Generierte Mitschrift
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Der Übergang von den Gerichten zu den Versiegelten
Offenbarung sieben: Die Versiegelten
Die Worte in der Bibel haben ihre spezielle Bedeutung. Wir hatten in Kapitel sechs andere Siegel; das waren die verborgenen Gewalten. Ach, es ist ja schade, dass ich das vergesse, aber Herr Schäfer hat mir das gegeben, diesen Prospekt vom Museum in Nördlingen im Ries. So ist es richtig, Herr Schäfer, und er hat gesagt, da wird beschrieben, was das für eine Urkraft war, wie der Meteorit dort eingeschlagen hat, in einer Kraft von 23 Hiroshima-Bomben. So etwas wie 250 Hiroshima-Bomben war das, als dort dieser Meteorit eingeschlagen hat.
Da hat er mit Recht daran erinnert: Das sind diese Naturkräfte, die auch unter der Regierung Gottes stehen. Dort sind sie beschrieben unter den Siegelgeheimnissen, den Gerichten, die über die Welt gehen: Hunger, Teuerung, diese imperialistischen Regierungen, die Todesmacht. Ein Viertel der Menschheit stirbt, das war Kapitel 6. Und nun haben wir plötzlich ganz andere, schau, Kapitel 7.
Die Versiegelung der Knechte Gottes
Danach sah ich vier Engel an den vier Ecken der Erde stehen. Sie hielten die vier Winde der Erde fest, damit kein Wind über die Erde blase, weder über das Meer noch über irgendeinen Baum.
Und ich sah einen anderen Engel aufsteigen, vom Aufgang der Sonne her, also von Osten. Er hatte das Siegel des lebendigen Gottes und rief mit großer Stimme zu den vier Engeln, denen Macht gegeben war, der Erde und dem Meer Schaden zu tun: Tut der Erde und dem Meer und den Bäumen keinen Schaden, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben.
Und ich hörte die Zahl derer, die versiegelt wurden: hundertvierundvierzigtausend. Sie waren aus allen Stämmen Israels versiegelt.
Aus dem Stamm Juda zwölftausend versiegelt, aus dem Stamm Ruben zwölftausend, aus dem Stamm Gad zwölftausend, aus dem Stamm Asser zwölftausend, aus dem Stamm Naftali zwölftausend, aus dem Stamm Simeon zwölftausend, aus dem Stamm Levi zwölftausend, aus dem Stamm Issachar zwölftausend, aus dem Stamm Sebulon zwölftausend, aus dem Stamm Joseph zwölftausend, aus dem Stamm Benjamin zwölftausend versiegelt.
Die unzählbare Menge vor dem Thron
Danach sah ich, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte. Das würde es begründen, dass die Zahl 144 nicht als abgezählte Zahl gemeint ist, sondern als eine Zahl der zwölf mal zwölf der absoluten Vollkommenheit. Denn sonst könnte man sie ja zählen.
Aus allen Nationen und Stämmen und Völkern standen sie vor dem Thron und vor dem Lamm. Angetan mit weißen Kleidern und mit Palmzweigen in ihren Händen, riefen sie mit großer Stimme: Das Heil ist bei dem, der auf dem Thron sitzt, unserem Gott, und dem Lamm, dem erwürgten Christus.
Und alle Engel standen rings um den Thron und um die Ältesten und um die vier Gestalten und fielen nieder vor dem Thron auf ihr Angesicht. Sie beteten Gott an und sprachen: Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserem Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen!
Die Gemeinde aus der Bedrängnis
Und einer der Ältesten fing an und sprach zu mir: Wer sind diese, die mit den weißen Kleidern angetan sind, und woher sind sie gekommen?
Und ich sprach zu ihm: Mein Herr, du weißt es.
Und er sprach zu mir: Diese sind es, die aus der großen Trübsal gekommen sind. Sie haben ihre Kleider gewaschen und ihre Kleider hell gemacht im Blut des Lammes. Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel. Und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen wohnen.
Sie werden nicht mehr hungern noch dürsten. Es wird auch nicht auf ihnen lasten die Sonne oder irgendeine Hitze. Denn das Lamm mitten auf dem Thron wird sie weiden und leiten zu den Quellen des lebendigen Wassers. Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.
Die bedrängte Kirche im ersten Jahrhundert
Können Sie sich noch einmal im Geist vorstellen, wie damals diese kleinen Christengemeinden im ersten Jahrhundert lebten? Sie hatten kaum das Evangelium gehört. Kaum hatte sich irgendwo ein kleiner Hauskreis gebildet, in Kleinasien oder in Italien oder wo auch immer, da brach schon die große Neroverfolgung los. Die Christen wurden verurteilt, bedrängt und verfolgt. Johannes, der Letzte aus dem Jüngerkreis, wandert in ein KZ, auf die Insel Patmos, zur Zwangsarbeit verurteilt, und schafft dort als alter Mann wohl auch in einem Steinbruch.
Und dann legt sich noch einmal die ganze Weltmacht über die kleinen Christengemeinden, und sie bekennen Christus, den Weltenherrscher. Unglaublich! Christenglaube ist doch etwas Verrücktes, etwas, das man überhaupt nicht fassen kann, nichts Einleuchtendes. Das haben diese Christen wirklich demonstriert, in ihrer ganzen Ohnmacht und Schwäche. Es waren keine einflussreichen Leute. Sie hatten keine Kirchengebäude, keine Theologie, gar nichts. Sie hatten das Zeugnis von Jesus, sein Wort, und sie erlebten, dass das Wort Jesu trägt.
