Einleitung
Liebe Freunde,
ich kann nicht leugnen, dass es bei uns heute um eine ziemlich schweinische
Geschichte geht. Das heißt, so richtig schweinisch wird's erst am Ende, am
Anfang ist es bloß unheimlich. Ich fange an mit einer Pressemeldung: In
den Vereinigten Staaten wächst die Zahl der Verbrechen, die vom Satanismus
motiviert sind. Am stärksten greift offenbar der Totenkult um sich. In
einem Bezirk von New York wurden innerhalb von sieben Tagen Köpfe von zehn
Leichen abgerissen." Das war jetzt eine Meldung aus einem westlichen
Nachrichtenblatt. Aber ihr wisst ja aus unseren Zeitungen, dass es auch in
unserem Land Gruftis gibt, die nachts auf den Friedhöfen ihr Unwesen
treiben. Menschen, die so etwas tun und sich mit Toten befassen, sind
krank. Die sind schwer krank an Geist und Seele, aber es gibt auch für
solche Menschen eine Rettung, einen Retter. Und dieser Retter heißt Jesus.
Ich erzähl euch heute die Geschichte: Jesus und der Grufti", nachzulesen
im Markus-Evangelium, Kapitel 5. Ort der Handlung ist ein Friedhof. Er
liegt am anderen Ufer des See Genezareth, ein felsiges Kalkgestein mit
Grabhöhlen und Grüften. Ihr müsst euch das vorstellen, das ist so ein
Felsabhang mit Zypressen, die lange Schatten werfen. Am Abend ist das ein
recht unheimlicher Ort. Genau am Abend landet Jesus an dieser Stelle. Den
ganzen Tag lang hat Jesus hart gearbeitet. Er stand in einem Boot und hat
den Menschen gepredigt, und die Menschenmassen standen da und hörten Ihm
zu. Am Abend sagt Jesus plötzlich: Schluss jetzt, Feierabend, wir packen
ein, macht euch bereit, wir fahren jetzt zusammen über den See!" Keiner
weiß warum und wohin, aber ab geht die Post. Jesus ist vom Predigen so
fertig, dass Er sich in eine Ecke vom Boot schlafen legt. Er schläft ein,
dann kommt der Sturm, alle denken, es kommt ihr letztes Stündlein, aber am
Ende kommen sie alle ans andere Ufer, an der Stelle, wo der Friedhof ist.
Kein Weg ist für Jesus zu weit, um einen Menschen zu retten.
Und noch bevor die Jünger die Frage stellen können: Wozu die ganze
Aktion?" können sie die Antwort auf diese Frage sehen. Markus 5: Als Jesus
aus dem Boot stieg, kam Ihm ein Mann entgegen. Dieser Mensch wurde von
Dämonen beherrscht und lebte in Grabhöhlen. Er war so wild, dass er nicht
einmal mit Ketten gebändigt werden konnte. So oft man ihn auch fesselte und
in Ketten legte, jedes Mal riss er sich wieder los. Niemand wagte sich in
seine Nähe.
Einer wagt es, und das ist Jesus. Er ist der einzige, der sich nicht vor
den Dämonen fürchtet, weil Er der einzige ist vor dem sich die Dämonen
fürchten. Die Ärzte sind hilflos, die Polizei ist machtlos, die Bevölkerung
ist mitleidslos, sie haben schiss. Außer Jesus. Keiner wagt sich an diesen
gefährlichen Mann ran. Für alle andern ist dieser Mann nichts weiter als
eine Belastung, eine Landplage, ein wildes Vieh, aber für Jesus ist er ein
Mensch. Ein Mensch, der Hilfe braucht. Um ihm zu helfen, lässt Jesus
Tausende stehen, lässt Er sein Abendbrot stehen, begibt sich in
Lebensgefahr, fährt über diesen See – um einer Menschenseele zu helfen, ist
für Jesus kein Weg zu weit. Es gibt nichts wert-volleres, als eine
Menschenseele.
