Wake UP! - Vortrag 2: Randbedingung "Hören auf Gott & Gottesfurcht"
30.05.2014
Serie•Teil 2 / 3Wake UP!
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Einleitung und erste Zuspitzung
Ich hätte mal eine Frage. Die Frage geht relativ einfach: Kann ich mal ein Handzeichen haben, wer hat im Monat dreißig Euro übrig? Hand hoch. Okay, ich lese euch einen Bibelfers vor, und ihr könnt dann selber entscheiden, was ihr mit den dreißig Euro macht.
Es gibt ja so richtig fiese Verse in der Bibel. Also, ich bin dafür, dass man Bibelfers auswendig lernt. Wirklich, ich mag das. Und es gibt Verse. Ich habe so eine Box voll auswendig gelernter Bibelverse, und immer wenn ich die dann durchgehe, weil ich habe so ein schlechtes Gedächtnis, mein Langzeitgedächtnis ist leider ein bisschen gaga, ich muss sie also regelmäßig wiederholen, und immer wenn ich dann bei diesem Vers vorbeikomme, denke ich mir: Das ist echt so ein fieser Vers.
Ich lese ihn euch mal vor: Da sagte Herr Jesus: Verkauft eure Habe und gebt Almosen. Macht euch Beutel, die nicht veralten, einen unvergänglichen Schatz in den Himmeln, wo kein Dieb sich naht und keine Motte zerstört.
Das sind so Verse, wo ich merke, die gehen mir total gegen den Strich. Verkauft eure Habe und gebt Almosen. Ich glaube, dass selbst die, die sich nicht gemeldet haben, zu Hause irgendwas haben, was sie loswerden könnten. Na ja, Leben ist so einfach, oder?
Also, du hast die Zettelchen vergessen mit den ... Das ist Kindern schade, aber ich hoffe, dass ihr wisst, was ihr zu tun habt.
Also, wir sind eigentlich beim Thema Erweckung, und ich möchte mit euch über Randbedingungen reden. Randbedingungen dafür, dass Gott unser Herz erwecken kann. Ich möchte euch zwei dieser Randbedingungen zeigen, und die erste ist relativ einfach: Erweckung beginnt in Menschen, die Gott fürchten und auf ihn hören.
Es gibt ein Buch über Erweckung, das lag jetzt nicht auf dem Büchertisch, weil ich nicht davon ausging, dass es jemanden groß interessiert. Das heißt Erweckung. Brian Edwards untersucht Erweckungen in der Kirchengeschichte, und er sagt folgendes Zitat: Es muss hier als historische Tatsache gesagt werden, dass eine Erweckung nie im liberalen Flügel der Kirche beginnt, also bei denen, die die volle Autorität und Unfehlbarkeit der Bibel ablehnen.
Irgendwie hat unser Umgang mit der Bibel etwas damit zu tun, ob Gott uns erwecken kann, ob Gott uns gebrauchen kann, Menschen mit dem Evangelium zu erreichen. Im Alten Testament heißt es im Propheten Hosea: „Weil du die Erkenntnis verworfen hast, so verwerfe ich dich, dass du mir nicht mehr als Priester dienst.“
Wenn wir das Interesse an Gottes Wort zurückfahren, uns nicht um sein Wort kümmern, dann wird Gott uns und unsere Kinder verwerfen. Es ist ein sehr gruseliges Wort, aber es ist Bibel. Und uns muss klar sein, dass, wenn wir die nächste Generation prägen wollen, dann müssen wir uns zuerst selber prägen lassen. Wir können nur weitergeben, was wir selber haben.
Und mir ist dieses Prinzip an anderer Stelle in der Bibel mal sehr deutlich geworden, und zwar im Buch Haggai. Schreibt bitte mit mir Haggai 1 auf. Und ich möchte euch einen kleinen Einstieg geben in dieses Buch.
Haggai, kleiner Prophet. Haggai spricht im Jahre 520 v. Chr. Das ist schon eine ganze Weile her, zugegebenermaßen. 520 v. Chr. Das Volk Israel war vorher in der babylonischen Gefangenschaft, die ist schon wieder vorbei. Sie waren etwa knapp zwanzig Jahre vorher aus der babylonischen Gefangenschaft zurückgekehrt, und sie hatten sich so voller Elan daran gemacht und angefangen, ihren Tempel zu bauen, das Haus Gottes.
Und wie das so bei so einem Tempelbau ist: Man fängt voller Elan an, dann gibt es ein paar Probleme, ein bisschen Widerstand, und irgendwann wird der Widerstand zu groß, die Hände werden schlaff, und sie haben aufgehört, den Tempel zu bauen. Aus einer Phase der Begeisterung wird eine Phase der Entmutigung, und dann kommt man irgendwann zu der dritten Phase, das ist die Phase der falschen oder der faulen Ausreden.
Das hört sich dann so an: Haggai 1,2: So spricht der Herr der Heerscharen: Dieses Volk sagt: Die Zeit ist noch nicht gekommen, das Haus des Herrn zu bauen.
Das ist eine faule Ausrede. Seit 20 Jahren liegt der Bau. Die Zeit ist noch nicht gekommen, das Haus des Herrn zu bauen. Statt Buße zu tun und sich an die Arbeit zu machen, gibt es diese Ausrede: Passt gerade nicht, morgen vielleicht oder nächstes Jahr vielleicht.
Vers 3: Und das Wort des Herrn geschah zu dem Propheten Haggai: Ist es für euch selber an der Zeit, in euren getäfelten Häusern zu wohnen, während dieses Haus verödet daliegt?
Das ist eine schwierige Frage. Sagt mal, Freunde, kann es sein, dass in eurem Leben die erste Priorität darin besteht, den Alltag zu meistern? Wir hatten das im ersten Vortrag: Unsere erste Priorität muss heißen, das Reich Gottes zu bauen. Aber hier, im Fall der Israeliten, ist das so: Erst komme ich mit meinen Bedürfnissen, und wenn die gestillt sind, dann kommt Gott.
Und immer, wenn du so ein Denken bei dir merkst: Erst komme ich mit meinen Bedürfnissen, und wenn die gestillt sind, wenn dann noch etwas übrig bleibt, dann kommt Gott, dann kann ich dir versprechen, dass Gott bei einer solchen Rechnung nicht mitspielt.
Im Denken Gottes hat das Haus Gottes, und ich übertrage jetzt einfach mal in den neuen Bund hinein, wo das Haus Gottes die Gemeinde ist, hat die Gemeinde den höchsten Wert. Gott liebt Gemeinde. Gott möchte, dass wir lebendige Steine sind in seinem Haus. Gott möchte, dass seine Gemeinde gebaut wird. Seine Gemeinde, die ihn bezeugt, die sein Wort bewahrt, die möchte er wachsen sehen. Die Gemeinde, das ist sein Leib, das ist sein Tempel, seine Herde, sein Ackerfeld, seine Braut. Gott ist absolut pro Gemeinde, und zwar total.
Wenn du dich fragst, was Gottes Hobby ist, was Gottes Leidenschaft ist, dann müssen wir feststellen: Gemeinde. Und Gott möchte, dass das Haus Gottes unsere Leidenschaft wird, dass wir nicht mit faulen Ausreden uns selber und den anderen erklären, warum jetzt gerade nicht die Zeit ist, das einzige zu bauen, wo Gott sagt: Das möchte ich, dass gebaut wird.
