Einleitung: Die überraschend gefährlichsten Lebewesen für Menschen
Eine Frage zum Nachdenken: Was sind für uns Menschen die gefährlichsten Lebewesen überhaupt?
Das Ergebnis wird dich überraschen. Haie töten etwa vier Menschen pro Jahr. Bei Tigern sind es ungefähr fünfzig. Rund hundert Menschen sterben jährlich durch Löwenangriffe, und etwa eintausend fallen Krokodilen zum Opfer. Skorpione verursachen etwa 3.500 Todesfälle pro Jahr. Hunde sind für 13 Todesfälle jährlich verantwortlich, entweder durch Angriffe oder übertragbare Krankheiten. Schlangen töten etwa 75 Menschen jährlich, und Menschen, die andere Menschen ermorden, verursachen 546 Todesfälle pro Jahr.
Am häufigsten sterben Menschen jedoch durch Mückenarten und Moskitos – hier sind es etwa 780 Todesfälle jedes Jahr. Das hättest du wahrscheinlich nicht erwartet, oder?
Wie sieht es bei den Todesursachen insgesamt aus? Woran sterben die meisten Menschen weltweit? Die Zahlen können je nach Quelle variieren, aber hier geht es um die Größenordnung der häufigsten Ursachen.
Tuberkulose fordert jährlich etwa 800.000 Menschenleben. Verdauungserkrankungen verursachen ungefähr 1.100.000 Todesfälle. Verkehrsunfälle führen ebenfalls zu etwa 1.100.000 Todesfällen pro Jahr, wobei diese Zahl derzeit stark ansteigt und aktuell bei etwa 1.600.000 liegt.
Diabetes fordert rund 2.200.000 Menschenleben jährlich, auch hier ist ein Anstieg zu beobachten. Erkrankungen der Atemwege verursachen etwa sechs Millionen Todesfälle pro Jahr. Schlaganfälle sind mit einer ähnlichen Zahl verbunden. Verschiedene Krebsarten führen zu etwa 7.200.000 Todesfällen jährlich, mit steigender Tendenz.
Herzkrankheiten und alle weiteren Erkrankungen, die im weiteren Sinne den Kreislauf betreffen, sind die häufigste Todesursache mit etwa 8.800.000 Todesfällen pro Jahr.
Die erschütternde Zahl der Abtreibungen im Vergleich zu anderen Todesursachen
Okay, haben wir etwas vergessen? Ach ja, richtig: Abtreibungen – 73 Millionen Tote jedes Jahr. Das ist die mit Abstand häufigste Todesursache für Menschen auf der ganzen Welt, mit himmelweitem Abstand.
Was bedeutet diese Zahl? Lassen wir uns versuchen, sie greifbar zu machen. Im gesamten Zweiten Weltkrieg wurden innerhalb von sieben Jahren ungefähr fünfundsechzig Millionen Männer, Frauen und Kinder getötet. Und wir heute? Wir töten 73 Millionen Menschen – also mehr als zehnmal so viel – und das jedes Jahr.
Als US-Präsident Truman im August 1945 zum Ende des Zweiten Weltkriegs die Atombombe auf Hiroshima und Nagasaki hat fallen lassen, sind an den Tagen selbst circa einhundertzweitausend Menschen gestorben. Einschließlich der Spätfolgen waren es zweihunderttausend Menschen.
Dreiundsiebzig Millionen Tote durch Abtreibungen sind buchstäblich so, als ob wir jeden einzelnen Tag des Jahres, jeden einzelnen Tag des Kalenders, eine Atombombe abwerfen – jeden Morgen, sobald die Sonne aufgeht. Denn Jesus sagt: Die Sonne geht auf über Gerechte und über Ungerechte.
Was wir jetzt gerade erleben, könnte die größte humanitäre Katastrophe der gesamten Menschheitsgeschichte sein. Das Herz einer Mama sollte der sicherste Platz für ein Kind überhaupt sein. Doch wir haben daraus den mit Abstand tödlichsten Ort der Welt gemacht.
Also noch mal: In allen Überfällen, Morden und Kriegen töten wir circa 546 Menschen im Jahr. Durch Abtreibungen töten wir absichtlich 73 Millionen Kinder jedes Jahr. Das ist weit mehr als alle Überfälle, Morde und Kriege zusammen – und davon über hundert Mal so viel.
Seit [Jahresangabe fehlt] haben wir circa eine Milliarde Kinder auf diese Weise getötet. Das ist ein Achtel der gesamten heutigen Weltbevölkerung.
Die demografische Realität und das Verhältnis von Geburten zu Abtreibungen
Und mehr noch: Es gibt 133 Millionen Kinder, die jedes Jahr zur Welt kommen, aber 73 Millionen Kinder, die wir vor der Geburt töten.
Das heißt im Klartext: Für zwei Kinder, die auf die Welt kommen, haben wir mehr als eins vorher getötet. Für jede zweite Geburtsanzeige, für jede zweite Zeitungsannonce, für jeden zweiten Instagram-Post, für jeden zweiten WhatsApp-Status mit einem Baby gibt es mehr als ein Baby, das wir vorher absichtlich getötet haben. So weit sind wir als Menschheit gekommen.
Wundert es da noch, dass es in Gottes Wort heißt: „Oh, dass mein Kopf Wasserströme wäre und meine Augen Tränenquellen, dass ich Tag und Nacht weine über die Erschlagene, die Tochter meines Volkes“?
Und damit willkommen beim Bibelfürdienst, wo wir versuchen, leicht verständlich tiefer in die Bibel einzusteigen, Jesus im modernen Alltag nachzufolgen und harte Fragen von Nichtchristen klar zu beantworten.
