Serie•Teil 33 / 44Johannes-Evangelium
Generierte Mitschrift
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Einleitung und Ausgangspunkt der Predigt
Hallo, liebe Geschwister! Es ist wieder Sonntag, ich darf predigen, und es soll um das Johannesevangelium gehen. Johannesevangelium 5.
Und weil es schon ein Weilchen her ist, dass wir uns damit beschäftigt haben, hier folgender Hinweis: Jesus hat gerade einen Schwerkranken geheilt und ist dafür heftig in die Kritik gekommen. Eine Kritik, die sich weniger an der Tatsache entzündet hat, dass er geheilt hat, sondern daran, dass er am Sabbat geheilt hat.
Und das Folgende ist eine Auseinandersetzung um die Beziehung des Herrn Jesus zum Vater im Himmel und darum, wie wichtig es ist, an ihn zu glauben, wenn man ihn als Retter und nicht als Richter seines Lebens erleben will. Das richtige Denken über den Herrn Jesus ist wirklich alles entscheidend.
Wir müssen verstehen, wie eng die Verbindung zwischen Vater und Sohn ist. Das macht ja auch Sinn, dass diese Beziehung besonders eng ist, oder? Da wird Gott das Wort Fleisch, also Mensch. Und dieser Mensch lebt natürlich durch den Heiligen Geist in einer ganz einmaligen Verbindung mit dem Vater im Himmel.
Und wir schauen uns heute Johannes 5,30 an, wo der Herr Jesus über diese Beziehung ein Stück weit etwas sagen möchte, etwas, das ihm in dieser Beziehung besonders wichtig ist: wie er seine Beziehung zum Vater lebt.
Das Vorbild Jesu im Hören und Handeln
Johannes 5,30: Ich kann nichts von mir selbst tun. So wie ich höre, richte ich. Und mein Gericht, meine Meinung, meine Einschätzung, meine Unterscheidung ist gerecht, denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
Jesus tut das, was er den Vater tun sieht. So sagt er es in Vers 19, und hier sagt er das noch einmal. Seine Entscheidungen im Leben basieren auf dem, was er den Vater tun sieht und was er vom Vater hört. Deshalb ist das, was er entscheidet, gerecht; es ist richtig vor Gott. Und egal, was die anderen ihm vorwerfen, er bricht nicht das geltende Gesetz Gottes. Er tut es deshalb nicht, weil er nach einem Grundsatz lebt, nach einem Grundsatz, den auch wir für unser Leben übernehmen sollten.
Jesus sagt: Ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Das ist ein ganz grandioser Grundsatz, wenn wir aufhören, unser Leben nach unseren Wünschen zu gestalten, und stattdessen dem Willen Gottes in allen Belangen unseres Lebens den Vorrang geben. Was wir hier sehen, ist wahres Menschsein. Es ist das Herz des Messias, und es ist der Wunsch Gottes für unser Leben.
Oder hören wir dazu kurz Salomo, wie er es im Buch Prediger sagt: Prediger 12,13. Das Endergebnis des Ganzen lasst uns hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das soll jeder Mensch tun. Und das am Ende ist gar keine so gute Übersetzung. Wörtlich steht hier nämlich: Und das ist der ganze Mensch. Das, worauf es beim Menschen ankommt, Gott zu fürchten und seine Gebote zu halten, klingt irgendwie nicht so cool, macht aber den Unterschied zwischen Auferstehung zum Leben und Auferstehung zum Gericht. Es macht den Unterschied zwischen ewigem Leben und Verlorengehen.
Der Ruf zu einem Leben unter Gottes Herrschaft
Und bevor jemand denkt, ich würde jetzt selbstgerechte Werksgerechtigkeit predigen: Nein, das tue ich nicht. Wir werden aus Glauben gerettet, davon bin ich fest überzeugt. Aber ein Glaube an Jesus, der mich nicht dahin bringt, so zu leben, wie Jesus gelebt hat, na ja, das halte ich dann eben schon für ein schwieriges Konzept.
Es reicht nämlich nicht, Jesus nur Herr zu nennen. Er ist nicht einfach nur so zu sagen. Er sollte auch Herr in unserem Leben sein, so wie der Herr Jesus das selber sagt in Lukas 6,46: Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich sage? Das geht irgendwie nicht. Wenn ich Jesus Herrn nenne, dann muss ich tun, was er sagt. Wenn ich es nicht tue, dann ist er nicht Herr.
