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Wake UP! - Vortrag 1: Ein Traum von Erweckung

30.05.2014
Serie•Teil 1 / 3Wake UP!
Warum wirkt Glaube oft nur von außen? Der Ruf ist klar: Nicht mehr Show, sondern echte Umkehr, wacher Glaube und ein Leben, das Jesus wirklich den ersten Platz gibt.

Einleitung und Grundspannung

Ich war nämlich schon dabei, mir vier Bierkästen zu organisieren, und dann bin ich von dem Herrn hinter der Theke darauf aufmerksam gemacht worden, dass es etwas Vernünftiges gibt. Schön!
Ich bin immer froh, wenn diese Vorstellungsrunden vorbei sind, weil man bei den Vorstellungsrunden immer so im Mittelpunkt steht: Was machst du denn? Und dann muss man ja irgendwas sagen. Irgendwie ist mir das fast immer ein Stück peinlich, weil wir heute über ein Thema reden, bei dem wir am Ende mitbekommen werden, dass es gar nicht um die Frage geht, was wir machen.
Wir müssen zwar irgendetwas tun, ich sage mal: Wir müssen vielleicht Vorbedingungen schaffen, wir müssen Randbedingungen erfüllen, aber das Eigentliche, worum es geht, das macht Gott.
Thema: Wake up – Erweckung erleben
Was möchte ich mit diesem Jugendtag? Man wird als Referent am Anfang gefragt: Was hättest du denn gern für ein Thema? Ich nehme dann die Themen, die mir gerade auf dem Herzen liegen. Und ein Thema, das mir seit wahrscheinlich jetzt einem Dreivierteljahr auf dem Herzen liegt und das ich einfach nicht loswerde, ist das Thema Erweckung.
Vielleicht sage ich euch, was ich unter Erweckung verstehe. Erweckung bedeutet, dass Gott wirkt. Und zwar richtig viel! Erweckung bedeutet, dass Gott anfängt, in Gemeinden zu wirken und dann, weil er in den Gemeinden wirkt, aus den Gemeinden heraus auch ungläubige Menschen mit dem Evangelium erreicht.
Erweckung bedeutet, dass Christen auf eine Weise anfangen zu beten und heilig zu leben, wie das einfach vorher nicht der Fall war. Erweckung bedeutet, dass Menschen zum Glauben kommen, und man merkt: Dahinter steckt nicht die kluge Organisation oder irgendein Typ, der so ein Charisma hat, wo man sowieso sagt: Klar, der ist es. Sondern dahinter steckt Gott selbst.

Ein persönlicher Ruf nach geistlicher Erneuerung

Im Sommer letzten Jahres war ich total traurig. Ich habe angefangen, Gott zu bitten, mein eigenes Herz zu erwecken und zu sagen: Vater im Himmel, ich will Erweckung.
Wisst ihr, es ist so leicht, über so ein Thema wie Erweckung zu reden, und in seinem Kopf zeigt man auf den anderen. Ja, Gott, wenn du den oder die endlich mal erwecken würdest, das wäre toll. Und ich weiss, dass das in mir drinsteckt: immer zu sehen, was der andere braucht, genau zu wissen, wo Gott im Leben eines anderen endlich mal einen Schalter umlegen sollte.
Und ich habe angefangen, im letzten Sommer dafür zu beten: Gott, erwecke mein Herz. Und als dann die Anfrage kam, dachte ich mir, ich gebe euch diesen Gedanken einfach weiter.
Ich habe nämlich einen Traum. Martin Luther King hat diese bekannte Rede: I have a dream. Ich habe auch einen Traum.
Ich habe einen Traum, dass die Christen in Deutschland merken, dass sie wirklich eingeschlafen sind und dass sich für viele ihr Leben um Spass dreht oder Geld oder Zerstreuung oder Familie oder Karriere, aber nicht mehr wirklich um das Reich Gottes.
Ich habe den Traum, dass eine junge Generation von Christen, und das seid ihr, dass eine junge Generation von Christen nicht nur davon singt, dass Jesus Herr ist, sondern dass das wirklich in ihrem Leben zu sehen ist. Dass Jesus Herr sein darf in dem Sinn, dass er ihnen einen Auftrag gibt und geben darf, und sie führen diesen Auftrag aus, weil er wirklich Herr in ihrem Leben ist.
Ich habe einen Traum davon, dass wir eine Leidenschaft dafür entwickeln, Jesus nachzufolgen, auf eine Weise, dass er uns gebrauchen kann, vielen von unseren Freunden und von unseren Feinden das Evangelium zu bringen. Dass wir in dieser Welt tatsächlich nur für ihn leben und dass es uns nur um die Frage geht, wie er über unser Leben denkt.
Ich habe einen Traum von einem abenteuerlichen, fromm machenden, leidenschaftlichen, opferbereiten, irgendwie mein ganzes Wesen einnehmenden Christentum, das wirklich kein bisschen Angst davor hat, was da auf mich zukommt. Was vielleicht nach aussen so ein bisschen gaga wirkt. Wenn du das umsetzt, was ich dir heute predige, wenn dieser Traum, den ich dir vorstelle, dein Traum wird, dann werden alle Leute sagen: Du bist gaga, so ein bisschen, äh.
Und ich wünsche mir ein Christentum, das sagt: Ja, dazu bin ich bereit. Mir ist völlig egal, was da kommt. Ich habe keine Angst davor zu leiden. Ich habe Angst davor, Gott zu enttäuschen, das ist die Angst, die ich habe.
Ich habe einen Traum davon, dass junge Christen ihre Bibel in und auswendig kennen, dass sie beten und fasten, bis Gott hört. Versteht ihr dieses Beten und Fasten, bis Gott hört? Dass wir uns nicht anfangen, über unwichtige Bibelfragen zu streiten, dass wir mutig sind, dass wir klug sind, dass wir tough sind und dass wir an der Stelle, wo Gott uns hingestellt hat, mit den Gaben, die Gott uns gegeben hat, wirklich Reich Gottes bauen.
Und der Ort, wo Gott dich hingestellt hat, das ist ein Ort, wo ich persönlich denke, er ist fest in der Hand des Teufels, das ist nämlich Deutschland.
Und ich habe diesen Traum. Das ist mein Traum, und ich möchte euch von hier vorne bekennen: Ich bin bereit, wenn es sein muss, für diesen Traum zu sterben.
Ich habe keinen grösseren Traum, als dass nach mir eine Generation kommt, die mit einer neuen Leidenschaft und einer neuen Hingabe eng an dem, was das Wort Gottes sagt, wirklich Reich Gottes in diesem Land baut. Ich bete mir für Berlin, noch in der Stadt, in der ich wohne, an dieser Stelle Reich Gottes baut.
Ich bete dafür, dass eine neue Generation heranwächst, die erweckt ist, und ich möchte irgendwie meinen Beitrag dazu leisten. Wie auch immer das aussehen muss, dafür zu sorgen, dass diese neue Generation entsteht.
Ich würde euch gerne für meinen Traum gewinnen, der ja eigentlich nicht mein Traum ist, sondern eigentlich ist es ja Gottes Traum.

