Einführung in das Thema und persönliche Vorstellung
Gott erschafft Adam und Eva, und sie bekommen zwei Söhne: Kain und Abel. Dann tötet Kain seinen Bruder Abel. Woher kommt dann die Menschheit, und wer ist Kains Frau?
Um die Nachfolge zu verteidigen, mach dich Hashtag Bibelfit! Ich bin Markus Voss, und hier machen wir drei Dinge.
Wir versuchen, tiefer in die Bibel einzusteigen. Wir überlegen, wie du und ich Jesus im modernen Alltag nachfolgen können. Außerdem beantworten wir toughe Fragen, die die Gesellschaft uns Christen stellt.
Zu alldem gibt es hier dutzende kostenfreie Tools, Hörbücher, Onlinekurse, Tageschallenges und praktische Alltagsgegenstände. Diese kannst du dir auf der Website gratis mitnehmen.
Finanziert wird all das durch kleine monatliche Spenden von Menschen wie dir und mir aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das ist sehr hilfreich, weil dieses Projekt hier noch am Anfang steht.
Die Frage aus der Community und gesellschaftliche Relevanz
Das Thema für heute stammt von Anni aus der Community. Sie hat in Kommentaren und Nachrichten erzählt, dass sie vor kurzem mit ihrem Schwager essen war. Ihr Schwager ist kein Christ und war an dem Abend wahrscheinlich ein wenig gereizt.
Jedenfalls erzählte er, dass er angefangen habe, die Bibel zu lesen. Nach drei Kapiteln habe er das Buch sinngemäß in die Ecke geworfen mit den Worten: „Was für ein Schmarrn.“
Anni, so hat sie es erzählt, fühlte sich dadurch herausgefordert, weil ihr Schwager dann mit Fragen kam. Er fragte zum Beispiel: Wie kann das überhaupt sein, dass Adam und Eva irgendwie zwei Kinder bekommen, dann bringt der eine den anderen um, und auf einmal ist nur noch einer da? Und aus diesem einen soll dann die ganze Menschheit entstanden sein? Wie soll das funktionieren? Und überhaupt: Woher hat Kain seine Frau?
Diese Diskussion ist kein Einzelfall. Mehrere Personen aus der Community haben in den letzten Monaten geschrieben, dass sie sich mit dieser Frage nach Kains Frau sehr in die Mangel genommen gefühlt haben.
Du wärst überrascht, wie groß das Thema „Kains Frau“ in New-Age-Kreisen ist. Diese Kreise wachsen in Deutschland, Österreich und der Schweiz stündlich.
Zu diesem Thema möchte ich jetzt sechs kurze Gedanken mit dir teilen. Am Ende, beim sechsten Gedanken, werde ich die Frage eindeutig beantworten, woher die Menschheit eigentlich stammt, nachdem Kain seinen Bruder Abel ermordet hat. So bist du darauf vorbereitet, wenn du einmal nach Kains Frau gefragt wirst.
Unterstützung der Community und Aufruf zur Verbreitung christlicher Inhalte
Bevor wir starten, kann die Community hier kurz dabei helfen, dass solche christlichen Inhalte in sozialen Medien nicht verborgen bleiben.
Bist du gerade auf Instagram, dann tippe doch schnell zweimal auf dein Handy. Auf YouTube ist es sogar noch besser. Das spricht sich inzwischen herum.
Indem du die Glocke unter diesem Video drückst, sendest du YouTube ein Signal. Dadurch zeigt die Plattform auch Nutzern, die nicht unbedingt christlich sind, mehr christliche Inhalte, die sie ansprechen könnten.
Ziemlich gut, oder? Also drücke kurz die Glocke. Das ist anonym und bewirkt wirklich etwas. Vielen Dank!
Erste Antwortmöglichkeit: Bibel als unglaubwürdig abtun
Welche Antwortmöglichkeiten gibt es also jetzt für "keine Frau"? Antwortmöglichkeit Nummer eins: Die Bibel ist einfach insgesamt Käse.
Du wärst überrascht, wie viele Menschen, die sich selbst als Christen bezeichnen, so etwas behaupten. Pass auf: Eine renommierte Studie, die kurz vor Corona vom zweitgrößten Marktforschungsinstitut der Welt durchgeführt wurde, brachte Folgendes zutage.
Von sieben Menschen, die sich in Deutschland selbst als Christen bezeichnen, glaubt nur einer an das Jüngste Gericht und die Hölle. Einer von sieben. Von fünf Menschen in Deutschland, die sich selbst als Christen bezeichnen, glauben zwei an ein Leben nach dem Tod. Und mehr als einer von dreien, die sich selbst als Christen bezeichnen, glaubt nicht, dass es überhaupt irgendeinen Gott gibt.