Da waren die Sendschreiben, da: Halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme. Die Treue zu Jesus in der Leidensnachfolge. Und jetzt wird ihnen noch mitgeteilt, dass diese Erfahrungen, die sie machen, eigentlich erst der Anfang sind. Die Wehen, so hat sie einmal Jesus genannt, die Wehen der neuen Geburt, der wiederkommenden Welt. Die alte Welt muss durch diese Schmerzen hindurch, bis das neue Christusreich auch sichtbar anbrechen kann. Und es muss in dieser Welt erst noch offenbar werden, was göttliche Macht ist.
Die verborgene Wirklichkeit hinter den Katastrophen
Und deshalb war es für die Gemeinde ja furchtbar schwer zu hören, dass schreckliche Kriege kommen, Katastrophen und die Teuerung nicht aufhören. Wir glauben es ja selber alle nicht, ich auch nicht, wenn wir unsere Geldpraktiken anschauen, dass also alles doch keinen Bestand hat, was wir meinen. Wir sind immer wieder überrascht, wenn es uns dann unter den Händen zerrinnt.
Auch wie Jesus davon gesprochen hat: Es wird Streit sein zwischen den Nationen, Krieg und Kriegsgeschrei. Wir werden das hören, und es wird Hunger und teure Zeit sein usw.
Und jetzt reißt Gott plötzlich den Vorhang auch vor Johannes auf, weil er merkt, die Gemeinde kann es gar nicht mehr ertragen. Und sie sehen etwas völlig anderes, was gleichzeitig abläuft, nämlich: Während auf der Erde die Katastrophen sind, ist im Himmel ein riesiges Jubelfest, unbeschreiblich! Jede Kaiserkrönung ist lächerlich gegenüber dem, was dort abläuft. Jesus Christus in seiner Majestät, Schönheit und Größe, nein, das Lamm, das in der Mitte ist. Und da stehen sie und beten dieses Lamm an.
Und es läuft gleichzeitig ja parallel. Wir können es nur nicht sehen, weil wir am Sichtbaren hängen, dass in der unsichtbaren Welt jetzt gleichzeitig dies abläuft. Das ist ja der Grund, warum ich immer meine, wir müssen aufpassen, dass wir diese Nähe zur Welt Gottes nicht verlieren. In der unsichtbaren Welt, die uns umgibt, ist Christus in seiner Herrlichkeit da, die vollendete Gemeinde, die ihn preist und ihn anbetet.
Das Bild der angehaltenen Zerstörung
Und jetzt fängt es in Vers 1 an. Es sind immer schwache Begriffe, wenn Sie sagen: die Ecken der Erde. Die Erde hat doch keine Ecken. Ja, es ist ja etwas, was ein Mensch versteht und mit seiner Begrifflichkeit überhaupt darstellen kann.
Er sieht, dass über dieser Welt diese schrecklichen Ereignisse für einen kurzen Moment angehalten werden. Die Naturkatastrophen, die Erdbeben, diese Meteoriteneinschläge oder was Sie wollen, die Teuerung, der Hunger und das Töten und Morden. Es gibt einen kurzen Moment des Friedens. Die Engel halten die Stürme auf, die Winde, die über die Erde gehen. Das ist das Bild, und das sind Stürme.
Also, die Älteren unter Ihnen, die haben ja schon so viel erlebt in ihrem Leben. Wenn Sie erzählen, dass Sie den Flüchtlingstreck mitgemacht haben und wie die Kinder erfroren sind und man sie bloß in den Straßengraben gelegt hat, wir haben unter uns welche, die waren zwangsdeportiert in Russland, und was alles Menschen an Qual miterlebt haben. Mir sagte heute Mittag eine Frau im Rathaus, da ist so eine eindrückliche Ausstellung, wie da die Deutschen in Kasachstan oder was im zweiten Stock vom Rathaus da einfach im Winter ausgeladen worden wären. Ich möchte mir das auch noch anschauen. Und wie sie da hat sie ihn angesehen, von Ihnen auch noch nicht.
Was gelitten wurde in diesen schrecklichen Katastrophen, wenn man sich das heute vorstellt, was über die Welt geht an unbeschreiblichem Elend. Das ist ja, wenn wir von Arbeitslosigkeit reden, wenn Sie mal an die Länder denken in Mosambik und was weiß ich, diese Sahelländer, wo es überhaupt keine Arbeit gibt. Wenn es einen Arbeitsplatz gibt, dann stehen 20 Leute auch für ein paar Mark oder was. Kann man alles gar nicht. Was Menschen leiden, eine Mutter, die gar nichts mehr hat für ihre Kinder und so.
Mich hat als Kind ungemein erschüttert, wie ich als sechsjähriges Kind miterlebte, wie französische Soldaten durch Stuttgart Gefangene führten. Dann hat ein französischer Soldat einem deutschen Kriegsgefangenen die Mütze runtergeworfen, dabei der Rote Bükasern in eine Ruine reingeworfen. Ich weiß, wie ich meine Mutter immer löcherte: Warum hat er das gemacht? Weil das ein Wehrloser war und er hat seine Macht rausgelassen. Ich weiß nicht, wo Sie das erlebt haben, was. Das ist ja eigentlich ganz lapaljod, die Mütze weggeworfen, die er nicht mehr holen konnte. Nein, was Menschen an Leiden, Gemeinheit zugefügt wurde von allen Seiten, das kann ein Menschenherz gar nie fassen.