Warum geistliche Erweckung nötig ist

Ich möchte uns am Anfang eine Frage beantworten: Warum brauchen wir eigentlich Erweckung? Warum?
Der erste Punkt ist: Wir brauchen Erweckung, weil die Zeit reif ist. Ist das nicht verrückt? Wir leben im Land der Reformation. Ist euch das klar? Wir feiern demnächst hier 500 Jahre Reformation oder so. Land der Reformation.
Was schätzt du, wie viele Leute in Deutschland ungefähr wirklich gläubig sind? Was schätzt du? Meine persönliche Schätzung liegt bei unter einem Prozent. Ich glaube, dass unter 100 Leuten, die du irgendwo hier in der Gegend im Einkaufszentrum begegnest, vielleicht nicht einer wirklich gläubig ist. Du läufst durch irgendeinen Aldi, schiebst deinen Wagen, und du hast 100 Leute da drin. Von diesen 100 Leuten ist wahrscheinlich nicht einer wirklich gläubig. Nicht einer hat wirklich verstanden, was das Evangelium ist. Nicht einer kann Jesus seinen Herrn nennen.
Und so grausam das klingt: Selbst hier, selbst auf dieser Veranstaltung, wird es so sein, dass nicht jeder von euch, der hier sitzt, rettenden Glauben hat. Das klingt immer so bitter, aber das ist einfach die Realität. Ich wünschte mir, ich könnte euch anschauen und sagen: Ja, ja, ja, nein, ja, ja, ja, nein, ja. Ist jetzt ein bisschen fies, ja.
Ich wünschte, ich könnte auf Leute zugehen und sagen: Hör her, du hast echt ein Problem. Du hast ein unglaubliches Problem mit Gott. Bitte, bitte mach heute ganze Sache. Lass diesen Jugendtag bitte nicht vorbeigehen, ohne dass du am Ende weißt: Ich bin dabei.
Unter ein Prozent. Die Zeit ist einfach reif für Erweckung. Und wenn ich mir das Häufchen von wiedergeborenen Christen anschaue, und ich komme nun ein bisschen herum und schaue mir an, was die für ein trauriges Bild abgeben, dann denke ich: Wisst ihr, woran man uns erkennen soll? An der Bruderliebe, an der Freundlichkeit, mit der wir miteinander umgehen, daran, dass wir uns aneinander freuen.
Manchmal habe ich den Eindruck, man erkennt Christen daran, dass sie über andere Christen schlecht reden, sich über Nebensächlichkeiten streiten, nicht zusammenarbeiten und jeder so seine eigenen heiligen Kühe vor sich her treibt und sagt: Die darf man auf keinen Fall schlachten, die sind mir ganz besonders wichtig. Das ist das Bild, das ich sehe.
Mann, wir sind dicke reif für eine Erweckung. Ich habe den Eindruck, in den Gemeinden geht es häufig nicht mehr darum, dass wir Gott gefallen.

