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2 Johannes Teil 1/5

Thumer Tage 2026
18.10.2026
Serie•Teil 1 / 52 Johannes
Was, wenn dein Glaube an Jesus langsam von falschen Ideen verdrängt wird? Der zweite Johannesbrief ruft zur Klarheit: Wahrheit prüfen, am Kern festhalten, nicht alles schlucken.
Der zweite Johannesbrief, 2. Johannes, Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt. Nachfolge praktisch: dein geistlicher Impuls für den Tag.

Der zweite Johannesbrief Tumartage zweitausendsechsundzwanzig Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt, nachfolge praktisch dein geistlicher Impuls für den Tag.

Der Wert des ernsthaften Bibelstudiums

Ich habe Urlaub und deshalb ein paar Gedanken zum zweiten Johannesbrief.
Deswegen habe ich mit Anfang zwanzig eine Entscheidung getroffen. Die Entscheidung hieß: Okay, das, was du bisher gelernt hast, das funktioniert nicht. Das siehst du. Du nimmst jetzt, nachdem du dich bekehrt hast, die Bibel, und du nimmst sie wirklich ernst. Du nimmst sie Vers für Vers ernst. Du spielst an der Stelle nicht mit dem Wort Gottes herum.
Und das habe ich gemacht. Ich bin jetzt 40 Jahre gläubig, bin gerade 60 geworden, und ich kann nur sagen: Es hat sich gelohnt.
Das ist jetzt eine Botschaft an die Jüngeren hier im Raum: Lest Bibel, studiert die Bibel. Vers für Vers, Wort für Wort. Es lohnt sich. Fresst euch an der Stelle rein und kümmert euch darum, dass das Wort wirklich im Herzen ankommt.
Deswegen dieses Nervige: Lernt Bibelferse auswendig. Es ist die billigste Methode, um über das Wort nachzusinnen. Und wenn man mal in die Bibel hineinschaut, wird man feststellen: Es ist das Nachsinnen über das Wort, welches garantiert, dass ein Weg erfolgreich verläuft. Nicht einfach, dass man es falsch versteht, sondern erfolgreich, sodass wir am Ende da ankommen mit unseren Begabungen und mit dem Auftrag, mit der Berufung, die wir haben, wo Gott uns hinhaben wollte.
Du brauchst das Wort Gottes. Das heißt, wenn wir jetzt miteinander einen Text Vers für Vers machen, dann mag vielleicht der ein oder andere denken: Boah, das habe ich mir aber irgendwie spritziger vorgestellt. Kann sein.
Wir bewegen uns hier aber auf dem Boden von Wahrheit. Und wer jemals wie ich eine Biografie hatte, wo einem erwachsene Leute vorgemacht haben, wo Lüge hinführt, der weiß, was für ein unendlicher Segen, was für ein Reichtum, was für ein Geschenk und was für ein brutaler Irrsinn es ist, dass der Schöpfer von Himmel und Erde in seinem Buch schreibt, dass wir es Vers für Vers studieren dürfen.
Das füllt uns mit echter Wahrheit, mit Aussagen, wo man sagen muss: Wenn du das glaubst, wenn du danach lebst, kommst du am Ende bei Gott an. Und darum geht es.