Wir werden es vielleicht auch in der Ewigkeit gar nicht verstehen können, dass wir selber so im Großen doch gelebt haben und um uns her da haben Menschen nicht gewusst, wie sie das Einfachste haben, einen Trunk sauberes Wasser oder was. Und die Engel halten diese Geschehnisse an. Und das ist wieder wichtig: Gott hat auch diese schrecklichen Ereignisse unter seiner Macht. Es sind nicht irgendwelche Schicksalsereignisse, auch nicht irgendwelche wild tobenden Naturgewalten, sondern Gott lässt es zu, weil es in seinem Plan der Welterlösung drin ist.
Der Sinn der Atempause und das Siegel des Geistes
Und warum halten die Engel diese Stürme an? Es gibt nur einen Grund: Damit Menschen hier noch das Siegel der Gotteskindschaft bekommen. Das ist ein Punkt der Weltmission. Gott möchte Menschen seinen Frieden noch sichern, festmachen, damit sie ihn ergreifen, bevor die neuen, großen Erschütterungen über die Welt kommen.
Und deshalb ist es wichtig: Warum haben wir solchen Frieden? Damit das Evangelium nur einmal über die Welt läuft, ganz klar. Sie hielten die vier Winde der Erde fest, damit kein Wind über die Erde blase, noch über das Meer, noch über irgendeinen Baum. Damit die Zerstörungsgerichte jetzt nicht sein können. Nicht damit wir uns gemütlich in dieser Welt einrichten, sondern damit wir merken: Jetzt ist noch einmal eine Gnadenzeit Gottes.
Und ich verstehe es nur, wenn ich diesen Blick in die jenseitige, ewige Welt habe. Und deshalb, Vers 2: Da kommt ein anderer Engel von Osten her, und der hatte das Siegel des lebendigen Gottes. Und was ist dieses Siegel? Dass der Heilige Geist den Menschen festmachen will: Jawohl, Jesus ist mein Herr, niemand kann mich aus seiner Hand reißen. Das ist Gottes letzte Absicht, sein Evangelium anzunehmen.
Wir haben das ja in Epheser 1,13. Da kommt es noch einmal mit dieser Versiegelung: In ihm seid auch ihr, in Christus, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium eurer Seligkeit. In ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung, welcher das Unterpfand unseres Erbes ist, zu unserer Erlösung, dass wir sein Eigentum würden, zum Lob seiner Herrlichkeit.
Menschen, die an Christus gläubig werden, werden mit dem Heiligen Geist darin festgemacht. Und das ist die erste Wirkung des Heiligen Geistes. Was denn? Dass sie zu Jesus Herr sagen können: Mein Herr! Es kann niemand ohne Heiligen Geist Jesus mein Herr sagen. Und da äußert sich der erste Glaube. Und das sollen möglichst viele Menschen noch erleben.
Im Ablauf der großen Weltereignisse hat das alles ein System bei Gott. Er hält noch einmal die großen, schrecklichen Gerichte der Welt auf, damit Menschen versiegelt werden. Wir haben keine große Lehre über die Versiegelung gemacht. Es gibt ja eine Gruppe, die darüber eine ganze Kirche gegründet hat und daraus natürlich wieder ein Kirchenamt gemacht hat. Er hat es nicht gemeint als ein Kirchenamt, dass ich jetzt versiegelt werde. Der gläubig Gewordene bekommt das Siegel vom Heiligen Geist.
Der Heilige Geist versichert uns, macht uns das Wort lebendig, er lässt uns im Gewissen brennen, es leuchtet auf, und es wird für uns ganz fest und gewiss. Und dieser Engel sagt nochmals: Stopp, stopp, stopp, stopp, jetzt noch nicht. Das Meer soll noch nicht vergiftet sein, und die Bäume sollen noch nicht zerbrechen unter der Sonnenstrahlung. Man sieht ja auch nachher dann die ganzen schrecklichen Umweltzerstörungen, die da beschrieben sind in Kapitel 8 und so weiter. Sondern tut noch keinen Schaden, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihrer Stirn versiegeln.
Das muss jetzt nicht an der Stirn sein. Das ist in der Bibel nicht wichtig. Wir machen immer gleich wieder so Handlungen daraus, sondern dass es uns so ist, dass es ihm festgeschrieben ist: Wir sind ein Eigentum des Herrn. Am schönsten vielleicht in so einem Wort ausgedrückt: Niemand kann dich aus meiner Hand reißen. Wir sind Christi Eigentum, und wir gehören ihm im Leben und im Sterben.
Gewissheit im Glauben und die Zahl der Vollendung
Und jetzt ist es wunderbar: Die Gemeinde Jesu geht durch die Stürme der Endzeit. Aber sie wird getragen von den herrlichen Zusagen ihres Herrn. Und jetzt müsste ich all die Geschichten wieder erzählen, wie das Leute erlebt haben auf der Flucht, im Bombenkrieg und in der Hungerzeit. Wir haben einen lebendigen Herrn, wir wissen das auch mittendrin. Aber das kann uns alles nicht aus seiner Nähe und aus seiner Hand reißen.
