Serie•Teil 5 / 7Der 2. Petrusbrief
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Ein ernster Wächterruf gegen gefährliche Lehren
Eines Feindes ist es, die Stimme des warnenden Wächters zum Schweigen zu bringen. Und deshalb, das weiß der Apostel Petrus, erhebt er umso klarer seine Stimme. Im 2. Petrus 2 haben wir eine sehr deutliche Sprache über die falschen Lehrer.
Es ist eine Warnung. Es geht darum, dass die kostbare Glaubensgrundlage, die wir haben, angefochten wird durch falsche Boten und falsche Lehrer, die Verderben bringen. Diese falschen Lehrer und falschen Boten sind eine wirkliche Gefahr für die Gemeinde Jesu. Das ist nicht so, als seien sie nur eine theoretische Gefahr, aber nicht für uns. Oh nein, Petrus spricht mit großem Ernst, und er weiß: Es geht um alles. Deshalb auch dieser Brief.
Aber Gott wird eines Tages eingreifen, das ist die Botschaft hier. Es ist eine sehr ernste Botschaft in Kapitel 2. Wir hatten gestern Abend in Kapitel 2 zuerst die ersten drei Verse betrachtet, wo die erste Beschreibung dieser falschen Lehrer ist. Sie werden auftreten, sie stehen auf der Stufe der alttestamentlichen falschen Propheten, sie führen Sonderrichtungen nebenein. Sie wenden sich von der höchsten Autorität ab, von Jesus Christus als Gebieter und Herrn. Sie werden nicht bleiben, also wird hier ein Hinweis gegeben auf ihr Ende. Sie werden nicht bleiben, Gott wird eingreifen, und ihr Verderben schlummert nicht.
Und dann werden sie vorher aber noch schädlichen und großen Einfluss ausüben. Wo? Natürlich in der Gemeinde Jesu. Sie bereichern sich an den Gläubigen. Ja, das war diese Beschreibung, diese erste Beschreibung. Und dann spricht er über ihr Gericht, und er gibt dann Belege für das Eingreifen Gottes, Belege dafür, dass Gott wirklich richten wird.
Und zwar möchte er zeigen, in Vers 3 bis 9 möchte er zeigen, dass dann eines Tages, wenn der Herr eingreifen wird mit Gericht, er einerseits das Böse bestrafen wird, hier die falschen Lehrer bestrafen wird. Auf der anderen Seite wird er aber die Gläubigen aus der Prüfung befreien. Denn die Zeit des Christenlebens ist auch eine Zeit der Prüfung und Versuchung, und auch die falsche Lehre ist eine Versuchung für den Christen.
Wir sollen nicht meinen: Ach, die falsche Lehre, das gilt irgendwelchen anderen, aber nicht mir, ich bin ja gläubig. Oh nein, die falschen Lehren sind eine wahre Gefahr für die Gläubigen, und das stellt der Apostel Petrus hier in seinem Brief deutlich dar.
Und in den Versen 10 bis 22 haben wir jetzt also eine weitere eingehende Beschreibung dieser falschen Boten, dieser falschen Lehrer. Während wir das lesen, sollen wir auch denken, dass wir heute genauso wie damals es mit diesen falschen Lehren zu tun haben. Zum Beispiel haben wir heute diese sogenannte neue Toleranz, den Pluralismus. Das heißt, man muss alles stehen lassen. Pluralismus: Alles ist irgendwie wahr. Auch das ist eine Gefahr für die Gemeinde Jesu, die Ökumene usw. Einen zusätzlichen Vortrag haben wir über den Neomarxismus, da werde ich auch einiges darüber sprechen, über diese falschen und gefährlichen Dinge.
Also ist es wichtig für heute, dass die Grenze zwischen Wahrheit und Unwahrheit klar gezogen wird, die Grenze zwischen Gemeinde Jesu und der Welt. Die Linien müssen deutlich und klar sein. Jede Irrlehre wird früher oder später einmal ihr wahres Gesicht zeigen. Am Anfang merkt man es vielleicht noch nicht so, aber mehr und mehr kommt es dann zum Ausdruck.
Wir haben heute auch moderne Irrlehren über Musik, über Liberalismus, über die Weltlichkeit, über Menschenzentriertheit, dass Menschen im Zentrum stehen, und so weiter, Psychologie, Selbstwertgefühl und alles Mögliche. Also wir haben heute viele, viele Lehren, und wir tun gut daran, umso mehr auf das Wort Gottes zu achten in unserer Zeit.
Also wollen wir jetzt diese Verse betrachten. In Vers 10 zuerst die Fleischlichkeit und Respektlosigkeit der falschen Lehrer. Der Satz ist eigentlich ein Beginn mitten im Satz. Ich müsste eigentlich noch vorher Vers 9 mitlesen, damit wir einen Zusammenhang haben. Also in Vers 9 hatten wir, dass Gott der Herr weiß, Ehrfürchtige aus der Prüfung zu retten, zu befreien, Ungerechte aber auf den Tag des Gerichtes aufzubewahren, um bestraft zu werden, im Besonderen aber die, die in befleckender Lust hinter dem Fleisch hergehen.
Also hier die Fleischlichkeit. Er sagt besonders bekommen diese ihre Strafe: Sie laufen dem Fleisch nach. Was heißt das? Dem Diesseitigen, dem Sinnlichen. Das ist ihnen wichtig, ja. Die falsche Lehre tendiert dahin, das Sinnliche, das Diesseitige wichtiger zu nehmen als das Jenseitige. Und aus der falschen Lehre fließt oft ein falsches Leben, oder es ist eigentlich immer so: Aus der falschen Lehre fließt falsches Leben. Falsche Auffassungen über Gott und über Jesus Christus führen unwillkürlich zu einem falschen Handeln.
Und er spricht hier weiter: Solche, die in befleckender Lust hinter dem Fleisch hergehen und Herrschaft verachten. Respektlos heißt das, sie sind respektlos. Wenn wir vor Gott Achtung haben, dann haben wir auch Achtung vor den Autoritäten, die Gott eingesetzt hat. Alle Respektlosigkeit und Ehrfurchtslosigkeit rührt daher, dass man vor Gott nicht mehr den Respekt hat. Wer Gott ignoriert, der hört mit der Zeit auf, vor anderen Dingen Achtung zu haben, vor denen man Achtung haben sollte.
Ja, man kann tun, wie man will. Die Sitten, das ist nicht so wichtig. Man kann sich kleiden, wie man will. Jedem das Seine. Man kann reden, wie man will. Jeder Ton ist angebracht. Jeder soll so tun, wie ihm vorkommt. Und dann verliert man den Respekt vor Autorität hier. Aber man verliert auch den Respekt vor dem Leben. Das haben wir übrigens heute in unserer Gesellschaft: Abtreibung, Euthanasie. Also wir leben in einer Wegwerfgesellschaft, und da werden auch die alten Leute weggeworfen, die man nicht mehr braucht, und die kleinen Kinder, die noch im Mutterleib sind, die man nicht haben will. Wegwerfgesellschaft.
Das heißt, die Verwegenen sind sie, Eigenwillige. Sie zittern nicht, wenn sie Herrlichkeiten lästern, also wenn sie Wesen in hoher Autorität lästern, schlecht über sie reden, während doch Engel, die an Stärke und Kraft größer sind, vor dem Herrn nicht ein lästerndes Urteil gegen sie vorbringen. Die Engel wagten es nicht, schlecht zu reden über irgendwelche Herrlichkeiten, nicht einmal über die bösen Dämonen und über den Fürsten, den Feind, wagen die Engel schlecht zu reden, auch den Feind Gottes nicht.
Er ist nicht irgendjemand. Das sind Mächte, die Respekt verdienen. Wir sollen nicht lachen über den Feind, über den Teufel. Wir sollen Respekt haben und uns nicht verführen lassen. Wir sollen nicht schimpfen über die Dämonen usw. Es sind hier böse Mächte, und wir wissen: Nur in Jesus Christus sind wir sicher.
Und wenn Engel es nicht wagen, wie viel weniger soll der Mensch es wagen, negativ zu reden über andere Menschen oder über Autoritäten.
Von der Verachtung des Heiligen zur Entwürdigung des Menschen
Und dann spricht er in Vers zwölf bis vierzehn die Unvernunft an. Sie sind ohne Verstand, also in ihrer Unvernunft wie Tiere. Vers zwölf: Diese wie vernunftlose Tiere, Naturwesen, zum Eingefangenwerden und zum Umkommen geboren, lästern in Dingen, in denen sie unverständlich sind.
