Generierte Mitschrift
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Begrüßung, Gebet und Hinführung
Ich denke, wir fangen ruhig an. Es ist viel vor, und es kann wahrscheinlich noch jemand dazukommen. Na gut.
Gut, ihr Lieben, ich begrüße euch. Es ist noch vor elf Uhr, wir fangen einfach schon mal an. Lasst euch nicht dadurch stören, dass dann noch welche nachkommen. Die Gruppe wird hinterher noch größer. Schön, dass ihr da seid.
Ich hoffe, ihr seid schon durch die vielen guten Steaks ermutigt worden, die ihr essen konntet. Ihr seid jetzt in einem Seminar, das, wie ich finde, auch sehr herausfordernd ist. Ich bin dankbar, dass ihr da seid. Wir wollen heute über ein Thema sprechen, das in der theologischen Welt sehr umstritten ist. Ich hoffe, dass Gott sein Wort gebraucht, um euch zu ermutigen und euch zu bestärken in eurem Lebenslauf als Christen.
Lasst uns zu Beginn beten.
Herr, wir danken dir, dass du mit uns bist. Herr, du liebst uns so sehr, dass du sogar deinen eigenen Sohn für uns dahingegeben hast. Ja, du hast ihn nicht verschont, sondern ihn für uns am Kreuz hingegeben, sodass wir, die wir jetzt an dich glauben, errettet sind. Wie herrlich ist das, dass wir in Christus sind!
Herr, und wenn wir auch heute über dieses Thema sprechen, dieses Ausharren in unserem Glauben, hilf uns durch deinen Geist, dass du uns dein Wort erklärst. Schenke mir, dass ich in deiner Weisheit spreche, unter der Autorität deines Wortes, sodass du ermutigst, dass du tröstest und da, wo es erforderlich ist, auch ermahnst.
Herr, wir bitten dich, dass wir hier nach diesem Seminar rausgehen und dich, Christus, mehr lieben, eine größere Dankbarkeit verspüren für das, wer du bist. Und so loben und preisen wir dich in unserer Mitte, in Jesu Namen. Amen.
Amen.
Ihr seht im Skript, dass ich euch eine ganze Menge Bibelstellen an die Hand gegeben habe, und ich habe euch auch die Struktur so als Outline in dem Sinne gegeben. Ich mache das ganz bewusst, weil ich weiß, dass man in einem Seminar nicht immer alles sofort aufnehmen kann. Aber ihr habt die Möglichkeit, euch auch ein paar Stichworte zu machen. Ihr könnt es im Nachhinein auch noch mal in Ruhe anhören.
Aber mein Ziel ist, dass wir die Nase tief in die Bibel stecken, um zu sehen, was Gott in seinem Wort zu diesem sehr herausfordernden Thema sagt. Und ich möchte zu Beginn als Ausgangstext den ersten Korintherbrief nehmen. Wer die Kraft dazu hat, darf gerne noch mal aufstehen, damit wir gemeinsam lesen: den ersten Korintherbrief, Kapitel neun, und dort die Verse dreiundzwanzig bis siebenundzwanzig. Dort, 1. Korinther 9,23-27. So hört das Wort Gottes:
Dies aber tue ich um des Evangeliums willen, um an ihm teilzuhaben. Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur einer den Preis erlangt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt. Jeder aber, der sich am Wettkampf beteiligt, ist in allem enthaltsam. Jene, um einen vergänglichen Siegeskranz zu empfangen, wir aber einen unvergänglichen. So laufe nun nicht ich aufs Ungewisse, ich führe meinen Faustkampf nicht mit bloßen Luftstreichen, sondern ich bezwinge meinen Leib und beherrsche ihn, damit ich nicht anderen verkündige und selbst verwerflich werde.
Amen. Setzt euch gerne.
Der Ausgangstext und seine innere Einheit
Vielleicht als kurze Eingangsanmerkung: Dass ich hier den Vers 23 dazugenommen habe, hat seinen Grund darin, dass er mit den Versen 24 bis 27 eine Einheit bildet. Ihr seht ja manchmal, dass die Herausgeber der Bibel Überschriften geben. Das ist an dieser Stelle nicht ganz so glücklich. Denn wenn ihr mal in Vers 23 reinschaut, dann seht ihr: Dies aber tue ich um des Evangeliums willen, um an ihm teilzuhaben. Teilhaben heißt letztlich, errettet zu sein. Ganz am Ende dieses Abschnitts, in Vers 27, steht dann: damit ich nicht selbst ... Manche übersetzen „verwerflich werde“, besser übersetzt heißt es „disqualifiziert werde“.
Am Anfang geht also die Klammer auf: Paulus sagt, ich möchte letztlich an der Errettung teilhaben. Und am Ende sagt er: Ich möchte auch nicht disqualifiziert werden. Seht ihr, wie die Klammer erst aufgeht und dann wieder zugeht? Das ist ein logischer Abschnitt, den Gott uns hier gibt.
Starten möchte ich mit einer Illustration. Und zwar habe ich das in einer Zeitung gefunden. Dort stand geschrieben: John Steven Aquari ist ein ehemaliger Marathonläufer aus Tansania. Er vertrat sein Heimatland Tansania im Marathon bei den Olympischen Sommerspielen 1968 in Mexiko-Stadt. Fünfundsiebzig Sportler gingen an den Start des Marathons über zweiundvierzig Kilometer. Ungefähr bei Kilometer neunzehn der Rennstrecke kam es zwischen einigen anderen Läufern zu einem Gerangel um die bessere Position. John wurde dabei zu Fall gebracht. Bei diesem Sturz zog er sich eine schwere Knieverletzung zu.
Er ließ sich notdürftig bandagieren und setzte das Rennen auf den Straßen von Mexiko-Stadt fort. Als er nach weiteren gut 22 Kilometern das Olympiastadion schließlich erreichte, war der Sieger schon seit über einer Stunde und fünf Minuten im Ziel. Als John unter starken Schmerzen in das Stadion hineinhumpelte, ertönte eine Sirene, die anzeigte, dass der letzte Läufer das Stadion erreicht hatte. Sehr langsam, mehr humpelnd als laufend, absolvierte er die letzte Runde. Die verbliebenen Zuschauer applaudierten, standen auf und applaudierten ihm als dem letzten Läufer.
Und als John dann die Ziellinie überquert hatte, fragte ein Reporter den erschöpften, aber frohen John: Du bist so schwer verletzt, warum hast du nicht aufgegeben? John Aquari antwortete ruhig und freudig: Mein Land Tansania hat mich nicht 8000 Kilometer nach Mexiko gesandt, um das Rennen nur zu starten, sondern um es auch zu beenden.
Verstehen wir die Botschaft dahinter? Wenn Gott uns durch seinen Sohn in diesen christlichen Lebenslauf hineingestellt hat, dann will er nicht nur, dass wir starten, sondern dass wir auch über die Ziellinie laufen. Das ist die Aussage dieser Illustration.
Spannungen, die beim Thema Ausharren zusammengehören
Und was wir heute in diesem Seminar besprechen wollen, ist bei diesem sehr herausfordernden Thema, dass wir über mehrere Spannungsverhältnisse sprechen wollen. Das ist ja ein Seminar, mit anderen Worten: Ihr dürft euch auch gerne beteiligen. Wenn jemand ein besonderes Anliegen hat, eine Frage zu stellen, darf er das gerne machen. Wenn ich meine Brille aufsetze, sehe ich das wahrscheinlich auch.
Aber wir haben ja die Möglichkeit der Kommunikation. Wir können einen Dialog führen. Ihr habt die Einladung dazu. Wir können auch schauen, ob wir danach noch nach dem Seminar ein bisschen Zeit haben. Vielleicht gibt es auch noch Zeit für sonstige Fragen. Aber ich möchte einfach nur einladen, dass wir da gemeinsam jetzt in das Wort reinschauen und über dieses doch herausfordernde Thema sprechen.
Das eine Spannungsverhältnis, das ich ansprechen möchte, ist dieses Spannungsverhältnis zwischen der Souveränität Gottes und, ihr kennt wahrscheinlich das, was jetzt kommen muss, den Menschen gibt es ja auch noch. Wie nennt man das? Großes Thema: freier Wille, Verantwortung. Aber letztlich hast du recht, freiwillig kommt da mit rein. Aber es geht in erster Linie dann um die Verantwortung. Das ist das eine Spannungsverhältnis, das wir uns angucken wollen.
Das ist wie eine Medaille, die zwei Seiten hat. Auf der einen Seite: Ja, Gott ist souverän. Auf der anderen Seite der Medaille: Der Mensch hat eine Verantwortung. Wir kennen das auch von der sogenannten Doppelnatur von unserem Herrn Jesus Christus. Er ist einerseits vollkommen Gott, andererseits ist er auch vollkommen Mensch. Und so sehen wir, dass es Spannungsverhältnisse gibt in der Bibel, die wir aushalten müssen, wo es zwei Wahrheiten gibt, die nebeneinander stehen. Man darf weder die eine Seite überbetonen noch die andere Seite, sondern man muss sie beide zur Geltung bringen. Sie müssen in einer Harmonie stehen.
Die Souveränität Gottes und die Verantwortung des Menschen sind keine Feinde, das sind Freunde. Sie ergänzen sich. Das sind sogenannte Parallelwahrheiten.
Neben diesem Spannungsverhältnis von Souveränität Gottes und Verantwortung des Menschen gibt es ein weiteres Spannungsverhältnis, über das ich sprechen möchte. Kennt ihr vielleicht dieses: schon jetzt, aber wisst ihr, was kommt? Noch nicht, aber noch nicht. Man könnte auch sagen: ganz oder vollkommen.
