
Weherufe gegen Schriftgelehrte und Pharisäer – Teil 12
Jesu Leben und Lehre | Episode 742
Matthäus 23,35-3824.08.2026
Serie•Teil 9 / 10Weherufe gegen Schriftgelehrte und Pharisäer
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Gericht über die Verwerfung der göttlichen Boten
Gott wird Mensch
Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist
Episode 742
Weherufe gegen Schriftgelehrte und Pharisäer, Teil zwölf
Matthäus 23, die Verse fünfunddreißig und sechsunddreißig
Damit über euch kommt alles gerechte Blut, das auf der Erde vergossen wurde, von dem Blut Abels des Gerechten bis zu dem Blut Zecharias, des Sohnes Berechias, den ihr zwischen dem Tempel und dem Altar ermordet habt. Wahrlich, ich sage euch: Dies alles wird über dieses Geschlecht kommen.
Jesus warnt seine Zuhörer, weil sie sich mit den Prophetenmördern des Alten Testaments eins machen und ihre Gottlosigkeit noch dadurch unterstreichen, dass sie auch in der Zukunft die Boten Gottes verfolgen werden. Deshalb wird das Blut aller Märtyrer über sie kommen.
Bei dem Begriff „Blut“ geht es natürlich nicht um die Flüssigkeit, sondern um die Blutschuld. Ein ermordeter Gerechter ist vor Gott nicht einfach verschwunden, vielmehr schreit sein Blut zu Gott. So wie bei Kain und Abel, 1. Mose 4,10: Und er sprach: „Was hast du getan? Horch, das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden her!“
Natürlich ist auch dieses Schreien nur ein Bild. Es steht dafür, dass Gott den Mord nicht vergisst und für das Töten vom Täter Rechenschaft fordert. Wenn also alles gerechte Blut, das auf der Erde vergossen wurde, über die Schriftgelehrten und Pharisäer kommt und damit über das Volk, denn die theologische Elite steht hier nur stellvertretend für alle Juden, dann spricht Jesus von Gericht.
Gott wird diese Generation von Juden mit äußerster Härte bestrafen. Und warum? Weil sie Gottes höchste Offenbarung in Jesus und in seinen Boten verworfen haben.
Wir kennen den Gedanken schon. Matthäus 12,41-42: Männer von Ninive werden aufstehen im Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen, denn sie taten Buße auf die Predigt Jonas, und siehe, mehr als Jona ist hier. Eine Königin des Südens wird auftreten im Gericht mit diesem Geschlecht und wird es verdammen, denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören, und siehe, mehr als Salomo ist hier.
Vor ihnen steht der, der mehr ist als Jona und mehr ist als Salomo. Vor ihnen steht die Weisheit Gottes in Person, und vor ihnen steht die ultimative Warnung vor dem Gericht. Aber sie lernen nicht von ihm, und sie hören nicht auf ihn. Damit bringen sie das Fass des Zorns endgültig zum Überlaufen.
Die Klage über die verweigerte Sammlung
Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und die zu dir Gesandten steinigst: Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt.
Jetzt ändert sich der Ton Jesu. Aus Weherufen und Gerichtsdrohung wird Klage. Jesus trauert über Jerusalem. Und die doppelte Anrede drückt Schmerz und Betroffenheit aus. Natürlich geht es dabei nicht um die Stadt, sondern um ihre Bewohner. Sie sind es, die die Propheten töten und die Boten Gottes steinigen. Dort, wo der Tempel Gottes steht, wo das Zentrum der Gottesverehrung sein sollte, kommt es zum größten Frevel. Dort, wo Gottes Wort am klarsten verkündigt werden sollte, werden die von Gott gesandten Prediger umgebracht.
Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen? Jesus schaut zurück, betrachtet die Geschichte Israels und nimmt eine göttliche Perspektive ein. Und er sagt: Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen. Nicht Gott, er spricht von sich als von dem, der sein Volk retten wollte. Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel. Ein ganz starkes Bild, das Schutz, Nähe, Wärme, Sammlung und vor allem Rettung vor Gefahr transportiert. Und natürlich ist auch dieses Bild direkt aus dem Alten Testament entlehnt.
