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Jeden Tag von Jesus erzählen

Crashkurs mit Werner Nachtigal
22.03.2024

Herausforderungen und Chancen im Evangelisieren

Unser USA-Direktor fordert mich heraus und sagt: „Werner, One a day im Mai – erreiche jeden Tag einen.“ Markus, ich war froh, als der Juni kam. Das ist ja mein Gewicht, wenn du mal ehrlich sagst.

Aber eins habe ich gelernt: Wir müssen nicht komisch sein beim Evangelisieren. Wir können völlig normal, ganz echt und ganz natürlich sein.

In diesen drei Jahren habe ich Menschen erlebt, die in größten Nöten sind und darauf warten, dass Christen sich endlich bewegen und ihnen von Jesus erzählen. Ich weiß nicht, wie viele Christen es gibt – sicherlich weit über eine Million. Wenn jeder etwas sagen würde, hätten wir Deutschland in ein bis zwei Jahren komplett erreicht, wenn jeder einmal pro Woche aktiv wäre.

Manchmal habe ich richtig Spaß beim Evangelisieren – nicht immer, aber manchmal. Neugier ist dabei ein wichtiger Faktor. Neugier kann unglaublich sein.

Damit willkommen beim Bibelfit-Dienst, wo wir versuchen, leicht verständlich tiefer in die Bibel einzusteigen, Jesus im modernen Alltag nachzufolgen und harte Fragen von Nichtchristen klar zu beantworten.

Jeden Beitrag verschenke ich mit Übersichten, biblischen Entscheidungshilfen, kompletten Hörbüchern und sogar Online-Kursen. Das gibt es alles gratis auf dieser Website.

Dafür kannst du freiwilligen monatlichen Unterstützern aus dem ganzen Land danken – Menschen wie du und ich. Wer auch möchte, dass Videos wie dieses hier in unserem Land weiter ausgespielt und nicht verborgen werden, sollte jetzt die Glocke hier unten rechts unter diesem Video drücken.

Vorstellung des Gastes und Gesprächsrahmen

Gleich haben wir Werner Nachtigall zu Gast. Werner war früher Rockmusiker und hat ein Leben auf Abwegen geführt. Dann hat Jesus ihn gefunden, Werner hat sich bekehrt und ist heute Evangelist, Familienmensch und seit kurzem Opa.

Viele kennen Werner von internationalen Großveranstaltungen und Ereignissen wie dem Global Outreach Day. Mit diesem Event will er Millionen Menschen auf der ganzen Welt ermutigen, von Jesus weiterzuerzählen.

Ich möchte jetzt aber mit Werner gar nicht so sehr über sein Leben auf der Bühne sprechen. Denn du und ich, wir beide, haben keine internationalen Millionen-Reichweiten oder Ähnliches. Das sind nicht Dinge, die du und ich mal eben nachmachen können.

Stattdessen möchte ich mit Werner über sein Leben hinter der Bühne sprechen. Das heißt: Wie macht Werner das, wenn keiner hinsieht? Und vor allem, wie können du und ich im Alltag ganz praktisch, in Farbe und 3D, normalen Menschen von Jesus erzählen?

Werner und ich haben für unser heutiges Treffen nur wenig Zeit. Deshalb können wir nur ein paar Dinge ansprechen. Ich will so viel wie möglich aus dem Gespräch herausholen. Das möchte ich dir auch empfehlen.

Deshalb leg dir schon mal deinen Zettel, deinen Stift oder deine Notiz-App bereit. Denn wir starten jetzt.

Persönliche Erfahrungen und der Beginn der Evangelisation

Lieber Werner, ja, wie macht man das, jeden Tag mit einer Person über Jesus zu sprechen? Es gab Phasen in meinem Leben, da habe ich gerade mal mit einer Person pro Jahr gesprochen, wenn es hochkam. Wie macht man das?

Ja, das ist natürlich eine interessante Frage. Ich gebe dir mal einen ganz kurzen Hintergrund von mir, denn nur eine Technik zu lernen, ist das eine. Wirklich zu verstehen, was das Evangelium ist, ist das andere.

Also mein Hintergrund in einem Satz, und dann kommen wir auf die Frage zurück: Ich habe keinen christlichen Hintergrund. Mein Leben war Party. Ich wollte Rockmusiker werden. Ich dachte, diese Leute haben ein spaßiges Leben, fliegen um die Welt, feiern den ganzen Tag oder die ganze Nacht, machen ein bisschen Show und dann geht es weiter.

Ich habe viele Rockstars getroffen. Ich habe mit Kiss gefeiert, ich habe mitten in Ostbahnhof herumgesessen, habe die ganzen Typen getroffen, ihre leeren Augen gesehen. Und ich sage dir, mein Leben war genauso leer.

Ich habe gedacht, ich bin Werner Nachtigall auf dem Weg zur Hölle. Ich habe mit AC/DC gesungen „I'm on the Highway to Hell“ und ich hatte Angst, in der Hölle zu landen. Nicht weil mir irgendwer das erzählt hat, sondern irgendwie wusste ich, es muss etwas geben.

Die andere Seite meines Lebens: Ich hatte, wie gesagt, keinen christlichen Hintergrund. Aber mein Großvater, den ich nie kennengelernt habe, war ein absoluter heißer Revival-Prediger. Er wurde nach dem Krieg nach Russland gebracht, saß jahrelang in Sibirien im Gefängnis und hat immer für mich gebetet, für seinen kleinen Enkel dort aus Deutschland.

Er hat auch gebetet, dass wieder jemand aufsteht, das Evangelium verkündet. Also glaube ich schon an die Kraft des Gebetes, aber eben auch an die Kraft der Verkündigung.

Im Alter von drei Jahren habe ich, so sagte mir meine Mutter, Jesus gesehen. Ich fragte: „Mama, wer ist der Onkel mit dem weißen Gewand?“ Wir waren allein, sagte sie.

Mit fünfzehn wurde ich wach, weil ich Jesus in einem Traum gesehen hatte. Mit achtzehn kam ich von einer Party nach Hause und hatte eine Offenbarung – wie auch immer. Ich wusste ja gar nicht, was das ist. Ich wusste nur, ich werde Gott als Missionar dienen. Gott kannte ich damals noch nicht.

Jetzt das Problem: Ich komme aus Hannover. Und wir haben ein Problem in Hannover. Jetzt bin ich in Berlin, aber damals war ich in Hannover.

Zu der Zeit gab es dort nur „U-Boot-Christen“. U-Boot-Christen sind Christen, die sonntags in der Church Halleluja sagen: „Wir machen, was du sagst.“ Montag bis Sonntag schweigen sie. Sie reden nicht.

