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Lukas 16,16-31

Lukas 16,16-16,3102.06.2020
SerieTeil 35 / 53Lukas-Evangelium
Zwischen Gottes Liebe und seiner Heiligkeit gibt es kein Entweder-oder. Wer heute sein Leben nur bequem lebt und Gottes Warnung wegschiebt, könnte sich am Ende bitter irren.

Ein schweres Thema mit offenem Herzen

Fällt mir heute ein bisschen schwer mit der Predigt, weil ich ein Thema habe, das eher unangenehm ist. Ich versuche immer, wenn es ums Christsein geht, ein möglichst weites Herz zu haben, ja, wirklich weit. Jeder, bei dem ich mir denke, der legt noch halbwegs gerade aus, das stimmt irgendwie noch so, da will ich irgendwie sagen: Ja, komm an mein Herz, ich hab dich lieb.
Und manchmal gibt es so Momente, in denen es mir schwerfällt, dieses „Komm, ich drücke dich mal“. Manchmal bin ich über die Christen, und gerade natürlich über die Szene, aus der ich selber stamme, also die evangelikale Szene, zu der ihr ja auch gehört als Gemeinde, EFG, da bin ich dann manchmal einfach traurig, was da so passiert, und denke mir: Man, man, man, das ist irgendwie nicht in Ordnung.
Im Moment ist so ein Punkt erreicht. Der Punkt hat damit zu tun, dass mich traurig macht, was bei einem Jugendkongress gerade in Düsseldorf läuft. Dort hat man einen Prediger eingeladen, Rob Bell. Eigentlich ein sehr begabter Mann, der gute Bücher geschrieben hat. Nur das letzte Buch, das er geschrieben hat, taugt nichts. Es taugt nicht nur nichts, sondern es geht in die völlig falsche Richtung.
Das Buch heißt Love Wins. Es ist mit einer Affengeschwindigkeit ins Deutsche übersetzt worden. Ich glaube, ich habe das noch nie erlebt, dass so schnell ein amerikanisches christliches Buch auf Deutsch rauskam. Der Untertitel oder Titel lautet: Das letzte Wort hat die Liebe. Und es geht in dem Buch theologisch um etwas, wo ich nicht mehr mitlachen kann.
Es geht darum, dass letztlich die Sache mit dem Kreuz völlig egal ist. Letztlich kommen alle Menschen in den Himmel. Theologisch nennt man das Allversöhnung oder Universalismus. Und ihr könnt euch vorstellen: Ich bin ja wirklich ein weites Herz. Aber irgendwo ist so ein Punkt erreicht. Und da ist so ein Punkt erreicht, wo ich ehrlich nicht mehr mitkann.
Ich kann verstehen, dass Menschen sagen: Ich würde mir das wünschen, dass am Ende doch irgendwie jeder reinkommt. Ich verstehe diesen Ansatz, ich verstehe die Theologie dahinter, weil ich genügend nette Leute kenne, von denen ich mir das auch wünschen würde.
Also, ich kann gut damit leben, dass ein Mahatma Gandhi irgendwann für sich entschieden hat, dass er nicht an Jesus glauben möchte. In seiner Autobiografie schreibt er: Ich kann nicht daran glauben, dass Jesus der einzige fleischgewordene Sohn Gottes sei und dass nur, wer an ihn glaubt, das ewige Leben haben soll. Da schreibt Gandhi. Damit kann ich leben, weil ich mir denke: Er muss eine Entscheidung für sein Leben treffen.
Ich habe große Probleme damit, wenn ich an meine Schwiegereltern denke. Menschen, die sich für andere aufgeopfert haben, die, als ich Teil ihrer Familie wurde, mich aufgenommen haben, sich um mich mitgekümmert haben, die sich wirklich ein Leben lang abgerackert haben für ihre Kinder, für ihre Nachbarn, die aber nie einen wirklichen, echten, rettenden Glauben an Jesus angenommen haben.
Und ich würde mir mehr wünschen als irgendetwas anderes, dass diese Menschen, die gerade dabei sind, ohne Gott zu sterben, und die sich nicht von dem Vorbild und von dem Reden ihrer Kinder beeinflussen lassen, ich würde viel dafür geben, wenn ich sagen könnte: Naja, macht nichts, die kriegen noch eine zweite Chance, und von mir aus noch eine dritte, und wenn es sein muss noch eine vierte, und irgendwann sind sie auch dabei.
Ich würde das wirklich gerne glauben können.

