
Ältestenschulung, Tochtergemeinden, Hausgemeinden, Jugendarbeit usw. - Wachstum der Gemeinde und Organisation
Gemeinde Gottes bauen (8/10)
03.01.1996
Serie•Teil 8 / 10Gemeinde Gottes bauen
Generierte Mitschrift
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Einordnung von Missionswerk und Gemeindebau
und ob eines gründen oder nicht. Ich würde mal sagen: einfach als Gedanke.
Ich finde es gut. Der Gedanke, ein Missionswerk zu gründen, muss man heute einfach beachten. Denn heute ist der Trend da, dass viel über Gemeindebau geredet und geschrieben wird und dass es Konferenzen dazu gibt. Und dass jetzt immer mehr eine Einheit kommt in der Strukturform und im Gemeindebau. Dabei wird die Lehre einfach übersehen.
Jetzt müssen wir einfach aufpassen, dass wir zwar ein Missionswerk haben, aber die Lehre muss die klare Basis sein. Auch wenn wir eine rechte Orientierung haben im Gemeindebau, in der Struktur und in der biblischen Sicht, wie man es machen soll, müssen wir uns ganz einig sein in Fragen der Lehre. Sonst kann früher oder später das Missionswerk ein Problem für die Gemeinde werden.
Also nicht, weil eine gute Zielrichtung im Gemeindebau da ist, die Lehre übersehen. Die muss ganz klar und solide da sein, so wie ihr es wollt, nicht so, wie ein Werk es haben möchte oder kann. Und von dieser Grundlage aus, glaube ich, wird das Missionswerk zusammen mit der Gemeinde ein grosser Segen.
Das Missionswerk muss nicht eine grosse Struktur werden. Ich muss nicht denken: Missionswerk, da brauchen wir schon ein ganzes Gebäude für die Büros. Nein, ein Missionswerk kann auch in einem Keller für die Organisation sein. Es braucht nicht viel. Es braucht Brüder, eine Brüderschaft, ein Ziel, Liebe zueinander, Kontrolle zueinander, diese Einheit, als einfach eine Hilfe zu sein in der Gemeindegründung.
Und wir müssen immer damit kämpfen, Niklaus und ich auch, dass die Struktur vom Werk so leicht wie möglich bleibt. Darum haben wir zum Beispiel als Missionswerk nie ein Haus gekauft. Unsere Missionare sind immer in Miete. Wir haben nicht irgendwie investiert in Apparate und Sachen, die wir nicht brauchen. Was die Gemeinden brauchen, um weiter ihre Gemeindearbeit zu tun, das bezahlen die Gemeinden. Wir als Missionswerk müssen einfach unsere Missionare unterstützen können, ihnen das geben, dass sie das Auto haben und Evangelisationsmöglichkeiten, und dass sie da weiterziehen.
Das nur zum Missionswerk. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir heute einen Trend haben. Ich habe vielleicht gemerkt, dass alle oder viele Angst haben, dass sie plötzlich in der evangelikalen Welt Randsiedler werden, weil sie nicht in die grossen Familien hineinsteigen. Ich würde sagen, also persönlich sage ich: Warum Angst haben, wenn wir wissen, wohin wir fahren, wenn wir wissen, was für ein Ziel wir haben?
Wir sind nicht ein Werk, um zu sagen, wir machen eines, weil die anderen nicht so gut sind. Gar nicht. Sondern weil das Ziel einfach da ist. Und wenn wir dahin fahren wollen, dann dieses Ziel. Und ob wir jetzt anerkannt sind oder nicht, ist für uns eine zweitrangige Sache.
Wer anerkannt sein muss, da sagt Paulus den Philippern zum Beispiel: Er sagt im Brief an die Philipper, dass er sich freut, denn in der ganzen Gegend sind sie als Gläubige glaubwürdig geworden. Das sei mir wichtig, dass der Missionar glaubwürdig ist als Mensch. Als Mensch, dass man merkt: Der Mann ist ernst, der hat ein Ziel, der lebt so, da sieht man: Okay. Und was sonst darum ist und dran ist, das ist doch Nebensache.
Okay, ich gehe weiter. Aber wenn Fragen sind, dann müsst ihr einfach unterbrechen, denn ich habe Angst, dass wir dann heute Abend nicht genug Zeit haben, um Fragen zu stellen. Wenn ihr unterwegs Fragen habt, schreibt sie auf, damit sie dann einfach gestellt werden können.
Wir haben im Wort auch diese ... Ich bin immer noch am siebenten Platz oder siebenten Rosenpunkt. Wir haben das Duo Vollzeitler und engagierter Christ. Ich glaube, das Duo geht gut zusammen, solange ein Vollzeitler immer wieder ganz klar weiss, dass es für ihn ganz klar ist, dass er erstens nichts anderes ist als der engagierte Christ im Beruf, dass er nicht darüber ist, dass er einfach ein Bruder davon ist und dass er nicht die Gläubigen braucht, um sein persönliches Ziel zu erreichen.
Die Gemeinde ist nicht das Werkzeug für den Missionar, sondern der Missionar ist der Diener und hilft der Gemeinde, das Ziel zu erreichen. Von Rest habe ich gesprochen. Da gehe ich ans Achte.
Leitungsdienst und Schulung von Ältesten
Älteste Schulung, Tochtergemeinde, Hausgemeinde, Jugendarbeit, Wachstum und Organisation der Gemeinde. Darüber habe ich auch schon gesprochen, zum Teil über die Ältesten, welche Männer, das wissen wir, die Motus, Brief, Titus und so, alles klar.
Mann und Frau, das ist für mich jetzt auch klar. Das habe ich auch schon gesagt. Für mich gehört das in die Ältesten-Schulung, und die Ältesten sehe ich als Ehepaar. Ich bin noch nicht dafür, dass Frauen Älteste sind. Das ist noch nicht meine Haltung.