Warum dieser Brief so dringend ist

Zweiter Johannesbrief
Der zweite Johannesbrief, der Name ist Programm, wurde von Johannes geschrieben, den wir auch aus dem Johannesevangelium kennen. Er ist auch der Verfasser des ersten, zweiten und dritten Johannesbriefs sowie der Offenbarung. Dieser Brief richtet sich an eine andere Gemeinde. Wir werden das gleich sehen.
Der Brief geht an die auserwählte Herrin und ihre Kinder. Was das genau bedeutet, werden wir uns anschauen. Im Wesentlichen gilt für euch erst einmal: Eine Gemeinde bekommt von dem Apostel Johannes einen Brief, und zwar einen sehr kurzen. Warum? Ganz einfach, weil er diese Gemeinde warnen möchte.
Er möchte sie warnen vor falschen Lehrern, vor Pseudomissionaren, die eine falsche Sicht von Jesus vertreten. Ein bisschen ist es so, als würden die Zeugen Jehovas vor der Tür stehen. Ja, sie klingeln, und jetzt gibt es einen Brief: Mach ihn nicht auf. Oder mach ihn nur auf, wenn du weißt, was du sagen sollst.
Warum ist es wichtig, dass wir an dieser Stelle gewarnt werden? Warum nimmt er sich Zeit, diesen Brief zu schreiben? Am Ende wird er sagen: Ich werde auch noch vorbeikommen, da gibt es noch mehr zu sagen. Aber schon mal das Wesentliche, was ihr verstanden haben müsst, kommt jetzt hier im Brief. Und dann dürft ihr auch gleich, wenn ich komme, das schon mal vorbereiten.
Aber warum ist das so dringlich? Die Antwort: Weil es theologische Aussagen gibt, die nicht beliebig sind. Weil es Dinge gibt, die wir so glauben müssen, wie die Apostel es gelehrt haben. Und wenn wir damit aufhören, wenn wir uns zur Beute von falschen Lehrern machen lassen, dann kann das am Ende bedeuten, dass wir den Vater und den Sohn verlieren. Das ist eine richtig gefährliche Sache.

Die Gefahr von Irrlehre in der Gegenwart

Und ein Stück weit glaube ich, dass die Gefährlichkeit dieser Idee, dass da draußen Leute sind, die es darauf anlegen, dir, deinen Kindern und deinen Enkeln den Glauben kaputtzumachen, heute ein Thema ist, das sogar noch größer ist als im ersten Jahrhundert.
Ich glaube, wenn man YouTube aufmacht und bei TikTok ist, ist das in meinen Augen sogar noch ein bisschen schlimmer. Man kann wahrscheinlich davon ausgehen, dass zwei Drittel der Dinge, die da präsentiert werden, alle in die Rubrik Irrlehre fallen. Und das ist das, womit Christen ihren Kopf füllen. Und dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn Einzelne irgendwann mit ihrem Glaubensleben auf der Strecke bleiben.
Und damit das nicht passiert, kommt hier ein Brief, der sich nur ein Thema nimmt, nämlich nur das Thema: Wie denken Leute über Jesus? Aber wenn ihr nach Hause geht, müsst ihr am Ende dieses Tages natürlich überlegen: Okay, ich habe das jetzt mal für ein Thema durchgespielt. Bitte schön, für welche anderen Themen gilt das denn auch noch? Versteht ihr?
Also, wir spielen jetzt an einem Thema: Leute kommen und behaupten etwas Falsches über Jesus. Und das ist so gefährlich, dass der Apostel Johannes sagt: Ich möchte nicht, dass ihr sie aufnehmt. Keine Gastfreundschaft. Ich möchte auch nicht, dass ihr sie grüßt, euch irgendwie mit ihnen eins macht oder auch nur jemandem Außenstehenden den Eindruck gebt, dass ihr die gut findet. Finger weg, weil die gefährlich sind.
Wenn ihr denen auf den Leim geht, verliert ihr alles. Ihr verliert die Beziehung zum Sohn, und ihr verliert die Beziehung zum Vater.
Und für uns, die wir in einer anderen Zeit leben, muss uns klar sein: Das ist nur ein Beispiel. Du könntest eine Liste machen von Irrlehren, die heute gang und gäbe sind und die genau dasselbe machen, nämlich unseren Kindern und unseren Enkeln den Glauben kaputtzumachen.
Und dieser Brief ist eine Warnung, weil Glauben und Glaubensleben kein Spiel sind. Das ist nicht so, dass man sagt: Okay, ich bin jetzt eine Runde rausgefallen, ja, dann starte ich halt wieder vorne. Du spielst dieses Spiel einmal, und wenn du nicht ankommst, kommst du nicht an. Warum auch immer.
Das ist die Ernsthaftigkeit dieses Briefes, der uns mit dem Thema Wahrheit konfrontiert.

