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Neuwied-Urbach 2017 - Gebet, Teil 1/7

1. Petrus 4,12-5,1406.06.2017
SerieTeil 1 / 7Neuwied-Urbach 2017 - Gebet
Leiden trifft nicht nur die Schwachen. Die Frage ist: Wirst du bitter oder bleibst du Gott treu? Gerade Druck zeigt, ob dein Glaube echt ist – und trägt.

Einleitung und Rückblick auf den ersten Petrusbrief

Guten Abend! Es ist jetzt wohl genau ein Jahr her, dass wir uns das letzte Mal hier in diesen Räumlichkeiten gesehen haben. Schön, dass wir wieder eine Woche gemeinsam haben können.
Danke auch für alle Gebete. Wir haben ja ein wichtiges Thema über das Gebet. Aber heute Abend soll ich noch etwas vom vorigen Jahr abschließen. Wir hatten voriges Jahr, wenn Sie sich vielleicht noch erinnern, den ersten Petrusbrief. Da waren wir nicht ganz fertig geworden.
Jetzt machen wir heute Abend noch etwas aus dem Petrusbrief und schauen, dass wir vielleicht heute ganz fertig werden. Wenn noch etwas übrig bleibt, machen wir den Rest morgen und schließen dann gleich mit dem Thema Gebet an.
Wir sind also in 1. Petrus 4,12-19.
Geliebte, lasst euch den Brand, der unter euch zur Prüfung entstanden ist, nicht befremden, als widerführe euch etwas Fremdartiges. Sondern freut euch, insofern ihr der Leiden des Christus teilhaftig seid, damit ihr auch in der Offenbarung seiner Herrlichkeit euch jubelnd freuen mögt.
Wenn ihr im Namen des Christus geschmäht werdet, seid ihr selig, denn der Geist der Herrlichkeit und der Gottes ruht auf euch. Bei ihnen wird er gelästert, bei euch aber verherrlicht.
Es leide nämlich keiner von euch als Mörder oder Dieb oder Übeltäter oder als einer, der sich in fremde Angelegenheiten einmischt. Wenn er aber als Christ leidet, schäme er sich nicht, sondern verherrliche Gott in diesem Namen.
Denn der Zeitpunkt ist da, an dem das Gericht vom Hause Gottes beginnen soll. Wenn aber zuerst bei uns, was wird das Ende derer sein, die der guten Botschaft Gottes ungehorsam sind? Und wenn der Gerechte mit Mühe gerettet wird, wo wird der Ehrfurchtslose und Sünder erscheinen?
Daher sollen auch die, die nach dem Willen Gottes leiden, ihm als einem treuen Schöpfer ihre Seelen anvertrauen und dabei Gutes tun.
Mal bis daher.

Leiden als Prüfung und Vorbereitung

Hier ist ein Abschnitt über Leiden. Nun, wir lesen natürlich nicht so gerne Stellen über das Leiden. Aber Petrus möchte die Gläubigen auf Leidenszeiten vorbereiten. Und es ist auch gut, wenn Christen auf Leidenszeiten vorbereitet sind. Denn irgendwann kommen Leidenszeiten. Und es ist gut, wenn man sich dann vorbereitet, wenn man nicht leidet, weil es oft zu spät ist, wenn man leidet. Dann reagiert man falsch.
Er beginnt hier mit dem Wort Geliebte. Vielleicht soll ich noch allgemein sagen: Es geht bei Leiden viel um Prüfungen. Christen sind geprüfte Leute, und die Leiden sind ein Mittel, Christen zu prüfen. Wir haben das alle nötig. Aber die Leiden sind verschieden verteilt, das ist eine Führung Gottes. Jeder Christ hat irgendwo ein Gebiet, wo er leiden muss, nehme ich an, und das ist wichtig.
Und er beginnt hier mit einer Anrede und sagt: Geliebte. Das ist interessant, das sagt er nur zweimal in dem ganzen Brief. Und an dieser Stelle, wenn er von Leiden spricht, sagt er Geliebte, weil sie daran denken sollen und weil er sie versichern will. Gerade dann, wenn ihr leidet, könnte vielleicht der Gedanke aufkommen: Warum gerade ich? usw. Geliebte, ihr seid vom Herrn geliebt, ihr seid auch von Petrus geliebt. Wenn wir mit Leuten umgehen, die leiden müssen, ist es auch wichtig, dass man ihnen Liebe zum Ausdruck bringt. Sonst können wir ihnen nicht wirklich helfen.
Dann sagt er weiter: Lasst euch das Feuer oder den Brand, die Hitze unter euch, die entstanden ist, um euch zu prüfen, nicht befremden. Also wiederfahre euch etwas Fremdartiges. Christen sollen nicht meinen, Leiden sei etwas Fremdes. Nun, für unser Wohlbefinden ist es schon fremd. Das gefällt uns nicht. Das sagen wir: Das passt nicht, das gehört nicht hierher. Aber das hat schon auch seinen Zweck.
Leiden gibt es seit dem Sündenfall. Von der Schöpfung her ist es schon etwas Fremdes, es gehört nicht in die Schöpfung, eigentlich ursprünglich nicht. Aber durch die Sünde ist viel Leiden entstanden, und Prüfungen gehören jetzt dazu, um uns zu helfen, um uns zu läutern, um uns zu reinigen, um uns einiges aufzudecken in unserem eigenen Leben. Der Apostel Paulus hat einmal gesagt, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Königreich Gottes eingehen müssen. Bedrängnisse, Verfolgungen oder sonstige Prüfungen.
Also, man sollte nicht sagen, wenn man Leiden hat, soll man nicht gerade fragen: Warum gerade ich? Das bringt nicht weiter. Es ist besser zu fragen: Wozu, Herr, wozu habe ich jetzt das? Was ist das Ziel, was ist der Zweck? Warum, das schaut zurück oder schaut auf den Boden oder auf die Ursache. Aber das Wozu schaut nach vorne, das ist wichtig.
Und er sagt dann: Nicht widerstreben, nicht rebellieren, sondern freut euch. Also nicht nur nicht klagen, nicht nur einfach das Leiden hinnehmen, sondern sogar freuen soll man sich in Leiden. Nur das kann man wirklich nur dann, wenn man überzeugt ist, dass die Leiden einen guten Zweck haben. Sonst kann man sich ganz sicherlich nicht freuen in den Leiden. An den Leiden sollen wir uns nicht freuen, in den Leiden steht da. Es ist ja klar, dass wir uns nicht an den Leiden freuen. Aber während wir mittendrin sind, in den Leiden, dann sollen wir uns freuen an Gott, der uns immer noch liebt und der etwas Gutes vorhat mit uns. Das ist hier die Botschaft des Petrus an die Christen dort.
