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Rettung ist schwer – Teil 5

Jesu Leben und Lehre, Teil 552/696
27.03.2025Lukas 13,25-28
SERIE - Teil 552 / 696Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 551

Die Herausforderung der Rettung und die Antwort Jesu

Rettung ist schwer – Teil 5

Jesus wird gefragt, ob es wenige sind, die gerettet werden. Seine Antwort ist jedoch nicht einfach ein Ja oder Nein. Stattdessen richtet er seine Antwort direkt an seine Zuhörer: „Ringt danach, durch die enge Pforte hineinzugehen, denn viele, sage ich euch, werden hineingehen wollen und werden es nicht können.“

Ich finde diese Antwortstrategie sehr interessant. Statt sich mit theoretischen Erwägungen aufzuhalten, geht es Jesus darum, den Kern der Sache zu besprechen. Am Ende des Tages ist es völlig egal, ob viele oder wenige gerettet werden, wenn ich selbst nicht dazugehöre.

Mir scheint, dass es unter Christen eine Tendenz gibt, sich lieber theoretisch mit Themen zu beschäftigen, statt anwendungsbezogen darüber nachzudenken. Man hört sich am Sonntag eine Predigt an, doch die Umsetzung am Montag fällt oft schnell unter den Tisch.

Vom Hören zum Tun: Die Bedeutung der praktischen Umsetzung

Wir hatten gestern im Hauskreis das Thema Gelübde. Es war ein sehr interessanter Abend. Ich mag meinen Hauskreis – tolle Leute, guter Austausch. Doch natürlich besteht jedes Mal die Gefahr, dass wir dabei stehen bleiben. Ich meine den guten Austausch.

Man steigt dann ins Auto, fährt mit einem wohligen Gefühl nach Hause, tauscht sich auf der Fahrt noch ein bisschen aus. Doch damit verschwindet das Thema und alles Gesagte oft wieder aus dem Kopf. Jesus würde uns als Hauskreis bestimmt sagen: Ringt danach, das Gehörte und Gelernte in die Tat umzusetzen. Es wenigstens nicht zu vergessen. Das Wort Gottes will Fleisch werden – in meinem Leben.

Ein Abend zum Thema Gelübde – hm, was könnte ich tun? Das ist die Frage. Ich könnte einen von den zwei Bibelversen auswendig lernen, die mir wichtig geworden sind. Ich könnte auf meine To-do-Liste schreiben, dass ich ein Mini-Gelübde ausprobieren will. Und natürlich gibt es noch viele weitere Ideen.

Bitte lasst uns beim Austausch unter Christen wirklich darauf achten, dass wir einander nicht nur allgemein belehren, sondern uns tatsächlich, wie es im Hebräerbrief heißt, „zur Liebe und zu guten Werken anreizen“. Es geht ums Tun. Deshalb lasst uns immer wieder von den allgemeinen Themen – zum Beispiel, dass es wenige sind, die gerettet werden – zur persönlichen Anwendung kommen. Ringt danach, durch die enge Pforte hineinzugehen.

Das Zuspät: Die verschlossene Tür und das verlorene Heil

Aber kommen wir zurück zu Jesus. Er erklärt seinen Zuhörern, dass es ein Zuspät gibt. In der Zukunft wird es einen Moment geben, an dem viele Israeliten erkennen, dass sie eine falsche Entscheidung getroffen haben (Lukas 13,25-27).

Sobald der Hausherr aufgestanden ist und die Tür verschlossen hat, werdet ihr draußen stehen und an die Tür klopfen. Ihr werdet sagen: „Herr, öffne uns!“ Doch er wird antworten und zu euch sagen: „Ich kenne euch nicht, ich weiß nicht, woher ihr seid.“

Dann werdet ihr anfangen zu sagen: „Wir haben vor dir gegessen und getrunken und auf unseren Straßen hast du gelehrt.“ Aber er wird sagen: „Ich sage euch, ich kenne euch nicht und weiß nicht, woher ihr seid. Weicht von mir, alle ihr Übeltäter!“

Jetzt stehen sie also draußen und hören: „Ich kenne euch nicht.“ Natürlich kennt der Herr Jesus sie als Geschöpfe. Er kennt sie so gut, dass er sie als Übeltäter bezeichnen kann. Doch darum geht es ihm hier nicht.

Jesus spricht davon, dass er sie nicht auf der persönlichen Ebene kennt, die für solche normal ist, die aus der Sicht des Königs zum Reich Gottes gehören. Jesus ist in ihrem Leben nicht ihr Herr, nicht ihr Freund und schon gar nicht ihr größter Schatz. Seine Herrlichkeit fasziniert sie nicht, und diese fehlende persönliche Beziehung steckt hinter dem „Ich kenne euch nicht.“

Die wahre Erkenntnis: Jesus kennt die Seinen

Stattdessen ist das Leben dieser Pseudo-Untertanen dadurch geprägt, dass sie „Jesus Herr nennen, aber nicht tun, was er sagt.“ Sie sind Übeltäter.