Dann habe ich das Evangelium gehört, nämlich dass Jesus, Gottes Sohn, für mich aus Liebe gestorben ist – für diesen Partytypen –, dass er auch verstanden wird und lebt. Das war alles, was ich gehört habe.

Ich habe mich sofort bekehrt. Es gab überhaupt keine Nacharbeit. Sie haben mir nicht mal ein Neues Testament oder ein Johannesevangelium gegeben.

Mit dem saß ich dann zwei Tage später auf dem Weg nach Frankfurt zu Black Sabbath. Das war damals so meine Lieblingsband. Ich habe das Johannesevangelium gelesen, bin ausgerastet vor Begeisterung und dachte: „Das weiß ja gar keiner! Warum kennt das keiner?“

Und ich habe mit all meiner persönlichen Schwäche angefangen, Menschen von Jesus zu erzählen.

Leidenschaft und Klarheit als Grundlage

Ich sage mal, das Allerwichtigste neben der Technik: Man kann viele Techniken lernen, das können auch Verkäufer. Aber zuallererst – ich war nicht besonders begabt darin, irgendwie zu reden. Ich hatte Angst davor, vor hundert Leuten zu stehen. Heute darf ich gerade vor dem Herrn aus Lagos, Nigeria sprechen. Vor vier, fünf Tagen stand ich noch vor einer Million Menschen und habe gesprochen.

Ich meine, ich hatte das Gefühl, ich bin zu nichts zu gebrauchen. Aber Gott sagt mir das nicht. Die Bibel sagt ja: Ihr werdet Kraft empfangen, die uns fähig macht. Ich fühlte mich nicht fähig.

So war das Allerwichtigste eine Leidenschaft. Denn ich habe diese Liebe erlebt: Dieser Gott liebt mich. Unglaublich! Damit hätte ich in meinem Leben nicht gerechnet. Ich dachte, der mag nur die Katholiken, die immer in der Bibel lesen oder ich weiß nicht was – aber so einen Typen wie mich nicht.

Also zuallererst war diese Leidenschaft da: Ich will Menschen erreichen.

Das Zweite ist diese wirkliche Klarheit: Himmel und Hölle sind nicht irgendetwas aus einem kleinen Filmchen oder so etwas, und das alles nur Schwachsinn. Es existiert wirklich. Es gibt eine Ewigkeit, getrennt von Gott, und es gibt eine Ewigkeit, in der Gott uns alle einlädt und sagt: Seid dabei!

Das habe ich dafür getan: Mein Sohn am Kreuz hat die Schuld auf sich genommen. Ich war so überwältigt von dieser Liebe, dass ich gar nicht mehr anders konnte. Ich musste den Menschen davon erzählen – trotz all meiner persönlichen Herausforderungen, die ich mit mir hatte.

Evangelisation im Alltag und die Herausforderung der Normalität

Ja, und irgendwann habe ich angefangen, Menschen hier und da von Jesus zu erzählen. Das ist schon lange her. Ich bin Evangelist geworden, reise heute um die Welt und predige überall, wo es möglich ist. Aber ich bin nicht der typische Evangelist, weißt du.

Gerade erst habe ich in einer Arena vor einer Million Menschen gesprochen. Wenige Stunden später war ich im schlimmsten Slum von Lagos, wo 200 Menschen im Wasser leben. Dort haben wir das Evangelium verkündet. Ich gehe also auch an Orte, wo andere vielleicht nicht hingehen würden, weil Gott alle Menschen liebt – von den ganz Reichen bis zu den ganz Armen.

Ich habe Veranstaltungen und Events organisiert, aber im Alltag erzähle ich auch immer wieder Menschen von Jesus. Irgendwann hat Gott mich herausgefordert, jede Woche eine Person zu erreichen. Das ist keine große Sache, das könnte jeder Christ schaffen. Aber ich dachte: Bei Lidl an der Kasse, in meinem Alter, da stehe ich dann und rede vielleicht komisch über die Bibel oder neue Sprachen.

Doch eins habe ich gelernt: Wir müssen beim Evangelisieren nicht komisch sein. Wir können ganz normal, echt und natürlich sein. Ich habe also angefangen, bei Lidl an der Kasse den Kassierer anzusprechen. Dabei habe ich auch ein bisschen gelernt, wie man Leute anspricht. Wenn ich ihn einfach so angesprochen hätte und gesagt hätte: „Ich bin Werner Nachtigall, komme aus der Freikirche der Baptisten und will Ihnen etwas sagen“, dann wäre das Gespräch schnell zu Ende gewesen.

Stattdessen habe ich gesagt: „Sie sind wirklich ein freundlicher Typ. Ich würde Sie hier zum Mitarbeiter des Monats wählen.“ Was war seine Reaktion? Er lächelte. Und wie endete die Geschichte? Einige Zeit später habe ich mich fast eine Dreiviertelstunde intensiv mit ihm über den Glauben unterhalten.

So fing es damals vor vielen Jahren an: eine Person pro Woche. Ich habe mir fest vorgenommen, egal ob im Supermarkt oder an der Tankstelle – ich spreche jede Woche eine Person an.

Die Auswirkungen von Covid und die Herausforderung „One a Day“

Dann kam das Jahr 2020. Wir hatten vom Go Movement ein riesiges Projekt geplant. Ich sollte in großen Arenen sprechen. Das Ziel war, dass hundert Millionen Christen aktiv werden und einfach nur jemanden ansprechen.

Dann kam Covid, und plötzlich war alles vorbei. Es war eine schlimme Zeit. Doch am Ende hat der Herr ein unglaubliches Wunder gewirkt. Unser USA-Direktor forderte mich heraus und sagte: „Werner, one day in May – erreiche jeden Tag jemanden.“

Ich war froh, als der Juni kam. Jeden Tag, ohne Pause, auch sonntags. Ich bin normalerweise drei, vier, fünf Mal die Woche aktiv, aber jetzt war ich jeden Tag konsequent. So habe ich den Mai durchgezogen und dann im Dezember wieder.

Der Dezember ist für mich wie ein kleiner Jahrestag. Ich traf damals einen Mann unter einer Brücke in Berlin. Er hatte drei Flaschen Wodka getrunken, dazu noch etwas Koks und Bier – völlig am Ende. Seine Geschichte ist tragisch, und ich habe nicht die Zeit, sie hier zu erzählen.