Tiere sind ja unvernünftig. Tiere sind stumm, weil sie nichts zu sagen haben, hat jemand gesagt. Tiere können nicht sprechen, weil sie nichts zu sagen haben, weil sie nicht denken können in dem Sinne. Sie haben zwar einen Instinkt, einige mehr und einige weniger. Wir haben gerade über die Bienen geredet, gestern oder vorgestern war das. Ja, natürlich haben sie einen Instinkt, aber sie können nicht reden. Man spricht von Bienensprache, es ist aber keine Sprache. Wir wissen, was eine Sprache ist. Wir diskutieren, wir sprechen, aber die Tiere sprechen nicht.
Und viele Tiere sind dazu geschaffen, dass sie geschlachtet werden oder dass sie arbeiten. Und diese Menschen hier sind wie Tiere geworden. Das heißt, sie haben den wirklichen Adel des Menschen verloren. Sie sind auf eine tiefere Stufe gesunken, sozusagen sittlich. Sie lästern in Dingen, in denen sie unverständlich sind. Würden sie verstehen, würden sie nicht lästern.
Woher kommt das? Von falscher Lehre, von Irrlehre, zum Beispiel. Es gibt eine Irrlehre, eine falsche Lehre, die Evolutionslehre, dass sich alles aus der Tierwelt entwickelt hat, auch der Mensch. Wenn man das glaubt, dann meint man, die Menschen sind wie Tiere. Und dann benimmt man sich auch wie Tiere. Oder dann denkt man sich: Wir sind ja nur höher entwickelte Tiere. Und das Ergebnis ist, dass der Mensch keine Skrupel mehr hat. Der Mensch verliert die Realität aus dem Blick, er ist sich nicht bewusst, dass er von Gott herkommt, dass er im Ebenbild Gottes geschaffen ist.
Wenn ein Mensch die Realität der Geisterwelt und des geistlichen Bereiches verwirft, dann steht er selbst in Gefahr, auf die Ebene eines tierischen Wesens herunterzusteigen. Bei Nebukadnezar war das so. Da hat Gott ihn damit bestraft, weil er Gott nicht die Ehre gegeben hat. Gott hat ihn bestraft mit einer Krankheit, sodass er sich benommen hat wie ein Tier. Da ist er herumgekrochen und hat Gras gegessen. Er hat geglaubt, er sei ein Tier. Das ist eigentlich eine Wahnvorstellung. Das ging über mehrere Jahre hinweg, und das hatte er so lange, bis er seine Augen emporgehoben hat zu Gott und anerkannt hat, dass Gott es ist, von dem alles kommt, und nicht der Mensch.
Nebukadnezar hat gesagt: Ich bin der, der dieses herrliche Babylon erbaut hat, zu Ehren meiner Herrlichkeit, durch meine Kraft und zu Ehren meiner Herrlichkeit. Da waren gleich zwei Irrlehren in einem Satz. Er ist nicht die Quelle. Er meinte, er sei die Quelle seiner Kraft, und von ihm her komme alles. Und er dachte, für ihn sei alles da. Zwei Fehler: Von Gott kommt alles und nicht von den Menschen, und für Gott ist alles da und nicht für den Menschen. Zu Ehren Gottes.
Und das musste er erkennen, als er sich gedemütigt hat und dann die Augen zum Himmel emporgehoben hat. Dann wurde er wieder wie ein Mensch, dann wurde er wieder gesund. Nebukadnezar ist nun schon ein Vorbild für die letzte Zeit. Die letzte Zeit wird regiert werden von einem Wesen, das wie ein Tier ist, das sich so skrupellos benimmt wie ein Tier. Und die Bibel nennt es das Tier, das Tier aus dem Meer. Und sein Reich ist ein tierisches Reich, das antichristliche Reich.
Also, was den Menschen vom Tier unterscheidet, das sind besonders diese zwei Dinge: die Sprache und der aufrechte Gang, so dass er zum Himmel emporblickt. Die Tiere blicken nicht zum Himmel empor, die Tiere blicken nach unten, auf den Boden. Aber die Menschen blicken nach oben, zum Schöpfer. Und das ist das Entscheidende.
Dave Hunt, ein bekannter Evangelist in Amerika, hat sehr viel geschrieben und sehr gute Bücher geschrieben. Und er schreibt: Die Grundlage vieler Irrlehren ist die Evolutionslehre. Ich habe das Buch gelesen, Okkulte Invasionen, ein ganz dickes Buch, über die Irrlehren in der Gemeinde, die eingedrungen sind in unserer Zeit und auch die Gemeinde Jesu gefährden. Und da schreibt er, eine Grundlage ist die Evolutionslehre, dass der Mensch sich also von selbst entwickelt hätte.
Das heißt, sie werden in ihrem Umkommen gänzlich umkommen, oder sie werden in ihrem Verderben gänzlich verderben. Ja, sie werden für Gott und für sein Reich verderben. Sie gehen verloren in Bezug auf das, was Gott eigentlich mit dem Menschen vorhatte. Das heißt nicht, dass sie ausgelöscht werden, sondern sie werden in Ewigkeit leiden. Sie werden in Ewigkeit verloren sein, aber sie werden existieren.
Die trügerische Anziehungskraft von Lust und Gewinn
Vers 13: Sie sind betrogen, sie sind betrogen, lesen wir in Vers 13. Und weiter: Sie bringen sich den Lohn der Ungerechtigkeit ein. Auf diese Weise tragen sie den Lohn ihrer Ungerechtigkeit davon. Sie sind Betrogene, und sie meinten, einen Lohn zu bekommen, etwas zu tun, was sich lohnt. Aber sie werden belohnt: Für ihre Ungerechtigkeit werden sie letztlich mit einem göttlichen Gericht belohnt.
Die Sünde betrügt. Die Sünde verspricht etwas Gutes, aber zuletzt stellt sich heraus, dass es reiner Betrug ist. Fleischlich sind sie. Am Tag in Üppigkeit und Luxus zu leben, halten sie für ein Vergnügen. Sie haben sich den zeitlichen Vergnügungen hingegeben. Letztlich werden sie das nicht zugeben, aber letztlich leben sie doch für das Vergnügen.
Sie sind Flecken und Makel, leben üppig in ihren Betrügereien, wenn sie mit euch an festlichem Essen teilnehmen. Sie sind also hier bei den Christen, dieser Irrlehrer konkret. Sie sind also drinnen bei den Christen, sie sind nicht irgendwo weit draußen, und bei ihnen spielen die Gaumenfreuden offensichtlich eine wichtige Rolle. Er sagt hier: Sie leben üppig in ihren Betrügereien, wenn sie mit euch an dem festlichen Essen teilnehmen.
Und sie sind ehebrecherisch, haben Augen, die voll sind von Begier nach einer Ehebrecherin. Also geschlechtliche Lust spielt bei ihnen eine große Rolle. Das ist ja interessant: Viele falsche Lehren bringen auch Entgleisungen auf geschlechtlichem Gebiet mit sich. Wo man Gott verlässt und wo man seine Sitten verlässt, kommt es so weit, dass man den Versuchungen auf diesem Gebiet dann verfällt.
Auf der anderen Seite ist Mäßigkeit wichtig, ja, Mäßigkeit. Es geht nicht darum, dass wir auf dieser Welt alles genießen können. Mein Bruder hat mir gesagt, und das hat mir wirklich geholfen: Er hat gesagt, die letzten Freuden sind nicht die leiblichen. Die höchsten Freuden, die wir zu genießen haben, sind nicht die leiblichen. Die höchsten Freuden sind im geistlichen Bereich. Es gibt höhere Freuden als im leiblichen Bereich.
Wenn wir das Jetzt bis ins Letzte genießen wollen, dann stehen wir als Betrogene da. Dann wird man enttäuscht vom Leben, denn letzte Befriedigung gibt es hier nicht. Sie sind pausenlos bei der Sünde, heißt es weiter. Das ist das eigentliche Trügerische: Der Appetit wird nicht gesättigt, und sie müssen pausenlos, sagt er, immer weiter, immer weiter. Und erst hinterher merken sie, dass nun betrogen worden ist.
Verführerisch locken sie ungefestigte Seelen an. Sie hören nicht auf zu sündigen und sind daran interessiert, dass andere auch noch sündigen. Das ist das Schlimme und das Tragische: Sie machen sich an ungefestigte Gläubige heran.