Eine ernste Diagnose für Gemeinden und junge Christen

Vergebt mir, dass ich das so sage. Ich möchte jetzt ein paar Dinge über euch als Generation sagen. Ich hoffe, dass es auf dich persönlich nicht zutrifft, aber viele junge Christen haben eine Form von Bekehrung hinter sich, bei der es mir wirklich schwerfällt, sie ernst zu nehmen.
Wie gesagt, ich hoffe, dass das bei dir anders ist. Aber ich erlebe viele junge Christen, die eigentlich Diebe, Unzüchtige und Faulpelze sind. Ihre Eltern haben sich ein Häuschen gebaut, sind sonntags in den Gottesdienst gegangen, und ihr als die nächste Generation wisst oft nicht einmal mehr, was Sünde überhaupt ist.
Ich möchte euch nicht dissen. Ich tue das gerade, keine Frage, aber eigentlich möchte ich das nicht. Ich möchte eine Beschreibung abgeben. Ich möchte beschreiben, was ich sehe.
Wisst ihr, ich habe über tausend Facebook-Freunde. Und das ist fies, weil ich dadurch einen guten Überblick darüber bekomme, was in der Jugendszene wirklich aktuell ist. Vor kurzem gab es so einen Trend, einen halben Liter Bier in möglichst kurzer Zeit zu trinken und dann zu sagen: Ich nominiere eins, zwei, drei. Ey, mir kam da so das Kotzen.
Ich kann euch überhaupt nicht sagen, wie furchtbar ich das finde. Dieselben Typen haben noch nie in ihrem Leben einen Bibelvers gepostet, geschweige denn öffentlich gesagt: Ich stehe auf Gottes Seite. Furchtbar.
Deswegen erwartet bitte von mir nicht, dass ich das irgendwie ernst nehme. Ich kenne die Serien, die man schaut. Ich versuche noch zu verstehen, worum es in den Computerspielen geht, die gespielt werden. Was ich sehe, sind junge Menschen, die sich auf der einen Seite Christen nennen und auf der anderen Seite ein oberflächliches Leben führen, das oft genug von Gräueln und Sünden gekennzeichnet ist.
Und das lässt bei mir tatsächlich die Frage offen: Sind es wirklich bekehrte Leute, oder ist das nur so ein äußerer Schein, so eine Frömmigkeit nach außen hin? Und das macht mir richtig Angst. Ich habe Angst davor, dass hier ein Glaube bekannt wird, der nicht echt ist.
Jesus selbst spricht das Thema an. Er sagt in Lukas 8,13, im Sämannsgleichnis für die, die sich schon ein bisschen in der Bibel auskennen, dass das Wort Gottes ausgestreut wird und auf unterschiedlichen Boden fällt. Und der Boden, auf den das Wort fällt, das sind unsere Herzen. Das ist unsere Bereitschaft, das Wort zu nehmen und zu tun.
Dann sagt er hier in Lukas 8,13: „Die aber auf dem Felsen sind die, welche, wenn sie hören, das Wort mit Freuden aufnehmen; und diese haben keine Wurzel, für eine Zeit glauben sie, und in der Zeit der Versuchung fallen sie ab.“
Geschätzt, eigene Schätzung, nicht repräsentativ: Sechzig Prozent der Leute, die sich als Jugendliche bekehren, sind Mitte zwanzig nicht mehr dabei. Das ist meine persönliche Schätzung in meinem engeren Umfeld. Menschen bekehren sich, sind hip dabei, und sie glauben für eine Zeit. Und dann heißt es hier: In der Zeit der Versuchung fallen sie ab.
Es ist ein Zeitglaube. Es ist ein Glaube, der nicht tief geht. Es ist ein Glaube, der sich emotional an Gott bindet, aber nicht intellektuell. Nicht mit der ganzen Tiefe meiner Persönlichkeit und meiner Seele.

