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Ein unpolitischer Messias

Jesu Leben und Lehre, Teil 533/696
28.02.2025Lukas 13,1-3
SERIE - Teil 533 / 696Jesu Leben und Lehre

Einführung in die Thematik und historische Einordnung

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 532: Ein unpolitischer Messias

Tu Buße, solange noch Zeit ist. Das war in etwa die Aussage der letzten Episode. Als wäre das nicht schon klar genug, wird Jesus mit Bezug auf ein historisches Ereignis jetzt sogar noch deutlicher.

 Lukas 13,1: Zu dieser Zeit waren aber einige zugegen, die ihm von den Galiläern berichteten, deren Blut Pilatus mit ihren Schlachtopfern vermischt hatte.

Wir wissen nicht mehr über dieses Ereignis als das, was hier steht. Übergriffe der Besatzungstruppen, Aufstände und die mit ihrer Niederschlagung verbundenen Toten waren für die Zeit und die Gegend völlig normal.

Bei dem Ereignis, das hier erwähnt wird, scheint es sich um ein noch nicht lange zurückliegendes Massaker zu handeln, bei dem Pilatus galiläische Pilger hatte töten lassen. Es klingt danach, als hätte der römische Statthalter hier „Menschen und Tiere umbringen lassen“. Mehr können wir nicht sagen, außer natürlich, dass wir davon ausgehen dürfen, dass Jesus davon wusste. Er kam ja aus Galiläa.

Es kann deshalb gut sein, dass er von den ermordeten Pilgern sogar jemanden persönlich kannte. Wir dürfen nicht vergessen, dass sein Vater ein Handwerker war und wohl auch Jesus einige Jahre als solcher gearbeitet hat.

Jedenfalls fragen die Einwohner von Nazareth: „Ist dieser nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria?“

Jesus’ Haltung zur Politik und weltlichen Sorgen

Aber zurück zu dem Blutbad, das Pilatus angerichtet hat. Jesus benutzt das Beispiel römischer Grausamkeit für eine geistliche Reflexion. Vielleicht sollten wir daran denken, wenn wir uns das nächste Mal über Politiker aufregen.

Jesus hat hier und an keiner anderen Stelle viel für Politik übrig. Er ist ein gutes Vorbild dafür, was es heißt, in der Welt zu leben, aber nicht von der Welt zu sein. Wir wissen ja schon, dass wir uns keine Sorgen um Nahrung und Kleidung machen sollen – wie viel weniger dann um Politik.

Wenn Gott dir eine Tür öffnet, wie er das bei Daniel getan hat, dann nutze sie und werde Berufspolitiker. Aber wenn er das nicht tut, dann tue in deinem Umfeld so viel Gutes wie möglich. Dazu sind wir berufen.

Dass wir uns jedoch irre und kirre machen lassen von dem, was so alles politisch gerade abgeht – sorry, ich bin da raus. Ich frage mich auch, ob das Interesse an Politik nicht in letzter Konsequenz ganz stark von dem Wunsch nach Sicherheit getrieben wird oder vom Wunsch, den eigenen Lebensstandard zu behalten. Und merkt ihr, da sind wir ja schon wieder beim Sorgen machen – und vielleicht sogar bei der Habsucht.

Mir ist da Psychohygiene, vor allem aber meine Beziehung zu Gott, wichtiger. Ich will ja werden wie Jesus, und der ist völlig unpolitisch. Und das in einer Zeit, in der man völlig zu Recht auf Missstände hätte hinweisen können.

Das, was Pilatus hier getan hat, war voll daneben, aber anscheinend kann Jesus das einfach hinnehmen. Ich finde das sehr interessant und versuche, auf dieselbe Weise zu leben.

Für alle anderen nur ein Tipp: Investiert nie mehr Zeit in politische YouTube-Videos, Zeitungsartikel oder Nachrichten, als ihr ins Gebet investiert. Verbringt mindestens so viel Zeit mit Gott und seinem Wort, wie ihr damit verbringt, euch mit Informationen zu füttern, die so gut wie keinen geistlichen Nährwert haben.

Gefahren der politischen Informationsflut für Christen

Mein Eindruck von Christen, die sich intensiv mit politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen beschäftigen – insbesondere jene, die sich in Foren aufhalten und viel Videomaterial konsumieren – ist folgender: Sie verlieren sich darin. Ihr Denken wird immer radikaler und seltsamer. Das tut ihrer Psyche nicht gut, und sie werden weniger brauchbar für Gottes Reich.