Zwischen Wunsch und Wahrheit

Und ich gebe offen zu: Es gibt in meinem Glauben offene Fragen. Ich habe keine Ahnung, und das will ich auch von hier vorne ehrlich bekennen, wie das sein soll, dass eine Mutter im Himmel froh ist, wenn sie weiß, dass auch nur eins ihrer Kinder in der Hölle ist. Ich weiß nicht, wie das zusammengehen soll.
Ich habe die richtigen Antworten parat, klar. Wenn du mich jetzt fragst, kann ich dir theologisch schon sagen, dass auf der einen Seite Gott gerecht ist. Ja, da wird nichts Ungerechtes passieren. Niemand flutscht einfach so aus Versehen in die Hölle und kann danach halt nie eine richtige Chance haben. Ich weiß auch, dass Gott Menschen nicht für das verurteilt, was sie nicht wissen konnten. Das steht in Johannes 9,41.
Das heißt, wir werden für das gerichtet, was wir wussten: Gebote, die wir kannten, weil wir die Bibel gelesen haben, oder Gebote, die auf unsere Herzen geschrieben sind, die wir einfach mitgekriegt haben, wo wir wissen konnten, das ist falsch. Vielleicht ist euch das aufgefallen, dass in den meisten Religionen bestimmte ethische Normen gelten: dass man nicht klauen soll, dass man dem anderen nicht die Rübe einschlagen soll, dass es irgendwie falsch ist, seine Kinder auszusetzen. Das zieht sich durch. Das ist so ein universales Wissen.
Wir haben etwas in uns, worauf Gott zurückgreifen kann. Er kann sagen: Hier, an der Stelle, da kann ich dich festmachen. Da triffst du bewusst ethische Entscheidungen gegen mich. Ich weiß das alles. Ich weiß, dass es zur Würde des Menschen dazugehört. Wir wären überhaupt keine Menschen, wenn wir nicht echte Entscheidungen treffen könnten. Es wäre auch keine Liebe, wenn Gott uns zwingen würde: Du musst mich aber lieben.
Dieses Nein zum Liebesangebot Gottes ist ein Riesending. Es macht uns zum Menschen. Es macht überhaupt echte Liebe Gottes erst möglich. Und trotzdem, trotzdem geht es mir so: Manchmal würde ich mir wünschen, dass Gott bei den Menschen, die nicht glauben, dieses Nein zu seiner Liebe einfach überhört. Einfach mal so für einen Monat werden alle zu Robotern und müssen alles das machen, was Gott von ihnen will, wie so eine Marionette, und alle bekehren sich in dem Monat.
Aber so ist es nicht. So ist es einfach nicht. Und deswegen bin ich über die Diskussion, die jetzt von diesem Buch ausgehen wird, das Rob Bell geschrieben hat und die über den Jugendkongress in die Gemeinden hineinschwappen wird, extrem traurig. Es belastet mich.
Vielleicht belastet euch so etwas nicht so sehr. Das ist dann so die unterschiedliche Art, wie wir mit solchen Sachen umgehen. Aber mich belastet es, weil einmal mehr das Wort Gottes ignoriert wird und man zwei Dinge gegeneinander ausspielt, die die Bibel schön zusammenhält.

Gottes Wesen in seiner ganzen Spannung

Hier wird wieder einmal die Liebe Gottes gegen seine Heiligkeit ausgespielt. Und wer letztes Jahr bei der Reihe „Wie ist Gott?“ dabei war, der erinnert sich vielleicht daran, dass zu dem Wort „Gott ist Liebe“ aus 1. Johannes 4 gerne gemacht wird, als würde das bedeuten: Gott ist nur Liebe. Dabei vergisst man völlig, dass an anderer Stelle im Neuen Testament steht: Gott ist Geist. Und an einer dritten Stelle heißt es: Gott ist ein verzehrendes Feuer.
Ich glaube, wir brauchen diese Dreiheit der Aussagen, damit wir Gott in seiner Gänze begreifen. Auf der einen Seite: Gott ist Geist. Gott ist der ganz Andere. Er spielt von seinem Wesen her in einer anderen Liga. Das Zweite: Gott ist tatsächlich Liebe. Gott investiert sich hundert Prozent in diese Welt. So hat Gott die Welt geliebt. Und dann hängt er an einem Kreuz und schafft einen Weg, den jeder gehen kann, durch den Glauben.
Aber dann gibt es diese andere Seite, die das irgendwie ausbalanciert: Gott ist ein verzehrendes Feuer. Gott ist heilig. Gott wird richten. Und das Spannende bei Jesus ist, dass er diese Zweiheit, diese Heiligkeit und Liebe, nie einseitig auflöst.
Wir haben das schon gesehen. Wir stecken ja mitten im Lukasevangelium, und ich will da auch weitermachen, nicht, dass jetzt jemand denkt, ich mache hier so eine Mogelpackung. Lukas 15, wenn ihr euch noch erinnert, da startet der Dialog Jesu mit den Pharisäern. Und die Pharisäer sind auf ihn sauer, weil er wirklich Liebe lebt, weil er soziale Kontakte zu den Sündern hat. Man wirft ihm das vor: Wie kannst du mit diesem Pack, wie kannst du mit denen essen und trinken, wie kannst du mit denen Zeit verbringen, wie kannst du zu denen nach Hause gehen? Das geht doch gar nicht!
Doch, das geht für Jesus, weil er Sünder gewinnen will. Und gleichzeitig wird er bei dem Standard Gottes für Heiligkeit kein Stück zurückschrauben. Er lässt die beiden Seiten Gottes einfach stehen.