Warnung vor äußerer Religiosität

Erweckung – die Zeit ist reif, weil ich viel davon in unseren Gemeinden sehe. Und manchmal habe ich Angst.
In Matthäus 7, am Ende der Bergpredigt, ab Vers 21, gibt es für mich vielleicht die gruseligste Szene im gesamten Neuen Testament. Es ist nicht der Moment, wenn Jesus wiederkommt und vor Harmagedon diese Armee plattmacht. Das ist auch gruselig, wenn Menschen bei lebendigem Leib anfangen zu verrotten. Aber wirklich gruselig ist das, was hier steht.
Wenn ich weiß, ich stehe auf der anderen Seite, wenn ich weiß, ich stehe gegen Gott, und ich erlebe Gott dann als den, der er ist, dann muss ich sagen: Okay, ich habe mich falsch positioniert. Das ist eine Sache. Wie gruselig ist es aber, wenn ich die ganze Zeit denke, ich stehe auf der richtigen Seite? Ich habe es, ich bin dabei, ich habe mein Ticket in den Himmel. Und dann stehe ich vor Jesus und sage: Ich würde gern mein Ticket einlösen. Und Jesus sagt: Die Tickets hier nehmen wir nicht. Damit kommst du hier nicht rein. Das ist das falsche Ticket.
 Matthäus 7,21: Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. Viele – bitte, viele, unterstreicht euch dieses kleine Wörtchen viele – da steht nicht: Na ja, zwei oder drei werden sich irren. Das steht hier nicht. Hier steht: Viele. Hunderte, Tausende, wahrscheinlich Millionen werden sich irren. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan?
Sie haben Erfahrungen gesammelt, und sie haben auf die Erfahrungen gesetzt. Und sie dachten: Weil wir bestimmte Erfahrungen, religiöse Erfahrungen, machen, deswegen sind wir dabei. Und Jesus muss sagen: Wisst ihr, Erfahrungen, die können von überall herkommen. Mir geht es um etwas anderes.
Vers 23: Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt.
Ich frage dich: Du bist heute hier auf einem Jugendtag. Ich frage dich ganz persönlich: Weißt du, dass Jesus dich kennt? Selbst wenn du schon zehn, fünfzehn Jahre in Gemeinde bist, selbst wenn du getauft bist und aus einer christlichen Familie kommst, selbst wenn du in der Band spielst oder da hinten hinter irgendeinem Tisch sitzt, wenn du in der Vorbereitung dabei warst – darf ich dir diese Frage stellen? Bist du sicher? Bist du ganz sicher, dass Jesus dich kennt?
Denn es wird viele geben, die stehen oben vor Gott und sagen: Ich möchte rein. Und Jesus wird sagen: Ich kenne dich nicht. Hatten wir wirklich jene Beziehung? Ging es dir wirklich je um mich? War ich wirklich in deinem Leben das Wichtigste? Ist dieses Herr, Herr nur so ein Geplapper, so eine Floskel? Hast du dich bekehrt, wie man Facebook-Freunde einfach annimmt und sagt: Ja, klick, einer mehr? Ist das deine Beziehung zu Jesus? Gefällt mir?
Oder geht diese Beziehung so tief, dass du sagen kannst: Nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt lebe, lebe ich im Glauben! Ist das deine Beziehung?
Wenn du dir nicht sicher bist: Du hast überall diese Typen mit den roten Schildern, geh hin! Und wenn du einer bist mit einem roten Schild und es nicht weißt, dann komm zu mir! Aber lass uns darüber reden, dass keiner hier weggeht und am Ende vor Gott steht und Gott sagt: Sag mal, ich weiß gar nicht, was du hier machst. Du warst doch in Rot dabei. Du hast den Text doch ausgelegt bekommen. Was soll ich denn mehr machen, als dir den Text zu zeigen, den ich habe aufschreiben lassen für solche Typen?
Und das, was wir hier für einzelne Leute haben, das gilt für ganze Gemeinden. Schlag mit mir bitte die Offenbarung auf, Offenbarung Kapitel 3. Ich denke, es ist eine gute Beschreibung für das, was wir heutzutage in Gemeinden erleben.

Der Zustand vieler Gemeinden

Zumindest ist es das, was ich sehe, und vielleicht sehe ich da ein bisschen zu schwarz. Es gibt ganze Gemeinden, die bereits unbrauchbar sind, wo kaum mehr jemand zum Glauben kommt, wo wir noch ein bisschen biologische Evolution, Quatsch, nicht Evolution, biologische Evangelisation betreiben: einfach viele Kinder kriegen, und da werden schon welche gläubig werden, und dann wird die Gemeinde schon wachsen. Gemeinden, die denken, alles sei in Ordnung. In Wirklichkeit ist aber überhaupt nichts in Ordnung.
 Offenbarung 3, da lesen wir ab Vers 15 das Sendschreiben an Laodizea. Ja, ich weiß, wir wären alle gerne Philadelphia, sind wir aber nicht, das ist das Problem. Da heißt es: Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Du bist unbrauchbar, man kann dich nicht zum Kühlen verwenden und nicht zum Kochen. Ach, dass du kalt oder heiß wärest, dass du für irgendetwas brauchbar wärest. Also, weil du lau bist und weder heiß noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Mund. Weil du sagst: Ich bin reich, und ich bin reich geworden, und brauche nichts, und nicht weißt, dass du der Elende und Bemitleidenswerte und arm und blind und bloß bist, rate ich dir, von mir im Feuer geläutertes Gold zu kaufen.
Und dann heißt es weiter unten, am Ende von Vers 19: Sei nun eifrig und tu Buße. Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an. Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an. Und man nimmt das gern als evangelistischen Vers: Jesus steht an deiner Tür von deinem Herzchen und klopft an, tu ihm doch auf. Das kannst du machen. Evangelisten verwursteln jeden Vers in der Bibel fürs Evangelium, das ist so. Was es aber meint, ist etwas ganz anderes.
Hier steht Jesus vor einer Gemeinde und sagt: Tu mir auf. Ihr feiert Gottesdienst, ihr meint, ihr habt alles, aber ich bin draußen. Ich bin gar nicht mehr in eurer Mitte. Ihr habt eine Form von Religiosität geschaffen, die ohne mich auskommt. Ihr braucht mich gar nicht mehr. Ihr könnt Lieder singen, Predigten hören, ihr könnt alles machen, was zum Gemeindealltag dazugehört, ohne mich. Und ihr fühlt euch gut dabei. Und ihr merkt gar nicht, dass ich euch nicht mehr gebrauchen kann.