Und in Vollendung finden wir dieses Prinzip bei dem Herrn Jesus. Er macht uns vor, was es heißt, loyal zu sein, was es heißt, verbindlich mit Gott zu leben. Johannes 5,30: Denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
Als Nachfolger Jesu sind wir in dieser Welt nicht, damit wir unsere Wünsche und Träume verwirklichen, sondern damit wir, und ich formuliere es mal vielleicht ein wenig zu flapsig, damit wir Gottes Träume verwirklichen. Wir sind nicht hier, um möglichst viel Urlaub zu machen oder uns möglichst jeden Wunsch zu erfüllen oder um ein möglichst schnuckeliges Leben zu führen. Sondern wir sind hier, um Gottes Willen zu erkennen und dann auf seine Ziele hinzuleben.
Also wisst ihr, das mit dem Urlaub und mit dem sorgenfreien Leben, das hat einfach noch ein wenig Zeit. Das ist ja nicht vom Tisch. Ja, es wird sogar noch viel besser, als wir uns das heute vorstellen können. Nur im Moment ist das einfach nicht das erste Ziel in meinem Leben.
Weisheit, Zeit und geistliche Klarheit
Oder hören wir kurz den Apostel Paulus:
Epheser 5,15-17: Seht nun genau zu, wie ihr wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise. Kauft die rechte Zeit aus, denn die Tage sind böse. Darum seid nicht töricht, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist. Und berauscht euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, sondern werdet voller Geist.
Wer letzte Woche den Podcast zu Wandel im Geist gehört hat, der kennt den Vers schon. Und irgendwie kann man den Willen Gottes anscheinend nicht verstehen, jedenfalls nicht in der Tiefe, wie es gut wäre, wenn wir nicht voll Geistes sind. Aber schaut euch noch einmal die Verse 15 bis 17 an. Was steht da?
Seht nun genau zu, wie ihr wandelt. Also: Leben ist dazu da, dass ich über mich und mein Leben regelmäßig nachdenke. Anders ausgedrückt: Selbstreflexion ist wichtig.
Ich habe für mein eigenes Leben so ein kleines Word-Dokument, das heißt Visionen und Ziele. Klingt irgendwie dramatischer, als es dann ist. Aber ich schreibe mir auf, was sich in meinem Leben gerade tut, welche Themen Gott mir vor die Füße legt, wo ich in den nächsten Monaten geistlich hin will, was meine aktuellen Schwächen, Nöte und Versuchungen sind, welche Fragen oder welche Ideen mir gerade durch den Kopf schießen.
Und drei bis vier Mal im Jahr fülle ich dieses Dokument aus und nehme mir Zeit, über mein Leben nachzudenken. Eben das, was hier steht: Seht nun genau zu, wie ihr wandelt. Selbstreflexion ist wichtig. Es ist wichtig, damit wir klug werden.
Wisst ihr, wenn man so im Alltagstrott unterwegs ist, dann kann man ganz schnell das große Ziel des Lebens, den Willen Gottes, aus den Augen verlieren. Und wir haben eben nicht unendlich viel Zeit. Wir haben nur ein Leben, und deshalb lasst uns klug sein.
Epheser 5,15-16: Seht nun genau zu, wie ihr wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise. Kauft die rechte Zeit aus, denn die Tage sind böse.
Die rechte Zeit, das sind die Zeitpunkte beziehungsweise die Gelegenheiten, die sich mir bieten, weil Gott sie vorbereitet hat. Und es gilt, diese Momente zu nutzen. Das ist meine Verantwortung, und das ist wahre Klugheit. Nicht nur zu wissen, was richtig ist, sondern genau das Richtige im richtigen Moment zu tun, den Augenblick zu erkennen, der sich mir bietet, das Gute zu wirken, Reich Gottes zu bauen, das Evangelium zu predigen oder sonst irgendwie Salz und Licht zu sein.
Aber die Tage sind böse. Leben ist nicht fair. Wir stehen im Krieg mit dem Bösen, mit dem Bösen, der die Welt beherrscht. Wie sagt Johannes? 1. Johannes 5,19: Wir wissen, dass wir aus Gott sind, und die ganze Welt liegt in dem Bösen.
Und weil die Welt im Bösen liegt, weil die Tage böse sind, weil wir nur für kurze Zeit die Chance haben, hinter den feindlichen Linien verlorene Menschen für das Evangelium zu gewinnen und mit unseren guten Werken eine kaputte Welt mit dem zu prägen, was Gott in diese Welt hineingeprägt haben möchte, deshalb kauft die gelegene Zeit aus. Und deshalb sei nicht blöd.
Nochmal Epheser 5:
Seht nun genau zu, wie ihr wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise, kauft die gelegene Zeit aus, denn die Tage sind böse. Darum seid nicht töricht, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist.
Das Gegenteil von dumm, töricht, närrisch oder unverantwortlich zu handeln ist, versteht, was der Wille des Herrn ist. Und genau da sind wir wieder bei unserem Johannestext, denn genau das ist es, was Jesus tut. Wenn er den Schwerkranken heilt, dann kauft er die rechte Zeit aus. Dann benutzt er einen von Gott vorbereiteten Moment. Dann befindet er sich genau dort, wo Gott ihn haben will.