Was also Menschen, die so etwas denken, dann über die Bibel behaupten müssen – ich glaube, das willst du gar nicht wissen.
Aber etwas sachlicher betrachtet: Zu denken, dass die Bibel insgesamt Käse wäre – von vorne bis hinten, von Umschlag zu Umschlag – das hätte man früher vielleicht denken können.
Aber nachdem wir inzwischen beginnen, das Ausmaß dessen zu begreifen, was in diesem Buch, der Bibel, alles historisch gedeckt und untermauert ist und was auch in nichtchristlichen Quellen belegt wird, funktioniert das einfach nicht mehr. Die Bibel von vorne bis hinten als Käse zu bezeichnen – so läuft das nicht mehr.
Zweite Antwortmöglichkeit: Bibelstellen ignorieren
Möglichkeit Nummer zwei: Ignorieren
Du könntest auch die Bibelstellen, um die es hier geht – die ersten elf Kapitel der Bibel, Genesis 1 bis 11 – grundsätzlich komplett ignorieren und ausklammern. Das tun überraschend viele, und ich finde das unter Christen auch verständlich.
Ich finde es verständlich, vielleicht nicht gut, aber für mich menschlich sehr nachvollziehbar. Warum? Weil es im Christentum ja nicht vorrangig darum geht. Im Kern geht es im Christentum nicht um das Alter der Erde oder um die Sintflut. Nicht, dass diese Themen unwichtig sind, aber im Vergleich zur Kernfrage des Christentums sind sie eher dritt- oder viertrangig.
Die Kernfrage lautet: Wie kannst du im jüngsten Gericht freigesprochen werden? Wie kannst du deine Sünde vor Gott loswerden? Wie kannst du der Hölle entkommen? Im Vergleich dazu sind Fragen zum Alter der Erde oder zur Sintflut wirklich nachrangig.
Es ist allerdings ab einem gewissen Punkt schwierig, diese Fragen ewig vor sich herzuschieben und nicht weiterzudenken. Warum? Weil vieles im Neuen Testament sich auf diese ersten elf Kapitel der Genesis bezieht.
Zum Beispiel ist der Turm von Babel ein Thema, das erwähnt wird. Auch die Sintflut kommt häufiger vor. Am Ende der Offenbarung findest du die Erschaffung des Universums im Rückbezug auf Genesis 1 und 2. Auch von Kain und Abel ist mehrfach die Rede – im ersten Johannesbrief, im Hebräerbrief und sogar Jesus selbst spricht von Abel, als ob das wirklich passiert wäre.
Und das ist der entscheidende Punkt: Jesus sagt „Folge mir nach“. Wir Christen sind seine Nachfolger. Was Jesus sagt, ist für uns gültig und bindend.
Das heißt, falls jemand behauptet, was Jesus sagt, sei für ihn nicht gültig und nicht bindend, kann er das natürlich machen – es ist ein freies Land. Nur wird es dann irgendwann richtig schwierig, wenn diese Person sich trotzdem weiterhin als Christ bezeichnen möchte.
Das ist ein kniffliges Thema. Ich habe dazu mehrere eigene Videos gemacht. Drückt dazu gern die Glocke, dann wird euch das auch angezeigt.
Dritte Antwortmöglichkeit: Zusätzliche Mythen und Legenden
Variante Nummer drei: Wir dichten etwas dazu. Also nicht Variante Nummer zwei, bei der wir es unter den Teppich kehren, sondern Variante drei bedeutet, dass wir es sogar noch ausschmücken. Ich sage das nur mit leichter Ironie.
Warum? Weil es viele Menschen gibt, die irgendwelche okkulten, obskuren Quellen und Texte heranziehen. Zum Beispiel – und das ist kein Witz – wird dort behauptet, dass Adams erste Frau nicht Eva war, sondern eine Dämonenfigur namens Lilith. Später hätte dann Kain sie als Frau bekommen. Das ist in New-Age-Kreisen und im Okkultismus relativ weit verbreitet.
In manchen Kreisen gibt es sogar eine eigene Kategorie sogenannter Lilith-Kunst. Ich kann dir aus rechtlichen Gründen keine Bilder davon zeigen. Vielleicht ist das aber auch kein großer Verlust, denn die Bilder sind teilweise etwas verstörend. Du musst also selbst entscheiden, ob du danach googeln willst oder lieber nicht.
Jedenfalls gibt es so etwas, und das ist keine Kleinigkeit. Nun stellt sich die Frage: Welches erschlagend gute Argument gibt es dafür, etwas aus der Bibel herauszunehmen, das unsere Neugier stillt, aber alles zu ignorieren, was uns nicht spannend oder mysteriös genug erscheint?