Ich sagte zu ihm: „Mein lieber Freund, Jesus kann dein Leben verändern.“ Am Ende beteten wir zusammen. Ich sagte: „Jesus, ich glaube, du bist Gottes Sohn.“ Er betete nach: „Jesus, ich glaube, du bist Gottes Sohn.“

Ich ging weg und sah ihn ein halbes Jahr später wieder. Es ist die gleiche Person, die ich damals traf. Er sagte zu mir: „Werner, du hast gebetet, du bist gegangen, aber Jesus ist geblieben. Ich konnte nicht mehr trinken, es ging nicht mehr.“

Es ist eine lange Geschichte. Ich bin wieder zu ihm gegangen, und wir brachten ihn in eine christliche Drogenrehabilitation. Heute ist er komplett frei, clean und liebt Jesus. Ich habe ihn angerufen, und er erzählte mir gerade, welches Buch der Bibel er gerade liest. Ich erkannte seine Stimme kaum wieder. Er war ein harter Typ, ein richtig krasser Kerl. Jetzt ist er ein ganz lieber Mensch – wirklich unglaublich.

Das war „One A Day Before Christmas“. Diese Geschichte hat mich sehr inspiriert. Aber ich erlebe viele, viele solcher Geschichten, einfach weil ich so aktiv bin.

Persönliche Entwicklung und neue Wege der Evangelisation

So, dann habe ich gedacht, ich höre wieder auf. Doch gegen Ende des Jahres spürte ich richtig, wie der Herr mich herausfordert – jeden Tag. Ich wollte schon sagen: „Teufelsweiche von mir“, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass der Teufel mich zum Evangelisieren überreden will. Manchmal kann er zwar Dinge übertreiben, doch ich empfand, dass es von Gott kam.

Ich dachte: „Oh nee, jeden Tag?“ Und so begann ich am 1. Januar 2021. Ich sagte mir: „Ja, ich mache es jeden Tag.“ Dabei merkte ich, wie Gott mich in die Freiheit führt. Es wurde für mich ganz normal, Menschen von Jesus zu erzählen. Ich mache es einfach jetzt.

Ich habe viele Dinge erlebt. Wahrscheinlich würde ich heute Abend noch hier stehen und erzählen, wenn die Zeit reicht. Außerdem habe ich gelernt, wo ich evangelisieren kann. Ich habe Orte entdeckt, an die ich nie gedacht hätte, dass man dort evangelisieren kann.

Zum Beispiel ist hier um die Ecke von unserem Büro ein Friedhof. Manchmal bin ich in der Pause dorthin gegangen und habe mit einer älteren Dame über das ewige Leben gesprochen.

Dann hatte ich Covid und entdeckte etwas Neues: Lavoux! Kennst du Lavoux? Ist das nicht eine Datingplattform? Ja, genau, das ist eine Datingplattform. Es gibt ja unterschiedliche Datingplattformen. Ich bin verheiratet, habe eine ganz süße Frau und eine Familie – also kein Interesse an dem Ganzen. Ich wollte nur, dass die Leute ein Date mit Gott haben.

Lavoux ist eine Plattform, auf der Leute sprechen, teils ziemlich kuriose Menschen. Ich habe das einfach genutzt. Während meiner zweiwöchigen Quarantäne evangelisierte ich jeden Tag auf Lavoux.

Dann traf ich dort einen jungen Mann, der mir erzählte: „Ich komme aus Syrien, ich war Moslem. Ich bin nach Deutschland gekommen, habe den Krieg erlebt und landete in der Psychiatrie. Ich konnte es nicht mehr ertragen, ich war am Ende.“

In der Psychiatrie sagte ihm jemand, der ebenfalls Moslem war: „Glaub an Jesus, bete zu ihm, er macht dich frei.“ Dieser Mensch wusste gar nicht, wer ich bin – ich bin ja nur ein Typ, der mit anderen spricht.

Der junge Mann sagte zu mir: „Glaubst du an Wunder?“ Er berichtete, dass er eine Woche später frei war – komplett frei. Er wusste, dass er Christ werden muss.

Da sagte ich zu ihm: „Mein Freund, ich kann dir erklären, wie das geht.“ Und so führte ich ihn auf Lavoux zu Jesus.

Veränderung durch Evangelisation und persönliche Zeugnisse

Weißt du, Markus, als ich angefangen habe, das zu tun, kann ich heute, drei Jahre später, sagen, dass sich in meinem Leben vieles verändert hat. Ich lese mehr in der Bibel, bete häufiger und lebe, würde ich sagen, menschlicher. Ich bin jetzt fast über vierzig Jahre mit Jesus unterwegs, und mein Leben ist ziemlich gut.

Wenn man das länger macht, lebt man ein heiligeres Leben und bleibt dabei trotzdem ganz natürlich. Ich habe festgestellt, ob man es nun Empathie nennt oder anders, dass ich in diesen drei Jahren viele Menschen in Deutschland erlebt habe, die in großen Nöten sind. Ich bin ja auch viel international unterwegs. Diese Menschen warten darauf, dass Christen sich endlich bewegen und ihnen von Jesus erzählen.

Einmal stand ich in München auf der Straße und sprach eine Frau an. Sie war ziemlich auffällig, hatte ein Tattoo, das wirklich sehr ins Auge fiel. Ich sagte „Hallo“ und kam mit ihr ins Gespräch. Sie erzählte mir, dass sie fünf Jahre alt war, als ihr Großvater sie vergewaltigt hat. Er begann damit und hat sie dann konsequent und regelmäßig missbraucht. Mit fünfzehn Jahren lief sie weg, geriet in die Hände eines Zuhälters, wurde eine Sexsklavin und ist heute eine Domina. Da denkst du wirklich nach.

Ich erklärte ihr das ganze Evangelium recht ausführlich. Sie bekehrte sich. Sofort holte ich meine Frau dazu, denn sie ist bei uns Pastorin und kümmert sich um Menschen – das ist nicht ganz meine Gabe. Wir sprachen mehrfach mit der Frau, ich rief sie danach noch an und versuchte, sie in die Gemeinde zu bringen. Die Frau rief auch den Pastor an.

Für mich bedeutet Evangelisation nicht nur „Beten, tschüss, bye bye“. Das Allerwichtigste ist, dass wir uns überhaupt erst mal bewegen. Wenn Christen wissen, was die Botschaft ist – und wir haben die größte Botschaft der Welt –, dann können sie sie weitergeben. Ich sage es, wie es ist: Das Evangelium ist unvergleichbar.

Ich war in 142 Ländern, in der Nähe von Mekka, am Ganges in Varanasi in Indien, und habe mit Muslimen und Hindus gesprochen. Keiner von ihnen hat die Gewissheit vom ewigen Leben. Keiner weiß wirklich, dass Gott ihn liebt. In Indien denken manche, sie könnten als Spinne wiedergeboren werden.