Das Reich Gottes und die Unveränderlichkeit des Maßstabs

Wir machen mal da weiter, wo wir letztes Mal aufgehört haben, Lukas 16,16.
Da sagt der Herr Jesus: Lukas 16,16. Das Gesetz und die Propheten – damit ist das Alte Testament gemeint, also die Summe der alttestamentlichen Schriften. Das Gesetz und die Propheten gehen bis auf Johannes. Johannes den Täufer, der letzte große Prophet, der noch zum alten Bund gehört, der größte der Propheten. Von da an wird das Evangelium des Reiches Gottes verkündigt.
Also: Nach Johannes beginnt tatsächlich etwas Neues. Johannes ist der Schlussstein des Alten Testaments, und Jesus selbst kommt und sagt: Ich bringe ein Evangelium, eine frohe Botschaft vom Reich Gottes. Und Reich hat in der Bibel mit Herrschaft zu tun. Reich Gottes – das ist die Art und Weise, wie man Gemeinschaft mit Gott bekommen kann. Wenn jemand zum Reich Gottes gehört, dann ist Jesus sein König.
Und diese frohe Botschaft, dass das jetzt möglich wird, und zwar durch eine ganz persönliche Bindung, durch Glauben an diesen Jesus, das startet so richtig hier mit Jesus selbst und mit dem, was er predigt und verkündigt. Das Alte Testament hat Bilder, hat Prophezeiungen. Die sind nicht immer ganz klar. Und dann, in dem Moment, wo Jesus auftritt, da fällt es uns doch so wie Schuppen von den Augen. Plötzlich: Ah, so ist das gemeint. Ah, ich verstehe. Oh ja, klar. Und wir begreifen, was Gott die ganze Zeit vorhatte.
Aber es geht weiter: Das Evangelium des Reiches wird verkündigt, und jeder dringt mit Gewalt hinein. Wir sind in einem Gespräch mit den Pharisäern, und Jesus wird sagen: Dieses einfache Prinzip, dass jeder durch Glauben gerettet werden kann, dass das eigene Anstrengen dich nicht in den Himmel bringt – es wird ständig Leute geben, die mit Gewalt versuchen, dieses Prinzip der Gerechtigkeit aus Glauben zu hintertreiben.
Es werden Leute sein, die sich immer sagen: Das geht doch nicht, du musst doch etwas leisten. Ohne Leistung geht das nicht. Und die dann mit dem ganzen Gewicht ihrer Persönlichkeit und ihres sozialen Einflusses sich dagegenstellen und sagen: Nein, das, was hier gepredigt wird von diesem Jesus, das möchte ich nicht. Und weil diese Leute auf Selbstgerechtigkeit aus sind, weil es ihnen darum geht, sich selbst den Himmel zu erarbeiten, deswegen müssen sie förmlich die Gebote Gottes verändern. Denn lässt man die Gebote Gottes so stehen, wie sie da sind, dann kann sie ja eh keiner halten.
Und Jesus sagt: Das möchte ich nicht. Ich will auf der einen Seite vollkommene Liebe. Und dann, Vers 17: Es ist leichter, dass der Himmel und die Erde vergehen, als dass ein Strichlein des Gesetzes wegfalle. Und das ist das andere. Jesus sagt: Das, was das Gesetz ausmacht – und er spricht hier nicht von dem, was man die kulturelle Seite des Gesetzes angeht, sondern von dem inneren, ewigen, moralisch-ethischen Kern der Gebote Gottes – davon wirst du nichts wegnehmen. Ich nehme nicht einen Strich davon weg.
Wer die Bergpredigt gelesen hat – es wurde ja gefragt, wo sie steht, ihr wisst es jetzt: Matthäus 5 –, dann wird die Seligpreisung, und dann kommt danach die Bergpredigt. Jesus sagt nicht: Ja, ja, ich komme, und jetzt wird alles leicht, und ich nehme alles weg. Jesus sagt: Wenn eure Gerechtigkeit nicht vorzüglicher ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, wenn ihr nicht bereit seid, wirklich das zu leben, was Gott sagt, dann habt ihr eh keine Chance.
Aber was Jesus jetzt nicht macht, ist: Er bringt neue Gebote, verschärft die Gebote und versucht, noch mehr Last auf die Menschen draufzulegen, sondern er tut das in Verbindung mit einer wunderbaren frohen Botschaft, mit der Botschaft davon, dass ewiges Leben möglich ist durch Glauben.

