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Lazarus und der reiche Mann – Teil 6

Jesu Leben und Lehre, Teil 595/696
20.07.2025Lukas 16,14-31
SERIE - Teil 595 / 696Jesu Leben und Lehre

Einführung in das Thema und Kontext der Erzählung

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 594: Lazarus und der reiche Mann, Teil 6. Ein abschließender Blick auf das Feedback, das die Pharisäer von dem Herrn Jesus erhalten, als sie ihn verhöhnen.

Aus der Vogelperspektive fällt auf, dass der Herr Jesus sich nicht provozieren lässt. Seine Antwort ist eine Warnung, aber keine Verteidigung seiner Person. Was er seinen Gegnern vorhält, ist einerseits ihr Hochmut. Dieser erlaubt es ihnen, das Wort Gottes ganz im Sinne moderner, liberaler oder progressiver Theologie für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.

Andererseits warnt er sie vor den Folgen ihres Tuns. Wenn sie den eingeschlagenen Weg zu Ende gehen, werden sie ihr eigenes Leben und das ihrer Familien zugrunde richten. Der Fröhlichkeit in diesem Leben steht ein schreckliches Schicksal in der Zukunft gegenüber. Gott wird sie für das Leben, das sie heute führen, nicht belohnen. Er wird sie dafür bestrafen.

Was für sie am Ende bleibt, ist nur ein Ort der Pein.

Die Bedeutung von Barmherzigkeit und Glaube im Urteil Gottes

Vielleicht habt ihr euch auch schon einmal gefragt, was Jakobus meint, wenn er schreibt: Jakobus 2,12-13: „Redet so und handelt so, wie solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen. Denn das Gericht wird ohne Barmherzigkeit sein gegen den, der nicht Barmherzigkeit geübt hat. Die Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht.“

Dieser letzte Vers hat es mir besonders angetan: „Die Barmherzigkeit triumphiert über das Gericht.“ Müsste es nicht heißen, der Glaube triumphiert über das Gericht? Aber Jakobus weiß genau, was er schreibt. Er steht ganz auf der Linie seines Halbbruders Jesus.

Glaube an Gott, der sich nicht durch Akte der Barmherzigkeit offenbart, ist nicht echt. So formuliert es auch Paulus in Galater 5,6: „Denn in Christus Jesus hat weder Beschneidung noch Unbeschnittensein irgendeine Kraft, sondern der durch Liebe wirksame Glaube.“

Wirkliche Kraft zur Rechtfertigung und Rettung kommt aus dem Glauben, aber es muss ein durch Liebe wirksamer Glaube sein. Merkt ihr, Glaube ist in der Bibel viel mehr als nur das Abnicken eines Glaubensbekenntnisses. Es ist mehr als Zustimmung.

Rettender Glaube wirkt in der täglichen Begegnung mit der Gnade Gottes, die uns durch den Heiligen Geist in das Bild Christi verwandeln will.

Die Konsequenzen eines Lebens in bewusster Sünde

Wer bewusst in der Sünde lebt, hat keine Beziehung zu Gott.

 3. Johannes 1,11: Geliebter, ahme nicht das Böse nach, sondern das Gute. Wer Gutes tut, ist aus Gott; wer Böses tut, hat Gott nicht gesehen.

 1. Johannes 3,6: Jeder, der in ihm bleibt, sündigt nicht; jeder, der sündigt, hat ihn nicht gesehen noch ihn erkannt.

Das bewusste Leben in der Sünde ist ein Indiz dafür, dass wir Gott nicht kennen. Johannes weiß jedoch, dass Christen sündigen. Deshalb ermutigt er sie am Anfang des ersten Johannesbriefes zum Bekennen von Sünde. Darum geht es ihm also nicht. Vielmehr geht es ihm um einen Lebensstil, um die Tatsache, dass vermeintliche Christen durch ihre Werke den Herrn Jesus verleugnen.

 Titus 1,16: Sie geben vor, Gott zu kennen, aber in den Werken verleugnen sie ihn und sind abscheulich und ungehorsam und zu jedem guten Werk unbewehrt.

So etwas kann es geben: Menschen, die nur vorgeben, Gott zu kennen. Doch mit ihrem Leben widerlegen sie diese Behauptung.

Die Rolle des Heiligen Geistes in der echten Beziehung zu Gott

Warum? Ganz einfach: Eine echte Beziehung mit Gott geht immer damit einher, dass Gott mir seinen Geist gibt. Dieser Geist ist kraftvoll und bewirkt Veränderung, leidenschaftliche Nächstenliebe und aktive Selbstbeherrschung.

Wenn jemand diesen Geist nicht hat, dann gehört diese Person nicht zum Herrn Jesus.