Wir haben aber eine Botschaft, die genialer nicht sein könnte: Es gibt einen Gott, der uns liebt und seinen Sohn aus Liebe für uns gegeben hat. Er hat den Preis unserer Schuld bezahlt und will nicht, dass wir verloren gehen. Diese Botschaft müssen wir an Menschen weitergeben, die davon nichts wissen.

Kurz vor Weihnachten war ich in Berlin unterwegs. Zwei junge Mädchen sagten mir: „Wir wissen nicht, was wir an Weihnachten feiern.“ Ein anderer sagte: „Warte, ich habe es gleich – es ist die Geburt.“ Ich fragte: „Ja?“ Und er antwortete: „Ja, die Geburt von Adam und Eva.“ Das ist kein Scherz, so ist es wirklich. Weißt du, das lockt uns in unseren eigenen Reihen. Mir ging es genauso, du wusstest ja auch nicht genau, wofür Weihnachten steht, und ich auch nicht.

Wir müssen die Dringlichkeit erkennen und lernen, wie wir Leute ansprechen können, ohne dass es komisch wirkt. Jeder kann es auf seine eigene Art machen. Aber wir haben so viele Chancen im Alltag. Das wollen wir mit No Limit and Go Movement erreichen – eine Armee von Alltagshelden zu sein. Ich nenne sie Alltagshelden, die im Alltag zu Helden werden.

Praktische Tipps für den Einstieg ins Evangelisieren

Okay, du hast den Mann gehört. Hier habe ich mit Hilfe von zwei weiteren Evangelisten zusammengestellt, was mich nach jahrelanger Recherche wirklich überzeugt hat. So ist es auf biblischer Grundlage sinnvoll, im heutigen Deutschland, Österreich und der Schweiz über Jesus, über die Wiedergeburt und über Bekehrung zu sprechen. So mache ich es persönlich.

Bild dir gern deine eigene Meinung. Nur weil ich es sage, muss es nicht richtig sein. Nimm dir gern die Übersicht dazu mit, die ist komplett gratis. Klick dafür einfach auf den ersten Link hier unter dem Video.

Weißt du, für mich war es, diesen Typen unter der Brücke anzusprechen, eine Viertelstunde. Na klar, dann sind wir nochmal hingegangen, nochmal. Aber es war relativ wenig Aufwand für ihn, was lebensverändernd war. Er wäre vielleicht heute schon tot, heute liebt er Jesus.

Und ich meine, ja, unter der Brücke, das eine. Aber das kann auch der Nachbar sein, das kann der Mann an der Tankstelle sein. Wir müssen einfach Chancen nutzen, es zu tun.

Also, ich sage mal, wir würden gerne jeden Christen in Deutschland aktivieren, mit einem kleinen Schritt anzufangen. Bei mir war es nur eine Entscheidung: Ich fange an, eine Person in der Woche anzusprechen. Reicht doch, oder?

Und wenn das nicht geht, mach eine Liste und schreib drei Namen auf. Ob es der Nachbar ist, der Bäckereiverkäufer oder wer auch immer, jemand im Krankenhaus, wo man arbeitet. Und ich werde für diese drei Leute beten und sie erreichen.

Aber aktiv zu werden, ist der Schlüssel. Wenn Jesus sagt: Geht, dann war das kein Vorschlag, der lautet: Ja, wenn er mag, dann geht doch mal. Es ist ein ganz klarer Auftrag, es zu tun.

Aber dann zu sagen: Okay, Herr, ich bin gehorsam. Und Lukas 10,2: Die Ernte in Deutschland ist reif. Und es ist tatsächlich so, wir haben so viele geniale Geschichten in unserem Land erlebt, aber die Arbeiter sind wenige.

Warum? Ich weiß nicht, wie viele Christen wir haben. Sicherlich weit über eine Million. Wenn jeder etwas sagen würde, wir hätten ja Deutschland in ein bis zwei Jahren komplett erreicht, wenn jeder einmal in der Woche aktiv werden würde.

Ja, ja, total.

Erste Schritte und Gesprächseröffnung

Jetzt die Frage: Werner, da schlägt unser Herzblut komplett leicht. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass eine Menge Leute, die dir jetzt gerade zuhören, richtig Hummeln im Hintern haben. Sie sind richtig unruhig, sitzen vielleicht auf dem Sofa oder in der U-Bahn oder wo auch immer und überlegen sich jetzt: Wie mache ich es? Wie? Gib mir mal einfach einen Tipp!

Stell dir mal vor, ich nehme mir jetzt vor, jede Woche mit einer wildfremden Person über das Evangelium zu sprechen. Gib mir mal drei Tipps, wie ich so ein Gespräch anfangen kann, ohne dass ich vor Menschenfurcht sterbe oder mich in Grund und Boden schäme.

Was ich gemacht habe, um das als Lebensstil zu etablieren, sind jetzt erst mal vier Tipps, und dann kommen wir dazu, wie wir die Menschen ansprechen.

Also, Tipp Nummer eins: Ich lege mich im Gebiet fest und sage: „Hey, ich mache es!“ Das muss ja eingehämmert werden, eingearbeitet in unser Leben.

Nummer zwei: Entdecke doch mal dein Umfeld! Wenn man wirklich weiß, wen man in seinem Umfeld hat, wen man denn ansprechen kann, dann ist das schon mal eine gute Grundlage. Ich gehe dreimal die Woche zum gleichen Bäcker. Mensch, mit der Frau dort muss ich doch nicht gleich maschinengewehrmäßig das ganze Evangelium um die Ohren pusten beim ersten Mal. Wie geht’s Ihnen denn? Und man baut eine Freundschaft auf. Das mache ich ja auch zum Teil. Ich bin ja auch nicht nur der Maschinengewehr-Evangelist.

Wir hatten eine Schmuckverkäuferin hier bei uns auf dem Markt um die Ecke. Ich bin ein paarmal hingegangen, wenn ich im Büro war, immer wieder. Wenn sie mich gesehen hat, hat sie gesagt: „Marina heißt sie, Werner, weiß sie.“ Freundschaftseffektivierung ist nicht nur bei meinen letzten beiden nichtchristlichen Freunden so, aber ich kann ja Freundschaft zu Menschen aus meinem Umfeld entwickeln. Diese Schmuckverkäuferin war so eine. Oder ein Kommunist, mit dem habe ich mich jede Woche eine Stunde getroffen. Das war eine Freundschaft nach einer Zeit. Also entdecke das Umfeld!