Die Frage ist jetzt: wie konnte dieser Mensch seine Seele an den Teufel
verlieren? Wie kann ein Mensch besessen werden? Wie das bei ihm hier war,
das sagt die Bibel nicht, sondern sie sagt nur, dass es so war. Der Mensch
ist eben nicht nur ein Bewohner, sondern er hat auch Bewohner. Nicht bloß
Läuse und Wanzen, die man mit Wasser und irgendwelchem Pulver wegbekommen
kann, sondern es gibt Bewohner, sagt die Bibel, die sind durch keine
medizinische Maßnahme loszuwerden.
Was sind Dämonen?
Diese Bewohner, diese Hausbesetzer, die das Haus unseres Lebens besetzen,
die uns zu Besessenen machen, das sind Dämonen. Dämonen sind Angestellte
und Mitarbeiter des Teufels. Die gibt es in tausend Varianten. Jeder, der
sich mit Aberglauben und Okkultismus einlässt, lässt Dämonen in sein Leben
rein. Das, was du vielleicht für einen harmlosen Spaß hältst – einen
Talisman tragen oder im Horoskop lesen oder sich sein Schicksal pendeln
lassen oder Toi Toi Toi" sagen oder so etwas, das nimmt der Teufel
tierisch ernst und er nimmt dir den Frieden deiner Seele! Der Teufel ist
ein Terrorist. Weil heute der Gedenktag für die Opfer des Naziterrors ist,
möchte ich einmal sagen: wer das nicht sieht, dass in der Nazizeit in
Deutschland Dämonen am Werke gewesen sind, der ist blind für die
Wirklichkeit der geschichtlichen Abläufe.
In der Nazizeit waren aber nicht nur diejenigen vom Teufel besessen, die
wie die Verrückten Juda verrecke!" gerufen haben und die Juden gequält
haben, sondern da waren welche dabei, die haben ganz ruhig in ihrem
Bürosessel gesessen, die haben niemals einen Juden angefasst. Aber sie
haben mit ihrem Füllfederhalter Millionen Juden in den Tod geschickt. Das
waren Teufel in Menschen-gestalt. Aber von außen waren das vielleicht
weiter nichts als ganz brave Spießer. Wenn die abends vom Dienst kamen, da
haben sie mit Liebe ihre Hauskatze gestreichelt. Versteht ihr: Dämonen sind
Wesen, die Menschen besetzen, sie verwandeln. Das lässt sich von außen
nicht immer so erkennen wie bei diesem Grufti, der mit Schaum vor dem Mund
zwischen den Gräbern hin und her läuft, der mit Steinen auf sich selber
eindrischt etc. Wen Dämonen besetzen, der wird gemeinschaftslos und der
wird gemeingefährlich. Und er zerstört auch seine eigene Menschenwürde.
Die Gruftis unserer Tage – auf dem Weg zur Selbstzerstörung.
Das trifft auch auf die Gruftis unserer Zeit zu. Die geben ja nicht nur zu,
dass sie vom Teufel besessen sind, sondern sie berufen sich sogar noch
darauf. Sie geben sich ausdrücklich als Satans Diener aus. Ich bin in
verschiedenen Städten der DDR solchen jungen Menschen begegnet.
Ich bin zum Beispiel einmal abends nach einer Evangelisation mit dem
Wolfgang nach Hause gegangen, und da haben wir zwei junge Kerle getroffen,
die transportierten so eine Box. Wir haben sie natürlich angesprochen,
eingeladen für den nächsten Abend in die Kirche, und einer von ihnen hat
daraufhin gesagt: Ich betrete keinen kirchlichen Boden! Ich bin Heavy
Metal Musiker, ich diene dem Satan, ich bete den Teufel an."
In einer anderen Stadt hab ich einmal welche erlebt, die saßen in der
Kirche hinten in der letzten Reihe und haben die ganze Zeit solche
Teufelszeichen gemacht und versucht, mich während meiner Predigt zu stören.
Einer von denen hatte sich ein Hakenkreuz tätowiert und sich mit Blut dem
Teufel verschrieben und hat zu mir gesagt: Luzifer ist mein Retter, Satan
lebt in mir!" Den habe ich gefragt: Junge, was willst du denn mit deinem
Leben machen, was ist dein Ziel?" Daraufhin hat er gesagt: Schlechtigkeit,
das Böse!" – Der Junge war 16 Jahre alt, aber er sah Jahrzehnte älter aus.
