
Die Gefangenschaft des Paulus und die Verkündigung des Evangeliums
Philipper 1,12-1824.01.1989
Generierte Mitschrift
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Einleitung und thematische Eröffnung
Philipper 1,12-18. Jetzt habe ich einen kürzeren Abschnitt genommen, damit unsere Freunde mehr Raum haben. Aber ich denke, es wird trotzdem gut, denn der Abschnitt ist so gefüllt.
Wie bitte? Philipper 1,12-18. Das geht bei einem Verkündiger nie, was meine Frau vorschlägt, dass am Ende die Gäste etwas sagen. Denn wenn ein Pfarrer mal redet, hört er nicht auf, bevor es Schluss ist. Das ist einfach schlimm.
Die Gefangenschaft des Paulus und die Verkündigung des Evangeliums
Ja, der Philipperbrief ist hilfreich, praktisch und wegweisend.
Paulus im Gefängnis als Diener des Evangeliums
Ich lasse euch aber wissen, liebe Brüder, wie es um mich steht: Das ist nur mehr zur Förderung des Evangeliums geraten. Denn dass ich meine Fesseln für Christus trage, das ist im ganzen Prätorium, oder wie es bei Ihnen heißt, im Richthaus, und bei allen anderen offenbar geworden. Und die meisten Brüder in dem Herrn haben durch meine Gefangenschaft Zuversicht gewonnen und sind umso kühner geworden, das Wort zu reden ohne Scheu.
Einige zwar predigen Christus aus Neid und Streitsucht, einige aber auch in guter Absicht. Diese aus Liebe, denn sie wissen, dass ich zur Verteidigung des Evangeliums hier liege. Jene aber verkündigen Christus aus Eigennutz und nicht lauter, denn sie möchten mir Trübsal bereiten in meiner Gefangenschaft. Was tut’s aber, wenn nur Christus verkündigt wird? Auf jede Weise, es geschehe zum Vorwand oder in Wahrheit, so freue ich mich darüber.
Also, um Freude geht es. Ich habe vorhin gedacht, als wir das Lied gesungen haben: Du bist unsere Zuversicht, und wir alle so traurig und besorgt dagesessen haben, es darf uns ja auch mal erfreuen, dass wir Zuversicht haben in Christus. So freut es sie nicht, wenn man Sorgen ablegen kann. Unser Glaube muss uns ja auch verändern und motivieren und fröhlicher machen.
Es ist merkwürdig, dass Paulus ja gerade diesen Brief schreibt, als er in Gefangenschaft war. Wenn man in seinem Leben erfahren muss, wie man seiner Freiheit beraubt ist, das ist nicht leicht. Wir haben gestern unseren Bruder Kurt besucht, in der Rehaklinik, und im Rollstuhl ein wenig um das Haus gefahren. Und er sagt das immer so schwer: wenn man im Schrank nicht ans obere Fach hinkönnte, wenn man seiner Freiheit beraubt ist, drei Monate nicht mehr zuhause und ungewiss, wie alles weitergeht. Dann kann man verstehen, was Gefängnis ist.
Und wenn man zu Unrecht im Gefängnis sitzt, zu Unrecht, das ist bedrückend. Da kann man da einen Sturm laufen, sich auflehnen. Ich vermute, heute Abend sind viele unter uns da, die haben auch solche schweren Belastungen, die sagen: Ich hadere mit Gott, weil in meinem Leben mir so viel schwierig gemacht wird von Mitmenschen und weil ich aus Dingen nicht rauskomme, weil ich Krankheitsbelastungen tragen muss.
Der Paulus hat gerade in seinem Gefängnis den größten Freudenbrief geschrieben.
Der Ort des Geschehens und die Kraft des Zeugnisses
weil er gemerkt hat, dass Jesus ihn aus dem Gefängnis herausführt, auch wenn er noch drin sitzt. Denn die Gitterstäbe und die Mauern sind nicht mehr da und können ihn nicht mehr einengen.
Wie machen Sie das? Jetzt müssen Sie doch auch bei sich wirklich dahin kommen, dass Sie aus Ihren Verzweiflungen herauskommen. Kommen Sie heraus, oder ist Ihr Glaube bloß so etwas Fremdes? Kommen Sie heraus aus Ihren Bedrückungen, aus Ihren Nöten und Ängsten.
Wir gucken noch einmal, wo das Ganze sich abspielt: im Prätorium, im Richthaus. Wir haben ja schon gesagt, dass wir an der Stelle, wenn wir drankommen, darüber nachdenken werden, wo der Brief geschrieben wurde. Wo gibt es ein Richthaus, zum Beispiel auch in Jerusalem? Da gibt es auch ein Richthaus, nämlich dort, wo der Statthalter der Römer Gericht gehalten hat. Wir hatten ein Richthaus zweifellos auch in Caesarea. Israel-Pilger erinnert sich ja noch, wenn wir über die Trümmer von Caesarea marschiert sind und noch die alten Römerreste gesehen haben: Dort war das Richthaus. Also theoretisch könnte Paulus den Brief auch dort geschrieben haben.
Nur wenn man den gesamten Brief einmal ansieht, und Sie interessieren sich sicher jetzt nicht so für die Details der Schriftforschung, dann wird deutlich, dass offenbar Paulus diesen Brief schreibt, in einem Augenblick, als der Prozess ganz kritisch steht. Das heißt, offenbar steht er kurz vor der Hinrichtung oder der Verurteilung. Und das würde auf Caesarea nicht zutreffen. Das trifft nur auf einen Ort zu, wo nämlich ein Prozess gemacht wurde, auf Rom.