Die Atempause ist geschenkt, damit die Gemeinde fest wird im Glauben. Und das ist so wichtig, dass man selber diesen Schritt festmacht und dass man geborgen ist in Gott. Vers 1 bis 3. Ich glaube, dazu brauchen wir jetzt nichts mehr zu sagen: eine bedrohte Welt, eine unheimliche Welt, die uns auch immer fremder wird. Es bewahrt uns vor jeder Verklärung der Welt, auch vor den großen Ideologien, dass wir doch meinen, es kommt das Paradies usw. Nüchtern: Die Welt geht durch ihre schweren Katastrophen hindurch.
Es war ja mit dem Fall der Berliner Mauer, der ganzen Ost-West-Spannung, dem Zusammenbruch des Kommunismus sicher noch einmal ein ganz trügerisches Bild, als ob wir auf wirklich eine große Welteinheit zugehen. Der jugoslawische Bürgerkrieg hat uns sicher gezeigt, welche Kräfte auch in Europa schlummern. Es kann sein, ich bin kein Prophet, aber es kann sein, dass die Welteinheit schneller kommt. Dann werden wir wieder daran denken bei dem, was die Offenbarung vom Antichristen sagt, und auch immer wieder an das, was uns sehr wichtig ist.
Die Sammlung Israels ist doch ein biblisch sehr markantes Signal der letzten Zeit, der letzten bösen Zeit. Aber das Herrliche ist: Wir werden versiegelt, wir werden festgemacht. Und deshalb ist es auch schön, wenn wir dieses biblische Wort wieder haben. Sie wissen, was ein Siegel ist: Die, die unter Ihnen Rente haben, die müssen einmal im Jahr ein Siegel mitbringen, dass sie noch leben. Da muss irgendeine Stelle oder so siegeln und das bestätigen. Und es ist so schön, wenn der Heilige Geist es uns bestätigt: Jawohl, ich bin ein Kind Gottes.
Es ist eine ganz tragische Sache, dass das viele immer nicht wissen. Die Gewissheit des Glaubens ist unaufgebbar für uns, das gehört mit dazu zur Freude. Ich weiß es, denn das muss ich wissen: Wenn ich jetzt sterbe, jawohl, ich bin in der Hand Jesu, und da kann mich niemand rausreißen. Auch habe ich keine Angst vor den dämonischen Gewalten, wenn die Hülle los ist und wenn alles sein soll. Ich gehöre Jesus. Warum gehöre ich ihm? Weil ich keine Fehler mache? Nein, weil sein Blut mich heiligt und mir alle Schuld vergibt und weil Christus für mich gestorben ist und weil er Sünder selig machen will. Das ist der Grund meines Glaubens, ganz einfach.
Und jetzt kommen Vers 4 bis 8, die 144 Tausend. Das ist ja immer wieder so: Mit dieser Zahlensprache hat früher eine größere Rolle gespielt als bei uns. In der Esoterik spielt sie noch eine Rolle, aber mit ganz anderem okkultem Hintergrund. Hier geht es um die Vollzahl: Zwölf mal zwölf sind 144. Und da wird gesagt, bei Gott ist es eine feste Zahl der Erretteten. Ich glaube nicht, dass man es abzählen kann, wie es eine Religionsgemeinschaft einmal probiert hat und dann aber auch in Verlegenheit kam, weil sie mehr Mitglieder hatte als diese 144 erlauben.
Ich glaube, dass es bei Gott einmal meint: Gott hat diese Vollzahl bei sich. Und deswegen steht ja nachher, man kann sie nicht zählen. Und das ist wichtig. Wir können leider auch nicht alle Menschen zu Christus führen, aber das kommt ja nachher: Sie wird aus allen Nationen und Völkern sein. Jetzt ist die Frage: Bezieht sie das nur auf Israel? Wir können das nicht lösen, jeder Ausleger meint das ein bisschen besser zu wissen als der andere. Ich würde dann immer sagen: Lasst es mal offen. Wichtig ist, dass wir in den Weinstock Israel als Heidenvölker eingepflanzt sind. Und wie das dann mit den Stimmen gehört und wo wir sind, lassen Sie es Gottes Geheimnis sein. So viel ist sicher: Aus allen Nationen und Völkern und Sprachen werden wir zur Schar der Erlösten gehören, auch zur vollendeten Gemeinde, und Gott hat auch seinen Weg mit Israel, den er zu Ende gehen wird.
Es ist oft beschrieben im Prophetenwort, dass nur ein Rest von Israel selig wird. Ich möchte nicht mehr spekulieren, und ich halte das immer für schlimm, wenn man spekuliert, weil man dann etwas in die Bibel hineinliest, was uns so nicht von Gott geschenkt ist.
Die Freude der Vollendeten und die Hoffnung der Mission
Und jetzt, von Vers 9: Diese grosse Schar, die müssen wir uns noch näher ansehen. Diesen Teil des Kapitels muss man lesen, wenn man bei dem Sterben eines gläubigen Menschen dabei war. Es gibt einen Moment, in dem man merkt: Jetzt ist der letzte Atemzug getan. Man sollte dann auch nicht zu schnell in Hektik verfallen.