Ich kam einmal in eine Gemeinde, und zwar noch nicht lange, da war ich das einzige Mannsbild für ein ganzes Wochenende. Im Publikum waren zwar viele Männer, aber eine Frau hat eingeleitet, zwei Frauen haben das Abendmahl gegeben, eine Frau hat mich vorgestellt, eine Frau hat eine Kurzfassung meiner Botschaft gemacht. Da habe ich gedacht: Ich habe Männer wie Brüder. Ich habe nichts gegen Frauen, ich habe sie gern, aber vor allem meine ich: Ich habe gern Männer. Aber ich habe gedacht: Ja du, wie geht es weiter? Ist es wirklich so, dass wir jetzt irgendwo Komplexe haben und nicht mehr vorwärtsgehen wollen in der Leitung und in der Verantwortung?
Ich habe auch wieder erlebt, in einer Gemeinde, nicht in einer von unseren, aber es könnte auch bei uns passieren, dass eine Gemeinde gespalten worden ist, nur wegen Fragen der Frauenleitung. Das ist schade. Ich finde es so schade, dass man immer wieder auf Nebengleise kommt, um Gottes Arbeit einfach kaputtzumachen.
Wann die Schulung beginnt, ist für mich eine Frage. In meiner Strategie beginnt die Schulung der Männer in Richtung Älteste, bevor sie Älteste in Probezeit werden. Es geschieht so, dass jeder Mann, wie ich gesagt habe, eine Schulung bekommt, damit er Priester im Hause wird, und eine Schulung in Richtung Ältestendienst. Und dann, wenn die erste Generation der Ältesten da ist, werden sie praktisch vom Missionar eingeführt. Die zweite Generation der Ältesten wird dann von den ersten Ältesten eingeführt. Dann merken wir: Wir sind zu wenig, die Gemeinde wird grösser. Welche Männer sind da, die treu sind, mit einer Frau leben und diese Last tragen? Dann werden sie für ein Probejahr eingesetzt.
In diesem Probejahr haben sie ein schweres Jahr, weil dann eigentlich viel Schulung drin ist. Diese Schulung geschieht auch durch das Lesen verschiedener Bücher. Ich habe im deutschen Sprachraum noch viel mehr gute Bücher als wir im Französischen. Durch verschiedene Bücher lesen, wo ich für jedes Kapitel einen Fragenbogen gemacht habe. Es gibt ja so viel gutes Material. Dann arbeiten sie das durch, und die Ältesten kommen einfach zusammen, um diese Fragen, die sie beantworten mussten, durchzusprechen. Sie überlegen: Was ist da? Wie machen wir das? Wie leben wir das miteinander?
Die verschiedenen Themen sind klar. Brüder haben gefragt, ob ich nicht verschiedene Themen für Ältestenschulungen übersetzen will. Aber sehr viel ist verbunden mit dem Ort und mit der Gegend. Zum Beispiel ist eine Schulung über Kirchengeschichte für mich ganz, ganz wichtig. Aber ich schule natürlich Kirchengeschichte Frankreichs, denn in unseren Schulen wird alles vom Jahrhundert der Lichter, also der Aufklärung, her behandelt. Im ganzen Schulprogramm wird nichts von der Reformation gesprochen, die ganze Aufklärung ohne Reformation, nur die Philosophen.
Ich habe dann dem Präsidenten der Republik für das neue Programm geschrieben und ihm gesagt, dass das an Objektivität fehlt, dass das geschichtlich nicht wahr ist. Und wir müssen wissen, dass einer von den Programmplänen für das Jahr 2000 von Jean Paul II., also vom Papst, ist, dass er die Memoire historique, also die historische Memoria, das historische Gedächtnis, beim Volk weg haben will. Verstehst du? Also das, was hinten liegt an Geschichte, muss weg.
Und wie macht er das weg? Indem er einfach für alles, was falsch war, um Vergebung bittet. Und wenn es vergeben ist, dann ist es ja weg. Also geht so alles weg. In der Zielsetzung 2000 Einheit kommen dann die 107 Statuen von Maria nach Bethlehem an Weihnachten 2000. Das ist das Programm. Und dann wird an Weihnachten 2000 in Bethlehem die Einheit der Religionen gefeiert, mit einem Fest auf dem Sinai und so weiter. Das ist klar: Um das Ziel zu erreichen, muss die Geschichte weg.
Wir in der Gemeindearbeit müssen, um den Ältesten zu helfen, die Wahrheit der Geschichte kennen. Ich habe eine Kirchengeschichte durchgearbeitet, so mit hundert Blatt, wo ich immer wieder anhaltend zeige: Was lernen wir von dieser Epoche? Wo war da Glatteis? Wo sind sie ausgeglitten? Und wo haben sie festgehalten? Was lernen wir davon für heute? Da findest du in der Kirchengeschichte die verschiedensten Abwege, die in anderer Form heute wieder da sind. Ich finde, das ist wichtig. Kirchengeschichte müssen Älteste in ihrem Land kennen.
Dann gibt es auch verschiedene Kürze über ihre Gegend, wo sie sind. Denn viele Menschen leben in einer Gegend, kennen aber die soziologische Situation ihrer eigenen Gegend und ihres eigenen Volkes nicht. Da machen sie ein wenig Soziologie und verschiedene Fragen, um das Volk zu verstehen, um zu wissen, wo wir sind, wie wir leben, was wir leben.
Klar, Ältestenschulung ist natürlich auch die ganze Seite von Exegese, habe ich schon gesagt, und so weiter, und Seelsorge. Aber die Pädagogik in dieser Schulung, in der Ältestenschulung, ist immer nicht eine Schulung, wo du einfach zuhörst wie heute, sondern immer mit Überlegen, mit Fragen und Antworten, Gespräch. Meine Arbeitsart ist immer: in kleinen Gruppen miteinander reden und dann Aufgaben geben. Im Aufgabenbereich gebe ich dann meistens jedem ein anderes Kapitel als Aufgabe, und dann wird es zusammengetragen. So wird eine Schulung, finde ich, auch interessant, und man hat Lust, weiterzugehen.
Wir brauchen Leute, die gerne lesen in den Gemeinden, damit einfach auch viele Bücher gelesen werden können. Und alles, was so Wasser ist, wird auf die Seite gesetzt, und nur Wein ist Rat, dass das gelesen wird. Es gibt ja vieles, was von gläubigen Büchern herauskommt, wo man manchmal das Gefühl hat: Der hat das geschrieben, damit man ihn auch noch kennt. Brav gesagt. Wo es eigentlich gut ist, dass man es liest, damit man weiss, dass man es nicht braucht. Und andere Bücher, die man lesen muss und dann zu Arbeitsbüchern daraus machen muss, mit Fragen und so weiter. Da braucht es auch zum Teil, muss ich sagen, Leute, die Zeit haben. Ich sehe das auch als einen wichtigen Dienst.