Habsüchtig steht noch hier: Sie haben ein in Habsucht geübtes Herz. „Neige mein Herz zu deinen Geboten, nicht zum Gewinn“, sagt der Psalmist. „Neige mein Herz zum Wort Gottes, nicht zum Gewinn“, Psalm 119,36. Und dann, danke, und dann in Psalm 119,10: „Mit meinem ganzen Herzen suche ich dich; lass mich nicht abirren von deinen Geboten.“ Hier also zwei Verse, die jetzt auf das Gegenteil hinweisen.
Und weiter: Sie sind Kinder des Fluches. Kinder des Fluches, was heißt das? Der Fluch ist der Weg zum Tode, und der Segen ist der Weg zum Leben. Fluch ist Weg zum Tode, Segen ist Weg zum Leben. Und wenn sie hier Kinder des Fluches sind, dann heißt das, sie sind auf dem Weg zum Tode, natürlich zum ewigen Tode gemeint. Sie sind Menschen, über denen das ewige Todesurteil schwebt. Kinder des Fluches also: Das ist ein Hebraismus, Söhne des Lichts auf der einen Seite, Söhne der Dunkelheit, Kinder der Dunkelheit, hier Kinder des Fluches. Also sie gehen in diese Richtung.
Der Weg in die Irre und das Vorbild Bileam
Eine Frage wurde gestellt. Darauf komme ich sowieso noch zurück, das geht automatisch, weil wir den Text weiterverfolgen.
Ihr Irrweg, der Weg in die Irre, 2. Petrus 2,15-17: Zuerst der Weg und dann das Vorbild für diesen Weg, Bileam.
Also, der Weg: Hier heißt es, nachdem sie den geraden Weg verlassen haben, wurden sie irregeführt. Man kann auch so übersetzen: Sie verließen den geraden Weg und wurden irregeführt. Zuerst verlässt man den geraden Weg, und dann wird man irregeführt. Das ist hier im Griechischen so: Nachdem sie den geraden Weg verlassen haben, wurden sie irregeführt.
Man verlässt also den geraden Weg, man liest nicht mehr in der Bibel, man lässt sich von Lüsten leiten, von intellektuellen Lüsten oder von fleischlichen Lüsten, und dann wird man in die Irre geführt. Dann begibt man sich auf einen gefährlichen Weg, oder? Wenn man die Sünde nicht mehr bekennt, habe ich gestern gesagt, dann begibt man sich auf einen gefährlichen Weg, und schlussendlich ändert man seine Theologie. Dann duldet man das irrige Denken im eigenen Denken. Dann duldet man das Falsche im eigenen Denken. Unser Denken ist in Gefahr.
Das Christentum ist so: Das ist ein Tor, da geht man durch, und dann ist ein Weg, oder? Geht ein durch die enge Pforte. Und: Ich bin der Weg, sagt der Herr Jesus. Man geht durch ein Tor, und dann befindet man sich auf einem Weg. Aber auch der falsche Glaube, der Irrglaube, ist so. Ja, es geht hier um einen Irrweg, einen Weg in die Irre.
Das Vorbild auf diesem Weg hier ist Bileam. Sie folgen zur Gänze, folgen ganz dem Weg Bileams. Im Griechischen steht hier „zur Gänze nachfolgen“: ein Wort, nicht nur nachfolgen, sondern sie gehen ganz genau den Weg von Bileam. So will er hier sagen: Sie folgen zur Gänze dem Weg Bileams, des Sohnes Bosors, der einen Lohn der Ungerechtigkeit liebte.
Was hat Bileam getan? Der Lohn hat ihn gelockt, oder das Geld hat ihn gelockt. Wie war das mit der Geschichte von Bileam? Ich denke, die brauche ich jetzt nicht im Einzelnen zu erzählen, aber es war so: Der König von Moab wollte die Israeliten verfluchen, und er holte sich einen Propheten der damaligen Zeit. Dieser Prophet sollte nun Israel verfluchen. Bileam fragte den Herrn, und der Herr sagte: Nein, geh nicht, oder?
Dann schickte der König von Moab die Boten noch einmal zurück, und er schickte noch einmal Boten, diesmal mit viel mehr Geld. Und als Bileam das viele Geld sah, sagte er: Da frage ich den Herrn doch noch einmal, oder? Aber er wusste schon, was der Herr gesagt hatte. Und dann fragt er noch einmal. Also er setzt seinen Kopf durch. Der Herr sagt: Gut, dann geh. Aber als er dann auf dem Weg ist, stellt sich der Herr ihm in den Weg, dort am Felsen, und der Esel will nicht weitergehen.
Aber Bileam geht einen Weg, einen eigenwilligen Weg, einen ganz bewussten Weg. Der Herr hat ihm doch gesagt, er soll gehen, ja, er soll gehen. Aber eigentlich hat Gott gesagt, er soll nicht gehen. Gott hat ihn jetzt gesagt: Gut, wenn du nicht willst, dann werde ich dich jetzt auf andere Weise gebrauchen. Das wusste Bileam noch nicht. Er sollte nämlich das Volk segnen, statt zu fluchen. Er wollte fluchen, aber er konnte nicht fluchen. So weit war es dann.
Aber darum geht es Petrus gar nicht. Er möchte nur auf den einen Punkt hinaus, nämlich dass der Weg Bileams ein Weg war, den er wegen des Geldes gegangen ist. Es war ein ungerechter Lohn, das heißt ein Lohn für ein ungerechtes Handeln, ein Lohn für etwas Böses, und das hat ihn gelockt. Aber er wurde zurechtgewiesen und von seiner Gesetzwidrigkeit überführt: ein stummes Lasttier, das mit Menschenstimme sprach, wehrte dem widersinnigen Vorhaben des Propheten.
Also sagt Petrus: Es war ein törichtes Vorhaben des Propheten Bileam, und er hätte das nicht tun sollen. Aber Gott hat ihn jetzt zurechtgewiesen, durch einen Esel oder eine Eselin in dem Fall. Ein stummes Lasttier hat geredet. Ja, das ist schon ein schlimmer Zustand, wenn ein Tier mehr Verständnis hat als der Mensch, oder? Der törichte Prophet muss sich von einem dummen Tier unterweisen lassen. Mit Menschenstimme redet dann dieses Stumme, das Tier, das ja sonst stumm war, oder? Aber jetzt hat Gott dieses Tier reden lassen und hat diese Torheit, diesen Unverstand des Propheten, zurechtgewiesen.
Ja, das hat also nicht funktioniert mit dem Weg, und schlussendlich hat dann Bileam das Volk gesegnet, statt es zu verfluchen. Übrigens kommt in der Offenbarung noch einmal das Beispiel von Bileam vor, und dort ist es der Rat Bileams. Bileam hatte nicht nur einen falschen Weg, er hatte später dann auch einen falschen Rat.
Das war nämlich so: Als er merkte, dass das nicht funktionierte, dass man das Volk Israel verfluchen kann, weil er nicht etwas verfluchen kann, was Gott gesegnet hat, da hat er dann eine andere Taktik angewandt und dem König von Moab einen Rat gegeben. Er hat gesagt: Du König von Moab, das mit dem Segnen, mit dem Fluchen, das funktioniert nicht. Aber ich weiß, wie etwas funktionieren wird.
Was denn? Hol deine schönsten Mädchen, die du hast. Hol sie raus und lass sie ein bisschen vor den jungen Leuten, vor den jungen Israeliten, herumtanzen und verführe sie auf diese Weise. Und so haben dann diese, und das hat funktioniert, ja, das hat funktioniert: die Verführung durch den Rat Bileams, dass man Israel verführen kann, das ist ihm gelungen, und die Israeliten sind gefallen, und ich glaube, 24 Menschen sind getötet worden. 24 Menschen hat Bileam auf dem Gewissen.
Bileam konnte den Gewinn nicht aus den Augen lassen, deshalb legte er dem König von Moab diesen Plan vor mit der Verführung. Geschlechtliche Lust mit Religion vermischen, das war der Rat Bileams: geschlechtliche Lust und Religion vermischen, Götzendienst und Hurerei. Die zwei Dinge, das steht in 4. Mose 31,16 und Offenbarung 2,14.
Leere Versprechen, innere Bindung und die Gefahr des Rückfalls
Und dann die Gefährlichkeit dieser Irrlehrer: Sie sind Quellen ohne Wasser, heißt es hier, also leere, inhaltslose Quellen. Sie versprechen Wasser, oder man denkt: Ah, das ist ein Brunnen, wunderbar, jetzt holen wir Wasser. Und dann schaut man hinein: alles leer.