Den Toten zu richten, das ist vielleicht auch gar nicht so wichtig, wenn er doch ins Grab sinkt. Wichtig ist vielmehr, dass wir als die, die den Sterbenden begleitet haben, uns zuerst einmal bewusst machen, welch eine Tür sich da auftut. Ich weiss noch, wenn ich als dazugeholt wurde, dass ich das gerne getan habe. Und es ist ein ganz grosser Moment. Man kann sich so eine Bibelstunde eigentlich gar nicht so vorstellen, wie in diesem Augenblick, wenn man einen lieben Menschen von sich ziehen lässt und dann diesen Blick hinein tut in diesen enormen Jubel.
Man braucht es jetzt auch gar nicht mit irgendwelchen Gefühlen auszudeuten, aber es muss ein ganz grandioser Augenblick sein, wenn wir hindurchtreten. Philipp Spitta hat so ein schönes Liedgedicht: „Wie wird uns sein? Wenn nach dem letzten Kampf wir hineingehen in diese Herrlichkeit, wenn wir den letzten Schweiss von unserem Angesicht gewischt ...“ Und so singt man leider das Lied heute nimmer, aber viele kennen es noch. Das muss man wieder lesen, das ist Christenfreude.
Und wir sollten da auch das wirklich tun. Wir haben ja, ach ja, das soll unser Bruder Mayn doch vielleicht noch einmal erzählen. Man hat das neulich von der Anita Schweitzer gehabt, wie das eine Kollegin oder was bei dir so eitrig gemacht hat. Cousine, die war bei der Beerdigung dabei. Genau, war bei der Beerdigung da, tief betroffen. Da war keine Trauerfeier, sondern eine Freudenfeier.
Und es kam auch die Woche auf, so ein Methodist in eine Versammlung gegangen, weil sie einfach so neugierig geworden ist, sondern bei einer Beerdigung. Nicht in Zweien kommen, sondern einen Übergang bleiben. Neunzehn Jahre alt, ein Mädchen aus dem Hauskreis von Bodo Schulz, und keine Woche zwischen Ausbruch der Krankheiten, kerngesundes Mädchen und Tod, und dann die Siegesfeier.
Und die Frau Lubow wird uns am Ostersonntag noch ein bisschen erzählen, von der Anita Schweitz war so grandiose Todesanzeige, wer es gesehen hat in der Filterzeitung. Und es ist einfach mal wichtig, dass wir das wiedergewinnen müssen. Ich habe den Text immer: massloser Trauer und doch geborgen in Jesus. Also gar nicht das überspielt, sondern auch den Schmerz empfunden, und das beim jungen Menschen. Aber die Gewissheit: keine Trauerkleidung am Grab und solche Sachen. Dass wir einfach wieder wissen, wir haben eine solche Hoffnung. Und wie Du mir gesagt hast, wie das auch plötzlich auf Menschen wirkt, die sonst gar keinen Zugang haben.
Wir sollten auch nicht unsere Gefühle verdrücken. Wichtig ist: Gottes Plan ist, dass in der vollendeten Gemeinde Vertreter aus allen Nationen, Völkern und Sprachen sind. Wir haben das Ziel immer noch nicht erreicht, und das war immer ein grosses Motiv für die Weltmission. Wenn das Christus bewegt hat und die Christen oft Jahrhunderte brauchten, bis sie überhaupt dem Missionsbefehl gehorsam wurden, wenn man das nochmal liest, ich habe es ja auch so ein bisschen darzustellen versucht, wie die sich mit den ganzen theologischen Gutachten gegen die Mission gestellt haben beim Beginn der Missionsbewegung, wie es auch immer schlichte Leute waren, auf die Gott seinen Segen gelegt hat, und wie da Leute kämpfen, auch um das Evangelium in die letzten Sprachen zu übertragen.
Und gerade in China, unter ganz schwierigen politischen Umständen, oder ganz schwierig in Neuguinea, und so eine herrliche Sache. Und wie das einmal sein wird, wenn wir sehen, dass Gott doch trotz allen Versagens der Christen bei euch, bei den Indianern, Horst, und was es schön ist, wie es weiterläuft, das Evangelium in den Sprachen und Völkern. Das Wiedersehen wird ein grosser Moment sein.
Wiedererkennung, Verwandlung und die Herrlichkeit des Lammes
Ich kann mich nicht der Meinung anschließen, dass man immer so kühn von Theologen erzählt, man werde sich gar nicht wiedererkennen. Das stimmt nicht. Nach den biblischen Aussagen stimmt es nicht.
Hedwig von Redern hat es schön beschrieben, in dem Lied „Wenn nach der Erde Leid, Arbeit und Pein ...“: Treffe ich die Freunde, die hier richtig sind, dennoch wird Jesus nur ein Grund meiner Freude und Anbetung sein. Das wird meine Freude sein. Wir werden dort nicht mehr über unsere irdischen Nöte, über unsere Streitigkeiten oder über unsere Enttäuschungen reden, sondern wir haben etwas viel, viel Größeres. Und sie treten als Sieger auf.