Dann Nummer drei, total wichtig: Ich lege mich fest, ich mache es, ich werde es tun. Do it! Nike: Just do it! Und was mir wirklich hilft, ist am Ende: Celebrate it! Ich schreibe jeden Tag auf, was ich mache. Ich habe eine Liste hier, auch in meinem Handy. Da steht dann „One a day“. Hier ist alles drin, wie viele — ach nee, zeige ich besser nicht, wie viele ich angesprochen habe. Und ich freue mich. Ich weiß, ich freue mich: Heute habe ich schon mein erstes evangelistisches Gespräch in meiner Pause hier gehabt. Heute Abend gehe ich mit meiner Frau auf den Weihnachtsmarkt, garantiert spreche ich da jemanden an.

Also ich sage erst mal: Diese Entscheidung, ich mache einen kleinen Schritt. Wenn Christen hier jetzt zuhören und sagen: „Himmel, hilf, einen am Tag? Das ist ja ein Albtraum!“ Fang doch mit einem Monat an, aber Hauptsache, ich werde aktiv.

Dann: Wie spreche ich jemanden an? Ganz ehrlich, ich könnte jetzt wirklich sagen: „Hallo, ich bin der Weihnachtiger, ich komme aus einer Freikirche.“ Menschen interessieren sich nicht für unsere Kirche, null. Wenn sie an Kirche denken, denken sie an alte Gebäude, vielleicht an katholische Priester und so weiter. Damit machst du die Tür schon mal zu.

Ich gucke mir an, wie Jesus das gemacht hat. Johannes 4: Jesus ist müde, trotzdem lebt er. Die Frau kommt, und was sagt er? „Gib mir etwas zu trinken.“ Jetzt können Sie ja sagen: „Ach, der Herr war müde.“ Nix da! Das Wasser war der Kontaktpunkt zu der Frau. Und das gucke ich manchmal: Wie finde ich einen Kontaktpunkt zu einem Menschen?

Ich sage mal, das eine ist: Wenn ich sowieso zwei- bis dreimal die Woche zum gleichen Bäcker gehe, dann sage ich: „Mensch, hallo, wie geht’s?“ und so weiter. Und irgendwann würde ich da mal eine Frage stellen. Aber wenn es das erste Gespräch ist, fange ich mit irgendetwas an.

Ich sehe ein Kreuz als Schmuckstück und sage: „Mensch, klasse, das Kreuz! Hat das eine Bedeutung für dich?“ Also eine Frage stellen, nicht: „Ah, du hast ein Kreuz, aber du glaubst gar nicht.“ Sondern: „Hat das eine Bedeutung für dich?“ Für die meisten wahrscheinlich gar nicht.

Oder ich habe jemanden gesehen im Burger King mit einem riesigen Tattoo: „Friendship for Eternity“. Ich sage: „Mensch, klasse Tattoo! Was heißt das denn für dich?“ Fragen stellen! Er erzählt mir einen Haufen Unsinn, das war wirklich Wahnsinn. Am Ende habe ich ihm erzählt von einer Freundschaft für die Ewigkeit.

Weißt du, Jesus sagt: „Gib mir etwas zu trinken.“ Mit alltäglichen Sachen beginnen, eine Frage stellen. Also ich würde nicht sagen: „Glaubst du an Gott?“ Nein. Okay, gut, dass wir gesprochen haben. Sondern wenn ich eine Frage stelle, würde ich eher sagen: „Sag mal, hast du jemals gehört, dass Jesus dich liebt?“ „Hm, nee.“ Nach Gott zu fragen ist so eine geschlossene Frage: Ja, nein. Viele werden sagen „Ja“, aber kennen Jesus nicht.

Um wirklich zu wissen, stelle Fragen, zeige Interesse, schau, dass du das Herz öffnest. Dann sagt Jesus ein ganz krasses Ding: „Wenn du wüsstest, wer hier vor dir steht.“ Was bedeutet das? Er hat ja nicht gesagt: „Mensch Mädel, damit dir klar ist.“ Also hier Neugier.

Weißt du, wir haben manchmal so einen komischen Ansatz von Evangelisation. Ich habe manchmal Spaß beim Evangelisieren, nicht immer, aber manchmal. Und Neugier ist so ein Faktor. Neugier kann unglaublich sein.

Ich war in Macau, das ist so das Las Vegas von China, und sah so einen riesigen Banner: „Rolling Stones tomorrow live in Macau.“ Ich sage: „Die Stones gibt es noch? Wahnsinn!“ Ich sage, ich fahre hin, weil ich oft solche Musiker getroffen habe. Ich war hin und schnappe den Mick Jagger und erzähle ihm von Jesus.

Dann saß ich in dem Bus, und vor mir war ein deutsches Pärchen. Die Frau dreht sich um und sagt: „Du bist ja aus Deutschland, was machst du denn hier?“ Jetzt hätte ich sagen können: „Ich bin Pastor, ich bin auf dem Weg ins Hotel, um Sünder zur Umkehr zu rufen.“ Und das Gespräch wäre beendet gewesen.

Ich habe gesagt: „Ich fahre ins Hotel, weil ich die Stones treffen will.“ Ah, Neugier! Die sagt: „Du willst die Stones treffen? Die kann man nicht treffen.“ Ich treffe auch berühmte Menschen, aber ich habe keine Ahnung, ob ich die Stones treffe oder nicht. Das wusste ich ja gar nicht. Aber das war mein Ziel.

„Was machst du denn?“ Neugier höchstform! Ich sage zu ihr: „Wenn ich dir sage, was du machst, das wirst du nie glauben.“ Die hat mich aus dem Bus nicht rausgelassen. Am Ende sage ich: „Weißt du, ich bin Pastor.“ „Oh nee, I’m not the holy girl.“ Und dann kam ich wieder zurück.

Am Ende habe ich für die Frau gebetet. Den Mick Jagger habe ich nicht getroffen, aber mit der Frau hatte ich ein richtig tolles Gespräch.

Jesus sagt: Neugier! Um dann irgendwann zu sagen: „Und Leute suchen doch.“ Ich erzähle dann auch aus meinem eigenen Leben. Ich komme nicht mit dem Knüppel an, sondern ich sage – je nach Person – meine Geschichte. Meine Geschichte ist natürlich von früher mit Partys, und ich habe alle Rockstars getroffen. Das erzähle ich doch keiner Oma. Weiß die denn, wer Ozzy Osbourne ist? Das erzähle ich doch keinem Geschäftsmann. Aber ich habe Geschichten aus meinem Leben.

