Einführung in das Thema Kommunikation und Information
Warum nicht „Glaubensfragen“, der YouTube-Kanal des Why-not-Teams? Kniffelige Fragen einfach erklärt, dialogisch und durchdacht.
Hey Andre, noch zwei Stunden, und dann haben wir es endlich geschafft für heute.
Noch zwei Stunden Deutsch? Die fühlen sich eher an wie vier Stunden.
So schlimm? Worum geht's denn?
Eigentlich um eine Selbstverständlichkeit: Wie funktioniert Kommunikation?
Also geht es um den Austausch von Informationen.
Genau, und dafür gibt es im Deutschbuch extra ein Modell.
Und wie sieht das aus?
Na ja, da gibt es zuerst den Sender, der etwas mitteilen will. Das, was er mitteilen will, schreibt er zum Beispiel auf einen Zettel. Im Modell heißt das, er kodiert die Information.
Und weiter?
Dann bekommt jemand den Zettel und liest ihn. Das heißt im Modell, der Empfänger dekodiert die Information.
Na, klingt hochwissenschaftlich.
Und zuletzt reagiert der Empfänger noch darauf. Das heißt, er macht etwas mit der Information.
Also, wenn ich länger darüber nachdenke, finde ich das hochspannend.
Hä, seit wann findest du Deutsch hochspannend?
Na ja, in deinem Deutschbuch steht drin, dass Information ein Austausch zwischen einem Sender und einem Empfänger ist. Und weißt du, was darüber in unserem Biobuch steht?
Ich ahne schon, was jetzt kommt.
Unterschiedliche Perspektiven auf Information in Biologie und Sprache
Genau, im Biobuch steht, dass die Information, die in unseren Zellen gespeichert ist, zufällig entstanden ist, das heißt ohne einen Sender. Das klingt auf den ersten Blick – oder besser gesagt, auf den ersten Hör – zunächst nach einem Widerspruch.
Aber könnte es nicht sein, dass für Informationen, die in Lebewesen gespeichert sind, andere Regeln gelten? Du meinst, dass es sich um eine andere Art von Information handelt? Okay, wir können das ja beides einmal durchspielen.
Und wie willst du das machen? Pass auf, wir vergleichen einfach beides und schauen, ob es ohne Sender geht. Also überspringen wir den Sender und fangen direkt mit der kodierten Information an.
Nehmen wir an, wir hätten einen Zettel, auf dem mit Buchstaben kodiert steht: „Heute fällt das Training aus.“ Ich verstehe, in der Zelle haben wir keinen Zettel, sondern einen Abschnitt auf der DNS, auf dem zum Beispiel ein bestimmtes Eiweiß kodiert ist.
Jetzt brauchen wir einen Empfänger, der das dekodiert. Denn ohne Empfänger ist der Zettel keine Information.
Die Rolle des Empfängers bei der Informationsverarbeitung
Wieso kann Information nicht einfach für sich alleine stehen?
Nun ja, wenn deine kleine Nichte den Zettel in ihre Fingerchen bekäme, wäre das für sie keine Information. Sie würde versuchen, ihn zu essen. Und ein Chinese, der kein Deutsch spricht, würde erkennen, dass hier etwas kodiert ist. Aber für ihn wäre es keine Information.
Ah, ich verstehe. Für mich ist das eine Information, weil ich Deutsch spreche und weil ich heute Training habe. Und das ist bei der DNS genauso.
Du meinst, wie bei dem Chinesen, der kein Deutsch spricht? Wir können erkennen, dass dort etwas kodiert ist, aber wir verstehen es nicht.
Genau. Aber in der Zelle gibt es sozusagen einen Empfänger, der diese Information versteht. Er kann aus dem Code ein funktionierendes Eiweiß bauen.
Du meinst die Ribosomen?
Genau. Diese winzigen Maschinen dekodieren die Information und reagieren darauf, indem sie ein Eiweiß produzieren.
Und ich reagiere auf den Zettel, dass das Training ausfällt, indem ich mir einen freien Nachmittag nehme.
Vergleich von Sprache und biologischer Information
Hm, also halten wir fest: Wir haben sowohl bei der Sprache als auch in der Zelle erstens einen Code und zweitens einen Empfänger, der den Code dekodiert und darauf reagiert.
Ein Empfänger macht eigentlich nur Sinn, wenn es auch einen Sender gibt. Ich meine, wenn es niemanden gäbe, der etwas schreiben würde, dann würde es überhaupt keinen Sinn machen, lesen zu lernen.
Stimmt, wenn es niemanden gibt, der DNS schreiben kann? Wozu sollte es dann ein so kompliziertes Gebilde wie ein Ribosom geben? Ich habe gelesen, dass so ein Ribosom aus mehr als zweitausend Aminosäuren besteht.
Und Sender und Empfänger müssen zusammenpassen.
Genau, und der Sender muss den Empfänger kennen. Damit ich dir einen Zettel schreiben kann, muss ich von dir wissen, dass du lesen kannst und dass du Deutsch sprichst. Und dass wir heute eigentlich Training haben.
Darum wäre dieser Zettel nur für mich eine Information. Jemand anderes könnte zwar erkennen, dass auf dem Zettel eine Information steht, aber es wäre für ihn keine Information.
Die Notwendigkeit einer Beziehung zwischen Sender und Empfänger
Okay, und hier kommt jetzt der Sender ins Spiel. Es muss irgendeine Beziehung zwischen Sender und Empfänger geben. Bingo: Damit ich dir eine Information senden kann, muss ich dich kennen.
Und damit jemand eine Information an ein Ribosom schicken kann, muss er das Ribosom beziehungsweise seine Arbeitsweise kennen. Er könnte es sogar genau für diesen Zweck konstruiert haben.
Ich weiß natürlich, worauf du hinauswillst – auf Gott. Natürlich, beziehungsweise auf Jesus, der in der Bibel auch als das Wort Gottes bezeichnet wird. Oder kennst du sonst jemanden, der dafür in Frage käme?
Naja, vielleicht der Zufall. Der Zufall als Sender. Äh, pass auf, das würde jetzt zu weit führen und die Pause ist gleich um, aber wir können uns gerne nach dem Training darüber unterhalten.
Nach dem Training? Wolltest du mir nicht einen Zettel schreiben, dass es heute ausfällt?
Na, das hättest du wohl gern. Aber ich werde Frau Hauser gleich mal in Bio fragen, warum wir in Deutsch lernen, dass Information immer einen Sender braucht, und in Bio das Gegenteil.
Na, dann viel Spaß dabei. Wir sehen uns dann beim Training.
Bis dann.
Abschluss und Segenswünsche
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Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
