Johannes 20,27-2803.09.2026
Serie•Teil 5 / 5Vom Sterben des Menschensohnes
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Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 749
Vom Sterben des Menschensohnes, Teil 5
Johannes 12,27-28
Gott wird Mensch Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter Weg, Wahrheit und Leben ist Episode 749 Vom Sterben des Menschensohnes Teil 5 Johannes 12, die Verse 27 und 28
Der Wunsch Jesu in der Stunde der Bestürzung
Jetzt ist meine Seele bestürzt. Und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen.
„Vater, verherrliche deinen Namen!“ Da kam eine Stimme aus dem Himmel: „Ich habe ihn verherrlicht und werde ihn auch wieder verherrlichen.“
Jetzt sehen wir, was sich Jesus wünscht. Statt um Rettung aus der Stunde zu bitten, bittet der Herr Jesus: „Vater, verherrliche deinen Namen.“ Das ist ein wunderschönes Lebensmotto. Statt Selbstbewahrung die Offenbarung der göttlichen Herrlichkeit. Ein Leben, das sich nicht um mich dreht, sondern darum, dass Gott verherrlicht wird. Ein Leben, das Bestürzung erträgt und sich gern hingibt, wenn dadurch nur Gottes berauschende Schönheit in einer verlorenen Welt sichtbar wird.
Was es bedeutet, Gottes Namen sichtbar zu machen
Schauen wir uns kurz an, was es heißt, dass Gott seinen Namen verherrlicht. Wenn die Bibel vom Namen Gottes spricht, dann ist damit seine offenbarte Wirklichkeit gemeint. Der Name steht für die Person, wie sie sich zeigt, also für ihre Identität, ihr Wesen, ihre Autorität und ihr Potenzial.
Wenn Gott seinen Namen offenbart, dann offenbart er etwas über sich. Man sieht das gut an einer Stelle im Alten Testament. Gott ruft seinen Namen aus und beschreibt seinen Charakter. 2. Mose 34,5-7.
Da stieg der Herr in der Wolke herab, trat dort neben ihn und rief den Namen des Herrn aus. Und der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Jachwe, Jachwe, Gott barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und reich an Gnade und Treue; der Gnade bewahrend an Tausenden von Generationen, der Schuld vergibt und Sünde vergibt, aber keineswegs ungestraft lässt, sondern die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern und Kindeskindern, an der dritten und vierten Generation.
Wenn Gott seinen Namen verherrlicht, dann geht es darum, dass Gott selbst durch das, was er tut, als herrlich erkannt wird. Wenn Jesus formuliert: „Verherrliche deinen Namen“, dann meint er so viel wie: „Lass durch das, was jetzt geschieht, sichtbar werden, wer du wirklich bist. Sorge dafür, dass deine Majestät, Barmherzigkeit und Heiligkeit von allen Menschen erkannt wird.“
Wenn Gottes Volk ein falsches Bild vermittelt
So an dieser Stelle ein wichtiger Hinweis: So wie unser Leben Gottes Namen verherrlichen kann, so kann es ihn auch entweihen. Gottes Name wird dadurch entehrt, dass sein Volk durch sein Verhalten ein falsches Bild von ihm vermittelt. Deshalb ist es so dramatisch, wenn Christen kleinlich, unbarmherzig, nachtragend oder narzisstisch leben. Sie repräsentieren mit ihrem Vorbild dann einen falschen Gott.
Genau das geschieht schon im Alten Testament. Da handelt das Volk Israel gottlos und dient den Götzen. Gott bestraft es durch Deportation nach Babylon. Und dann lesen wir Hesekiel 36,20:
So kamen sie zu den Nationen. Aber wohin sie auch kamen, da entweihten sie meinen heiligen Namen, indem man von ihnen sagte: Das Volk des Herrn sind diese, und aus seinem Land haben sie hinausziehen müssen.
Merkt ihr: Die Babylonier sehen die gefangenen Juden, und sie beurteilen den Gott hinter diesem Volk als schwach. Das Volk des Herrn sind diese, und aus seinem Land haben sie hinausziehen müssen. Gottes Macht wird von den Heiden nicht erkannt, weil sein Volk den Krieg verloren hat und aus dem Land, das, wie die Heiden sehr wohl wissen, Gottes Land war, hinausziehen musste.