Aber was er an die Christen dort schreibt, das schreibt er ja auch in einem gewissen Sinn uns, weil ja der Brief allgemeine Wahrheiten bringt. Es ist immer wichtig, wenn man einen Brief liest, dass man sich erinnert: An wen ist der Brief geschrieben, zu welcher Zeit? Nun, es war damals eine ganz kritische Zeit. Der Brief wurde geschrieben in den sechziger Jahren, gegen Mitte der Sechzigerjahre, vielleicht im Jahr 64 oder 63. Petrus selber stand unmittelbar vor seinem Tod, er wurde wahrscheinlich im Jahr 64 oder 65 getötet. Im Jahr 64 gab es in Rom eine ganz große Christenverfolgung im Römischen Reich, und die jüdischen Leute haben das ausgenutzt, überall, wo es Christen und Juden gab, um zu verfolgen, so dass da dann eine ganz, ganz große Christenverfolgung entstand, damals in den Jahren 64, am Ende von 64 und 65, vielleicht auch noch länger, ich weiß es nicht.
Jedenfalls bereitet der Apostel hier die Gemeinde des Herrn vor auf Leiden und Prüfungen. Das Feuer, das unter euch entstanden ist, oder die Hitze, die unter euch entstanden ist: Gott hat sie entstehen lassen, diese Hitze, diese Verfolgung, diese Leiden, um zu prüfen, sagt er hier, um zu prüfen. Es soll also sich herausstellen, ist der Christ bewährt oder nicht, ist er echt oder nicht. Und wenn er echt ist, ist er ein Bewährter. Christ oder nicht.

Anteil an Christus und die Hoffnung auf Herrlichkeit

Vers 13 Gemäss dem, wie ihr an den Leiden Christi Anteil habt, freut euch. Es ist interessant, was hier steht: Ihr habt an den Leiden Christi Anteil. Das heisst, es gehört zu den Leiden. Der Herr Jesus Christus hat auch gelitten, und in einem gewissen Sinn leidet er mit euch jetzt auch noch mit. Das Haupt leidet mit den Gliedern mit. Wenn ein Glied leidet, leidet das Haupt mit, und der Herr Jesus leidet mit. Er identifiziert sich mit den Gläubigen. So sind die Leiden der Gläubigen in einem gewissen Sinn Leiden Christi. Sie gehören zum Christsein. Sie gehörten zu Christus damals, und jetzt leidet der Herr immer noch mit seiner Gemeinde mit, wenn die Gemeinde leiden muss.
Und Vers 13 in der Mitte: Damit ihr euch auch in der Enthüllung seiner Herrlichkeit jubelnd freuen möget. Es gibt einmal einen herrlichen Moment, wenn man vor dem Herrn treten darf und der Herr kommt und sagt: Ei, du guter Knecht, über weniges bist du treu gewesen, und auch im Leiden bist du treu gewesen. Da darf man sich freuen auf diese Zeit, wenn der Herr sagt: Das hast du gut gemacht. So ein Lob aus dem Mund des Herrn ist etwas sehr Schönes.
Vers 14 Wenn ihr im Namen Christi geschmäht oder beschimpft werdet, seid ihr selig, also Glückseligkeit ist euer Los. Warum? Weil der Geist der Herrlichkeit und Gottes auf euch ruht. Bei ihnen ist er gelästert, ja, bei euch aber ist er verherrlicht. Der Geist des Herrn ruhte damals auf dem Herrn Jesus. Der Herr Jesus hat gesagt: Der Geist des Herrn ruht auf mir, weil er mich gesalbt hat, Jesaja 61. Er war der Gesalbte, er war der mit dem Heiligen Geist Ausgestattete, und der Geist Gottes ruhte auf ihm damals. Und dann ist der Herr in den Himmel aufgefahren, hat den Heiligen Geist ausgegossen, und jetzt ruht der Heilige Geist auf jedem Gläubigen.
Der Herr Jesus heisst der Gesalbte, auf Lateinisch Christus, der Gesalbte, Christus, auf Griechisch Christos. Und die Christen, die heissen in der Bibel Christianoi, Christianoi. Das sind die, die zu dem Gesalbten gehören, die hat der Herr nämlich auch gesalbt mit dem Heiligen Geist. Also der Geist Gottes ruht auch auf den Gläubigen, sie sind Christen. In 1. Johannes 2,20 lesen wir: Die Salbung ist auf euch. 1. Johannes 2,20: Ihr habt eine Salbung von dem Heiligen, und ihr wisst alles. Die Salbung, das ist das Bild für den Heiligen Geist. Im Alten Testament war eine Salbung eine Ausrüstung mit Kraft, man wurde mit Öl gesalbt, symbolisch eine Ausrüstung mit Kraft. Im Neuen Testament ist die Kraft der Heilige Geist. Man wird mit dem Heiligen Geist gesalbt, lehrt die Schrift, 2. Korinther 1.
Also, wenn ihr geschmäht werdet, denkt dran: Der Heilige Geist ruht auf euch. Und wenn ihr beschimpft werdet, manchmal könnte man ein bisschen eingeschüchtert werden, wenn man beschimpft wird, aber das ist ein Leiden. Das schmerzt einen, das ist ein echtes Leiden, wenn man verspottet wird von anderen Leuten. Und dann könnte man gerade dann, wenn man verspottet wird, Fehler machen, dass man dem Spott ausweicht. Und er sagt: Denk dran, du bist ein Gesalbter, der Heilige Geist ruht auf dir, bleib einfach unter diesem Spott.
Vers 15 Es leide nicht jemand unter euch als ein Mörder oder Dieb oder Übeltäter. Oder als ein Aufseher fremder Angelegenheiten, also einer, der sich einmischt in andere Angelegenheiten. Nein, wenn wir da zu leiden hätten, das hätte man ja verdient dann. Aber wir sollen nicht solche sein. Wir sollen nicht deshalb leiden, weil wir bestraft werden für irgendwelche Übeltaten, sondern als Christ.
Vers 16 Wenn er aber als ein Christ leidet, als ein Christianos, als einer, der zu dem Gesalbten gehört, weil er selbst ein kleiner Gesalbter ist. Christianos ist die Verkleinerungsform: „zum Christus gehörig“, einer, der zum Christus gehört, zum Gesalbten gehört. Also wenn er aber als ein Christ leidet, schäme er sich nicht, nicht einschüchtern lassen, sagt er. Er verherrliche aber Gott in diesem Los, das ihm zuteil wurde. Also, wenn er verspottet wird, dann soll er das als eine Gelegenheit nehmen, Gott zu loben, sagen: Herr, diesen Spott habe ich wegen dir bekommen, Ehre sei dir dafür. Ich bin froh, dass ich dein Kind bin, und der Spott, ich stehe als einer da, als ein Zeuge Jesu Christi, und weil ich für dich hier stehe, und eigentlich geht der Spott gegen dich, und ich darf diesen Spott auf mich nehmen. „Danke, Herr, dass du mich würdig erachtest, für deinen Namen zu leiden.“ Die Apostel haben einmal so geredet, die haben sich würdig befunden, für Christus zu leiden. Apostelgeschichte 5 steht das. Sie freuten sich, dass sie würdig erachtet worden waren, für Christus Schläge einzustecken. Verherrliche Gott.