Selbstprüfung und die Frage nach der eigenen Ausrichtung

Ich weiss nicht, wer von euch gläubig ist. Ich weiss es wirklich nicht. Ich vermute, dass der eine oder andere es schon sein wird. Ich hoffe es persönlich. Ich schaue euch ja nicht ins Herz, versteht ihr? Das ist ja immer so eine Sache. Aber du kennst dein Herz. Du weisst, wo du stehst. Du weisst, wenn du hier sitzt, warum du hier sitzt, mit welcher Erwartungshaltung, was dich erfüllt, was dich hergebracht hat. Du kennst dich.
Und was ich mir wünsche, ist, dass dieser Brief mindestens eine Sache macht: dass diese Warnung uns ein Stück weit aufrüttelt und uns die Frage stellt: Bin ich eigentlich wirklich noch dabei, oder bin ich irgendwann mal abgebogen? Bin ich irgendwann mal irgendwelchen Lügen auf den Leim gegangen und habe lange mein Leben um andere Ziele und um andere Ideen herum aufgebaut? Und dieses „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit“, dieses Jesus lieben, das war früher mal. Aber wenn ich ehrlich bin, ist das heute gar nicht mehr da oder vielleicht noch nicht da.
Schauen wir uns den zweiten Johannesbrief an. Stefan wird uns einfach die Texte vorne heranwerfen. Ich nehme Elberfelder:
Der Älteste der auserwählten Herrin und ihren Kindern, die ich liebe in der Wahrheit.
Der Älteste hier ist nicht ein Amt, sondern das ist ein Ausdruck von Autorität. Das scheint fast so ein bisschen wie ein Pseudonym zu sein. Die Briefempfänger wissen, wer hier gemeint ist. Und wenn der Älteste der auserwählten Herrin schreibt, dann ist damit eine Gemeinde gemeint. Auch an anderer Stelle, zum Beispiel im ersten Petrusbrief, Kapitel 5, da heisst es in Vers 13: Es grüsst euch die Miterwählte in Babylon, so und Markus, mein Sohn. Es ist also möglich, dass man eine Gemeinde als Frau anspricht.
Wenn man den Text weiter liest, wird man feststellen, dass Johannes im Brief dann ins „euch“ wechselt. Das heisst, mittendrin spricht er dann auch die einzelnen Gemeindeglieder an.

