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Lot

Jugendgottesdienst, Teil 134/180
08.12.1991
SERIE - Teil 134 / 180Jugendgottesdienst

Liebe Freunde, ich möchte heute noch einmal über Lot sprechen. Vor vier Wochen habe ich euch bereits davon erzählt. Könnt ihr euch erinnern? Lot war der Neffe von Abraham. Er hatte sich von ihm getrennt, suchte in Sodom um Asyl an und wurde dort sesshaft.

Lot hatte geheiratet, ein Grundstück gekauft und Geschäfte eröffnet, darunter Lots und Lottostuben. Er lebte nun als friedlicher Bürger mit einem Häuschen und Garten. An den Ausschweifungen der Sodomiter beteiligte er sich nicht. Er trat nicht dem sodomitischen Playboy-Club bei, bestellte keine pornografischen Schriften bei Beate Use und wurde kein Mitglied der Gruppe „Homosexuelle und Kirche“.

Er ging seinen eigenen Weg. Zwar lehnte er die Lebensweise der gottlosen Sodomiter ab, doch er stellte sich nicht offen dagegen. Er machte nicht direkt mit, aber er protestierte auch nicht. Er schwieg einfach zum Geist von Sodom und zur Ungerechtigkeit dieser Stadt.

Martin Luther King hat einmal gesagt: Wer ein ungerechtes System untätig hinnimmt, arbeitet mit diesem System zusammen. In diesem Sinne waren wir alle mehr oder weniger inoffizielle Mitarbeiter der Stasi. Denn die meisten von uns haben geschwiegen, weil sie Angst hatten.

Die wenigen, die gegen das ungerechte System des Stasi-Sozialismus protestierten oder etwas sagten, mussten schwer dafür büßen. Auch Martin Luther King bezahlte seine Überzeugung mit dem Leben. Genau davor hatte Lot Angst. Das wollte ihm nicht passieren, und deshalb hielt er lieber den Mund.

Der Wendepunkt im Gewissen

Nun kommt im Leben jedes Menschen irgendwann eine Situation, in der man nicht mehr schweigen kann. Jeder Mensch, der noch einen Rest von Gewissen in sich trägt, steht plötzlich vor Situationen, in denen er merkt: Hier kann ich nicht länger schweigen.

Es ergeben sich Momente, in denen man alle Vorsicht und alle Berechnungen einfach fallenlässt – alle Taktiken. Man folgt einfach der Stimme seines Gewissens, ohne darüber nachzudenken, welche Folgen das haben könnte. Man tut das Rechte, einfach weil es das Richtige ist.

So eine Situation kam eines Tages für Lot. Dabei zeigt sich, dass dieser Mann die Gebote Gottes noch nicht ganz vergessen hatte.

Die Begegnung am Stadttor

Das kam so: Eines Abends sitzt Lot am Stadttor von Sodom. Er raucht sein Pfeifchen und blickt in die untergehende Sonne. Während er so vor sich hin denkt, fragt er sich plötzlich: „An was denke ich denn jetzt eigentlich gerade?“

In diesem Moment stehen plötzlich zwei Männer vor ihm. Fremde, offenbar Weisende. Er weiß nicht, wer sie sind, aber er erkennt sofort, was sie brauchen. Die beiden suchen ein Nachtquartier.

Lot erinnert sich noch gut an die Zeiten, als er selbst noch draußen als Fremder umhergezogen ist. Er weiß, dass es nicht nur unbequem, sondern auch gefährlich ist, außerhalb der Stadtmauern zu übernachten. Für die beiden Fremden ist also jetzt, bevor die Nacht anbricht, ein Unterschlupf das Wichtigste, was sie brauchen.

Es ist das einfachste Gebot der Menschenliebe, den beiden ein Bett anzubieten. Ohne auch nur eine einzige Sekunde zu zögern, sagt Lot zu den beiden: „Kommt rein, ihr könnt bei mir pennen, und zu essen kriegt ihr auch.“

Natürlich musste Lot wissen, dass er damit bei den Bürgern von Sodom anecken würde. Eine Einladung an Fremde konnten die nur als Provokation auffassen. Gastfreundschaft war ihnen unbekannt. Für Fremde, Herumtreiber, Ausländer, Asylanten, Andersdenkende – für andere Menschen hatten sie nichts übrig.