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Die biologische Entwicklung des ungeborenen Kindes im Überblick
Fakt Nummer sieben, den viele Leute nicht auf dem Schirm haben, ist die biologische Entwicklung. Schau dafür mal hier. Ich gebe dir eine kurze Timeline von deiner eigenen Geschichte.
Wie ist denn deine Geschichte gewesen, du persönlich, liebe Zuhörerin, lieber Zuschauer? Was ist denn mit dir gewesen, wie sah es bei dir eigentlich aus? Lass uns eine kurze Timeline machen, chronologisch rückwärts.
Etwa anderthalb Jahre nach deiner Geburt hast du dich damals selbst im Spiegel erkannt. Da warst du anderthalb Jahre alt und hattest ein solches Reflexionsbewusstsein und Selbstbewusstsein, dass du dich selbst im Spiegel erkennen konntest.
Bei Woche vierzehn, als du vierzehn Wochen alt warst, im Körper deiner Mama, hat dein Herz jeden Tag mehrere Liter Blut durch deinen Körper gepumpt.
In Woche zwölf bis hierhin konnten deine Eltern dich in Deutschland straffrei töten. Das haben sie nicht gemacht. Übrigens, in Woche zwölf, als deine Eltern dich straffrei hätten töten können, konntest du schon lächeln, du konntest schon gehen und du konntest übrigens schon angstvoll gucken. Will ich dir nur mal sagen.
In Woche elf hast du an deinem Daumen genuckelt, und das hat dich beruhigt. Jede Minute hast du über hunderttausend neue Nervenzellen gebildet, die übrigens auch Schmerz spüren können.
In Woche zehn haben deine Finger und deine Fußnägel angefangen zu wachsen, dein Fingerabdruck hat sich entwickelt.
In Woche neun waren deine Genitalien deutlich sichtbar, deine Zähne und dein Gebissabdruck haben sich gebildet, deine Augen sind gewachsen.
In Woche acht war deine Nase da.
In Woche sieben waren deine Füße und deine Zähne ausgeprägt. Hier war übrigens der Zeitpunkt, an dem deine Eltern wahrscheinlich erfahren haben, dass es dich gibt.
In Woche vier hast du angefangen, deine ersten Gesichtszüge zu bilden. Da waren deine Hirnströme schon deutlich messbar, und du warst hunderttausendmal größer, als du es jemals warst.
In Woche drei hattest du schon einen komplett eigenständigen Blutkreislauf, und dein Gehirn hat angefangen zu wachsen.
Als du sechzehn bis achtzehn Tage alt warst, hattest du einen eigenen Herzschlag.
Ja, das heißt, du siehst, wie viele Dinge eigentlich passiert sind, bevor deine Eltern wussten, dass es dich gab, und was du alles schon konntest und wie weit du schon selbst entwickelt warst – lange, lange bevor es in Deutschland heute erlaubt wäre, dich straffrei umzubringen.
Weißt du, was ich damit meine? Das ist der Punkt: Wir überschätzen häufig völlig die geistige Entwicklung und unterschätzen häufig völlig die körperliche Entwicklung.
Diese Behauptung gilt ja nur bis zur zwölften Woche, also mal als Fazit.
Ich verstehe das nicht: Ab dem ersten Januar 2024 wird in der gesamten Bundesrepublik das Töten von Hühnerembryonen nach dem sechsten Tag unter Strafe verboten sein – nach dem sechsten Tag. Aber bei Menschen ist es bis mindestens vierundachtzig Tage okay und straffrei?
Es gibt keinen einzigen Grund, warum die zwölfte Woche und nur die zwölfte Woche das Kriterium sein soll. In der dreizehnten Woche ist nichts anders.
Und selbst wenn wir bis zur zwölften Woche Abtreibungen erlauben, verbieten wir in Deutschland keine Abtreibung zur Geschlechtsselektion – was nach dieser Argumentation null Sinn ergibt.
Die demografische Entwicklung und die Abtreibungszahlen in Deutschland
Fakt Nummer sechs: die Zahlen in Deutschland. Manchmal hört man, dass die Abtreibungszahlen in Deutschland angeblich gleich bleiben. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit.
Die Sache ist folgende: In Deutschland, aber auch in Österreich und der Schweiz, erleben wir den demografischen Wandel. Das bedeutet, dass es jedes Jahr mehr ältere Menschen gibt als im Jahr zuvor und gleichzeitig weniger junge Menschen.
Was heißt das konkret? Es gibt jedes Jahr weniger Paare, die im gebärfähigen Alter sind und somit schwanger werden können. Folglich könnten auch weniger Kinder abgetrieben werden.
Warum ist das wichtig? Wenn es weniger Frauen im gebärfähigen Alter gibt, müsste die Anzahl der Abtreibungen eigentlich sinken und nicht gleich bleiben. Bleiben die Fallzahlen dennoch konstant, ist das eine Katastrophe. Denn das bedeutet, dass sich von den immer weniger werdenden Paaren, die überhaupt schwanger werden können, immer mehr dazu entscheiden, ihr Kind abzutreiben, damit die Zahl stabil bleibt.
Und das Problem ist: Die Zahlen bleiben nicht einmal gleich. In den letzten Jahren steigen die Abtreibungszahlen sogar.
Zusammengefasst: Es gibt weniger Paare, die schwanger werden können, aber nicht weniger Abtreibungen, wie man erwarten würde. Stattdessen werden in Deutschland immer mehr Kinder durch Abtreibung getötet.
Schauen wir uns die Zahlen in Deutschland nüchtern an: Inzwischen wird fast eines von neun gezeugten Kindern abgetrieben, und die Tendenz steigt. Das bedeutet, für acht Kinder, die vor einer Eisdiele anstehen, wurde ein Kind abgetrieben. Bei einer Kindergartengruppe von 24 Kindern fehlen also drei Kinder, weil sie vor ihrer Geburt abgetrieben wurden.