Vers 17 kommt eine Erklärung für jene Christen, an die das geschrieben wurde, weil der Zeitpunkt da ist, dass das Gericht beim Haus Gottes beginnen sollte. Also bitte versetzen wir uns in die Lage der Christen damals: Sie stehen unmittelbar vor einem ganz grossen Gericht. Das eine Gericht ist eine Christenverfolgung, und das nächste Gericht ist das Gericht über Israel. Und auch die Juden von Kleinasien hat dieses Gericht über Israel getroffen, nicht nur die Juden von Palästina. Er spricht hier von einem ganz nahen Gericht damals, aber er sagt, bevor dieses Gericht kommt, trifft es euch. Und genau so war es in der Geschichte. Bevor das Gericht 70 nach Christus kam über Israel, der Krieg, der römisch-jüdische Krieg, der ging vom Jahre 66 bis zum Jahre 70, und die zwei Jahre vorher, 64, gab es eine furchtbare Christenverfolgung. Gerade vorher geschrieben wurde dieser Brief, genau in diesen Tagen, wahrscheinlich knapp bevor das begonnen hat.
Der Zeitpunkt ist da, dass das Gericht beim Hause Gottes beginnen sollte. Das Haus Gottes ist die Gemeinde, die Gemeinde des Herrn. Damals stand sie unmittelbar vor einem schweren Leiden. Aber dieses Leiden sollte wie eine Züchtigung sein für das Volk Gottes, die sollten geläutert werden. Manchmal gibt es das auch in unseren Zeiten. Nicht jede Zeit ist gleich. Es gibt Friedenszeiten, Ruhezeiten, da ist nichts, da erfreuen wir uns über Friede und Sicherheit. Dann gibt es Zeiten, wo es hart wird, da bereitet der Herr die Gemeinde vor, hier tut er das. Training time for reigning time, das heisst im Englischen: Trainingszeit, bevor die Regierungszeit kommt. Der Herr übt die Gemeinde, läutert sie.
Das ist hier eine Anspielung auf Hesekiel 9. Hesekiel 9 ist ein Kapitel, wo der Prophet Hesekiel knapp vor der Zerstörung Jerusalems im Jahre 587 v. Chr. eine Prophezeiung empfing, und er sagte, der Herr würde ein Gericht bringen über das Haus Israel und beim Haus Gottes wieder anfangen, beim Haus Gottes wieder anfangen mit dem Gericht. Das steht dort in Hesekiel 9,6: „Mordet bis zur Vertilgung Greise, Jünglinge, Jungfrauen, Kinder und Frauen, aber naht euch niemandem, an welchem das Zeichen ist.“ Die Gläubigen werden mit den Zeichen markiert, dass sie nicht getötet werden sollten. Und bei meinem Heiligtum sollte er anfangen, beim Haus Gottes, beim Tempel. Darauf spielt er an, das ist so eine Anspielung. Das machen die Apostel öfters in ihren Briefen, dass sie eine Parallele ziehen zu etwas im Alten Testament.
Sollte gerichtet werden, und die Christen, die Echten, müssen sich bewähren, die Unechten müssen ausgesiebt werden, und gerade die Leidenszeit sollte hier die Gläubigen läutern. Der Zeitpunkt ist da, Vers 17 in der Mitte: Wenn aber zuerst bei uns, was wird das Ende derer sein, die gegenüber dem Evangelium Gottes ungehorsam sind? Das sind hier hauptsächlich in der damaligen Zeit die harten, rebellischen Juden aus dem Volk Gottes gewesen, aus dem alttestamentlichen Volk Gottes, die sich so stark widersetzt haben dem Evangelium. Darunter hat ja Petrus sehr gelitten. Petrus war der Apostel für die Juden, und das hat ihm sehr wehgetan, dass sein Volk, die Israeliten, sich so dem Evangelium entgegengestellt haben.
Man sagt, Petrus war lange Zeit in Jerusalem. Die römische Kirche will das zwar nicht wahrhaben, und die hat ein Märchen erfunden, er wäre lange Zeit in Rom gewesen, das ist alles gar nicht bewiesen. Es ist nicht bewiesen, wie lange und ob überhaupt Petrus in Rom war, aber die katholische Kirche behauptet ganz fest und steif, dass Petrus in Rom getötet worden ist. Das ist nicht erwiesen. Es gibt Kirchengeschichtler, ich habe eine Arbeit gesehen, ein bisschen auch hineingeschaut von einem Karl Heussi, der bestreitet wissenschaftlich, dass Petrus je in Rom war. Er sagt, er war in Jerusalem. Das ist jetzt nicht wichtig für uns, aber Petrus war der Apostel für die Juden, und Petrus und Jakobus und Johannes waren die, die in Jerusalem die Säulen der Gemeinde waren. Die haben viel gelitten dort. Sie waren auch unterwegs, aber nicht so weit, sie kamen immer wieder nach Jerusalem zurück.
Wenn zuerst bei uns, was wird das Ende derer sein, die dem Evangelium Gottes ungehorsam sind? Und wenn der Gerechte kaum gerettet wird, also kaum heisst hier mit Mühe, wenn der Gerechte mit Mühe gerettet wird, wo wird der Ehrfurchtslose und Sünder erscheinen? Petrus sieht schon die schwarzen Wolken des Gerichts Gottes am Horizont kommen über das Volk Gottes Israel. Er sagt schon: Wenn schon bei den Gläubigen Gott sich so viel Mühe macht und es mit Leiden geschehen wird, um sie durchzubringen, wie schlimm wird es dann mit den Gottlosen werden?
Der Herr bringt die Gläubigen in Züchtigungen, läutert sie, reinigt sie. Und wenn sie dann am Ziel ankommen, dann können sie zurückblicken, können sagen: Herr Jesus, das warst du, dass ich jetzt am Ziel bin, das warst du. Ich kenne Gläubige, die sagen: Wenn der Herr mich nicht drangenommen hätte, wenn der Herr mich nicht in die Schule des Leidens genommen hätte, ich würde nicht hier stehen. Der Herr weiss, was wir brauchen. Wir denken dann: Oh, schon wieder ich und das auch noch. Das sollen wir nicht. Wir sollen sagen: Herr, es wird wahrscheinlich nötig sein für mich, und da nehmen wir das gerne an. Wo wird der Ehrfurchtslose und Sünder erscheinen? Wie schrecklich muss das Gericht sein für den, der Christus und das Evangelium ablehnt.
Vers 19 Daher auch sollen die, die nach dem Willen Gottes leiden, ihm als einem treuen Schöpfer ihre Seelen anvertrauen. Das ist jetzt ein sehr interessanter Vers. Was heisst das? Was hat mein Leiden zu tun mit der Schöpfung, mit einem Schöpfer? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht? Was hat Leiden zu tun mit einem Schöpfer? Sehr, sehr viel. Was Gott den Menschen erschaffen hat, hat er den Menschen für sich erschaffen. Gott hat den Adam für sich gemacht und alle seine Nachkommen auch. Er war der Vater des Adam, der Schöpfer des Adam ist der Vater des Adam. Er ist der Vater des Menschengeschlechts überhaupt. Und was macht ein Vater? Wer Leben ins Dasein ruft, der verpflichtet sich auch, für das Leben zu sorgen. Ein Vater, der ein Kind in die Welt setzt, verpflichtet sich damit auch, für dieses Kind zu sorgen.