Und wir wissen es aus der Apostelgeschichte, dass Paulus dort zwei Jahre war, aber auch sogar eine Zeit lang frei herumlaufen durfte und erst offenbar hier wieder in dem kritischen Stadium seines Prozesses wieder eingekerkert wurde. Das war für Paulus enttäuschend. Er hatte ein Stück weit hoffen können, die Sache wendet sich ganz gut und wird in Ordnung ausgehen, und jetzt erlebt er plötzlich: Nein, wird nichts.
Wissen Sie eigentlich, dass Jesus Sie herausführen will aus jeder Art der Traurigkeit und Bedrängnis und Angst?
Persönliche Not, geistliche Freiheit und die Frage nach dem Lebensziel
In der Gemeinde ist sehr viel Not. Es ist immer so schade, wenn wir das voreinander verbergen und einander auch nichts sagen. Aber das darf ich Ihnen doch sagen: Die Frau den Hartog ist so krank, seit der Mann gestorben ist, und zwar sehr, sehr schwer, sehr, sehr schwer krank, und mit großen Sorgen, ob sie je wieder gesund wird, in ihren jungen Jahren, nachdem ihr Mann so früh weggestorben ist.
Sie schrieb uns das gerade vor Weihnachten und schrieb in diesem Brief dann auch, wie sie ganz geborgen und fröhlich in Jesus ist. Wenn Sie das auch so haben, dann müssen Sie erleben, wie Ihnen Jesus wirklich heraushilft. Aus Ihren Berufssorgen legen Sie das doch in die Hand Jesu und ruhen Sie in ihm. Ruhen Sie in Jesus. Legen Sie jetzt Ihre Ängste und Sorgen bei ihm ab, Ihre flatternden Nerven und Ihre Ungeduld.
Es ist ja immer der Grund: Wir leben doch oft selber unser Leben und pressen das. Es war so wunderbar am Sonntag, wie die Konferenz so wurde, wie wir selten etwas erlebt haben, wie Gott zu uns geredet hat, in einer so eindrücklichen Weise.
Es begann eigentlich damit, dass in diesem Seminar am Samstagmittag der Sivi Samuel über den einfachen Lebensstil sprach. Er hat ja bloß seine Sandalen an, und da brachte ihm gleich einer Schuhe. Und er sagt: Ich ziehe keine Schuhe an. Er läuft bloß so rum mit seinem Schürzchen und so und so, weil er so im Slum arbeitet. Und er hat gestern erschütternd erzählt, wie die Kinder bis nachts um elf arbeiten, was sie verdienen, dreißig Pfennig am Tag für die harte Arbeit, und wie die ihnen noch eine Schule geben, damit sie überhaupt noch rauskommen aus dem ganzen Dreck, und wie sie sich ihnen zuwenden und versuchen, sie zu gewinnen.
Und er sprach über den einfachen Lebensstil und hat im ganzen Vortrag nicht einmal über die äußeren Dinge gesprochen, über das, was wir anziehen, sondern nur darüber, ob wir teilhaben am Leiden Christi. Und sagt euch im Westen fällt das, dass er mit Christus nimmer leidet. Es ist ja immer so ein Anzeichen, dass jede Bekehrung schon den ganzen Hass der Welt gegen sich bringt. Und deshalb ist das alles viel tiefer und echter.
Und er sagt: Ihr wollt ja immer bloß Christus als Vermeiden von Leid haben. Ihr hofft: Wenn ich Christus habe, dann habe ich keine Probleme mehr. Und erst wenn ihr teilhabt am Leiden, werdet ihr erfahren, wie Jesus euch stärkt und ermutigt.
Die eigentliche Ausrichtung des Christenlebens
Wir haben lange auf Sie gewartet, aber wir freuen uns, dass Sie am Ende unserer Berichterstattung Ihre Botschaft hören. Heute Abend geht es um das, was uns Sorge macht, um gesundheitliche Nöte oder um das, was uns bewegt. Wir sollen das Jesus hingeben, ihm vertrauen und auf ihn schauen.
Und jetzt will ich Ihnen an ein paar Stellen zeigen, warum das auch bei Paulus so war. Zuerst meine Frage: Wofür leben wir?
Paulus ist deshalb so fröhlich, weil es ihm gar nicht wichtig ist, wie es ihm geht. Wenn man uns fragt: Wie geht es dir?, dann sagen wir: Ich habe so Kopfschmerzen, und ich habe so Sorgen, und ich habe so ... Wenn man Paulus fragt, dann denkt er gar nicht an seine Nöte, sondern er denkt immer nur daran, wie das Evangelium weiterläuft. Und wenn man ihn fragt, wie es ihm geht, sagt er: Wunderbares Evangelium läuft durch die Welt.
Er lebt so für seine Aufgabe, die Gott ihm gegeben hat. Er hängt nicht an seinem Ich. Und das ist ja wirklich eine Sache, über die wir uns überlegen müssen. Die Empfindlichkeit, die Wehleidigkeit, die Ichbezogenheit sind ja immer wieder ein Hintergrund unseres Lebens. Wir kommen gar nicht richtig los.
Wir merken das ja auch, wenn wir Leute aussenden. Ich muntere mich ja immer, wenn man da so eine Konfirmandin wie die Hanne-Rose Bauer hat, die jetzt vor drei Jahren nach Aresche geht. Es ist also schon eine Sache, wenn Sie mal den Tschad erlebt haben, und Sahara, und dann nach Abyschin noch just, und dann gehen Sie für drei Jahre hin, ohne Ferien. Da muss man sich schon verleugnen können.
