28.09.2026
Serie•Teil 6 / 8Der Judasbrief
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Generierte Mitschrift
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Ein geistlicher Impuls zum Judasbrief
Die Tumatage 2026. Der Judasbrief.
Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt. Nachfolge praktisch. Dein geistlicher Impuls für den Tag.
Mein Name ist Jürgen Fischer, und statt Jesu Leben und Lehre gibt es ein paar Gedanken von seinem Halbbruder. Und jetzt wird das im Detail noch ein bisschen beschrieben.
Wenn das Leben Fragen stellt
Ich finde das sehr interessant, wie diese Leute jetzt beschrieben werden: Murrende, die mit dem Schicksal hadern.
Ich habe euch ja schon gesagt, dass solche Reihen immer wieder da sind: Murrende, die mit dem Schicksal hadern. Woran erinnert euch das Murren? Wer hat auch schon gemurrt? Das war Israel in der Wüste, wisst ihr noch? Wenn ihr das Alte Testament lest, ist das ein ganz typischer Zug: Dieses „Ich tapere durch die Wüste, und eben noch bin ich raus aus Ägypten, endlich bin ich frei, murr, murr, murr.“
Und wir schmunzeln darüber. Der Clou hier ist: Murren bedeutet, ich hadere mit meinem Schicksal. Aber wenn ich mit meinem Schicksal hadere, heißt das immer auch, dass ich mit Gott hadere, weil Gott derjenige ist, der mir dieses Schicksal zumutet.
Bitte seid, wenn ihr durch euer Leben geht, an dieser Stelle ganz, ganz vorsichtig: Das sind Murrende, die mit dem Schicksal hadern. Ich will das in aller Vorsicht sagen, weil ich nicht weiß, was jeder von euch durchgemacht hat. Aber irgendwann im Leben kommen wir an Punkte, an denen wir uns die Frage stellen, was das soll.
Wenn du da noch nie warst, freue ich mich für dich. Aber es kann sein, dass irgendein Schicksalsschlag dich trifft: irgendeine Diagnose, irgendwie ein Verrat, irgendjemand, irgendetwas, wo du sagst: Hätte ich nicht gedacht. Und du stehst plötzlich vor den Scherben eines Lebens. Und womöglich kannst du nur ein bisschen etwas dafür. Vielleicht hast du fast alles richtig gemacht, und du denkst dir: Was soll das?
Und die Frage ist: Was tue ich in dem Moment, wenn Gott mir etwas zumutet, womit ich nicht gerechnet habe und was mir wirklich wehtut, was womöglich meine Träume vom Leben zerbricht? Was mache ich dann?
Trost für den Tag des Unverständnisses
Und gebt mir mal Prediger 3,14 bitte. Ich kann euch nur raten: Fangt in so einem Moment, wenn das passiert, nicht damit an, mit Gott zu hadern.
Ihr dürft euer Unverständnis Gott bringen. Das ist das, was die Psalmisten tun. Ihr dürft Gott die Frage stellen: Was soll das? Aber Prediger 3,14 ist der Vers, den man auswendig können muss, wenn der Moment kommt, in dem man sagt: Ich verstehe es nicht.
Ich hatte mal eine Herz-OP, und die ging fast gut. Dann bin ich nach 42 Stunden aus dem Koma wieder aufgewacht. Naja, und das war glücklicherweise der erste Vers, der mir eingefallen ist. Deswegen muss man Bibelverse auswendig lernen. Damit man, wenn man keine Bibel griffbereit hat und es einem auch gar nicht gut geht, weil man immer noch den Schlauch drin hat und intubiert wird, im Kopf schon mal einen Bibelvers denken kann.
Und das ist der Vers für die bösen Tage: Ich erkannte, dass alles, was Gott tut, für ewig sein wird. Es ist ihm nichts hinzuzufügen und nichts davon wegzunehmen, und Gott hat es so gemacht, damit man sich vor ihm fürchtet.
Diesen Vers brauchen wir, wenn der böse Tag kommt. Wenn du vor einem Moment stehst, wo du sagst: Ich verstehe es nicht. Ich verstehe es nicht. Keine Ahnung, was das soll, Gott.
Also, ich habe ein paar Momente in meinem Leben gehabt, wo ich dachte: Wenn ich das vorher gewusst hätte, ich weiß nicht, ob ich mich auf dieses, also gerade im Bereich Gemeindegründung, ob ich mich auf dieses Projekt eingelassen hätte. Das hatte schon so ein paar Momente, wo ich da saß und dachte: Boah, das hat wehgetan. Es hat wirklich wehgetan.
Und dann muss so ein Vers kommen: Ich weiß, dass alles, was Gott tut, für ewig sein wird. Du musst dein Leben nicht verstehen. Ich sage das nochmal, weil es ein ganz wichtiger Vers ist: Du musst dein Leben nicht verstehen. Du musst treu dem Hirten folgen, auf ihn hören, das tun, was er sagt. Aber du musst dein Leben nicht verstehen.
Und wenn dann Dinge kommen, wo du sagst: Das tut mir jetzt weh, dann darfst du mit deinem Schmerz zu Gott gehen. Du darfst ihm die Frage stellen: Vater, was soll das? Ich verstehe es nicht. Aber ich nehme mir aus deiner Hand jetzt den Trost, den ich brauche, und ich lasse mich von dir kräftigen. Und ich glaube, dass du mich hier durchbringst. Ich habe keine Ahnung wie.