Der Auftrag der Gemeinde und die Notwendigkeit von Umkehr

Wir brauchen Erweckung in Deutschland, weil die Zeit reif ist. Weil wirklich wenig evangelisiert wird. Und ich wüsste nicht, wer von uns, wenn ich in einer Situation stecken würde.
Stell dir vor, du fährst nach Hause. Es ist ein bisschen nass draußen. Vor dir sind Motorradfahrer, und der Motorradfahrer vor dir kommt ins Schlingern und knallt seitwärts rein, nicht in die Leitplanke, sondern gegen einen fetten Baum.
Du bremst sofort, rennst hin, siehst, der liegt ein bisschen komisch da. Ja, es läuft ein bisschen Blut aus seinem Mund. Du merkst, er macht es nicht mehr lange. Du machst das Visier auf, und er keucht dich an und sagt: Was ist das Evangelium? Was sagst du ihm? Du hast dreißig Sekunden. Was sagst du ihm?
Die meisten Christen in Deutschland wüssten überhaupt nicht, was sie sagen sollen. Die Zeit ist einfach reif. Sie ist reif für etwas ganz Neues. Sie ist reif für eine Qualität von Christsein, die sich überhaupt nicht mehr vergleichen lässt mit dem, was wir haben. Die Zeit ist reif, weil Gott uns entweder erweckt oder er wird uns richten. Das heißt in 1. Petrus 4,17.
Ein Einschub: Die Skripte zu den Predigten gibt es ab heute Abend auf Frogwords auf der Startseite. Das heißt, wenn du irgendeinen Vers nachschauen willst, irgendeinen Gedanken noch einmal, nicht jeder Exkurs ist da drin, aber wenn du das Grobe noch einmal lesen möchtest, die Skripte wird es ab heute Abend auf frogwords.de auf der Startseite geben, wenn ihr da noch einmal nacharbeiten wollt.
 1. Petrus 4,17: Denn die Zeit ist gekommen, dass das Gericht anfange beim Haus Gottes.
Kannst du das glauben? Gott beginnt sein Gericht bei dir. Im Alten Testament ist uns das völlig klar. Die Israeliten werden immer und immer und immer wieder gerichtet. Bei den Israeliten ist völlig klar, was in Galater 6,7 steht: Wir ernten, was wir säen, also ausstreuen. Wer Sünde sät, der wird tatsächlich Gericht ernten.
Und ich sage euch, dass ich den Eindruck habe, genau das passiert im Moment. Schaut in unser Land hinein. Ich, und vielleicht ist das in Berlin ein Stück härter noch als bei euch, das weiß ich nicht. Aber ich erlebe Gemeinde Gottes als angefochtene Gemeinde. Ich merke, dass Krankheiten zunehmen, dass seelische Störungen zunehmen, dass immer weniger Kinder aus christlichen Familien zum Glauben finden. Überhaupt finden nur noch wenig Menschen zum Glauben. Ich sehe, dass Ehen, christliche Ehen, zerbrechen.
Ich bin erschrocken darüber, und es ist mir letztes Jahr so klar geworden, als Hans Peter Reuer gestorben ist. Ich weiß nicht, wie es euch ging, Sommer letzten Jahres. Ich merke, wie Gott Vorbilder, die wir ganz dringend brauchen, wir haben nicht so viele in Deutschland, wie er sie einfach wegnimmt. Ich merke, wie in den Medien in immer schrilleren Tönen gegen Gemeinde Gottes geredet wird.
Und vielleicht geht das an euch vorbei, weil ihr noch nicht so Zeitung lest und noch nicht so völlig interessiert seid. Aber im Moment beschimpft man Leute wie mich als Fundamentalisten, als ewiggestrige Mittelalter, Mittelalter, Mittelalter, Mittelalter.
Du musst dir mal etwas gönnen. Komm doch mal nach Berlin, wenn wir den Marsch für das Leben haben. Es ist eine Stunde, in der wir nur mit tausend weißen Kreuzen durch Berlin laufen und darauf hinweisen, wie viele Kinder jedes Jahr abgetrieben werden. Es ist ein Schweigemarsch, weil wir trauern wollen für Kinder, die nie haben leben dürfen in einem Land, das unsagbar reich ist.
Es ist ein Schweigemarsch, und du hast links und rechts Leute, die mit Trillerpfeifen stören und dir Parolen zuschmeißen, wo es heißt: Hätt Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben.
Gönn dir das eine Stunde, und du weißt, in welchem Land du lebst. Vielleicht hast du das bei dir auf deinem kleinen Dorf, egal wo du herkommst, ja nicht so. Aber gib dir das. Im Internet findest du im September den Termin. Komm nach Berlin und geh eine Stunde, wenigstens eine Stunde in diesem Jahr, durch die Hauptstadt und lass dich beschimpfen. Nimm eine Stunde echtes Leid auf dich, um zu verstehen, was es heißt, für etwas zu stehen, was es heißt, ein klein bisschen verfolgt zu werden, was es heißt, dass tatsächlich Gottes schützende Hand dabei ist, wegzuziehen, und der Druck Stück für Stück zunimmt.
Ich sehe das. Und ich sehe Christen, wie sie schlafen und schlafen und schlafen, und gleichzeitig wird es dunkler und dunkler und dunkler. Und das Einzige, was uns überhaupt noch retten kann: Die meisten von euch haben keine Kinder. Möchtest du, dass deine Kinder in einem Land groß werden, wo man überhaupt noch gläubig sein darf?
Wenn mir jemand sagt: Jürgen, du musst mal an deine Rente denken, dann zeige ich euch ganz ehrlich, warum ich nicht so sehr an meine Rente denke. Wenn die Entwicklung halbwegs so weitergeht, wie es im Moment anläuft, dann werde ich wahrscheinlich sowieso umsonst auf Staatskosten untergebracht. Das macht man nämlich in totalitären Systemen mit denen, die sich nicht einordnen.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten von euch, was echte Verfolgung angeht, das noch erleben werdet. Ich hoffe es nicht. Ich bete dagegen. Ich bete jeden Tag für mein Land darum, dass Gott uns bewahrt vor dem Gröbsten. Aber ich glaube nicht daran. Ich glaube, dass genau das passiert, was wir immer und immer wieder in der Geschichte sehen. Wenn alle denken, es ist doch total kuschelig und schön, bricht plötzlich und fast ohne Vorwarnung die Verfolgung herein.
Wir brauchen Erweckung. Wir stehen schon unter Gericht, wir merken es nur nicht. Wir brauchen das, dass Gott uns errettet. Wir brauchen wirklich Buße, wir brauchen einen Neuanfang. Nicht nur, weil die Zeit reif ist, weil es das Einzige ist, was uns davor retten kann, gerichtet zu werden als Gemeinde, sondern auch, das ist mein dritter Punkt, weil wir einen Job zu erledigen haben.