Es gibt viel, viel sehr gute Bücher, wo man nicht noch einmal etwas schreiben braucht, aber wo man durcharbeiten kann. Dann die Ältesten begleiten in der Schulung und sie verlassen, sie freilassen, sie arbeiten lassen.
Letzte Woche hatten sie in einer Gemeinde einen okkulten Fall, ziemlich schwierig. Eine Frau, die im Okkultismus war und festgebunden war, war es wirklich schwierig. Es gab immer in der Wohnung Schritte, und Lampen fielen herunter und so weiter. Und dann sind von diesem Ort zum ersten Mal die zwei Ältesten allein gegangen zum Beten, um Befreiung. Und dann weisst du, wie das so geht: vorher das Telefon, Dani, du kommst nicht da mit, verstehst du? Nein, nein, nein, nein, der Herr ist mit euch dran, haben wir gesagt. Ich habe gesagt: Der Sieg im Namen Jesu, ihr seid gesendet, um Sieger zu sein. Nachher hatten sie Freude, dass auch Menschen frei sind.
Begleiten, aber verlassen und ihnen diese Möglichkeiten geben. Da habe ich auch noch Lastenheft hingeschrieben. Das tönt so, weisst du, wie ich, wie er lässt, ja. Das habe ich da auf Französisch. Ich habe da Blätter, was eigentlich einen Ältesten für einen Dienst hat, damit er auch weiss, was man von ihm erwartet und wo die Grenzen sind. Denn ich glaube, dass der Älteste vor allem als Priorität Menschen haben muss, und der Diakon hat als Priorität Verantwortungsgebiete. Der Lebensinhalt und die Qualität sind ja dieselben bei den beiden in der Bibel. Aber der Älteste hat Orientierung auf Menschen, und der Diakon hat Orientierung auf Hilfe, Dienst in verschiedenen Gebieten.
So haben wir zum Beispiel die Kinderarbeit in der Gemeinde. Da hast du die ganze Reihe von denen, die die Kinderstunden geben, gell? Da ist ein Diakon, der Leiter dieser ganzen Reihe ist. Und da ist bei den Ältesten einer der Ältesten, der auf seinem Arbeitsheft Verantwortung für die Kinderarbeit hat. Der macht keine Kinderarbeit. Aber wenn es Streitigkeiten in der Kinderarbeit gibt, zwischen einem Kinderlehrer und den Eltern wegen Erziehung und so, dann ist dieser Älteste verantwortlich. Dieser Älteste ist da, um die Kinderarbeit betreibenden Leute in der Seelsorge mitzuhelfen, Mut zu machen, ihn nach der Kinderstunde zu fragen: Wie war’s? Wie ist es gegangen? Mit ihm zu beten, aufzuhelfen, wenn es schwierig war, und auch einzustehen oder reinzukommen, wenn Probleme mit den Eltern wegen der Kindererziehung sind.
So auch in der Jugendarbeit: Da ist ein Älterer, der auf seinem Arbeitsheft Jugendarbeit hat, ist aber nicht in der Jugendarbeit. Aber er ist in der Seelsorge der Verantwortlichen der Jugendarbeit. Und ich glaube, wenn genug Älteste da sind, ist das schön, weil jeder eigentlich ein Arbeitsheft hat, das menschlich möglich ist neben dem Beruf. Und jeder kann auch sagen: Das und das und das ist zu viel. Dann können sie miteinander beten: Herr, schenke uns noch einen anderen Ältesten dazu. Wir haben diesen Punkt, da können wir nicht.
Dann auch einüben bei den Ältesten, wie im Kollegium der Ältesten miteinander leben. Das ist auch nicht immer so einfach. Ich weiss nicht, wie ich das lebe, aber es gibt verschiedene Ältestenräte. Es gibt Ältestenräte, wo einer denkt und die anderen nicken. Das gibt es auch. Die nicken gerne, denn da haben sie Frieden. Aber das ist ja kein Kollegium.
Da war ich oft dabei als Vollzeitler, die Ältesten zusammen, und ich hatte nicht die Leitung. Aber plötzlich habe ich gesagt: Du, jetzt habt ihr schon zwei Punkte durchgegangen, und der da, Andreas, hat nichts gesagt. Andreas, was denkst du? Dann haben sie gelernt: Ja, Kollegium, du, das müssen wir nur lernen, nicht? Und dann hat einer das Gegenteil gesagt vom anderen, und der andere ist sofort aufs Rost hoch. Dann musste ich sagen: Du, Moment, steig mal ab, hör mal zu dort. Der Bruder hat etwas zu sagen.
Und das ist nur Hilfe, damit sie es lernen. Nachher kann ich mich zurückziehen, und sie leben das weiter.
Wachstum, Struktur und Gemeindeformen
Wachstum der Gemeinde ist auch eine Zielsetzung. Wachstum bedeutet, wenn wir in die Bibel hineinschauen, Wachstum in der Zahl, in der Qualität des geistlichen Lebens und auch in den Strukturen. Das gehört eigentlich alles zusammen und muss zusammenbleiben. Mir scheint es sehr wichtig, dass das zusammenbleibt, damit wir nicht plötzlich das Gefühl haben, unsere Gemeinde werde besser leben, und wir müssten einfach alle Strukturen ändern. Bewahrt zusammen: geistliche Qualität, Zahl und Struktur. Lasst es zusammen. Und führt diese drei Dinge miteinander durch.
Ich glaube, die Struktur ist eine Struktur von Menschen. Menschen, die miteinander überlegen, Verantwortung tragen. Diese Menschen überlegen weiter und ziehen andere dazu.
Wie entstehen Tochtergemeinden? Zum Beispiel durch Evangelisation am nächsten Ort. Oder weil der Saal zu klein geworden ist und man dann einfach mit einem Teil weiterzieht. Oft ist es auch so, dass jemand in die Gemeinde kommt, der als Christ engagiert ist und aus einer anderen Ortschaft stammt.