Ich saß in der Bahn vor einem Moslem, und der hat gesagt: „Oh, ich habe Rückenschmerzen.“ Ich setzte mich, ich saß ja so vor ihm. Ich sage: „Weißt du was? Ich hatte vor Jahren Rückenschmerzen. Ich konnte es nicht mehr ertragen. Der Notarzt kam in der Nacht, und dann geschah etwas. Seitdem habe ich keine Schmerzen mehr“, erzählte ich ihm.

Dann habe ich ihm erzählt: „Ja, ich war in der Gemeinde.“ Also ich habe nicht die Gemeinde erzählt, ich sage: „Weißt du, ich glaube tatsächlich, dass Jesus lebt, dass er Gott ist und jemand hat für mich gebetet, und ich wurde geheilt.“ Und es ist eins meiner vielen Zeugnisse. Ich habe seitdem keine Rückenschmerzen mehr.

Der war total bewegt und berührt. Ich gucke, wie ich mit Leuten connecte. Ich erzähle aus meinem Leben. Ich sage jungen Leuten nach einer Zeit: „Es war alles leer, mein ganzes Partyleben usw.“ Ich erzähle aus meinem Leben, um dann irgendwann die Brücke zum Evangelium zu schlagen, um ihnen zu erklären, was das Evangelium, die gute Nachricht, bedeutet.

Evangelium in drei Minuten erklären

Weißt du, in unserem Training stelle ich manchmal folgende Frage: Stell dir vor, du sitzt im Flugzeug und schaust aus dem Fenster. Die Triebwerke brennen, und das Flugzeug wird in maximal drei Minuten auf dem Boden aufschlagen.

Dann hole ich jemanden aus dem Publikum und sage: „Hier ist das Mikrofon. Das Flugzeug ist voll mit Nichtchristen. Du hast drei Minuten Zeit – was sagst du?“

Manche antworten: „Lies die Bibel, Gott schuf Adam und Eva“, und das war’s. Ende.

Kannst du das Evangelium in drei Minuten auf den Punkt bringen? Das ist ein wichtiger und tiefer Punkt von Werner Hilf. Wenn du möchtest, dass mehr Menschen diesen Beitrag sehen, kannst du die Glocke unten rechts unter diesem Video drücken. Der YouTube-Algorithmus erledigt dann den Rest. Vielen Dank an alle, die das tun – das ist eine schöne Wertschätzung für den Dienst von Werner.

Ich kann das Evangelium in drei Minuten ganz klar erklären. Ich nutze vier Punkte. Andere haben unterschiedliche Ansätze, aber für mich ist das Allerwichtigste:

Nummer eins: Gott schuf den Menschen nicht für Religion. Sonst würden wir ja lesen, im Garten Eden stünde ein Tempel oder eine Kirche oder Moschee oder ähnliches. Gott schuf den Menschen für eine Beziehung. Ich bin geschaffen, um in einer Beziehung mit Gott zu leben – das ist der Grund.

Du kannst mit Milliardären sprechen. Wenn sie ehrlich sind, sagen sie: „Meine Milliarden machen mich nicht glücklich.“ Und vor kurzem, vor etwa vier Tagen, war ich in einem der schlimmsten Slums Nigerias. Dort habe ich strahlende Augen gesehen, glückliche Menschen – weil sie Jesus kennen.

Es gibt eine Dimension von Glück, die wir nur finden, wenn wir Gott persönlich kennenlernen. Wir sind dafür geschaffen.

Doch unsere Welt sieht leider anders aus. Sonst gäbe es keinen Krieg in der Ukraine. Übermorgen bin ich unterwegs nach Israel. Auch dort gäbe es keinen Krieg, wenn alles richtig wäre.

Irgendetwas ist geschehen: Der Mensch hat sich von Gott abgewandt. Die Bibel sagt, dass Sünde in die Welt kam – Trennung von Gott.

Wenn Gott der Herrscher dieser Welt wäre, würde es anders aussehen. Putin würde sagen: „Wir wollen die Ukraine segnen.“ Krankheiten und Sünde gäbe es nicht, wenn ein liebender Gott diese Welt regieren würde.

Doch der Mensch ist getrennt von Gott. Religion versucht, sich Gott durch gute Taten zu nähern, doch das reicht nicht aus.

Der zweite Punkt ist die Sünde mit der Konsequenz, dass sie uns für ewig von Gott trennt.

Der dritte Punkt ist natürlich: Jesus starb, um diese Schuld zu vergeben.

Ich erzähle das manchmal mit praktischen Beispielen. Ich finde immer wieder Wege, es zu erklären.

Ich sage zum Beispiel: „Ich war dieses Jahr in der Ukraine, direkt an der Front. Wir hörten ständig die Bomben. Mein Sohn war mit mir, er ist gerade Vater geworden. Ich dachte, was passiert, wenn hier eine Schießerei ausbricht? Ich würde mich vor meinen Sohn stellen und mein Leben für ihn geben, damit er überlebt.“

In dem Moment, als wir an die Front fuhren, dachte ich: „Das ist es, was Jesus getan hat.“ Er starb und sagte: „Ich bin eher bereit zu sterben, als ohne euch die Ewigkeit zu verbringen.“

Das erkläre ich auf verschiedene Weise. Aber das Zentrum des Evangeliums ist, dass Gottes Sohn, der ein heiliges Leben führte, am Kreuz starb und dann rief: „Es ist vollbracht.“

Er hat unsere Schuld auf sich genommen und ist auferstanden.

Jetzt kommt der entscheidende Punkt: Die Information allein reicht nicht. Seine Liebe sagt: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium.“

Man muss von einem Leben umkehren, in dem man ohne ihn gelebt hat – ein selbstsüchtiges Leben. Das muss nicht jedem immer erklärt werden. Ich brauchte auch nicht alles zu wissen, um zu erkennen, dass ich umkehren muss. Manche wissen einfach: „Ich komme in die Hölle, wenn ich so weitermache.“

Den Kernpunkt muss man verstehen: Ich muss umkehren und mein Leben bewusst Jesus anvertrauen. Er wird mein Herr und zeigt mir den Weg. Das bete ich.

Und ich sage: Wenn jemand jetzt beten möchte und sein Leben Jesus geben will, dann betet doch mit mir mit.

Dieser Schritt ist nicht nur der Auftrag von Evangelisten. Das kann jeder Christ. Ich sage: Menschen zu Jesus führen – das ist auch unser Training. Jeder Christ kann lernen, Menschen zu Jesus zu führen.

Dann bete ich ganz einfach: „Jesus, ich glaube, du bist Gottes Sohn. Du liebst mich, bist für mich gestorben und auferstanden. Komm in mein Leben, vergib mir meine Schuld, sei mein Herr.“ Ganz einfach.