Dann heißt es hier in Vers 5: Und nun, so spricht der Herr der Heerscharen, richtet euer Herz auf eure Wege. Ihr habt viel gesät, aber wenig eingebracht, ihr esst, aber werdet nicht satt, ihr trinkt, aber seid noch dürstig, ihr kleidet euch, aber es wird keinem warm, und der Lohnarbeiter erwirbt Lohn in einem durchlöcherten Beutel.
Vers 9: Ihr habt nach vielem ausgeschaut, und siehe, es wurde wenig, und brachtet ihr es heim, so blies ich hinein. Weshalb das, spricht der Herr der Heerscharen? Wegen meines Hauses, das verödet daliegt, während ihr lauft, jeder für sein eigenes Haus. Deshalb hat um euretwillen der Himmel den Tau zurückgehalten, und die Erde hat ihren Ertrag zurückgehalten.
Ihr müsst nicht jedes Bild sofort verstehen, aber klar ist: viel Mühe um nichts. Die falschen Prioritäten der Israeliten machen sie nicht satt, nicht zufrieden, die sind nicht irgendwie nachhaltig, und am schlimmsten vielleicht: Gott arbeitet gegen sie.
Hier sind Menschen, die mit aller Macht versuchen, ein gutes Leben zu führen, viel zu arbeiten, sich was hinzustellen, es ihrer Familie gutzumachen, das kleine Häuschen. Aber sie sind eigentlich total frustriert. Sie strengen sich so sehr an, aber es klappt eigentlich nicht. Sie sind ständig frustriert, sie erleben Misserfolg auf Missernte, es klappt einfach nicht. Sie kämpfen und kämpfen, aber es will ihnen einfach nicht gelingen.
Und warum nicht? Warum nicht? Ist das nicht okay? Ja, ich strenge mich an, und für meine Kinder möchte ich nur das Allerbeste, ich möchte, dass sie es mal besser haben als ich. Ist doch klar, dass ich dann keine Kraft mehr habe, noch das Haus Gottes zu bauen. Wer könnte ihnen das verübeln?
Die Antwort lautet: Gott tut es. Gott sagt: Bau erst mein Haus, und dann erlebe, wie ich dein Leben segnen möchte. Es kommt im geistlichen Leben auf die Reihenfolge und auf die Prioritäten an. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Es kommt auf die Reihenfolge und auf die Prioritäten an.
Vers 8: Steigt hinauf ins Gebirge und bringt Holz herbei und baut das Haus, dann werde ich Gefallen daran haben und mich verherrlichen, spricht der Herr.
Hier steht das Volk Gottes, und dieses Volk hat eigentlich ein Riesenproblem. Es hat sich daran gewöhnt, Gottesdienst in Ruinen zu feiern, und es merkt gar nicht, wie absurd die Situation ist.
Und ich würde euch gerne fragen: Kennt ihr Christen, die sich vielleicht mehr darüber ärgern, dass ihre Lieblingsfußballmannschaft unentschieden gespielt hat, als dass sie letzte Woche niemandem das Evangelium gesagt hat? Kennt ihr Christen, die sich mehr darüber ärgern, dass sie im Stau stehen, als dass ihre Gemeinde nicht vorankommt? Kennt ihr Christen, die vielleicht stundenlang im Internet nach irgendeinem Artikel suchen können, am besten etwas, was sie nicht wirklich brauchen, aber es nicht schaffen, ein oder zwei Stunden mal alleine am Stück zu beten?
Wenn wir uns wirklich nach Erweckung sehnen, dann ist das Erste, was wir brauchen, folgendes: Wir müssen auf Gott hören, wenn er zu uns spricht. Wir brauchen Momente echter Betroffenheit. Wir müssen uns tatsächlich mit Gottes Wort beschäftigen, um diesen Selbstbetrug zu erkennen, der sich so leicht einstellt.
Wisst ihr, dieses Motto der Israeliten, das ist doch total aktuell: Die Zeit ist noch nicht gekommen. Bevor ich mich mit Gottes Reich beschäftige, bevor ich Gemeinde baue, ey, ich muss erst mal meine Ausbildung machen, dann mache ich das. Ich brauche erst mein eigenes Auto oder einen Mann. Heute nicht. Ich will ja schon irgendwie, ja, ich möchte schon mit Gott leben, aber ich muss erst mal GTA 5 zu Ende spielen, und dann muss ich das coole Bild von meinem Frühstück bei Facebook posten, und wenn ich das habe, muss ich schauen, was am Samstagabend irgendwo abgeht, und wenn ich das alles habe, ja, vielleicht ist dann noch ein bisschen Zeit, dass ich mich mal um Gott kümmere.
Das mag jetzt übertrieben gewesen sein, vielleicht postest du gar nicht dein Frühstücksbild. Aber wenn irgendwie diese Haltung in deinem Kopf ist: Ich muss erst mal irgendwas anderes schaffen, und dann ist vielleicht Kraft und Zeit da, mich um Gemeinde zu kümmern, darum zu kümmern, das Reich Gottes zu bauen, wenn diese Denke da ist, dann kann ich dir einfach nur sagen: Vergiss es.
Wenn wir uns nach Erweckung sehnen, dann ist das Erste, was wir brauchen, folgendes: Wir müssen auf Gott hören, wenn er zu uns spricht. Und das Schöne ist: Genau das passiert hier.
Vers 12: Da hörten Serubabel, der Sohn des Schealtiel, und der hohe Priester Jeschua, der Sohn des Jotzadak, und der ganze Überrest des Volkes auf die Stimme des Herrn, ihres Gottes, und auf die Worte des Propheten Haggai, so wie der Herr, ihr Gott, ihn gesandt hatte, und das Volk fürchtete sich vor dem Herrn.
Wenn du so einen Vers liest, da geht mir das Herz auf. Ich denke mir: Hier sind Leute, die hören, und sie fürchten sich. Und das ist eine ganz tolle Mischung. Vielleicht nicht so eine moderne Mischung, weil hören und sich fürchten, das klingt schon ein bisschen grob. Aber ich glaube, wir verstehen instinktiv alle, dass es eine tolle Mischung ist.
Und ich wünsche dir Furcht Gottes. Ich wünsche dir das von Herzen. Ich wünsche dir ein heiliges Erschrecken beim Lesen der Bibel. Ich wünsche dir, dass, wenn du stille Zeit machst, es dir kalt den Rücken runterläuft. Ich wünsche dir das nicht, weil ich dir Angst machen möchte, sondern weil ich glaube, dass wir das zutiefst brauchen: Ehrfurcht vor Gott. Dass wir in unserer Gesellschaft zu schnell Gott als einen himmlischen Spaßvogel sehen, so einen transzendenten Großvater, so einen, der uns immer lieb hat.