Ich sage den Ältesten immer: Um zu wissen, wo die nächste Gemeindearbeit anfangen muss, müsst ihr in der Gebetsstunde gut zuhören. Wenn ihr jemanden oft für seine Ortschaft beten hört, schreibt es auf. Zielsetzung: Dort, wo geistliche Last ist, geschieht dann etwas. Also nicht einfach geografisch auf der Karte denken: Jetzt ist das und das dran. Die Karte ist auch gut, man muss wissen, wohin man geht. Aber dann kommt die Gebetsstunde, und dort hört man zu.
Natürlich klappt das nur in Gebetsstunden, wenn die Gemeinden geschult sind, für eine Stadt zu beten und Informationen zu haben. Es kommen verschiedene in die Gebetsstunde. Einer hat diese Tageszeitung, der andere jene Zeitschrift. So kommen sie in die Gebetsstunde, weil jeder weiß, dass er das mitbringen muss, was er hat. Und dann können wir für eine Stadt beten.
Die Gemeinden wissen auch: Wenn in einer Zeitschrift etwas über eine Ethikfrage steht, schneiden sie es aus und geben es mir. Dann kommt es in die Ordner. Denn sie sind meine Bank. Also ich bin die Bank, aber sie sind diejenigen, die mir das geben. Information brauchen wir, um mit der Bibel in der Hand über problematische Themen zu arbeiten, aber auch, damit wir genau für unsere Ortschaft beten können. Dann beten Leute für diese Ortschaft, und dann weißt du: Hier geht es um Evangelisation, hier um Tochtergemeinde.
Warum kommt es nicht immer zur Tochtergemeinde? Manchmal, weil die brüderliche Gemeinschaft zu hoch eingeschätzt wird. Das heißt im Stil: Wir sind so gut zusammen, warum sollten wir uns jetzt trennen? Dass ein Teil für eine andere Gemeinde jetzt Hilfe ist zum Anfangen, das wird dann zurückgestellt. Dann stellt man die Gemeinschaft unter Brüdern über das Verlorensein der Verlorenen. Da muss man wieder Prioritäten setzen und mit der Bibel in der Hand zeigen: Wir sind nicht gerettet, um es hier auf der Welt schön zu haben. Wenn wir es schön haben, dann ist es einfach deshalb, weil wir uns um die Verlorenen kümmern.
Da muss ich manchmal den Gemeinden sagen: Wenn ihr es hier schön habt, dann ist es deshalb, weil es hier verschiedene gab, die eine solche Last für die Verlorenen hatten, dass sie zu euch gekommen sind und euch das Evangelium verkündigt haben.
Warum kommt es nicht dazu, anders als ich beobachtet habe, dass zu wenig Vertrauen da ist in junge Verantwortliche? Das scheint mir auch sehr wichtig. Und wo oft das Problem liegt, ist, dass die brüderliche Gemeinschaft nicht zu wahrer Freundschaft kommt. Ich weiß nicht, ob du diese Unterscheidung siehst, aber man kann Bruder im Herrn sein und ist eigentlich doch nicht Freund. Ein Freund ist jemand, mit dem man die Dinge trägt, mit dem man die Lasten trägt und mit dem man eins ist, auch im Tragen.
Wenn du Verantwortung geben willst, dann musst du in der Gemeinde Freunde haben. Solche, die du kennst, die du einsetzt, wo Freundschaft ist. Und denen gibst du ohne weiteres Verantwortung.
Es hat immer komisch getönt, finde ich, eine Zeit lang, als ich in Deutschland war, also nur in der Zeit, als ich in Süddeutschland war, als ich in Möllburg in einem Jugendkreis war, in dem ich am Anfang war. Aber wenn die Leute mir sagten: „Bruder Hermann, das stimmt doch absolut nicht mit dem Neuen Testament zusammen, Bruder und der Hauptname, wo ist da die Beziehung, verstehst du?“ Gut, ich will nicht damit sagen, dass diese Leute das nicht ernst und gut gemeint haben und mich lieb gehabt haben und alles. Nein. Aber ich meine nur, wie wichtig es ist, dass wir in eine Freundschaft hineinkommen, in der wir wirklich Freunde sind und frei miteinander.
Meine Frau sagt immer, es müssen ja nicht alle so schnell du sagen, wie du es machst. Ich bin manchmal bei einem Bürgermeister, und plötzlich sage ich, wenn ich merke, dass er nicht mehr so zuhört: „Hast du es verstanden, ja?“ Mach es sofort. Ja, Entschuldigung, ich habe ja, ja. Ist nicht schlimm, ist nicht schlimm. Hilfe, ich hätte wohl Engländer sein sollen, da geht es besser mit der Du-Form.
Und dann, was auch manchmal bremst, ist, dass wir eine Liebe zu großen Veranstaltungen haben und es als Leiter manchmal nicht zugeben. Da müssen wir aufpassen. Wenn wir Tochtergemeinden wollen, wenn wir wollen, dass es weitergeht, dann dürfen wir nicht als Zielsetzung das schöne große Zusammensein haben. Du merkst ja: Je mehr Leute es in einer Gemeinde hat, desto mehr können da sein, ohne engagierte Christen zu sein. Wir müssen einfach damit einverstanden sein.
Drei D für Tochtergemeinde: Wer wird dieses Objekt leiten? Ich glaube, das Objekt der Tochtergemeinde wird von den Ältesten geleitet, in eurem Fall, wo Älteste da sind. Und diese Ältesten geben dem, der in diesem Ort lebt, Verantwortung und ziehen mit ihm mit, also helfen ihm, diese Tochtergemeinde zu gründen.
Ich arbeite immer nach dem Prinzip des Vielfältigen: Ein Jünger wird so geschult, dass er, wenn ein anderer zu Jesus kommt, auch diesen schulen kann. Aber jeder Älteste in der Gemeinde hat als Aufgabe, zu beten und zu schauen, welchen jungen Mann er an seine Seite nehmen kann, um ihn als Ältesten zu schulen.