Das ist ja das Problem: Menschen, die solche Dinge behaupten und dieser Lilith-Mythologie anhängen, ignorieren die Bibel nicht komplett. Sie benutzen die Bibel selektiv. Das heißt, sie wählen aus, was sie von der Bibel nehmen und was sie eben nicht nehmen, was sie also ignorieren.
Die Frage, die sich dann stellt, ist: Wie genau entscheiden sie, was sie aus der Bibel auswählen, was nicht, und was sie aus ihren okkulten Schriften auswählen und was nicht?
Das ist ein wichtiger Punkt. Denn sobald jemand behauptet, diese Stelle aus der Bibel sei gültig und jene nicht, ist es nicht automatisch dein Job, das zu widerlegen. Es ist erst einmal ihr Job, das zu belegen und gut zu begründen.
Wenn ich eine kurze Beobachtung dazu machen darf: Wir Christen sind oft zu vorschnell darin, uns auf alles und jedes zu stürzen, über jedes Stöckchen zu springen und uns in Diskussionen verwickeln zu lassen. Ich denke, wir sind häufig zu hysterisch und unentspannt, sobald Menschen uns Fragen zu unserem Glauben stellen. Das liegt oft daran, dass wir selbst gar nicht wissen, was wir antworten sollen.
Um dir dabei zu helfen, habe ich die zehn besten Tipps für Gespräche mit kritischen Nichtchristen zusammengestellt. Diese kannst du dir gern als Übersicht und als Audiodatei kostenlos herunterladen. Dank der Unterstützung aller Menschen, die hier spenden, kann ich das öffentlich und vor allem kostenfrei verschenken. Klicke dafür einfach auf den Link in der Videobeschreibung.
Vielen Dank an alle, die das möglich machen.
Vierter Gedanke: Historischer Kontext und Stammbäume im Vorderen Orient
Gedanke Nummer vier
Was wissen wir noch über die Passagen zu Kain und Abel? Bislang ist nicht restlos geklärt, wann genau diese Passagen niedergeschrieben wurden. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass das nicht geschehen ist.
Zum Beispiel wissen wir nicht exakt, in welchen Monaten Plutarch seine Biografie über Alexander den Großen geschrieben hat. Auch die genauen Jahre sind nicht bekannt. Trotzdem wird das, was er geschrieben hat, nicht sofort verworfen, im Gegenteil.
Wie verhält es sich also mit der Genesis und den Passagen über Kain und Abel? Glaubhafte Vermutungen reichen von circa 1445 vor unserer Zeitrechnung bis hin zu 540 vor unserer Zeitrechnung. Du siehst also, dass die Forschung hier noch nicht so weit ist, das genauer bestimmen zu können. Da müssen wir einfach geduldig sein, und das ist in Ordnung.
Der Punkt ist aber, dass diese Texte vor über 2500 Jahren im Vorderen Orient niedergeschrieben wurden. Darüber sind sich alle einig, denn das Judentum und auch das Christentum sind keine westlichen Weltanschauungen, sondern orientalische Religionen.
Nun musst du wissen – ohne Wertung –, dass es in der Spätbronzezeit und der frühen Eisenzeit, über die wir hier sprechen (also etwa 1440 bis 540 vor unserer Zeitrechnung), im Vorderen Orient üblich war, dass Frauen in Stammbäumen häufig nicht aufgeführt wurden. Stammbäume wurden vor allem über Männer identifiziert.
Das ist grob vergleichbar mit der westlichen Welt heute, in der viele Frauen bei einer Eheschließung den Nachnamen ihres Mannes annehmen und die Familie unter dem Namen des Mannes weitergeführt wird. Nochmals: Es geht hier nicht darum, das zu bewerten. Es ist eine Beschreibung dessen, was zu bestimmten Zeitepochen kulturell üblich war.
Was können wir daraus schließen? Frauen werden in Stammbäumen nicht immer genannt. Das heißt: Keine Wertung! Nur weil eine Frau in einem vorderorientalischen Stammbaum nicht genannt wird, bedeutet das keineswegs, dass es keine Frau gab.
Noch einmal: Nur weil sie nicht genannt wird, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt. Wer behauptet, dass es keine Frau gab, nur weil sie im Stammbaum nicht aufgeführt ist, handelt nicht historisch gebildet. Das stimmt einfach nicht.
Was wissen du und ich noch über Stammbäume aus der frühen Eisenzeit? Wir wissen zum Beispiel, dass Geschlechterregister und Stammbäume häufig ohne Anspruch auf Vollständigkeit genannt wurden.
Ein Beispiel findest du in deiner eigenen Bibel, wenn du im Buch Ruth, Kapitel 4, den Stammbaum von Obed und Isai anschaust. Daraus wird deutlich, dass Stammbäume nicht immer als vollständige, lückenlose Aufzählung gedacht waren.