Wer mir will nachfolgen, wie hat es auf dem Missionstreffen geheißen? Bruno Herm hat gerufen: Wenn du dein Leben hier gewinnen willst, sollst du drüben verlieren, dann gewinnst du es drüben bei Gott. Dann darfst du hier nicht so nach deinem Ich fragen.
Ist das für uns noch da, diese Hingabe für den Herrn? Und bei uns sind jetzt Aufgaben doch gefordert. Es geht jetzt noch nicht um Mission, das ist immer nur ein Punkt, wo es uns klar wird, dass ich heute auch Dinge einfach wegwerfen kann, auf die Seite legen kann: Dinge, die mich belasten und beschweren. Da will ich doch nicht hängenbleiben. Es gibt doch Größeres und Wichtigeres, nämlich das Kommen des Reiches Gottes.
Gefangenschaft als Ort des Zeugnisses und der Ermutigung
Und Paulus lebt missionarisch und sagt: Ich entdecke erst, dass die Gefängniszeit eine prima Zeit ist, weil ich jetzt dort Jesus verkündigen kann.
Sie erlauben, dass ich jetzt so konkret weitererzähle, wie wir da gestern den Rollstuhl unseres Bruders schieben. Und der ist natürlich irgendwo ungeduldig, weil er die Arbeit mit seinen Gruppen der Geschäftsleute hat, die er gern weiterführen würde. Dann sagt er: Ach, es hätte ihn so beglückt. Er hätte mit zwei Masseuren so ein gutes Gespräch gehabt. Er hätte ihnen so ein Buch geschenkt und hätte jetzt gesehen, dass eine der Schwestern auch in dem Buch gelesen hätte. Das hätte sie ganz nebenher getan, und das sei seine Bitte, dass jetzt in dieser Rehaklinik etwas sichtbar wird.
Wir denken manchmal viel zu groß, was von unserem Leben ausgehen müsste, als dass wir einmal sagen: Wenn ich nur mich dort bewähre, wo Gott mich hinstellt. Gott kann uns ja manchmal von seiner großen Arbeit wegnehmen und uns dort hinstellen, wo er sagt: Dort ist es jetzt wichtig.
Und Herr Paulus sagt: Erleben es wenigstens die Wärter im Richthause, diese Soldaten erleben jetzt das Zeugnis des Evangeliums an meiner Person, und das lohnt sich. Und darum sagt er: Es ist nicht vergeblich. Er regt sich nicht auf über die Ungerechtigkeit, sondern sagt: Gut, dass sie das hier wenigstens sehen. Wie es um mich steht, das dient zur Förderung des Evangeliums. Und an jedem Platz kann ich Jesus bezeugen. Darum ist gar nicht so wichtig, ob es mir passt oder ob es mir nicht passt. Hauptsache, Jesus macht daraus etwas zu seinem Lob.
In jeder Situation die Frage: Wie kommt etwas heraus? Es war uns ja so eindrücklich, als der Sohn von Helmut Wenzelmann da überfahren wurde und tot war. Mit 21 Jahren, der als Leitwort hat: Wenn nur etwas für die Sache Jesu herauskommt. Und wie das dann der Vater auch über das Begräbnis gestellt hat: Wenn nur etwas für die Sache Jesu herauskommt, wenn der 21-jährige Sohn beerdigt wird. Das war so ein hoffnungsfroher junger Mann.
Gott macht das ja manchmal merkwürdig. Wir meinen immer, Gott bräuchte uns, und Gott kann gerade im Widerspruch arbeiten. Und so geht es auch in Ihrem Leben. Und Sie müssen diese Ordnung merken, wie Gott sich seine Siege holt: wenn nur etwas für ihn herauskommt.
Verschiedene Motive, ein Christus
Also, mein erster Punkt: Wofür leben wir?
Zweitens: Er trägt auch die Fesseln für Christus, Vers 13. Fesseln sind ärgerlich, da kann man sich nicht entfalten. Und er sagt: Das ist doch bei mir ganz anders, ich trage die Fesseln für Christus. Sie haben sicher auch Fesseln, wo sie eingeschnürt sind. Und wenn sie die für Christus tragen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, die meisten Menschen kommen zum Glauben durch Leidende, die ihre Nöte für Christus und mit Christus tragen. Es gibt nichts so Eindrückliches, als wenn Menschen man begegnet, die Schweres durchmachen und in Christus getröstet sind. So war es auch bei Paulus, der sagt: Das haut die Wärter um, dass er da offenbar nicht rebelliert und dass er das willig erträgt. Das stille Leidenszeugnis, die segnenden Hände, obwohl sie gebunden sind, auch bei ihnen ist, also tragen sie ihre Fesseln für Christus, ohne Widerspruch und willig.
Das hat offenbar in dem ganzen Prätorium Interesse geweckt, die Sprachen über diesen merkwürdigen Gefangenen. Bei jedem anderen wusste man: Das ist ein Terrorist, das ist ein Aufrührer, und er war beim Offizierskorps unbotmäßig, und darum hat man ihn ins Gefängnis geworfen. Bei Paulus wusste man, sagt der Mann, kann man überhaupt nichts vorwerfen, das ist so ein freundlicher, gütiger Mensch, eigentlich rätselhaft, bloß er vertritt die Lehre, dass Jesus der Christ sei. Und zu sagen: Was ist das bloß, wenn ein Mensch so viel erlebt und so viel ausstrahlt?
Drittens: Es ist eine Ermutigung für andere. Der Paulus fragt noch, was geht von meinem Leben für Ermutigung aus, und er hat gemerkt, dass in dem Augenblick, wo er ausfiel als Apostel, umso mehr die anderen in die Bresche gesprungen sind. Er sagt: Das ist ja toll. Also es wäre wie wenn ich heute krank werden würde und würde sagen: Ist doch toll, jetzt müssen andere den Job machen, und ist doch gut, dann lernen die es.