Ein Beispiel, ich glaube, das habt ihr im Skript auch. Haben wir noch Skripte, ist die Frage, wo liegen die? Ah, gebt die ruhig durch. Wer braucht noch eins, der zeigt auf, und dann kommt da noch ein Skript hin.
Wir haben also zum Beispiel den Epheserbrief, Epheser 2, und dort habe ich euch die Verse 5 und 8 gegeben. Dort steht: Gott hat uns, die wir tot waren durch die Übertretungen, mit dem Christus lebendig gemacht. Aus Gnade seid ihr errettet. Vers 8: Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es.
Hier sehen wir, wie dieses „schon jetzt“ an der Stelle betont wird, weil wir sind schon jetzt errettet. Wir sind schon jetzt geistlich lebendig gemacht, diejenigen, die ein neues Herz haben, die ihr Vertrauen in Christus gesetzt haben, die Buße getan haben. Da sagt Paulus hier, er spricht von dem Heil, und er spricht von dem Heil als etwas, was schon passiert ist. Seht ihr das?
Allerdings gibt es im Neuen Testament auch viele andere Stellen, wo Gott über das Heil spricht als etwas, was noch kommt, was noch in der Zukunft liegt. Zum Beispiel hat Jesus Christus hier auf Erden gesagt, und das sagt uns Matthäus in 10,22, das habt ihr auch im Skript: „Und ihr werdet von jedermann gehasst sein um meines Namens willen. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.“ Seht ihr hier, wie Gott durch seinen Sohn Jesus Christus davon spricht: Ihr müsst ausharren, denn ihr werdet ja noch errettet. Das ist etwas, was noch in der Zukunft liegt.
Das ist dieses: Ja, es ist schon etwas passiert, aber es ist noch nicht ganz vollkommen. Das heißt, wir haben hier dieses Spannungsverhältnis zwischen dem schon jetzt, aber noch nicht ganz. Schon jetzt ist Jesus Christus gekommen. Er hat schon jetzt ein perfektes Leben geführt. Er hat sich die Krone der Gerechtigkeit schon erarbeitet, und er ist schon gestorben am Kreuz, er ist schon begraben worden, er ist schon auferstanden, er ist schon in den Himmel gefahren, und er regiert schon jetzt. Aber er ist noch nicht wiedergekommen, das zweite Mal. Das kommt noch.
Das ist also das eine Spannungsverhältnis, das wir ansprechen werden bei diesem Thema des Ausharrens im Glauben.
Dann gibt es ein weiteres Spannungsverhältnis, das in der Tat sehr spannend ist, und dort haben wir Verheißungen und Warnungen. Das heißt, Gott lehrt uns in seinem Wort. Wir haben ganz viele Verheißungen von ihm, andererseits aber auch viele Warnungen.
Eine wunderbare Verheißung habt ihr hier in Philipper 1,6. Kam direkt im Rahmen dieser Konferenz in der ersten Predigt. Dort steht in Philipper 1,6: Wer in euch ein gutes Werk, also das Werk der Rettung, angefangen hat, der wird es vollenden. Ist das eine herrliche Zusage? Gott sagt: Ich habe in meiner Treue etwas in meinem Sohn angefangen, und ich werde es vollenden. Und diese Verheißung Gottes ist hundertprozentig sicher.
Aber vielleicht ist auch der eine oder andere da, hier sogar, der sagt: Ja, aber wie ist das denn mit meiner Sehnsucht nach Gott, mit meinem Ausharren im Glauben? Werde ich denn ausharren im Glauben an Christus? Wie ist das mit meiner Sehnsucht nach Gott in Christus? Wird das bleiben bis zum Ende? Gott sagt: Ich habe dir eine Verheißung gegeben, und zwar in meinem Sohn ist jede Verheißung ein Ja, steht geschrieben.
Jetzt haben wir aber doch bei uns in diesem Seminartext und auf vielen anderen Stellen das Stehen. Ihr seht das in Vers 24: Ja, wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur einer den Preis erlangt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt. Paulus sagt: Lauft, dass ihr den Preis erlangt.
Ja, was ist denn, wenn wir aufhören zu laufen? Endgültig. Ja, dann kriegen wir den Preis nicht. Ja, aber wir haben doch die Verheißung. Ja, wir haben die Verheißung, und wir haben Warnungen. Wir haben ein Spannungsverhältnis, in dem die Verheißungen stehen, mit der Warnung. Und im Rahmen dieses Seminars möchte ich mit euch darauf eingehen: Wie funktioniert das? Wie klappt das in diesem Verhältnis von Verheißungen und Warnungen? Insbesondere: Welche Funktion haben Warnungen im Neuen Testament? Das ist die entscheidende Frage.
Warum sollen wir Christen also überhaupt noch laufen? Warum sollten wir weiter glauben? Warum sollten wir weiter in der Sehnsucht nach Gott wachsen? Der Punkt ist: Warum warnt Gott uns hier dann noch an dieser Stelle, im 1. Korinther 9 oder auch an vielen anderen Stellen?
Die Antwort ist die folgende: Diese Warnungen, die Gott uns gibt, benutzt Gott als ein Mittel, um seine Verheißungen zu erfüllen. Das fasst im Grunde das ganze Seminar zusammen. Was ist die Funktion von Warnungen? Gott gebraucht alle seine Warnungen, um sie als ein Mittel seiner Gnade einzusetzen, dass alle seine Verheißungen in Erfüllung gehen. Und das ist eine ganz wunderbare, gute, frohe Botschaft.
Warum wir laufen und was das Ziel ist
Wir wollen uns, nachdem wir diese Einleitung gemacht haben, nun mit folgenden drei Fragen beschäftigen.
Erste Frage: Warum laufen wir? Also: Was ist überhaupt das Ziel des Laufens?
Zweite Frage: Was ist die Basis für unser Laufen? Was ist unser Fundament, auf dem wir unser christliches Leben führen?
Und dritte Frage: Wie sollen wir laufen? Wie sollst du, wie soll ich, wie sollen wir in unserem christlichen Leben laufen?
Erste Frage also: Warum, warum laufen wir? Gläubige, was ist das Ziel unseres Laufs? Warum läufst du?
Das Ziel ist letzten Endes die ewige Gemeinschaft mit Gott. Wir lesen in Versen 24 und 25: Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur einer den Preis erlangt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt! Jeder aber, der sich am Wettkampf beteiligt, ist in allem enthaltsam, jene, um einen vergänglichen Siegeskranz zu empfangen, wir aber einen unvergänglichen.
Sehen wir hier, worauf Gott durch Paulus hinaus will? Er will auf einen Preis hinaus. Und was ist dieser Preis? Das ist eine ganz entscheidende Frage. Hast du dich das schon gefragt, was dieser Preis sein könnte? Dafür ist es ganz wichtig, dass wir die ganze Bibel nehmen, denn hier gibt es viele unterschiedliche Auffassungen.
Manche sagen zum Beispiel, das sei ja nur eine bloße Belohnung. Wenn man gut gelaufen ist, bekommt man eine Belohnung, das habe aber nichts mit dem ewigen Leben zu tun. Das ist eine Auffassung.
Ich möchte euch dafür gewinnen, dass wir schauen: Was sagt Gott durch Paulus? Und da sagt Gott hier ganz eindeutig, dass es letztlich um das ewige Leben geht. Es geht in unserem Lebenslauf um nichts weniger, als dass wir um diese Krone, um diesen Siegeskranz, laufen.
Wir dürfen hierbei eine Sache sehen: Hier steht ja, dass nur einer den Preis gewinnt. Das ist dem Hintergrund geschuldet, in dem das stattfand. Dort gab es eben auch diese Spiele, Wettkämpfe und Wettläufe, damals auch zur Zeit des Paulus. Und tatsächlich war es da so, dass dann wirklich nur einer, nämlich der Schnellste in dem Moment, den Siegeskranz bekam.
Das ist aber anders im christlichen Leben. Paulus benutzt das nur als eine Metapher. Im christlichen Leben ist es so, dass jeder Gläubige an diesem Rennen teilnimmt. Und wenn er denn wirklich glaubt und durch Gottes Gnade sowie seine Verheißungen und Warnungen das Ziel erreicht, dann wird er auch eine Krone bekommen.
Der Punkt, auf den ich hinaus will, ist folgender: Wir wollen hier nicht einfach nur abstrakte Theologie machen. Ich möchte dich gerne fragen: Bist du schon in diesem Lebenslauf, in diesem Marathonlauf des christlichen Lebens?
Es reicht nicht, dass beispielsweise mein Kind, und davon habe ich sechs, meint: Ja, Papa, ich glaube dir an Jesus. Wenn ich mit meinem Jonathan spreche, dann sage ich: Jonathan, was glaubst du? Papa, Mama glauben das, aber jetzt frage ich dich, Jonathan: Was glaubst du? Wer ist Jesus Christus?
Und das möchte ich auch euch fragen: Was glaubst du, wer Jesus Christus ist? Es geht um deinen ganz persönlichen Glauben. Und wenn du das von Herzen bejahen kannst, dass er dein Herr ist, dein Erlöser, der für dich ans Kreuz gegangen und auferstanden ist, dann sei dir vergewissert: Dann bist du ein Gotteskind. Und dann darfst du gerade wegen dieser ganzen Spannungsverhältnisse Heilsgewissheit haben.