In jedem Gebiet ist das so. Wer Kinderarbeit macht, schaut im Jugendkreis, welchen Jungen könnte ich mit mir nehmen in die Kinderarbeit? Und könnte er zuschauen? Ich könnte ihn anleiten, ihm Verantwortung geben und ihn für die Kinderarbeit schulen. In jedem Gebiet kann das durchgeführt werden. Das ist die Arbeit des Koordinators, dass er immer wieder schaut: Wird das durchgeführt, oder bleibt das eine Theorie?
So ist es auch schön, wenn die Ältesten solche Nebensicht nehmen, die eine Last für eine andere Ortschaft haben, sie mitnehmen und ihnen dann auch in diesem neuen Ort Verantwortung geben.
Wie kommt dieses Ziel zustande? Vision haben, also Sicht für eine andere Ortschaft haben, haben wir gesagt. Die Gemeinde motivieren, für diese Ortschaft zu beten, und dann ein Planning aufstellen: Wie werden wir dort evangelisieren, in welcher Zeit, und was ist unser Plan auf längere Sicht?
Ich weiß natürlich, dass es viele Gemeinden gibt, die immer nur auf kurze Sicht arbeiten. Das kommt oft daher, dass man zu viel Arbeit hat und keine Zeit mehr findet, sich hinzusetzen und auf lange Sicht durchzudenken. Ich muss unseren Missionaren lernen, immer auf fünf Jahre zu überlegen, damit sie sehen, wohin sie wollen. Sie wissen genau, sie können niemanden bekehren, aber da will ich hin. Das sind die verschiedenen Etappen, wohin ich will, und da will ich durchziehen.
Welche sind die diversen Entwicklungsstufen für die Tochtergemeinde? Erstens: die Muttergemeinde dazu motivieren. Zweitens: neue Ortsleute kennen, tragen, haben wir gesagt. Drittens: Verantwortliche schulen. Viertens: evangelisieren. Fünftens: Gottesdienst anfangen. Und dann, wenn es später möglich ist, ein Lokal, wenn es nötig ist.
Lokal müssen wir auch nicht immer eng denken. Ich war in einer Gemeindegründung, da hatten wir keinen Platz. Zum Glück war es Frühling, und wir waren am Sonntag einfach im Wald. Das ist ja wunderbar, im Wald Gottesdienst zu haben, auch wenn es manchmal regnet. Man hat ja Schirme dazu. Der Herr sagt ja, dass er unser Schirm und Schild ist. Dann bleibt es sogar biblisch. Und dann kam aber der Wind. Das ist unangenehm.
Dann habe ich dem Bruder gesagt: Was machen wir jetzt? Willst du eine Halle bauen oder wie machen wir das? Da sagt doch ein Bruder: Und wenn wir jetzt einfach Gebetsstunde machen würden und beten, dass sich eine Familie bekehrt, die eine große Zahl hat? Da habe ich gedacht: Mensch, Glauben muss man haben. Ich dachte, das kann so nur ein Unbekehrter herausbringen. Mensch, das Kind.
Und effektiv hatte ich dann im Herbst Kontakt mit diesem Piero, von dem ich gesagt habe, der Kommunist, der Leiter. Der hatte in seinem Haus, das sich baute, eine Garage für das Auto, ohne Pfosten. Und das war ganz voll Holz, ein Lager von Holz. Als er sich bekehrt hatte, das war Anfang des Winters, habe ich ihm gesagt: Du, wir haben eigentlich für deine Garage gebetet. Okay, morgen können wir lehren. Dann haben sie das Ding weiß angestrichen und einen super Saal gehabt.
Gott kann uns auf Wege führen, wo wir nur staunen, wo wir denken: Saalbau. Und da ist da einer da und sagt: Nein, nein, Rettung zuerst und Saal danach. Das kommt wieder darauf an, welche Struktur man hat.
Wir haben zum Beispiel in ganz kleinen Ortschaften, wie in den Bergen hier, ganz kleine Ortschaften. Da haben wir eigentlich mehr regionale Gemeinden. Das heißt: Ein Gemeindeort für den Sonntagsgottesdienst, und alles andere vom Gemeindeleben geschieht in Hausgemeinden. Diese Gemeinde ist also aufgeteilt in Hausgemeinden, und jede Hausgemeinde ist verantwortlich für ihren Ort: zum Evangelisieren, für Jüngerschaft. Jede Hausgemeinde ist auch verantwortlich, ihre Evangelisationsmittel zu bezahlen, und jede Hausgemeinde ist verantwortlich, in ihrem Ort sozial zu helfen. In jeder Hausgemeinde sind zwei Ehepaare verantwortlich. Die ziehen es dann miteinander durch.
Ich denke jetzt an eine Situation, in der wir etwa sieben Hausgemeinden haben, und alle diese vierzehn Ehepaare treffen sich dann mit dem Ältesten zusammen, um die Zielrichtung durchzudenken, wie es weitergeht. Jede dieser Hausgemeinden versucht wieder, neue Hausgemeinden in anderen Orten zu gründen.
Aber weil es ganz kleine Ortschaften sind, haben wir wegen der Kinderarbeit und Jugendarbeit Regionalgemeinden. Das heißt, dass die Jungen auch am Sonntag unter sich miteinander sind. Wir denken auch an eine Partnerwahl, das ist kein Detail. Und auch in der Kinderarbeit am Sonntag können wir so die Kinder in verschiedene Altersstufen unterteilen, was du in den kleinen Hausgemeinden nicht kannst. Darum Gottes Team zusammen und in den Hausgemeinden Bibelarbeit, Schulung, Evangelisation in den Hausgemeinden.
Aber das ist eine Struktur, die man lassen kann oder auch nicht. Ich habe es einfach so gemacht, als ich gesehen habe: so kleine Ortschaften, 100 Einwohner, 150 Einwohner, 300 Einwohner. Da habe ich gedacht, wie kann es gehen, dass es auch in der ganzen Gegend ein Zusammenhalten gibt, dass nicht jede kleine Gemeinde sich versplittert und in den Sand läuft?
Da ist wieder die Arbeit, die Verantwortlichen zu schulen, natürlich, und die Ziele der Hausgemeinde: Gebet, Gemeinschaft, Lehre, Evangelisation, Sozialhilfe.