Also er guckt immer bloß, wie kommt was raus, und sagt, ich muss es bloß von der Seite betrachten, wie Gott aus dieser Not etwas Gutes daraus macht. Die meisten Brüder haben durch meine Gefangenschaft Zuversicht gewonnen. Warum Zuversicht? Die hätten doch Angst kriegen müssen, wenn man dafür ins Gefängnis kommen kann. Nein, ich würde so sagen, natürlich haben sie Zuversicht gewonnen, weil sie merken, das Evangelium bringt Auseinandersetzung und Kampf mit sich.
Der Jochen musste weg, der geht nicht aus Protest, das ist unser Träuster. Das hat er vorher schon gesagt, dass er nur am Anfang bleiben kann. Sie sehen, das Evangelium wirkt immer Auseinandersetzung, wirkt immer Kampf.
Die Spannung zwischen Wahrheit, Widerstand und Freude
Und darum ist es so wichtig, dass wir auch mit der verfolgten Gemeinde Verbindung haben und uns nicht heute täuschen lassen. Wir meinen manchmal, wenn man das Evangelium ein bisschen elegant anbietet, es ein wenig verwässert, dann könnten die Leute es schon annehmen. Und dann könne man es so verdünnt weiterreichen, vielleicht durch das Fernsehen, und im Laufe der Zeit würden dann alle doch christlich erweckt.
Es ist jedes Mal ein Kampf auf Leben und Tod, wenn man das Evangelium verkündet. Und es geht nie ohne Spannungen ab. Es wird so sein, dass Menschen sich empören und sagen: Ich will es nicht hören. So wie sie den Paulus verfolgt haben, so wie bei Jesus der Widerspruch laut wurde.
Und das war eine Ermutigung für andere, gerade über den verfolgten Paulus zu wissen: Es lohnt sich, sich ganz einzusetzen. Für mich ist es immer eine große Herausforderung, wenn ich von der leidenden Gemeinde höre und von der verfolgten Gemeinde, wie sie auch jahrelang im Straflager das Ertragen um Jesu willen gelernt haben. Dann dachte ich: Ich bin feige und will da nicht mehr klingeln. Und ich mache den Mund nicht auf der Königstraße, weil man so komisch vorkommt vor den anderen. Wir sollten noch mehr wagen für unseren Herrn.
Und viertens noch: Es gibt den Dienst aus verschiedenen Motiven. Vers 15: Etliche predigen Christus aus Neid, andere aus Streitsucht, einige auch in guter Absicht. Gibt es auch solche offenbar? Das ist komisch. Aus verschiedenen Motiven predigen sie. Dieses Wort wird leider meist falsch zitiert, und dann wird gesagt, es kommt gar nicht so darauf an, was einer predigt, Hauptsache, sie reden alle von Christus. Das ist eigentlich Blödsinn.
Paulus war ja nie dafür, dass man falsche Lehre predigt oder gar einen falschen Christus. Er hat sich leidenschaftlich dagegen gewehrt, dass man einen falschen Christus predigt, etwa im Galaterbrief: Es gibt keinen anderen Christus, es gibt bloß einen. Er sagt bloß, es kann mal vorkommen, wenn man die Motive untersucht. Nicht, dass man sagt: Vielleicht predigt der Pfarrer bloß, weil er gut bezahlt wird, und wir kriegen aber unseren Gehalt ja, wenn man nicht predigen, das ist ganz toll bei uns.
Es kann doch alle möglichen Motive geben, warum einer Pfarrer geworden ist. Warum leidet eine Jungschar? Vielleicht leidet aber die Jungschar, weil der so angeberisch ist und sagt, er habe sich nach dem Amt gedrängt. Der Paulus macht eigentlich gar nichts aus, welche falschen Motive dahinterstehen. In der alten Christenheit gab es ja schon die Auseinandersetzung, ob etwa das, was einem gegeben wurde durch Verkündiger, die sich nachher als untreu, als unheilig erwiesen haben, ob das nicht wirkungslos ist. Sie haben gesagt, das macht gar nichts aus, sondern Gott wirkt auch durch unheilige Gefäße.
Es ist ganz klar so, dass es nur einen Christus gibt. Aber wir brauchen uns nicht Sorgen um die Motive zu machen. Und offenbar war damals in der urchristlichen Gemeinde auch schon sehr viel Missbrauch da, auch in den Motiven. Ich sage das nicht zur Verharmlosung, aber es ist immer so gewesen, dass die Gemeinde nie heilig war. Und wer das nicht sieht im Neuen Testament, der hat die Bibel noch nicht gelesen.
Da gab es die Auseinandersetzung bei den Fürsorgeeinrichtungen damals. Es gab Streit im Apostelkreis, es gab Spannungen in verschiedenster Hinsicht. Auch hier: dass Leute offenbar aus Streitsucht das Evangelium predigen. Komisch, vielleicht bloß aus Opposition. Und Paulus sagt: Wenn es das richtige Evangelium ist, schadet es nichts.
Christus soll wachsen, nicht das eigene Ich
Dann wird Gott Frucht daraus machen. Also wollen wir nicht die falsche Lehre damit gutheißen, sondern wir wollen es so sehen wie Paulus, der sagt, dass Gott aus vielem noch etwas Gutes machen kann. Und das soll uns freuen.