Genau das ist bei denen, die Jesus kennt, anders. Über diese kann der Apostel Paulus nämlich schreiben:

„Doch der feste Grund Gottes steht, und hat dieses Siegel: Der Herr kennt die seinen, und jeder, der den Namen des Herrn nennt, halte sich fern von der Ungerechtigkeit.“ (2. Timotheus 2,19)

Hier treffen wir auf zwei Dinge, die zusammengehören: Jesus kennt mich, und ich halte mich fern von der Ungerechtigkeit.

Und jetzt der Clou: Die Tatsache, dass in mir der Wunsch ist, nicht zu sündigen. Es geht dabei nicht darum, dass wir das aktuell noch nicht hundertprozentig hinbekommen.

Vielmehr bedeutet es, dass in mir der Wunsch vorhanden ist, nicht zu sündigen, und dass ich diesem Wunsch Taten folgen lasse – Schritt für Schritt. Ebenso erkenne ich Sünde und es gelingt mir, sie zu lassen.

Wo es nicht beziehungsweise noch nicht gelingt, bekenne ich mein Versagen und freue mich an der Vergebung.

Die Bedeutung des Heiligungswunsches als Zeichen der Zugehörigkeit

Also noch einmal: Die Tatsache, dass ich heilig leben will und diesem Wunsch Taten folgen lasse, weist auf etwas Bestimmtes hin. Und das ist jetzt wichtig. Es weist darauf hin, dass ich von Jesus gekannt bin.

Niemand, wirklich niemand, der sich über seine Sünde ärgert und darüber nachdenkt, wie er sie loswird, sollte sich Gedanken darüber machen, ob er am Ende von Jesus gekannt ist. Soll ich das noch einmal sagen?

Wenn wir in uns den Wunsch verspüren, heilig zu leben, uns mit Gottes Geboten zu beschäftigen und ganz konkret damit anfangen, weniger zu lügen, nicht mehr schlecht über andere Menschen zu reden, nicht mehr zu betrügen, uns von falschen Freunden zu trennen, das Komasaufen einzustellen, unseren Medienkonsum auf den Prüfstand zu stellen und so weiter – wenn wir das tun, dann dürfen wir, egal wie oft wir fallen und wieder aufstehen, wissen, dass der Herr Jesus uns kennt.

Das ist mir wichtig zu sagen, weil Predigten über Heiligung meist die Christen verunsichern, die es am wenigsten brauchen. Wo ein neues Herz ist, da kommt auch Heiligung heraus, jedenfalls solange wir den Geist Gottes nicht dämpfen oder auslöschen. Aber das ist ein anderes Thema.

Das Schicksal der Übeltäter und die Konsequenzen der Ablehnung

Was ist das Schicksal der Übeltäter?

In Lukas 13,28 heißt es: „Da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein, wenn ihr Abraham und Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sehen werdet.“

„Euch aber draußen hinausgeworfen.“ Das ist das Schicksal der Juden, die Jesus kannten, ihn aber nicht als Messias angenommen haben. Sie sind ausgeschlossen. Ihre Glaubenshelden feiern mit Jesus – da sind Abraham, Isaak, Jakob und die Propheten –, aber sie selbst werden nicht dabei sein.

Es sind ihr Nationalstolz und ihre Selbstgerechtigkeit, die sie ausschließen. Für sie bleibt nur Weinen und Zähneknirschen. Es reicht eben nicht, zur Zeit Jesu gelebt zu haben, und es reicht nicht, seine Predigten gehört zu haben.

Die hinausgeworfenen Menschen reagieren emotional auf das Urteil. Vor der Tür stehen Menschen, die zutiefst betroffen sind. Irgendwie können sie sehen, wer im Reich Gottes ist, aber sie wissen auch, dass sie es nicht sind. Es gibt ein „zu spät“.

Die Warnung für unsere Generation und der Aufruf zur Reflexion

Hier lesen wir von Menschen, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort lebten, um Jesus persönlich zu sehen und zu hören – was für ein Vorrecht! Und doch machen sie nichts daraus.

Dasselbe könnte man auch über unsere Generation sagen. Wir leben im Luxus und haben ungehinderten Zugang zu Bibeln, zu guten Predigten und zu halbwegs vernünftigen Gemeinden. Doch was machen wir daraus?

Jesus spricht hier über seine Zuhörer. Ich vermute, dass viele evangelische und katholische Christen in Deutschland ebenfalls zu denen gehören, die eines Tages heulen und mit den Zähnen knirschen werden. Drinnen sitzen diejenigen, deren Lieder sie sangen – Paul Gerhard, Joachim Neander, Albert Knapp. Aber sie stehen draußen und wissen jetzt: Es ist zu spät. Für mich ist der Zug abgefahren. Ich habe meine Chance vertan.

Was könnte man jetzt tun? Reflektiere deine Strategie, um neue geistliche Erkenntnisse zu bewahren und durch gute, neue Gewohnheiten zum Leben zu erwecken.

Das war's für heute. Wenn dir mein Dienst gefällt, erzähle doch heute einer Person davon. Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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