Das ist ja letztlich das, was immer bei diesem Thema hochkommt: Ja, was ist denn jetzt richtig? Werde ich ausharren in meinem Glauben, in meiner Sehnsucht nach Gott?
Ein weiterer Aspekt ist der folgende: Dieses Rennen, das die Läufer damals getan haben, und wir sehen es ja auch in der Eingangsliteratur-Illustration, da gibt es manchmal Hauen und Stechen, ein Gerangel um die beste Position. Das ist bei unserem Lauf als Christen hoffentlich anders.
Wie ist das denn, wenn wir in der lokalen Gemeinde dieses christliche Leben gemeinsam leben und einer kommt ins Straucheln? Dann halten wir sogar an und helfen ihm, zu Recht, wir helfen ihm auf. Das heißt: Dieser christliche Lebenslauf, von dem Paulus hier spricht, ist nicht ein egoistisches „Ich muss der Erste sein“. Sondern in deinem Rennen, wo du am Ende tatsächlich eine Krone bekommst, sollst du mehr und mehr christusähnlicher werden. Und die Interessen des anderen höher achten als deine eigenen.
Tue ich mich manchmal schwer damit? Ja. Aber ich möchte euch ermutigen, dass ihr gerade diesen christlichen Lebenslauf als etwas seht, in dem wir gemeinsam in der Heiligung wachsen. Dieser christliche Lebenslauf ist ein Heiligungsprojekt, das wir in der Gemeinschaft führen. Das heißt, wir wollen aufeinander Acht geben.
Deswegen sagt uns der Schreiber des Hebräerbriefes in Hebräer 3,12: Habt Acht, ihr Brüder, und ich ergänze ebenfalls: ihr Schwestern, dass nicht in einem von euch ein böses, ungläubiges Herz sei, das im Begriff ist, von dem lebendigen Gott abzufallen.
Wenn ihr euch den Hebräerbrief anschaut, hat er zu diesem Thema, dem Ausharren im Glauben, ganz viel zu sagen. Da sind ganz, ganz viele Warnungen drin. Kurzer Hinweis am Rande: Wenn ihr den Hebräerbrief lest, lest ihn als einen Brief, einen gesamten Brief, der im Kontext steht. Und wenn ihr das tut, dann lest die ganzen Verheißungen, die darin stehen, und auch die ganzen Warnungen, insbesondere die Warnungen, die in die Zukunft gerichtet sind.
Und Gott warnt durch den Schreiber des Hebräerbriefes: Wenn ihr das und das macht, dann würde das und das passieren. Das ist nicht etwas, das nach innen in sich hineinguckt, sodass der Schreiber des Hebräerbriefes angeblich sagen würde, wie es teilweise behauptet wird: Hey, ihr Hebräer, schaut in euch hinein, prüft euch, ob ihr im Glauben seid. Das ist nicht das, was der Schreiber des Hebräerbriefes da sagt.
In der Eingangsillustration: Wenn der Läufer läuft und er ist hingefallen, er ist bandagiert, er humpelt, und dann ruft jemand hinein, dann ruft er nicht: John, bist du überhaupt im Rennen? Bist du überhaupt ein Läufer? Das ist offensichtlich, er ist doch gestartet. Die Frage ist: Wirst du ausharren?
Das heißt, dann kommen Verheißungen, die ihm zugerufen werden. Da werden Warnungen ausgesprochen, die nach vorne gerichtet sind. Lauf weiter, John, denn wenn du nicht weiterläufst und endgültig aus dem Rennen aussteigst, dann kommst du nicht ins Ziel. Seht ihr das? Die Warnungen, die auch im Hebräerbrief stehen, sind Warnungen, die nach vorne gerichtet sind.
Exkurs vorbei.
Wir sehen, dass Gott uns hier etwas von einem Preis sagt. Und was ist dieser unvergängliche Siegeskranz? Das ist tatsächlich letztlich das ewige Leben.
Vers 27: Dort steht: Ich bezwinge meinen Leib und beherrsche ihn, damit ich nicht anderen verkündige und selbst disqualifiziert werde. Dieses Wort, das hier mit disqualifiziert übersetzt wird, ist ein Wort, das Paulus noch einmal verwendet. Und zwar verwendet er es in 2. Korinther 13,5. Dort verweist er erst einmal darauf hin, dass wir aufpassen müssen, dass, wenn wir meinen, dass wir stehen, wir nicht fallen. Also da geht er schon auf das Thema Stolz ein.
Aber jetzt kommt Paulus: Wenn ich das Gebot, im Glauben zu laufen, auszuharren, nicht beherzige, wenn ich also den Impulsen der in mir wohnenden Sünde ständig nachgebe und mein Leben damit durch Glaubensungehorsam charakterisiert ist, dann könnte ich am Ende meines Lebenslaufs von dem Richter des Rennens die Worte hören: disqualifiziert. Aber du hast die Rennbahn des Glaubens und der Evangeliumsverkündigung endgültig verlassen.
Dann würde Gott also in einer Rückbetrachtung sagen, wenn das denn so wäre: Paulus, ja, du hast am Rennen teilgenommen, du bist gelaufen. Aber du hast das Evangelium und die Verkündigung des Evangeliums, dieses Rennen, endgültig aufgegeben. Du bist nie ein echter Teilnehmer des Rennens gewesen. Du bist also danach nie ein Gläubiger gewesen, wo Jesus dann sagen würde: Du bist disqualifiziert, weiche von mir.
Das sind natürlich harte Worte, wie es wäre, wenn er denn disqualifiziert werden würde. Versteht ihr? Am Anfang hat er gesagt, in Vers 23: damit ich am Evangelium teilhabe. Das alles tue ich. Ich werde den Juden ein Jude, den, die unter dem Gesetz stehen, werde ich einer, der unter dem Gesetz ist. Und er sagt: Ich habe eigentlich alle Freiheitsrechte. Es fing ja alles an mit dem Götzenopferfleisch. Er sagt: Ich habe alle Rechte. Aber wisst ihr was? Ich verzichte darauf, damit ich nicht ein Hindernis bin für das Evangelium, das ich verkündige und an dem ich letztlich teilhaben möchte. Und ich möchte nicht disqualifiziert werden.
Dass Paulus hier mit diesem Wort disqualifiziert in Vers 27 tatsächlich meint, dass Ungläubige vom ewigen Leben ausgeschlossen sind, ergibt sich daraus, dass er in seinem zweiten Brief an die Korinther das noch einmal erwähnt, dieses Wort. Und so habt ihr das im Skript: Das ist 2. Korinther 13,5. Schaut mal rein. Dort steht: Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben seid; stellt euch selbst auf die Probe, oder erkennt ihr euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist, es sei denn, dass ihr disqualifiziert werdet.
Das ist dasselbe griechische Wort, wie wir es bei uns haben, in Vers 27. Das heißt: Disqualifiziert zu sein bedeutet, dass Jesus Christus nicht in dir ist.
Zur Klarstellung, damit keiner hier am Ende des Seminars rausgeht und sagt: Markus hat behauptet, Paulus wäre nicht gläubig gewesen. Nein, Paulus nimmt das nur an der Illustration. Er sagt: Wenn ich denn endgültig aus dem Rennen aussteigen würde, ja, dann würde ich am Ende disqualifiziert sein am Tag des Herrn.
Aber ich darf euch vergewissern: Alle, die wir an Christus glauben, wir werden mit Paulus im Himmel sein. Amen.
Paulus sagt hier in Philipper 3,12: „Nicht, dass ich es schon erlangt hätte oder schon vollendet wäre; ich jage aber danach, dass ich auch das ergreife, wofür ich von Christus Jesus ergriffen worden bin.“
Sehen wir da dieses „schon jetzt“? Ich bin schon von Christus ergriffen worden. Er hat sich schon für mich hingegeben, er hat mich schon geistlich lebendig gemacht. Ich bin schon durch Gottes Gnade errettet, ich bin schon in Christus von Gott ergriffen worden.
Das heißt: Paulus rennt hier um sein ewiges Leben. Er fordert nicht nur diejenigen auf, die ihm zuhören. Er sagt: Ihr lieben Zuhörer, ich verkündige euch das nicht nur, ich renne auch, und ich renne weiter. Warum? Weil ich ein Ziel vor Augen habe. Ich will einen Preis haben, ich will daran teilhaben, ich will nicht disqualifiziert werden, ich will diesen Siegeskranz.
Das heißt: Paulus rennt um sein ewiges Leben. Er rennt, er bewahrt seinen Glauben bis zum Ende, damit am Tag des Herrn ihm der Siegeskranz des ewigen Lebens überreicht wird. Und da hat Paulus Heilsgewissheit, er ist sich sicher.
Der Preis des Laufes und die Gewissheit der Hoffnung
Und jetzt gibt uns Paulus hier im Text noch zwei Beispiele. Das erste Beispiel aus dem Leben der Gläubigen in Korinth ist dieser Preis des Himmels. Seht ihr das in Vers 24? Da steht: Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur einer den Preis erlangt?
Den Preis. Darum rennt er. Und dieses griechische Wort gibt es wiederum auch in Philipper 3,14. Dort steht: Ich jage auf das Ziel zu, den Preis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.
Also sowohl in unserem Vers 24 als auch hier im Philipperbrief dasselbe Wort. Aber bei diesem Preis steht dann noch dahinter im Philipperbrief: den Preis der himmlischen Berufung. Seht ihr, dass es nicht nur um eine Belohnung geht? Es geht um das ewige Leben. Es geht um den Preis der himmlischen Berufung.