Ich weiss, es gibt heute in der Welt Väter, die setzen Kinder in die Welt und dann verschwinden sie. Das gibt es leider in einer kaputten Welt. Aber normalerweise ist es so klar, ist es jedem klar: Wer ein Kind in die Welt setzt, der verpflichtet sich, dieses Kind zu erhalten und zu versorgen. Wer einen Menschen in die Welt setzt, dann verpflichtet er sich auch, diesen Menschen zu erhalten, und er möchte ihn für ewig erhalten. Und wenn Gott uns die Wiedergeburt gegeben hat und uns zu seinen Kindern gemacht hat, geboren hat, neu geboren, dann verpflichtet er sich, als ein treuer Schöpfer, als ein treuer Schöpfervater verpflichtet er sich, diese Wiedergeborenen durchzubringen bis in die Ewigkeit hinein. Gott ist ein treuer Schöpfervater, der alles Leben, das er ins Dasein ruft, versorgt und ans Ziel bringt. Natürlich nicht gegen den Willen, das ist klar. Es gibt ganz rebellische Wesen, die sich abwenden, es gibt es, das sind Ausnahmen. Aber das Übliche ist, dass der Mensch sich von Gott züchtigen lässt.
Ein Vater schaut, dass aus seinen Kindern etwas wird, und dazu braucht es auch ein bisschen Züchtigung. Dann sagt der Sohn einen Tag später, wenn er gross ist, sagt der Papa, ich bin dankbar, du hast mich ein bisschen an die Kandare genommen, hast mich streng gehalten, war gut. Vorher sagt er es nicht, aber nachher sagt er es. Gott ist so ein Hirte, so ein Hüter für das neue Leben.
Daher sollen die, die nach dem Willen Gottes leiden, ihm als einem treuen Schöpfer ihre Seelen anvertrauen. Sie sollen sagen: Herr, in deine Hände lege ich mich gerne, auch wenn es manchmal Züchtigung bedeutet. Er wird mich bewahren, auch unter grossem Stress und Druck, meine Rettung ist abhängig von ihm. Und jetzt ist es wichtig, dass ich loslasse. Wenn er mich an die Hand nimmt, wenn ich etwas spüre von Züchtigung, dann muss ich loslassen und muss sagen: Ja, Herr, ich akzeptiere es. Denn wenn man Züchtigung nicht akzeptiert, dann wird sie das nicht erreichen. Das kennen wir bei den Kindern auch, oder? Es gibt Kinder, die züchtigt werden, und sie werden noch härter, da ist irgendetwas falsch gelaufen. Aber die akzeptieren die Züchtigung nicht, dann kommt die Züchtigung nicht zum Ziel. Bei Gott ist es auch so: Nicht das Leben selber in die Hand nehmen, nicht selber steuern, sondern dem Herrn sorgen lassen und uns dem Herrn anvertrauen.
Paul Gerhard sagt: Lass ihn nur tun und walten, lass ihn nur tun und walten. Er ist ein treuer Hirte, er wird sich so verhalten, dass man sich wundern wird. Und es heisst dann zum Schluss: Im Gutes tun, also die Seelen anvertrauen, im Gutes tun, indem wir Gutes tun. Das ist unsere Aufgabe. Der Herr Jesus hat auch viel Gutes getan, er ist umhergegangen, Gutes tuend. So endet das Kapitel 4.
Und in Kapitel 5 kommen dann noch ein paar Aufrufe für die Ältesten und für die Gemeinde und solche. Aber bevor wir das machen, hier wäre ein guter Platz, dass wir eine kurze Unterbrechung machen, können wir dann ein Lied im Stehen singen, und dann machen wir weiter. Wir lesen die Verse 1 bis 4.
Kapitel 5 Die Ältesten unter euch rufe ich auf, der ich ein Mitältester und ein Zeuge der Leiden des Christus bin, auch ein Teilhabender an der Herrlichkeit, die geoffenbart werden soll. Seid Hirten für die kleine Herde Gottes bei euch und übt Aufsicht, nicht gezwungenermassen, sondern freiwilligerweise, nicht um schändlichen Vorteil, sondern aus freien Stücken, nicht als solche, die über die Losanteile herrschen, sondern als solche, die Vorbilder der kleinen Herde werden. Und ist der oberste Hirte offenbar geworden, so werdet ihr die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit davontragen.
Ist zuerst ein Aufruf für die Ältesten. Normalerweise gab es mehrere Älteste in den Versammlungen. Ich, der Mitälteste, er selber sieht sich als einen Mitältesten, obwohl er nicht dort wohnte. Er war vielleicht mal dort auf Besuch gewesen, vielleicht hat er einige Gemeinden gar nicht von Angesicht gesehen, aber er stellt sich vor als ein Mitältester, also einer wie die anderen Ältesten. Er war ja ein Apostel, das heisst ein Missionar, ein Unterwegsmensch, gesandt von Jesus Christus. Aber wenn ein Missionar irgendwo eine Arbeit anfängt, dann ist er der erste Älteste automatisch, das ist ja klar. Dann ist er der Hirte, bis er weiterreist.
Und hier, dieser Missionar oder dieser Apostel, der war viel unterwegs und er weiss, dass er auch zu den Leitern gehört. Warum? Weil er ein reifer Christ ist und weil der Herr ihm auch diesen Dienst gegeben hat. Es gab damals diese zwölf Apostel und den Paulus, den dreizehnten, aber es gab auch andere, die Apostel hiessen, wie Barnabas oder Missionar würden wir sagen oder Timotheus oder Titus. Das waren auch Missionare. Missionar heisst lateinisch der Gesandte, und wenn man das Wort Missionar auf Griechisch übersetzt, dann heisst es Apostel. Das ist dasselbe Wort.
Er steht nicht höher als die anderen, er ist nicht übergeordnet über den anderen Ältesten, gar nicht. Er ist ein Mitältester, so nennt er sich hier, mit den anderen zusammen. Der Unterschied ist, dass er unterwegs ist, die anderen sind am Ort, die bleiben dort, und die anderen kennen natürlich die Geschwister besser, aber dennoch hat er etwas zu sagen, und als solcher, der etwas zu sagen hat, schreibt er diesen Brief. Und er stellt sich vor als ein Zeuge der Leiden Christi. Er war bereit zu leiden für Jesus Christus, er ist auch ein Zeuge, er selber war damals dabei gewesen, und er wurde einer, der viel gelitten hat für Christus. Zum Schluss ist er sogar ein Märtyrer geworden.
Was ist aus dem Petrus geworden? Früher hat er sich verwünscht und verflucht, er hat gesagt: Ich kenne den nicht, um seine eigene Haut zu retten. Was ist, was hat der Herr Jesus aus diesem Petrus gemacht? Vielleicht will er hier mit einem kleinen Wink sagen: Seid ihr auch bereit zu leiden und Unannehmlichkeiten auf euch zu nehmen. Gerade leitende Brüder haben oft viel durchzumachen, müssen sich sehr stark einsetzen, haben oft mit Widerstand zu tun. Die Brüder, die unter uns leitend sind, sollten wir sehr, sehr schätzen. Im Thessalonischen Brief sagt er, dass man sie für ehre würdig halten soll, hochschätzen soll, um ihres Dienstes willen, was sie tun.