Sie versprechen etwas Schönes, geben den Anschein, sie hätten Lebenswasser, und doch ist nichts da. Sie sprudeln mit wohlgeformten Worten etwas daher, aber ihre Rede ist leer, ohne Inhalt, ein löchriger Brunnen, sagt Jeremia, 2,13. Lebenswasser kommt nur vom Herrn Jesus Christus. Und wenn Jesus Christus verkündigt wird, wenn sein Name verkündigt wird, wenn seine Person verkündigt wird, dann haben wir Nahrung, dann haben wir zu trinken.
Sie sind sturmgetriebene Wolken. Also einerseits sind sie gefährlich, diese Irrlehrer, und die ganzen Verse 17 bis 22 zeigen diese Gefährlichkeit auf. Einerseits sind sie Brunnen ohne Wasser. Sie geben den Anschein, als hätten sie Lebenswasser, aber es ist keines da. Sie sind sturmgetriebene Wolken, das heißt, sie sind von irgendeinem Wind hin und her getrieben, oder? Paulus sagt: hin und her getrieben von allerlei Wind der Lehre. Sie sind selber ungefestigte Leute, gar nicht standhaft im Wort Gottes. Sie machen den Anschein, aber sind nicht wirklich im Wort Gottes zuhause, gar nicht.
Und das Dunkel der Finsternis ist aufbewahrt auf ewig, denen das Dunkel der Finsternis auf ewig aufbewahrt ist. Ewige Strafe wartet auf sie. Sie verführen ungefestigte Seelen. Das ist das Traurige, das Tragische, dass die falschen Lehrer es abgesehen haben auf die Jungen. Die Wölfe suchen sich die Lämmer, nicht die Mutterschafe, die starken Widder, nein, die Lämmlein suchen sie sich. Und hier auch: Die ungefestigten Seelen sind gefährdet. Wenn junge Menschen, wenn überhaupt Menschen zum Glauben kommen und sie sind noch jung im Glauben, dann sind sie gleichzeitig auch gefährdet durch falsche Lehre. Wenn Kinder zum Glauben kommen, brauchen sie ganz enge Begleitung. Kinder sind sehr gefährdet, Jugendliche sind sehr gefährdet, sie brauchen Begleitung, weil sie einfach noch nicht fest sind.
Falsche Lehre hat es also auf diese abgesehen, und deshalb müssen die Gläubigen gefestigt werden. Sie locken ungefestigte Seelen. Sie wissen, da haben sie eine Chance. Sie tun es mit Worten und mit Lüsten, Vers 18, mit Worten, mit hochtrabenden, geschwollenen, nichtigen Tönen. Also klingt gut, klingt gut. So eine wunderbare Predigt, hast du das schon gehört? Oh, wie der predigt, das ist einfach gewaltig. Achtgeben auf den Inhalt: Was wird gepredigt? Nicht nur wie wird gepredigt, sondern was wird gepredigt.
Im Fleisch ist übrigens in unserer modernen Kultur, haben wir das gemerkt, in unserer modernen Kultur ist es viel wichtiger, wie etwas präsentiert wird, als was präsentiert wird. Deshalb lernen die Manager in den Firmen, wie sie etwas darstellen. Präsentation, das ist alles. Der Inhalt? Ach, du kannst den Leuten alles predigen, die Frage ist nur, wie du es ihnen predigst. Die Leute fallen darauf rein, und leider ist es auch in den Gemeinden Jesu so. Man fällt darauf rein, weil der so charismatisch, sage ich jetzt, so begeisternd und so gewaltig predigt. Aber passen wir auf: Was predigt er? Mit hochtrabenden, geschwollenen, nichtigen Tönen, mit Fleischeslüsten, mit Lüsten des Fleisches. Also nicht nur mit Worten, auch mit Lüsten ziehen sie und locken sie.
Das Sinnliche ist wichtig, oder? Musik, die in die Beine geht, oder? Musik, wo du dich zu bewegen anfängst, oh ja, das gibt mir den Kick. Das haben wir heute auch. Man fragt sich: Wieso haben ganz gewisse Gruppen so einen großen Zulauf? Ganz einfach, weil das Sinnliche im Vordergrund steht. Ich möchte, dass dieses Lied gesungen wird. Warum? Ja, das ist einfach so ein schönes Gefühl, das man dabei hat, wenn man dieses Lied singt. Man singt dann ein Lied deshalb wegen dem Gefühl, das man hat. Verstehen wir das?
Durch Zügellosigkeiten, also mit Lüsten des Fleisches, durch Zügellosigkeiten. Was ist zügellos? Was ist eigentlich zügellos? Keine Zügel mehr. Was ist zügellos? Welches Verhalten ist nicht zügellos, und welches Verhalten ist zügellos? Petrus war sich klar, und den Christen damals war das auch klar. Heute ist es vielleicht nicht mehr allen klar, aber Gott will, dass sich die Christen einig sind, was zügellos heißt und was ungehörig ist und was schamlos ist und so weiter. Das sind so Begriffe, aber Gott will, dass wir uns einig sind. Und wie werden wir uns einig? Wir müssen in die Schrift schauen. In der Schrift erfahren wir, was Zügellosigkeit heißt. Das heißt, der Zusammenhang der Schrift. Wenn die Schrift nicht mehr im Zentrum steht, dann weiß man nicht mehr, was eigentlich zügellos bedeutet, was züchtig heißt und was unzüchtig heißt, was schamhaft ist und was schamlos ist.
Das wird uns durch die Schrift gezeigt. Da müssen wir die ganze Schrift lesen, und dann merken wir: Gott hat Maßstäbe. Was ist gut und was ist böse? Was ist eigentlich gut? Dann muss ich in die Schrift schauen. Und die in der Tat denen entflohen waren, die im Irrtum ihr Leben führten. Interessant, oder? Sie locken ungefestigte Seelen an, die in der Tat denen entflohen waren, die im Irrtum ihr Leben führten. Da waren Seelen, Menschen, die sind aber ungefestigt. Sie sind aber entflohen denen, die im Irrtum ihr Leben führen, das heißt, sie sind gläubig geworden. Man kann hier nicht sagen, die sind nicht gläubig geworden. Das waren ungefestigte Seelen, ungefestigt waren sie, das stimmt. Sie waren noch nicht fest im Glauben.
Von Festigkeit im Glauben, das ist ja das Thema, das ist eines der großen Themen im Petrusbrief, oder? Es geht ja darum, dass die Christen nicht aus ihrer Festigkeit herausfallen. Das will ja der Apostel, deshalb schreibt er den ganzen Brief, dass sie wachgerufen werden und dass sie fest werden. Das heißt, es ist tatsächlich so, dass Christen auch ungefestigt sein können. Und leider ist es ja oft so, dass wir ungefestigt sind. Wir können auch ungefestigt werden, ja? Man kann sich wieder unsicher werden, wenn man mit der Sünde spielt, oder? Haben viele auch erlebt.
Also diese sind entflohen denen, die im Irrtum ihr Leben führten. Sie sind raus aus der Welt, sie sind raus aus diesem falschen Leben, sie haben Christus gefunden, aber sie sind ungefestigt. Und gerade solche, sagt er, sind in Gefahr, von diesen Irrlehrern wieder gepackt zu werden. Und da kommen die Irrlehrer mit Versprechungen, Vers 19, wobei sie ihnen Freiheit verheissen. Liberal, Liberalismus, frei, du musst doch frei sein, oder? Zum Unterschied von eng sein bei Christus, enge Gebundenheit an Christus. Wir sind ja beides, oder? Wenn wir Christen sind, werden wir frei und gleichzeitig gebunden. Wir sind frei vom sündigen Müssen, frei von den Sklavereien des Feindes, und wir sind jetzt ganz eng bei Jesus Christus. Eine Freiheit von allem gibt es nicht, die hat niemand. Also Freiheit von dem einen, Gebundenheit an das andere.
Und die verheissen ihnen Freiheit. Aber welche Freiheit ist das, die diese Leute lehren? Ja, du darfst, du musst das nicht so eng sehen, du darfst frei sein, lass dir nicht einen Korb umlegen, sagen sie. Und auf diese Weise verführen sie aber. Ja, darfst tun und lassen, was du möchtest, sei frei. Es ist aber eine falsche Freiheit. Es gibt auch die richtige Freiheit: Bestehen in der Freiheit, zu der Christus euch befreit hat, der Galaterbrief. Frei von der Knechtschaft des Gesetzes, das mich in die Werksgerechtigkeit hineingebracht hat. Der Christ ist frei von Werksgerechtigkeit. Ich brauche nicht diese Werksgerechtigkeit haben, die durch das Gesetz entsteht, wenn man sagt: Wenn du das und das leistest, dann wirst du gerettet, oder wenn du das und das tust, dann wirst du gerettet. Nein, Christus ist mein Retter, und er allein. Und er hat mich befreit von dem Gesetz, aber er hat mich auch befreit von der Gesetzlosigkeit. Er hat mich befreit vom Fluch des Gesetzes und von der Werksgerechtigkeit befreit, aber er hat mich auch befreit von der Gesetzlosigkeit, steht in Titus 2, von der Gesetzwidrigkeit befreit.