Manches Mal gewinne ich auch den Eindruck, wenn ich mit jungen Leuten rede, dass da in ihrem Gottesbild etwas nicht stimmt. Diese Leute hier, die Gotteshaus nicht bauen, die nicht erweckt sind, die reagieren damit, dass sie hören und sich fürchten. Wenn wir über uns erschrecken, über das, was in unserem Leben schiefläuft, und Gott mehr fürchten als unsere Angst vor der Zukunft, wenn wir wirklich anfangen, dem lebendigen Gott zu vertrauen, ich glaube, dass dann zwei Dinge passieren, genau wie hier bei Haggai. Wir würden Gottes Zuspruch erfahren und wir würden erweckt werden.
In Vers 13 heißt es, da sprach Haggai, der Bote des Herrn, im Auftrag des Herrn zum Volk: Ich bin mit euch, spricht der Herr.
Wisst ihr, das ist etwas, was ich mir wünsche. Ich möchte das immer wieder hören: Jürgen, ich bin mit dir. Nur die Voraussetzung dafür, dass Gott zu mir spricht: Ich bin mit dir, das ist nicht, dass ich das richtige Lied in meinem MP3-Player drücke, ja, I’m with you. Vorsicht, du kannst dir das anhören, du kannst von diesem Lied berührt sein, du kannst begeistert sein, du kannst dir das selber zusprechen, und es kann einfach eine blanke Lüge sein.
Gott sagt: Ich bin mit dir zu den Menschen, die sein Wort hören und ihn fürchten. Da sagt er: Ich bin mit dir.
Und er sagt noch etwas in Vers 14: Und der Herr erweckte den Geist Serubbabels und den Geist Jeschuas und den Geist des ganzen Überrestes des Volkes, so dass sie kamen und sich an die Arbeit am Haus des Herrn der Heerscharen, ihres Gottes, machten.
Die Voraussetzung war: Sie hören auf Gott, sie fürchten Gott und sie bekommen diesen Zuspruch: Ich bin mit dir. Selbst dann, wenn du deine Zukunft verwettest, quasi wie bei so einem Roulette, du setzt dein Leben auf das Feld Jesus, und Jesus sagt: Ich bin mit dir. Du musst keine Angst haben. Du wirst in diesem Leben kein sichereres Leben führen als mit mir an deiner Seite. Du wirst kein erfüllteres Leben führen als wenn du es für mich einsetzt. Du wirst kein Leben führen, was dich irgendwie mehr begeistert, mehr herausfordert, dich mehr zu dir selber bringt, als wenn du dein Leben investierst, Reich Gottes zu bauen. Auf eine Weise, dass andere dich ein bisschen gaga finden. Ich bin mit dir.
Und dann wünsche ich mir, ich wünsche es mir von Herzen, das zu erleben, dass Gott Herzen erweckt. Ich will eigentlich, wenn ich über die Gemeinde, in der ich Ältester bin, wenn ich einen Traum hätte, wenn Gott mir sagen würde: Was wünschst du dir, so wünsch dir was, so für die Gemeinde, ey, das wäre mein Vers. Ich wünsche mir, dass genau das passiert.
Ich lese euch das noch mal vor: Und der Herr erweckte den Geist Serubbabels und den Geist Jeschuas und den Geist des ganzen Überrestes des Volkes, so dass sie kamen und sich an die Arbeit am Haus des Herrn der Heerscharen, ihres Gottes, machten.
Genau das wünsche ich mir für Gemeinde, dass erweckte Leute kommen, um zu bauen, und nicht, weil man sie mühsam ziehen muss. Nicht, weil man sie irgendwie manipuliert hat, gezwungen hat, überredet hat. Da sind Leute, die sagen: Wo gibt es was zu tun? Wem kann ich das Evangelium predigen? Wo ist die Arbeit, wo ich mit einsteigen kann? Ich habe hier noch ein bisschen Zeit. Wie kann ich die in die Gemeinde reinbuttern?
Stell dir eine Gemeinde vor, wo du vorne einen Aufruf machst: Ja, wir haben da noch ... Was ist bei uns gerade offen? Bei uns ist gerade offen, wir brauchen jemanden, der für das Teenie Chill Out noch was kocht. Wir finden seit vier Wochen niemanden dafür. Jetzt stell dir vor, du machst so eine Ansage im Gottesdienst: Ich bräuchte jemanden, der alle zwei Wochen Freitagabend für zwanzig Teenager kocht. Und die Hände gehen hoch: Ich, ich, ich, mich, mich! Und du weißt gar nicht genau, wen du nehmen sollst. Und du musst richtig überlegen, nämlich jetzt sie oder ihn. Das ist Erweckung.
Wenn Leute sagen: Ich will, sende mich. Und wenn du dann sagst: Ich nehme dich und dich, dann gehen die Hände runter: Oh, schade, hätte ich aber gerne gemacht.
Wenn du dich danach sehnst, wie fängt das an, wo fängt das an? Mit einer feurigen Predigt? Das würde ich mir immer so wünschen, die richtige Predigt von vorn und die Herzen sind erweckt. Völliger Nonsens. Es fängt wo ganz anders an. Es fängt da an, wo Gott zum Menschen redet und wo Menschen auf ihr Leben schauen und sagen: Eigentlich ist das Stuss, was ich lebe. Eigentlich möchte ich das gar nicht, eigentlich kommt da auch gar nicht viel dabei raus. Ich stecke alle Kraft in mein Leben hinein und denke mir, wenn irgendwann mal die Zeit da ist, dann bleibt auch noch was übrig für Gott, aber da bleibt nie was übrig. Und vielleicht muss man es einfach nur umdrehen.
Das ist einer dieser Punkte, wie man sich merken muss: Erster Punkt zum Thema Erweckung: Erweckung beginnt in Menschen, die Gott fürchten und auf ihn hören. Und wenn wir Erweckung wollen in unseren eigenen Herzen, in unseren Gemeinden, dann führt kein Weg daran vorbei, dass wir neu mit einem wirklich brennenden Herzen das Wort Gottes studieren, uns mit aller Entschlossenheit verpflichten, genau das zu tun, was er sagt.
Wisst ihr, ein Christ sein ohne Halbheiten, ohne Tricks, einfach nur nach dem Prinzip: Herr, sag mir, was ich tun soll, und dann mache ich das. Eigentlich ist das so simpel. Ich komme mir manchmal als Christ fast ein bisschen dämlich vor, weil mein Leben einfach viel zu leicht ist.
Es hört sich jetzt komisch an, ich weiß, aber eigentlich ist mein Leben einfach viel, viel zu leicht. Schmeissen Sie mir mal meine geklippten Bibelfaser hoch, bitte. Schwarze Tasche. Lustig finden. Ja, ja, warum ist mein Leben so leicht? Na ja, ich habe ein Buch, das ist jetzt zugegebenermaßen ein bisschen dick geraten, aber lebbar, also 1400 Seiten. Irgendwas, ich habe mir hier vorne reingeschrieben, oder? Nee, irgendwann mal raus, etwas über dreißigtausend Verse. Also es geht noch.
Und ich nehme dieses Buch und ich lese dieses Buch. Und ich mache das seit über einem Vierteljahrhundert, ich bin erst Anfang zwanzig zum Glauben gekommen. Und dann bete ich einfach vorher und sage: Vater im Himmel, was möchtest du, dass sich in meinem Leben ändern soll? Weil ich kann ja nicht alles auf einmal ändern.