Heiligkeit im Alltag und die Warnung vor Selbsttäuschung

Wir haben das das letzte Mal gesehen im Umgang mit Geld, dass Jesus sehr ernst ist und uns als Verwalter beschreibt. Und das, was für Geld gilt, das gilt auch für die Heiligkeit der Ehe.
Vers 18: Jeder, der seine Frau entlässt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch. Wer sich ein wenig mit den Pharisäern beschäftigt, merkt, dass das ein Thema ist, das sie sehr interessiert. Was muss meine Frau tun, damit ich sie loswerde?, fragen sie in Matthäus 19. Es sind schon verquere Charaktere: Auf der einen Seite sind sie darauf aus, sich selbst den Himmel zu erarbeiten, und auf der anderen Seite nehmen sie auf dem Weg dahin so viele Frauen mit, wie irgendwie möglich. Schon spannend!
Und Jesus hält da eisenhart dagegen und sagt: Nein, die Heiligkeit der Ehe wird von mir in jeder Form unterstrichen. Jeder, der seine Frau entlässt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch, und jeder, der die von einem Mann Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.
Ich will nicht auf dieses Thema eingehen. Das ist eine sehr knappe Formulierung. Hier steht nicht alles, was man zum Thema Scheidung und Wiederheirat sagen kann. Es geht mir nur darum, dass die Heiligkeit der Ehe hochgehalten wird und dass Jesus an keiner Stelle sagt: Ja, das ist alles nicht mehr so wichtig, ich bin ja jetzt da. Sondern: Liebe und Heiligkeit.
In einer Religion, in der Heiligkeit keine Rolle mehr spielt, ist die Heiligkeit nicht würdig. So eine Religion ist Humbug bei Gott. Oder anders ausgedrückt: Wer eine laxe Sicht von Moral hat, der schwebt tatsächlich in Lebensgefahr. Und wie sehr das der Fall ist, zeigt uns die nächste Geschichte.

Der Reiche und der Arme als Spiegel des Herzens

Lass uns Lukas 16,19-26 lesen, eine der ganz dramatischen Geschichten in der Bibel. Dramatisch deshalb, weil sie uns an den Punkt führt, den wir die ganze Zeit betrachten. Aber bislang haben wir diesen Punkt noch nie so nah an uns herangelassen.
Die Reihe, die wir im Moment im Lukasevangelium haben, lautet ja: Was kommt zukünftig? Und wir hatten immer so ein bisschen das Bild, dass Leute bildhaft irgendwie daneben getappt sind, während andere es geschafft haben. Jetzt gehen wir ganz ins Zentrum. Wir schauen uns jetzt eine Person an, die in ihrem Leben alles falsch macht, und daneben eine Person, die alles richtig macht. Und es geht nur um den Vergleich der beiden zueinander.
 Lukas 16,19-26:
Es war aber ein reicher Mann, und er kleidete sich in Purpur und feine Leinwand und lebte alle Tage fröhlich und in Prunk.
Okay, könnt ihr euch vorstellen, ja? Villa, Schwimmbecken, Park, Armani. Dass man ihn vor Augen hat, gut.
Jetzt zoomen wir an seiner Einfahrt ran.
Ein Armer aber mit Namen Lazarus lag an dessen Tor voller Geschwüre und begehrte, sich mit den Abfällen vom Tisch des Reichen zu sättigen. Aber auch die Hunde kamen und leckten seine Geschwüre.
Es geschah aber, dass der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde.
Ihr könnt euch vorstellen: Abrahams Schoß, das ist so der Inbegriff des Ortes, wo jeder hin will. Bei jemandem im Schoß liegen, das ist getröstet werden, angekommen sein, und zwar auf der richtigen Seite, bei Gott. So, das ist der Arme, der Lazarus.
Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben. Und als er im Hades seine Augen aufschlug – und hier ist Hades das Totenreich beziehungsweise so eine Art Vorhölle –, ist es der Ort, und mir ist völlig egal, ob du denkst, der ist schon in der Hölle oder es ist nur die Vorhölle. Aber es ist der Ort, wo keiner hin will, das verspreche ich dir, okay? Und das können wir einfach mal festhalten.
Und als er im Hades seine Augen aufschlug und in Qualen war, also nichts von wegen: Ich weiß nach dem Tod nicht, was dann kommt. Du weißt es sehr genau. Das Gericht fängt eigentlich in dem Moment an, wo du tot bist. Es ist nicht dieses: Na, dann schauen wir mal, ob wir beim jüngsten Gericht durchkommen. Du entscheidest hier. Das hatten wir alles schon.
Als er im Hades seine Augen aufschlug und in Qualen war, sieht er Abraham von fern und Lazarus in seinem Schoß. Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, dass er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide Pein in dieser Flamme.
Flamme, ihr könnt das wörtlich verstehen. Ihr könnt es auch als Gericht verstehen. Es ist ein Bild, das die Bibel immer wieder für Gericht verwendet. Merkt euch einfach: Es ist extrem unangenehm, okay?
Es ist dieser Effekt, wenn man Kerzen auf dem Tisch anmacht, kennt ihr das? Und du hast eine übersehen, und während du gerade das Streichholz drüber machst, kommt von unten dieses ... Also, ich weiß nicht, ich verbrenne mir da jedes Mal irgendwie den Unterarm. Es ist immer unangenehm. Ich mag schon gar nicht mehr mit Kerzen hantieren. Das ist sich mit den Kerzen verbrennen eine Ewigkeit lang, quasi ganz Körperkerze.
Ich leide Pein in dieser Flamme.