Aber diese Leute verheissen ihnen jetzt also eine Freiheit, während sie selbst Sklaven des Verderbens sind. Also es ist keine echte Freiheit, sondern es ist eine Versklaverei, in der sie selber sind. Sie sind Sklaven der Verderbnis oder des Verderbens, Sklaven ihrer eigenen Lüste letztlich. Denn von wem jemand überwältigt worden ist, diesem ist er auch als Sklave verfallen. Also wenn jemand von etwas gebunden ist, in etwas gebunden ist, dann ist er ein Sklave davon. Wenn jemand von Sünden überwältigt wird, ist er ein Knecht davon, sagt er. Und diese Leute sind Knechte ihrer Lüste, sagt er, Knechte des Verderbens.
Wenn Erkenntnis nicht bewahrt wird, wird der Rückfall schlimmer
Und dann das Resultat, Verse 20 bis 22: Jetzt kommt also die Erklärung, warum diese Verführer dem Verderben entgegengehen. Und auch das schreckliche Resultat in Bezug auf die Verführten.
Wir wollen uns diese Verse anschauen. Denn wer ist hier gemeint? Er spricht von Menschen, die verführt werden. Er spricht von ungefestigten Seelen. Die Irrlehrer, die falschen Lehrer, machen sich an die ungefestigten Seelen heran. Und jetzt haben wir gelesen: Sie versprechen ihnen Freiheit. Also die Lehrer versprechen den ungefestigten Seelen Freiheit, während sie, die Lehrer, Sklaven des Verderbens sind.
Und dann Vers 20: Denn wenn sie, diese verführten Leute, diese ungefestigten Seelen, nachdem sie im Erkennen des Herrn und Retters Jesus Christus den Befleckungen der Welt entflohen waren, wieder aber durch diese verstrickt und dadurch überwältigt werden, ist für sie das Letzte schlimmer geworden als das Erste. Denn es wäre für sie besser, den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt zu haben, als, nachdem sie ihn erkannt hatten, sich umgewandt zu haben von dem heiligen Gebot, das ihnen übergeben war.
Also: den Herrn und Retter, Jesus Christus, haben sie erkannt. Das Wort erkennen haben wir ja schon mehrmals im zweiten Petrusbrief begegnet, in Kapitel 1, Vers 3. Gerade durch das Erkennen des Herrn und Retters – was ist da geschehen? In Vers 3 in Kapitel 1 heißt es: Nachdem seine göttliche Kraft uns alles zum Leben und zur Ehrfurcht gegeben hat durch die Erkenntnis dessen, der uns rief. Sie haben Gott erkannt. Und wenn man Gott erkannt hat, dann hat man göttliche Kraft bekommen und alles für das Leben bekommen. Alles ist vorhanden.
Aber heißt das, wenn man alles hat, wenn man den Herrn erkannt hat, dass man nie mehr gefährdet ist? Es gibt gar keine Gefahr mehr? Ein Baby hat alles. Da kommt ein Baby auf die Welt, es lebt, es hat alles, es hat Gaben, es schlummert alles in ihm. Ist ein Baby gefährdet? Wir wissen, wie sehr Babys gefährdet sind. Und wir wissen, wie sehr Mütter um die Kinder bangen, wenn sie krank werden usw. Die brauchen ganz viel Pflege, so dass das alles, was da drinsteckt und was da ist, auch zum Ausdruck kommen kann. Das braucht Fleiß, das ist uns klar, oder? Es braucht Fleiß.
Und wenn wir in Kapitel 1 dann gelesen haben: Reichet deshalb aber, nachdem ihr allen Fleiß aufgebracht habt, in eurem Glauben Tugend dar und so weiter und so weiter, dann ist ja gerade das, was der Apostel sagt: Schaut, wenn ihr jetzt alles habt in Christus, alles aus Gnade, alles geschenkt, völlig frei, wunderbar, alles vom Herrn bekommen, alle Kraft ist da, dann auf dieser Grundlage aufbauend: Seid fleißig!
Bitte, jetzt möchte ich etwas fragen: Ist das Werksgerechtigkeit? Ist das Werksgerechtigkeit, nachdem ich alles, was ich in Jesus Christus bekommen habe, aus Gnade geschenkt bekommen habe, und wenn jetzt der Apostel Petrus uns sagt: Reichet da in eurem Glauben die Tugend, und in der Tugend die Erkenntnis, und in der Erkenntnis die Selbstbeherrschung usw.? Ist das Werksgerechtigkeit? Niemals!
Galater Kapitel 3, 4 und 5: Da spricht er über Werksgerechtigkeit, und da ist er scharf. Er sagt: Wenn ein Christ wieder in die Werksgerechtigkeit zurückfällt, was ist passiert? „Ihr seid aus der Gnade gefallen“, sagt er. Wenn einer sagt, dass man durch Werke gerechtfertigt wird: Ihr seid aus der Gnade gefallen, ihr seid weg von der Basis. Oh, da ist er scharf! Die Galater bittet er nicht um Fürbitte, habt ihr das gemerkt? Hoh, die Galater sind selber in höchster Gefahr. Da kämpft er wie ein Löwe für die Galater. Die sind gefährdet, weil sie nämlich in Gesetz, in Gesetz, in Gesetzesgerechtigkeit zurück wollen, oder?
Oh nein, Petrus spricht hier von einem Aufbauen auf der Basis der Gnade. Wir wollen Fleiß darbringen. Und gerade das tun wir. Und jetzt hier aber wieder zurück: Kapitel 2, Vers 20: Denn wenn sie, nachdem sie im Erkennen des Herrn und Retters Jesus Christus den Befleckungen der Welt entflohen waren – das heißt, sie haben den Herrn erkannt, sie haben den Retter, Jesus Christus, erkannt. Sie haben nicht nur ein bisschen was von ihm gehört, ah, Jesus gibt es auch noch, nein, sie haben ihn erkannt. Das ist ein Begriff im Neuen Testament. Gott erkennen ist ein Begriff, der verwendet wird für die Heilswende. Gott erkennen ist etwas Besonderes. Adam erkannte Eva, das heißt, Adam machte eine ganz tiefe Erfahrung mit Eva. Und wenn Gott uns erkennt, beziehungsweise wir Gott erkennen, dann heißt das: Hier geschieht neues Leben.
„Als ihr Gott erkanntet, ja vielmehr, als ihr von Gott erkannt wurdet“ – Galater 4, Vers 9 oder so – da sagt er das: Als ihr von Gott erkannt wurdet. Ein Bruder sagt: Ja, als der Herr Jesus mich gefunden hat, oder? Ja, als ich den Herrn Jesus finden durfte, als ich ihn gefunden habe, habe ich ihn erkannt, und er hat mich erkannt. Und das ist es hier. Diese Seelen, nachdem sie im Erkennen des Herrn und Retters Jesus Christus den Befleckungen der Welt entflohen waren – bitte, die sind nicht geblieben in den Befleckungen der Welt, sie sind raus, sie sind entflohen von den Befleckungen der Welt. Das heißt, Kapitel 1, Vers 4, haben wir schon davon gesprochen: Durch welche er uns die größten und kostbarsten Verheißungen gegeben hat, damit ihr durch diese Anteilhabe an der göttlichen Natur würdet, nachdem ihr der Verdorbenheit entflohen wart, die in der Welt ist durch die Lust.
Gerade das waren ja die Christen, an die der Apostel Petrus hier schreibt. Er schreibt hier nicht von irgendwelchen Leuten, die mal so ein bisschen was vom Christentum geschmeckt haben und dann sind sie halt, aber sie sind nie wirklich Christen geworden – oh nein! Dann wäre dieser Brief ja eigentlich ganz belanglos. Was soll in diesem Brief wichtig sein für die Christen, an die er schreibt? Das betrifft sie ja nicht. Doch, das betrifft sie, denn sie sind auch solche, die den Herrn erkannt haben und die den Befleckungen der Welt entflohen sind. Also das ist ein Ausdruck für echte Bekehrung und für die echte Heilswende, neues Leben.