Und es passiert mir immer wieder, dass Gott mir sagt: Hier, da ist was. Das kann sein, dass ich es bei meiner Bibellese finde, oder das kann sein, dass ich ein Buch lese, und wenn ich das Buch lese und ich finde was, dann schreibe ich mir das vorne rein. Aus diesem ganzen Buch gibt es einen einzigen Bibelfers, den ich gelernt habe, ein Prinzip, was hier drin war, wo ich dachte: Auch das möchte ich nicht vergessen.
Und wenn ich das habe, eine Predigt, ein Buch, ein Gespräch, wo mir jemand etwas mitgibt, dann reduziere ich das auf den einen Bibelfers, der mich fasziniert, und dann lerne ich den auswendig. Es ist so simpel: morgens meine stille Zeit, und dann gehe ich da durch meine neuen Bibelfers, und das sind genau die Themen, die Gott mir gerade wichtig macht. Ist das simpel? Das ist so einfach.
Und während ich sie auswendig lerne, denke ich darüber nach, nach, sinnen. Und ich schaffe einfach, dass das, was Gott mir zu sagen hat, langsam in mich eindringt, weil ich bete natürlich auch, dass Gott mir zeigt, was er da mit mir vor hat.
Ich habe jetzt zum Beispiel einen Vers aus Lukas 19,41, da geht es darum, der heißt: Und als er sich näherte und die Stadt sah, weinte er über sie. Vor drei Wochen ist mir das ganz wichtig geworden, dass Jesus über Jerusalem weint, und das jetzt mein Vers ist, nicht eurer. Aber dieses Thema hat mich berührt, und ich weiß nicht warum, und ich habe angefangen, den Vers jetzt auswendig zu lernen, und ich bete jeden Morgen, wenn ich den Vers wiederhole: Gott, ich möchte jemand werden, der über verlorene Menschen weinen kann, so wie du geweint hast, Herr Jesus.
Und ich weiß, das wird jetzt zwei, drei, fünf Jahre dauern, bis sich das dann auch wirklich ergibt, weil ich verändere mich nicht so schnell. Es ist eine Sache zu sagen, du sollst nicht klauen und die geklauten Sachen zurückzugeben, ist eine ganz andere Sache, ein emotionaler Mensch zu werden, wenn du vielleicht nicht so furchtbar emotional bist. Das würde dir leichter fallen. Das ist dann eher mein Vers, wo ich sage: Aber ich möchte das lernen. Und das macht Gott mit mir.
Und es ist so schön, ich gehe durch dieses Leben, ich frage Gott, was hast du mir zu geben, wo soll ich arbeiten, was ist dran, was muss ich lernen? Und dann lerne ich den dazugehörigen Bibelfers auswendig. Und weil ich so lange brauche, denke ich irgendwie jetzt ein halbes Jahr darüber nach, nach dem halben Jahr weiß ich es, und dann wiederhole ich den Vers regelmäßig, so alle, sagen wir mal, zwei, drei Monate komme ich wieder dran vorbei, und dann kommt der Vers wie so ein guter Freund und sagt: Hallo, bist du noch dran?
Ich denke mir: Ja, dann fange ich wieder an zu beten und sage: Ja, ich habe es vergessen, tut mir echt leid, aber ich will daran. Und ich garantiere euch: Solltet ihr mich in fünf Jahren noch mal einladen zu einem Jugendtag hier, dann werde ich ein viel sensiblerer, emotionalerer Typ sein. Warum? Weil Gott mich verändert. Das ist die Verheißung, die Gott gibt. Wenn wir über sein Wort nachsinnen, dann nimmt der Geist Gottes das Wort Gottes und verändert uns in diese Richtung.
Das ist ganz einfach. Christsein ist so simpel, echt, man darf es überhaupt nicht kompliziert machen. Der Punkt ist nur: Bin ich bereit, überhaupt auf Gott zu hören? Gott spricht dich an jeden Tag, davon bin ich überzeugt, auf die urigsten Weisen. Und wenn du ein bisschen eine vernünftige Form von Frömmigkeit kultivierst, wo genug Predigt und Bibellese drin ist, hast du genug Input.
Die Frage ist nicht, ob Gott zu dir spricht, die Frage ist, ob du hörst und ob du jemand bist, der Gott fürchtet und sagt: Ja, stimmt. Ich möchte mich wirklich ändern. Ich möchte nicht so weiterleben, wie es früher mal war. Ich möchte auf einen neuen Kurs einschwenken.
Schlagt mit mir dazu bitte mal auf den ersten Petrusbrief. Ich will euch da noch ein paar Verse zeigen. 1. Petrus 1,14 folgende. Ich möchte euch einfach ermutigen, ein Leben zu führen, was Gott entspricht.
Da heißt es 1. Petrus 1,14: Als Kinder des Gehorsams oder ihr könnt auch übersetzen als gehorsame Kinder. Wenn wir Kinder Gottes sind und nicht nur seine Geschöpfe, also wenn wir durch einen rettenden Glauben Teil seiner Familie geworden sind, dann sind wir immer auch gehorsame Kinder. Wir wollen nicht ungehorsame Kinder sein, das will keiner. Mit solchen Kindern kann man noch nichts anfangen, Gott auch nicht. Von daher möchte Gott, dass wir gehorsame Kinder sind.
Als gehorsame Kinder passt euch nicht den Begierden an, die in eurer früheren Unwissenheit vorhanden waren. Das ist so schön: Vor deiner Bekehrung bist du blöd, der früheren Unwissenheit. Jetzt könntest du schlau sein. Das Problem ist, man wird nicht durch die Bekehrung schlau, sondern man bekommt durch die Bekehrung nur die Chance, schlau zu werden. Wir müssen aber schon aktiv kapieren, dass unser Lebensstil vor der Bekehrung, dass das nicht das ist, was Gott möchte, und dass wir nicht einfach so weiterleben dürfen, wie das früher völlig normal war.
Also nochmals: Passt euch nicht den Begierden an, die in eurer früheren Unwissenheit vorhanden waren. Wenn du früher Bock hattest auf dies und jenes und alle haben Bock auf dies und jenes, dann musst du dir jetzt die Frage stellen: Ist das Bockhaben an der Stelle noch passend? Ich gehöre ja nicht mehr zu der alten Familie, ich bin ja Teil einer neuen Familie. Und in dieser neuen Familie habe ich einen Vater, der zu mir Folgendes sagt, Vers 15: sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, seid auch ihr im ganzen Wandel heilig; denn es steht geschrieben: Seid heilig, denn ich bin heilig.
Ein Simpel Gott sagt: Ich habe mit Sünde nichts am Hut, noch hatte ich noch nie. Also: Ich bin bereit, für Sünde zu sterben, aber ich bin nicht bereit, Sünde zu tun. Sünde kommt mir überhaupt nicht ins Haus, will ich überhaupt nichts damit zu tun haben. Ich hasse Sünde, und übrigens hasst Gott auch den Sünder, nur für den Fall, dass ihr das nicht wisst. Psalm 11,5. So, ich bin dagegen.