Weit über 99 Prozent der Kinder entstehen bei einvernehmlichem Sex mit dem Partner der Wahl. Vergewaltigung ist ein Thema für sich, und dazu habe ich in der Vergangenheit auch viel gearbeitet. Selbst wenn man die Höchstzahlen des Bundeskriminalamts mit dem Faktor zehn multipliziert, bleibt es dabei: Weit über 99 Prozent der Kinder entstehen bei einvernehmlichem Sex mit dem Partner der Wahl.
Bei 19 von 20 Abtreibungen sind Mutter und Kind kerngesund. Natürlich gibt es Ausnahmen, und diese sind wichtig. Bevor wir aber über die Ausnahmen sprechen, müssen wir erst einmal über die große Mehrheit sprechen.
Fast eins von neun gezeugten Kindern in Deutschland wird abgetrieben, über 99 Prozent der Kinder entstehen bei einvernehmlichem Sex mit dem Partner der Wahl, und bei 19 von 20 Abtreibungen sind Mutter und Kind kerngesund. Das sind die Fakten, deshalb wiederhole ich sie. Alles andere ist Augenwischerei.
Schätzungsweise wird jedes elfte Paar in Deutschland ihr Kind abtreiben. Da es aber mehr abgetriebene Kinder gibt als Paare, die abtreiben, sieht man schon: Es ist Augenwischerei, all diesen Paaren eine einmalige Ausnahmesituation zu unterstellen.
Der internationale Vergleich legt das stark nahe. Auch die Zahlen der deutschen Organisationen wie Pro Familia – ein kurioser Name – gehen in dieselbe Richtung: Ein ernstzunehmender Teil der Paare, die heute ihr Kind abtreiben, hat vorher schon ein oder sogar mehrere Kinder abgetrieben.
So viel zum Thema „einmalige Ausnahmesituation“.
Das Fazit: Wenn du aus einer Stadt mit vereinfacht gesprochen 100.000 Einwohnern kommst, solltest du wissen, dass in deiner Stadt seit dem letzten Jahr mindestens 125 Kinder durch Abtreibungen getötet wurden. 125 Kinder, deren Leichen still und vor den Augen der Stadt verborgen entsorgt werden mussten. Stell dir das mal vor: 125 Kinder!
Die reale Zahl wird wahrscheinlich deutlich höher sein. Warum? Weil viele Menschen aus dem Umland in die Städte kommen, um dort die Abtreibungen vornehmen zu lassen.
Die Psychologin Sabina Scherer schätzt, dass, wenn wir die Zahlen ernst nehmen, bis zu jeder Zweite in Deutschland indirekt von Abtreibungen betroffen sein könnte. Das heißt im Klartext: Kollegen, Nachbarn, Freundeskreis, sogar Familie.
Wenn wir diese alarmierenden Zahlen ernst nehmen, müssen wir tatsächlich davon ausgehen, dass es in so gut wie jeder Großfamilie Kinder gibt, die durch Abtreibungen vor der Geburt getötet wurden und über die man nicht spricht.
Ob die Zahlen der Bundesregierung glaubwürdig sind, dazu gleich mehr.
Die rechtliche Einordnung des ungeborenen Kindes in Deutschland
Fakt Nummer fünf: Das Kind ist nicht der Körper der Frau. Schaut man sich das genauer an, wird mancher behaupten, das sei doch gar kein Kind, kein Mensch, sondern nur der Körper der Mutter.
Zunächst einmal widerspricht das der Tatsache, dass es ein Lebewesen und ein Mensch ist. Die Mutter ist selbst ein Lebewesen und ein eigener Mensch. Diese Behauptung widerspricht also bereits grundlegenden Tatsachen. Wenn jemand das behauptet, erkennt man daran einen inneren Konflikt.
Zweitens ergibt der Begriff „Mutter“ ohne ein Kind keinen Sinn. Eine Mutter ist automatisch die Mutter eines Kindes. Allein durch den Begriff ist klar, dass es einen anderen Menschen gibt. Würde ich sagen, ich bin Vater, obwohl es nie ein Kind gab, wäre das völlig unsinnig. Zu sagen, es ist der Körper der Mutter, aber es gibt kein Kind, ergibt keinen Sinn – schon vom Begriff her nicht.
Der entscheidende Punkt ist: Das Baby ist definitiv nicht der Körper der Mutter, auf gar keinen Fall. Keine Mutter hat zwei verschiedene Köpfe, zwei Herzen, vier Hände, vier Füße und zwei Gehirne. Das Baby in der Mutter hat eine eigene Blutgruppe, die oft völlig anders ist als die der Mutter. Es hat eigene DNA. Kein DNA-Labor der Welt würde die DNA-Probe des Babys mit der der Mutter verwechseln, weil es zwei völlig verschiedene Menschen sind – das ist undenkbar.
Das Baby hat ein eigenes EEG, also andere Hirnströme und Hirnwellen als die Mutter. Es hat einen eigenen Herzschlag und Herzrhythmus, einen eigenen Kreislauf und häufig ein anderes Geschlecht als die Mutter. Etwa 51 Prozent der Schwangerschaften sind Jungen, das heißt, in diesen Fällen hat das Baby ein anderes Geschlecht als die Mutter. Was davon soll bitteschön der Körper der Mutter sein? Das ergibt keinen Sinn.
Kein DNA-Labor auf diesem Planeten würde eine Probe des Kindes mit der der Mutter verwechseln – völlig ausgeschlossen. Und denkt man an das Thema In-vitro-Fertilisation, also künstliche Befruchtung: Dort wird ein Baby der Mutter eingesetzt, es ist also noch nicht Teil ihres Körpers, sondern wird in sie hineingelegt. Das Baby ist in ihrem Körper, aber niemals ihr Körper. Das ist völlig antiwissenschaftlicher Nonsens.