Und dann wieder durch diese verstrickt und dadurch überwältigt werden. Also wenn sie einerseits entflohen waren, wieder aber durch diese verstrickt, durch diese Befleckungen der Welt verstrickt wurden und dadurch überwältigt werden, so ist für sie das Letzte schlimmer geworden als das Erste. Denn es wäre besser für sie, dass sie den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt hätten, als, nachdem sie ihn erkannt hatten, sich wieder umgewandt zu haben von dem heiligen Gebot, das ihnen übergeben war.
Besser, das Heil nicht erkannt zu haben, als das Heil erkannt zu haben und dann sich wieder in den furchtbaren Schmutz der Sünde hineinbegeben zu haben. Warum besser? Weil jetzt eine Gefahr der Verstockung ist. Nachdem man schon so viel erkannt hat, ist jetzt eine Gefahr der Verstockung vorhanden, eine Gefahr eines Gerichtes, eines schrecklichen Gerichtes, das auf sie wartet.
Das Gebot ist den Heiligen übergeben worden, übrigens ist das Gebot den Heiligen übergeben worden, also nicht irgendwelchen Mitläufern. Es geht hier nicht um Mitläufer, es geht um solche, die wirklich das Gebot des Herrn Jesus bekommen haben. Wir haben in Kapitel 3 wird er dann davon sprechen, von diesem Gebot des Herrn, auf das sollen sie achten. Kapitel 3, Vers 2: Dass sie gedenkt der Worte der von den heiligen Propheten zuvor gesprochenen Worte und des Gebotes des Herrn und Heilandes. Und dieses Gebot ist ihnen übergeben worden, das Wort Jesu Christi. Als sie zum Herrn kamen, oder?
Hier geht es also um Abgefallene, um Zurückgefallene. Ich weiß um die Diskussionen. Ich weiß, ich habe das selber miterlebt, um die Diskussionen in dieser Frage. Ich weiß, ich habe zehn Jahre lang gerungen, zehn Jahre, Geschwister habe ich in dieser Frage gerungen. Wie ist das jetzt mit dem Gläubigen? Kann jetzt ein Gläubiger wieder zurück oder nicht? Und es waren keine schönen Jahre, weil ich sehr, sehr liebe Geschwister hatte und habe, immer noch und Kontakt habe, die jetzt eine andere Auffassung haben. Das ist aber auch kein Problem für mich, überhaupt kein Problem für mich. Aber wir wollen doch den Text stehen lassen und den Text sagen lassen, was der Text sagt. Das ist überhaupt kein Problem, wenn es Geschwister gibt, die eine andere Auffassung haben. Aber ich denke, wir wollen ja alle wirklich vom Text heraus versuchen, herauszulesen, was da steht.
Also, es scheint, dass es sich um Wiedergeborene handelt. Sie waren vom Schmutz gereinigt, also den Befleckungen der Welt entflohen. Sie hatten den Herrn Jesus als Herrn und Retter erkannt, übrigens das Wort hier heißt Epignosis, also genaue Erkenntnis. Es ist hier nicht das Wort Gnosis, kennen, sondern erkennen, also eine besondere Erkenntnis. Es ist hier ein kleines Vorwort im Griechischen noch dabei. Also es ist nicht, dass man ein bisschen was gehört hat von Jesus, sondern man hat ihn gut erkannt. Sie waren entflohen durch das Erkennen des Herrn, den Befleckungen der Welt.
Also nochmal: Erstens, sie waren vom Schmutz gereinigt. Sie waren also von den Befleckungen der Welt frei geworden, oder? Zweitens, sie hatten den Herrn Jesus als Herrn und Retter erkannt, und zwar genau erkannt. Drittens, sie waren entflohen durch dieses Erkennen der Befleckungen der Welt. Also entflohen – der Begriff entflohen deutet darauf, dass sie wirklich herausgegangen sind, sie waren nicht mehr Teil dieser Welt. Viertens, sie hatten den Weg der Gerechtigkeit genau erkannt. Das habe ich jetzt noch gar nicht betont. In Vers 21 steht es: Er sagt, es wäre für sie besser, sie hätten den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt, und für das Wort erkannt steht wieder das Wort Epignosis. Das heißt: genau erkannt. Sie haben den Weg der Gerechtigkeit sehr gut kennengelernt. Also auch hier deutet darauf hin, dass sie wirklich die Gerechtigkeit, das heißt den Gerechtigkeitsweg in Jesus Christus, wirklich erkannt haben. Sie sind wirklich dort dabei gewesen. Jesus Christus ist der Weg, Gerechtigkeitsweg, den haben sie erkannt.
Und fünftens: Ihnen war das heilige Gebot übergeben. Das heilige Gebot, das ist die Glaubenslehre. Judas heißt es, Judas Kapitel 1, Vers 3 heißt es, zu ringen für den Glauben, der den Heiligen ein für allemal übergeben ist. Und mit dem Glaubensgut ist auch das Gebot gemeint, das der Herr Jesus hier ihnen übergeben hat.
Und dann heißt es weiter: Es ist bei ihnen eingetroffen die wahre Bildrede, also dieses Bild des Hundes, der sich umwandte zu dem, was er selbst ausgespien hat, oder zu seinem eigenen Gespei. Der Hund hat sich umgewandt zu dem eigenen Gespei. Das heißt, das ist etwas Nichtschönes, wenn der Hund erbricht und dann das wieder frisst. Aber das liegt in der Natur des Hundes, dass er so etwas tut. Die Hunde sind übrigens unreine Tiere bei den Juden und im Alten Testament. Die Sau, also das weibliche Schwein, die sich wusch, um sich dann wieder im Schlamm zu wälzen. Das liegt in der Natur dieser Dinge. Und was bedeuten diese Bilder? Umkehr zum Schlimmeren, oder? Einmal gewaschen, aber dann wieder zurück.
Der Vergleichspunkt liegt in dem, was sie getan haben. Das, was sie getan haben, liegt in erster Linie in dem Tun dieser Dinge. Also vorher hat der Hund etwas Schlechtes gefressen, oder? Und dann hat er sich abgewandt, hat das Ganze wieder ausgespien. Wunderbar, oder? Dass er das Schlechte wieder draußen hat. Und dann, was macht er dann? Dann nimmt er das Schlechte wieder in sich auf. Also das Bild ist so hier, als ob jemand kommt, also zum Herrn, wendet sich ab von dem Bösen, von dem Schmutz, ja, und dann schlussendlich nimmt er alles wieder auf. Nun ist es noch schlimmer, oder? Die Sau, die war schmutzig, bekommt ein Bad, alles sauber, wunderbar, und dann wälzt sie sich wieder im Schlamm. Nur das soll hier gezeigt werden.
Sie waren also wirklich bekehrt, ja, bekehrt, sie waren Bekehrte, haben sich dann wieder zum Leben in der Sünde umgewandt, sie haben sich dann wieder zurückgewandt zum Leben in der Sünde. Ja, es ist demütigend, dass der Herr Petrus hier das Bild vom Hund und vom Schwein anwendet auf die Christen, aber diese Bilder vom Hund und Schwein zeigen etwas Naturhaftes. Und bitte sind wir ganz ehrlich: Wie ist es mit unserem Fleisch? Ist es so, dass bei der Bekehrung das Fleisch umgewandelt wird? Wird das Fleisch umgewandelt bei der Bekehrung? Nein! Das Fleisch bleibt Fleisch.
Wir haben, wir tragen etwas in uns, Geschwister, auch nach der Wiedergeburt, haben wir zwei Naturen. Vorher sind wir nur fleischliche Natur, ja, aber dann kommt der Herr Jesus in unser Leben, dann haben wir zwei Naturen. Wir haben Jesus Christus einerseits, aber wir haben dennoch noch die fleischliche Natur. Deshalb haben wir ja die Probleme. Deshalb haben wir ja die Kämpfe. Deshalb sind wir immer noch für Versuchung, wir können immer noch versucht werden, wir sind anfällig für Versuchung. Und deshalb schreibt er diesen Brief, sonst bräuchte er den Brief nicht schreiben. Wenn die Irrlehrer keine Gefahr sind für Christen, warum der ganze Brief des Petrus? Petrus, spar dir das Kapitel, schreib was Schönes! Petrus weiß, er muss diese schwierige Botschaft den Christen schreiben, weil es den Christen gilt.
Es ist demütigend hier, dass er dieses Bild hier so verwendet, aber es betont hier das Fleisch, die Natur des Fleisches. Unsere fleischliche Natur einerseits, ja, wir bekehren uns zu Christus und wir tun das alles weg und wir speien das Böse aus sozusagen, und würden wir jetzt wieder nach dem Fleisch reagieren, das Fleisch würde das wieder alles aufnehmen. Und er sagt: Diese ungefestigten Seelen, die tun das, und sie sind verführt worden von Irrlehrern, von falschen Lehrern, so dass sie das wieder getan haben.