Er hatte eine aschfahle Haut, den hatte der Alkoholteufel bereits fertig
gemacht, er war schon auf dem Trip zur Selbstzerstörung.
Aber Dämonen sind nicht nur dort, wo sich jemand ganz bewusst als
Teufelsanbeter bezeichnet. Dämonen können überall sein! Auf Fußballplätzen,
auf Wirtschaftskonferenzen, im Kopf eines Wissenschaftlers, der sich eine
neue Bombe ausdenkt, im Kopf einer Hausfrau, die vom Sorgengeist besessen
ist, im Kindergarten, wo das Schießen schmackhaft gemacht wird oder im
Altersheim, wo Menschen von der Todesangst gequält werden. Sie können auch
in Kirchen und in theologischen Hörsälen sein. Jedenfalls in den Kirchen
und den theologischen Hörsälen, wo gelehrt wird, dass es keine Dämonen
gibt. Dort sind die ganz bestimmt, weil sie sich dort am allersichersten
fühlen, dass ihnen dort nichts passiert!
Auch Christen können einen Dämon haben.
Also jetzt noch einmal: Dämonen können überall sein. Auch in dir, auch wenn
du Christ bist oder dich Christ nennst. Denke also nicht, die Predigt hier
geht dich nichts an, weil du kein Grufti bist. Es geht doch hier nicht um
die Gruftis, es geht um dich!
Hast du dir zum Beispiel schon einmal die Karten legen lassen, bist du
schon einmal dabei gewesen beim Tischerücken? Da hat doch der Teufel dich
schon bereits in der Hand! Da brauchst du dich doch gar nicht wundern, dass
es in deinem geistlichen Leben nicht weiter geht, dass du Beklemmungen und
Hemmungen hast und vielleicht Depressionen. Oder vielleicht bist du
besessen vom Geist des Besitzenwollens, des Materiellen, des
Zusammenraffens, des Habenwollens. Vom Geist des Neides oder vom Geist des
Egoismus oder vom Geist des Hasses.
Also wenn das so ist oder wenn in deinem Leben etwas ist, was mit
Aberglaube oder mit Okkultismus zu tun hat, dann geh zu einem Seelsorger,
noch heute Abend. Ich habe vorher gesagt, wir haben hier unsere Freunde bei
uns, die tragen so eine Plakette, die könnt ihr jederzeit ansprechen. Geh
zu einem Seelsorger und lass dich im Namen von Jesus freisprechen. Denn wo
Jesus auftritt, da fliegen die Dämonen raus. Wenn du Jesus in dein Leben
einlädst, wenn du sagst: Tritt ein, übernehme jetzt du die Herrschaft!"
dann fliegen die andern raus. Jesus ist der Sieger, Er treibt die Dämonen
aus ihren Schlupfwinkeln.
Nicht einmal der Teufel ist so dumm, Gottes Existenz zu leugnen.
Kaum setzt Jesus seinen Fuß auf das andere Ufer, auf das Friedhofsgelände,
da kommt der Besessene schon aus seinem Grab herausgestürzt. Nun redet
Jesus den an und sagt zu dem Dämonen: Verlass dein Opfer, du teuflischer
Geist! Der Dämon schreit jetzt aus dem Besessenen heraus: Was willst du,
Jesus, Sohn des Allerhöchsten! Ich beschwöre dich, quäle mich nicht!
Zweierlei fällt mir an der Äußerung des Dämonen auf. Erstens: die Dämonen
kennen Jesus. Sie erkennen Ihn. Sie wissen, dass Er der Sohn des
Allerhöchsten ist. Wenn du also sagst: Ich weiß, dass es einen Gott gibt,
und dass Jesus sein Sohn ist" dann bist du noch keinen Schritt weiter als
die Dämonen. Das wissen die Dämonen auch. So dumm, die Existenz Gottes zu
leugnen, ist ja nicht einmal der Teufel[1]. Sondern er gibt zu, dass es
Gott gibt, aber ergibt Ihm nicht die Ehre. Und ein Christ bist du nicht
deswegen, weil du sagst: Ich weiß, es gibt einen Gott" oder so, sondern
wenn du diesem Gott die Ehre gibst, wenn du Ihm dein Leben gibst.
Die alte Leier der Dämonen.