Der eigentliche Auftrag und das Reich Gottes

Bist du dir darüber im Klaren, dass du einen Job zu erledigen hast? Weißt du, warum du hier bist? Weißt du, wonach Gott eines Tages beurteilen wird, ob du es gebracht hast? Was ist der eine Punkt, der zählt?
Der eine Punkt, der zählt, hört sich etwa so an: Der eine Auftrag, den wir haben, es sind ja nicht ewig viele, es ist irgendwie einer, relativ überschaubar. Da heißt es dann: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, indem ihr sie tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und sie lehrt, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe. Das ist unser Auftrag.
Wenn du irgendeinen Bodycount nimmst, das ist jetzt nur für die Leute, die so Schießspiele machen, wenn du sagst, irgendein Bodycount, der wirklich zählt, dann ist das am Ende die Frage: Wie viele Menschen hast du ganz persönlich das Evangelium erklärt? Und von denen, die sich da bekehrt haben, wie viele hast du auf ihrem Weg der Jüngerschaft begleitet? Das ist die einzige Frage, die zählt.
In Matthäus 6,33 wird das Prinzip so zusammengefasst. Da heißt es: Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit. Ganz simpel. Das ist das Ziel, das Gott uns gibt. Das ist das Prinzip, wonach wir leben sollen.
Und in Markus 16,15 wird das ganze Thema noch einmal ein bisschen kürzer und prägnanter zusammengefasst. Und er sprach zu ihnen: Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung. So einfach. Deswegen bist du da.
Es geht Gott nicht darum, tut mir leid, wenn ich jetzt irgendwelche Pläne zerstöre, es geht Gott nicht darum, dass du studierst. Es geht ihm nicht darum, dass du ein Haus baust, eine Familie gründest, ein schönes Hobby hast, einen tollen Urlaub oder diese vielen kleinen Gadgets, die dein Leben so lustig machen. Er will eine einzige Sache: Er möchte, dass du sein Reich baust, indem du das Evangelium predigst. Ganz simpel.
Und da wir das im Moment nicht tun, vielleicht bist du die eine Ausnahme, okay, aber im Großen und Ganzen tun wir es nicht, deswegen brauchen wir Erweckung. Wir brauchen erstens Erweckung, weil wir eingeschlafen sind. Zweitens brauchen wir Erweckung, weil wir nicht gerichtet werden wollen. Drittens brauchen wir Erweckung, weil wir sehen wollen, dass Menschen zum Glauben finden.