Tut mir leid, aber wer das behauptet, würde in jedem Biologietest in der siebten, achten oder neunten Klasse durchfallen. Hier ein paar Testfragen für diejenigen, die das behaupten:
Stellt euch vor, ein Baby wäre der Körper der Mutter. Darf dann eine gute Freundin der Eltern, die sich freiwillig als Leihmutter zur Verfügung stellt, jederzeit entscheiden, das Leben des Babys gewaltsam zu beenden, weil es ja ihr Körper ist?
Oder darf das Leben von Frühchen im Brutkasten gewaltsam beendet werden, weil sie noch nicht ausgereift sind und sich noch im Körper der Mutter befinden? Die Schwangerschaft ist vielleicht beendet, aber das Baby ist noch nicht so ausgereift, wie es sonst wäre.
Angenommen, es gelingt, eine künstliche Gebärmutter zu entwickeln – medizinisch ist das denkbar. Wäre es dann immer noch neutral, das Leben des Babys, das in dieser künstlichen Gebärmutter außerhalb der Mutter wächst, gewaltsam zu beenden, weil man sagt, es sei der Körper der Mutter? Nein, natürlich nicht. Das ist auch logisch.
Eine Frau mit Zwillingen im Bauch ist ja nicht zu sechzig Prozent männlich, nur weil eines der Babys ein Junge ist.
Der juristische Status des ungeborenen Lebens in Deutschland
Fakt Nummer vier, der wahrscheinlich den meisten überhaupt nicht bewusst ist, betrifft den juristischen Status von Kindern vor der Geburt in Deutschland. Wie wird das Ganze tatsächlich gesetzlich bewertet? Und warum spielt das eine Rolle?
Gesetze sind deshalb wichtig, weil sie das Bewusstsein der Bürger maßgeblich prägen. Viele denken sich: Warum soll etwas falsch oder böse sein, wenn es in meinem Land zu hundert Prozent straffrei ist? Das ist nachvollziehbar. Deshalb sind Gesetze so bedeutend.
Man hört manchmal Aussagen wie: „Abtreibungen sind in Deutschland legal.“ Das stimmt so nicht. Kinder durch Abtreibungen zu töten ist nicht legal, sondern illegal. Im Strafgesetzbuch heißt es dazu: Wer eine Schwangerschaft abbricht, wird mit Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Auch der Versuch ist strafbar.
Weiter heißt es: Wer in der Absicht, solche Taten zu fördern, Mittel oder Gegenstände, die zum Schwangerschaftsabbruch geeignet sind, in den Verkehr bringt, wird mit Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Juristisch ist es völlig unhaltbar, wenn manche behaupten, das Kind vor der Geburt habe keine Menschenrechte oder sei angeblich kein Mensch. Das ist von vornherein absurd, auch wegen der klaren medizinischen Begriffe. Zum Beispiel „Embryo“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „das im Inneren wachsende Kind“. Auch das Wort „Fötus“ kommt aus dem Lateinischen und heißt einfach übersetzt „Baby“.
In Deutschland ist zudem klar geregelt, dass ungeborene Kinder ein Recht auf Leben haben. Das ist für jede Schwangerschaftsberatung verbindlich vorgeschrieben. Im Gesetzbuch heißt es dazu: Die Beratung dient dem Schutz des ungeborenen Lebens.
Noch einmal: Die Beratung soll dem Schutz des ungeborenen Lebens dienen. Das müsste jede Familie hören. Die Beratung hat sich von dem Bemühen leiten zu lassen, die Frau zur Fortsetzung der Schwangerschaft zu ermutigen und ihr Perspektiven für ein Leben mit dem Kind zu eröffnen. Das ist etwas Gutes.
Weiter heißt es, der Frau muss bewusst sein, dass das Ungeborene in jedem Stadium der Schwangerschaft – ja, in jedem Stadium – ausdrücklich auch ihr gegenüber ein eigenes Recht auf Leben hat.
In Deutschland sind es größtenteils Abgeordnete, die in Auftrag geben, welche Gesetze geschrieben und verabschiedet werden sollen. Diese Abgeordneten kennen sich natürlich nicht in allen Dingen aus, das ist klar. Deshalb holen sie sich Hilfe, häufig vom wissenschaftlichen Dienst.
Vor einiger Zeit beauftragten die Abgeordneten den wissenschaftlichen Dienst des Bundestages, ihnen Grundlageninformationen zu übermitteln. Der wissenschaftliche Dienst sagte den Abgeordneten klipp und klar Folgendes, basierend auf Urteilen des Bundesverfassungsgerichts:
„Das Ungeborene wird im Wachstumsprozess nicht erst zum Menschen, sondern es entwickelt sich als solcher weiter. Es ist schon ein Mensch und entwickelt sich als Mensch weiter.“
Der wissenschaftliche Dienst fährt fort: Ein großer Teil der Literatur gesteht dem ungeborenen Leben bereits ab dem Zeitpunkt der Verschmelzung von Ei und Samenzelle – also ab Minute eins – den Schutz der Verfassung zu.
Außerdem sagt der wissenschaftliche Dienst klar: Das ungeborene Leben ist bereits Träger von Grundrechten. Eine Verletzung der Menschenwürde aus Artikel 1 Absatz 1 des Grundgesetzes kann verfassungsrechtlich nicht gerechtfertigt werden.
Deutlicher geht es kaum.
Auch bei der künstlichen Befruchtung ist klar geregelt, dass Embryonen auf keinen Fall für wirtschaftliche Zwecke benutzt werden dürfen. Warum? Im Gegenteil, es gibt Schutzvorschriften ab der Empfängnis. Wenn es kein Mensch wäre, bräuchte man so etwas eigentlich nicht. Versteht man das?