Das erste ist also: die Dämonen kennen Jesus, und das zweite ist: Sie
können nur immer die alte Leier: Quäle uns nicht, lass uns in Ruhe, misch
dich nicht in unsere Angelegenheiten!" Na, die Platte kenne ich. Die haben
alle die drauf, die sich Jesus vom Halse halten wollen. Aber Jesus ist ja
gerade gekommen, um sich in die inneren Angelegenheiten deines Lebens
einzumischen. Er will ins Zentrum deiner Persönlichkeit, Er will in dein
Herz, Er will genau mit. Und wenn du von irgend einem Dämon besessen bist,
zum Beispiel von so einem Alkoholteufel, der dich zum Saufen zwingt, selbst
wenn du gar nicht mehr willst, oder von irgend einer anderen Sucht oder
Sünde, dann mach das wie der Besessene in unserer Geschichte, der aus
seinem Elend raus, Jesus entgegen rennt. Dann kehr um, dann komm raus aus
deiner elenden Bindung an falsche Idole und an falsche Ideale und falsche
Ideologien.
Mach es wie der Besessene: lauf Jesus entgegen.
Und wenn du noch so tief im Grab deines Widersinns steckst, du hörst jetzt
meine Stimme, und ich sage dir: Jesus, der Retter lebt, auch für dich! Und
Er hat dich lieb und Er will dir ein neues Leben geben.
Und ich bitte dich: komm zurück, warte nicht einen Tag länger. Jesus ist
der einzige, der dich befreien kann, und Er will es ja auch. Die Frage ist,
ob du es willst. Dein Fall ist für Jesus nicht weniger schwer und du bist
für Jesus nicht weniger wert als dieser besessene Mann vom Friedhof.
Als der Dämon, von dem er besessen war, zu Jesus sagt: Quäle mich nicht, da
sagt Jesus zu ihm: Wie heißt du? Der Dämon antwortete: Mein Name ist
Legion, denn nicht nur ich, sondern viele von uns beherrschen diesen
Menschen. Der Ausdruck Legion kommt aus der Militärsprache. Legion ist eine
Truppeneinheit der römischen Besatzungsarmee gewesen. Ein Besessener ist
eben einer, der eine Besatzungsmacht in seinem Leben hat. Und als der Dämon
merkt, dass Jesus den Abzug aller Besatzungsmächte fordert, da sagt er zu
Ihm: Vertreibe uns nicht aus dieser Gegend. Hier steht weiter: Nicht weit
entfernt, an einem Abhang, wurde eine große Herde Schweine gehütet. Lass
uns in diese Schweine fahren, bettelten die Dämonen. Jesus erlaubte es
ihnen. Jetzt ließen die bösen Geister den Mann frei und fuhren in die
Schweine, die den Abhang hinunter in den See stürzten. Alle zweitausend
Tiere ersoffen.
Zweitausend fette Schweine sausen, von Dämonen geritten, im Sturzflug den
Abhang hinunter. Könnt ihr euch das Gequieke und Geplatsche vorstellen? Ich
nehme an, ihr habt jetzt noch einigermaßen gutwillig zugehört, wie ich von
Dämonen gesprochen habe, obwohl das für manche von euch möglicherweise eine
ganz abwegige Geschichte ist, und ihr euch wie im Mittelalter vorkommt,
aber bei der Sache mit den Schweinen werden viele sagen: Aber jetzt reicht
es! Das hört sich an wie so ein Schwank. Das kann man sich doch als
moderner Mensch gar nicht mehr zumuten, das ist doch bloß noch zum feixen.
Aber wisst ihr, was das merkwürdige ist? Dostojewski, der größte russische
Dichter, hat im 19. Jahrhundert einen Roman geschrieben der da heißt: Die
Dämonen". In diesem Roman beschreibt er das Schicksal des modernen
Menschen. An den Anfang des Romans hat er die Geschichte gestellt, über die
ich heute predige, Markus 5.
Bernhard Shaw, einer der größten Dramatiker unserer Zeit, hat uns, die
Menschen des 20. Jahrhunderts, mit dieser Herde Schweine verglichen, die
blindlings und kopflos in Richtung Abgrund rasen. Und wenn dich solche
Namen wie Dostojewski und Bernhard Shaw nicht beeindrucken, dann kaufe dir
irgendeine Zeitung.