Christus soll groß werden, und wir wollen es ohne Empfindlichkeiten ertragen, wenn andere von Gott Gnade geschenkt bekommen. Das ist ganz wichtig. Gott kann es ja tun. Und er kann auch einen anderen Hauskreis wachsen lassen. Gott kann dort Segen schenken und es größer werden lassen. Wichtig ist nur, dass es Christus ist, Jesus Christus selbst, der wirkt.
Was mir heute wichtig war, bevor wir noch die Brüder hören werden, war vor allem, dass sie mit den Widrigkeiten ihres Lebens fertig werden, mit diesen gebundenen Händen, mit dem schweren Schicksal eines Gefangenen-Daseins, und sagen: Ich lebe doch für Christus, ich lebe doch nicht für mich. Und ich habe doch mein Leben Jesus in die Hand gelegt, und der führt mich so wunderbar. Ich kann ganz unbesorgt sein und kann so froh sein. Es wird irgendetwas Richtiges daraus werden. Und Gott wird das alles gut machen.
Und ich will mich nicht sorgen um meine persönlichen Dinge, sondern ich will mich freuen, wenn nur das Reich Gottes weiterläuft und zum Sieg kommt.
Stimmen aus der Gemeinde: Zeugnis, Dienst und weltweite Verbundenheit
Zaharias, dürfen wir dich zuerst bitten? Sag doch etwas, ein kurzes Zeugnis. Dann Sibi, oder soll er anfangen? Nein, Zaharias, komm bitte, oder Rubina, ich weiß nicht. Nein, Zach.
Vielen Dank, lieber Bruder. Es tut uns leid, dass wir ein bisschen spät hier angekommen sind. Wir hatten einige Besuche zu Hause, und es war nicht so leicht. Aber es tut uns leid.
Es freut uns sehr über dieses Wort, das der Herr uns gegeben hat. Ich denke auch an Paulus, als er diesen Brief an die gläubigen Leute in Philippi geschrieben hat. Er schreibt von seiner Situation und sagt, dass er in einem Gefängnis war, aber für Christus. Und er macht keine Klage. Wie heißt es? Beschwerde. Ja, sondern er sagt, in jeder Situation muss die Botschaft weitergehen.
Für mich ist das ganz positiv und sehr gut. Viele Male beschwere ich mich und sage: Oh ja, aber habe ich mich beschwert? Ja, ja. Aber bei Paulus hat er gesagt: Diese Situation ist bei mir, dann kann ich die Botschaft weitertragen.
Ich möchte alle Brüder und Geschwister im Namen Jesu Christi grüßen. Ich komme aus Uganda. Der Herr hat uns auch gelehrt, in unseren verschiedenen Situationen in Uganda nicht an der Situation und den Problemen mit unseren Augen hängen zu bleiben, sondern an Jesus Christus. Man hat gesagt: „Herr, hilf uns!“ Manche gehen manchmal durcheinander in der Situation. Und wenn die Situation durcheinander ist und wir auch in der ganzen Situation sind, dann sind wir auch durcheinander. Ja, können Sie mich verstehen?
Darum hat Paulus gesagt: In jeder Situation ist meine Aufgabe, die Botschaft Christi weiterzutragen, nichts anderes zu tun. In Uganda hat uns der Herr das gelehrt. Manchmal ist es schwer, aber wir sagen auch, genauso wie Paulus gesagt hat: Ich habe gelernt, mit sehr wenig zu leben und mit gar nichts zu leben und mit etwas zu leben. In allen Situationen muss die Botschaft weitergehen.
Für mich ist das viel. Ich muss immer lernen, ich muss immer lernen, ich muss immer sagen, ich muss immer klagen, ich muss immer sagen: Ja, ja, ich sage: Ja, es geht so, weil eins, zwei, drei, vier, ja, es ist so, weil eins, zwei, drei, vier, fünf. Aber nicht so mit Paulus.
Ich denke auch daran, als Paulus und Barnabas im Gefängnis waren. Die ganze Nacht priesen sie den Herrn, und dann wurde das Gefängnis geöffnet. Die anderen waren geschlafen, aber Paulus pries und lobte den Herrn. Und so, wenn er sagt: In jeder Situation muss die Botschaft weitergehen, dann heißt das, wir müssen solche Beispiele nehmen. Es ist schwer, aber mit ihm ist alles möglich.
Es hat uns wirklich sehr, sehr gefreut, heute Abend in dieses Gemeindehaus zu kommen und viele Geschwister hier zu treffen. Das ist unsere große Freude. In jeder Situation: Lass die Botschaft Christi weitergehen!
Ich selbst war 17 Jahre alt, im Jahr 57, ja, 57, ja, 57, ja, 57, und der Herr hat zu mir persönlich gesprochen. Ich habe manchmal gesagt: Nein, die Botschaft ist für die älteren Leute. Ich bin noch jung und ich muss versuchen, dies und das zu probieren, hier und dort und so weiter. Aber in meinem tiefen Herzen hatte ich immer den Wunsch, den Herrn zu loben, ein Christ zu sein. Doch ich hatte immer gedacht, es ist unmöglich.
Aber in diesem Jahr habe ich Ja zu Jesus gesagt, und er hat einen Anfang in mir gemacht. Er hat den Anfang gemacht, und jeden Tag sage ich: Nicht ich, sondern Christus lebt in mir.
Geschwister, ich muss nicht so lange sein, aber es ist eine große, große Freude für mich. Und ich muss immer lernen, dass in jeder Situation die Botschaft Christi weitergetragen wird.