Und jetzt kommt Gott und sagt: Ich bin heilig, ich mag Sünde nicht, und du, mein liebes Kind, bist bitte auch heilig. Na ja, die meisten von euch haben noch keine Kinder erzogen, aber irgendwann kommst du so dahin, dass du deinem Kind sagen musst, wie man halt Sachen macht. Da gibt es zum Beispiel so diese Regel: Wir machen beim Kauen den Mund zu, weil sonst fällt das Essen raus. Man kann das schon auch anders machen, aber es sieht eklig aus, es hört sich eklig an, das macht man einfach nicht.
Das heißt, irgendwann kommt der Punkt, wo ich zu meinem Kind sage: Schau, wenn ich kaue, bleibt das Essen drin. Du siehst auch nichts davon. Und wenn du kaust, möchte ich auch nichts von deinem halbgekauten Essen sehen. Und so ist Gott und sagt: Ich bin heilig, und ich möchte, dass du auch heilig bist, einfach nur weil du mein Kind bist. Du gehörst jetzt hier zur Family. Und wir machen das einfach nicht, das passt bei uns nicht rein, Vater, Sohn, Heiliger Geist, wir machen das einfach nicht. Und wenn du damit dazugehörst, du, dann lass das einfach sein, schmeiß die Sünde einfach raus, hol die Heiligkeit rein.
Vers 17: Und wenn ihr den als Vater anruft, also wenn du im Gebet sagst „Vater“, und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person nach eines jeden Werk richtet – Gott ist ja nicht nur der, der uns rettet in die Gemeinschaft mit ihm, sondern der auch die ganze Welt richten wird. Und diese Haltung zur Sünde, ich richte Sünde, die hat sich ja nicht geändert, nur weil er jetzt unser Vater ist. Er mag ja Sünde immer noch nicht, er ist ja immer noch der Richter.
Also wenn ich den als Vater anrufe, der auch Richter ist, so wandelt die Zeit eurer Fremdlingsschaft in Furcht. Da haben wir wieder dieses Thema: Habe bitte Furcht vor Gott. Und wenn euch das zu stark ist, dann nennt es Ehrfurcht, das ist mir egal. Aber habt so ein Stück, so ein heiliges Erschrecken, lasst das mal zu. Dass Gott wirklich heilig ist und wenn du in deinem Leben Blödsinn machst, er wirklich dagegen ist, also so richtig dagegen.
So wie im Laufe meiner Kindererziehung gab es natürlich Momente, wo meine Kinder Dinge falsch gemacht haben. Ich glaube, ich war ein strengerer, vielleicht an manchen Stellen zu strengerer Vater. Wenn die Kinder dann so ins Zimmer reinkamen und sie hatten was angestellt, dann konntest du förmlich schon an der Art, wie sie sich da so an der Wand entlang duckten und nicht mehr offen einfach reinkommen konnten, merken: Da ist irgendwas schief gelaufen, irgendwo ist was faul.
Wandelt die Zeit eurer Fremdlingsschaft in Furcht. Wenn du sündigst, gönne dir ein bisschen von diesem Gefühl: Jetzt ist was faul, jetzt muss ich ein Stückchen, ich muss das ernst nehmen, ich kann da nicht drüber hinweggehen.
Vers 18: Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut Christi als eines Lammes ohne Fehler und Flecken.
Und wir lesen den Text und oft lesen wir ihn so: Gott hat den größten Preis bezahlt für deine Schuld. Er hat nicht einfach nur sein Aktiendepot aufgelöst, oder was weiß ich, einen Planeten verkauft und dann das Geld investiert, sondern er hat sich selber, sein Blut investiert, damit deine Schuld getilgt wird.
Und das ist richtig, nur steht nicht da. Da steht: Wir sind nicht erlöst von unserer Schuld, sind wir, aber steht hier nicht, sondern wir sind erlöst hier durch das Kreuz von dem Eitlen, das ist so viel wie nutzlos, sinnlos, dumm, von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel.
Gott erlöst uns von einem Lebensstil, den wir hier in dem Fall von den Vätern übernommen haben. Wir würden heute wahrscheinlich, zumindest ahne ich, dass das in der Jugendkultur so ist, das, was die Väter tun, ist nicht so ganz hoch im Kurs. Das war damals ein Tick anders gemeint. Es ist der Lebensstil, der gesellschaftlich akzeptiert ist. Es ist das, was in ist, was die Clique macht, was alle tun, was man, wer auch immer man ist, aber was man tut. Da kommen wir her.
Wir wissen, wie die anderen alle leben, wie diese Gesellschaft Leben propagiert, wie man leben muss, damit man angesehen ist, was man zu tun, was man zu lassen, was man zu haben hat, damit man in ist. Das ist der Lebensstil, wo wir herkommen. Und jetzt sagt Petrus: Ihr seid erlöst. Ihr seid erlöst von diesem Lebensstil. Ihr müsst das nicht mehr tun. Ihr müsst nicht mehr nach den Regeln spielen, die man euch, als ihr noch ungläubig wart, in der Schule und wo auch immer verkauft hat. Ihr seid frei.
Ihr seid frei, ein heiliges Leben zu führen. Und ihr seid nicht nur frei, ihr seid berufen dazu, dieses Leben zu führen, anders zu sein, heilig zu sein, Sünde zu lassen, Sünde zu hassen.
Und wenn du sagst: Ja, ich bin Kind Gottes, und ich hoffe, dass du dir an dieser Stelle sicher bist, wenn du sagst, ich bin Kind Gottes, dann frage ich dich: Bist du in diesem Sinn erlöst? Zeigt dein Lebensstil, dass du wirklich frei bist? Wem willst du mit deiner Art, dich zu kleiden, mit deiner Art, dein Leben einzurichten, zu gefallen? Das fängt von mir aus an bei deiner Zahnbürste an und geht bis zu deinem Auto und geht bis zu der Frage, wie du deine Karriere planst und ob du im Fitnessstudio aufschlägst oder vielleicht eher Ballettstunden nimmst, wie viele Schuhe du hast. Keine Ahnung, ja, wo auch immer du reingreifen willst, wie viele Bücher du zu Hause hast oder ob du lieber der DVD-Typ bist, ob du gerne tanzen gehst oder keine Ahnung, ich weiß es nicht. Irgendwo hast du einen Lebensstil. Und die Frage ist: Woher nimmst du den? Wer richtet dich und dein Leben ein? Wem willst du mit deinem Leben gefallen?
Die Lektion von Haggai lautet: Erweckung beginnt in Menschen, die Gott fürchten und auf ihn hören. Und die Frage ist: Bist du ganz praktisch so jemand? Fürchtest du Gott und hörst du auf ihn? Und bitte, lass das jetzt nicht so als theoretische Frage im Raum stehen. Erweckung fängt da an. Haggai, wo Menschen Buße tun, wo Menschen das zulassen, dass der Geist Gottes zu ihrem Gewissen redet, dass der Geist Gottes mir meine Sünden zeigt, dass der Geist Gottes mir ein schlechtes Gewissen macht und dass ich sogar traurig werde.
Wisst ihr, was ich euch wünsche? Dass ihr nach Hause geht von diesem Jugendtag und in einem guten Sinn traurig seid. Man möchte immer vom Jugendtag nach Hause gehen, von der Musik so ein bisschen das ist doch so ein ... haben so geswingt, irgendwie ist man noch so gehypt und rutscht. Das ist so das, was man sich wünscht. Was ich mir wünsche, ist was anderes.