Und das ist jetzt so wichtig, dass alles, was uns hier in dieser Welt als Last bedrückt hat, nicht das Letzte ist. Ganz arg schlimm ist doch heute das Altwerden. Jetzt weiß ich nicht mehr, wie unsere liebe Omafigur bei der Schauspielerin heißt, die ja doch unsere Inge Meisel ist, die da ihre Giftpille bei sich hat und so. Wenn man das Schreckliche ansieht, dann dürfen wir nicht dagegen anfahren, dass auch das Altwerden von Gott uns zugemessen ist. Gott kann ja manchmal treue Christen ganz schwere Wege führen, auch mit dem Schwachwerden, mit dem Altwerden.
So große Denker und Prediger, wie gern habe ich Walter Tlach gelauscht. Man kann ihn kaum mehr besuchen, weil das Kurzzeitgedächtnis so ausfällt, so furchtbar. Ein ganzes Wrack, auch ganz in schwerem körperlichem Leiden. Und verstehen Sie, würdige Menschen, die genial waren mit all dem, was sie konnten, und wie der Mensch zerbrochen wird. Und in der Ewigkeit sind sie triumphierende Sieger aus unserer Schwachheit heraus.
Und das ist ja oft so schwer, dass man die Alten ja fast verschließen will, muss man ja manchmal auch, weil es einem peinlich ist. Auch bis hin vor den Familienmitgliedern, wenn sie bloß nicht die Erinnerung haben, die Enkel an die Schwachheit des Alters. Die große Sache wird kommen: der Leib der Erniedrigung, der noch die ganzen Leiden durchleben muss. Warum lässt uns das der Herr zu?
Ich habe das neulich bei Karl Heim gefunden, bei dem ich überhaupt viel Gutes finde. Wenn Sie noch Karl-Heim-Bände bei sich stehen haben, dann lesen Sie, dass er sagt: Die Kranken sind eine große Herausforderung für eine ganze Gemeinde. Denn in dieser Zeit sind viele Menschen zum ersten Mal in ihrem Leben offen für das Reden Gottes, die das ganze Leben weggeschoben haben. Und da muss man so da sein, mit Liebe und Güte, um Menschen das zu erklären: den erbarmenden Gott, bei dem Menschen lernen müssen, sich glaubend in die Hände Gottes fallen lassen zu können.
Ich bin also dankbar, was Frau Flath und Frau Wertz tun mit den Besuchen im Krankenhaus. Das ist so wichtig, weil da Menschen ganz offen sind. Nicht alle, aber die, die es brauchen. Und helfen Sie mir bitte mit, dass wir an den Kranken nichts versäumen. Es ist ganz besonders wichtig, wenn Kranke außerhalb unseres Gemeindebezirks wohnen, wo wir oft gar nicht die Meldung kriegen, etwa Frau Erdmann, die gerade wieder im Robert-Bosch-Krankenhaus liegt. Dass sie einander auch immer wieder aufmerksam machen, auch wenn ich es schon weiß, ich bin immer wieder froh, weil der Offmann eine Glaubensstärkung braucht. Und Sie müssen sonst gar nicht mitmachen, als er sagt: Ich will Ihnen bloß ein Bibelwort sagen, mit Ihnen beten, dann gehe ich wieder.
Das ist so wichtig, wenn man das alles sieht. Und dann hat man auch seine eigenen kreatürlichen Ängste. Das ist so wichtig, diesen Beistand zu geben, auch wenn schwere Dinge sind. Was wollen wir beim Kondolieren? Dass wir einander helfen, das zu bewältigen. Sie wissen, wie besonders bei den schwierigen Ereignissen man besonders darauf angewiesen ist, dass einer kommt und einem sagt: Und du und Gott, das verstößt sich nicht, und es ist nicht Strafe Gottes, sondern er möchte dich segnen, auch im schweren Weg usw.
Also helfen wir einander zu diesem Dienst. Und da sind wir Sieger, Überwinder, Triumphierende. Aber der ganze Jubel wird dem erwürgten Lamm gelten, dem Christus in seiner Kreuzesgestalt. Das ist das größte, herrlichste Zeichen. Wir sollten von Christus auch nicht anders reden als von seinem Opfertod für die Schuld der Welt. Wenn wir vom Kreuz reden, wird es der Welt unverständlich sein, aber für uns ist es eine Gotteskraft, so war es schon für den Paulus.
Wir sollten gar nicht so sehr versuchen, der Welt das alles verständlich machen zu können. Viele werden es verstehen, und die Christengemeinde damals hatte schnell verstanden, dass dieses Wort ein Spott war. Für die Leute, die stolz und erhaben sind, müssen Sie sich immer noch vorstellen: das ganze Römerreich, die ganze Antike, wie man das nennt, griechisch-römisches Denken mit der ganzen Philosophie hatte ein Ziel. Im Griechentum den Menschen Kalos Kakados, den guten und strahlenden Sieger, das war der Mensch. Im Griechentum, bei den Römern, ist er entfaltet worden in der Gestalt des Imperators. Augustus war eigentlich der Mensch.
Und genau auf diesem Höhepunkt gibt es ein tolles Buch von Staufer: Christus und die Cäsaren. Da ist Jesus gekommen. Es ist genau der umgekehrte Weg: in der Krippe als der Knecht, als der Diener, und er stirbt am Galgen. Und das ist der Triumph der Christen. Und die Christen sollten der Welt nicht etwas vormachen und sagen: Wir können auch Prominente vorweisen, wir haben auch sonst etwas. Sondern es ist doch der Triumph, dass Gott aus diesem Nichts seine Gemeinde sammelt.