Der wissenschaftliche Dienst ergänzt, dass dem bereits gezeugten, aber noch nicht geborenen Kind auch im Zivilrecht Rechte zugestanden werden.
Jetzt geht es nicht um Strafbarkeit, sondern darum, welche Rechte eine Person auch vor der Geburt hat. Der wissenschaftliche Dienst listet einige dieser Rechte auf.
Zum Beispiel das Mutterschutzgesetz, das ausdrücklich Regelungen zum Schutz des ungeborenen Kindes enthält – natürlich auch zum Schutz der Mutter, aber hauptsächlich geht es um das ungeborene Kind.
Weiter heißt es, dass auch die Ansprüche des Kindes vor der Geburt gegen den Vater von den Rechten des Kindes erfasst werden. Dabei gelten keine Besonderheiten: Der Vater haftet nach der Zeugung nach den allgemeinen Regelungen.
Damit ist klar: Der Vater steht absolut in der Verantwortung dem Kind gegenüber. Es gibt keinen Abbruch dieser Verantwortung.
Außerdem können dem Kind vor der Geburt Ersatzansprüche zustehen, wenn ein Unterhaltspflichtiger getötet wird. Das bedeutet im Klartext: Wenn Mann und Frau zusammen ein Kind bekommen und der Vater getötet wird, obwohl er sich finanziell um das Kind hätte kümmern müssen, dann ist derjenige, der den Vater getötet hat, dem Kind gegenüber unterhaltspflichtig.
Warum? Weil das Kind das Recht auf finanzielle Versorgung durch den Vater hat – und zwar ab der Zeugung.
Der wissenschaftliche Dienst sagt weiter, dass es bereits zulässig ist, Verträge zugunsten des Kindes zu machen. Und das wissen viele in Deutschland nicht: Ein Kind vor der Geburt kann schon erben, es kann eine Erbschaft machen und hat bereits eigenen Besitz.
Ein reales Beispiel: Stell dir vor, deine Großeltern haben festgelegt, dass die Kinder ihrer Kinder – also ihre Enkel – im Falle ihres Todes etwas erben dürfen. Dann sterben deine Großeltern, und zu dem Zeitpunkt ist deine Mutter schwanger, weiß es aber noch nicht. Dir gehört dann schon ein Teil des Erbes; das ist dein Besitz.
Warum? Weil du schon vor der Geburt ein Besitzrecht hattest. Das heißt, unter Umständen hattest du schon eigenes Vermögen, bevor irgendjemand wusste, dass es dich gibt. Und das ist im deutschen Recht sogar verbrieft und verankert.
Der wissenschaftliche Dienst sagt noch etwas, das einem den Atem stocken lässt. Er formuliert es zwar verklausuliert, aber der Kern lautet: Dem Kind vor der Geburt stehen Rechtsansprüche und Haftungsansprüche wegen einer Gesundheitsverletzung im pränatalen Stadium zu.
Das bedeutet im Klartext: Wenn dir vor deiner Geburt jemand gesundheitliche Schäden zufügt, ist dieser jemand dir gegenüber zu Schadensersatz verpflichtet.
Weiter heißt es ausdrücklich: Dies umfasst Fälle, in denen Dritte, insbesondere auch Ärzte, schädigend auf die Gesundheit des Embryos eingewirkt haben und dadurch eine Schädigung der Gesundheit des geborenen Kindes verursacht wurde.
Das sind in Deutschland die Spielregeln, die gesetzlichen Regeln. Das ist das, was der wissenschaftliche Dienst des Bundestages klipp und klar öffentlich formuliert und den Abgeordneten sagt: So sind die Regeln.
Das Problem ist nur, dass diese Regeln in Deutschland häufig nicht umgesetzt werden. Stattdessen wird politisch dagegen gearbeitet oder die Gesetze werden ignoriert. Dazu gleich mehr.
Die Realität und Herausforderungen bei Down-Syndrom und Abtreibung
Fakt Nummer drei: Lass uns über das Down-Syndrom reden. Vielleicht hast du schon mal Leute sagen hören, dass, wenn ein Kind Down-Syndrom hat, alle Chancen vorbei seien und das Leben damit beendet sei.
Abgesehen davon, dass die Diagnosemethoden bis zu dreißig Prozent Messfehler und Fehldiagnosen enthalten – das lassen wir mal ganz kurz außen vor – ist da noch lange nichts vorbei.
Ich gebe dir mal folgende Beispiele von Menschen, die alle samt Down-Syndrom haben: Zum Beispiel das Model Sofia Girard, die es bis in die Modezeitschriften Vogue, People Magazine und zur New York Fashion Week geschafft hat. Oder die Schauspielerin Jamie Brewer, die mit Miley Cyrus zusammenarbeitet. Dann die spanische Politikerin Achela Batia, die Autorin Megan Bomgaz, den Psychologen Pablo Pineda und den Gastronomieunternehmer Tim Harris.
Was ist zum Beispiel mit dem Unternehmensberater und Politiker David Agin? Alle von ihnen haben Down-Syndrom, alle von ihnen haben Trisomie 21.
Jetzt denkst du vielleicht, geistig fit kann man vielleicht sein, aber körperlich sei das Leben kaum möglich. Das stimmt einfach nicht.
Was ist zum Beispiel mit der Olympionikin Kayla McKean? Oder mit dem Grundschullehrer Sujeet Desai, der sein Abitur mit Auszeichnung gemacht hat und inzwischen als internationaler Pianist seinen Lebensunterhalt verdient – und das trotz Feinmotorik. Ganz nebenbei hält er drei schwarze Gürtel in Taekwondo, was wiederum grobmotorisch ist.