Der ich auch ein Anteilhaber der Herrlichkeit bin, die enthüllt werden soll. Er macht hier die anderen auch darauf aufmerksam: Es gibt einmal eine Herrlichkeit, es gibt einmal eine Belohnung, und es wird sich gelohnt haben, in diesem Dienst treu gewesen zu sein. Wenn man daran denkt, dann ist es leichter, den Dienst wahrzunehmen.
Vers 2 Seid Hirten oder man könnte übersetzen: Weidet die Herde. Das griechische Wort heisst einfach: Seid Hirten über die Herde, tut den Hirtendienst. Was macht ein Hirte? Der weidet, der schaut, dass die Herde etwas zu essen hat und dass keine giftigen Sachen gegessen werden. Er hütet die Herde, er schaut, dass keine Wölfe kommen, und wenn Wölfe kommen, dann ruft er: Achtung, Wolf! Ein Hirte ist ein Wächter. Es ist gut, wenn unsere Hirten die Augen offen haben und Geschwister sagen: Geschwister, passt auf, hier sind Wölfe, dort und dort, von der Richtung kommen sie, und so und so sehen sie aus, und das lehren sie. Es gibt immer wieder Wölfe, es gibt auch welche Wölfe, die mittendrin sind schon. Die müssen auch entlarvt werden, Wölfe im Schafspelz. Die müssen also Gefahr rufen, wir müssen vorausschauen und die Gefahren frühzeitig erkennen. Das braucht ziemlich viel, das braucht Umsicht. Heutzutage überhaupt ist das sehr, sehr wichtig. Wir haben so viel Falsches und so viel verdrehtes Christentum, was gar kein wirkliches Christentum ist.
Die kleine Herde, sagt er, im Griechischen steht hier ein Härtchen, eine kleine Herde. Die Gläubigen sind immer in der Minderzahl, sie sind nicht die grosse Herde. Eines Tages sind sie die grosse Herde, ja, in der Ewigkeit, aber hier auf der Erde sind sie immer in der Minderzahl, die kleine Herde. Übrigens steht nicht in der Bibel, dass eine Gruppe am Ort immer wachsen muss. Es steht nicht in der Bibel. Es gibt keine Bibelstelle, die sagt, dass eine Gruppe, die am Ort ist, sich immer vermehren wird. Manchmal werden sie auch weniger, vor allem dann, wenn viel Weltlichkeit da ist und der Herr aussiebt. Manche meinen, die Gemeinde müsse immer wachsen, nach aussen hin. Schön ist es, wenn sie wächst, schön ist es, wenn Menschen hinzukommen, klar, aber es muss nicht sein. Es gibt Situationen, wo man treu bleiben muss, und gerade weil man treu ist, wird man weniger, gibt es auch.
Ja, übt Aufsicht, übt Aufsicht, sagt er zu ihnen hier, seid Aufseher. Sie sollen vorangehen, sie sollen schauen, es braucht Ordnung. Sie müssen schauen, es kann nicht ein Chaos geben, jeder soll tun, wie ihm vorkommt, nein, es muss eine Ordnung rein, das braucht es. Der Herr möchte Hirten zurüsten, wenn es keine Hirten gibt, dann beten wir, dass der Herr weitere noch, oder wenn es zu wenige gibt, dann beten wir, dass der Herr noch mehr zurüstet. Der Herr kann das tun, Leute zurüsten, die fähig werden, voranzugehen, die Durchblick haben, die einen Weitblick haben. Nicht zu viel erwarten von den Ältesten oder Hirten, nicht zu viel erwarten, selber auch anpacken müssen wir. Es ist nicht so, dass nur die Hirten arbeiten, nein, alle sind dran, alle helfen einander. Aber die Hirten haben die Aufgabe zu wachen, dass die Arbeit geschieht.
Vers 2 Nicht gezwungenermassen, sondern freiwillig. Nicht also unter Druck gesetzt von Menschen und von Terminen und von Arbeit, sondern weil der Herr Jesus es sagt. Der Herr hilft dann schon mittragen. Vers 2 weiter am Ende: sondern bereitwillig, also auch dann, wenn die Anerkennung nicht kommt. Der Herr hat einmal den Petrus gefragt: Liebst du mich? Er hat nicht gefragt: Hey Petrus, liebst du Schafe? Ich hätte einen Job für dich. Nein, liebst du mich? Dann hüt dir meine Schafe. Das ist wichtig, auf den Herrn Jesus konzentriert zu sein.
Vers 3 Nicht als solche, die über die Anteile herrschen, keine Chefs und Boss und Könige, nein, sie sind mit, sie sind eigentlich ja eigentlich mit den anderen Schafen auch Schafe gleichzeitig, während sie Hirten sind. Wir sind nicht Herr über euren Glauben, wir herrschen nicht über euren Glauben, 2. Korinther 1,24, nicht dass wir Herr sind über euren Glauben, sondern wir sind Mitarbeiter an eurer Freude, sagt Paulus, 2. Korinther 1,24. Mitarbeiter an eurer Freude, das ist unser Anliegen, deshalb tun wir das, was wir tun.
Vers 4 Und wenn der oberste Hirte offenbar geworden ist, werdet ihr die unverwelkliche Siegeskrone der Herrlichkeit bekommen. Wunderschön, es gibt einmal eine Belohnung. Jeder Diener bekommt seinen Lohn, nicht nur der Hirte, sondern auch die anderen, die gedient haben. Jeder bekommt seinen Lohn, das darf uns motivieren.

Demut, Wachsamkeit und geistlicher Widerstand

Vers fünf bis neun, weitere Aufrufe: Gleicherweise ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter. Werdet alle einander untergeordnet und bindet euch eine demütige Gesinnung um, weil Gott sich den Hochmütigen widersetzt, den Demütigen aber Gnade gibt. Lasst euch also demütigen unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch zur rechten Zeit erhöhe, nachdem ihr eure ganze Sorge auf ihn geworfen habt, denn ihm liegt an euch. Seid nüchtern und wacht, weil euer Widersacher, der Teufel, wie ein brüllender Löwe umhergeht und jemanden sucht, den er verschlingen kann. Dem widersteht fest im Glauben, wissend, dass dieselben Leiden eurer Bruderschaft in der Welt auferlegt sind, bis hierher.
Also, jetzt kommen Aufrufe an die Gläubigen allgemein. Der erste Aufruf betrifft Unterordnung und Demut, Vers fünf bis sieben. Wer ist hier angesprochen? Vers fünf: Ebenso die Jüngeren, also die, die jünger sind als die Ältesten, die, die jünger sind als die Ältesten. Das sind viele, oder? Die Jüngeren, physisch oder geistlich jünger, das heißt: alle. Unterordnet euch, ebenso die Jüngeren, unterordnet euch.