Ich genieße einen Vers aus dem Jakobusbrief, wo es heißt: Fühlt euer Elend und trauert und weint. Schön. Das ist so ein schöner Vers. Ich lese ihn euch noch mal vor, könnt ihr auswendig lernen, wenn ihr nicht wisst, worauf ihr diese Predigt reduzieren sollt. Jakobus 4,9: Fühlt euer Elend und trauert und weint. Und weil es noch nicht klar genug ist: Euer Lachen verwandle sich in Traurigkeit und eure Freude in Niedergeschlagenheit. Hammer, oder? Steht in meiner Bibel. Demütigt euch vor dem Herrn, und er wird euch erhöhen. Ach, der Hammer!
Also, natürlich wollen wir Spaß haben, natürlich wollen wir nicht traurig sein, aber es gibt nur eine Sache, die unwiderstehlich für Gott ist, wisst ihr das? Es gibt, glaube ich, nur eine Sache, die unwiderstehlich für Gott ist, wo Gott sagt: Wenn du mir das auf den Altar legst, das ist fast so, als würdest du mich manipulieren, da kann ich nicht anders. Da heißt es in Psalm 51,19: Die Opfer Gottes, also hier ist gemeint die Opfer für Gott, sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.
Ich weiß nicht, ob ihr das schon begriffen habt, aber Gott kann echten Zerbruch nicht widerstehen. Wenn Menschen vor Gott ehrlich werden, wenn sie sagen: Du hast Recht. Wenn ich mir mein Leben ganz nüchtern anschaue, das ist alles irgendwie blöd, irgendwie funktioniert es nicht. Ich baue die ganze Zeit mein Haus, dein Haus bleibt links liegen, und irgendwie werde ich nicht glücklich, du bist nicht glücklich. Ich möchte das eigentlich nicht mehr.
Wenn das im Leben eines Menschen passiert, ein zerschlagenes Herz, wenn ich meinen Kopf verstehe, ich bin irgendwie schräg drauf, ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz, wo Gott das findet, wenn ich einen zerbrochenen Geist habe, wenn ich im Inneren mich danach sehne, endlich durchzubrechen zu einer Beziehung, die irgendwie funktioniert, dann sagt Gott: Wenn du an dem Punkt bist, wenn du das mir auf den Altar legst, echte Zerbrochenheit, das ist für mich unwiderstehlich.
Mit Besserwissern, mit Angebern, mit Möchtegern-Heiligen kann Gott überhaupt nichts anfangen. Gott sucht nie die Coolen. Aber Gott sucht immer die Ehrlichen. Und deswegen diese Frage: Fürchtest du Gott und hörst du auf ihn?
Ich möchte dir eine Aufgabe, eine Hausaufgabe mitgeben, und das ist eine schmerzhafte Hausaufgabe. Und vielleicht bist du nicht bereit, sie zu machen, dann muss ich damit leben. Aber ich möchte dir als Hausaufgabe Folgendes mitgeben: Ich habe auf den Plätzen einen kleinen A5-Zettel verteilen lassen, und da sind Fragen drauf. Ich gehe mit euch die Fragen einmal kurz durch, und ihr werdet merken: Es sind Fragen zum Thema Sünde. Wenn du einen Stift hast, dann kannst du jetzt schon, während ich das durchgehe, dir an die Seite Striche machen, wo du tiefer drüber nachdenken musst.
Der entscheidende Punkt ist der, was ich mir wünsche für euch, ist Folgendes: Dass ihr euch Zeit nehmt, sagen wir zwei Stunden oder weniger, 90 Minuten, so lange wie ein typischer Spielfilm, nicht mehr als 90 Minuten, und dass ihr diese Punkte durchgeht, dass ihr Papier in die Hand nehmt, einen Stift in die Hand nehmt und dass ihr diese Fragen beantwortet, dass ihr die Sünden durchgeht und euch aufschreibt, wo in meinem Leben findet sich das.
Nicht so allgemein, bitte jetzt nicht so als nebulöse Wolke: Ja, ich mache mal das Erste, ja, Undank. Für welche guten Dinge, die Gott dir geschenkt hat, angefangen von deiner Bekehrung bis heute, hast du Gott eigentlich nicht gedankt? So, und jetzt könntest du sagen: Ja, da gibt es schon irgendwas. Und was ich mir wünsche für dich ist, dass du dich hinsetzt und es aufschreibst, dass du die Punkte aufschreibst: Was gibt es Gutes in meinem Leben, und ich habe Gott nie dafür gedankt. Schreib es dir auf. Und dann fallen dir vielleicht 15 Sachen ein. Und wenn du sagst, jetzt habe ich die Dinge aufgeschrieben, dann gehst du auf deine Knie und sagst: Vater im Himmel, es tut mir leid, ich habe dir nie gedankt für das und für das und für das und für das und für das und für das und das und das und das und das und das auch nicht. Und während du dankst, werden dir neue Sachen einfallen, die schreibst du dann gleich auf. Aber bring die Sache zwischen dir und Gott zu Ende.
Und wenn du das hast, dann nimmst du dir den nächsten Punkt vor: Lieblosigkeit. Wie oft hast du Gott nicht mit leidenschaftlicher Liebe geliebt, die er als ein eifersüchtiger Gott verdient? Was hast du eigentlich mehr geliebt als ihn? Was hat dich davon abgehalten, ihn zu lieben? Und du schreibst das auf und gehst wieder auf deine Knie und bringst es Gott. Du bekennst deine Sünde und du gehst Punkt für Punkt durch.
Bibel: Wie lange hast du schon keine Lust darauf, dich mit Gottes Wort zu beschäftigen? Interessiert dich eigentlich, was du da liest? Willst du das wirklich unbedingt merken, auswendig lernen, tun? Oder Unglaube: Wo findet sich Unglaube in deinem Leben? Wo ist so eine Haltung des Misstrauens gegen Gott, wo in der Bibel was steht und du sagst: Nee, das glaube ich eigentlich nicht?
Oder Gebet: Wie steht es um dein Gebetsleben? Wie oft hast du das Gebet vernachlässigt, die Fürbitte, das Gebet mit Geschwistern, das Fasten, Flehen für Menschen, die dir nahestehen? Oder Gottesdienst: Wie oft hast du den Gottesdienst mit dummen Ausreden einfach ausfallen lassen? Oder wenn du dort warst, warst du doch nicht dort, du warst zwar dort, aber du warst halb abwesend, du hast nicht Gott mit deiner Anwesenheit geehrt, du warst nicht für die Geschwister da, was eigentlich die Idee von Gottesdienst ist.
Oder Oberflächlichkeit: Wie oft war deine Haltung im Umgang mit Gott einfach nur billig? Vielleicht hast du gebetet und Bibel gelesen, und in deinem Herzen warst du gar nicht bei der Sache, gedankenlos irgendwo anders, hast vor dich hin einfach nur so geplappert, dass Gott nicht wirklich respektiert. Schreib die Momente auf, an die du dich erinnerst.
