Einführung in das Thema des Reiches Gottes
Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 586: Das Evangelium vom Reich Gottes, Teil 2.
Wir betrachten gerade Lukas 16,16: „Das Gesetz und die Propheten gehen bis auf Johannes. Von da an wird die gute Botschaft vom Reich Gottes verkündigt, und jeder dringt mit Gewalt hinein.“
Der alte Bund – also das Gesetz und die Propheten – hat ein Ablaufdatum. Er war nie für die Ewigkeit gedacht. Auch wenn bestimmte Vorschriften innerhalb dieses Bundes, wie der Sabbat oder die Schaubrote, als ewiger Bund bezeichnet werden, bedeutet das hebräische Wort „olam“ für „ewig“ nicht zwangsläufig zeitlich unbegrenzt. Es kann auch einfach dauerhaft für eine bestimmte Zeit, zum Beispiel ein Leben, stehen.
So gehen das Gesetz und die Propheten also bis auf Johannes – gemeint ist Johannes der Täufer, der den Dienst des Messias vorbereitet. Nach Johannes wird vom Messias selbst die gute Botschaft vom Reich Gottes verkündigt. Man kann wirklich sagen, dass das Reich Gottes das Zentrum der messianischen Verkündigung darstellt.
Insofern ist es für mich sehr spannend, dass darüber in christlichen Kreisen so wenig gesprochen wird. Der Begriff „Reich Gottes“ führt ein absolutes Schattendasein. Deshalb nehmen wir uns kurz Zeit, ihn ein wenig genauer zu beleuchten.
Das Reich Gottes als geistliche Herrschaft und seine Bedeutung
Fangen wir mit einer Definition an: Das Reich Gottes ist die gegenwärtige, geistgewirkte Herrschaft Gottes durch Jesus Christus über die Gläubigen als sein Volk, also über die Ekklesia des Messias.
Diese Herrschaft Jesu breitet sich durch Mission in der Welt aus, wird in der Gemeinde sichtbar und ist auf Vollendung hin angelegt.
Die Zentralität dieses Konzepts vom Reich Gottes zeigt sich daran, wie tief es in die Verkündigung des frühen Christentums hineingewoben ist.
Im Folgenden werden dazu vier Aspekte vorgestellt.
Die Lehre Jesu nach der Auferstehung
Erstens ist nach der Auferstehung das Reich Gottes beziehungsweise ein klares Verständnis vom Reich Gottes das zentrale Thema, in dem der Herr Jesus seine Jünger unterweist.
In Apostelgeschichte 1,3 heißt es: „Diesen hat er sich auch nach seinen Leiden in vielen sicheren Kennzeichen lebendig dargestellt, indem er sich vierzig Tage hindurch von ihnen sehen ließ und über die Dinge redete, die das Reich Gottes betreffen.“ Der Herr Jesus spricht also über das Reich Gottes, und es ist auch das Thema, das die Jünger am meisten zu interessieren scheint.
Dies wird besonders deutlich in Apostelgeschichte 1,6-7: Die Jünger fragten ihn, als sie zusammengekommen waren, und sagten: „Herr, stellst du in dieser Zeit für Israel das Reich wieder her?“ Er antwortete ihnen: „Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in seiner eigenen Vollmacht festgesetzt hat.“
Das Evangelium als Botschaft vom Reich Gottes
Zweitens wird das Evangelium auch „Evangelium vom Reich Gottes“ genannt. So heißt es im Rahmen der Evangelisation von Philippus in Samaria in Apostelgeschichte 8,12:
„Als sie – und das sind die Samariter – dem Philippus glaubten, der das Evangelium vom Reich Gottes und dem Namen Jesu Christi verkündigte, ließen sie sich taufen, sowohl Männer als auch Frauen.“
Eine interessante Formulierung, oder? Das Evangelium vom Reich Gottes und dem Namen Jesu Christi – was wird damit ausgesagt?
Der Name Jesu Christi steht für seine Funktion, also für das, was Jesus getan hat. Das Reich Gottes steht für das Ergebnis. Wenn wir das Evangelium verkündigen, sollten wir also zwei Dinge betonen: Zum einen, dass Jesus für deine Sünden gestorben, auferstanden und in den Himmel aufgefahren ist. Das ist der Teil der Botschaft, der nichts kostet, den man nur verstehen muss, um daran zu glauben.