Fünftens, Jugendarbeit. Ich habe davon gesprochen: Was hat sie für ein Ziel? Da habe ich manchmal gestaunt. In der Gemeinde habe ich die Verantwortlichen der Jugendarbeit gefragt: Was habt ihr da für ein Ziel damit? Man macht viel, ohne zu wissen, wohin es eigentlich geht, was man genau will. Und es ist dann interessant, wenn man Ziele setzen kann.
Wie treiben wir Jüngerschaft in der Jugendarbeit? Wie evangelisieren wir? Und denken wir an die zweite Generation, also die Generation, die nicht in Familien lebt, die in der Welt und in der Sünde gelebt haben, sondern in einer Familie ist, wo die Eltern gläubig sind, also schon einen Segen hat, aber auch eine Zeit von Schwierigkeiten erleben kann, wenn sie jung sind. Denken wir an diese. Können wir sie sofort, wenn sie bekehrt sind, mitnehmen in die Jüngerschaft und Verantwortung geben?
Ich habe gemerkt, es gibt nur zwei Möglichkeiten: Die einen nimmt man sofort mit, und dann machen sie mit. Oder dann werden sie zu sitzenden jungen Christen, die ein bisschen kratzen, wo Zielsetzung schwierig wird. Gerade für zweite und dritte Generation scheint mir das wichtig. Diese brauchen Hilfe. Diese zweite Generation braucht Hilfe, um hinauszugehen und zu evangelisieren. Denn es gibt wenig aus der zweiten Generation, die das von ihren Eltern lernen. Und da müssen wir in der Jugendarbeit ihnen helfen, das zu leben.
Praktische Formen der Gemeindearbeit im Alltag
Ich freue mich über ein Lager in diesem Sommer. Wir haben einen alten Traktor, so einen Bautraktor, der 35 Jahre alt ist, wieder hochgestellt, den Motor und alles zusammen. Außerdem haben wir für den Sommer einen Spritzenwagen gemietet. Darauf wird dann die ganze Musikgruppe sitzen. Und dann gehen wir von Dorf zu Dorf in einer Gegend, um auf diesem Wagen zu evangelisieren. Mit Fahrrädern werden schnell wieder Briefe in den Briefkasten gesteckt, und auf diesem Wagen evangelisieren wir einfach jeden Tag, auf dem nächsten Platz, wo wir hinkommen.
Die Jungs freuen sich wieder. Aber da müssen Erwachsene mit, die dabei sind und mitmachen. Habt ihr da noch Fragen?
Wie gross sind die Ortschaften, wo ihr das macht, was du jetzt zum Schluss angeschnitten hast?
Das machen wir in kleinen Ortschaften. Ich konnte mit solchen Lagern eine Gemeindearbeit in der Haute-Marne in Langres anfangen. Das ist eine ganz katholische Gegend, wo es ein Bischofszentrum gibt, wo noch Mönche und alles da sind, sogar eine Jesuitenschule. Der grösste Ort hat 10 Einwohner, und alle anderen Ortschaften sind klein. Dort haben wir die Arbeit angefangen. Jetzt ist ein Missionar vor Ort, und es gibt dort eine Gemeinde mit etwa 40 Leuten.
Im Jura haben wir so auch angefangen, in einem Dorf mit 40 Einwohnern, wo wir einfach im Frühjahr und im Sommer Lager und Evangelisation gemacht haben. Und dann, wenn die ersten Kontakte da sind und die Menschen geschult werden müssen, schicken wir einen Missionar hin. Wir schicken jetzt nicht mehr Missionare hin, wo absolut nichts ist. Wir wollen zuerst den Boden vorbereiten, mit verschiedenen Lagern und Evangelisationslagern. Und wenn wir dann merken: Hier, in diesem Ort oder in diesem Haus, da geht etwas, dann ist das der Punkt. Sonst kommt ein Missionar an einen Ort, und vielleicht geschieht alles im Ort nebenan.
Da müssen wir zuerst breit in der Gegend Seemannsarbeit machen, breit, und dann sehen, wo es ankommt, gell? Aber wenn plötzlich Interesse da ist, dann gibt es erste Schulungen, wir helfen denen, und wenn sich einer bekehrt, geht der Missionar an diesen Ort.
Ja?
Wie gross sind diese Ausgemeinungen?
Zehn bis zwanzig Erwachsene etwa. Wir versuchen, so zu arbeiten, wie es ins Haus passt, von dem, der empfängt. Und nachher ist es ja wieder dasselbe Prinzip: Die zwei Ehepaare, die verantwortlich sind, müssen wieder schulen, damit frei wird für eine neue Hausgemeinde.
In diesem Fall, im Gebirge, kommen sie zentral zusammen, an einem gleichen Ort, in einem gleichen Saal, mit verschiedenen Sälen für Kinderarbeit und auch für Jugendarbeit. Das ist dann eine regionale Struktur, also eine strukturfreie Gegend.
Habt ihr auch bald angefangen, Tochtergemeinden zu machen, oder wartet ihr erst längere Zeit, oder wie praktiziert ihr das, wenn ihr dann Tochtergemeinden loslasst?
Meistens ist das wieder von Menschen bestimmt, gell? Das heisst: Wenn du in der Gemeinde ein Ehepaar oder mehr hast, das von einem Ort nebenan kommt und die eine Last haben, dann ist bei mir schon die Lampe an: Tochtergemeinde. Wenn du Menschen hast, die nur von diesem Ort oder von diesem Quartier sind, dann lässt du wachsen.
Ich glaube, es ist nicht organisch, wenn einfach Leute, die da wohnen, jetzt wegziehen in eine andere Ortschaft. Das ist für mich Missionswerk, das ist für mich nicht mehr Gemeindestruktur. Denn wenn ich den Unterschied zwischen dem Apostel und dem Ältesten sehe, dann ist der Apostel unterwegs und der Älteste bleibt am Platz.
Aber wenn jetzt in dieser Gemeinde, weil wir Autos haben, Menschen aus dem Ort nebenan kommen, dann weisst du schon: Da geht es weiter. Und dann kommen in dieser Gemeinde vom Ort nebenan, in dieser Tochtergemeinde, vielleicht wieder Menschen vom nächsten Ort dazu. Und dann siehst du wieder, wo es weiterzieht.