Das Fleisch bleibt unrein, auch wenn es wiedergeboren ist, genauso wie ein Hund unrein bleibt, auch nachdem er das ausgespien hat, und das Schwein unrein bleibt, auch wenn es gewaschen ist. Die Wesensnatur dieser Tiere spielt also schon eine Rolle. Es steckt in der Natur von Hund und Schwein, dass sie so handeln. Nun, es soll uns jetzt nicht verwundern, dass Petrus solche Bilder verwendet. Natürlich hätten wir gerne, er würde uns jetzt ein anderes Bild verwenden, aber er verwendet es, um dieses Fleisch zu betonen oder das fleischliche Wesen.
In der Bibel gibt es das, dass solche Bilder einmal so verwendet werden und einmal so. Wie ist das mit dem Löwen? Einmal ist der Löwe der Satan, oder? 1. Petrus 5. Und dann in der Offenbarung ist der Löwe der Herr Jesus. Ja, was jetzt? Einmal so, einmal so. Oder die Schlange: Einmal ist die Schlange der Satan und einmal ist die Schlange der Herr Jesus, der am Kreuz erhöht wird, oder? Für uns zur Sünde gemacht. Es soll immer etwas Besonderes ausgesagt werden.
Also jetzt, nach allem vielen, vielen Jahrzehnten langen Nachdenken über diese Bibelstelle, unter anderem, komme ich zu diesem Schluss, dass Petrus sehr wohl hier von Christen spricht, die verführt wurden, nicht von so Mitläufern, die verführt wurden. Das gibt natürlich dem Brief eine ganz besondere Schärfe. Man kann hier fünf Stufen des Abfalls erkennen. Er spricht davon: Sie haben den geraden Weg verlassen, in Vers 15. Sie haben den geraden Weg verlassen, sie sind irregeführt worden oder haben sich irreführen lassen, auch in Vers 15. Nachdem sie den geraden Weg verlassen haben, wurden sie irregeführt oder verlockt, haben sich verlocken lassen. Das Nächste ist dann in Vers 20: verstrickt werden oder sich verstricken lassen durch die Befleckungen der Welt, im Erkennen des Herrn und Retters – nein, sie wurden durch diese Befleckungen verstrickt und überwältigt. Und dann in Vers 21: sich abwenden von der Wahrheit, sich abwenden vom Wort Gottes. Sie haben sich umgewandt von dem heiligen Gebot, das ihnen übergeben war. Und zum Schluss das Ausgespieene wieder zu sich nehmen. Das sind so Ausdrücke, und es scheint hier von fünf Schritten zu sprechen. Ich glaube nicht, dass er das jetzt systematisch so darlegen wollte, aber von diesen fünf Dingen spricht er: den geraden Weg verlassen, irregeführt werden, verstrickt werden, sich abwenden von der Wahrheit und das Ausgespieene wieder zu sich nehmen.
Nun, ich weiß es, dass es so etwas gibt, dass jemand sich ganz abwendet von Christus, dazu braucht es schon einiges. Das geht nicht von heute auf morgen. Das ist das Ende eines langen Weges, das ist klar. Aber dass die Gefahr da ist, dass Petrus von dieser Gefahr spricht, das wollen wir ihm nicht wegnehmen. Wir wollen nicht das Wort jetzt verändern, wir wollen es so stehen lassen, wie es hier steht.
Also, ja, aber das würde ja dann bedeuten, dass ein Christ verloren gehen kann. Kann dann ein Christ verloren gehen? Und das ist ja diese Streitfrage unter Christen, unter bibeltreuen Christen oft, ja. Und ich sage: Nein, ein Christ kann nicht verloren gehen. Nein, ein Christ kann aber zu einem Nichtchristen werden, und ein Nichtchrist kann verloren gehen. Das ist ein Unterschied, sehr wohl ein Unterschied.
Ein Christ kann als Christ nicht verloren gehen. Niemand geht als Christ verloren. Christen gehen alle in den Himmel. Aber man kann von einem Christen zu einem Nichtchristen werden. Nur Nichtchristen können verloren gehen. Man kann sich also so von Jesus Christus wieder abwenden, dass man ein Nichtchrist würde. Aber ich weiß nicht, wann das ist, wann das geschieht. Aber die Tatsache ist, dass der Apostel Petrus davon spricht. Es scheint an dieser Stelle schon so zu sein.
Ja, wer ist ein Christ? Ein Christ ist einer, der sich auf Christus verlässt. Und solange sich jemand auf Christus verlässt, ist er sicher, er kann nicht verloren gehen, Geschwister. Ein Christ ist jemand, der sich auf Christus verlässt, und jemand, der sich auf Christus verlässt, kann nicht verloren gehen. Das geht nicht. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit. Nur dann würde jemand aufhören, Christ zu sein, das heißt, er würde sich nicht mehr auf Christus verlassen, wie die Galater in Gefahr waren. Oh, da wird Paulus scharf, da wird er scharf und sagt: Wenn so einer kommt und so eine Lehre bringt, der sei verflucht. Wenn euch jemand eine Lehre bringt, die euch von Christus wegführt, oder? Nicht mehr nach dem Evangelium der Gnade, sondern nach Gesetz. Verlässt sich nicht mehr auf Christus allein, so ist er kein Christ mehr.
Ich habe gestern mit einem Bruder über Hymenäus gesprochen. Hymenäus ist ein Beispiel. Hymenäus ist ein Beispiel von so einem Irrlehrer, 1. Timotheus 1. Vielleicht lese ich doch noch, gehe ich doch noch kurz darauf ein, weil ich finde, es ist schon wichtig, dass man sich klar wird. 1. Timotheus 1, ich möchte das kurz zeigen. Dort ist die Rede von Timotheus. Paulus schreibt einen Brief an Timotheus und er spricht zu ihm von dem Auftrag des Timotheus in Vers 18. So sieht also der Auftrag aus, den ich dir anvertraue, Timotheus. Also 1. Timotheus 1, Vers 18: Diese Anweisung vertraue ich dir an, Kind Timotheus, gemäß den vorangegangenen Weissagungen über dich, damit du in ihnen den edlen Kampf kämpfen mögest, Glauben haben und ein gutes Gewissen.
Dem Apostel Paulus liegt es daran, dass Timotheus den guten Kampf kämpft. Er ist ja ein Mitarbeiter des Paulus, und er soll den guten Kampf kämpfen. Er soll Glauben haben und ein gutes Gewissen. Also welches gute Gewissen ist hier gemeint? Das ist das gute Gewissen des Timotheus. Das hat man durch den Glauben an Jesus Christus, und man soll es auch bewahren. Ein gutes Gewissen bewahrt man sich dadurch, dass man, wenn Sünde da ist, die Sünde sofort bekennen und sich reinigen lassen von Jesus Christus. Und Timotheus soll das also weiterhin tun. Dieses gute Gewissen, das er also durch Christus bekommen hat, das soll er auch bewahren.
Und dann heißt es, dass du Glauben haben und ein gutes Gewissen, welches etliche von sich stießen und am Glaubensschiffbruch erlitten. Dieses gute Gewissen haben einige von sich gestoßen und am Glaubensschiffbruch erlitten. Das heißt, sie haben den Glauben gelassen und das gute Gewissen. Sie haben das nicht gepflegt. Das heißt, sie haben das gute Gewissen, das sie hatten, nicht bewahrt. Wenn dann einmal Sünde kam, oder dann haben sie sich an die Sünde gewöhnt und haben dann das gute Gewissen nicht bewahrt, haben dann ein schlechtes Gewissen bekommen und dann haben sie letztlich das gute Gewissen von sich gestoßen und schlussendlich ging das noch weiter und dann haben sie am Glauben Schiffbruch erlitten. Das heißt, sie haben am Glauben Schiffbruch erlitten. Sie sind also unterwegs wie ein Schiff im Glauben, ja, und dann ist das Schiff untergegangen, das heißt, sie haben den Glauben verlassen.
Unter denen Hymenäus ist auch Alexander, die sich dem Satan übergab, damit sie durch Zucht unterwiesen würden, nicht zu lästern. Hymenäus war einer von denen. Er war ganz klar gläubig, er war auf diesem Glaubensschiff und er hatte ein gutes Gewissen, auch Alexander, und deshalb hat ja auch der Apostel Paulus sie dem Satan übergeben zur Zucht, damit sie unterwiesen würden, nicht zu lästern.