Sie dachten: Sollen die doch zu Hause bleiben. Und wenn sie schon unbedingt in unserer Stadt herumlaufen müssen, dann sollen sie gefälligst selber sehen, wie sie zurechtkommen. Was geht uns das an? So dachten die Bürger von Sodom.

Und wenn sie irgendein Fremder etwas fragte, dann sagten sie eben auch nichts von dem Heil und damit fertig.

Die Herausforderung der Gastfreundschaft heute

Das kennen wir ja auch aus unseren Städten: Wie bei uns Ausländer oft kalt und schneuzig abgefertigt werden. Aber Ausländer sind nun mal Menschen – oft Menschen in Not. Jedenfalls sind es Menschen, die unsere Sprache nicht oder nur mangelhaft beherrschen.

Ein Ausländer hat zum Beispiel einmal gesagt, dass sein Verhältnis zur deutschen Sprache so ist wie das Verhältnis zu seiner Frau. Er sagte: „Ich liebe sie, aber ich beherrsche sie nicht.“

Ausländer sind daher ganz besonders darauf angewiesen, dass wir ihnen mit ein bisschen Verständnis und Hilfsbereitschaft entgegenkommen. Wenn uns ein Ausländer in gebrochenem Deutsch etwas fragt, dann ist es doch das positivste Gebot der Menschlichkeit, dass wir zumindest versuchen, ihm zu helfen.

Ich finde, wir sollten gar nicht erst warten, bis jemand an uns herantritt. Stattdessen sollten wir von uns aus die Augen öffnen, um zu sehen, wo jemand unsere Hilfe braucht. Man sieht doch oft Menschen auf der Straße, zum Beispiel auch Ausländer, denen man an der Nasenspitze ansieht, dass sie etwas suchen. Sie wissen oft nicht Bescheid.

Da kann man doch einfach mal von selbst hingehen, seine Hilfe anbieten und vielleicht ein Stück mit ihnen gehen – zum Beispiel drei Ecken bis zum Kaufhof, denn dort wollen sie meistens hin.

Aber nein, die Einstellung vieler Bürger ist: „Was wollen die hier? Soll die gefälligst zu Hause bleiben!“ Und wenn sie schon in unserer Stadt herumlaufen, dann sollen sie selbst sehen, wie sie zurechtkommen. Was geht uns das an?

Der Lot kann sich an diese ruppige Art einfach nicht gewöhnen. Er macht bei dem fremden Hass der Sodomiter nicht mit. Die Folge ist, dass er sich jetzt selbst den Hass der Sodomiter zuzieht. Er beugt sich nicht der Diktatur der öffentlichen Meinung, sondern macht mit den Ausländern gemeinsame Sache.

„Kommt rein, ihr seid für heute meine Gäste!“

Die Eskalation und die Rolle der Engel

Als das herauskommt, entsteht ein ungeheurer Skandal, schlimmer noch als in Hoyerswerda. Wer damals in Sodom Beine hatte und wenig Verstand, der rottete sich randalierend zusammen. Randale war angesagt, eine aggressive Stimmung lag in der Luft. Heute Nacht heißt es: Ausländer raus!

Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit, wie sie uns von der Bibel berichtet wird, brüllt eine Volksmenge „Ausländer raus“. Bevor ich euch die Geschichte weitererzähle, muss ich euch erst einmal sagen, wer die beiden Unbekannten sind. Ich habe sie bereits in der letzten Predigt erwähnt. Es handelt sich um die Boten, die Gott geschickt hatte, um den Untergang von Sodom anzukündigen und Lot zu retten.

Solche Boten Gottes werden in der Bibel, auch hier in unserem Bibeltext, als Engel bezeichnet. Wenn ihr „Engel“ hört, denkt ihr natürlich meistens nur an Mädchen in Nachthemden mit Flügeln. Diese Vorstellung prägt besonders jetzt in unserer Zeit das deutsche Gemüt. Dazu kommt, dass ihr zuhause auf eurem Fernseher auch so eine Engelbrigade habt, die uns die deutsche Ordnung vorschreibt.