Das heißt: Wenn Paulus uns in Vers 24 in unserem Seminartext in 1. Korinther 9 zuruft: Lauft so, dass ihr ihn erlangt, dann geht es um nichts mehr und nichts weniger als um das ewige Heil. Es geht um das ewige Leben.
Und das wird verstärkt durch das zweite Beispiel aus dem Leben der Korinther in Vers 25, wo er von dem unvergänglichen Siegeskranz spricht. Und hier ist 2. Timotheus 4,7-8 so wunderbar. Das habt ihr auch im Skript. Lasst uns das mal gemeinsam lesen und genießen, was da steht.
Wenn du hier bist und sagst: Oh Mann, werde ich auch ausharren? Werde ich in meinem Glauben ausharren, in meiner Sehnsucht nach Gott? Hier ist die Antwort. Paulus schreibt das am Ende seines Lebens an seinen Zögling Timotheus. Und schaut mal, was da steht:
Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. Von nun an liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag zuerkennen wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung liebgewonnen haben.
Alles klar, danke.
Das heißt, wir sehen hier, dass Paulus von einer Krone spricht, von der Krone der Gerechtigkeit. Und das ist eine Krone, die ihm der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag zuerkennen wird. Seht ihr hier wieder das Spannungsverhältnis zwischen dem „schon jetzt, aber noch nicht vollendet“?
Paulus ist in das Rennen seines christlichen Lebens gekommen, weil Gott ihm ein neues Herz geschenkt hat. Er hat gegen die Gemeinde geschnaubt, er hat sie verfolgt bis in den Tod. Aber Gott ist ihm begegnet, er hat ihm ein neues Herz geschenkt, und seitdem verkündigt er das Evangelium. Das ist bei Paulus schon gewesen.
Aber die Krone der Gerechtigkeit, die hat er während seines Lebens nicht aufgehabt. Und so ist es mit uns auch. Das ist etwas, was noch kommt.
Und seht ihr hier auch am Ende von Vers 8, da steht doch etwas ganz Wunderbares für uns, für dich, für mich. Da steht nämlich: nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung liebgewonnen haben.
Weißt du, was das bedeutet? Hast du die Erscheinung Jesu Christi liebgewonnen? Ist er dir wertvoll? Freust du dich auf den Tag, wenn Jesus Christus wiederkommt? Ist das für dich eine Sehnsucht? Dann hast du ihn liebgewonnen, dann ist er von dir in deinem Herzen wertgeschätzt.
Das ist doch dieses große Thema, das wir bei dieser Konferenz haben. Ich frage dich: Liebst du Jesus? Willst du dein Leben für ihn hingeben?
Vielleicht sagst du jetzt: Ja, klar, Markus, will ich das. Aber manchmal habe ich auch schwache Momente. Ich darf dir sagen: Ich bin auch so. Auch ich habe schwache Momente, in denen ich in meinem Laufen mal schwach bin. Und dann neige ich tatsächlich dazu, meine Erfüllung und meine Sehnsucht in etwas zu stillen, das vielleicht an sich gut ist. Zum Beispiel in meiner geliebten Ehefrau Kathi.
Aber wenn meine Kathi oder meine Kinder oder irgendetwas anderes in dieser Welt wichtiger wird in meinem Herzen als Christus, dann habe ich ihn in dem Moment nicht so wertgeschätzt, wie es ihm eigentlich gebührt. Kennt ihr das in eurem Laufen im Leben? Ich glaube, ich bin nicht der Einzige im Raum, oder?
Und deswegen ist Heiligung ein Gemeinschaftsprojekt, dass wir uns zurufen: Harre aus, weil die Krone der Gerechtigkeit kommt. Jesus Christus kommt wieder. Er wird dich bewahren bis zum Ende, weil du die wunderbaren Verheißungen und die wunderbaren Warnungen hast. Und alles führt dazu, dass du deinen Jesus auch weiterhin wertschätzen wirst. Nicht perfekt, aber nachhaltig.
Und wenn wir diese Ziellinie überquert haben, dann wird unsere Sehnsucht vollkommen gestillt.
Rückfragen zur praktischen Bedeutung von Verheißung und Warnung
Was es zum Beispiel heißt, dass das Virus zu Ende bringt. Wir fühlen eher so, durch die ganzen Warnungen und wenn du dich daran hältst, wie du dich disqualifizierst, dass es ultimativ an ihnen hängt, dass sie zum Ziel ankommen und nicht wirklich praktisch verstehen können, was es denn jetzt heißt, wenn Jesus sagt, keine Mannschaft wird verloren gehen oder um Verheißung, um das Werk zu erledigen.
Was ist da konkret deine Frage? Wie man es praktisch fassen kann, diese Verheißung, was Gott da jetzt genau in einem Leben tut, weil die Person darauf denkt, ultimativ hängt es dann doch an mir, dass sich Gott so verändert hat.
Okay, haben wir das verstanden, war es laut genug?
Gerade in lokalen Gemeinden, gerade in der Seelsorge, die sagen: Ich weiß nicht, ob ich ausharren werde, ich weiß nicht, ob ich es schaffe. Was heißt das? Was muss ich denn machen, was muss ich denn beisteuern, und was wird Gott tun? Manche gehen sogar so weit, dass sie sagen: Okay, wenn Gott zumindest 51 % macht, dann brauche ich ja nur noch 49 %. Das ist dieses Spannungsverhältnis zwischen, in dem Fall, Souveränität Gottes und Verantwortung des Menschen.
Also erst einmal danke für die Frage. Ich glaube, wir müssen an der Stelle tief durchatmen, demütig bleiben und sagen: Ich habe es auch noch nicht vollkommen ergriffen. Ich weiß nur, ich habe einen Christus, der sagt, zum Beispiel in Johannes 17 in seinem hohenpriesterlichen Gebet: „Vater, die du mir gegeben hast, die habe ich bewahrt.“ Gott der Vater hat schon vor Grundlegung der Welt dem Sohn eine Braut geschenkt, die er bekommt, nachdem die Erlösungsgeschichte vollzogen ist.
Und wenn dann ein liebes Gotteskind zu mir kommt und sagt: Ja, aber ich weiß nicht, werde ich ausharren, werde ich dazugehören zu dieser Braut am Ende? Dann versuche ich sie dahin zu bringen zu sagen: Lies doch zum Beispiel mal Johannes 17. Dein Herr Jesus Christus, der liebt dich, der hat sich für dich hingegeben. Und wenn der Vater ihm, also dem Sohn, dich gegeben hat als Belohnung, meinst du, Jesus lässt sich die Wurst vom Brötchen nehmen? Du bist seine Braut!
Wenn dann die konkrete Nachfrage kommt: Ja, aber wie macht er das denn konkret? Nun, das ist seine Kraft, das ist seine Gnade, das ist seine Hingabe. Wenn wir da nur etwas verweilen können, dass Jesus Christus, obschon er der ewige Gott ist, es nicht für einen Raub hielt, seine göttlichen Rechte auszunutzen und zu gebrauchen, sondern sich dahingab bis in den Tod, ja bis in den Tod am Kreuz. Wo willst du einen größeren Liebesbeweis haben als dort am Kreuz?
Und er sagt: Mein liebes Schaf, du bist in der Hand des Vaters, Johannes 10, und du bist in meiner Hand, und niemand kann dich aus meiner Hand reißen, denn ich und der Vater sind eins.
Was habe ich jetzt letztlich gemacht? Ich habe versucht, dieser betroffenen Seele eine Verheißung zuzurufen. An der Stelle würde ich tatsächlich sehr zurückhaltend sein mit Warnungen auszusprechen. Du musst nur weiterlaufen, lauf, damit du den Preis gewinnst. Da gibt es andere Momente, wo wir das auch noch sagen dürfen. Aber in dem Moment, wo jemand kommt und sagt: Ich bin sehr saugfähig, so schwer belastet, ich habe Angst, dann komm an die Seite und sag: Lass uns doch mal gucken, was Gott dir verheißt. Und dann mit ihm in Johannes 10 gehen, Johannes 17. Das ist Balsam für die Seele.
Und dann auch abschließend mit Gebet: Lass uns das Gott jetzt bringen, dass er dir diese Heilsgewissheit gibt, denn der Heilige Geist ist doch in dir, und das, was er angefangen hat, das wird er auch vollenden.
Niemand wird sie aus meiner Hand reißen, aber wir lesen in ganz vielen Versen, dass es unser Wille ist, weiterzumachen. Kann es auch unser Wille sein, zu sagen: Okay, ich höre auf. Ich kann nicht mehr laufen. Der eigene Wille stellt sich gegen die Berufung, weiterzumachen.
Ja, das ist in der Tat möglich, aber du machst jetzt natürlich ein großes Fass auf, ne? Gehen wir mal ganz an den Anfang. Bevor wir wiedergeboren waren, wie war es denn da, als wir noch geistlich tot waren? Da lesen wir zum Beispiel durch den Apostel Paulus im Römerbrief: Sie können nicht Gott wohlgefallen, sie sind noch versklavt in der Macht der Sünde, Römer 7. Sie können nicht. Das heißt auch: Ich habe, bevor Gott mir ein neues Herz geschenkt hat, gegen Gott rebelliert, ich wollte nicht.
Aber als Gott mir ein neues Herz geschenkt hat und er meinen rebellischen Willen überwunden hat, Gott sei Dank, jetzt will ich und ich kann auch in Christus. Davon zu unterscheiden ist aber, dass wir Christen, obwohl wir Christen sind, manchmal dazu neigen, auch ich, ich will an meinem eigenen Weg. Wie ist es denn mit dem Willen? Das ist das, was Paulus uns zum Beispiel in Galater 5 sagt. Das ist so dieser Kampf des Heiligen Geistes in uns gegen diesen Willen, diese sündige Tendenz, die noch in uns ist.