Und du musst übrigens auch nicht die Kraft haben für diese Momente. Du darfst an der Hand des guten Hirten durch diese Herausforderungen hindurchgehen. Das ist das, was Gott dir schenkt. Wir leben durch Glauben aus der Kraft Gottes. Also ist unser Job, Gott zu vertrauen, ihm zu folgen, auf ihn zu hören. Und dann wird seine Kraft in unser Leben hineinkommen, und er wird uns Schritt für Schritt das an Trost, an Kraft, an Vergebung, an Hoffnung geben, was wir jeweils brauchen.
Du musst keine Angst haben, dass du mittendrin nicht kräftig genug bist, weil du dir das nicht vorstellen kannst, das irgendwie zu schaffen. Darum geht es nicht. Bleibe an seiner Seite.
Und ich weiß nicht, wie oft ich mutlos, kraftlos, manchmal sogar ein Stück verzweifelt in den Wald gegangen bin, mein Herz vor Gott ausgeschüttet habe und ihm gesagt habe, dass ich nicht verstehe. Da gab es Momente in meiner Ehe, die ich nicht verstanden habe. Da gab es Momente in der Gemeinde, die ich nicht verstanden habe. Da gab es Momente mit mir selber, wo ich mich nicht verstanden habe. Wo ich vor den Scherben meiner eigenen Entscheidungen stand und einfach nur sagen konnte: Gott, ich brauche jetzt deinen Trost. Du musst mich hier durchbringen.
Und das ist, wie Gott sich das vorstellt: unser Leben.
Leben in einer Welt, die nicht immer Sinn ergibt
Gott wird uns nicht die Momente nehmen, die wir nicht verstehen. Nur weil du gläubig bist, heißt das nicht, dass dein Leben die Nichtigkeit verliert. Du lebst in einer nichtigen Welt. Gib mir mal Prediger 11,9 bitte.
Du musst verstehen, dass du alles richtig machen kannst. Und trotzdem passiert Folgendes. Dreh das mal um.
- Ferner sah ich unter der Sonne, dass nicht die Schnellen den Lauf gewinnen und nicht die Helden den Krieg und auch nicht die Weisen das Brot und auch nicht die Verständigen den Reichtum und auch nicht die Kenntnisreichen die Beliebtheit, sondern Zeit und Geschick trifft sie alle.
Wenn du glaubst, das gilt nicht mehr, weil du gläubig bist, dann wäre es schön, wenn du diese rosarote Brille mal abnehmen könntest. Das ist die Realität. Du lebst in einer gefallenen, nichtigen Welt, die keinen Sinn ergibt, okay? Und ab und zu wird dich die Realität auf eine Weise treffen, dass es wehtut.
Und dann stehst du in der Gefahr, dich wie ein Gottloser zu verhalten und Gott Vorwürfe zu machen, zu murren und nicht mehr glauben zu können, dass Gott noch weiß, was er tut. Und in diesem Moment gilt es Prediger 3,14. Diesen Vers hier aus Prediger 9,11. Es gibt noch ein paar andere ähnliche Verse im Buch Prediger. Lern die auswendig, damit du im entscheidenden Moment richtig reagierst.
Richtig heißt, dass ich nicht mit meinem Schicksal hadere, sondern sage: Gott, auch wenn ich es nicht verstehe, ich möchte leben so wie der Herr Jesus. Der Herr Jesus bringt das so schön auf den Punkt: Er möchte leben zur Verherrlichung Gottes. Und auch wir sind dazu berufen, in solchen Momenten, die wehtun, zur Verherrlichung Gottes zu leben.
Gott weiß, was er tut. Und die Gottlosen, die das nicht glauben, die können an so einer Situation nur mit Murren reagieren, nur mit Hadern reagieren, nur damit, dass sie mit dem Schicksal eben nicht klarkommen.
Die innere Ausrichtung des Herzens
Und das vor allem deshalb. Ich lese weiter in Judas 1,16: Diese sind Murrende, die mit dem Schicksal hadern und nach ihren Begierden wandeln. Das ist der zweite Punkt: Sie tun das, worauf sie Lust haben. Sie sind getrieben von Selbstsucht.
Da ist jemand, der hat seine Vorstellung von einem erfolgreichen und guten Leben. Und weißt du was? Da darf dann Gott nicht dazwischenkommen. Wenn Gott mir mit meiner Vorstellung in die Quere kommt, dann fange ich an, mit dem Schicksal zu hadern. Denn ich hatte doch so eine Vorstellung davon, was ich mir gewünscht habe und wie mein Leben auszusehen hat. Und mit einem Mal kommt Gott, streicht das durch und sagt: Ich habe etwas anderes für dich.
Da müssen wir aufpassen. Wir dürfen nicht nach unseren Begierden leben, sondern wir müssen nach dem leben, was Gott uns vorgibt. Dann dürfen wir vertrauen, dass unser Leben eine Entwicklung macht und dass Gott uns dahin führt, wo er uns haben will. Da hast du deinen Platz, an dem Gott dich gebrauchen kann. Und da darfst du ganz fröhlich einfach sagen: Das mache ich jetzt.
Das war’s für heute. Nimm dir Zeit, in Ruhe über den Judasbrief nachzudenken. Wo spricht er in dein Leben hinein? Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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