Was ist mit dem Profisportler Chris Nikic? Er hat bereits mehrfach den härtesten Triathlon der Welt absolviert – unter exakt denselben Wettkampfbedingungen wie die besten Sportler dieses Planeten.
Alle von ihnen haben bestätigt, dass sie Down-Syndrom haben. Für jeden von ihnen, den ich gerade aufgezählt habe, der im Rampenlicht steht, gibt es Hunderte und Tausende, die das Gleiche könnten, aber die wir nicht leben lassen.
In Deutschland werden von zehn Kindern mit Down-Syndrom neun abgetrieben, in Dänemark sind es 98 Prozent, und in Island praktisch alle.
Island ist besonders bemerkenswert, weil es eines der reichsten Länder der Welt ist. Laut OECD beträgt das Medianvermögen der isländischen Bürger über 350.000 Euro. Das heißt, die Bewohner der Insel sind einige der reichsten Bürger der Welt. Es liegt also absolut nicht am Geld.
Wenn wir als Menschheit so weit gekommen sind, dass es nötig ist, dass ein Mensch eine Gruppe von Politikern anflehen muss: „Bitte hört auf mich, hört mir zu, mein Leben hat einen Wert, könnt ihr das nicht sehen? Wieso muss ich überhaupt rechtfertigen, dass ich lebe?“ – und wenn so etwas überhaupt nötig ist, dann zeigt das, dass wir als Menschheit nicht mehr klar sehen.
Die politische Situation und die Diskrepanz zwischen Recht und Praxis
Fakt Nummer zwei: Die politische Situation. Du kennst die Rechtslage und weißt, wie das juristisch geregelt ist. Darüber haben wir bereits gesprochen. Das ist die eine Seite. Die Praxis sieht jedoch oft ganz anders aus.
Es beginnt schon bei den offiziellen Statistiken der Bundesregierung. In den offiziellen Quellen sind nur die dokumentierten und weitergemeldeten Abtreibungen erfasst. In Deutschland ist das von vornherein lückenhafter als in vielen anderen westlichen Ländern.
In anderen Ländern wird zum Beispiel häufig die Situation der Mutter in den Statistiken mit erfasst. Dabei geht es um Fragen wie: Lebt sie mit dem Vater zusammen? Ist sie in einer Beziehung mit ihm? Welchen Beruf hat sie? Wie ist ihre finanzielle Situation? Welchen Grund gibt sie an?
Dabei geht es nicht um Datenkrake oder den gläsernen Bürger, sondern um solche gesammelten Eckdaten. Diese sind sehr wichtig, damit wir erkennen können, wo wir als Gesellschaft ansetzen müssen, um Frauen zu helfen. Ohne diese Daten sind wir wirklich im Blindflug.
In Deutschland entscheiden wir uns jedoch häufig, diese Daten gar nicht erst zu erfassen. Dabei könnte man das durch die Krankenkassen und Arztpraxen problemlos automatisieren und anonymisieren. Aber wir machen es einfach nicht. So bleibt man bei vielen offiziellen Statistiken unnötig im Dunkeln.
Das geht sogar so weit, dass die Zahlen an sich – und das darf man, glaube ich, sagen – nicht über jeden Zweifel erhaben sind. Viele Ärzte melden nämlich die von ihnen durchgeführten Abtreibungen in der Praxis gar nicht erst weiter. Zudem werden mehrere Abtreibungsmethoden grundsätzlich vom Statistischen Bundesamt überhaupt nicht mitgezählt.
Von der sogenannten „Pille danach“ haben wir noch gar nicht gesprochen. Diese wurde 2017 atemberaubende 888.000 Mal gekauft. Das ist mehr, als es überhaupt Gebote in Deutschland gibt.
Deshalb wäre es naiv, davon auszugehen, dass die offiziellen Angaben die tatsächlichen Fälle wirklich eins zu eins widerspiegeln. Die tatsächliche Zahl der abgetriebenen Kinder wird mit großer Wahrscheinlichkeit einiges höher sein als das, was du in den Statistiken der Bundesregierung findest.
Ganz grundsätzlich gilt: Was du wählst und wie du dich politisch positionierst und engagierst, ist deine Entscheidung. Dir sollte aber bewusst sein, was du mit bestimmten Politikern einfach mit einkaufst.
Frag dich selbst – du musst dazu nichts kommentieren oder mit jemandem darüber reden, das ist nur für dich: Egal wie jemand wirtschaftspolitisch aufgestellt ist und welche Steuergeschenke er verspricht – willst du wirklich einem Politiker an die Macht verhelfen, der das Töten von Babys unterstützt?
Falls du noch minderjährig und nicht wahlberechtigt bist, ist das vielleicht etwas anderes. Aber an die Volljährigen von uns: Wir können uns einfach nicht ersparen, kurz einen Blick in den aktuellen Koalitionsvertrag von Grünen, FDP und SPD zu werfen.
Dort kündigt die Bundesregierung nämlich klipp und klar mit Ansage an, was sie alles wollen. Sie sagen zum Beispiel, das Tierschutzrecht soll ins Strafrecht aufgenommen werden. Das heißt also in der Konsequenz, Tierschutz soll massiv verschärft werden.
Okay, das müsste dann ja bei Menschen erst recht verschärft werden, oder? Komplette Fehlanzeige. Stattdessen schreiben diese drei Parteien in ihrem Koalitionsvertrag, sobald es um das Thema „Kinder durch Abtreibung töten“ geht, dass sie dafür eine Regelung außerhalb des Strafgesetzbuches wollen.
Das klingt jetzt ein bisschen juristisch, heißt aber auf Deutsch Folgendes: Sie wollen es so machen, dass es überhaupt nicht strafrechtlich relevant ist. Jeder soll also machen können, was er will, ohne dass irgendjemand darüber urteilt oder es eindämmt.