Dann gehört aber zum Evangelium noch das Reich Gottes. Jesus lädt mich ein, durch den Glauben Teil seines Reiches zu werden. Und das ist der Teil des Evangeliums, der uns alles kostet. Es geht um die Frage: Wer wird Herr und König in meinem Leben? Wem vertraue ich blind? Wem folge ich, egal wohin? Von wem lerne ich? Wem will ich in meinem Leben gefallen? Wessen Willen will ich tun? Ist meine Bekehrung wirklich echt?
Dieser zweite Teil fällt heute leider bei der Verkündigung des Evangeliums oft hinten runter. Dabei ist gerade er dem Herrn Jesus so wichtig – und nicht nur ihm.
Die Verkündigung des Reiches durch die Apostel
Deshalb, drittens: Die Apostel verkündigen überall das Reich Gottes. Paulus kann sich von den Ältesten in Ephesus mit den Worten verabschieden: „Und nun siehe, ich weiß, dass ihr alle, unter denen ich umhergegangen bin und das Reich gepredigt habe, mein Angesicht nicht mehr sehen werdet“ (Apostelgeschichte 20,25).
Am Ende der Apostelgeschichte wird der Dienst des Paulus so zusammengefasst: „Als sie ihm aber einen Tag bestimmt hatten, kamen mehrere zu ihm in die Herberge, denen er das Reich Gottes auslegte und bezeugte. Er suchte sie zu überzeugen von Jesus, sowohl aus dem Gesetz Moses als auch den Propheten, von frühmorgens bis zum Abend. Er aber blieb zwei ganze Jahre in seiner eigenen Mietwohnung und nahm alle auf, die zu ihm kamen. Er predigte das Reich Gottes und lehrte die Dinge, die den Herrn Jesus Christus betreffen, mit aller Freimütigkeit ungehindert“ (Apostelgeschichte 28,23.30-31).
Also verkündigen die Apostel überall das Reich Gottes. Was können wir von ihnen lernen?
Wir lernen, dass das Reich Gottes untrennbar mit der Person und der Herrschaft Jesu Christi verbunden ist. Dieses Reich ist nicht von dieser Welt, obwohl es sich in dieser Welt entfaltet. In diesem Reich erfüllt sich heute, was der Engel Maria verkündet hat: „Und er wird über das Haus Jakobs herrschen in Ewigkeit, und seines Königtums wird kein Ende sein“ (Lukas 1,33).
Die gegenwärtige und zukünftige Dimension des Reiches Gottes
So weit, so gut. Dann gibt es drittens aber eine Spannung.
Wir sind jetzt schon im Reich. In Kolosser 1,13 heißt es: „Er, das ist Gott, hat uns gerettet aus der Macht der Finsternis und versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe.“ Wir sind also im Reich des Sohnes.
Aber die Gläubigen müssen gleichzeitig noch ins Reich hineingehen. In Apostelgeschichte 14,22 lesen wir: „Sie stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und sagten, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes hineingehen müssen.“
Für den einzelnen Gläubigen gibt es also eine gegenwärtige und eine zukünftige Dimension des Reiches Gottes. Man kann sagen, es gibt die Erfahrung des Reiches im Glauben und im Schauen.
Abschließend, viertens: Das Reich Gottes ist mit Leid verbunden. Wir haben das eben in Apostelgeschichte 14,22 gehört, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes hineingehen müssen.
Im Reich Gottes zu leben bedeutet, dass wir heute mitleiden, um in Zukunft einmal mitverherrlicht zu werden.
Was könntest du jetzt tun? Frage dich, wer Herr und König in deinem Leben ist. Woran machst du deine Antwort fest? Warum glaubst du, dass sie wahr ist?
Das war's für heute. Bist du schon fertig damit, den Gottesdienst vom letzten Sonntag für dich nachzubereiten?
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Abschluss und persönliche Anwendung
Was könntest du jetzt tun? Frage dich, wer Herr und König in deinem Leben ist. Woran machst du deine Antwort fest? Warum glaubst du, dass sie wahr ist?
Das war's für heute. Bist du schon fertig damit, den Gottesdienst vom letzten Sonntag für dich nachzubereiten?
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