Das ist eine ganz große Hilfe, eine ganz große Hilfe: unterordnen. Wenn Gläubige das nicht lernen, werden sie nie andere führen können. Wer nicht selbst gelernt hat zu folgen, wird nie andere führen können. Im Englischen sagt man: You can't teach what you don't know and you can't lead where you don't go. Du kannst nicht lehren, was du nicht weißt, du kannst nicht führen, wo du selbst nicht gegangen bist. Wer nicht gelernt hat, sich unterzuordnen, wird es schwer haben im Leben und wird nicht viel erreichen.
Es ist auch nicht die Aufgabe der Ältesten, die Unterordnung zu fordern. Die werden nicht aufstehen und sagen: Oh, und ihr müsst euch mir unterordnen. Das werden die nicht tun, weil sie selbst demütig sind. Aber der Herr erwartet von uns, dass wir ihm gegenüber gehorsam sind, und deshalb unterordnen wir uns den Ältesten. Was sie tun, was sie sagen, das ist ihre Aufgabe: das Wort Gottes zu verkündigen. Sie sind Vertreter des Wortes Gottes, das heißt, sie sollen das Wort Gottes lehren, und als solche muss man auf sie hören.
Es ist sehr schwer, wenn ein Bruder lehrt und er merkt, die Geschwister wollen das nicht akzeptieren. Es ist sehr schwer für leitende Leute. Sie lernen das Wort Gottes, sie ringen, sie beten, sie flehen, und dann bekommen sie nur harte Gesichter entgegen. Ich rede es nicht zu euch, als dass es bei euch sei, aber ich sage: Das ist schwer. Ich habe das schon erlebt.
Da möge der Herr uns eine Gesinnung geben, die er selbst eingenommen hat. Hat er nicht selbst das gemacht? Hat er nicht selbst die anderen höher geachtet als sich selbst? Paulus sagt im Auftrag Jesu: Die Gesinnung sei in euch, die auch in Christus war. Und in dem Zusammenhang sagt er: Einer achte den anderen höher als sich selbst. Und der Herr Jesus hat das am meisten gemacht. Der Herr Jesus hat uns alle höher geachtet als sich selbst. Diese Gesinnung braucht es, dann gibt es ein gutes Miteinander. Da müssen die Ältesten nicht seufzen.
Also: Alle aber, indem ihr euch unterordnet, bindet euch die Demut um. So könnte man das übersetzen. Alle aber, indem ihr euch unterordnet, bindet euch die Demut um. Das ist ein Bildwort aus der Küche: Küchenschutz nehmen und umbinden. Das ist Demut umbinden, sagt er. Nehmt die Demut und nehmt sie als Küchenschutz und bindet sie euch um, oder als Arbeitsschutz. Das ist ein Zeichen, dass ich mich jetzt anschicke zu dienen.
Wenn es hier heißt, dass jeder, dass alle sich unterordnen sollen, heißt es nicht, dass der Mann nicht Haupt sein darf. Nein, der Mann unterordnet sich, aber indem er selbst Haupt ist und als Haupt fungiert, unterordnet er sich trotzdem in seiner Art, wie er sich benimmt, wie er sich gibt, auch in der Ehe. In der Art, wie er mit seiner Frau umgeht, merkt man Demut, und doch ist er das Haupt, wie der Herr Jesus ja auch. Wie ist der Herr Jesus umgegangen mit uns? Er hat gedient bis zum Letzten. „Glückselig seid ihr, wenn ihr es tut“, hat er zu den Jüngern gesagt. „Habt ihr gesehen, was ich getan habe? Macht das auch.“
Also, ich bin jedem Christen verpflichtet. Keiner soll sagen: Du hast mir nichts zu sagen. Wie verkehrt! Ich kenne Leute, die haben das gesagt: Du hast mir nichts zu sagen. Was soll das? Ich bin jedem Christen verpflichtet, und jeder Christ hat mir etwas zu sagen. Ich bin Schuldner jedem Gläubigen. Dann gibt es ein gutes Miteinander. Ich habe keine Rechte. Wenn man einmal anfängt mit Rechten, dann ist schon etwas schief gelaufen. In einer Gemeinschaft, wo die Liebe regiert, spricht man nicht von Rechten.
In Österreich war das mal da. Da haben die Politiker, ich weiß nicht, was die im Sinn hatten, manchmal sind sie schon sehr unweise. Da gab es irgendwie so eine Diskussion: Welche Rechte hat man in der Familie, in der Ehe? Das Recht des Ehemannes, das Recht der Ehefrau. Wie verkehrt! In der Ehe gibt es keine Rechte, in der Ehe gibt es Liebe. Und wo Liebe herrscht, da spricht man nicht von Rechten. Da darf man einander dienen, dann wird die Sache funktionieren. Und jeder hat eine Funktion: der Mann hat eine Funktion als Haupt, und die Frau hat auch eine Funktion.
Alle aber, indem ihr euch unterordnet, bindet euch die Demut um. Demut heißt im Griechischen eine niedrige Gesinnung. Niedrige Gesinnung setzt sich zusammen aus zwei Wörtern: niedrig und Gesinnung. Niedrige Gesinnung einnehmen. Das Bild ist hier vom Sklaven, der den Sklavenschutz umbindet und dienstbereit ist. Das sollen wir auch.
Weiter, Vers fünf am Ende: Denn Gott widersetzt sich dem Hochmütigen. Hier haben wir es: Gott widersetzt sich dem Hochmütigen. Wenn jemand sich nicht unterordnet, hat er zwei Feinde: Gott selbst und den anderen, dem er sich unterordnen sollte. Zum Beispiel, wenn die Frau sich dem Mann nicht unterordnet, hat sie zwei Feinde: Gott und den Mann. Der Mann wird dir das nicht zeigen, er wird dich trotzdem lieben, aber er wird darunter leiden. Aber Gott wird sich widersetzen.
Wenn wir uns innerlich über den Bruder oder über die Schwester überheben, bekommen wir Gott zum Feind. Und ich möchte Gott nicht als Feind haben. Gott widersetzt sich den Hochmütigen, aber dem Demütigen gibt er Gnade. Eine Motivation für das Demütigsein: Ihr wollt ja Gnade haben, also dann demütigt euch. Ihr wollt ja, dass Gott auf eurer Seite ist und euch beschenkt, also dann demütigt euch. Gott hilft Leuten, die demütig sind. Demütige Leute brauchen Hilfe, und Gott hilft gerne denen, die Hilfe brauchen und sich demütigen.
Lasst euch also demütigen unter der mächtigen Hand Gottes. Unter die Hand Gottes beugen wir uns. Wenn wir nicht demütig sind, dann wird der Herr irgendwie dafür sorgen, dass wir demütig sind oder demütig werden, und dann kann es uns manchmal etwas kosten. Ansonsten kann der Herr uns nicht gebrauchen. Stolz, jemand hat gesagt, Stolz ist ein Gewächs, das wie Unkraut in uns ist und alles überwuchern will, und wir brauchen ein göttliches Jäten, Unkrautjäten.