Fünfter Gedanke: Prioritäten in Glaubensfragen setzen
Gedanke Nummer fünf von sechs Prioritäten, bevor ich gleich erkläre, wie es sich eigentlich mit Keins Frau verhält, noch eine wichtige Sache vorweg.
Ich hatte vor kurzem ein Gespräch mit der evangelischen Nachrichtenagentur idea. Dabei kam mir ein Gedanke, der direkt zu unserem Thema passt.
Bist du bereit für einen Gedanken, der dich herausfordert? Schau mal, was ich in deiner Bibel gefunden habe: „Vermeide dumme Fragen, Geschlechterregister, Streitigkeiten und Diskussionen über das Gesetz. Das alles hilft nicht und führt zu nichts.“ (Titus 3)
Autsch, das sitzt, oder? Wie oft haben du und ich schon erlebt, dass Gemeinden sich spalten, Hauskreise sich auflösen und Christen sich hier im Internet gegenseitig an die Gurgel gehen?
Worum geht es dabei häufig? Geht es um die Tatsache, dass es nur einen Gott gibt? Oder darum, dass Jesus auferstanden ist? Oder wie man in den Himmel kommt? Nein, eben nicht!
Vielmehr geht es um irgendwelche Nebensächlichkeiten: Welche Musikinstrumente man im Gottesdienst spielen darf, was die Rolle der Ältesten in der Gemeinde ist, welches Hygienekonzept wir wählen – all so ein drittklassiger Nonsens.
Das sind Themen, bei denen Außenstehende sich denken: Geht’s euch noch gut? Auf Neudeutsch: nice-to-have-Themen.
Woran unterscheidest du das? Ganz einfach: Wenn es bei der konkreten Frage darum geht, wie du im Jüngsten Gericht der Hölle entkommen kannst, dann ist das wichtig.
Wenn es aber ein Thema ist, bei dem zwei Christen zwei verschiedene Dinge glauben und trotzdem beide gerettet werden können, dann sollten du und ich uns vielleicht wirklich überlegen, ob wir darin so viel Energie stecken wollen. Oder ob wir uns lieber darauf konzentrieren, einer sterbenden Welt das Evangelium zu bringen.
Ich hoffe, das hilft dir. Bis dann.
Sechster Gedanke: Die biblische Antwort auf die Frage nach Kains Frau
Sechster und letzter Gedanke: Was steht denn jetzt wirklich in der Bibel dazu?
Zunächst einmal steht in der Bibel eindeutig, dass Adam und Eva noch weitere Söhne und Töchter hatten. Im hebräischen Urtext heißt es dazu: „Wajoleth banim uwanoth“, was frei übersetzt bedeutet: „Und Adam zeugte weitere Söhne und Töchter.“
Falls also Leute fragen, wo denn die Frauen eigentlich herkamen, lautet die Antwort: Adam hatte weitere Söhne und Töchter.
Aber es kommt noch besser. Lies dazu einfach mal Genesis 4. Was passiert dort, nachdem der ältere Bruder Kain den jüngeren Abel erschlagen und getötet hat? Danach heißt es: „Oi jeder Adam ur Fishto, oi Teleth Ben, oi Tikra eth Shemo Sheth.“ Frei übersetzt: „Und Adam und seine Frau schliefen noch einmal miteinander, und sie gebar einen Sohn. Sie riefen seinen Namen Seth.“
Wie du den Namen betonst – Seth, Sheth oder anders – bleibt dir überlassen. Lies bitte auch in Genesis 5, was dazu geschrieben steht, und den darauffolgenden Stammbaum. Daraus siehst du eindeutig, dass nach diesem Bericht die Menschheit nicht von Kain abstammt, sondern von Seth.
Das heißt, die ganze Frage, wie die Menschheit überhaupt existieren kann, nachdem Kain Abel erschlagen hat, ist von vornherein, pardon, ein bisschen sinnlos. Warum? Weil laut der Bibel keiner der Söhne Kains der Stammvater der Menschheit ist.
Das wird auch bestätigt im Stammbaum in 1. Chronik 1 und im Stammbaum Jesu in Lukas 3. Beide Male wird Seth erwähnt, von dem die messianische Linie weitergeht. Er wird der hauptsächliche Stammvater der Menschheit.
Und das, liebe Anni, hätte dein Schwager selbst lesen können, wenn er die Bibel einfach weitergelesen hätte. Stattdessen hat er sie beim ersten Anflug von Frustration und Unverständnis zugeschlagen und beiseitegelegt.
Was lehrt uns das? Nicht immer, aber sehr häufig kritisieren Menschen die Heiligen Schriften, ohne sie wirklich gründlich gelesen zu haben.
Damit du ihnen also darauf antworten kannst, musst du bei dir selbst anfangen und deine eigene Bibel lesen. Also mach dich Hashtag Bibelfit!