Unsere Vorstellung von Engeln ist geprägt durch Darstellungen aus der Kunst. Dort hängen kleine nackte Kinder mit kurzen Hemden und nacktem Po auf Wolkenbänken und spielen Flöte. Apropos Po: Ein Ausländer wusste nicht, dass im Deutschen das „ch“ manchmal hart und manchmal weich ausgesprochen wird. Zum Beispiel wird es bei „zärtlich“ weich ausgesprochen und bei „pochen“ hart. Er dachte, es wird immer weich ausgesprochen. Eines Tages besuchte er seine Freundin, klopfte an die Tür und als sie nicht gleich antwortete, rief er: „Hörst du, mein zärtliches Brötchen?“

Hart, hart und weich – das haben nicht nur die Ausländer verwechselt, sondern auch die meisten Künstler. Engel sein ist ein harter Job, hat nichts zu tun mit den weichlichen Fettärschen, die viele unserer Altäre umkriechen. Mich erinnert das immer an Würmer, die auf einer Käseschachtel herumkriechen. Und viele Darstellungen von erwachsenen Engeln, mit Brigitte Bardot-Oberweite und Dina-Thürner-Hintern, sind nichts anderes als Kirchenbrunnen. Aber nie im Leben sind das Engel, wie sie die Bibel beschreibt.

In der Bibel sind Engel erstens keine Püppchen, sondern Persönlichkeiten, und zweitens keine Frauen, sondern Männer. Das kann ich euch nicht ersparen, aber es ist so. Wir können trotzdem im Krippenspiel bis zum Ende der Menschheit immer noch Engel in Frauenform darstellen, aber es ist unbiblisch.

Hier in unserer Geschichte werden die beiden Engel ausdrücklich als Männer bezeichnet und auch von Lot mit „liebe Herren“ angesprochen. Auch sonst, wenn wir in der Bibel Namen von Engeln erfahren, sind sie männlich: Michael, Gabriel – derjenige, der Maria die Botschaft brachte, dass das Jesuskind geboren wird.

Jedenfalls können Engel so aussehen wie jeder andere Mensch auch. Gott kann jeden Menschen als Engel, als seinen Boten, benutzen, um anderen Menschen eine Botschaft zu überbringen. Ich selbst bin in diesem Sinne von Gott in meinem Leben schon mehrmals als Engel benutzt worden und solchen Engeln begegnet.

Zum Beispiel bin ich vor ein paar Jahren mit meiner Frau abends aus der Stadt nach Hause gefahren. Unten an der Schlossteichtankstelle stand mitten auf der Kreuzung ein Auto. Ich sah am Nummernschild, dass es ein Rumäne war. Man merkte, sie standen da, die Ampel ging an, sie fuhren nicht weiter, sie fanden sich offensichtlich nicht recht zurecht. Also habe ich angehalten, bin ausgestiegen und habe gefragt, ob ich helfen kann.

Ich konnte mich nicht verständlich machen, denn ich kann kein Rumänisch und sie kein Deutsch. Das Einzige, was ich verstand, war, dass sie zur Autobahn wollten. Also machte ich ihnen mit Zeichensprache klar: „Ich bin vorneweg gefahren, du fährst hinterher, ich bringe euch raus.“ Ich fuhr voraus und hielt kurz vor der Autobahnauffahrt an. Jetzt wollte ich ihnen anhand der Karte erklären, welche Auffahrt sie nehmen müssen. Es war wieder keine Verständigung möglich.

In diesem Moment tauchte aus der Nacht und Dunkelheit ein Radfahrer auf. Es war schon nach zehn Uhr abends. Das war ja schon seltsam genug, dass um diese Zeit ein Radfahrer unterwegs war. Und es war außerdem noch so ein Radsportler, ihr wisst schon, einer mit engen Hosen und Schirmmütze. Das war um diese Zeit noch seltsamer.

Das nächste Seltsame war, dass er anhielt und fragte: „Kann ich helfen?“ Ich sagte: „Nein, es sei denn, du kannst Rumänisch.“ Er lehnte sich zum Fenster des Autos und begann, auf Rumänisch auf die Leute einzureden. Erklärte ihnen den Weg und verschwand dann wieder in der Nacht und Dunkelheit.

Solche Dinge habe ich auf den Straßen von Chemnitz erlebt. Da könnte ich euch noch viele solcher Engelgeschichten erzählen. Ich wollte damit nur sagen: Gott kann jeden Menschen als seinen Engel, als seinen Boten benutzen, ohne dass derjenige selbst weiß, dass er ein Bote Gottes ist, und ohne dass der andere weiß, dass er es mit einem Engel zu tun hat.