Ich hatte eine Geschichte gehört. Da war ein Mann, er war auf einem Marktplatz, er war in Indien, nicht mein lieber Bruder dort. Und er musste Orangen verkaufen. Er sagte: Herr, die süße, schöne Orange, kaufst du eine? Süß! Aber die Leute gehen immer so vorbei, sie schauen nicht hin. Er spricht, er spricht, aber sie schauen nicht an. Und dann sagte er: Ja, ich bin müde. Ich nehme eine Orange, die hat er geschält und geschmeckt. Und die Leute haben hingeguckt und gesagt: Die Orange muss sehr süß sein, darf ich eine kaufen? Und dann hat er alles verkauft.
Meine Geschwister, lasst uns den Herrn immer schmecken, und dann leuchtet unser Geschick, denn die Leute wollen zu uns sagen: Was für einen Jesus hast du? Ich brauche auch einen. Paulus sagt: In jeder Situation lasst uns die Botschaft weitertragen.
Einige von uns arbeiten im großen Büro, zum Beispiel, oder sind Hausfrau oder Lehrer oder so. Aber er sagt: In jeder Situation lasst uns die Botschaft weitertragen.
Dankeschön, war noch geschwind. Herr Harrias, du sprichst ja großartig Deutsch, den haben wir übersetzt am Zug. Dieser Mann macht die ganze Versorgung der kirchlichen Krankenhäuser in Uganda durch die ganzen schweren Jahre Idi Amins, Obotes, wie wir jetzt noch unten waren. Nachts wurde noch geschossen in Kampala. Und dann kam, gerade als wir ankamen, der Polizist. Das haben wir ja gar nicht laut erzählen dürfen, wo die Patrone beim Horst Holzäpfel eingeworfen wurden. Die wollten den Horst Holzäpfel mitnehmen. Was das dort heißt bei den Militär- und Regierungsverhältnissen.
Und der Zaharias ist abmarschiert, über Stunden mit dem Polizisten. Und als er jetzt kam, wie ging die Geschichte aus? Der Polizist war der, der die Patrone eingeworfen hatte, selber. Der Polizist wollte am Ende Geld haben. Und was das für bedrohliche Augenblicke für sie sind.
Und was das heute im Krankenhauswesen von Ugandas heißt, mit den vielen Aidskranken in Uganda, nicht schon in der Hauptstadt sagten sie, ein Viertel der Patienten ist aidskrank, und alles, was ihr tut an dieser Stelle. Du sollst wissen, wie die Leute für euch beten. Wir sind froh, dass ihr da drin diese Stelle habt. Wir wollen viele Entwicklungshelfer euch zur Hand geben, auch für diese Sache.
Jetzt muss noch eine praktische Frage gestellt werden. Wir müssen einige Maschinen besorgen. Das läuft schon hier mit der Pharmaindustrie, die so halbautomatische Maschinen, die sie brauchen, für ihre neuen Gebäude haben. Wir packen da wieder einen so großen zehn Meter Container und dann packen wir wieder Gleiterballen rein. Kannst du Gleiter brauchen? Die glauben mir sonst nicht? Ja, doch, doch.
Soll ich sagen, ich möchte euch zuerst ganz richtig danken. Wir haben vielmals einige Kleider von dieser Gemeinde bekommen, und ich glaube, einige von euch haben viele Spenden dazu gemacht. Wir sind wirklich sehr, sehr dankbar.
Wir helfen zum Beispiel in Uganda. Es ist noch sehr, sehr schwer. Zum Beispiel bekommst du jeden Monat etwa zwischen 1800 bis 3000 Uganda-Schillinge, und ein Mark ist knapp 97 Schillinge. So siehst du, wie 30 Mark im Monat. Aber wenn man ein Hemdchen kauft, es muss etwas zwischen 900 bis 1500 kosten. Es ist immer unterschiedlich mit der Qualität usw. Das heißt, für einen halben Monatslohn, ja, die Kosten sind ganz, ganz hoch.
Und noch schwerer ist es für die Christen, weil es auch viel Korruption im Land gibt. Manche Leute arbeiten nur an Habs hier und Habs dort und Habs dort, um so viel Geld zusammenzusammeln. Aber die Christen sagen: Nein, ich muss treu bleiben. Wenn ich eine Arbeit habe, muss ich hier bleiben. Für solches ist es ganz, ganz schwer.
Mit den Kleidern haben viele Leute viel, viel Freude gehabt und dem Herrn gedankt. Und es gibt ein Kriegsgebiet, zum Beispiel nordöstlich Uganda, Tesso und Lange und in solchen Gebieten. Wir sagen, es kostet immer Geld durch den Zoll und zu erklären. Aber wir sagen, wir machen einen Teil: Alles, was in dieses Kriegsgebiet geht, muss alles frei sein. Die Leute müssen nicht bezahlen. Aber was wir in das andere Gebiet schicken, wo es ruhig ist, da sagen wir: Du musst etwas bezahlen, dann sind alle Kosten entrichtet. Ja, und dann hilft unser Bruder im Kriegsgebiet, der muss nicht bezahlen, der andere muss mithilfen. Gut, Bruder!
Und mit Brillen auch, hast du ja gesagt, ganz wichtig. Wird bloß jetzt uns noch nicht bringen. Sammeln Sie es bei sich zu Hause, und wir geben den Termin bekannt, kurz bevor der Container ist, weil wir keine Lagermöglichkeit haben. Dann können Sie mal herumfragen beim Optiker und so weiter, und dann machen wir große Mengen wieder fertig. Die tun das alles anpassen mit Fachleuten und kommen wieder in die richtigen Hände.
