkt liegt Lazarus schon vier Tage in der Gruft. Wir können davon ausgehen, dass er direkt nach seinem Tod auch beerdigt wurde. Lazarus ist also vor ungefähr vier Tagen gestorben.
Aus der Sicht der Betroffenen kommt Jesus somit gewissermaßen vier Tage zu spät. Die fünfzehn Stadien entsprechen knapp drei Kilometern. Diese Nähe zu Jerusalem erklärt, warum viele Juden zu Martha und Maria gekommen waren, um sie zu trösten.
Im Johannesevangelium ist der Begriff „die Juden“ häufig eine Bezeichnung für die einflussreiche jüdische Oberschicht, die Jesus kritisch bis feindselig gegenübersteht. Hier jedoch scheint der Begriff neutral, ja sogar ein wenig positiv besetzt zu sein. Es handelt sich einfach um Juden aus Jerusalem, denen Martha und Maria am Herzen lagen (Johannes 11,20).
Die Begegnung zwischen Jesus und Martha
Martha nun, als sie hörte, dass Jesus komme, ging ihm entgegen, Maria aber saß im Haus. Wir kennen die beiden Schwestern aus Lukas 10. Dort ist Martha die pragmatisch Fleißige und Maria die Schlaue, die nicht nur arbeiten, sondern auch von Jesus lernen will. Es verwundert also nicht, dass auch hier Martha, als sie hört, dass Jesus kommt, ihm entgegengeht. Da kommt ein Gast, also kümmere ich mich um ihn – typisch Martha.
Aber Martha ist viel mehr als nur eine gute Gastgeberin, die ihrem Ehrengast respektvoll entgegengeht. Johannes 11, Vers 21: Da sprach Martha zu Jesus: „Herr, wenn du hier gewesen wärst, so wäre mein Bruder nicht gestorben.“ Keine Ahnung, wie viel Enttäuschung bei diesen Worten mitschwingt. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie traurig oder ärgerlich darüber war, dass Jesus, obwohl sie vor einer Woche Boten zu ihm gesandt hatte, erst jetzt kommt.
Gleichzeitig steckt in dem, was sie sagt, ein tiefes Vertrauen. „Wenn du hier gewesen wärest, so wäre mein Bruder nicht gestorben.“ Das ist für sie völlig klar. Ihr Freund Jesus ist der Herr über jede Krankheit. Wäre er vor Ort gewesen, wäre Lazarus nicht gestorben (Johannes 11, Vers 22). Und jetzt weiß ich, dass das, was du von Gott bitten magst, Gott dir geben wird.
Ein interessanter Satz. Zuerst klingt er so, als würde sie davon sprechen, dass Jesus auch jetzt noch den toten Lazarus zum Leben erwecken kann. Aber so ganz scheint dieser Gedanke dann doch nicht in ihrem Kopf gewesen zu sein. Denn wenig später, kurz vor der tatsächlichen Auferweckung des Lazarus, als Jesus befiehlt, den Stein vor der Gruft wegzunehmen, da ist es Martha, die darauf hinweist, dass ihr toter Bruder schon stinkt und bereits vier Tage tot ist. Mit einer Totenauferweckung hat sie also nicht gerechnet.
Frage: Was meint sie dann, wenn sie sagt: „Und jetzt weiß ich, dass das, was du von Gott bitten magst, Gott dir geben wird“? Tja, wissen wir leider nicht. Wenn sie nicht mit einer Totenauferweckung rechnet, dann hat sie etwas anderes im Kopf. Aber was genau das ist, da können wir nur spekulieren – oder uns eben das Spekulieren sparen. Wir wissen es nicht.
Johannes 11, Vers 23: Jesus spricht zu ihr: „Dein Bruder wird auferstehen.“ So, und jetzt wird es spannend. Denn wenn Jesus formuliert: „Dein Bruder wird auferstehen“, dann sagt er Martha nichts Neues. Das ist, was jeder Jude erwartete. Der Gott Israels ist der Herr über Leben und Tod – oder sollte ich besser sagen über das Sterben und das Wiederlebendigwerden.
1. Samuel 2, Vers 6: „Der Herr tötet und macht lebendig. Er führt in den Scheol hinab und wieder herauf.“ Das ist Gott, derjenige, der in den Scheol, also in das Totenreich, hinab- und wieder heraufführt. Deshalb hört sich die Erwartung des Psalmisten auch so an:
Psalm 49, Vers 16: „Gott aber wird mein Leben erlösen von der Gewalt des Scheols, denn er wird mich aufnehmen.“ Das ist die Hoffnung des Gerechten. Der Scheol hat im Blick auf mich und mein Leben nicht das letzte Wort. Gott wird mich aus der Gewalt des Scheols erlösen. Am Ende werde ich bei ihm sein, so wie es Hiob formuliert:
Hiob 19, Verse 25 und 26: „Doch ich weiß, mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er über dem Staub stehen. Und nachdem man meine Haut so zerschunden hat, werde ich doch Achtung aus meinem Fleisch Gott schauen.“
Das ist die Erwartung des Gerechten: „Ich werde aus meinem Fleisch Gott schauen.“ Merkt ihr? Das Alte Testament enthält zwar keine systematische Lehre von der Auferstehung, wie wir sie dann im Neuen Testament finden, aber es gibt Texte, die von der Hoffnung auf eine postmortale Wiederherstellung reden.
