Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 545: Der Wert der Werke
Einführung in das Thema Werke
Lasst uns kurz noch einmal über das Thema Werke nachdenken. Die Evangelien betonen, dass Jesu Werke nicht bloß Taten sind, sondern auch Akte der Offenbarung. Besonders das Johannesevangelium hebt diese theologische Funktion der Werke Jesu hervor.
So lesen wir in Johannes 5,36: „Ich aber habe das Zeugnis, das größer ist als das des Johannes. Denn die Werke, die der Vater mir gegeben hat, dass ich sie vollende, die Werke selbst, die ich tue, zeugen von mir, dass der Vater mich gesandt hat.“
In Johannes 10,25 antwortete Jesus ihnen: „Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich in dem Namen meines Vaters tue, diese zeugen von mir.“
Weiter heißt es in Johannes 10,38: „Wenn ich die Werke des Vaters tue, so glaubt den Werken, wenn ihr auch mir nicht glaubt, damit ihr erkennt und versteht, dass der Vater in mir ist und ich in dem Vater.“
Und schließlich lesen wir in Johannes 14,11: „Glaubt mir, dass ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist. Wenn aber nicht, so glaubt um der Werke selbst willen.“
Die Werke als Beweis für Jesu Messianität
Es sind die Werke, durch die Jesus sich im Johannesevangelium als Messias ausweist. Diese Legitimation durch Taten finden wir jedoch auch an anderer Stelle.
Als Johannes der Täufer zweifelnd nachfragt, ob Jesus wirklich der Messias ist, erhält er folgende Antwort (Matthäus 11,4-5): Jesus antwortete und sprach zu ihnen: „Geht hin und verkündet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde werden sehend, Lahme gehen, Aussätzige werden gereinigt, Taube hören, Tote werden auferweckt und Armen wird gute Botschaft verkündigt.“
Petrus kann in der Pfingstpredigt rückblickend formulieren (Apostelgeschichte 2,22): „Männer von Israel, hört diese Worte! Jesus von Nazareth, ein Mann, der von Gott euch gegenüber erwiesen worden ist durch Machttaten, Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte tat, wie ihr selbst wisst.“
Die Bedeutung der Werke für den Glauben heute
Ich hatte das schon angedeutet. Mir imponieren weniger die Werke Jesu als vielmehr seine Worte. Vielleicht liegt das daran, dass ich die Werke nicht selbst miterlebt habe.
Spannend ist jedoch, wie der Herr Jesus dafür sorgt, dass auch wir seine Werke erleben können. Er tut dies durch uns, durch die Gläubigen. Er fordert uns zum Glauben auf. Unser Glaube ist allerdings nur dann echt, wenn er auch Werke hervorbringt.
Ich kann mich also nicht einfach hinstellen und auf eine verborgene Weise an Gott glauben, ohne auch das zu tun, was Gottes Wille ist. Man kann nicht nur den Christus, sondern auch seine Nachfolger an ihren Früchten, also an ihren Werken, erkennen. Deshalb fordert Jesus uns auch dazu auf, größere Werke zu tun.
Johannes 14,12: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird auch die Werke tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zum Vater gehe.
Inwiefern unsere Werke größer oder gewichtiger sind, schauen wir uns an, wenn wir bei Johannes 14 angekommen sind. Für den Moment genügt es, dass unsere Werke ein Gradmesser für die Echtheit unseres Glaubens sind.
Werke als Maßstab in der Offenbarung
Immer wieder betont der Herr Jesus in der Offenbarung in den Sendschreiben, dass er die Werke kennt – und zwar nicht den Glauben, sondern die Werke der Gläubigen.
Diese Werke, die uns zum Leben nach dem Tod führen, sind eigentlich die Werke Jesu. In Offenbarung 2,26 heißt es: „Und wer überwindet und meine Werke bis ans Ende bewahrt, dem werde ich Macht über die Nationen geben.“
Versteht ihr das? Wenn wir die guten Werke tun, die Gott für uns vorbereitet hat, dann bewahren wir die Werke Jesu. Wir handeln so, wie Jesus gehandelt hätte.