Und was tut Gott? Er heiligt und verherrlicht seinen Namen. Hesekiel 36,21.23-24:
Da tat es mir Leid um meinen heiligen Namen, den das Haus Israel unter den Nationen entweiht hatte, wohin sie auch kamen. Und ich werde meinen großen, unter den Nationen entweihten Namen heiligen, den ihr mitten unter ihnen entweiht habt. Und die Nationen werden erkennen, dass ich der Herr bin, spricht der Herr Herr, wenn ich mich vor ihren Augen an euch als heilig erweise. Und ich werde euch aus den Nationen holen und euch aus allen Ländern sammeln und euch in euer Land bringen.
Gottes Ehre und die Rolle des Glaubenden
Gott verherrlicht seinen Namen im Alten Testament, indem er das Volk Israel zurück in sein Land bringt. Er tut das Unmögliche, um sich vor den Heiden als mächtiger Gott zu erweisen.
Halten wir das gut fest: Gott ist ein Gott, der seinen Namen verherrlicht sehen will und nicht entweiht. Er ist kein Angeber, aber er will, dass Menschen ihn als den wahrnehmen, der er wirklich ist.
Und hier entsteht nun ein Problem. Man kann Gott nicht sehen. Er bewohnt ein unzugängliches Licht. Und weil man Gott nicht sehen kann, muss er sich offenbaren.
Eine wesentliche Offenbarungsgröße sind dabei die Menschen, die an Gott glauben. Weil ich Gott vertraue und den Weg gehe, den er mir vorgibt, spiegelt sich etwas von Gottes Wesen in mir wider. Denn Gott ist der Gott, der mich heiligt. Wird ein heiliger Gott durch mein Verhalten sichtbar? Und das Sichtbarwerden Gottes in seinem Leben, das ist der Wunsch Jesu, wenn er formuliert: „Vater, verherrliche deinen Namen.“
Wie gesagt: ein wunderschönes Lebensmotto. So leben, dass durch mich Gott in seiner ganzen Liebe, Heiligkeit und Pracht sichtbar wird. Das heißt dann aber auch: so leben, dass Gott mich als sein Werkzeug auf die ihm genehme Weise gebrauchen kann, auch wenn der Weg Bestürzung und Verrat mit sich bringt.
Im Kern geht es ja nicht darum, dass ich Gott verherrliche, sondern darum, dass Gott sich durch mich verherrlicht. Mein Job ist es lediglich, die Hand des Vaters nicht loszulassen und vertrauensvoll mit ihm, aber eben auch für ihn, durchs Dunkel zu gehen.
Verherrlichung ist von daher nicht primär ein Auftrag, den ich aus eigener Kraft erfüllen muss. Sie geschieht, wenn ich im Glauben trotz aller Angst vertrauensvoll den Weg gehe, auf dem Gott mich führt.
Die Stimme des Vaters und die Vollendung des Weges Jesu
Kommen wir zum zweiten Teil des Verses. Da kam eine Stimme aus dem Himmel: Ich habe ihn verherrlicht, und ich werde ihn auch wieder verherrlichen.
Der Vater stellt sich hörbar zum Sohn. Wenn er formuliert: „Ich habe ihn verherrlicht“, dann bezieht sich das vermutlich auf Jesu bisheriges Wirken. Durch seine Zeichen, seine Worte und seine Taten hat der Vater bereits gezeigt, wer er ist.
Das „und ich werde ihn auch wieder verherrlichen“ blickt dann nach vorne, vor allem auf die unmittelbar bevorstehende Stunde, also auf Kreuz, Auferstehung und Erhöhung des Messias.
Lasst mich kurz herausstellen, wie besonders dieser Moment ist. In den Evangelien spricht Gott überhaupt nur dreimal auf eine Weise, dass andere ihn hören können: bei der Taufe Jesu, dann bei der Verklärung und hier. Alle drei Situationen stehen an entscheidenden Übergängen im Dienst Jesu. Da ist der Beginn des öffentlichen Wirkens, der Weg Richtung Passion und die unmittelbare Vorbereitung auf das Kreuz.
Der Vater wird hörbar, nicht nur weil er sich an der Hingabe des Sohnes freut, sondern weil er will, dass wirklich jeder in Jerusalem versteht, dass die letzte Stunde angebrochen ist.
Der abschließende Ruf zur Selbstprüfung
Was könntest du jetzt tun? Beantworte folgende zwei Fragen: Lebst du zur Verherrlichung Gottes, und falls nein, wofür dann?
Das war's für heute. Du kannst für mich beten. Die drei Gebetsanliegen für den Monat findest du in der App Rosa Frosch.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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