Gericht, Erinnerung und die Kluft der Ewigkeit

Und dann sagt Abraham aber: Kind, gedenke, dass du dein Gutes völlig empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus ebenso das Böse. Jetzt aber wird er hier getröstet, du aber leidest Pein.
Und zu diesem allen ist zwischen uns und euch, merkt ihr das, zwischen uns und euch zwei Seiten in der Ewigkeit, eine große Kluft festgelegt, damit die, welche von hier zu euch hinübergehen wollen, es nicht können, noch die, welche von dort zu uns herüberkommen wollen.
So, bis dahin.
Ihr merkt, warum das so eine gruselige Geschichte ist: Da lebt einer einfach drauf los. Wir hatten das in Lukas 13 schon mal. Da sind Leute, die leben, sterben und dann: Hä, wir sind nicht dabei? Das ist ja komisch. Er hat sich das ein klein bisschen anders vorgestellt.
Warum kommt der reiche Mann nicht in den Himmel? Die zu simple Antwort ist: Na ja, irgendwie ist er mit seinem Geld falsch umgegangen. Ich in Prunk, der arme Arme hat nichts. Die Antwort ist auf der einen Seite richtig und auf der anderen Seite falsch.
Ich will mal versuchen zu sagen, warum sie falsch ist. Sie ist falsch, weil du dir durch dein Geld, durch Großzügigkeit, durch Spenden, durch diakonisches Engagement den Himmel nicht kaufen kannst. Das ist die eine Seite.
Auf der anderen Seite: Wenn du wirklich Glauben hast, dann wird man das in deinem Umgang mit anderen Menschen sehen. Wenn sich jemand hinstellt und sagt: Ich habe Glauben, aber er hat keine guten Werke, dann ist sein Glaube nicht echt. Das ist wiederum das, was uns Jakobus beibringt.
Wir merken, dass Glaube und Werke ganz dicht zusammengehören, weil Glaube etwas ist, was nicht nur im Kopf stattfindet, sondern was sich durch mein ganzes Leben ganz praktisch hindurchzieht oder eben nicht da ist.
Der reiche Mann hier, wie so spricht zu Pharisäern, ist kein Atheist. Er ist das, was man einen durchschnittlichen Kirchgänger nennen würde. Jemand, der einfach gut gelebt hat, dem es halt ein bisschen besser ging, der sich daran gefreut hat, dass er auf die Sonnenseite des Lebens gefallen ist, der aber es nicht für nötig hält, das zweitwichtigste Gebot der Bibel ernst zu nehmen.
Was meine ich mit dem zweitwichtigsten Gebot der Bibel? Die Nächstenliebe, ja.
Könnt ihr euch das vorstellen? Da liegt dieser Lazarus, zum Drüberstolpern, an seinem Tor. So wie er sich anriecht, der Lazarus mit den Geschwüren, musst du sowieso einen Bogen um ihn herum machen, damit du nicht zu viel von ihm in die Nase kriegst. Der liegt da, Tag für Tag. Und der reiche Mann lässt ihn da liegen.
Er hat weniger Mitgefühl, weniger Interesse an diesem armen Lazarus als seine eigenen Hunde. Die kommen wenigstens und lecken ihn noch. Die zeigen irgendein bisschen Mitgefühl mit diesem Mann, der da so einfach da liegt. Der reiche Mann: nichts, absolut nichts.
Wie kann man so leben? Wie kann man so leben? Was für einen Glauben hat dieser reiche Mann?
Ich habe versucht, das für mich so zu fassen. Es muss ein Glaube gewesen sein, der davon ausging, dass, wenn man nicht völlig böse ist, wenn man nicht völlig alles falsch macht, so: Ich bin doch kein Mörder und kein Kinderschänder, dass es irgendwie reicht, so gerade noch in den Himmel zu kommen.
Ich glaube, dass dieser reiche Mann, wenn man ihm gesagt hätte, dass er und seine kulturell interessierten und irgendwie auch freundlichen und im Umgang sicherlich angenehmen Freunde es nicht schaffen werden, bei Gott zu sein, dass er das einfach nicht geglaubt hätte. Dass er wahrscheinlich gesagt hätte: Ach, weißt du, mit deiner Hölle, das ist was für Fundamentalisten. Ja, ich bin aufgeklärt, Gott kann gar nicht so sein, dass er irgendjemanden in die Hölle steckt. Aber wenn man noch ein bisschen richtig alles macht, dann ist es gut. Ich nehme an, in die Richtung hat er gedacht.
Und das ist natürlich im Alten Testament: Daniel 12,2. Da steht etwas über ewige Strafe. Es ist nicht so, dass das irgendwie vom Himmel plumpst und Jesus sich das ausdenkt.
 Daniel 12,2: Und viele von denen, die im Staub der Erde schlafen – hier ist von Juden die Rede, also genau von denen, worüber wir jetzt reden – viele werden aufwachen, die einen zu ewigem Leben und die anderen zur Schande, zur ewigen Abscheu.
Es ist verrückt: Da hat jemand als Jude das Gesetz und die Propheten, er hat alles, er hätte es lesen können. Und es interessiert ihn nicht, es interessiert ihn einfach nicht, es ist ihm einfach egal.
Und deswegen hat er diese Bitte ausgesprochen: Kann es nicht sein, dass Lazarus nur so den Finger ins Wasser taucht und meine Zunge kühlt?