Mein Hobby ist immer, dem Heiland sagen zu können: Herr, wir haben zu viele Verantwortliche, jetzt braucht es Bekehrungen.
Ich weiss, dass es von Ort zu Ort verschieden ist, aber wo siehst du die Grenze im Blick auf die Personenzahl einer Gemeinde? Wann sollte eine neue Tochtergemeinde begonnen werden, damit nicht die anonyme Kreuzung losgeht?
Meistens sehe ich so in der Grössenordnung von 40 bis 60, wo die Brüder miteinander noch gut zusammenleben können und das persönliche Leben und die Beziehungen noch da sind. Aber es kommt natürlich, wie du sagst, darauf an, was für ein Ort es ist, und es kommt auch darauf an, welche Gaben die Ältesten haben.
Es gibt Gemeinden, wo du einen begabten Ältesten hast, bei dem die Zahl für ihn gar nicht etwas ist, was ihn in seiner Art verändert. Und es gibt Brüder, die werden durch die Zahl anders. Und wenn ich sehe, dass sie negativ anders werden, zum Beispiel, dass sie sich wichtiger nehmen, dann bin ich immer ziemlich schnell daran, zu versuchen, wie man es kleiner bringen kann.
Also, es gibt begabte Menschen, die für grosse Gruppen begabt sind, und für kleinere. Aber missionologisch gesehen hast du ja eine Grenze, wo ein Mensch etwa verantwortlich sein kann für dreissig. Wenn zum Beispiel ein Diener es nicht verträgt, dass die anderen anders denken, dann bleibt die Gemeinde praktisch immer bei dreissig, denn die Andersdenkenden gehen wieder weg. Und wenn einer im Kollegium bereit ist, anders zu denken, neue Gedanken hineinzunehmen – ich rede da nicht davon, eine andere Lehre hineinzunehmen –, dann stellen wir uns menschlichen Gedanken, die das Gedankengut öffnen, oder in der Strategie andere Gedanken zu haben.
Dann habe ich so das Gefühl: Auf dem Terrain ist es so die Grenze bei sechzig, wie es angenehm ist. In dieser regionalen Gemeinde, von der ich jetzt dann wegziehe mit meiner Frau, also mit Ursula wegziehe, ist es eine regionale Gemeinde, wo jetzt über zweihundert Leute sind. Aber da hat Gott wirklich Älteste und den Koordinator geschenkt, die diese regionale Gemeinde einfach ganz schlicht, brüderlich und zielbewusst durchschüren können, ohne dass irgendwie Leiden da ist.
Und der Koordinator, der hat da wirklich eine Gabe. Ich muss sagen, da weiss jeder Älteste, für welche Menschen er verantwortlich ist. Die Hauskreise mit den verschiedenen, also mit den 14 Ehepaaren, die sind wirklich voll dran. Also ich glaube, es kommt wieder auf die Gaben an.
Ist der dann zufällig auch mehr vollzeitlich oder halbzeitlich, dieser Koordinator da, bei den 200, oder?
Der ist dann nebenberuflich, ja, nebenberuflich. Er ist Bankangestellter, und er sagt, er habe viel Zeit. Und das stimmt auch.
Während der Arbeit viel Zeit zum Nachdenken?
Nein, aber in den Stunden. Er hat einen verantwortlichen Posten, wo er viel Zeit hat. Das gibt es in den Banken. Und ich muss sagen, er und seine Frau auch, sie haben wirklich eine Gabe dafür miteinander. Und ich bin wirklich ruhig darüber.
Aber für diese Gemeinde haben die Ältesten gefragt, ob einer von unseren Lehrern, ein Missionar, der Lehrer ist und auch Hirte ist, ob dieser mithelfen kann in der Weiterbildung der Gemeinde. Der wird dann nicht vor Ort sein, aber er wird immer so etwa 80 Kilometer fahren, um dort in der Lehre zu helfen.
Andere Fragen?
Ja?
Sind hier eigentlich genug Missionare in der Stadt?
Meinst du Missionare, wenn du Mitarbeiter brauchst? Nein, nie, nie genug. Wir sind immer in der Klemme, weisst du, auch in den verschiedenen Missionswerken in Frankreich. Im Gemeindebau leben wir in einer Spannung, die uns näher zum Herrn führt. Einerseits fehlt es an Berufungen, und andererseits fehlt es an Geld.
Und wir sind in einer Situation, wo eigentlich ein einheimisches Missionswerk sonst nicht in einem Land macht, in dem die geistliche Situation so ist wie in Frankreich: weniger als ein Prozent Gläubige, also so viel wie in islamischen Ländern. Und in einem islamischen Land wirst du nie anfangen mit einem Missionswerk, das von diesem Land ist. Da kommen Werke von aussen, um Gemeinden zu gründen.
Und wir in Frankreich haben in der Geschichte einfach etwas Umgekehrtes gehabt. Wir hatten zuerst, im letzten Jahrhundert, Bibelschulen, um Pfarrer zu schulen, aber Pfarrer, ohne dass Gemeinden da sind. Das war so, weil die Initiative von Brüdern kam, die auch aus England kamen und diese Sicht hatten: Gemeinde braucht es, also müssen wir zuerst Pfarrer schulen, aber Gemeinden sind gar keine da.
Und dann kam Anfang des Jahrhunderts die Sicht auf Evangelisation in Frankreich, aber ohne Gemeindegründung, denn alles hat seine Zeit. Da war einfach die Rettung des Einzelnen dran. Da haben diese Missionare evangelisiert und erzählt und so, und die Leute sind zurückgegangen in die katholische Kirche, in die protestantische Kirche, dorthin, wo es halt ging, und so.
Und dann kam erst die Sicht der Gemeindegründung, und die kam wirklich, kann man sagen, vor 25, 30 Jahren zurück. Als das kam, da haben wir gemerkt: Es fehlt an Schulung für die Missionare. Denn die sind geschult, um mit Gläubigen umzugehen, aber sie sind nicht geschult, um mit Ungläubigen umzugehen.
