Gott wird Mensch. Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 706
Das Gleichnis vom Hochzeitsmahl, Teil 5
Matthäus 22,11-13
Gott wird Mensch Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg Wahrheit und Leben ist. Episode 706 Das Gleichnis vom Hochzeitsmahl Teil 5 Matthäus 22, die Verse elf bis dreizehn
Die Frage nach dem Sinn des Gewandes
Als aber der König hereinkam, um die Gäste zu besehen, sah er dort einen Menschen, der nicht mit einem Hochzeitskleid bekleidet war. Und er sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen, da du kein Hochzeitskleid hast? Er aber verstummte. Da sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Füße und Hände und werft ihn hinaus in die äußere Finsternis; da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein.
Die Frage war, wofür das Hochzeitskleid steht. In unserem Gleichnis gibt es keinen direkten Hinweis darauf. Deshalb glaube ich, dass wir das Kleid nicht unbedingt mit der uns geschenkten Gerechtigkeit oder mit den gerechten Taten der Heiligen gleichsetzen müssen. Wir können das natürlich tun; es ist nicht falsch. Aber mein Eindruck ist, dass der Herr Jesus hier der Deutung bewusst mehr Raum lässt.
Zwischen Anwesenheit und wirklicher Teilhabe
Hier steht ein Mensch ohne Hochzeitskleid mitten in einem festlich geschmückten Saal. Äußerlich ist er anwesend, doch innerlich gehört er nicht wirklich dazu. Seine Anwesenheit bleibt oberflächlich, beinahe zufällig.
Das harte Urteil, die Verbannung in die äußere Finsternis, wo Weinen und Zähneknirschen herrschen, wirkt zunächst befremdlich. Kann jemand allein dafür verurteilt werden, dass er kein Hochzeitskleid trägt? Weil das Urteil so hart ist, liegt es für mich nahe, das Hochzeitskleid nicht bloß als äußeres Detail zu verstehen, sondern als Ausdruck einer inneren Haltung. Es steht für die Einstellung gegenüber dem Fest selbst, für die Bereitschaft, sich auf das Geschehen einzulassen.
Es genügt eben nicht, nur physisch anwesend zu sein. Wer den Hochzeitssaal betritt, sollte dies mit der Absicht tun, wirklich mitzufeiern. Das Fest verlangt eine Form der inneren Beteiligung, die über das bloße Dabeisein hinausgeht. In diesem Sinn wird das Hochzeitskleid zum sichtbaren Zeichen einer inneren Zustimmung. Es zeigt, dass jemand die Bedeutung des Anlasses anerkennt und sich entsprechend darauf einstellt.
Diese Symbolik ist keineswegs auf unser Gleichnis beschränkt, sondern lässt sich auch auf heutige Erfahrungen übertragen. Wer nicht bereit ist, sich für eine Hochzeit angemessen anzuziehen, bringt damit unausgesprochen zum Ausdruck, dass ihm die Feier und damit auch die Brautleute den Aufwand nicht wert sind.
Im Gleichnis entsteht also ein Spannungsfeld zwischen äußerer Teilnahme und innerer Beteiligung. Man kann anwesend sein und doch distanziert bleiben. Der Mann ohne Hochzeitskleid verkörpert genau diese Haltung. Er ist zwar da, aber nicht wirklich dabei. Die Kleidung offenbart sein Herz.
Das Muster aus dem Gleichnis vom Unkraut
Vielleicht ist es gut, wenn wir uns an ein ähnliches Gleichnis erinnern. Dort geht es auch um das Reich Gottes, ich meine das Gleichnis vom Unkraut im Acker. Das endet nämlich ganz ähnlich wie das Gleichnis vom Hochzeitsmahl, Matthäus 13,40-42.
Wie nun das Unkraut zusammengelesen und im Feuer verbrannt wird, so wird es in der Vollendung des Zeitalters sein. Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle Fallstricke zusammenlesen und die, die Gesetzloses tun. Und sie werden sie in den Feuerofen werfen. Da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein.
Man hört sofort die Parallele: Weinen und Zähneknirschen. Wen trifft es hier? Leute, die sich im Reich Gottes aufhalten, aber Gesetzloses tun und andere zu Fall bringen. Also auch hier die Idee, dass es Menschen gibt, die wie Unkraut auf einem Acker nur äußerlich dazugehören, aber zur Zeit der Ernte entfernt werden müssen.