Die letzte Warnung und die Macht des Wortes

Deswegen kriegt er auch folgende Antwort: Lukas 16,27-31.
Er sprach aber: Ich bitte dich nun, Vater, dass du ihn in das Haus meines Vaters sendest. Hier spricht der reiche Mann zu Abraham. Er will, dass Lazarus noch einmal lebendig wird, ja, irgendwie. Warum? Denn ich habe fünf Brüder, dass er ihnen ernstlich Zeugnis gebe, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen.
Hier ist ein Mann, der sein Leben verpfuscht hat. Und er ist beseelt von dem Gedanken: Was könnte ich tun, damit meine Brüder, die ich wirklich lieb habe, nicht auch hierher kommen?
Es ist die Stelle, die ich benutze, wenn jemand weiß, dass sein Ehepartner nicht gläubig ist, aber schon tot ist, und jetzt Angst hat, wenn er sich selber bekehrt, dass man in der Ewigkeit nicht beieinander ist. Dann nehme ich die Stelle und zeige: Möchtest du wissen, was dein Partner, selbst wenn es stimmt, dass er in der Hölle ist, sich jetzt für dich wünscht? Dass du nicht dahinkommst. Es ist ein Ort der Qual.
Abraham aber spricht zu ihm: Sie haben Mose und die Propheten, mögen sie die hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn jemand von den Toten zu ihnen geht – Totenauferstehung, das wäre cool, die Gräber öffnen –, wenn das passiert, so werden sie Buße tun.
Er sprach aber zu ihm: Wenn sie Mose und die Propheten nicht hören, so werden sie auch nicht überzeugt werden, wenn jemand aus den Toten aufersteht.
Es macht keinen Sinn, jemanden aus den Toten zu denen zu schicken, die die Bibel haben, sie lesen und nicht glauben. Wisst ihr warum das so ist? Weil, wenn du einmal die Entscheidung triffst: Ich möchte der Bibel nicht glauben, was soll dir einer, der von den Toten aufersteht, sagen? Warum willst du dem mehr glauben?
Wie viel mehr, wie viel näher möchtest du an den Willen Gottes kommen, als in dem Moment, wo du die Bibel liest, wo Gott ganz persönlich durch seinen Geist und durch sein Wort zu dir reden kann? Wie viel näher möchtest du ihm noch kommen?
Und so lesen wir diesen Text. Mir ist es jetzt völlig wurst, ob es eine wahre Geschichte ist mit bildhaften Elementen oder ob ihr sagt, es ist ein Gleichnis. Aber wir lesen diesen Text von diesen zwei Menschen, und wir merken sofort: Es geht um drei ganz wichtige Punkte hier.
Der erste Punkt ist klar: Es gibt tatsächlich ein Zu-spät. Es gibt einen Point of no return, einen Punkt, wo, wenn du darüber geflogen bist, du nur noch abstürzen kannst.
Der zweite Punkt ist: Wer dem Wort Gottes nicht glaubt, hat keine Chance. Jesus wird das an anderer Stelle im Johannesevangelium, Kapitel 12, die Verse 46 bis 48, so ausdrücken. Er wird sagen: Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe. Und wenn jemand meine Worte hört und nicht befolgt, so richte ich ihn nicht; denn ich bin nicht gekommen, dass ich die Welt richte, sondern dass ich die Welt rette.
Das bezieht sich auf die Zeit, wo Jesus auf der Erde ist. In diesem Moment ist er nicht der Richter. Aber Vorsicht, jetzt kommt Vers 48: Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, hat den, der ihn richtet. Ja, wer ist denn jetzt der Richter? Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag.
Der Mensch Jesus auf der Erde zieht nicht durch die Lande und richtet jeden und sagt: Du hast das gemacht, du hast das gemacht, du hast das gemacht. Das macht er nicht, er rettet. Aber das Wort, das er spricht, ist der Maßstab, an dem jeder einmal gerichtet wird.
Oder anders ausgedrückt: Jesus ist Retter und Richter, nur nicht zur gleichen Zeit. Das eine ist er für uns jetzt: der Retter. Oder mit einem anderen Bild: Er ist das Lamm auf dem Thron, das sich schlachten lässt. Aber er ist auch am Ende der Zeit der Richter, der Löwe aus dem Stamm Juda, der tatsächlich dafür sorgen wird, dass keiner mit seinem Unsinn durchkommt.