Johannes 5,30: Ich kann nichts von mir selbst tun. So wie ich höre, richte ich, und mein Gericht ist gerecht, denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
Praktische Konsequenzen für Nachfolge und Alltag
Liebe Geschwister, ich würde euch gerne für diese Lebenseinstellung gewinnen, für dieses: „Ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.“ Ich würde euch dafür gerne gewinnen, weil es der Weg zu der Art von Leben ist, die sich Gott für uns wünscht.
In uns steckt die Idee, dass wir unser Leben bestimmen müssen, damit es irgendwie gut wird. Das würden viele Christen vielleicht nicht so sagen. Aber wenn ich mir anschaue, mit welcher Selbstverständlichkeit auch Christen dazu neigen, ihre Lieblingssünden zu beschönigen, statt sie zu bekennen, dann weiß ich einfach nicht, warum sie das tun. Ich verstehe es nicht. Die einzige Erklärung scheint mir die zu sein, dass sie doch ihren eigenen Willen suchen, dass sie doch tun wollen, was sie für richtig halten.
Und wenn du diese Haltung in dir findest, dann möchte ich dir von hier vorne heute Mut zusprechen und dir sagen: Mach es wie Jesus. Bitte mach es wie Jesus. Lebe ganz konsequent, und zwar gerade im Blick auf deine Lieblingssünden. Lebe ganz konsequent nach dem Willen Gottes. Dreh dich nicht um dich, sondern dreh dich um den Willen Gottes, so wie der Apostel Paulus das ausdrückt in Römer 12.
Römer 12,2: „Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist, das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene oder Reife und Erwachsene.“
Merkt ihr die Dynamik? Weg vom Denken der Welt, Verwandlung durch ein neues Denken und die Fähigkeit, das Gute zu erkennen. Genau das ist Christentum, und zwar bis ins hohe Alter. Warum sage ich das? Weil die Verwandlung bis ins hohe Alter anhält, Schritt für Schritt. So werden wir Jesus.
Finde dich einfach niemals mit der Sünde und auch niemals mit der Unwissenheit in deinem Leben ab. Einfach niemals. Die Verheißungen sind einfach zu groß. Es lohnt sich zu sehr, wenn wir den Willen Gottes tun. Möchtest du Jesus ganz nahe sein und möchtest du die Ewigkeit mit Gott erleben?
Zwei Verse, die diese Gedanken mit dem Willen Gottes verbinden: Markus 3,35. Da sagt der Herr Jesus: Wer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter. Ich bin Jesus ganz nah, ich bin Family, wenn ich den Willen Gottes tue. Das ist das Problem der, ich nenne sie mal, eigenwilligen Scheinheiligen, von denen, die einfach nur so ein bisschen religiös sind, die so viel Religion in ihrem Leben haben, dass sie gerade nicht auffallen. Die gehören nicht wirklich zur Familie. Da hat sich jemand einfach nur eingeschlichen, aber er war nie eingeladen.
Oder ein zweiter Vers: 1. Johannes 2,17. „Und die Welt vergeht und ihre Begierde; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit.“
Immer wieder betont Gott in seinem Wort, dass es nicht darauf ankommt, was wir denken zu sein, sondern dass unsere Zukunft an dem hängt, was wir tun. Was wir tun, und zwar nicht aus eigener Kraft, sondern weil wir es zulassen, dass er uns verändert. Es ist ganz wichtig, dass wir das verstehen.
Jesus sagt: „Ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.“ Und ich wünsche mir für uns alle, und ich schließe mich da voll mit ein, dass wir genau das die nächste Woche tun.
Abschluss und Aufgaben für die Austauschgruppen
Für die Austauschgruppen hätte ich drei Aufgaben.
Eine Leseaufgabe: Bitte lest Johannes 5,30, 1. Thessalonicher 4,3 und 5,18 sowie 1. Petrus 2,15 und 4,1-2.
Dann eine Intro-Frage, einfach mit dem Wunsch, dass sich möglichst jeder beteiligt: Welcher Gedanke aus der Predigt hat dich am meisten überrascht, berührt oder herausgefordert? Damit ist gemeint: Wo hat der Geist Gottes dich angesprochen?
Und dann die Frage zum Darüberreden: Woran sieht man, dass ein Christ den Willen Gottes tun möchte? Wie sieht der Entschluss aus, den Willen Gottes tun zu wollen? Wie sieht er praktisch aus, und was ändert sich dann in seinem Leben?
Okay, das war's. Ich wünsche euch Gottes Segen. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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