Unter die mächtige Hand Gottes, also unter die Gewalt der mächtigen Hand Gottes. Seit wir den Herrn angenommen haben, haben wir eine Hand, das ist eine mächtige Hand. Einer hält uns, aber eine Hand hat uns und ist auch über uns. Wir stehen unter der Hand Gottes, wir sind auch in der Hand Gottes. Und der möchte sorgen, dass wir demütige Leute sind. Manchmal gebraucht der Herr schwierige Menschen, um uns zu demütigen, manchmal gebraucht er schwierige Christen, um uns zu demütigen. Aber der Herr. Wir sollten daran denken, wenn der Herr uns solche Menschen in den Weg stellt.
Weiter: Damit er euch erhöhe. Also demütigt euch, damit er euch erhöhe zur rechten Zeit. Wann die rechte Zeit ist, bestimmt er. Dann kommt eine Erhöhung. Manchmal ist es in dieser Welt, manchmal ist es erst im Jenseits.
Vers sieben: Wir sollen uns demütigen, nachdem ihr eure ganze Sorge auf ihn abgeworfen habt. So steht es im Griechischen. Hier ist ein Nebensatz, der eingeleitet ist und so zu übersetzen ist mit einem „nachdem“. Nachdem ihr das eine getan habt, nachdem ihr eure ganze Sorge auf ihn geworfen habt, demütigt euch unter die gewaltige Hand Gottes.
Sorgen sind wie ein sich kreisender Wirbelwind von nutzlosen Gedanken. Es geht hier um das Sorgenmachen, sich Sorgen machen, unnötigerweise, auf diese Angst, auf dieses Was sein könnte, wenn? Was wäre, wenn? Was soll man tun? Werfen, werfen! Ein Bruder hat mir gesagt: Thomas, du musst lernen zu werfen! Ich habe nicht verstanden, was meint er? Du musst werfen lernen. Du musst abwerfen, deine Sorgen dem Herrn übergeben, nicht das Vertrauen wegwerfen, die Sorgen wegwerfen. Das Vertrauen müssen wir festhalten.
Ganz konkret formulieren: Herr, dieses bedrückt mich, und ich nenne es dir jetzt, und jetzt darf ich es dir übergeben. Danke, jetzt ist es dein Problem. Schön, oder? Jetzt ist es dein Problem. Und der Herr sagt: Gut, jetzt ist es mein Problem. Lass mich dran. Weil was steht hier, Vers sieben: Weil er sich um uns kümmert, oder weil ihm an uns gelegen ist. Das heißt, weil er sich für uns sorgt, für uns sorgen wird, nicht sich, sondern weil er überhaupt für uns sorgen wird.
Jemand hat gesagt: Sorgen machen ist Sünde, Sorgen machen ist unangebracht, Sorgen machen ist nutzlos, Sorgen machen ist heidnisch, Sorgen machen ist kraftraubend und Sorgen machen ist ungesund. Das steht alles in Matthäus 6. Ja, da gibt es ein ganzes Kapitel über Sorgenmachen. Da haben wir jetzt keine Zeit.
Weiter, Vers acht: Seid nüchtern und wacht, weil euer Widersacher, der Teufel, wie ein brüllender Löwe umhergeht. Also, es geht immer noch um das Thema Demut und sich unterordnen. Gerade auf dem Gebiet muss man auch wachsam sein, wachsam, nüchtern. Nüchtern heißt: na ja, wir wissen, was unnüchtern heißt. Unnüchtern ist man entweder, wenn man zu viel getrunken hat, wenn man Alkohol getrunken hat, oder wenn man so viel gegessen hat, dass man nur noch schlafen möchte, dann ist man auch nicht mehr nüchtern. Dann ist alles Blut aus dem Kopf draußen, oder fast alles, und man kann nicht mehr arbeiten, man ist einfach müde.
Seid nüchtern, seid wachsam. Das heißt, beschäftigt euch nicht zu stark mit dieser Welt. Schaut, dass ihr auf Gott konzentriert bleibt. Seid wachsam, vielleicht ist Gefahr vorhanden. Warum sollen wir wachsam und nüchtern sein? Weil der Widersacher, der Teufel, umhergeht, sagt er hier. Der Satan, der Diabolos. Diabolos heißt der Widersacher, der Teufel, der Widersacher. Auf Griechisch Widersacher: Teufel, Diabolos. Auf Hebräisch Widersacher: Satan. Das ist kein Name. Der Teufel hat keinen Namen. In der ganzen Bibel gibt es keinen Namen für den Teufel. Der heißt nur Widersacher, Satan und Diabolos, der Satan, der Widersacher.
Er geht umher wie ein brüllender Löwe. Nun, die Löwen, die gehen so vor: Der eine brüllt, das Männchen brüllt, das Weibchen holt sich die Beute. Das Männchen brüllt, und das Weibchen läuft. Und ein Männchen schreckt die auf, und das Weibchen schaut: Wo sind die Tiere, die ein bisschen auf der Seite sind, die zu langsam sind? Und dann packen sie zu. Er brüllt, und er sucht jemanden, den er verschlingen kann. Da müssen wir zusammenhalten, dass der Feind nicht ran kann. Das ist eine Hilfe.
Was sagt Petrus? Dem widersteht. Nicht erschrecken lassen, nicht einschüchtern lassen, sondern widerstehen. Es ist nicht so, dass das Schaf sich hinstellen muss und sagt: So, komm, du Löwe, komm ran an mich. Nein, widerstehen heißt hier: auf den Herrn, auf den guten Hirten schauen und dem Hirten die Sache anvertrauen und sich beim Hirten Schutz suchen. Das heißt, mit Glauben widerstehen. Wir vertrauen auf Christus, wir blicken auf Christus, das sagt er hier auch: Dem widersteht fest durch den Glauben.
Also, Glauben heißt ja, auf Jesus blicken. Um wirklich erfolgreich widerstehen zu können, müssen wir also das Auge fest auf den Herrn Jesus richten, wissend, dass sich dieselben Leiden vollziehen an eurer Bruderschaft, die in der Welt ist. Also, wir wissen: Das ist ein Trost. Wenn ich zu leiden habe, dann ist es ein Trost zu wissen, ich bin nicht allein in meinem Leiden. Es ist ein großer Trost. Es gibt eine ganz große Gemeinde in der Welt, und da gibt es viele, die leiden. Vielleicht ist es gut, sich einmal Informationen zu holen von leidenden Christen. Das hilft einem, stärkt einen.

Der Gott aller Gnade und der Abschluss des Briefes

Und dann weiter, Vers zehn bis vierzehn:
Aber der Gott aller Gnade, der uns zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus rief, er selbst mache euch, nachdem ihr ein Kurzes gelitten habt, heil und tüchtig, er festige, stärke und gründe euch. Ihm gebühren die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit. Amen.
Mal bis hierher. Hier ist das Schlussgebet. Ganz zum Schluss betet er, eigentlich ist es ein Gebetswunsch. Wir sagen ein Segensspruch, ein Gebetswunsch. Er drückt das aus in Form eines Schlusssegens: Gott möge euch das tun. Aber es ist ja ein Wunsch, und dieser Wunsch ist ja ein Gebet, in dem Wunsch. Da drückt er seine Gebetsanliegen aus.