Die Würde Gottes und die Sehnsucht nach echter Hingabe

Und dann gibt es einen wirklich wichtigen letzten, vierten Punkt: Wir brauchen Erweckung, weil unser Herr sie verdient.
Ich habe vor kurzem überlegt, ob ich Gebetsbänkchen produziere. Ich stehe auf Gebet, und ich dachte mir: Man müsste, so wie es schicke iPhones gibt, quietschbunte Gebetsbänkchen produzieren, die jeder irgendwie gerne mitnimmt. Dann habe ich mir überlegt: Wenn ich so ein Gebetsbänkchen hätte, so ein quietschbuntes Ding, auf dem man sich auf den Boden knien und lange beten kann, was würde ich da oben draufschreiben? Da muss ja irgendwie ein Slogan drauf.
Und ich habe mir gedacht: Wenn ich einen Slogan auf meine Frogwords-Gebetsbänkchenlinie schreiben würde, dann würde der Slogan heißen: Ein Leben für ein Leben. Ein Leben für ein Leben. Jesus hat sein Leben gegeben, und ich gebe meins. Eigentlich ist Theologie immer ganz simpel: ein Leben für ein Leben. Das bedeutet nichts anderes als: Das Beste ist für unseren Herrn gerade gut genug.
Er hat für meine Sünde gelitten. Er ist dort für mich gestorben. Und er verdient einfach kein dummes, zweitklassiges, eingeschlafenes, langweiliges, bedeutungsloses Leben. Er verdient es einfach nicht. Solange ich mehr geben kann, möchte ich das tun. Und deshalb bete ich für Erweckung.
Ich bete für mich selber. Ich bete, dass ich voll werde, voll Heiligen Geistes, dass nichts in meinem Leben den Heiligen Geist irgendwie dämpft, dass ich dem Geist Gottes freien Raum lasse, mich zu leiten, mich zu kräftigen, mich immer wieder in Gottes Nähe hineinzuziehen, mich zu begaben, mich zu benutzen.
Ich bete, dass ich lerne zu beten, lerne zu beten und zu fasten, zu flehen, wirklich ein Gebetskämpfer zu werden. Ich möchte es dem Teufel und seinen bösen Engeln einfach nicht leicht machen. Ich möchte dagegenhalten, ich möchte stehenbleiben, wenn es wild wird. Ich möchte tatsächlich überwinden.
Ich bete dafür, dass mir Gottes Wort immer lieber wird, dass ich immer besser verstehe, was Gott mir zu sagen hat, immer mehr Bibelverse auswendig weiß, dass sie mich durchdringen, mich prägen, mich verändern, dass ich immer klarer verstehe, wie Gott denkt, und Gott selber immer ähnlicher werde in meinem Verhalten.
Ich bete, dass ich immer mehr Lust auf ihn habe, dass ich mich nicht zufrieden gebe mit dem, was ich schon habe, sondern dass ich einfach gierig bin. Ich zeige euch mal einen Vers, den ich sehr mag: 1. Petrus 2.
 1. Petrus 2, schaut euch den Vers an, der ist so schön. Da heißt es in 1. Petrus 2,1: Wirklich verstehen können das nur Leute, die schon mal ein Baby hatten. Aber ich glaube, alle, die schon mal ein Baby erlebt haben, das hungrig ist, so richtig hungrig, die wissen, worum es geht.
Da heißt es: Legt nun ab ... Vers 2: Seid wie neugeborene Kinder. Ist das cool? Seid wie neugeborene Kinder, begierig nach der vernünftigen, unverfälschten Milch. Und diese vernünftige, unverfälschte Milch: Kinder brauchen Milch, um zu wachsen. Und Petrus sagt: Sei begierig nach den Dingen, die dich geistlich wachsen lassen.
Wie begierig soll ich sein? Wenn du so einen kleinen Wurm hast und es ist nachts um zwei Uhr und dieser kleine Wurm wacht auf und er stellt fest: Magen leer, dann gibt es das Programm Magen leer, Geschrei an. Das passiert. Und ich garantiere dir: Wenn du nicht weißt, was es heißt, gierig zu sein, dann leih dir doch mal so einen kleinen aus. Der bringt dir bei, was es heißt, zu schreien, bis die Milch kommt. Und auch wirklich die Milch, das, was er kennt, das will er haben. Das ist Gier.
Und jetzt kommt Petrus und sagt: Sei wie so ein kleines Kind, echt gierig! Gib dich nicht mit irgendwelchen Halbheiten zufrieden, nicht mit so einem Christsein, wo du sagst: Okay, homöopathische Dosen an Bibel und Gebet, gerade so, dass man nicht verhungert. Man ist so ein bisschen schwindsüchtig drauf im Geistlichen, man ist irgendwie so abgemagert, gerade so viel, dass man nicht vom Glauben abmagert.
Und hier kommt, wo es also ... Wenn ihr euch da hinten bei Deborah mal das Kind anschaut, also das ist der mit den dicken Backen, da steckt dahinter die Lebenseinstellung, die man sich wünscht für jeden Christen. Wo Petrus sagt: Sei begierig. Ich will Milch, ich will mehr. Was ist das, was mich dazu treibt, mehr von Gott zu wollen?
Vers 3: Wenn ihr wirklich geschmeckt habt, dass der Herr gütig ist.