Im Klartext heißt das: Tiere rein ins Strafgesetzbuch – die wollen wir besonders schützen. Kinder vor der Geburt raus.
Ich habe beim letzten Marsch für das Leben mit eigenen Ohren einige offizielle Abtreibungsbefürworter gehört, die fordern, dass man bis wenige Minuten vor der Geburt seinen Sohn oder seine Tochter abtreiben kann. Nicht Monate, nicht Wochen, nicht Tage, nicht Stunden – sondern bis wenige Minuten vor der Geburt.
Und es gibt nicht wenige einflussreiche Menschen in Deutschland, die genau das fordern. Wenn sie allein entscheiden könnten, würden sie es auch direkt umsetzen und diese Ankündigung wahrmachen.
Falls du jetzt denkst, dann wird es aufhören: Belgien. Belgien ist das direkte Nachbarland von Deutschland. Die Gesetze zur Abtreibung in Belgien sind sehr vergleichbar mit denen in Deutschland.
In der Nordhälfte von Belgien wurden vor kurzem Ärzte und medizinisches Personal befragt, die Abtreibungen durchführen. 85,6 % der Befragten sagen, dass, wenn nicht klar ist, ob das Kind behindert sein könnte, sondern nur die Möglichkeit besteht, man trotzdem Abtreibungen bis kurz vor der Geburt in Betracht ziehen sollte – nur um auf Nummer sicher zu gehen.
Und jetzt kommt es: 89,1 % der Ärzte, die Abtreibungen durchführen, sagen, dass es akzeptabel ist, einem neugeborenen Baby, nachdem es schon längst zur Welt gekommen und von der Mutter getrennt ist, tödliche Substanzen zu spritzen – und das ausdrücklich in Fällen, in denen es nicht tödlich erkrankt ist.
Die exakt gleiche Anzahl dieser Ärzte sagt, sie würden es begrüßen, wenn der Staat das legalisieren würde, sodass Ärzte das Recht haben, ein neugeborenes, schon zur Welt gekommenes Baby auch straffrei zu töten.
So wie ich das verstanden habe, fordern sie das für die gesamte neonatale Phase, also für bis zu 28 Tage nach der Geburt. Die Begründung: Vor der Geburt dürfen wir das doch auch.
Falls du denkst, das ist krass – es gibt noch eine andere Sache, die ich hier nicht erwähne. Die findest du tatsächlich im „Schlagfertigkeitstraining für ungeborenes Leben“. Dort sind keine Schockbilder oder Ähnliches drin, aber zwei Fakten. Wenn du die hörst, schau selbst. Alles findest du gratis im ersten Link unter diesem Video.
Zurück zu Deutschland: Ethisch haben wir die für Kinder vor der Geburt gefährlichste Regierung in der gesamten Geschichte der Bundesrepublik.
Nach all dem, was du jetzt gehört hast, ob sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren wirklich zum Besseren wenden wird, musst du selbst einschätzen.
Die entscheidende Rolle der Väter und die Verantwortung der Gemeinschaft
Und Faktor Nummer eins: Die Rolle von Vätern. Studien zeigen deutlich, dass die Einstellung von Vätern und Männern eine maßgebliche Rolle dabei spielt, wie viele Kinder in einem Land durch Abtreibungen getötet werden.
Ich habe viel darüber nachgedacht. Und ich denke, da widerspreche ich vielleicht dem einen oder anderen, dass es der richtige Weg ist, bei Abtreibungen die Mutter zu bestrafen. Das halte ich nicht für richtig. Warum? Jede Abtreibung betrifft mindestens vier Menschen: das Kind, seine Mutter, seinen Vater und den Arzt, der das Kind tötet.
Je nach Untersuchung ist zu befürchten, dass in bis zu jedem zweiten Fall der Vater, die Großeltern oder andere Personen die Mutter beeinflussen, manipulieren, drängen oder sogar zur Abtreibung zwingen – und das in Deutschland. Es gibt ernstzunehmende Hinweise, dass in bis zu dreißig Prozent der Abtreibungen die Mütter unter Druck gesetzt werden.
Selbst wenn es nicht fünfzig oder dreißig, sondern nur fünfzehn oder zwanzig Prozent sind, ist das ein absolut ernstzunehmender Faktor. Und ja, wir reden hier von Deutschland. Nur das zeigt schon, dass es in sehr vielen Fällen und auch grundsätzlich keine gute Idee ist, die Mütter zu dämonisieren.
Deswegen sollte man darüber sprechen. Ich denke da zum Beispiel an meine alte Gemeinde. Dort ist es so: Der Pastor hat früher an einer Beratungsstelle für Schwangerschaftskonflikte mitgearbeitet und weiß einiges dazu zu berichten – das wäre jetzt ein anderes Thema.
Bis heute ist es so, dass er in der Paarseelsorge oder Ehevorbereitung immer wieder betont, dass für Christen unter keinen Umständen eine Abtreibung eine Option ist, egal unter welchen Umständen. Er thematisiert das, und das ist nicht nur frommes Gerede in der Gemeinde, sondern ganz praktisch gelebte Überzeugung.
Im Laufe der Jahre gab es in der Gemeinde ältere Frauen, die schwanger wurden, sowie alleinstehende und unverheiratete Studentinnen, die schwanger wurden – einmal auch mit einem Kind mit Down-Syndrom. Dann wurde nicht gesetzlich mit dem Finger auf sie gezeigt, und niemand wurde aus der Gemeinde ausgeschlossen.
Stattdessen hat die Gemeinde zusammengehalten. Finanzielle Unterstützung wurde organisiert, Kinderbetreuung wurde angeboten, und das Kind mit Down-Syndrom wurde ganz selbstverständlich in die Gemeinde aufgenommen. Bis heute ist es ein selbstverständlicher Teil der Gemeinde.