Glaube, Werke und die Verantwortung der Gegenwart

Also erstens: Es gibt ihn zu spät. Zweitens: Gottes Wort ist unser Richter. Und jetzt kommt ein dritter Punkt.
Und bitte: Ich predige nicht Werksgerechtigkeit, okay? Ich predige nicht, dass man sich den Himmel erkaufen kann. Aber trotzdem ist das, was wir tun, wichtig. Der reiche Mann hat keinen Glauben, aber woran sehe ich das? An seinem Umgang mit dem armen Lazarus.
In jedem Leben muss das, was ich denke, wovon ich überzeugt bin und woran ich wirklich glaube, zusammengehen mit einem Leben, das genau dieses Denken, Überzeugtsein und Glauben unterstreicht. Wenn das gegeneinander arbeitet, wenn jemand sagt: Ich glaube, aber ich tue eigentlich nicht, dann ist das ein Riesenproblem.
Es gibt auch so eine Geschichte, bei der wir nicht so genau wissen, wie viel davon Gleichnis und wie viel davon bildhaft ist, und wie viel real ist. Es ist das sogenannte Gleichnis von den Schafen und den Böcken, also von den Schafen und den Ziegenböcken. Dahinter steckt die Idee: Jesus kommt und hält Gericht. Dann gibt es die Schafe, das sind Menschen, die er als die Gesegneten bezeichnet. Und dann gibt es die Böcke, die Ziegenböcke, das sind die Verfluchten.
Also: Jesus kommt, trifft auf die Menschen, und Schafe sind gut, Böcke schlecht, Gesegnete und Verfluchte. Und dann stehen die Gesegneten da und fragen: Ist ja schön, dass wir jetzt hier gesegnet sind, freut uns ja auch alle, aber warum? Warum haben wir es geschafft?
 Matthäus 25,35-40. Da antwortet Jesus dann genau diesen Leuten, die eigentlich gar nicht genau wissen, was sie richtig gemacht haben. Es ist total irre. Er sagt zu ihnen:
„Gesegnete, denn ich hungerte und ihr gabt mir zu essen, mich dürstete und ihr gabt mir zu trinken, ich war Fremdling und ihr nahmt mich auf, nackt und ihr bekleidetet mich, ich war krank und ihr besuchtet mich, ich war im Gefängnis und ihr kamt zu mir.“
Dann werden die Gerechten ihm antworten und sagen: Herr, wann sahen wir dich hungrig und speisten dich oder durstig und gaben dir zu trinken? Wann aber sahen wir dich als Fremdling und nahmen dich auf oder nackt und bekleideten dich? Wann aber sahen wir dich krank oder im Gefängnis und kamen zu dir?
Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr es einem der Geringsten dieser meiner Brüder getan habt, so habt ihr es mir getan.

Das letzte Urteil und die offene Frage

Einem dieser geringsten meiner Brüder. Wie wir mit anderen Menschen umgehen, ist ein hundertprozentiges Indiz dafür, wie wir zu Jesus stehen, wenn wir behaupten, dass wir gläubig sind. Hier sind Menschen, die sagen: Wir wissen gar nicht, was wir Gutes getan haben. Und Jesus sagt: Ihr habt diesen Menschen, die in Not waren, begegnet, und ihr habt mir gedient.
Und dann kann er das Schicksal der Gesegneten und der Verfluchten in Vers 46 so zusammenfassen: Und diese werden hingehen in die ewige Pein. Das sind Menschen, die nicht bereit waren, anderen zu dienen, deren Leben einfach eine Disharmonie war, die eine Geschichte, eine Lebensgeschichte, geschrieben haben, voller Egoismus, eine schlechte Geschichte, die sich nur um sie selber gedreht hat. Diese werden hingehen in die ewige Pein, die Gerechten aber in das ewige Leben.
Ein Vers, der, wenn man sich auch in dieser Frage fragt, ob ewige Pein, ob Hölle wirklich ewig ist, eine Stelle ganz klar sagt: Ja. Denn entweder ist die ewige Pein eine ewige Pein, dann ist auch das ewige Leben ein ewiges Leben. Oder aber die ewige Pein ist irgendetwas weniger als ewig, aber dann heißt das auch, dass das ewige Leben irgendetwas weniger als ewig ist. Die beiden gehören zusammen. Es ist Liebe und Heiligkeit, die sich in Gottes Charakter treffen.
Kommen wir noch einmal kurz zurück. Warum schickt Gott hier nicht eine Erscheinung? Warum gibt es nicht die Totenauferstehung? Na ja, ganz einfach: Abraham sagt, weil sich nichts ändert. Die Brüder von dem reichen Mann glaubten ja längst an ein Leben nach dem Tod und ans Gericht. Was sie nicht glaubten, war die Tatsache, dass Gott sie für ihr Leben tatsächlich bestrafen würde.
In ihrem Denken war Gott der Liebegott. Das wird schon irgendwie werden. So schlecht leben wir doch gar nicht. Das ist der Liebegott. Und wenn der Liebegott irgendwann mal auf mich lieben Menschen trifft, dann wird er bestimmt ganz lieb mit mir umgehen. Aber weder ist der Liebegott ein lieber Gott, noch bin ich lieb, noch wird er lieb mit mir umgehen. Denn die Realität ist: Gott kann uns kein stärkeres Zeugnis für seinen Charakter geben als sein Wort.
Und deswegen ist es auch so wichtig, dass wir die Bibel lesen, dass wir nicht darauf hoffen, dass irgendwann unsere Urgroßmutter aus dem Grab aufsteht, an unsere Tür klopft und sagt: Hallo, ich bin deine Urgroßmutter, tu Buße. Sondern dass wir heute die Bibel lesen und das ernst nehmen, was an Warnungen drinsteht.