Paulus sagt in Römer 7, da ist immer noch so diese Sünde, die in mir wohnt. Das sagt ein wiedergeborener Paulus an der Stelle. Das heißt, auch ich, wir alle haben Momente in unserem Leben, wo wir sagen: Ich will nicht. Ich will jetzt mal, dass es um mich geht. Also wenn ihr mich kennt, vielleicht etwas mehr kennen würdet, könnt ihr auch meine Kathi fragen: Ich kämpfe manchmal auch für mein eigenes Königreich. Und wenn ich das kämpfe, dann werde ich ungeduldig. Dann kriege ich nicht das, was ich will, besonders nicht zu dem Zeitpunkt, wo ich es will. Ich möchte es nämlich gerne besonders schnell haben. Ich neige dann manchmal zu Ungeduld.
In dem Moment will ich das nicht, aber dadurch, dass Gott sei Dank der Heilige Geist in mir ist, dass er regiert über die Macht der Sünde, kann ich in Christus mich wieder für ihn entscheiden. Und durch seine Verheißungen und seine Warnungen werde ich es auch tun. Aber es ist ein sehr herausforderndes Thema.
Also, ich glaube durchaus, dass wir auf der Grundlegung der Welt von Gott erwählt wurden. Und ich glaube, die Erwählten, die können nicht vom Glauben abfallen. Und trotzdem hat der Mensch die eigene Verantwortung, wirklich nach Gottes Willen zu tragen und auch danach zu leben.
Ich finde in der Philosophie unter anderem wird es ziemlich deutlich, dass immer wieder Paulus sagt: Durch Gottes Gnade sind wir zum Glauben gekommen, nicht weil wir Gott gebucht haben, weil wir so gut sind oder wie auch immer, sondern Gottes Gnade ist es, die uns das offenbart.
Ja, sehr gut, vielen Dank. Ich fasse es kurz zusammen: Der Bruder sagt, dass es doch gerade uns Gott im Epheserbrief gegeben ist, wie diese erwählende Gnade großgemacht wird, und wer erwählt ist, der kann nicht vom Glauben abfallen. Eine vollkommen richtige Aussage, ich möchte das noch einmal unterstreichen, denn es steht geschrieben in Epheser, Kapitel 1, Vers 4, wie er also Gott uns in ihm, also in Christus, auserwählt hat. Das ist das schon jetzt, das ist schon geschehen. Und zwar vor Grundlegung der Welt.
Und jetzt hört mal zwei Gründe beziehungsweise Ziele, warum denn: damit wir heilig und tadellos vor ihm sein. Mit anderen Worten: Gott hat in seiner Liebe seine Liebe vor Grundlegung der Welt auf bestimmte Menschen seines Wohlgefallens gesetzt. Das ist schon geschehen. Wozu? Das hat mehrere Ziele. Einer davon ist Heiligung. Und bei unserem Ausharren im Leben, in unserem Glaubenslauf, sollen wir ausharren, um auch dadurch heiliger zu werden. Das ist das Ziel, wozu uns Gott auserwählt hat.
Und dann steht da noch: In Liebe hat er uns vorherbestimmt. Auch wieder, dies schon jetzt, seht ihr das, dies hat, perfekt, er hat uns vorherbestimmt. Wozu denn? Zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus. Das heißt, diese Erwählung hat nicht nur den Zweck der Heiligung, sondern dass du durch die Heiligung in die Familie Gottes kommst. Wenn du in der Familie Gottes sein willst und musst nach der Erwählung, dann musst du Ähnlichkeit haben mit dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Seht ihr, wie die Erwählung keine abstrakte Theologie ist, sondern eine wunderbare Erlösungsgeschichte, die einfach anfängt vor Beginn der Welt. Weil ganz ehrlich: In mir ist nichts, gar nichts, was es wert wäre, dass ich hier ausharre im Glauben, dass ich überhaupt zum Glauben komme.
Ich frage dich: Erinnerst du dich manchmal noch daran, dass irgendwann in deinem Leben, irgendwann, irgendeine Veränderung war? Irgendwann hast du geschnallt, wer Jesus ist. Und das ist dir so kostbar geworden. Und je näher du da nachdenkst: Ja, aber warum habe ich mich denn irgendwann für Christus entschieden? Was war es denn? War das, weil ich, kleiner Markus, intelligenter war? Aber ich war wohl weiser als mein Nachbar, der nach wie vor nicht an Christus glaubt? Nein, es war nichts, was in mir war, zu dem Moment, wo Christus noch nicht in mir gelebt hat.
Aber in dem Moment, wo Gott uns ein neues Herz schenkt, ja, dann kommen wir unserer Verantwortung nach und treffen eine eigenverantwortliche, freie Entscheidung: Ich muss umkehren. Und ich möchte mein Vertrauen in Christus setzen. Das ist eine verantwortliche eigene Entscheidung. Wir sind keine Roboter. Gott hat uns als Menschen gemacht, die nach seinem Ebenbild gemacht sind. Dieser Verantwortung können und wollen wir aber erst dann nachkommen, wenn Gott uns ein neues Herz geschenkt hat, wenn er uns geistlich lebendig gemacht hat.
Und das führt letztlich dazu, dass wir mehr und mehr erkennen, diese Schönheit von Jesus Christus. Und je mehr wir ins Wort schauen, je mehr wir in der lokalen Gemeinde gemeinsam diesen christlichen Lauf machen, desto mehr haben wir Jesus lieb. Wir gehen durch viele Täler, wir gehen durch Höhen, aber letztlich dürfen wir uns immer wieder zurufen: Wir haben einen wunderbaren Herrn, und er ist unsere Sehnsucht.
Und das führt dann dazu, dass wir mehr und mehr erkennen, und insofern kommen wir jetzt zurück, dass wir mehr und mehr erkennen, dass wir hier eine Krone haben, einen unvergänglichen Siegeskranz, den wir bekommen werden, wenn der Herr Jesus Christus wiederkommt. Und dann werden wir die Worte hören: Recht so, du guter, treuer Knecht, du bist bis ans Ende gelaufen, du hast in deiner Sehnsucht nach Gott im Glauben ausgeharrt, geh ein zur Freude deines Herrn.
Oder du hörst hier als Bruder: Recht so, du guter, treuer Knecht, auch du bist bis zum Ende gelaufen, du hast im Glauben ausgeharrt, du hast in deiner Sehnsucht nach Gott ausgeharrt, geh ein zur Freude deines Herrn.
Willst du auch diese Worte von unserem Herrn Jesus hören? Wollt ihr das? Dann lauft, damit ihr den Preis erlangt.
Die Grundlage des Laufes in Gottes Handeln
Versteht ihr, wir waren gerade ganz viel in den Indikativen, ganz viel in dem, was Gott schon alles gemacht hat in Christus. Das fing schon vor Grundlegung der Welt an. Und er hat uns auserwählt, er hat uns berufen, mit seinem Evangelium hat er uns wirksam gerufen. Er schenkt uns ein neues Herz. Du hast dich bekehrt, du hast eine Entscheidung für ihn getroffen, du hast dein Vertrauen in Christus gesetzt, du hast Buße getan. Ah, das ist die Basis, das ist die Grundlage, das ist der zweite Punkt, den wir gerade hiermit schon vorgenommen haben. Das ist die Basis, auf der wir laufen, das ist der Indikativ, das ist das, was Gott schon in Christus gemacht hat. Es ist seine Gerechtigkeit, nicht unsere eigene.
Heute die Predigt von Rudi Thyssen, 1a Steilvorlage für dieses Seminar. Gott führt es so, dass wir in Christus laufen. Er ist es, der das wirkt. Er ist derjenige, der diese Sehnsucht in uns, weiterzulaufen, stärkt.
Ich stelle das bitte mal so vor: Wir laufen in diesem Lauf, und du schwächelst. Bei dem John Aquari war es eine Knieverletzung, bei uns sind es manchmal andere Schwachheiten. Aber wir neigen manchmal dazu, in unserem Herzen, dass wir uns zu sehr um uns selbst drehen. Dann verlangsamen wir das Tempo. Wir laufen dann auch gar nicht mehr in Richtung Christus, sondern auch ich neige manchmal dazu, sage ich, Christus, du bist wunderbar, aber weißt du was, das ist auch schön, und bewege mich ein bisschen dahin.
Was passiert in dem Moment in unserem Herzen? Wir versuchen, unsere Sehnsucht zu stillen in einer löchrigen Zisterne. Aber in dem Moment, wenn das passiert, dann dürft ihr euch gewiss sein, dass Gott in Christus durch den Heiligen Geist am Rande der Wegstrecke steht und sagt: Lauf weiter, ich bin bei dir! Jesus sagt: Ich habe mein Leben für dich hingegeben. Das darf dich motivieren, das darf dich befähigen, weiterzulaufen, weil ich auch an der Ziellinie stehe und dir die Krone der Gerechtigkeit, also die Krone des ewigen Lebens, geben will.
Und das ist das Fundament, auf dem wir laufen. Und das ist nun im Römischen II bei euch im Skript.
Was ist also die Basis? Die Basis ist das, wer Gott ist und was er in Christus schon getan hat. Die Basis ist das, was Christus verheißen hat. Die Basis ist das, was er noch tun wird, nämlich dass er wiederkommen wird. Das heißt, letztlich geht es vom Kontext her ständig um das Evangelium.