Ich könnte mir die Gemeinde gar nicht anders vorstellen. War und ist das manchmal umständlich und mühsam? Ja, natürlich, absolut. Aber das ist nicht die Frage. Die Frage ist: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.
Vor allem sendet das ein ganz starkes Signal, weil solche Dinge bekommen die Leute mit. Die wissen dann, dass Christen nicht nur frommes Gerede machen, sondern echte praktische Hilfe leisten, mit der man etwas anfangen kann.
Wenn dann früher oder später jemand aus dem Umfeld ungeplant schwanger wird oder in einem Schwangerschaftskonflikt steckt und vielleicht über eine Abtreibung nachdenkt, kann man dieser Person guten Gewissens sagen: Geh in diese Gemeinde! Die meinen es ernst, die reden nicht nur, sondern packen auch an.
Und so etwas schafft Vertrauen. Dieses Vertrauen rettet am Ende Leben.
Praktische Empfehlungen für Familien und Gemeinden im Umgang mit dem Thema Lebensschutz
Und jetzt mal unter uns Christen: Natürlich ist es wichtig, dass wir den jungen Menschen heute – in unseren Familien, in unseren Gemeinden, in unserem Umfeld – Werte mitgeben und ihnen Mut machen. Schaut ins Neue Testament, schaut, was Jesus gesagt hat. Lebt Beziehung, Ehe und Sexualität nach den Prinzipien, die er dort vermittelt.
Ich bin fest davon überzeugt, dass dadurch ein großer Teil von Problemen, Schmerz und Leid im Vorhinein abgewendet wird. Ich habe auch die naive Hoffnung, dass das, was wir im Bibelfürdienst durch all die Materialien, die wir für dich und euch zusammenstellen und für dein Umfeld bereitstellen, dazu beitragen kann.
Das ganze Lehren ist wichtig. Aber die andere Seite der Medaille ist auch, dass wir Menschen, die Fehler machen, wirklich helfen. Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, sollten wir nicht nur danebenstehen und beten, sondern auch mithelfen, das Kind aus dem Brunnen zu ziehen.
Deshalb ein paar gute Fragen für uns alle – insbesondere für die Männer: Weiß deine Ehefrau, dass du zu eurem Kind stehen wirst, egal was passiert? Dass du sie nicht damit allein lässt, auch wenn alles anders läuft, als ihr es hofft oder denkt? Habt ihr beide schon einmal ausführlich darüber gesprochen?
Habt ihr schon konkret besprochen, was ihr macht, wenn ihr jetzt oder in einer späteren Phase ungeplant schwanger werdet? Was ist, wenn ihr unerwartet Zwillinge oder Drillinge bekommt? Was ist, wenn das Kind nicht gesund ist? Macht euch wirklich einen konkreten Plan – das ist etwas Gutes und stärkt eure Ehe.
An die Paare, die noch nicht verheiratet sind: Sprecht auch schon im Kennenlernen darüber. Was passiert, wenn wir eines Tages heiraten und ein ungeplantes Kind bekommen? Was, wenn wir ein Kind mit Behinderung bekommen? So wird für euch beide völlig klar, dass ihr an einem Strang zieht.
Und für die Gemeinden: Gibt es bei euch Predigten, Themenabende oder Infonachmittage zum Thema Lebensrecht und Lebensschutz? Denkt daran, im echten Leben gibt es keine Gedankenübertragung, man muss Dinge aussprechen.
Falls ihr Materialien dazu möchtet, nehmt gern das kostenlose Schlagfertigkeitstraining für ungeborenes Leben mit. Viele Gemeinden und Verbände in Deutschland haben es bereits zur Schulung genutzt.
Für die Eltern und Großeltern, die das hier sehen und hören: Redet mit euren Kindern und Enkeln darüber. Gebt ihnen gute Werte mit – zum Thema Partnerschaft, Ehe und Sexualität, aber auch über Lebensschutz.
Denkt daran, wir leben nicht in einem Vakuum, in einem luftleeren Raum. Dort, wo du dein Kind nicht aktiv prägst, wird die Welt es prägen. Ein leerer Raum wird früher oder später gefüllt, er bleibt nicht leer.
Sei nicht naiv: Im echten Leben gibt es keine Gedankenübertragung. Es ist nicht so, dass das, was dir wichtig ist, automatisch kopiert oder geklont wird. Du kannst nicht einfach davon ausgehen, dass deine Werte magisch ihren Weg in den Kopf und das Herz deiner Kinder und Enkel finden.
Studien zeigen, dass das nicht funktioniert. Du musst es wirklich ansprechen – mit Worten, die man verstehen kann – und vor allem gute Gründe geben, warum deine Position eine gute und richtige ist.
Tipps dazu, wie du das über verschiedene Generationen hinweg machen kannst, findest du im Schlagfertigkeitstraining. Und vor allem das Allerwichtigste: Sprich Wahrheit in Liebe, Wahrheit in Liebe.
Schlussfolgerungen und Aufruf zum Handeln
Deshalb hier das Fazit zum Merken für heute:
Erstens: Wir haben nicht das Recht zu entscheiden, welche Menschen zählen und welche nicht.
Zweitens: Wenn ein ungeborenes Kind ein Mensch ist, dann haben wir kein Recht, dieses Kind zu töten.
Drittens: Schweige nicht.
Desmond Tutu sagt dazu: Bist du in Situationen des Unrechts neutral, dann hast du die Seite der Unterdrücker gewählt. Wenn ein Elefant – also der Zeitgeist – seinen Fuß auf eine Maus setzt und du behauptest, neutral daneben zu stehen, inwieweit tut das der Maus Recht?