Ich habe mit Leuten im Supermarkt gebetet, an der Kasse, in der Straßenbahn, sogar auf der Toilette – das war in Südafrika.

Dieses einfache Wissen über das Evangelium ist so kostbar, dass es jeder in Deutschland braucht. Und ich kann lernen, Menschen ganz natürlich in meinem Umfeld anzusprechen.

Ich bin kein Evangelist – das muss ich auch nicht sein. Aber ich bin ein Zeuge für Christus. Dafür hat er mir den Heiligen Geist gegeben. Jetzt lerne ich einfach.

Und ich sage: Marcus, ich mache immer noch Fehler. Ich bin seit 40 Jahren dabei, habe versagt und Fehler gemacht. Aber ich werde immer besser.

Weißt du, ich will alles geben, damit Menschen zu Christus kommen. Und ich lerne dabei. Wenn ich einmal versage, mache ich es beim nächsten Mal besser.

Wenn ich ein paar Dinge beachte, frage ich am Anfang erst einmal, stelle ein paar Fragen und zeige echtes Interesse. Dann erkläre ich das Evangelium so, dass es Außenstehende verstehen.

Ich rede nicht vom Blut des Lammes, denn das klingt, als wäre ich ein Schlachter. Stattdessen spreche ich davon, was Jesus aus Liebe für uns getan hat.

Wenn ich dann noch lerne, Menschen zu Jesus zu führen, werde ich sie auch zu ihm führen. Und das kann jeder Christ in Deutschland lernen.

Nachhaltigkeit und Jüngerschaft

Werner, wir haben heute leider nur wenig Zeit. Ich bin dir jetzt schon sehr dankbar für deinen Input.

Ich muss eine Frage stellen, die so ein bisschen der Elefant im Raum ist. Jeder von uns, der irgendwie engagiert ist, hat ja auch sein Arsenal an Kritikern – das kennen wir alle. Eine Kritik, die oft bei solchen Ansätzen, bei dir und natürlich bei vielen anderen, kommt, lautet: „Ihr macht Helikopter-Evangelisation. Ihr kommt einmal kurz, wirbelt Staub auf, dann geht ihr wieder, und am Ende des Tages ist alles wie vorher.“

Also die Frage ist so ein bisschen: Wo ist die Nachhaltigkeit? Kannst du dazu etwas sagen?

Auf jeden Fall. Wir machen ja im Sommer immer so eine Tour durch Deutschland, Samadro heißt das Ding. Da kommen so viele zum Glauben – siebenhundert, achthundert Menschen. Manchmal verzweifle ich daran und frage mich, ob wir etwas falsch machen, ob wir es ihnen zu einfach machen. Dann sagen auch immer Leute: „Wo bleiben sie denn?“ Für mich ist es wirklich eine Not, dass Menschen ihren Weg finden.

Die Frage ist also berechtigt, denn das gibt es auch. Nur hinstellen, sagen: „Hey, Jesus sieht euch!“ und zack, sind wir wieder weg – das ist ja auch nicht das ganze Evangelium oder der ganze Auftrag. Denn hier sagt ja Matthäus 28, dass wir Jünger machen sollen, nicht nur zur Bekehrung aufrufen. Hier gibt es mehrere Dinge.

Also, erstens: Du weißt nicht, wie Gott wirkt. Ich verkündige erst mal das Evangelium. Der Typ, den ich gerade beschrieben habe, der saß unter der Brücke. Ich bin weggegangen, aber Jesus ist geblieben. Ich vertraue zuallererst darauf, dass ich das Evangelium verkünde und Gott wirkt. Leute sind berührt, und ich kenne Zeugnisse von Menschen, die sagen, dass sie damals für sie gebetet haben – und das hat sie nicht mehr losgelassen.

Ich weiß eins: Ich habe zuallererst den Auftrag, das Evangelium zu verkündigen (Markus 16). Und das bewirkt etwas. Wenn ich nur einen Samen sehe, hat das eine Kraft. Aber Jünger machen bedeutet auch, wofür wir aufrufen: Es ist nicht nur ein Riesenevent mit „Halleluja, heb doch mal deinen Arm“ und dann sind sie wieder alle weg.

Trotzdem glaube ich an die Kraft von großen Evangelisationen. Ich komme gerade... Ich habe gerade einen Willstühler gemacht. Aber unser Hauptding ist doch: Ich als einzelner Christ spreche die Frau dort in der Bäckerei an, erkläre ihr von Jesus und führe sie zu Jesus. Dann sage ich: „Mensch, wunderbar, Karin, du hast Jesus kennengelernt. Jetzt zeige ich dir, wie man mit ihm lebt. Hättest du Lust, am Dienstagnachmittag ein bisschen aus der Bibel erklärt zu bekommen?“ Am Anfang rede ich nie über Gemeinde oder Kirche, sondern erst später.

Für mich steht auf jedem unserer Traktate: „Jetzt bist du Christ.“ Nummer eins: Bete jeden Tag! Bei jeder Bekehrung erkläre ich den Menschen, dass sie jeden Tag beten sollen. Nummer zwei: Lies in der Bibel, das ist Gottes Wort. Fang mit dem Johannes-Evangelium an. Nummer drei: Ich rede nicht von der Institution Kirche, sondern von Gemeinde als Familie. Ich lade dich ein in meine Gemeinde, sei dabei.

Das ist auch unser Training. Wir zeigen Christen nicht nur, schnell das Evangelium zu erklären und dann wieder wegzurennen, sondern dass sie sich um Menschen kümmern. Wir als Gemeinde leben das sehr praktisch.

Neulich haben wir vor einem der wildesten Clubs hier in Berlin evangelisiert. Ein sehr bekannter Bergheimer hat sich bekehrt. Der junge Typ kam am Morgen schon in unsere Gemeinde. Wir sind neulich wieder hingegangen, weil er eine Zeit lang nicht da war. Aber das weiß sie: Wir gehen Leuten nach.

Nur zu kritisieren bringt nichts, wenn man nichts tut. Aber es zu tun und wirklich den ersten Schritt zu gehen, das Evangelium zu verkündigen und sich dann um Menschen zu kümmern – das ist unser Auftrag.

Wir als Gemeinde: Da hat sich eine Frau bei uns bekehrt, die hat fünf Kinder von vier Männern. Mann, wir haben ihre Wohnung renoviert, ihr nicht nur ein Neues Testament gegeben, sondern praktisch über Monate geholfen. Ja, dann ist sie auch wieder abgebogen, irgendwie anders. Aber wir als Gemeinde haben doch den Auftrag, uns um Menschen zu kümmern.