Wer Tierschutz will, soll beim Menschenschutz anfangen. Kein Preis ist zu hoch.
In jeder Ausgabe schreiben Sie über die Katastrophen und die Ängste, die
die Menschen beherr-schen, weil die Menschheit wie so eine Herde Schweine
blindlings und kopflos in den Abgrund der Selbstzerstörung hinein rast. Und
keiner weiß, wie das Ding aufzuhalten ist. Ich kann an der Geschichte von
den Schweinen schon lange nichts mehr zum feixen finden. Ich weiß wirklich
nicht, was daran lächerlich sein soll.
Im Gegenteil, ich finde es lächerlich, wenn jetzt welche ankommen und so
auf Tierschutz machen: Wie konnte Jesus das erlauben, dass die Dämonen in
die Schweine gefahren sind? Hat Jesus denn kein Herz für Tiere? Natürlich
hat Jesus Miss Piggy genauso ins Herz geschlossen wie wir alle auch. Ich
habe auch nichts gegen Tierschutzvereine, im Gegenteil, ich finde es einen
Skandal, dass es in einer Stadt wie Karl-Marx-Stadt keinen Tierschutzverein
gibt. Aber wenn sich heute Leute aufregen über das Robbensterben in der
Nordsee oder das Fröschesterben im Müggelsee, ohne sich genauso darüber
aufzuregen, dass im Mutterleib Tausende von Kindern durch Abtreibung
umgebracht werden, dann kann ich das ganze Getöse um das Robbensterben
überhaupt nicht mehr ernst nehmen. Es ist schlimm, wenn Tiere sterben, aber
es ist noch viel schlimmer, wenn Menschen sterben, kleine Menschen, zu
Hunderten, zu Tausenden, zu Millionen.
Oder wenn mir gesagt wird, warum machst du eine Evangelisation, das kostet
einen Haufen Geld und Kräfte unter der ganzen Woche, ein großer Wirbel, und
was kommt am Ende dabei heraus – vielleicht ein Bekehrter. Lohnt sich das
eigentlich? Was heißt denn hier eigentlich: lohnt sich das? Um einen
einzigen Menschen zu retten, ist doch kein Preis zu hoch und keine
Anstrengung zu groß. Was ist denn das überhaupt für eine unmenschliche
Einstellung?
Diese krämerhafte Rechnerei… Eine Evangelisation für eine Seele,
zweitausend Schweine für einen Kranken – der Preis ist zu hoch! Na, wie
viele Schweine wären denn für einen Menschen ange-messen? Zweitausend sind
zu viel, Zweie ist zu wenig, einigen wir uns auf Zweihundert! Bist du so
viel wert wie zweihundert Schweine? Natürlich waren zweitausend Säue ein
stolzer Preis für einen Menschen. Nehmen wir mal an, der Preis für ein
Schwein ist fünfhundert Mark. Also, Zweitausend mal Fünfhundert ist eine
Million. Eine Million Mark, um eine Seele zu retten. Das war es Jesus wert!
Und du bist ihm noch viel mehr wert. Denn um dich zu retten, hat Jesus
nicht bloß eine Herde Schweine hops gehen lassen, da ist Er selber ans
Kreuz gegangen. Da hat Er schwer dafür geblutet, Er hat sein Blut dafür
vergossen! Dafür hat Er sein Leben hingegeben. Du bist nicht erkauft mit
Gold oder Silber oder Devisen oder Dollars, sondern, wie es in Luthers
Katechismus heißt, mit seinem heiligen und teuren Blut. Du bist Gott mehr
wert als alle Schweine dieser Welt, vergiss das nie! Und sei nie so
undankbar wie die Schweinezüchter von damals.
Als die hörten, dass ihre Schweine futsch waren sind sie natürlich alle
rausgerannt, um sich die Schweinerei anzugucken. Das erste, was sie sehen,
ist keine Schweinerei, sondern ein Wunder. Der Besessene, der vorher nackt
wie ein Wahnsinniger in den Gräbern herum gerast ist, der saß hier, und war
gekleidet wie jeder andere. Hier heißt es: Er saß ganz vernünftig neben
Jesus.