Wahrheit als bleibende Grundlage des Glaubens

Der älteste der auserwählten Herrin und ihren Kindern, die ich liebe in der Wahrheit.
Dieses „in der Wahrheit“ kann man auf zweierlei Weise übersetzen. Man könnte sagen: „die ich wahrhaftig liebe“. Hier geht es aber in eine andere Richtung, und das ist an dieser Stelle wichtig. Es geht darum, dass Johannes uns die Wahrheit vorstellt, die von den Gläubigen, an die er schreibt, schon erkannt worden ist. Also: Wahrheit ist Wahrheit, die es zu erhalten und zu bewahren gilt.
Und in dieser Wahrheit, die sie erkannt haben, sagt er von sich selbst: „die ich liebe in der Wahrheit“. Und nicht ich allein, sondern auch alle, die die Wahrheit erkannt haben. Merkt ihr: „die die Wahrheit erkannt haben“ steht parallel zu „die ich liebe in der Wahrheit“. Hier geht es darum, dass er die Gläubigen charakterisiert als solche, die von ihm in der Wahrheit geliebt werden und die selbst die Wahrheit erkannt haben.
So, jetzt merkt ihr schon: Dieser Begriff „Wahrheit“ ist ein sehr abstrakter Begriff. Und hier wird er, vom Zusammenhang her, eingeengt auf die Wahrheit über Jesus. Das werden wir sehen. Das muss ich nicht, aber Johannes macht das hier an dieser Stelle.
Es gibt Dinge, die sind wahr, und diese Wahrheiten müssen uns als Gläubige miteinander verbinden. Hier heißt es: „um der Wahrheit willen“, also wegen dieser Grundlage, die wir haben, dass wir dieselbe Wahrheit glauben. Und das ist eine Wahrheit, die in uns bleibt.
Jetzt wird es interessant: Wir können aus dem ersten Johannesbrief heraus sagen, dass es bestimmte Wahrheitsinhalte gibt. Das ist so etwas wie das Einmaleins des Glaubens. Es ist das, was du glauben musst, damit du gerettet werden kannst. Wenn du diese Dinge erfasst, dann wirkt an dieser Stelle der Heilige Geist in dir.
Der Geist Gottes überführt uns von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht. Es gibt also Dinge, bei denen der Geist Gottes am Anfang eines Glaubenslebens ganz bewusst dafür sorgt, dass Leute wirklich verstehen, worum es geht. Und diese Dinge, diese Wahrheiten, dieses Einmaleins des Glaubens, das ist das, wovon Johannes im ersten Johannesbrief schreibt.
Das ist das, was uns keiner immer wieder neu beibringen muss, weil wir es nämlich am Anfang unseres Glaubenslebens gelernt haben. Sprich: Du hättest keine Wiedergeburt erlebt, wenn du diese Sachen nicht verstanden hättest. Deswegen weißt du: Die Sachen sind wahr.

Bewahren, was am Anfang erkannt wurde

Jetzt gilt es aber, das zu bewahren, von dem ich weiß, dass es wahr ist und das in mir bleibt, weil es die Grundlage der Beziehung ist, die ich zu Gott durch Jesus habe. Genau das gilt es zu bewahren. Es ist eine Wahrheit, die in uns bleibt und mit uns sein wird in Ewigkeit.
Das, was wir über Jesus am Anfang gelernt haben, da, wo du sagst: Ich habe verstanden, wer Jesus ist. Gott wurde Mensch. Gott wurde Mensch, um für meine Sünde zu sterben. Er ist gestorben, er ist auferstanden, er ist aufgefahren in den Himmel. Er bietet mir neues Leben an. Diese ganz grundlegenden Wahrheiten sind Wahrheiten, die sich nicht mehr ändern werden.
Deswegen kann über den Herrn Jesus gesagt werden, dass er derselbe ist gestern, heute und in Ewigkeit. Und das, was wir über ihn wissen, das nehmen wir mit ins Grab. Und wenn wir auf der anderen Seite wach werden, dann ist es immer noch so.
Darum geht es hier: um der Wahrheit willen, die in uns bleibt und mit uns sein wird in Ewigkeit. Es ist ganz wichtig, dass wir diese grundlegenden geistlichen Wahrheiten wirklich bewahren. Sie ändern sich nicht.
Und wenn jemand kommt und sagt: Du musst das jetzt aber ganz anders sehen, und wir sind in einer Zeit, in der liberale und progressive Theologie sich massiv ausbreitet, wir sind in einer Zeit, in der Sekten Zulauf haben, wir sind in einer Zeit, in der Jesus nicht mehr Messias sein soll, dann müssen wir uns an genau dieser Stelle hinstellen und sagen: Stopp, da machen wir nicht mit.
Mag ja sein, dass wir manches ein bisschen verändern in den Gemeinden. Ja, vielleicht verwenden wir einen Beamer, vielleicht verwenden wir andere Musikinstrumente, vielleicht eine neue Bibelübersetzung, geschenkt. Aber wenn es um die Wahrheiten geht, dann verändern wir überhaupt nichts.
Das war's für heute. Nimm dir Zeit, in Ruhe über das Gehörte nachzudenken. Wo spricht der Brief in dein Leben hinein? Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

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