Für mich ist Information nie isoliert. Und das, was wir machen, das Go Movement weltweit, ist ja nicht nur: „Hey, wir aktivieren im Monat Mai Millionen Christen, dass sie in ihrem Umfeld das Evangelium verkündigen.“ Wir sehen, wie Gemeinden wachsen. Ich war in der Dominikanischen Republik, das ist einer unserer heißesten Orte. Dort ist das Christentum seit 2014 durch unsere Initiative um 150 Prozent gewachsen. Wir haben Statistiken von säkularen Quellen, wie Gemeinden wachsen.

Wenn wir Christen trainieren, so dass sie das Evangelium verkündigen und sich dann um Menschen kümmern, die ihr Leben Jesus gegeben haben, gehört das doch zusammen. Dann wachsen Gemeinden, und das ist unser Auftrag.

Weißt du, für mich: Als ich diese junge Frau traf, die von ihrem Großvater vergewaltigt wurde, war das für mich herzerbrechend. Wenn ich an sie denke, kommen mir fast noch die Tränen. Ich habe sie x-mal angerufen, ich weiß nicht, was heute mit ihr ist – das ist schon Jahre her, zwei Jahre. Aber ich hoffe, dass sie mit Jesus unterwegs ist. Ich war wirklich bemüht, sie in die Gemeinde zu bringen und mit ihr dranzubleiben. Das war unser Auftrag.

Trotzdem, weißt du, das ist eine meiner Lieblingsgeschichten. Das ist schon lange her. Wir haben in Hannover in der Innenstadt das Evangelium verkündigt. Dann hörte ich nur eine Geschäftsfrau mit ihrer Tochter. Irgendwie kam sie zu Jesus. Ich dachte: „Ach schade, die haben wir nicht mehr getroffen.“

Ein paar Monate später ruft sie mich an und sagt: „Du bist doch der Werner Nachtiger.“ Ich sage: „Ja, das bin ich. Wer bist du?“ Sie sagt: „Ich bin die Geschäftsfrau, ich stand da in Hannover und habe mich bekehrt.“

Sie ist Besitzerin eines der exklusivsten, schönsten Hotels in Deutschland, ein Fünf-Sterne-Hotel. Bei dieser Veranstaltung hat sie ihr Leben Jesus gegeben. Sie wusste gar nichts, sie hat einfach nur zugehört, ist wieder weggegangen, hat dann ein bisschen geguckt und hat uns dann eingeladen – meine Frau und mich.

Es war ein esoterisches Hotel, heute ist es ein christliches Hotel. Wöchentlich kommen dort Menschen zum Glauben. Nicht nur die Frau hat sich bekehrt, die ganze Familie hat sich bekehrt. Das ganze Hotel wurde komplett reformiert, hin zu einem christlichen Hotel, wo sie Managern dienen, die ein Burnout haben. Ich habe dort Ehekurse mit meiner Frau zusammen gemacht.

Weißt du, aus einer ganz kleinen Begegnung auf einem Platz irgendwo in Hannover wurde eine ganze Familie und dann ein ganzes Hotel komplett auf den Kopf gestellt.

Wenn ich ehrlich bin: Ich zähle nicht Zahlen, wenn sich Menschen bekehren, sondern ich zähle Menschen. Ich freue mich über Menschen, und ich freue mich, wenn sie ihren Weg mit Jesus finden und wirklich an Gott dranbleiben.

Und was immer an uns liegt, wollen wir Menschen helfen, dass sie den Weg finden.

Kurze Gegenfrage von den ganzen Kritikern: Wie viele Menschen führt ihr zu Jesus, die dann dranbleiben? Denkt mal darüber nach.

Für mich sind Evaluation und Jüngerschaft ein Paket. Das gehört zusammen und darf nicht getrennt werden.

Alles klar.

Abschließende Ermutigung und Motivation

Werner, ich möchte jetzt gerne von dir hören: Gibt es etwas, worauf du den Leuten einen praktischen Tipp mitgeben möchtest? Wenn sie nur eine oder zwei Sachen aus diesem Gespräch mitnehmen, welche wären das?

Vielleicht das Allerwichtigste: Das Evangelium ist wirklich die größte Botschaft, die es gibt. Es gibt nichts Vergleichbares. Wir leben in einer toleranten Gesellschaft, in der irgendwie alles gleichwertig erscheint und nichts als der einzige Weg gilt. Doch Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben, und nur er rettet.

Wir haben das Größte, und das muss uns bewusst werden.

Neulich kam mein Sohn mit einer Frage auf mich zu: „Papa, wie viele Ärzte kümmern sich um Patienten?“ Zehn, zwanzig? Nein, hundert Prozent! Denn es ist ihr Auftrag.

Als Christen haben wir alle den Auftrag, Zeugen zu sein.

Ich möchte jeden, der das sieht, extrem ermutigen – nicht als Druck, sondern als Einladung zur Evangelisation. Ich habe mein Buch geschrieben, und da war wirklich F-U-N dabei. Es kann so viel Spaß machen.

Ich erlebe jeden Tag, wenn ich Menschen von Jesus erzähle, dass ich gesegnet bin und es mir gut geht. Es ist nicht nur so, dass die anderen etwas vom Evangelium hören, sondern auch ich habe ein tolles Gespräch geführt. Vielleicht hat sich sogar jemand für Jesus entschieden.

Weißt du, es macht glücklich. Man glaubt es kaum. Es ist eine Freude, freundlich von Jesus zu erzählen.

Es gibt eine Zigarettenfirma, die mit dem Slogan wirbt: „Wenn man das raucht, wird man frei.“ Wer länger raucht, weiß, dass das nicht stimmt. Aber wer evangelisiert, wird tatsächlich glücklich.

Diese Werbekampagne entspricht also nicht ganz der Wahrheit – aber wer das Evangelium verkündet und ein paar Dinge beherzigt, wird merken, wie er selbst total davon begeistert ist.

Ich feiere ganz oft, was Gott in meinem Alltag tut – nicht nur bei großen Veranstaltungen.

Das kann jeder Christ erleben. Die Krankenschwester im Krankenhaus, die nicht nur ihren Job macht, sondern auch Menschen von Jesus erzählt und nach Hause kommt und sagt: „Wahnsinn, heute konnte ich jemandem von Jesus erzählen. Naomi hat sich heute bekehrt.“

Der Geschäftsmann, der Student – das kann jeder.

Markus, ich glaube, jeder Christ in Deutschland ist berufen, das Evangelium zu verkündigen. Und jeder kann es lernen.