Trost, Vorbild und die bleibende Spannung

Lazarus wird nach seinem Tod getröstet. Ich möchte dem Lazarus noch etwas sagen, in Abrahams Schoss. Anscheinend ist er auf Erden ein wahrer Sohn Abrahams gewesen.
Und wisst ihr, Lazarus gehört für mich zu den ganz großen Helden des Neuen Testaments, weil er in seiner Situation, in seinem Leid, an Gott festgehalten und den Glauben nicht verloren hat. Wenn ich da Tag für Tag im Dreck liege, vor mich hin stinke, hungrig bin und meine einzigen Freunde vier Pfoten haben, überlegt euch das mal: Und dann halte ich an Gott fest und sage, dieses Leben, das ziehe ich durch für meinen Gott. Das ist Wahnsinn.
Und auf der anderen Seite: Bei Leid bleibt ja immer etwas Geheimnisvolles, das wisst ihr, oder? Wenn man mit Leid zu tun hat, bekommt man nie alle Antworten. Hier an dieser Stelle ist das Leid des einen die Chance des anderen. Lazarus ist eigentlich das Beste, was dem reichen Mann passieren konnte. Jemand, der ihn Tag für Tag daran erinnert, wo er steht. Jemand, der ihn Tag für Tag herausfordert und mit der Frage konfrontiert: Wann willst du das, was du glaubst, eigentlich leben? Jemand, der ihm Tag für Tag die Chance gibt, eine bewusste Entscheidung für Gott, für ein Leben der Barmherzigkeit, der Fürsorge und der echten Liebe zu treffen. Jeden Tag.
Und Lazarus hält fest in dem Leid. Und wenn du in Leid drinsteckst, nimm dir diesen Lazarus zum Vorbild. Er hält einfach so lange fest, bis dieses bisschen Leben vorbei ist. Und dann fängt eine Ewigkeit des Getröstetwerdens im Schoss Abrahams an.
Und auf der anderen Seite: Mich fasziniert ein Gott, der das Leid des einen stehen lassen kann, um den, der nicht anders hätte erreicht werden können, als durch jemanden, der vor seinem Tor liegt. Der ihm den wirklich in den Weg stellt, damit auch der Reiche eine Chance bekommt und nicht an seinem Reichtum verreckt.

Das Verborgene und das Offenbare

Kommen wir zum Schluss. Das letzte Wort hat die Liebe, so heißt das Buch, über das ich mich gerade aufrege. Da habe ich euch ein bisschen mit reingenommen, weil es nicht stimmt. Das letzte Wort hat dieses Gemisch aus Liebe auf der einen Seite und Heiligkeit auf der anderen Seite.
Und wenn wir über dieses Thema Zukunft nachdenken und über ewige Verlorenheit, ewige Pein, dann bin ich mir darüber im Klaren, dass ich nicht auf alle Fragen, die es dazu gibt, eine Antwort habe. Wir wissen einfach manches nicht. Wir müssen damit leben, dass uns bestimmte Dinge einfach nicht verständlich sind, Dinge, die noch in der Zukunft liegen.
Du kennst die Lottozahlen nächste Woche nicht, damit kannst du gut leben. Wir kennen die Weltformel nicht, mit der wir alles erklären können, damit können wir gut leben. Und in 5. Mose 29,28 gibt uns Gott einen ganz praktischen Tipp mit. 5. Mose 29,28, da heißt es: Das Verborgene steht bei dem Herrn, unserem Gott, aber das Offenbare gilt uns und unseren Kindern für ewig, damit wir alle Worte dieses Gesetzes tun.
Seht ihr das? Das Verborgene steht bei dem Herrn, unserem Gott. Es wird in deinem Leben Fragen geben, auf die du keine Antwort hast. Es wird Dinge geben, da wirst du nicht dahintersteigen. Das Verborgene steht bei Gott, lass es da. Du kannst nicht alles lösen.
Aber das Offenbare, das, was du greifen kannst, und dazu gehört zum Beispiel diese Tatsache, dass Jesus sagt: Pass auf, dass du in deinem Leben nicht auf der falschen Seite rauskommst. Pass auf, dass dein Leben nicht eine Lüge ist, die du lebst, wo das, was du glaubst und das, was du lebst, zwei Paar Schuhe sind. Pass auf, dass du das Wort Gottes ernst nimmst. Sei ein bisschen kindlich an der Stelle, nicht kindisch, aber kindlich, so wie ein Kind auf den Papa hört. Und wenn Papa sagt, da gehst du nicht hin, dann geht man nicht hin. Und wenn der Papa sagt, hier gibt es ein Eis, dann holt man sich das Eis.
Das ist eigentlich ganz einfach, und so dürfen wir mit der Bibel umgehen. Nimm das Offenbare an, denn es gilt uns und unseren Kindern für ewig, damit wir so leben, wie es Gott gefällt. Das wünsche ich euch. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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