Und die ganze Kraft Christi liegt in seiner Schwachheit. Und es wird immer so sein: Die größte Kraftentfaltung macht Gott aus einem Prediger wie Ludwig Hofacker, der kaum mehr sprechen kann und der schon halb in der Verwesung war in den letzten zwei Jahren, oder was war er, und doch predigt er mit seinem kranken Leib. Und das hat Gott oft so getan, dass er es durch schwache Menschen tut, weil er es nicht durch den Glanz und durch große Pracht tut, nicht durch die Weltkirche und nicht durch den Vatikan, sondern durch seine Boten, Zeugen des Evangeliums.
Wie die Missionsbewegung eigentlich eine armselige Bewegung war: Handwerker, die von Christus reden, waren am Anfang kaum mit Theologen dabei, aber sie waren erfüllt, das Evangelium vom Gekreuzigten in die Welt zu bringen. Und das bleibt Geheimnis. Sie fallen nieder als ein Zeichen der Huldigung und beten Gott an und danken ihm. Wir können nur sagen: Herr, alle deine Wege waren herrlich. Das, was uns hier noch rätselhaft ist, wird von der Ewigkeit her betrachtet: Alle Ehre dir, alle Weisheit, aller Dank, aller Preis, alle Kraft, alle Stärke. Es gab nichts, was nicht von dir kommt.
Jetzt sollten wir das bloß umsetzen und wissen, dass wir auch heute unsere Kraft nur von ihm bekommen, aus der Begegnung mit ihm.
Die Vollendung der Gemeinde und der Dienst in Ewigkeit
Ja, und dann kommt noch einer dieser Ältesten, dieser Vertreter der Gemeinde, die dort um den Thron Gottes sind, und fragt ihn und sagt: Wer sind denn die? Weißt du es wirklich? Er muss Farbe bekennen. Hast du es begriffen? Wer sind denn die Jubler da oben? Sind das Superleute, oder was?
Nein, das sind ganz arme Leute, die im Leben oft gestrandet waren, die sich manchmal vor sich selber geekelt haben und die unter ihrer Schuld zusammengebrochen waren. Die sagen: Ich bin ein Versager, um und um. Und die haben dauernd an ihren Kleidern herumgeputzt, wollten den Fleck wegkriegen, und der Fleck geht nicht weg. Aber sie haben ihre Kleider hell gemacht in der Vergebung Jesu.
Das sind Leute, die nur das eine erlebt haben. Und deshalb ist es das Herzstück der evangelischen Verkündigung. Es gibt kein modisches Evangelium als das, warum Menschen selig werden, wenn sie das begriffen haben: Ich kann ohne das Blut Jesu nicht selig werden. Es ist kein pietistisches Evangelium, sondern biblisches Evangelium, so wie es Jesus gesagt hat oder wie es Johannes festgehalten hat: Das Blut Jesu Christi macht uns rein von aller Sünde.
Ich kann ohne sein Blut, das für mich geflossen ist, da hat Gott so deutlich gemacht, nichts selig werden. Ich lebe von dieser unverdienten Gnade. Woher sind sie gekommen? Aus großer Trübsal, aus großer Not. Christen sind notvolle Leute, aber sie atmen auf unter dem Wunder der Vergebung.
Wenn Sie bei sich zu Hause gerade ein Predigtband von Ludwig Hofacker stehen haben oder von anderen Predigern, werden Sie merken: Er hat eigentlich nichts anderes gepredigt als das, in einer sehr biblischen Sprache. Sonst hat es sich gar nicht interessant aus, da ist kein Gag drin und kein Knüller und kein Geschichtle oder was. Einfach nur das Wort, nach dem Menschen dürsten.
Es war das Geheimnis auch von Billy Graham. Lesen Sie seine Bücher, wie beherrschend der Gekreuzigte und die Vergebung ist, wie die Vergebung des Gekreuzigten in der Mitte steht. Nichts anderes zieht. Hofacker hat mal da gesagt, wie dann in Rielingshausen war: Das zieht die Geister, das zieht die Geister.
Ich weiß nicht, Leute, ja nicht immer meine die Themen, die die verhandeln. Wenn wir jetzt auch gerade die Weltthemen verhandeln oder wenn wir jetzt vielleicht den Schremm von Mercedes einmal im Gottesdienst reden lassen, dass das die Leute vom Stuhl hießt oder so. Oder einen Atheisten predigen lassen auf dem Kirchentag und so. Das zieht die Menschen, nicht alle, aber die, die der Herr will und dies begreifen.
Es gibt keinen Weg zum Christsein als diesen. Und es sind die weißen Gleiter, es gibt sonst keine Vollendeten, es gibt nur welche, die durchs Blut Jesu rein geworden sind. Sie dienen ihm, Jesus, Tag und Nacht, Tag und Nacht. Wir werden in der Ewigkeit nicht ruhen, das war wichtig, sondern dienen.