Habt ihr das gesehen, dass in dem Text, in dem wir sind, nämlich in 1. Korinther 9, da steht an ganz vielen Stellen das Evangelium? Zwar nicht unmittelbar in unserem Text, bis auf Vers 23, da steht: Ich tue dies aber um des Evangeliums willen. Dieses Wort Evangelium kommt auch schon vorher. In Vers 12 zum Beispiel, da steht am Ende: Damit wir dem Evangelium von Christus kein Hindernis bereiten. Vers 16: Denn wenn ich das Evangelium verkündige. Ihm geht es immer um das Evangelium.
Was ist das Evangelium? Das Evangelium ist die Person und das Werk Jesu Christi. Das Evangelium ist die frohe Botschaft davon, wer Christus ist und was er getan hat. Das ist das Evangelium. Das heißt, zuerst muss Gott immer handeln in Christus durch den Heiligen Geist, ja, dann können wir auch reagieren. Und das ist die Basis, die wir eben besprochen haben, als wir davon gesprochen haben, dass Gott uns schon in Christus erwählt, dass er uns wirksam beruft, dass er uns ein neues Herz schenkt und dass wir dann aus diesen neuen Herzen heraus, weil wir geistlich lebendig geworden sind, uns für Christus freiwillig, nämlich gemäß unserem neuen Willen in Christus, entscheiden.
Das ist also die Basis, aufgrund der Paulus dann ruft: Na ja, dann lauft doch, dann lauft doch weiter, wenn du doch weißt, dass das sein Fundament ist. Denn auch für uns, für mich und für jeden von uns hier gilt: Gott hat dich nicht nur in dieses Rennen hineingesetzt, damit du startest, sondern auch, damit du es beendest. Amen! Das ist so wichtig, dass wir das verstehen.
Wie der Lauf konkret aussieht
Also, wir haben uns angeschaut, warum wir überhaupt laufen, was die Basis dafür ist, und nun noch die Frage: Wie laufen wir denn nun?
Ich schaue gerade mal auf die Uhr, es ist viertel vor zwölf. Aber wir schauen uns das noch genauer an.
Der erste Punkt ist: Wie sollen wir denn laufen? Ja, laufe so, wie der Gewinner rennt. Das seht ihr in Vers 24. Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur einer den Preis erlangt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt!
Wir hatten das schon besprochen, dass es hier nicht darum geht, dass im christlichen Lebenslauf nur einer den Preis gewinnt, sondern jeder Christ, der im Lebenslauf ist, wird den Preis erhalten. Denn andernfalls würde ja das Wort unseres Herrn Jesus Christus in Johannes 14 gar keinen Sinn machen. Aber jedes Wort, das Jesus sagt, hat Sinn, und es ist die Wahrheit. Denn dort sagt er: Glaubt an Gott, glaubt an mich. Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen.
Der Punkt ist also: Lauft hier auch in Vers 24 von 1. Korinther so, wie der Gewinner rennt. Und wie rennt ein Gewinner? Ein Gewinner, der ist brennend im Geist, der ist nicht lau, sondern der gibt alles. Deswegen Paulus in Römer 12,11: Im Eifer lasst nicht nach, seid brennend im Geist.
Wie geht es uns damit heute? Wie geht es dir damit? Ich hoffe, du hast schon viel mitgenommen auf dieser Konferenz, dass du ermutigt bist, dass du neu gefüllt worden bist mit der Liebe Gottes für seinen Sohn.
Aber wie laufen wir denn? Laufen wir nicht manchmal auch so und geben nur das Nötigste? Ja, ja, wir laufen ja, aber muss das denn so schnell sein? Oder selbst wenn wir langsam laufen, muss das jetzt sein? Kann ich nicht auch jetzt gerne mal woanders hinlaufen?
Versteht ihr, wir dürfen uns ermutigen, nicht nur ein bisschen für Jesus zu geben, sondern tatsächlich ihm alles zu geben, weil wir ihm gehören, weil er uns liebt und weil wir ihn lieben. Und deswegen dürfen wir mit allem Eifer, mit allem Fleiß und auch mit aller Begeisterung, mit einer neuen Begeisterung, wie uns das eben Pastor Rudi gesagt hat, mit dieser neuen Begeisterung für Christus sollen wir laufen.
Und da können wir heute wieder einen neuen Anfang machen. Auch ich war herausgefordert durch die Predigt eben. Ich möchte auch mehr begeistert sein von meinem Herrn Christus. Ich muss ihn einfach mehr erfassen, wie schön seine Souveränität ist, wie schön seine Verheißungen sind, auch seine Warnungen, aber dass ich eben auch das Privileg der Verantwortung habe, ihn mehr zu lieben, ihn mehr wertzuschätzen.
Also, wir sollen laufen wie ein Gewinner. Dabei sollen wir aber zweitens laufen aus der Kraft Gottes. Manchmal neige ich dazu, aus meiner eigenen Kraft zu laufen. Aber dann brauche ich andere Geschwister, die mir zurufen: Laufe nicht aus der Kraft, die in dir ist, aus dir selbst, Markus, sondern das ist die Kraft des Heiligen Geistes, die in dir ist.
Da ist die Frage: Woher soll diese Kraft kommen? Christus lebt durch seinen Heiligen Geist in uns. Heißt das, dass wir jeden Tag morgens aufwachen und sagen: Halleluja, ja, wir laufen heute weiter, herrlich, Kraft ist da? Ganz ehrlich, manchmal wache ich auch auf und denke: Oh Mann, heute.
Da ist die Frage: Was tun wir? Ich glaube, da dürfen wir alle ermutigt sein, zu Christus zu kommen, dass Gott unser Herz, wie John Piper das gestern Abend auch gesagt hat, unser Herz neigt zu ihm, zu seinem Wort, und dass wir dann, wie der Apostel Petrus es sagt, aus der Kraft dienen, die Gott uns darreicht. 1. Petrus 4,11.
Daher lasst uns im Wort Gottes lesen, lasst uns die Verse im Gebet aufnehmen, lasst uns darüber nachsinnen, dass wir uns kostbar sind. Und das dürfen wir dann tun aus einem veränderten Herzen, weil es freudig ist, nicht in unseren Lebensumständen, sondern in Christus.
Aber an dieser Stelle ist es wichtig, dass wir noch mal kurz innehalten und etwas klarstellen: Dieses Ausharren im Glauben, das ist keine Werkgerechtigkeit. Das ist ja ein Gedanke, den man schnell haben kann. Dass wir sagen: Ich muss nur besser laufen, ich muss nur besser ausharren im Glauben, ja, dann hat Gott Wohlgefallen an mir.
Seht ihr, was ich gerade gemacht habe? Ich habe zuerst gesagt: Ich muss was tun, ja, und dann habe ich Gottes Wohlgefallen. Wir müssen es andersherum machen, weil Gott jetzt schon das größtmögliche Wohlgefallen an uns hat, nämlich in Christus. Er sieht auf die Wurst, Markus, und sagt: Ich sehe Christus in dir. Deswegen, wegen Christus in dir und was er für dich getan hat und noch tun wird, deswegen habe ich schon jetzt hundert Prozent Wohlgefallen an dir.
Und das ist der Grund, die Basis und Motivation, dass Klein Markus weiter ausharrt im Glauben. Versteht ihr, wie immer zuerst der Indikativ, die Gnade, und daraus motiviert und befähigt, laufen wir dann, harren wir aus.
Das heißt: Ausharren im Glauben ist genau das Gegenteil von Werkgerechtigkeit. Bei Werkgerechtigkeit schauen wir auf uns selbst, aber beim Ausharren im Glauben schauen wir auf den, der unsere Gerechtigkeit ist. Das Rennen also zu beenden bedeutet, dass wir auf Jesu Christi Gerechtigkeit und nicht auf uns selbst schauen.
Und die guten Früchte, die aus unserem Herzen kommen, die kommen nicht aus unserer eigenen Kraft, sondern weil Gott sie in uns gewirkt hat, wie es eben einer reingerufen hatte: Epheser 2,8. Wir sind errettet zu den guten Werken, die Gott schon für uns bereitet hat.
Das heißt: Laufe, indem du auf deinen Herrn Jesus Christus siehst. Der Schreiber des Hebräerbriefes ruft es uns zu, in Kapitel 12, Vers 1: Lasst uns mit standhafter Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt, indem wir hinschauen auf Jesus. Wir sollen nicht auf uns selbst schauen, sondern auf Jesus. Warum? Weil er der Anfänger und Vollender des Glaubens ist.
Seht ihr wieder die Verheißung? Was Jesus Christus angefangen hat, das wird er vollenden. Warum? Weil er um der vor ihm liegenden Freude das Kreuz erduldete. Da haben wir wieder den Indikativ. Ist das nicht etwas, was dein Herz schmelzen lässt?
Die Freude, die Christus hier hat, welche Freude ist das denn? Er hat das Kreuz erduldet, weil er an der Ziellinie stehen will, um sich über dich zu freuen. Diese ewige Gemeinschaft mit ihm, und dass er sagen kann: Du warst mal ein Rebell, du hast mich gehasst, du hast mich verfolgt, aber jetzt liebst du mich und du bist mir ähnlich geworden. Und dadurch, dass du mich jetzt siehst, bist du zu hundert Prozent heilig, und das gibt mir die Ehre. Vater, schau mal, das ist einer, für den ich mich hingegeben habe.