Mit anderen Worten, zu Jesus kommen heißt: zur Vernunft kommen! Es ist eben
nicht so, dass diejenigen, die an Gott glauben, die Blöden, die Verrückten,
die Unvernünftigen sind. Sondern es ist genau umgekehrt. Wer zu Jesus
kommt, der lernt erst einmal, seine Vernunft richtig zu gebrauchen und sein
Leben vernünftig aufzubauen. Es gibt deswegen überhaupt nichts
Vernünftigeres für den Menschen, als zu Jesus zu kommen.
Das Motto der Schweinezüchter aller Zeiten: lieber Schwein gehabt als Jesus.
Dann müsste man ja meinen, dass die Leute damals sich bei Jesus bedankt
haben, dass Er diesen gemeingefährlichen Verrückten gesund gemacht hat. Das
Gegenteil war der Fall: die schickten eine Delegation zu Jesus, um Ihn zu
bitten, Er möge doch bitte schön ihre Gegend möglichst schnell verlassen.
Ich glaube, dieser Vorfall ist einmalig in der Geschichte. Eine ganze Stadt
ist sich einig, in der Bitte und im Gebet zu Jesus: Lass uns in Ruhe, hau
ab! Du bist eine Gefahr für unseren Ferkel-Aufzuchtplan. Du hinderst uns am
Geld verdienen, du gefährdest unseren Lebensstandard, du störst hier bloß.
Wir sind Schweinezüchter, und wollen das auch bleiben. Wir verdienen gut,
und das soll so weiter laufen – also lauf weiter, hau ab, Jesus! Jesus go
home."
Das war vielleicht eine kranke Gesellschaft. Den, der den Verrückten gesund
macht, der den Gefährlichen friedlich, der die Kaputten ganz macht, den
schicken sie fort, um nur ja keine wirtschaftlichen Nachteile zu haben. Die
Unmenschlichkeit dieser Leute ist die Folge ihrer Gottlosigkeit. Die
Schweinezüchter von heute, also zum Beispiel die Raketenbauer und die
Umweltverschmutzer wissen auch ganz genau, dass das, was sie tun, von Gott
verboten ist und unmenschlich ist. Aber sie schütten ihr Gift in die Elbe
und pusten es in die Luft und pumpen es in unsere Lungen und in unsere
Leiber und sie versauen uns unsere Gesundheit und die Zukunft unserer
Kinder und gefährden die Zukunft unserer Erde. Hauptsache der Betrieb
läuft, Hauptsache der Plan stimmt, Hauptsache die Prämie kommt.
Störenfried Jesus.
Und wer in unserer wirtschaftlichen Lage von Umkehr und Umweltschutz redet,
der stört. Wer angesichts der AIDS-Gefahr von ehelicher Treue redet, der
stört. Wer angesichts der Kriegsgefahr von Kriegsdienstverweigerung
spricht, der stört. Wer angesichts der Abtreibung vom Schutz des
ungeborenen Lebens redet, der stört. Jesus ist der große Störenfried in
dieser Welt. Der große Störenfried für jede Gesellschaft, der die
persönliche Bequemlichkeit, die sexuelle Freiheit und der wirtschaftliche
Profit wichtiger ist als der Mensch. Wo irgendetwas wichtiger ist als der
Mensch, da sind Dämonen am Werke. Da sind die Schweinezüchter an der
Arbeit.
Das Motto der Schweinezüchter aller Zeiten lautet: Nach uns die Sintflut -
lieber Schwein gehabt als Jesus!" Diese schweinische Gesinnung ist die
eigentliche Besessenheit unserer Zeit. Du kannst dich jetzt einmal fragen,
wie weit du an dieser Gesinnung Teil hast. Ob du gesinnt bist, wie Jesus
Christus war, wie es im Philipperbrief[2] heißt, oder ob du an dieser
schweinischen Gesinnung, die ohne Rücksicht auf den Menschen dahin lebt,
Teil hast. Noch ist ja Gnadenzeit für alle, die umkehren wollen, die da
nicht mitmachen wollen, die einen neuen Geist haben wollen, die aussteigen
wollen, die einsteigen wollen, in eine neue Art zu leben – mit Jesus! Wenn
du das willst, dann tu's.
[1] Vgl. Jakobus 2, 19
[2] Philipper 2, 5