Ich hatte gefragt, warum Jakobus davon sprechen kann, dass die Barmherzigkeit über das Gericht triumphiert. Müsste es nicht der Glaube sein?

Warum erzählt der Herr Jesus den Pharisäern eine Geschichte über einen reichen Mann, der sich nicht um den Armen kümmert, der vor seinem Anwesen liegt?

Und ich könnte noch deutlicher fragen: Warum redet der Herr Jesus so wenig über den Glauben? Ist der Glaube nicht das Neue im Neuen Bund?

Die Bedeutung des Glaubens im Alten und Neuen Bund

Und die Antwort lautet ganz entschieden: Nein. Rettung war immer und wird immer aus Glauben sein. Das war bei Abel, Henoch und Noah so, und es wird auch bei der letzten Person so sein, die sich kurz vor der Wiederkunft Christi bekehrt.

Rettung ist immer aus Glauben. Das galt im Alten Bund und gilt auch im Neuen Bund. Rettung ist stets und ausschließlich eine Sache des Vertrauens. Ich kann mich selbst nicht retten. Deshalb brauche ich einen Retter, an den ich mich im Glauben hänge – Tag für Tag, Lebensentscheidung für Lebensentscheidung.

Weil Glaube Ausdruck von Beziehung ist, zeigt sich mein Glaube ganz praktisch in meinem Leben. Mein Umgang mit Sorgen, mein Browserverlauf, meine Prioritäten, welche Filme ich mir anschaue und sogar, wie ich auf Langsamfahrer im Straßenverkehr reagiere – all das spiegelt meinen Glauben wider.

Die praktische Auswirkung des Glaubens im Alltag

Es gibt einen Spruch aus dem Pietismus, der lautet: „Wenn der Bauer bekehrt ist, merkt es das Vieh im Stall.“ Genau, ganz genau.

Wenn mein Glaube nicht Tag für Tag in der Familie oder im Büro spürbar wird, dann ist er nicht da. Wenn ich Tag für Tag an einem Armen vorbeigehen kann, der draußen vor meinem Anwesen liegt, voller Geschwüre ist und von wilden Hunden bedrängt wird – jemand, der sich sehnlichst nur wünscht, meine Abfälle zu bekommen – und mich dieser Anblick weder bedrückt noch zum Handeln veranlasst, dann bin ich nicht gläubig.

Und zwar, weil ich so sehr mit mir selbst und mit der Planung meiner nächsten Party beschäftigt bin. Mein tägliches Leben streicht die Behauptung durch, Gott zu kennen, ihn zu lieben und ihm zu vertrauen. Ich verleugne ihn mit meinen Werken.

Die Herausforderung im Umgang mit frommen Menschen und deren Verständnis von Glauben

Aber warum sagt Jesus den Pharisäern dann nicht direkt, dass sie nicht gläubig sind? Ganz einfach: Weil sie ihn nicht verstehen würden.

Fromme Menschen verstehen es nicht, wenn man ihnen den Glauben abspricht. Sie können einen nicht nachvollziehen, weil sie eine eigene Definition von Glauben haben. Ihr Glaube hängt meist an einem Ritual, an einer Mitgliedschaft oder an einem theologischen Modell – aber eben nicht an Gott.

Ich kann fromm sein, mich für gläubig halten und im Alltag dennoch Gott nicht vertrauen. Ebenso kann ich einen Anfang mit Gott machen, so wie das Volk Israel am Berg Sinai. Im Verlauf meines Lebens, auf meinem ganz persönlichen Weg durch die Wüste, zeigt sich dann, ob mein Glaube echt ist.

Die Existenz des Glaubens als lebenslange Entscheidung

Deshalb spricht der Herr Jesus auch von solchen, die für eine Zeit glauben, aber in der Zeit der Versuchung wieder abfallen.

Glaube ist weit mehr als nur mein Ja zu der Frage, ob ich ans Evangelium glauben will. Glaube ist eine existenzielle Entscheidung für Gott. Ich hänge mich an ihn, ich lebe für ihn, ich liebe ihn – und zwar mehr als mein eigenes Leben.

Weil ich ihn liebe, möchte ich ihm gefallen und halte seine Gebote. Dabei geht es nicht darum, durch Werke gerettet zu werden. Es sind nicht verdienstliche Taten, sondern das Halten seiner Gebote ist Ausdruck meines Glaubens und meiner Liebe zu Gott. Zudem zeigt es auch ein Stück weit meine Weisheit.

Abschluss und praktische Anregung

Was könntest du jetzt tun? Bete doch einmal die Liste deiner Lieblingssünden durch – am besten jetzt! Falls du keine solche Liste hast, schreibe dir eine.

Das war's für heute. Das Skript zu allen Podcastfolgen findest du auf www.frogwords.de oder in der App.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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