In der Bibel, im Hebräerbrief, steht: „Vergesst nicht, gastfrei zu sein, denn dadurch haben schon manche, ohne es zu wissen, Engel beherbergt.“ So ging es Lot. Er hatte keine Ahnung, wer die beiden Unbekannten waren. Für ihn waren es einfach zwei Menschen in Not, denen er ein Bett anbot. Und dieser einfache Akt der Menschlichkeit erregte nun den Hass seiner Mitbewohner.

Die Konsequenzen menschlicher Gastfreundschaft

Not war in seiner Bindung seines Gewissens an Gott der einzige in der ganzen Stadt, der frei war gegenüber dem Terror der öffentlichen Meinung. Er war der einzige, der den Ausländerhass nicht mitmachte.

Er hat es als Einziger gewagt, sich in einer unmenschlichen Gesellschaft menschlich zu verhalten und hat damit die ganze Barbarei der Sodomiter bloßgestellt. Er wich von der offiziellen Linie ab und wurde nun selbst zum Volksfeind abgestempelt. Denn alles, was Beine hat – Junge und Alte, die Bevölkerung aus Sodom und der ganzen Umgebung – marschiert jetzt vor seinem Haus auf und brüllt: „Ausländer raus!“

In der Bibel heißt es: „Raus mit den Männern!“ (1. Mose 19,5). Solchen Randalierern und von demagogischen Parolen aufgehetzten Menschen kann der Einzelne weder mit vernünftigen Argumenten noch mit einem Appell zur Sachlichkeit begegnen.

Lot gibt sich einen Moment der Illusion hin, er könnte mit diesen Menschen verhandeln. Er tritt vor das Haus und sagt: „Ach, liebe Brüder, treibt’s doch nicht so übel.“ Doch nun hat sich das ausgebrüdert. Man hat erkannt, dass Lot nicht einer von ihnen ist, dass er eben doch nicht zu ihnen gehört. Er war ja kein Einheimischer, kein Eingeborener, sondern selbst ein Zugewanderter.

Genau das werfen sie ihm hier vor und sagen: „Mensch, hau ab! Du bist der einzige Ausländer bei uns hier und willst uns sagen, wo es langgeht. Wir machen dich noch mehr fertig als die anderen.“

Eines Tages wird der Mitläufer von den Stiefeln, die er so eifrig geleckt hat, zurückgestoßen. Barbaren vertragen keine Kritik. Sie wollen nur Beifall. Aber Brecht hat in einer Ballade einmal geschrieben: „Doch zu dem Schmutz eurer schmutzigen Welt gehört, ich weiß es, meine Billigung.“ Wer nicht mitmacht, hat fertig gemacht.

Also stürzen sie sich auf Lot, wollen ihn an den Kragen. In diesem kritischen Moment packen die beiden Engel Lot am Genick und ziehen ihn zurück. Sie verrammeln von innen die Tür, während draußen der Pöbel versucht, die Tür aufzubrechen.

Und jetzt steht hier in der Bibel etwas ganz Merkwürdiges, das muss ich euch vorlesen: „Da schlugen sie“, also die Engel, „die Leute vor der Tür des Hauses, klein und groß, mit Blindheit, so dass sie es aufgaben, die Tür zu finden.“ (1. Mose 19,11)

Das handelt sich hier um eine ernste, lebensgefährliche Situation. Aber ich muss sagen, Leute, manchmal ist unser Gott ein richtiger Witzbold. Wenn ich mir das plastisch vorstelle, wie die Massen im wahrsten Sinne des Wortes blind vor Wut an der Hausmauer entlangtapsen, sich hinschubsen und nach der Klinke greifen, ohne sie zu finden – ich finde das einfach köstlich.

Schutz durch göttliche Engel

Im Psalm 34 steht: Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen. Das hat auch Lot erlebt. Weil er Engel in seinem Haus hatte, konnten die Feinde nicht an ihn herankommen.

Auch ich habe solche Erfahrungen gemacht, zum Beispiel hier in diesem Jugendgottesdienst. Als wir vor zwanzig Jahren in der Dom- und Schlosskirche begonnen haben, lief das noch etwas anders ab als heute. Eine Stunde vor Beginn war bereits alles besetzt, und wer später kam, musste stehen. Tausende kamen, die Hälfte musste stehen, die Gänge waren vollgestopft, da konnte niemand mehr durchkommen. Es war unglaublich eng im Schiff, aber wir waren glücklich.