Durch unsere Werke repräsentieren wir den Gott, dem wir dienen. Deshalb können andere Menschen, wenn sie uns begegnen, etwas von den Werken Jesu erleben.
Die wahre Bedeutung der Werke
Und nein, dabei geht es nicht primär um Zeichen und Wunder. Vielmehr geht es um die wirklich großen Dinge, nämlich um die kontinuierliche Transformation eines Charakters in Richtung Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Disziplin.
Ein Heilungswunder mag spektakulär sein. Doch ein zorniger Sünder, der sich durch unser Zeugnis bekehrt und sich dann in einen liebevollen, fürsorglichen Vater verwandelt, das ist wahrhaft groß und geistgewirkt.
Reaktionen auf Jesu Werke und die Bedeutung geistlicher Autorität
Mit all dem können die Jesuskritiker aus Johannes 10 leider gar nichts anfangen. Werke sind ihnen nicht Beweis genug – ganz anders die Menschen, von denen wir am Ende des Kapitels lesen.
Johannes 10,40-42: „Und er ging wieder weg jenseits des Jordan an den Ort, wo Johannes zuerst taufte, und er blieb dort. Und viele kamen zu ihm und sagten: Johannes tat zwar keine Zeichen, alles aber, was Johannes von diesem gesagt hat, war wahr. Und es glaubten dort viele an ihn.“
Hier treffen wir also auf viele Juden, die glauben. Warum tun sie das? Jetzt wird es interessant: Sie glauben, weil Johannes über Jesus geredet hat.
Ganz ehrlich, ich finde das super gefährlich. Und zwar, weil es so viele Pseudoautoritäten gibt – Leute, die für sich in Anspruch nehmen, geistlich den Durchblick zu besitzen, die aber in Wirklichkeit nicht einmal das Einmaleins des Glaubens beherrschen.
Und doch gibt es sie natürlich auch, die echten Autoritäten, denen man vertrauen darf. Menschen, die einem keinen Bären aufbinden und nicht auf meine Kosten reich werden wollen.
Ein Aspekt echter geistlicher Autorität ist immer, dass sie von sich weg auf Jesus verweist. Es geht solchen Menschen nicht darum, dass irgendwer an sie glaubt. Vielmehr geht es ihnen darum, wahre Dinge über Jesus zu sagen – Dinge, die es anderen ermöglichen, in eine Glaubensbeziehung zu Jesus einzutreten.
Johannes der Täufer als wahrer Zeuge Jesu
Was hat Johannes über Jesus gesagt? Er nennt ihn das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt, und bezeugt seine Präexistenz. Jesus ist derjenige, auf den der Geist herabkommt, auf dem er bleibt und der mit diesem Heiligen Geist tauft.
Jesus kommt aus dem Himmel, steht über allem und wird vom Vater geliebt. Der Vater hat alles in seine Hände gelegt. Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben. Und dieser Jesus aus Nazaret ist wer? In Johannes 1,34 heißt es: „Und ich habe gesehen und habe bezeugt, dass dieser der Sohn Gottes ist.“
Da sind wir wieder bei unserem Thema. Woher wissen die Juden, die jenseits des Jordan anfangen, an Jesus zu glauben, dass er der Sohn Gottes ist? Jedenfalls nicht wegen der Zeichen, die Johannes tat. Johannes hat keine Zeichen getan, er hat nur gepredigt. Und doch glauben sie. Warum?
Sie glauben, weil alles, was Johannes über Jesus gesagt hat, wahr ist. Aber woher wissen sie das? Auch wenn es nicht ausdrücklich steht, ergibt sich die Antwort aus dem Zusammenhang. Sie glauben, weil sie tun, was die Gegner Jesu nicht tun. Sie schauen sich die Werke Jesu an und schließen daraus, dass solche Werke nur zu einem passen – nämlich zum Sohn Gottes.
Schlusswort und Segenswunsch
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Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden! Amen.