Jetzt ist die Verherrlichung da, und das ist die Freude, die Christus schon am Kreuz hatte. Das hat ihn das erdulden lassen. Lasst uns nur nah genug am Kreuz bleiben, damit die Funken des Kreuzes unser Herz erreichen.
Deswegen frage ich uns: Aus welcher Kraft neigen wir manchmal dazu, zu laufen? Ist das unser eigenes Fleisch? Ja, manchmal neigen wir dazu. Aber lasst uns einfach wieder neu auf Jesus schauen, der von sich selbst sagt: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.
Seht ihr auch hier wieder diese Warnung? Ihr Lieben, wenn ihr nicht an mir, dem Weinstock, bleibt, sorry, dann könnt ihr nichts tun. Also bleibt an mir, denn dann könnt ihr in mir alles, was für euer Leben zur Ehre Gottes möglich und nötig ist.
Also, wir haben gesehen: Wir sollen laufen wie ein Gewinner, wir sollen laufen aus der Kraft Gottes, und drittens: Wir sollen laufen mit geistgewirkter Selbstdisziplin. Vers 25, dort steht geschrieben: Jeder aber, der sich am Wettkampf beteiligt, ist selbstdiszipliniert in allem.
Hier haben wir also die Frucht des Geistes, die Selbstdisziplin aus Galater 5,22. Ich finde, das ist etwas, was uns ermutigen darf. Der Heilige Geist in uns wird immer mehr bewirken, dass es seine Kontrolle ist.
Ich neige manchmal dazu zu denken: Wenn ich doch nur laufe und ausharre im Glauben und in meiner Sehnsucht nach Gott, dann muss ich mich nur selbst kontrollieren. Ich neige zur Selbstkontrolle, obwohl auch eigentlich die objektive Wahrheit ist, dass es der Heilige Geist in mir ist, der mich leitet. Und das ist beruhigend für uns, weil wir den Heiligen Geist in uns haben, und der verherrlicht Christus mehr und mehr in unserem Lebenslauf.
Und dann kommt eben das, was uns auch heute wieder so schön dargestellt war, beziehungsweise war es gestern: Philipper 2,13. Nämlich, dass am Ende des Tages vollkommen klar ist, dass es nicht unsere Selbstkontrolle ist, sondern dass es Gott selbst ist, der in uns Gläubigen sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt.
Und da haben wir wieder dieses Spannungsverhältnis zwischen der Souveränität Gottes: Er wirkt meinen Herzenswillen, und er wirkt auch das Vollbringen, also auch all die guten Früchte, auch die Selbstdisziplin. Aber vorher stand Verantwortung Mensch: Lebe deine Errettung aus, das war Vers 12 von Philipper 2.
Ja, wie sollen wir denn unsere Errettung ausleben? Ah, auf der Grundlage, weil, denn Gott ist es, der dein Herz und die guten Früchte vollbringen wird. Versteht ihr dieses herrliche Zusammenspiel? Zwischen Souveränität Gottes und Verantwortung Mensch sind Freunde. Beide tragen dazu bei, dass wir die Ziellinie erreichen werden.
An dieser Stelle möchte ich euch noch auf dieses Bild des Wettkampfes hinweisen, in Vers 25. Paulus benutzt hier in Vers 25 dieses Bild des Wettkampfes, um den Kampf des Glaubens zu schildern. Seht ihr hier, wie er einerseits die Metapher des Laufens hatte, wir sind in einem Wettlauf. Jetzt spricht er in dem Moment nicht von einem Wettlauf, sondern von einem Wettkampf, er spricht sogar von Boxen.
Der Punkt ist: Paulus weiß, dass in ihm noch die Sünde wohnt. Und er sagt: Ich mache hier nicht einfach nur Luftstreiche, sondern ich haue der in mir wohnenden Sünde direkt aufs Kinn. Ich nocke das Ding aus.
Versteht ihr, wir müssen in der Selbstdisziplin wachsen, dass wir gegen diesen alten Menschen, der immer wieder aufsteht, dass wir den töten in der Kraft, die Gott reicht, durch Christus, durch das, was Gott schon in Christus getan hat. Und damit zeigt sich, dass es hier auch letztlich um ein Heiligungsthema geht.
Und damit ist klar, dass Paulus hier sagt, dass wir all die bösen Impulse, die noch in unserem Herzen sind, die uns einflüstern wollen: Ach, ist doch gar nicht so wichtig, dieser Lebenslauf. Lauft doch ruhig mal in die andere Richtung. Jetzt darfst du doch mal an dich denken. All diese Dinge, diese inneren Impulse und auch diese äußeren Hindernisse, dann müssen wir aktiv dagegen angehen. Das ist wiederum unsere Verantwortung.
Seht ihr das, wie auch hier wieder dieses Spannungsverhältnis zwischen der Souveränität Gottes und der Verantwortung des Menschen wieder voll reinspielt? Das heißt, wir sind Christen, die dazu errettet sind, dass wir aktiv kämpfen gegen böse Impulse in unserem Herzen. Und das wollen wir mit größter Entschlossenheit tun, und das müssen wir, damit wir uns nicht ablenken lassen von unserem heiligen Dauerlauf.
Und damit komme ich zu einer zweiten Klarstellung, dass Ausharren im Glauben einerseits keine Werkgerechtigkeit ist, und andererseits ist Ausharren im Glauben auch kein Perfektionismus. Beim Ausharren im Glauben ist häufig der Einwand: Na, das ganze Thema kann ja gar nicht stimmen, weil Ausharren im Glauben ist ja, na, da muss man ja perfekt sein.
Nein, es geht nicht um Perfektion, dann wäre ja keiner im Himmel. Es geht darum, dass wir ausharren in unserem Glauben, indem wir nicht nur bloß Luftstreiche machen, sondern aktiv gegen die Sünde vorgehen durch den Heiligen Geist. Also ist Ausharren im Glauben eben kein Perfektionismus.
Jakobus sagt, wir Christen sündigen noch alle, denn wir alle verfehlen uns vielfach. Wisst ihr, warum Ausharren im Glauben keine Perfektion sein kann? Was hat Jesus Christus uns gelehrt, wie wir beten sollen? Welches Gebet haben wir eben noch gebetet? Das Vaterunser. Was kommt darin vor? Vergib uns unsere Schuld.
Ah, Jesus Christus lehrt uns, wie wir beten sollen, und Jesus Christus ist schon klar, dass, wenn wir wiedergeboren sind, dass das noch ein bisschen Strecke ist. Da sagt er: Ich habe euch ein tägliches Gebet, vergib uns unsere Schuld. Weil er weiß, dass wir noch mit Sünde zu kämpfen haben. Sie hat nicht mehr die Macht über uns, die Sünde, die er am Kreuz besiegt hat, aber in unserem christlichen Leben, in unserem Ausharren, da ist leider immer noch in uns Sünde. Sie ist noch gegenwärtig bis zu dem Moment, wo Jesus Christus wiederkommt.
Aber da sind wir in diesem Dazwischen noch nicht am Ziel. Jetzt ist schon etwas, aber es ist noch nicht vollendet. Deswegen ist das Ausharren im Glauben kein Perfektionismus. Nicht nur, weil wir uns alle mehrfach verfehlen, sondern weil wir auch im Vaterunser bestätigen, dass wir zu unserem Vater kommen können und ihn bitten, uns in Christus zu vergeben.
Das ist dann nicht diese erste Vergebung, durch die wir gerecht sind, sondern das ist dann eine Vergebung, die uns weiterlaufen lässt in dem heiligen Leben. Und dann wissen wir, dass Gott treu ist: Wenn wir unsere Sünden bekennen, er ist treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. 1. Johannes 1,9.
Seht ihr das, wie auch Johannes da ganz klar sagt: Wenn ihr meint, ihr seid keine Sünder, dann ist nicht die Wahrheit in euch, dann macht ihr Gott zum Lügner. Also ist eindeutig, dass wir uns in unserem christlichen Lebenslauf auch teilweise noch davon ablenken lassen, wohin wir hinschauen sollten und was wir begehren. Aber wir haben einen Gott, der uns immer wieder neu vergibt, wenn wir mit einem bußfertigen Herzen zu ihm kommen.
Ich habe den Vorteil, das Essen verspätet sich, glaube ich, ein bisschen. Der Caterer verspätet sich um dreißig Minuten, wir haben noch ein paar Minuten, ist das okay für euch? Haha, nicht, dass ihr nervös werdet.
Lasst mich noch einen Punkt zum Abschluss machen, nämlich: Wir laufen nicht nur so wie ein Gewinner, wir laufen nicht nur so aus der Kraft Gottes, wir laufen auch nicht nur mit geistgewirkter Selbstdisziplin, sondern wir laufen auch so, und das ist viertens, dass wir Gottes Warnungen beachten.
Warnungen als Mittel der Gnade
Und jetzt kommt das zum Tragen, was wir im Laufe der Strecke dieses Seminars mehrfach angesprochen haben, nämlich dass es dieses Spannungsfeld zwischen dem schon jetzt und dem noch nicht ganz gibt.
Dabei ist jetzt ganz wichtig, dass wir Folgendes begreifen, weil das ein häufiger Einwand gegen diese Theologie ist, die ich euch heute hier vorgetragen habe. Was bezweckt die Warnung Gottes durch Paulus in Vers 24, wenn er uns doch schon an ganz vielen anderen Stellen in der Bibel eine Verheissung gegeben hat? Da wird behauptet: Na ja, das passt in dem Sinne dann zusammen, wenn Paulus befürchtet, dass die Verheissung nicht in Erfüllung geht.