Und das ist schon hier in dieser Welt das Erfüllendste, wenn Jesus uns bestellt hat in den Dienst, das heißt im Griechischen diakonien, dienen. Jeder Dienst der Liebe, den Sie tun, ist ein Jesusdienst, auch wenn er aussichtslos und vergeblich scheint. Eine zweite Meile mit jemandem zu gehen, Liebes zu tun an Menschen, die Ihnen Böses tun, um Jesu willen. Und es ist ein Vorgeschmack dessen, was wir einmal in der Ewigkeit tun dürfen.
Und da schließt das Mundzeugnis nicht aus, aber der Dienst ist etwas Herrliches, um Jesu willen seine Liebe weiterzugeben, wie Jesus ohne Ende geliebt hat. Und der, der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen wohnen. Es gibt keinen Hunger mehr, keinen Durst, es wird kein Leiden mehr sein, weil ganz wichtig, auch in den Krankenbetten das zu sagen, bei diesen furchtbaren Schmerzen: Gott hat uns die Schmerzmittel gegeben. Es soll nie einer sagen, das soll man durchhalten. Es gibt so schreckliche Schmerzen, die kann kein Mensch durchhalten.
Gott muss auch hier wissen, was er uns zumutet, und wir sind dankbar, dass die Medizin heute eigentlich alle Möglichkeiten geschaffen hat, dass man nicht mehr durch diese Schmerzen alle durch muss. Aber wenn man das oft erlebt, wie doch wieder bis die nächste Spritze wirkt und bis die Ärzte sagen: Ja, wir wollen das letzte Schmerzmittel noch nicht einsetzen, was das oft ist, die Vorfreude, dass einmal die Schmerzen weichen. Auch Jesus sprach davon, dass dort kein Schmerz mehr sein wird in der Ewigkeit.
Auch die Hitze, die wir so nicht erkennen. Wir freuen uns in den Sonnenstrahlen, aber die Hitze, ja, das kann einem Touristen schon in Jerusalem passieren. Geht nur ein paar Schritte in der Mittagssonne, und dann merkt er, wie lang 200 Meter werden können, wenn die Mittagssonne runterbrennt. Und trotz Hut und allem, wie das ausstört im Nun, wenn man da nicht gleich was zum Trinken hat, wie man matt und schwach wird.
Aber das ist ja bildhaft für all die großen Enttäuschungen, die Mutlosigkeiten. Was ist das für eine Not bei den seelisch Depressiven, bei denen, die unter Phobien leiden, unter Angstzuständen geschüttelt sind, und dass man sagt: Das wird einmal alles ein Ende haben. Auch von Menschen, die von Wahnvorstellungen gepeinigt sind, dass all das irdische Leiden ein Ende hat und dass der Mittelpunkt sein wird, dass Christus uns weidet und wir zu den Quellen des Lebendigen kommen.
Was sind das noch Bilder? Selbst so ein großer Mann wie Kierkegaard, der das ja auf seinem Grabstein stehen hat. Jetzt, wie fängt es nochmal an? Na, die Zeit, dann ist gewonnen, dann ist der ganze Streit in nichts zu kommen, dann will ich laben mich an Lebensbrechen und ewig, ewig nur mit Jesus sprechen. Danke, das Größte.
Und er hat es auch als großer Philosoph und Denker nicht anders sagen können als in herrlichen Bildern. Und dann noch dieses Abwischen aller Tränen von ihren Augen. Das heißt doch, wir bringen sie noch mit. Ich habe ja immer Sie daran erinnern, dass das Bodelschwingh so wichtig war, der so viel vom Leid gesehen hat, vielleicht wie kein anderer an den Gemütskranken, wie er sie nannte. Gemütskrank ist ein schönes Wort, Epileptikern usw.
Und was es dann ist: Auch Menschen, die sich dessen bewusst werden, was sie zu tragen haben. Die meisten auch der geistig Behinderten wissen um ihr schweres Los. Und das, was Bodelschwingh dann so herrlich gebracht hat, die Vorfreude auf die Ewigkeit. Und in der Zionskirche in Bethel, wenn Sie mal hinkommen, steht oben drüben: Wenn der Herr die gefangenen Zions erlösen wird. Das heißt die Zionskirche.
Dass Gott selber die Tränen wischt. Und wir können diesen Job nicht gut, wir probieren es immer wieder, aber die Menschen dürfen sagen: Nur Gott kann es richtig tun. Und er macht auch nichts beiseite, sagen immer, kein Engel macht es, Gott macht es selber. Und weil es bleiben einfach viele Schmerzen dieser Welt unaufgelöst bis zur Ewigkeit.
Der Ausblick auf das nächste Gericht
Und jetzt schließen wir dieses Kapitel. Das nächste Mal beginnt es mit der Stille auf Erden: Als das Lamm das siebte Siegel auftat, entstand im Himmel eine Stille von etwa einer halben Stunde.
Dann kommt es zu den letzten Posaunengerichten, die über die Welt gehen. Es ist noch einmal eine atemlose Stille. Dabei merkt man: Bei Gott gibt es kein Zeitgedränge wie bei uns, kein ständiges Hasten und keine Hektik. Es ist ganz still.
Und dann lässt Gott die Vollendung der schrecklichen Ereignisse noch einmal über diese Welt losgehen. Das ist Kapitel 8 und Kapitel 9. Aber da macht dann Joachim Rieger das nächste Mal weiter, mit den sechs Posaunengerichten. Das ist erschütternd und hat sehr viele konkrete Bezüge, die einen sehr ansprechen und bewegen.