Selbstverleugnung, Nachfolge und das Kreuz

Ich möchte, dafür bete ich, Gottes Güte schmecken. Ich will sie schmecken, ich will Gott genießen, und ich will alles dafür tun, damit ich ihm näher komme, ihn besser verstehe und dichter an ihm dran bin.
Und ich bete dafür, dass Gott mir dabei hilft, mich selbst nicht zu verwirklichen. Es ist komisch, wenn ich das so sage, aber das ist wahrscheinlich die große Gefahr, in der wir stehen. Wir sind so unendlich begabt. Du hast Begabungen und Talente für drei Leben, und das reicht nicht, denn du bist begabt für die Ewigkeit.
Und die große Gefahr, in der wir stehen, ist, dass wir diese Gaben und Talente hier auf dieser Erde für uns einsetzen, dass wir hier unser Leben leben als solche, die ihr Leben gewinnen wollen. Dazu sagt Jesus in Lukas 9,23: „Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst.“
Unser Herr verdient ein Leben, das Nein sagt zur Selbstverwirklichung und Ja sagt zu ihm. Du kannst alles, was du dir wünschst, in der Ewigkeit nachholen. Es wird keinen Genuss geben, auf den du hier verzichtest, den du nicht doppelt und dreifach in der Ewigkeit nachholen kannst.
Nur hier auf dieser Erde ist ein Leben für Gott ein Leben, das davon zehrt, dass wir Lukas 9,23 und 24 verstehen: „Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst.“ Du wirst nicht alles machen können, was an Begabungen in dir steckt. Er verleugne sich selbst. Er nehme sein Kreuz auf täglich. Und das heißt nichts anderes, als dass ich mich für tot erkläre.
Wenn du jemanden siehst, der ein Kreuz trägt, dann ist der in damaliger Zeit quasi auf dem Weg mit diesem Querbalken zu seiner Hinrichtungsstätte. Wenn du den gefragt hättest: „Sag mal, wie willst du deinen nächsten Urlaub planen?“, dann hätte der geantwortet: „Ich bin tot. Übermorgen spätestens. Viel länger geht das nicht. Ich bin tot.“
Und jetzt sagt Jesus: Ich möchte, dass du dich auf dieser Welt für jemanden hältst, der sein Kreuz trägt, der in der Einstellung zu diesem Leben sagt: Hier bin ich eigentlich tot. Ich erwarte nichts von diesem Leben. Ich lasse mich gar nicht auf den Gedanken ein, dass dieses Leben mir groß etwas geben könnte. Ich weiß doch, dass die Zeit begrenzt ist. Ich habe ein paar Jahre, ihr habt vielleicht noch ein bisschen mehr, aber unterm Strich: Was ist es denn?
Ich sage euch: Wenn ihr 50 werdet – ich bin noch nicht ganz da, aber fast –, werdet ihr erstaunt zurückschauen und sagen: Oh, ist das aber schnell vorbeigegangen.
Und jetzt kommt Jesus und sagt: Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren. Das ist ganz einfach. Wenn du dein Leben gewinnen willst, wenn du es retten willst, wirst du es verlieren. Wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten. Versteht ihr? Ein Leben für ein Leben, das ist ganz einfach.
Jesus gibt sein Leben, hat keine Familie gegründet, keine Karriere gemacht. Wir lesen nichts von Urlaub auf den Malediven. Er hat sein Leben investiert in ein einziges Ziel: Ich bin hier, um den Willen des Vaters zu tun, und ich rette eine ganze Welt.
Und mit demselben Auftrag schickt er uns los und sagt: Ich möchte, dass du genau so denkst. Dass du mir den ersten Platz in deinem Leben gibst und dass du dich um meine Ziele drehst. Und dass du dir die Frage stellst: Wie kann ich mit meinen Gaben und Talenten, mit meiner Zeit und meinem Geld, mit dem, was ich darstelle, mit den Connections, die ich habe, wie kann ich damit Reich Gottes bauen?
Und wo das passiert, passiert tatsächlich Erweckung. Wir brauchen Erweckung, weil der Herr es verdient.

Gottes Wirken und die menschliche Vorbereitung

So und jetzt noch ein letzter Clou, und der lautet: Du kannst Erweckung nicht machen. Das ist der Clou.
Also auf der einen Seite: Ich bete darum, seit über einem Jahr, dass Gott mein Herz erweckt. Ich bete darum, dass Gott meine Gemeinde erweckt. Ich bete darum, dass Gott Erweckung nach Deutschland, vor allem nach Berlin, schickt. Und ich weiß: Ich kann Erweckung nicht machen. Erweckung ist immer in der Bibel Gottes Sache.
Was ich machen kann, ist, dass ich bestimmte Randbedingungen schaffe, wenn man so will, Voraussetzungen. Aber mir nicht. Es ist ein bisschen wie mit dem Wecker da oben. Ich finde den Wecker so schön. Du kannst dich nicht selber aufwecken, ist dir das schon mal aufgefallen? Du kannst natürlich hoffen, rechtzeitig aufzuwachen. Aber du kannst nicht sagen: Um 5.45 Uhr wecke ich mich auf. Wer das öfter probiert, wird, als er will, um 9.00 Uhr aufwachen und feststellen, dass es nicht klappt.
Aber was du machen kannst, ist: Du kannst dir einen Wecker stellen. Das heißt, wir können Erweckung nicht machen, aber wir können uns geistlich gesehen einen Wecker stellen. Wir können die Randbedingungen schaffen, die Voraussetzungen schaffen, die dafür sorgen, dass Gott unser Herz erweckt.
Und das wollen wir uns heute Nachmittag anschauen, was das ist, in den nächsten beiden Vorträgen. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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