Das heisst, es wird behauptet in manchen theologischen Kreisen, das Ganze kann nur dann Sinn machen, wenn Paulus befürchtet, die Verheissung könnte nicht wahr sein. Also muss Paulus erst die Verheissung zerstören, um dann der Warnung glauben zu können. Denn gesagt wird: Na ja, das sind ja keine Freunde, Verheissung und Warnung. Also muss er erst die Verheissung kaputt machen, ja, dann kann ich ja auch der Warnung glauben, dass ich laufen soll. Versteht ihr?
Aber das ist nicht richtig, weil Paulus hier nicht befürchtet, dass die Verheissung nicht in Erfüllung gehen kann. Paulus befürchtet hier nicht, dass Gott untreu werden könnte. Denn was sagt er uns im ersten Korintherbrief, in demselben Brief? Ihr habt das im Skript: 1. Korinther 1,8-9. Ganz wichtig: Gott wird euch auch festmachen bis ans Ende, so dass ihr unverklagbar seid am Tag des Herrn Jesus Christus. Gott ist treu.
Glaubt Paulus also an die Treue Gottes? Ja, er ist felsenfest davon überzeugt. Gerade deswegen kann er ja sagen: Gottes Verheissungen gelten, sie sind ein Ja in Christus, Gott ist treu. Alles, was er uns verheisst, ist wahr und geht in Erfüllung in Christus.
Und deswegen gibt es auch Warnungen. Denn die Verheissungen, die ziehen uns über die Ziellinie, und die Warnungen, die schieben uns. Aber beides hat dasselbe Ziel. Also wenn da der Turm die Ziellinie ist, dann ziehen uns die Verheissungen. Er sagt: Das, was ich in dir angefangen habe, das vollende ich. Ich habe mein Blut dafür gegeben.
Und dann kommt er noch und sagt: Jesus kommt hinter dich und sagt: Ja, aber das habe ich doch schon für dich getan. Lauf weiter, lauf weiter, denn wenn du nicht weiterläufst, dann kriegst du den Siegeskranz nicht. Versteht ihr, wie Verheissung und Warnung dazu dienen, dass wir das Ziel erreichen?
Zwischen dem Start und der Ziellinie unseres Lebenslaufs gibt es also eine unauflösliche Kontinuität. Gott braucht die Warnung, um seine Verheissung zu erfüllen. Es ist eine Warnung, die uns aber offenbart: Ihr Lieben, wenn ihr aufhört zu laufen, dann gibt es eine schreckliche Katastrophe. Dann werdet ihr nämlich disqualifiziert.
Gottes Warnung ist also zum Beispiel wie ein Strassenschild, das die Fahrer vor Gefahren auf der Schnellstrasse warnt. Gott schenkt uns also auch hier in den Versen 23 bis 27 in seiner Güte eine Warnung, und weil wir sie durch den Heiligen Geist in uns beherzigen, werden wir weiterlaufen und den Preis erhalten.
Kleines Beispiel: Wenn ich mit meinem Jonathan in der Vergangenheit gespielt habe, zum Beispiel bei uns dort, wo wir leben, da ist so ein kleiner Wenderhammer. Und dann kommt man an eine Strasse, und die ist echt gefährlich. Und als Jonathan mit seinem Trecker fuhr und schon zehn Meter vor mir war und er sich der Strasse näherte, und ich sehe, wie da ein Lkw kommt mit dem Tempo, Autos parken, der kann den gar nicht sehen, sage ich: Jonathan, halt an, stopp, sonst wirst du überrollt!
Gehe ich auch nur einen Moment davon aus, dass durch meine Warnung Jonathan Gas gibt und weiter drüber fährt? Nein, ich spreche doch die Warnung aus, damit er stehen bleibt! Gott sei Dank übrigens ist er auch stehen geblieben. Versteht ihr? Ich gebrauche die Warnung, weil sie ein Mittel ist, das Ziel zu erreichen, nämlich dass er an der Strassenkante auf dem Bürgersteig anhält.
In gleicher Weise werden zum Beispiel hochgiftige Produkte mit drastischen Warnhinweisen versehen, damit niemand das Gift nimmt. Kennt ihr diese giftigen Sachen? Da ist ein Totenkopf drauf, so: Vorsicht, Gift. Was hat das für Sinn und Zweck, diese Warnung? Damit du das nimmst und geniesst und stirbst? Nein! Das hat den Sinn und Zweck, damit du sagst: Oh nein, das nehme ich nicht.
Und deswegen warnt Gott durch Paulus die Korinther und auch uns hier: Lauf weiter, denn wenn du aufhörst, bekommst du nicht den Siegeskranz.
Und ich möchte aufhören mit einem Zitat von Spurgeon. Ich habe das euch ins Skript gegeben, ihr könnt das auch insgesamt nachlesen in dieser ganzen Predigt. Da braucht ihr nur www.spurgeon.org einzugeben, da habt ihr das Ganze. Aber seht mal, wie herrlich das ist. Das sagt er jetzt zu Hebräer 6, das steht hier, lest mal mit. Aber sagt jemand, das ist jetzt ein Arminianer oder jemand, der nicht an diese Lehre des Ausharrens im Glauben glaubt, aber sagt: Nun, du, nämlich Spurgeon, sagst, sie können nicht abfallen. Na ja, was für einen Sinn hat es, dass das Wort „wenn“ einzufügen, wie ein Schreckgespenst, das Kinder ängstigen will, oder ein Geist, der nicht existiert?
So, jetzt kommt Spurgeon mit seiner sehr, sehr höflichen Anrede: werter Freund. Wer bist du, der du das Wort nimmst gegen Gott? Wenn Gott also dieses Wort eingefügt hat, so hat er es aus weisen Gründen und mit vortrefflichen Absichten eingefügt. Lass mich dir zeigen, warum.
Zunächst, o Christ, steht es dort, um zu verhindern, dass du abfällst. Gott bewahrt seine Kinder vor dem Abfall. Doch das tut er durch die Anwendung von Mitteln. Und eines dieser Mittel liegt in den Schrecken des Gesetzes, das ihnen zeigt, was passieren würde, wenn sie abfallen würden.
Beispiel: Da ist ein tiefer Abgrund. Was ist der beste Weg, um jemanden davon abzuhalten, dort hineinzufallen? Natürlich ihm zu sagen, dass er in Stücke zerschmettert würde, wenn er es täte.
Anderes Beispiel: In einer alten Burg gibt es einen tiefen Keller, in dem sich grosse Mengen an Gasen befinden. Jeder, der hinabsteigen würde, würde getötet werden. Was sagt der Fremdenführer? Wenn sie dort hinuntergehen, werden sie niemals lebend zurückkehren. Wer würde jetzt auf die Idee kommen, dort hinunterzugehen? Die einfache Tatsache, dass uns ein Fremdenführer über die Konsequenzen unterrichtet, hält uns davon ab.
Weiteres Beispiel: Unser Freund stellt einen Becher mit Arsen ausser unserer Reichweite fort. Er möchte nicht, dass wir es trinken, sondern sagt: Wenn du das trinkst, wird es dich töten. Geht er auch nur einen Moment lang davon aus, dass wir es trinken sollten? Nein, er schildert uns die Konsequenzen, und er ist sich sicher, dass wir es nicht tun werden.
Schlussfolgerung aus den ganzen Beispielen: So sagt Gott: Mein Kind, wenn du in diesen Abgrund fällst, wirst du zerschmettert werden. Was tut das Kind? Es sagt: Vater, bewahre mich, halte du mich, und ich werde in Sicherheit sein.
Es führt den Gläubigen in grösserer Abhängigkeit von Gott zu einer heiligen Furcht und Vorsicht, da er weiss: Wenn er abfällt, kann er nicht wiederhergestellt werden. Und so steht er fernab von der grossen Kluft, da er weiss, dass es keine Rettung für ihn gibt, sollte er hineinfallen.
Schlussgebet und Zusammenfassung
Das folgende: Wir haben einen grossen Gott, und er ist treu. Er hat sogar seinen eigenen Sohn dahingegeben. Und wenn du hier bist oder wenn du auch demnächst vielleicht mit einem Bruder oder einer Schwester über dieses Thema der Heilsgewissheit sprichst, dann hoffe ich, dass Gott dir das so gross gemacht hat und dich dazu ermutigt, zu sagen: Das, was Gott angefangen hat, das wird er vollenden. Und deswegen lauf auf dieser Basis um den Preis des ewigen Lebens zu bekommen. Amen.
Ich möchte noch zum Schluss beten.
Himmlischer Vater, wir danken Dir. Herr, ich danke Dir, dass Du so viel Konzentration geschenkt hast, und ich danke Dir für Deine Ermutigung durch Dich, Herr, wer Du bist, dass Du uns sogar schon vor Grundlegung der Welt erwählt hast in Deinem Sohn, dass wir in diesem Glaubensmarathon sind, dass wir ein Leben als Christ führen dürfen. Was für ein Vorrecht, Herr!
Ich bitte Dich, dass Du unsere Dankbarkeit und Liebe zu Dir gross machst, dass wir ermutigt sind und auch ermahnt sind, weiter auszuharren im Glauben, in der Sehnsucht nach Dir, dass Du mehr und mehr der grösste Schatz in unserem Leben wirst, der Du ja objektiv schon bist. Aber Herr, hilf uns, dass wir in unserer Sehnsucht nach Dir zunehmen und dass wir das tun aus Dankbarkeit und Liebe für das, wer Du bist und was Du schon für uns getan hast.
Dir sei Lob und Dank, in Jesu Namen, Amen.