Wer in seiner Echokammer gefangen ist, neigt eher zum Wahn als zur Wahrheit.

Wir müssen uns bewusst machen, dass wir nicht für die Menge an Informationen gemacht sind, die wir theoretisch jeden Tag konsumieren können. Außerdem sind wir nicht für die Designstrategien moderner Plattformen geschaffen. Diese schlagen dem Nutzer immer relevantere und oft auch extremere Inhalte vor, um gezielt sein Verhalten zu manipulieren und ihn durch Dopaminhacking an sich zu binden.

Ich selbst bin für so etwas anfällig, deshalb lasse ich die Finger davon.

In der Ewigkeit wird mich niemand danach fragen, was ich von der amerikanischen Außenpolitik oder dem deutschen Finanzminister halte. Passen wir also gut darauf auf, dass wir uns heute mit den wirklich wichtigen Dingen beschäftigen. Und das sind geistliche beziehungsweise himmlische Themen.

Himmlische Perspektive als Lebensausrichtung

 Kolosser 3,2-3: Sinnt auf das, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist. Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott.

Ich bin mit dem Christus gestorben. Diese Welt betrifft mich nur noch am Rande. Was zählt, ist: Sinnt auf das, was droben ist.

Wir sind diejenigen, die nicht das Sichtbare, sondern das Unsichtbare, also das Ewige, im Blick haben. Und ewig sind bestimmt nicht die Streitthemen deutscher Politik.

Denken wir in diesem Zusammenhang auch daran, dass wir nicht fürchten sollen, was diese Welt fürchtet. Das gilt, wie wir vor kurzem gesehen haben, für Verfolgung. Aber es gilt natürlich noch mehr für Dinge wie Inflation, Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot oder Altersarmut.

Wenn wir etwas fürchten sollen, dann bitte Gott. Den Gott, bei dem wir unsere Sorgen abgeben dürfen und bei dem wir innerlich zur Ruhe kommen.

Geistliche Lektion aus politischer Grausamkeit

Aber zurück zu Jesus. Er nutzt die Reflexion über politische Grausamkeit für eine geistliche Lektion. In Lukas 13,2 antwortet er: „Meint ihr, dass diese Galiläer vor allen Galiläern Sünder waren, weil sie dies erlitten haben?“

Eine spannende Frage, oder? Warum hat es gerade diese Leute getroffen? Kann das so etwas wie Karma sein? Waren sie schlimmere Sünder als andere Galiläer? Hat Gott sie durch Pilatus bestraft, um an ihnen ein Exempel zu statuieren?

Die Frage mag gerechtfertigt erscheinen, doch die Idee dahinter wird von Jesus verworfen. In Lukas 13,3 sagt er: „Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.“

Die Galiläer sind also nicht deshalb umgekommen, weil sie besonders sündhaft gelebt haben. In einer nichtigen Welt bildet der Erfolg eines Menschen nicht seinen Stand vor Gott ab. Unglück trifft jeden.

Diese Unparteilichkeit des Schicksals ist fast ein Beleg für die Nichtigkeit und Kaputtheit dieser Welt. So heißt es im Prediger 8,14: „Es gibt etwas Nichtiges, das auf Erden geschieht. Da sind Gerechte, denen es nach dem Tun der Ungerechten ergeht, und da sind Ungerechte, denen es nach dem Tun der Gerechten ergeht. Ich sagte, auch das ist Nichtigkeit.“

Ebenso in Prediger 7,15: „Das alles habe ich gesehen in den Tagen meiner Nichtigkeit. Da ist ein Gerechter, der bei seiner Gerechtigkeit umkommt. Und da ist ein Ungerechter, der bei seiner Bosheit seine Tage verlängert.“

Merkt ihr, dieses Leben ist nicht fair. Die Zuhörer Jesu werden nicht verstehen, warum wem was geschieht. Aber eines dürfen sie wissen: Wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.

Mehr dazu in der nächsten Episode.

Abschlussgedanken und persönlicher Appell

Was könntest du jetzt tun? Überlege, wie viel Zeit du mit unnützen Gedanken und dem Sammeln unnützer Informationen verbringst.

Das war's für heute. Bete doch um Segen für meinen Minijobber. Ohne ihn hätte ich für diesen Podcast viel weniger Zeit.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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