Genau das hat einige Leute gestört. Sie wollten uns deshalb behindern. Einmal, ich weiß nicht genau, wer es war, haben sie sich einen ganz besonderen Streich ausgedacht: Während wir in der Schlosskirche waren, haben sie die Türen zugeschlossen. Drinnen hat das niemand gemerkt, ich selbst habe es erst nach dem Gottesdienst erfahren.

Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, was für eine Katastrophe passiert wäre, wenn die Tausenden nach draußen wollten und die Türen verschlossen gewesen wären. Ich sage „wären“, aber sie waren tatsächlich verschlossen. Es kam so: Wir haben das Schlusslied gesungen, „Besser sind wir nicht, aber besser sind wir dran“ war das damals. Während wir das Lied sangen, kam jemand zu mir und fragte, ob wir noch ein Lied singen könnten. Ganz gegen meine Gewohnheit, denn sonst ändere ich nichts am Ablauf des Gottesdienstes, habe ich damals gesagt: „Okay, wenn ihr singen wollt, dann singt.“

So haben wir noch ein Lied gesungen, „Mein Gott lebt“. Inzwischen wollten die Ordner schon abrücken, weil der Gottesdienst etwas länger dauerte – so wie heute. Dabei wurde entdeckt, dass die Türen verschlossen waren. Weil wir noch das Lied sangen, hatten wir Zeit, die Schlüssel zu holen. Die Türen konnten geöffnet werden, und eine Katastrophe wurde verhindert.

Ich weiß nicht, wer die Idee hatte, damals noch ein Lied zu singen. Das ist auch egal. Für mich ist klar: Derjenige, dem Gott die Idee gegeben hat, mich zu fragen, ob wir noch ein Lied singen, den hat Gott als seinen Boten, als seinen Engel benutzt. Er war für uns alle der rettende Engel.

Und ihr könnt sicher sein: An der Tür dieser Lutherkirche stehen auch die Engel Gottes und verhindern, dass den Kindern Gottes Böses geschieht. Es ist wahr, was die Bibel sagt – was ich aus dem Psalm vorgelesen habe: Der Engel Gottes lagert sich um die her, die ihn fürchten, und hilft ihnen.

Es war für mich kein Zufall, dass wir damals ausgerechnet dieses Lied gesungen haben: „Mein Gott lebt“. Nebenbei bemerkt ist es für mich auch kein Zufall, dass Andi und Frank vorhin solche Lieder gesungen haben. Wir sprechen uns vorher nicht ab. Sie wissen nicht, was ich predige, und ich weiß nicht, was sie singen. Aber Jesus fügt die Thematik dieses Gottesdienstes schon selbst zusammen.

Dass wir heute Lieder zum Thema Ausländer mitgebracht haben, haben wir uns nicht abgesprochen. In unserem Leben gibt es keine Zufälle, besonders nicht hier in solchen Gottesdiensten. Es gibt nur die Regie Gottes, und manchmal erkennen wir sie.

Deshalb war es für mich kein Zufall, dass wir damals das Lied „Mein Gott lebt“ gesungen haben.

Die bleibende Gegenwart Gottes und der Ruf zur Aufnahme Jesu

Wenn ich euch hier in diesem Gottesdienst von Gott erzähle, wie er Lot durch seine Engel geschützt hat, dann wärme ich keine alten Betlehem-Märchen auf. Ich erzähle euch das, damit ihr begreift, dass dieser Gott von damals heute noch genauso lebt und handelt wie vor viertausend Jahren.

Zum Schluss möchte ich noch etwas sagen: Vor zweitausend Jahren kamen zwei Menschen, Maria und Joseph, in eine fremde Stadt namens Bethlehem. Niemand in dieser Stadt war bereit, den beiden ein Nachtquartier zu geben. Ihr wisst es: Sie mussten in einem Stall Unterschlupf finden. Dort bekam Maria ein Kind, das sie Jesus nannte. Ein Kind, von dem die Engel gesagt haben, dass es der Sohn Gottes, der Herr, ist.

Heute, wieder zweitausend Jahre später, richtet sich die Frage an dich: Bist du bereit, Jesus, den Sohn Gottes, als den Herrn deines Lebens in dein Leben aufzunehmen? Es war schon immer unpopulär, die Boten Gottes aufzunehmen. Für die Not war es die Rettung. Und wenn du Jesus aufnimmst, dann ist er die Rettung für dich.

Amen.