Aber auch Bettwäsche und so Sachen können Sie brauchen. Doch, alles, alles. Zum Krieg: Ein Schubaspel, wie heißt das, Seife, Schubaspel ist sehr wichtig, ja, Seife und Salz und Kunststoffteller und solche Dinge. Manchmal gibt es die Leute, die sind immer und müssen immer schnell laufen, wenn die und so sie brauchen. Ja, solche Dinge.
Wir werden es wieder bekanntgeben, auch wie es mit der Fracht ist. Ja, das Volumen ist immer wieder das Teuerste. Wir werden es gern.
Zarias, schön, dass wir dich hier gesehen haben. Wir hoffen, dass du auf dem Michelsberg noch zwei Tage dabei bist. Das wäre schön. Er wird uns am 15. zurückkommen. Rubina, willkommen in unserer Mitte. Sibi, sagst du noch ein Wort? Sibi, bitte komm.
Dienst, Evangelisation und soziale Verantwortung
Ja, die Rubina darf noch ein... You have a short word after this, only CB. Tell us something about what you are doing.
Okay, I work within the relief wing of the Evangelical Fellowship of India. Ich arbeite in dem Hilfswerk der Evangelischen Allianz von Indien. And our organisation is committed to doing mission through social work. Und unser Werk hilft durch Sozialdienste.
Ich habe da gerade zugehört bei dieser Bibelarbeit über den Philipperbrief. Ich bin da auch hängen geblieben an dem Wort, wo Paulus sagt, alles, was auch geschieht, dient zur Förderung des Evangeliums. Pauls Präoccupation mit der Advance of the Gospel war etwas, was mich immer beeindruckt hat. Und in unserem Dienst, der EFICOR heißt, geht es uns auch darum, dass das Evangelium weiterläuft.
Das eine ist: Was will Gott, dass wir tun sollen? Und zweitens haben wir durch Erfahrung realisiert, dass echte soziale Arbeit nur mit der Proklamation des Evangeliums stattfindet. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Sozialarbeit, Sozialhilfe, nur wirksam geschehen kann, wenn sie kombiniert ist mit der Verkündigung des Evangeliums, mit Evangelisation. Und in diesem Sozialwerk der Allianz in Indien haben wir herausgebracht, dass gerade das Evangelium heute offene Türen hat in der Arbeit, die wir tun.
Ich möchte euch gerade erzählen, wie das in einer besonderen Situation sich ereignet hat. Das ist nur einer von vielen Fällen. Es war eines von vielen. Da war ein Bruder, der hat mit Moslems unter Moslems gearbeitet, und diese Gemeinschaft war völlig verschlossen für das Evangelium. Letztes Jahr gab es eine ganz schlimme Dürre in Indien, und dieser Bruder hat mich gefragt, EFICOR zu helfen, eine Welle für sie zu drillen. Und unser Bruder hat uns dann bei EFICOR gefragt, ob wir nicht dort einen Brunnen graben könnten.
Und wir haben gesagt, wir können das machen für die Armen, die dort in diesem Gebiet leben. Und er sagte, es wird sehr schwierig werden, denn die dort lebenden Muslime sind so antichristlich eingestellt, sie werden das nicht dulden. Dann hat er mit ihnen gesprochen, und sie haben zugestimmt, wenn sie eine Handpumpe kriegen, wo das Wasser gefördert werden kann.
Wenig später traf ich dann diesen Bruder wieder, und er sagte: Seitdem diese Pumpe dort eingerichtet ist, ist das ganze Dorf ganz offen für das Evangelium. We have done everything with one purpose for the advance of the gospel. Und alles, was wir tun, das tun wir für den Fortschritt, für das Laufen des Evangeliums. Und das ist die Art der Arbeit, die wir bei EFICOR, den Sozialdiensten der Allianz in Indien, tun. Und das ist unsere Planung für die Zukunft, dass überall, wo wir eine Arbeit beginnen, dort auch Gemeinden gegründet werden.
Und es gibt aber noch etwas von diesem Textabschnitt, das mich bewegt und das ich mit euch gerne besprechen will. Paulus hat eine große Freude, wenn er hört, wie das Evangelium weitergetragen wird. Jesus erwähnt das auch mit dem Gleichnis, dass im Himmel die Engel einen Lobgesang anstimmen, wenn nur ein Sünder bekehrt wird. It calls for a celebration even in heaven, und das fordert sogar im Himmel einen ganz besonderen Dankgottesdienst heraus.
Aber in unseren Kirchen, wenn man darüber redet, was Gott in diesen Tagen tut, da sitzt jeder mit erstarrtem Gesicht da. Das ist das allergrößte Wunder, das überhaupt je passieren kann, wenn ein Mensch zum Glauben kommt. Wenn etwa wir sagen, in unseren Dörfern, wo wir arbeiten, ist ein Blinder zum Sehen gekommen, oder wenn ich sagen würde, ein Blinder, der kann jetzt wieder gehen, ein Lahmer, Entschuldigung! Oder ein Tauber kann wieder reden. Stummer! Und jeder wird das überall weitererzählen.
Aber das größte Wunder, was je als Wunder geschehen kann, ist die Wendung eines menschlichen Herzens. Und ich muss sagen, dass wir das immer wieder vergessen, in unseren Kirchen richtig zu feiern. Und wir haben deshalb so wenig erlebt mit Gott, und auch weniger, als wenn ein Mensch zum Sehen kommt.
Das eigentliche Wunder und die Treue zum Auftrag
Und wir haben das in unserem ganzen Dienst von Eficor gemerkt, was es bedeutet, wenn ein Mensch sich verändert. Es sind letztlich nicht die Handpumpen, es sind nicht unsere Schulen, es sind nicht unsere Gesundheitsprogramme, sondern die Tatsache, dass Menschen sich von den Götzen abkehren und zum lebendigen Gott hinwenden, von der Dunkelheit und der Finsternis hin zum Licht.