Psalm 17,8-9 Bewahre mich wie den Augapfel, verbirg mich im Schatten deiner Flügel vor den Gottlosen, die mich zerstören, meinen Todfeinden, die mich umzingeln.
Psalm 57,2 Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig, denn bei dir birgt sich meine Seele; im Schatten deiner Flügel berge ich mich, bis vorübergezogen das Verderben.
Ruth 2,12 Der Herr vergelte dir deinen Lohn, und dein Lohn möge ein voller sein von dem Herrn, dem Gott Israels, zu dem du gekommen bist, um dich unter seinen Flügeln zu bergen.
Gott ist für die Seinen ein Zufluchtsort, bei dem sie sich bergen können. Die Propheten warnen vor dem Gericht, damit sich die Kinder Jerusalems bei Gott bergen. Aber sie wollen nicht. Ihr habt nicht gewollt.
Hier trifft Gottes Barmherzigkeit über Jahrhunderte hinweg auf menschliche Verantwortung und menschliches Nichtwollen. Diese Klage offenbart das Herz Jesu hinter den Weherufen. Er wollte Jerusalem nicht zerstören, sondern sammeln. Er wollte retten, weil Gott ein Gott der Rettungen ist. Aber ihr habt nicht gewollt, das ist das traurige Fazit: Ihr habt nicht gewollt.
Das verlassene Heiligtum und seine Bedeutung
Matthäus 23,38 Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen, das ist die Konsequenz. Jerusalem wollte sich nicht vom Herrn Jesus sammeln lassen, und darum wird euer Haus öde gelassen.
Der Begriff Haus kann dabei den Tempel oder das Volk bezeichnen. Matthäus 21,13 Und er spricht zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus wird ein Bethaus genannt werden; ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle. Matthäus 15,24 Er aber antwortete und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
In der Parallelstelle in Lukas 13 habe ich mich bei der Auslegung von Haus für das Volk entschieden. Dort hieß es: Euer Haus wird euch überlassen. Lukas betont stärker, dass Jerusalem, also seine Einwohner, sich selbst und den Folgen ihrer Verweigerung überlassen werden. Matthäus legt den Schwerpunkt nicht so sehr auf den Vorgang, sondern auf das Ergebnis. Das Haus ist verlassen, leer, preisgegeben.
Dabei sind Sprache und Bild alttestamentlich. Jeremia 12,7 Ich habe mein Haus verlassen, mein Erbteil verstoßen, ich habe den Liebling meiner Seele in die Hand seiner Feinde gegeben.
Das öde Haus, von dem Jesus hier spricht, ist der von Gott verlassene Tempel. Es ist schon lange nicht mehr Gottes Tempel, deshalb formuliert Jesus: „euer Haus“. Aber es kommt noch schlimmer: Gott selbst wird sich daraus zurückziehen, und er wird einen neuen Tempel errichten, einen Tempel aus Menschen, die Gemeinde. Dort will er durch seinen Geist wohnen, in Jerusalem.
Bleiben dann nur Steine zurück. Und egal, wie viele Tiere noch geschlachtet werden, egal, wie viel Räucherwerk noch verbrannt wird, egal, wie viele Feste noch gefeiert werden: Gott ist nicht mehr da. Der Tempel ist nur eine leere Hülle, der Gottesdienst nur eigenwillige Frömmigkeit. Religiöser Betrieb ist eben kein Ersatz für Gottes Gegenwart.
Schlussgedanken und geistliche Anwendung
Was könntest du jetzt tun? Denke darüber nach, ob es in deinem Leben Bereiche gibt, in denen du nicht auf Gott hören willst. Sei nicht überrascht, wenn dem so ist.
Das war’s für heute. Wenn du jung im Glauben bist, lies deine Bibel regelmäßig durch. Lerne die Sprache und den roten Faden kennen.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.
Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.