Was sagt er? Der Gott aller Gnade, ich liebe diesen Ausdruck, der Gott aller Gnade, der Gott aller Geschenke, der Gott, der gibt und gibt und gibt, der Gott, der alle Gnade besitzt, der Gott, der alle Hilfe besitzt, der Gott, der alle Kraft besitzt und stark genug ist, um zu helfen, und willig genug ist, um zu helfen, und mir die Hilfe gibt, die ich brauche – dieser Gott, der uns rief zu seiner Herrlichkeit, zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, diesem Gott gehört die Ehre.
Dieser wird uns zurüsten. Er heißt hier: „Er selbst mache euch, nachdem ihr ein Kurzes gelitten habt, heil und tüchtig.“ Dieser Gott wird das auch tun. Petrus betet dafür: Mach diese Gläubigen fest und tüchtig, festige sie, stärke sie, gründe sie.
Also wenn man daher möchte, dass wir gefestigte Christen werden. Der Herr möchte, dass wir stehen, dass wir nicht so wanken: Soll ich oder soll ich nicht? Soll ich dem Herrn vertrauen oder nicht? Und: Herr, ich weiß nicht, ich bin ja sowieso nichts, und ich weiß nicht, wie gut du bist, und ich weiß überhaupt so wenig. Und dann kommt von irgendeiner Seite ein Wind, dann wird man schon auf den Boden geworfen. Nein, der Herr will, dass wir feststehen im Wort Gottes, und da müssen wir verwurzelt sein im Wort Gottes.
Diesem Herrn gebührt die Herrlichkeit und die Macht. Ihm gehört sie, und ihm gebührt sie, auch meine Macht, auch meine Ehre, alles gehört ihm in Ewigkeit.
Und dann kommt eine kurze Grüße zum Schluss:
Durch Silvanus, der euch ein treuer Bruder ist, wie ich rechne, habe ich in Kürze geschrieben. Der Silvanus war der Schreiber, Petrus hat diktiert, und Silvanus war ein treuer Bruder. Petrus hat kurz geschrieben, nur fünf Kapitel. Wir merken, wir haben lange Briefe geschrieben, offensichtlich sonst. Hier ist ein kurzer Brief, nur fünf Kapitel. Man braucht keine halbe Stunde, um den Petrusbrief zu lesen. Man schafft es in kürzer als einer halben Stunde. Vielleicht in einer Viertelstunde können Sie den Petrusbrief durchlesen. Je nachdem, wie viel Sie nachdenken, brauchen Sie dann länger. Aber wir sollen ja langsam lesen, nicht so schnell. Aber in Kürze habe ich euch geschrieben, ich habe euch dabei aufgerufen und feierlich bezeugt, dass dies die wahre Gnade Gottes ist, in der ihr steht und in die ihr hineingetreten seid. Ihr steht schon richtig, das ist die wahre Gnade Gottes, ihr steht in der Gunst Gottes, und ihr seid da hineingetreten durch Jesus Christus.
Vers 13: Es grüßt euch die Mitauserwählte in Babylon. Schwierig zu sagen, was dieses Babylon ist. Es gab keine Stadt Babylon damals. Babylon war schon längst zerstört. Das ist ein Deckname. Er drückt sich gerne bildhaft aus. Entweder meint er Jerusalem, oder er meint, in bildhafter Sprache gesprochen, die Fremde. Das Volk Gottes in der Fremde, dort, wo sie zerstreut waren, da waren sie in der babylonischen Gefangenschaft, da waren sie Fremdlinge und Pilgrimme, zerstreut. So hat der Brief begonnen: an die Zerstreuten, die Fremdlinge in der Zerstreuung, in der Diaspora heißt das, das Volk Gottes in der Zerstreuung. Vielleicht meint er das. Babylon war ein Bild für die Zerstreuung. Manche meinen, Babylon ist Rom. Das ist ein Mythos, das ist eine Sage, das hat nichts zu tun. Babylon hat nichts zu tun mit Rom. Entweder Jerusalem, in der Offenbarung wird ja Babylon, die Hure Babylon, dort steht ja Babylon für Jerusalem, vielleicht ist das gemeint, oder eben dieses Bild von der Zerstreuung, von der babylonischen Gefangenschaft.
Die Mitauserwählte, das ist hier auch ein Bildwort. Hier wird die Gemeinde wie eine erwählte Frau betitelt, die auch verfolgt wird. Die Gemeinde, die auch verfolgt wird, aber sie ist erwählt, sie ist geliebt. Also die Gemeinde, die Gläubigen, die in der Zerstreuung sind, lassen die andere Gemeinde grüßen, die auch in der Zerstreuung sind.
Und Markus, mein Sohn, hier mein Sohn, natürlich bildhaft gebraucht, also im übertragenen Sinne. Der Markus war nicht der physische, körperliche Sohn von Petrus, sondern das war der Johannes Markus, den wir kennen aus der Apostelgeschichte. Das war der Neffe des Barnabas, das war ein nützlicher Mann, der wurde sehr nützlich. Eine Zeit lang war er nicht so nützlich, ist davongelaufen, als er mit Paulus unterwegs war. Später wurde er nützlich. Markus, mein Sohn, der hat das Evangelium geschrieben. Dieser Markus.
Vers 14: Grüßt einander mit dem Kuss der Liebe. Ein herzlicher Gruß, herzlicher Kuss. Es gibt verschiedene Formen von Küssen: Wangen berühren, Kuss auf die Wange, Kuss auf den Mund. Je nach Kultur ist es verschieden, aber es ist herzlich, in jedem Fall herzlich.
Friede sei mit euch allen, die ihr in Christus Jesus seid. Friede heißt: fehlen jegliche Spannungen, keine Spannungen, Harmonie, es ist schön. Das wünschte ich Ihnen: das Ausbleiben von Spannungen, den Frieden Gottes. So soll es mit uns auch sein.
Jetzt haben wir doch den Brief noch geschafft, heute Abend. Wir haben das ein bisschen schnell gemacht, aber wir merken, wie wertvoll dieser Brief ist. Das war also der Auftakt für die Woche zum Gebet. Das darf uns schon motivieren für das Gebet.
Ab morgen soll das Thema Gebet sein, und wir wollen das systematisch durchgehen. Das heißt, wir wollen uns viele Gedanken machen über Gebet. Nicht einfach nur aufrufen zum Beten, das ist auch wichtig, aber wir wollen uns auch Gedanken machen, wieso überhaupt gebetet wird, was ist der Sinn des Gebetes und wie betet man, wie hat der Herr Jesus gebetet, wie haben die Apostel gebetet, was gibt es für Hindernisse zum Beten, die Verheißungen des Gebetes, wie beten wir zusammen, wenn wir zusammen sind, gibt es da irgendwelche Beachtung, was muss man beachten, wenn man gemeinsam betet, was ist Anbetung. Diese Themen möchten wir gerne diese Woche anschauen, wollen wir dafür beten. Stehen wir auf zum Gebet?