Desinteresse: Wann hat es dir an Mitgefühl und Erbarmen für andere Menschen gemangelt? Wie oft hast du vielleicht mit ungläubigen Freunden Zeit verbracht und hast nicht ein einziges Mal darüber nachgedacht, auch nur ein kleines Stoßgebet zum Himmel zu schicken, dass Gott dir doch irgendeine Chance gibt, mit ihnen über ihre Verlorenheit zu reden?
Oder Mission: Wie oft hast du dich gar nicht für Mission interessiert, vielleicht nie einen Gebetsbrief von einem Missionar gelesen, nie auf persönlichen Luxus verzichtet, um irgendwo auf der Welt Mission voranzubringen oder so ein Kind zu unterstützen?
Familie: Wie sieht es mit deinen familiären Pflichten aus? Hast du die vernachlässigt? Betest du für deine Familie? Bist du ein Vorbild? Kümmerst du dich darum, dass jeder Einzelne in seinem geistlichen Leben vorankommt?
Oder Sünde: Wie ist das mit der Wachsamkeit gegen Sünde? Hast du auf deinen Lebenswandel geachtet? Bist du einer, der darauf achtet, nicht ständig in Sünde zu schlittern? So Sachen bei den Jungs ist es oft Pornografie, unzüchtige Beziehungen, ich habe noch ein paar Sachen, Komasaufen, Drogen, falsche Freunde, setze ein, was du magst. Der Punkt ist mir: Bist du da wirklich dran oder passiert das einfach immer wieder und du hast dich inzwischen damit arrangiert, es ist halt so?
Auf der anderen Seite geht es weiter mit Brüderliebe. Wie viele Geschwister liebst du wirklich mit brüderlicher Liebe? Wie ist das in deiner Gemeinde, kennst du überhaupt die Leute alle mit Namen, betest du für sie, hast du als Gebetskämpfer dich an ihre Seite gestellt? Oder es ist ein ganz neuer Gedanke, dass wir an der Bruderliebe zueinander erkannt werden, Johannes 13,34.
Lustprinzip: Wie oft hat es dir an Selbstverleugnung gemangelt? Wann warst du nicht wirklich bereit, für Jesus zu leiden? Das ist so ein bisschen gekniffen.
Habgier: Wenn du dir anschaust, was du hast, wie oft schaust du dir das an, was du hast, und bist wie Gollum: meins, meins? Und hast du vielleicht wirklich geglaubt, dass die Sachen dir gehören, dass du damit machen kannst, was du willst? Vielleicht bist du sogar ein Typ, der immer mehr haben will, der im Grunde seines Herzens ein Habgieriger ist, der sagt: Es geht mir um meins.
Oder Ehrsucht: Wann warst du stolz, wolltest immer nur im Mittelpunkt stehen? Wie ist das, wenn du dich kleidest oder wenn du dir überlegst: Wie kleide ich mich, wie rede ich, wie gebe ich mich? Was möchtest du? Möchtest du, dass Menschen dich bewundern, oder möchtest du von Gott bewundert werden? Wen möchtest du mit deinem Leben wirklich beeindrucken? Schreib dir auf, wann dir klar wurde, dass du an der Stelle gesündigt hast, wann es dir eigentlich nur um dich ging.
Neid: Wie oft warst du neidisch auf Menschen? Leute sehen besser aus, haben mehr Talent, besitzen Sachen, die du auch gerne hättest, in der richtigen Familie groß geworden, du dummerweise in der falschen. Wie oft warst du neidisch? Schreib das auf, wo du dich daran erinnern kannst, dass du auf Leute neidisch warst, auf Sachen neidisch warst.
Besserwisserei: Dieses sich zum Richter über die Menschen aufschwingen, immer wissen, was der andere falsch macht, aber selber nicht sehen, was man selber falsch macht.
Reden: Denk darüber nach, wann hast du einfach nur geschwätzt, wann ist einfach nur Bullshit aus deinem Mund rausgekommen, sinnloses Gelabere, Mensch, böses Gerede, wo hast du es womöglich darauf angelegt, Menschen mit deinem Reden ganz bewusst kaputtzumachen? Der Stich ins Herz: Schreib dir das auf, schreib dir jeden einzelnen Moment auf, an den du dich erinnerst, wo du geredet hast und es war nicht von Liebe geprägt, es war nicht gut, es war nicht erbarmend, es war nicht nötig.
Wahrheit: Lügst du? Wann hast du das letzte Mal gelogen? Wann spielst du anderen was vor? Wann hast du im Umgang mit Menschen einen Eindruck erweckt, der einfach nicht stimmt?
Betrug: Wann bist du mit Menschen nicht so umgegangen, wie du es dir wünschst, dass man mit dir umgeht? Das gilt auch für Lehrer oder Polizisten oder Politiker oder Verkäufer.
Heuchelei: Bist du ein Heuchler? Bist du einer, der manchmal für Dinge betet, die er gar nicht wirklich haben will? Das ist eine schwierige Frage, die ist viel fieser als ihr denkt, ihr habt ja noch nicht zu Ende gedacht. Es ist keine Zeit dafür, wer einen eigenen Vortrag wehrt. Betest du manchmal für Dinge, die du eigentlich nicht haben willst? Das heißt, bist du nicht in letzter Konsequenz bereit, für eine Sache mit Flehen, Fasten und Gebet und, wenn es sein muss, mit Gelübde und allem, was dran ist, da hinterher zu sein, dass du es wirklich kriegst, sondern du plapperst nur ein kurzes Gebet und eigentlich ist dir die Sache egal, weil wenn sie dir nicht egal wäre, müsstest du dich richtig reinhängen.
Und wo wir gerade dabei sind: Bekennst du manchmal Sünde, die dir leidtut, die du aber gar nicht lassen möchtest? Ja, schön, Heuchelei.
Raub: Bist du ein Dieb? Also ich hoffe, üblicherweise an der Stelle geht es dann darum, wenn du geklaute Software auf deinem Rechner hast oder illegalen Download auf deinem MP3-Player oder hier auf deinem Handy, sprich wenn du Lieder hörst, für die du nicht bezahlt hast, dann hast du ein Problem mit Gott.
Erzähl mir nicht, dass das Urheberrecht in Deutschland komisch ist. Gott schreibt in seinem Wort nichts über Urheberrecht, sondern über faire Bezahlung. Und ich weiß ganz genau, wenn ich ein Lied schreibe und ich habe Lieder geschrieben und jemand sie einfach benutzt, ohne mich zu fragen und ich will das nicht, dann ärgere ich mich darüber. Ich weiß also, wenn ich ein Lied schreibe, sehr genau, was der andere darf und was er nicht darf, und du könntest das auch wissen.
Das heißt, wenn du, und das ist so die billige Masche, vergebt mir das, aber es ist so offensichtlich: Wenn du heute auf deinem Smartphone Lieder hast, für die du nicht gezahlt hast, die du dir einfach irgendwoher besorgt hast, dann bist du ein Dieb. Und Diebe sind Sünder, und Sünde wird dich kaputt machen. Sünde wird dich ... Es ist witzig, an so einer Stelle werden alle mal ruhig, und ich merke, so einige zappeln jetzt so ein bisschen. Es ist doch normal, es ist jetzt nicht schlimm, es passiert immer, wenn ich an der Stelle bin.