Und im zweiten Brief, in 2. Timotheus, Kapitel 2, Vers 18, lesen wir noch einmal von Hymenäus. 2. Timotheus 2, Vers 17: Dort heißt es: Ihr Wort wird um sich fressen wie eine krebsartige Krankheit. Von ihnen ist Hymenäus und Philetus, auch Philetus, welche von der Wahrheit und auf diese Weise vom Ziel abirrten und sagen, die Auferstehung sei schon geschehen, und sie bringen den Glauben etlicher zum Umsturz. Sie zerstören den Glauben etlicher.
Hier ist also Hymenäus wieder, und was wird von ihm gesagt? Er ist von der Wahrheit abgeirrt, und auf diese Weise ist er vom Ziel abgeirrt. Das griechische Wort heißt vom Ziel abirren. Also er ist von der Wahrheit und auf diese Weise vom Ziel abgeirrt und sagt, die Auferstehung sei schon geschehen. Also er sei ein Irrlehrer geworden, und sie bringen den Glauben etlicher zum Umsturz. Nicht nur, dass sie selber also diesen Weg jetzt gegangen sind, sondern sie bringen jetzt andere auch noch vom Glauben ab. Das ist eine ernste Sache.
Hymenäus hatte ein gutes Gewissen. Jetzt ist er einer, der den Glauben anderer zum Umsturz bringt. Also nur so viel wollte ich zeigen. Es scheint also schon so zu sein, dass grundsätzlich diese Möglichkeit vorhanden ist. Das hat gar nichts mit Werksgerechtigkeit zu tun, im Gegenteil. Gerade gegen die Werksgerechtigkeit sind der Apostel Paulus, Petrus und Paulus sehr scharf vorgegangen, ja.
Aber dann kommt die nächste Frage: Ja, ist dann unser Heil ungewiss? Ist dann unser Heil ungewiss? Keineswegs! Der Name des Herrn ist ein starker Turm, und der Gerechte läuft dahin und ist in Sicherheit. Wo bin ich in Sicherheit? In Christus. Christus ist meine Burg, Christus ist mein Turm. Dort bin ich in Sicherheit, und nichts und gar nichts kann mich aus der Hand von Jesus Christus reißen, nichts. Der Vater – „Ich und der Vater sind eins“, sagte der Herr Jesus – sind zwei Hände, und niemand kann mich aus dieser Hand reißen. Da ist eine endgültige Sicherheit, und da darf ich mich freuen in der Sicherheit in Christus.
Nur wenn ich aus der Burg herausgehen würde, wäre ich in Unsicherheit. Aber in der Burg bin ich in Sicherheit. Der Gerechte läuft dahin und ist in Sicherheit. In Jesus Christus gibt es keinen sicheren Platz, also dort bei ihm. Gerade deshalb, weil wir uns ja auf Jesus Christus verlassen, gerade deshalb wird er uns bewahren. Was ist die Bedingung, dass man gerettet wird? Was ist die Bedingung? Was ist die Bedingung, dass man gerettet wird? Glaube an den Herrn Jesus Christus. Glaube an den Herrn Jesus Christus.
Und bitte, was heißt glauben? Glauben heißt sich verlassen auf Christus. Das heißt, es gibt nur eine Sache, die ich zu tun habe, das ist das Vertrauen auf Christus. Und das ist wirklich Heilsgewissheit. Also dann habe ich Heilsgewissheit, wenn ich weiß, ich verlasse mich auf Jesus Christus allein. Das ist Heilsgewissheit, Heilsicherheit sogar, das ist Heilsicherheit.
Sind dazu Fragen? Da habe ich ein heißes Eisen angerührt, ich weiß es. Bitte fallt nicht über mich her, seid sehr geduldig mit mir, ich bin auch nur unterwegs, und ich bin gerne bereit, meine Meinung zu ändern, gerne, wirklich. Das meine ich nicht als Schönrednerei, gar nicht, ich meine das von ganzem Herzen. Ich habe lange genug gekämpft, und ich weiß, wie schwer diese Sache ist. Aber ich bin sofort bereit, mich umzuändern, wenn ich Werke von der Schrift her, die Schrift sagt ganz was anderes.
Also die eine Frage: Waren diese Irrlehrer wiedergeborene Christen gewesen? Das ist schwer zu sagen, aber es scheint so, als ob sie Christen gewesen waren. Sicher ist, dass die, die sie verführt haben, die waren wiedergeborene Christen gewesen, von denen er hier schreibt in den Versen 20 bis 22, was ich zum Schluss gelesen habe, oder? Also ob jeder Irrlehrer ein wiedergeborener Christ gewesen ist, das können wir gar nicht sagen. Von daher können wir diese Frage jetzt gar nicht mit Sicherheit beantworten. Das wissen wir nicht.
Aber die, die verführt werden und die, an die die Irrlehre herankommen, die sind wirklich gefährdet. Irrlehre ist eine echte Gefahr, nicht eine so, ja, ich sage ihnen einfach die Gefahr, aber in Wirklichkeit kann ihnen ohnehin nichts passieren. So hat Petrus den Brief nicht geschrieben. Er hat nicht geschrieben: Liebe Christen in Pontus und Galatien, ich möchte, ich warne vor den Irrlehrern, aber zum Glück seid ihr ja wiedergeboren, und die, die wiedergeboren sind, können ohnehin nicht verloren gehen und können ohnehin nicht verführt werden. Verloren gehen können sie auch nicht, erst wenn sie nicht Christen geworden sind. Aber er sagt nicht: Ihr könnt ohnehin nicht Nichtchristen werden, aber ich schreibe es euch trotzdem. Nein, dieser Brief trägt eine ganz große Schärfe. Dieser Brief ist ein echtes Anliegen des Apostels, und er schreibt ihnen, dass sie gefestigt werden und damit sie nicht aus der Festigkeit fallen, damit schließlich Kapitel 3, Vers 17, Petrusbrief, im zweiten Petrusbrief, was sagt er? „Ihr also, Geliebte, da ihr im Voraus Kenntnis besitzt, hütet euch stets, damit ihr nicht durch den Irrtum der Gesetzlosen zusammen mit ihnen weggeführt werdet und aus der eigenen Festigkeit fallt.“ Das heißt, es gebe die Möglichkeit, dass sie fallen, oder? Dass sie aus der Festigkeit herausfallen. Und wenn sie aus der Festigkeit herausfallen können, dann könnten sie auch mit fortgerissen werden, mit ihnen, mit diesen Irrlehrern. Und deshalb nehmen wir uns das zu Herzen und schützen uns umso mehr bei Christus. Also wir bewahren uns, indem wir zu Christus fliehen. „Habe Acht auf dich selbst und auf die Lehre, bleibe bei diesen Dingen; wenn du das tust, wirst du dich selbst bewahren und retten und die, die dich hören.“ Das wollen wir tun.
Ja, dann möchte ich hier schließen, oder es sei denn, es sind noch Fragen da. Ist noch jemand, der eine Frage hat jetzt dazu?
Gott hat für immer noch Kinder unserer Eltern, aber nur die Kappe jetzt. Da traue ich meinem Gott doch so, wenn ich mal sein Kind geworden bin, dass ich mich vielleicht ein Stück mal entfernen kann. Aber auch in diesem Kindschaftsverhältnis lässt sich überhaupt nicht auskommen. Danke für das Beispiel.
Es ist so, dass wir, wenn wir jetzt ein Beispiel nehmen aus dem natürlichen Leben, zum Beispiel das Beispiel Vater und Sohn, das Sie gebracht haben, wenn wir ein Beispiel nehmen aus dem natürlichen Leben, dann müssen wir also, bleiben wir beim natürlichen Leben. Es gibt nur einen Weg, dass ein Vater seinen Sohn verliert. Wir bleiben beim natürlichen Leben, das heißt, wir sprechen vom Natürlichen, wir nehmen ein Beispiel aus dem natürlichen Leben und wir bleiben im natürlichen Leben. Dass ein Vater seinen Sohn verliert, das ist schrecklich, aber leider ist es möglich, dass ein Vater seinen Sohn verliert, oder? Das ist dann, wenn der Sohn sich umbringt, wenn der Sohn sich das Leben nimmt, dann muss der Vater sagen: Ich hatte mal einen Sohn. Das ist furchtbar, aber es gibt es leider. Es gibt leider diesen Fall, das dürfen wir nicht leugnen.
Und auch im geistlichen Bereich: Das wäre das Schrecklichste, aber es ist leider möglich, dass diese geistliche Selbstmord sozusagen ... aber ja, nur so weit.
Gut, dann wollen wir aufstehen zum Gebet und wollen vielleicht noch ein Gebet mit uns.