And that is something which I have seen and I wanted to share with you this evening. And I want you to pray that we would be true to that calling. Ihr im Beten anhaltet.
Und das ist immer wieder eine Versuchung für alle Sozialwerke, dass sie das Evangelium in ihrem Dienst vergessen. Es ist wirklich eine Versuchung für uns alle. Wenn man sieht, wie in Armenien das Erdbeben ist, dann will man Geld hinschicken. Aber wenn ihr verlorene, von Gott ferne Menschen in Armenien seht, dann seid ihr nicht so herausgefordert.
Und es sind am Ende nicht die Handpumpen, die uns in den Himmel bringen. Es sind die veränderten Menschen. Und ihr müsst für uns beten, dass wir unserem Ruf treu sind. Und ich danke euch, dass ihr so treu für uns betet.
Persönliches Zeugnis und Berufung im Alltag
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Sie wollten eigentlich nicht kommen, die Tochter macht Abitur, aber die Tochter macht auch ohne Mutti Abitur, und deshalb ist es kurz.
I spoke about your daughter. And I pray that you pray for her so that she can, because she hasn't been very well and we were worried about her. Sie ist nicht sehr gut. Ah ja, er sollte auch für die Tochter beten, es ginge ihr nicht besonders gut, und es ist wichtig, dass es ihr wieder besser geht.
Ich möchte dem Herrn danken, dass sie hier sein kann, und ich bin dem Herrn so dankbar, dass er mich gerufen hat und dass er mich gerettet hat. Es ist die unbegreifliche Gnade Gottes, die man kaum verstehen kann. Ich würde nicht hier sein, wenn ich nicht Jesus als meinen persönlichen Erlöser vor 25 Jahren angenommen hätte.
Ja, wir waren damals junge Mädchen und haben nicht viel verstanden und haben viel Dummheiten getrieben. Wir haben das eigentlich alles ablehnen wollen und wollten das nicht haben, was uns Gott anbot. Und dann war es Jesus, der mir geholfen hat, zu einer klaren Entscheidung zu kommen. Und meiner Hausfrau.
Ein Jahr lang war ich als Lehrerin in einem Missionshospital tätig. Ich habe gemerkt, wie ich dort bei der Hebammenausbildung zu den Hebammen geredet habe, dass ich da auch viel über Jesus zu ihnen sagen konnte. Und wenn ich dann dort vor einer Klasse stand und sie lehren musste, dann konnte ich zu ihnen alles sagen. Und wenn ich dann einen Lehrabschnitt abgeschlossen hatte, habe ich oft innegehalten und dann mit ihnen über den Glauben an Jesus Christus gesprochen.
Und ich möchte euch das wirklich sagen: Ganz gleich, in welchem Beruf ihr tätig seid, Jesus kann euch dort gebrauchen.
Ich möchte euch ganz herzlich danken für eure Unterstützung, für eure Prägung und die Weise, wie ihr uns liebt. Ich bin jetzt zu Hause, und ich bin eine Hausfrau. Ich schaue nach ihm und den Mädchen. Ach so, und nun gucke ich wieder nach meinem Mann und nach meinen vier Töchtern. Danke, dass ich das euch sagen konnte.
Dass ich das noch ergänze: Sibi Samuel ist also selber sehr lange in Slums tätig, auch in einem sehr großen Slum, dem Nehru-Slum in Neu-Delhi. Er hat auch angeboten, dass man einen zehnwöchigen Aufenthalt dort einmal machen kann und in einem Slum arbeiten darf. Harte Leute, die auch auf dem Dorf einmal arbeiten wollen und die Kosten selbst aufbringen, wir werden das sicher einmal anbieten können. Das ist sicher für manche einmal wert, die Nöte Indiens so hautnah zu erleben, einmal zu sehen, wie Menschen leben, die nie eine Chance haben, dass sich ihr Lebensschicksal wendet, und wie für diese Menschen das Entscheidende ist, ob sie Hoffnung in Jesus haben.
Abschlussgebet und weltweite Fürbitte
Jetzt wollen wir beten, wir singen immer, um dem Chor noch Raum zu geben.
Lieber Herr, dir sei Dank auch für dieses Grüssen, für dieses Begegnen und dafür, wie es uns ermutigt, dass wir eine weltweite Familie sind in dir. Wir möchten dich jetzt bitten, dass du deine Kinder stärkst, auch dort, wo sie unter so schwierigen Umständen leben.
Du hast uns so viel in die Hand gegeben, so viel äussere Fülle gegeben, obwohl wir aus der Katastrophe des letzten Krieges kommen. Hilf uns, dass wir diese Gaben recht einsetzen können, damit sie dich preisen und damit sie dazu dienen, dass dein Reich gebaut werde, auch in diesen Tagen.
Wir wollen dich jetzt bitten auch für die Familien, für die Töchter von Callegas, für die Kinder und die Ehefrau von Sibi Samuel und für all die anderen Boten und Diener, die du hast in allen Teilen der Welt. Du weisst auch, wer heute Abend in Haft ist wie Paulus, Menschen, die angefochten sind, auch in all den Ländern, in denen die Verkündigung deines Evangeliums gehindert wird. Sei du dort selbst.
Und gib du deinen Boten diesen weiten Blick, auch uns, dass wir wegsehen können von uns und hinausschauen auf deinen Siegeszug des Evangeliums, der durch alle Welt läuft. Gib uns nun deinen Frieden auch in dieser Nacht. Amen.