Daniel 12, Vers 2: „Und viele von denen, die im Land des Staubes schlafen, werden aufwachen, die einen zu ewigem Leben und die anderen zur Schande, zu ewigem Abscheu.“
Diese Auferstehungshoffnung findet sich ganz klar bei Martha, denn sie antwortet Jesus auf dessen Worte „Dein Bruder wird auferstehen“ mit den Worten (Johannes 11, Vers 24): „Martha spricht zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag.“ Das war Martha völlig klar: Ihr Bruder wird einmal auferstehen – und zwar in der Auferstehung am letzten Tag.
Und jetzt wird es interessant: Wieder so ein Ich-bin-Wort von Jesus. Johannes 11, Vers 25: Jesus sprach zu ihr: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist.“ Merkt ihr den Wechsel im Fokus? Es geht immer noch um Auferstehung, aber statt damit eine abstrakte Theorie zu verbinden, die sich für alle Gläubigen irgendwie am letzten Tag erfüllen wird, verknüpft Jesus die Auferstehung als Ereignis mit sich selbst.
„Ich bin die Auferstehung.“ Und er erweitert es: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Damit jeder versteht, wie ernst es Jesus mit diesen Worten ist, wird er kurze Zeit später Lazarus, den Toten, auferwecken als ein Zeichen. Ein Zeichen, das mit aller Deutlichkeit auf den einen hinweist, der von sich sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“
Was könnte man jetzt tun? Man kann sich von ganzem Herzen darüber freuen, dass der Tod einem keine Angst machen muss, wenn man an Jesus glaubt.
Das war's für heute. Ein wichtiger Tipp: Lerne, jeden Tag deine Sünden zu bekennen. Gott vergibt gern, will aber gebeten sein.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Jesu Verheißung der Auferstehung
Jesus spricht zu ihr: „Dein Bruder wird auferstehen.“ Nun wird es spannend. Denn wenn Jesus sagt: „Dein Bruder wird auferstehen“, dann ist das für Martha nichts Neues. Das ist das, was jeder Jude erwartete. Der Gott Israels ist der Herr über Leben und Tod – oder besser gesagt, über das Sterben und das Wiederlebendigwerden.
In 1. Samuel 2,6 heißt es: „Der Herr tötet und macht lebendig. Er führt in den Scheol hinab und wieder herauf.“ Das ist Gott, derjenige, der in den Scheol, also in das Totenreich, hinab- und wieder heraufführt.
Deshalb klingt auch die Erwartung des Psalmisten so: „Gott aber wird mein Leben erlösen von der Gewalt des Scheols, denn er wird mich aufnehmen“ (Psalm 49,16). Das ist die Hoffnung des Gerechten. Der Scheol hat in Bezug auf mich und mein Leben nicht das letzte Wort. Gott wird mich aus der Gewalt des Scheols erlösen. Am Ende werde ich bei ihm sein, so wie es Hiob formuliert:
„Doch ich weiß, mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er über dem Staub stehen. Und nachdem man meine Haut so zerschunden hat, werde ich doch aus meinem Fleisch Gott schauen“ (Hiob 19,25-26).
Das ist die Erwartung des Gerechten: Ich werde aus meinem Fleisch Gott schauen. Merkt ihr? Das Alte Testament enthält zwar keine systematische Lehre von der Auferstehung, wie wir sie im Neuen Testament finden, aber es gibt Texte, die von der Hoffnung auf eine postmortale Wiederherstellung sprechen.
So heißt es in Daniel 12,2: „Und viele von denen, die im Land des Staubes schlafen, werden aufwachen, die einen zu ewigem Leben und die anderen zur Schande, zu ewigem Abscheu.“
Diese Auferstehungshoffnung findet sich ganz klar bei Martha, denn sie antwortet Jesus auf dessen Worte „Dein Bruder wird auferstehen“ mit den Worten aus Johannes 11,24.
Marthas Bekenntnis zur Auferstehungshoffnung
Martha spricht zu ihm: „Ich weiß, dass er auferstehen wird, und zwar in der Auferstehung am letzten Tag.“
Das war Martha völlig klar. Ihr Bruder wird einmal auferstehen, und zwar in der Auferstehung am letzten Tag.
Jesus als Quelle von Auferstehung und Leben
Und jetzt wird es interessant: Wieder ein Ich-bin-Wort von Jesus, in Johannes 11,25. Jesus sprach zu ihr: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist.“
Merkt ihr den Wechsel im Fokus? Es geht immer noch um Auferstehung, aber anstatt damit eine abstrakte Theorie zu verbinden, die sich für alle Gläubigen irgendwie am letzten Tag erfüllen wird, verknüpft Jesus die Auferstehung als Ereignis mit sich selbst.
„Ich bin die Auferstehung.“ Und er erweitert es: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Damit jeder versteht, wie ernst es Jesus mit diesen Worten ist, wird er kurze Zeit später Lazarus, den Toten, auferwecken – als ein Zeichen.
Ein Zeichen, das mit aller Deutlichkeit auf den einen hinweist, der von sich sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“
Schlussgedanken und Ermutigung
Was könntest du jetzt tun? Freue dich von ganzem Herzen darüber, dass dir der Tod keine Angst machen muss, wenn du an Jesus glaubst.
Das war's für heute.
Ein wichtiger Tipp: Lerne, jeden Tag deine Sünden zu bekennen. Gott vergibt gern, will aber darum gebeten werden.
Der Herr segne dich, lass seine Gnade erfahren und lebe in seinem Frieden. Amen.