Die Frage war ja, wofür steht das Hochzeitskleid, beziehungsweise was bedeutet es, wenn man keines anhat? Antwort: Es zeigt die Haltung des Gastes. Der Gast ohne Hochzeitskleid gehört nur äußerlich dazu, aber nicht innerlich. Ihm fehlt die Liebe zu Gott und die Liebe zum Sohn Gottes. Und man wird diesen Mangel an Beziehung in seinem Leben wiederfinden, und zwar in Form von Sünde und indem er andere zur Sünde verleitet.
Das Problem dahinter ist ganz einfach: So jemand hat keinen Glauben.
Glaube, Heuchelei und das Ende aller Masken
Wie war das mit dem Hauptmann, dessen Diener von Jesus geheilt wurde? 1. Korinther 5,3-12
Wahrlich, ich sage euch: Bei keinem in Israel habe ich so großen Glauben gefunden. Ich sage euch aber, dass viele von Osten und Westen kommen und mit Abraham und Isaak und Jakob zu Tisch liegen werden im Reich der Himmel. Aber die Söhne des Reiches werden hinausgeworfen werden in die äußere Finsternis; dort wird das Weinen und das Zähneknirschen sein.
Der Hauptmann hat großen Glauben. Die Söhne des Reiches werden hinausgeworfen in die äußere Finsternis. Warum? Weil es ihnen an Glauben fehlt. Äußerlich gehören sie dazu, sie sind Söhne des Reiches, aber innerlich sind sie ganz weit weg. Doch Gott lässt sich nicht täuschen.
Wir können Menschen Glauben vorspielen, Gott nicht. Und es wird der Moment kommen, an dem alle Heuchelei und alles Vorspielen ein Ende finden wird. Diese Botschaft ist vor allem für solche Leute wichtig, die Religion zu einem Geschäft gemacht haben.
Berufung und Erwählung am Ende des Gleichnisses
Aber kommen wir zum Schluss: Matthäus 22,14. Denn viele sind Berufene, wenige aber Auserwählte.
Das ist die Begründung dafür, dass der König den Gast ohne Hochzeitskleid binden und in die Hölle werfen lässt. Er wird entfernt, weil er nicht auserwählt ist. Warum ist er nicht auserwählt? Antwort: Weil er kein Hochzeitskleid trägt. Er ist an seinem Status selbst schuld.
Die vielen Berufenen, das sind alle diejenigen, die eine Einladung zum Hochzeitsfest erhalten haben. Frage: Wie wird aus einem Berufenen ein Auserwählter? Ganz einfach, indem er die Einladung annimmt. Die vielen Berufenen, das sind all die, zu denen die Knechte gehen. Die Auserwählten, das sind die, die tatsächlich zur Hochzeitsfeier kommen.
Das Evangelium ergeht an viele Menschen, mit Glauben reagieren tun nur wenige. Aber klingt auserwählt nicht danach, als hätte Gott sie ausgesucht? Und an der Stelle wird es interessant. Der Begriff Auserwählter hat mindestens zwei Seiten. Einmal diese Seite: Ich wähle aus einer Gruppe jemanden aus. Und das ist dann mein Auserwählter. Das macht hier keinen Sinn, weil wir ja wissen, dass der König gerade niemanden auswählt, sondern alle einlädt.
Dann gibt es bei auserwählt aber eine zweite Seite. Ich kann Leute zu etwas auserwählen. Petrus schreibt an Christen, die, Zitat, auserwählt sind nach Vorkenntnis Gottes zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi. Merkt ihr: Gott wusste vorher, wer sich bekehren würde, Stichwort Vorkenntnis, und erwählt die Bekehrten zum Gehorsam und zur Blutbesprengung aus.
Und mit dieser Seite von auserwählt haben wir es am Ende unseres Gleichnisses zu tun. Viele sind eingeladen, aber nur wenige sind dazu auserwählt, mitzufeiern. Gott sucht sich die Gäste nicht aus, er will alle. Viele sind berufen. Aber wenn er feststellt, dass da jemand ein Heuchler und ein Sünder ist, sich jemand einschleicht, der keinen Glauben hat, dann macht er kurzen Prozess. Solche Leute fliegen aus dem Reich Gottes wieder raus.
Was könntest du jetzt tun? Lies noch einmal in Ruhe 1. Petrus 1,1-2 und denke über das Thema Auserwählung nach.
Das war's für heute. Wenn du schlau und jung bist, lern Englisch. Es gibt einfach so viel gutes Material in dieser Sprache. Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.