Da war Evangelisation in dieser Zeit nur: rausgehen, schiessen, heimgehen und, je nach Asterix und Obelix, die Helme mitnehmen. Aber natürlich war das absolut nicht Gemeindebau.
Und dann kam erst der Gedanke des Gemeindebaus. Und als der Gemeindebau kam, da brauchte es dann Pioniere. Aber wenn keine Gemeinden da sind, wer bezahlt diese Pioniere?
Und da bin ich froh, dass wir immer wieder in dieser Spannung sind. Der Herr hat seine Treue gezeigt, aber wir haben auch immer wieder Missionare gebraucht, die gesagt haben: Okay, ich habe Suppe für meine Familie, es kann einer dazu. Wir haben Missionare gehabt, ich habe auch so angefangen. Ich hatte absolut keinen Lohn. Ich lebte einfach mit den anderen und bekam das Essen, aber nichts mehr.
Wir haben Jahre gehabt, da haben wir davon gelebt, vom Kindergeld vom Staat. Der Staat hat den Missionar bezahlt. Aber wir wollen weitergehen, aber Gemeinden sind keine da.
Und jetzt gibt es immer mehr Missionswerke, die es finanziell nicht mehr aushalten in Frankreich, weisst du. Und die jetzt, wenn Junge aus der Bibelschule kommen, sagen: Okay, wenn du dann 75 Prozent von deiner Unterstützung hast, kannst du kommen in unser Werk. Und da müssen diese Jungs schon fast gezwungen mit Neben- oder falschen Motiven den Dienst anfangen. Da sind wir in der Klemme.
Wir sind davon überzeugt, dass es nichts wie vorher ist. Wenn der Herr sein Volk vierzig Jahre durch die Wüste getragen hat und die Schuhe nicht einmal abgenützt waren und die Kleider auch nicht, während vierzig Jahren, dann kann er auch hindurchführen. Aber da brauchen wir immer wieder Missionare, die sagen: Okay, ich weiss, wie ich reinkomme, ich weiss nicht, wie ich rausgehe. So geht es jetzt mal mit der Zielsetzung, und so kommen wir mit.
Und das ist natürlich die Spannung. Das ist die Spannung, und die müssen wir miteinander tragen, finde ich. Aber es ist ein Land, wo du durch Städte gehen kannst, natürlich mit 120 Einwohnern, wo nicht ein Missionar ist, keine Gemeinde, so einfach. Oder ganze Hauptquartiere in Städten, wo nur Moslems sind und wo der Staat Angst hat, etwas zu machen. Denn etwas zu bremsen bei den Moslems heisst immer sofort: Bomben, Anschlag. Dann kannst du nicht mehr bremsen.
Wir haben die schönsten Moscheen jetzt in Frankreich, aber bremsen kannst du nicht.
Evangelisation, Öffentlichkeit und Arbeit unter Muslimen
Welche Erfahrung habt ihr mit missionarischen Grossveranstaltungen? Missionarische Grossveranstaltungen, welche Erfahrung? Was nennst du missionarische Grossveranstaltungen? Evangelisation oder Evangelisation, okay. Evangelisation mit grossen Veranstaltungen ist eine Möglichkeit.
Ich würde sagen, es gibt Menschen, die es brauchen, irgendwo zu sein, wo niemand sie anspricht und niemand sie kennt, oder wo sie in der Masse verschwinden, um das Evangelium zu hören. Ich würde sagen, da, wo die Zielsetzung klar ist und wo das Evangelium verkündigt wird, haben wir bis jetzt keine Probleme gehabt, ob gross oder klein.
Als wir in Frankreich das letzte Mal Billy Graham hatten, hat er selber ja gesagt, dass ihm bewusst ist, dass diese Struktur nicht für Frankreich passt. Aber wir sind sehr dankbar, dass er es durchgeführt hat. Natürlich gibt es viele kritische Fragen bei dem Ganzen, gell. Aber ich steige da immer wieder in die Evangelisation ein, in die Haltung von Paulus, Kolosser 1, gell: Ob ich weiss oder nicht, was der und jene für Motive hat, wie das genau steht, ich freue mich daran, dass das Evangelium verkündigt wird. Da sind wir dann immer wieder aufgerufen zur treuen Arbeit, und da liegen wir dann voll drin, um die Menschen, die angesprochen sind, weiter zu begleiten.
Aber wenn du nicht natürlich ausrennen willst, kann man sich Fragen stellen: Resultat und Aufwand? Da kann man sich Fragen stellen. Ja, aber wir sind nicht spezialisiert unter Moslems. Es gibt verschiedene Missionen, die spezifisch unter Moslems arbeiten, wie die Männer. OM hat auch zwei Teams unter den Moslems in Frankreich. Wir arbeiten einfach unter den Menschen, die da sind, also auch unter Moslems.
Unter Moslems haben wir verschiedene in den Gemeinden, die sich bekehrt haben, aber wir sind nicht spezifisch darauf ausgerichtet. Ich habe immer wieder die Freude, auch mit den Moslems das Evangelium zu bringen. Klar, du hast eine andere Herangehensweise, du näherst sie anders. Ich komme meistens mit Abraham und dann von dieser Seite bis zu Jesus, und dann ...
Es gibt viele Oppositionen, aber auch viele Menschen, die immer offener werden. Wir haben auch bei Freiluftversammlungen Steinewürfe in diesem Quartier erlebt, wo wir die Instrumente wegräumen müssen, Autos wegräumen müssen, wo der Imam, also der Verantwortliche der Moslems vom Quartier, pfeift, und dann kommen alle Jungs, die Burschen von so 14 bis 18 Jahren, mit Steinen werfen. Das ist bei ihnen natürlich Teil vom Heiligen Krieg. Aber da erfahren wir auch Bewahrung. Manchmal werfen sie auch Eier, das ist noch angenehm, wenn sie nicht faul sind. Ich bekam mal beim Trompetenspielen ein weiches Ei gerade darauf, da war es richtig. Dekorativ, ne? Shampoo mit Ei, alles im Preis.
Sonst Fragen? Wann habe ich vorher angefangen? Weisst du das noch? Vor einer Stunde. Ich war, da höre ich auf. Okay, Pause, danke.