Denn wir haben uns daran gewöhnt, einen Lebensstil zu leben, wo wir leben wie alle anderen leben, alle anderen leben als Diebe. Ich will alles sofort und es darf nichts kosten. Und Gott sagt: Ich möchte, dass du wartest und dass du bezahlst. Wir müssen uns entscheiden. Wenn du zu Hause Software hast, die du nicht gekauft hast, bist du ein Dieb, du musst dich einfach nur entscheiden, was du willst.
Wenn du mit Gott leben möchtest, und ich hatte es lustig, hatte ein Mädel dabei, als ich das das letzte Mal gepredigt habe, die hat dann tatsächlich alle ihre Lieder gelöscht. Ich fand es richtig gut, ich fand es richtig Hammer. Und fünf Wochen später, sie hat also richtig durchgestartet, fünf Wochen später hat sich ihre kleine Schwester bekehrt, und ich dachte mir: Ist das schön, da macht jemand mit Gott ernst.
Und es war teurer Ernst, weil sie hat sich dann CDs gekauft, so ein paar mehr, sie fand die Musik ja an sich schon gut, sie wollte schon weiter hören. Und dann macht jemand mit Gott ernst, und ich sehe förmlich, wie der Segen in diese Familie hineinfließt. Denn das muss euch klar sein: Sünde wird euch immer vom Segen Gottes abschließen, wird immer kappen. Das heißt in Jeremia 5,25, ich lese das gerade mal vor: Eure Missetaten haben diese Gaben abgewendet, und eure Sünden haben das Gute von euch ferngehalten.
Ganz simpel, Jeremia 5,25. Sünde wird dich kaputt machen, und Sünde wird dir ... Du wirst genau an diesem Beispiel mit den MP3-Dateien wirst du sehen, wo dein Herz steht. Es ist ganz einfach. Du wirst sie entweder löschen und sagen: Ich stelle mich auf die Seite Gottes, und ich will ein heiliges Leben, ich will kein Dieb sein. Oder du entscheidest dich für die Sünde und sagst: Ich möchte lieber ein Dieb sein als mit Gott leben.
Es ist eine Entscheidung. Und bitte sei einfach nur in der Entscheidung ehrlich. Es geht mir nur um das ehrliche Element. Du kannst die Entscheidung treffen dafür, ein Dieb zu bleiben. Aber dann stell dich nicht hin und sage: Ich bin ein Nachfolger Jesu Christi. Und stell dich nicht hin und sage: Ich bin Christ. Und komm bloß nicht auf den Gedanken, dich taufen zu lassen. Macht das einfach nicht, dann ist alles okay.
Aber wenn du hier vorne Musik machen willst oder dich hier vorne hinstellen willst oder da unten sitzt und nachher in der abschließenden Gebetsgemeinschaft den Mund aufmachst und in deinem Herzen schon entschieden hast, ich bin nicht bereit, den Preis zu zahlen für ein heiliges Leben, dann hast du da an der Stelle nichts verloren. Wir haben einen Vater im Himmel, der sagt: Seid heilig, denn ich bin heilig.
Das ist einfach ein gutes Beispiel, denn die Jugendkultur ist so ganz anders. Es ist so in, sich überall die Sachen zu holen. Bitte, spiel Gott nichts vor. Ich bitte dich von ganzem Herzen, spiel ihm nichts vor. Du kannst mich täuschen, aber du kannst ihn nicht täuschen.
Du wirst eine Entscheidung treffen: Deine Seele gehört entweder dem Mammon dieser Welt und damit dem Untergang oder aber deine Seele gehört Gott. Es gibt keinen Graubereich dazwischen. Es gibt eine, wie man so schön sagt, binäre Entscheidung: Eins oder Null, drin oder draußen, ganz oder gar nicht. Und das habe ich mir nicht ausgedacht, das steht in der Bergpredigt.
Und das ist noch nicht mal dieses, das ist für mich das Einmal-eins des Glaubens, dass jemand die Sachen, die ihm nicht gehören, zurückgibt. Als ich zum Glauben kam, hatte ich auch ein paar Sachen, die mir nicht gehört haben. Dann habe ich eine Kiste gepackt und habe die an den Besitzer zurückgeschickt. Ich war so feige oder nicht mutig genug, meinen Absender darauf zu schreiben, deshalb habe ich nicht getraut. Aber ich habe es wenigstens zurückgegeben, weil es völlig klar ist: Das geht nicht, wir sind keine Diebe, wir machen das nicht.
Und wo wir gerade dabei sind, es geht natürlich nicht nur um MP3s und Software, es geht um die Frage: Wie oft habe ich meine Zeit, mein Geld, meine Talente für Mist eingesetzt und Gott beraubt? Das ist die eigentliche Frage, das ist so das, worum es mir eigentlich geht. Gott hat mich ja begabt, um ihm zu dienen, und nicht, um in einer gottlosen Gesellschaft einen auf Macker zu machen. Gott hat mir Zeit, Geld, Talente gegeben, damit ich Menschen erreiche mit dem Evangelium, damit ich mit meinem Geld sein Reich baue, nicht, dass ich Sachen kaufe, die ich nicht brauche.
Wie oft hast du Gott beraubt? Und ich kenne solche Momente. Wo man sich Sachen kauft, und wenn man dann wieder bei klarem Bewusstsein ist, stellt man fest: Die braucht man gar nicht. Ich habe eine Sache zu Hause, das ist ein teures Feuerzeug. Wisst ihr, ich bin ja schon ein bisschen älter, ja, und ältere Herren haben dann ein teures Feuerzeug, das gehört irgendwie zur Ausstattung eines älteren Herren dazu, und irgendwann hatte mich dieser blöde Gedanke gepackt: Du brauchst mal ein teures Feuerzeug, so ein Porsche-Design-Feuerzeug, weißt du, ja, und ich weiß nicht, was mich geritten hat.
Also, die Lüge, der ich aufgesessen bin, war dann ungefähr am Ende so: Ja, du hast ja Geld zum Geburtstag geschenkt bekommen. Das ist natürlich auch eine stumpfsinnige Lüge, aber man glaubt sie dann. Und dann habe ich mir ein tolles ... Und ich habe heute dieses Ding noch und habe sehen davon, dass es nicht so gut funktioniert wie so ein kleines Bic für 99 Cent. Jedes Mal, wenn ich es in die Hand nehme, brennt meine Hand förmlich. Ich schäme mich, ich schäme mich für dieses Ding. Aber ich gebe es extra nicht weg, weil es gut ist, wie so eine Warnung: Ja, Jürgen, du bist versuchbar.
Wo ist dir das passiert? Schreib dir diese Momente auf, wo du Zeit, Geld, Talente verpempert hast, und geh auf die Knie und tu Buße und bring der Buße würdige Frucht.
Letzter Punkt: Wie oft warst du einfach so ein mieser Peter, so einer schlecht gelaunt, der auch noch seine schlechte Laune an den Leuten ausgelassen hat.
Ich möchte dich bitten, wenn du nach Hause kommst: Vielleicht ist das das Schmerzhafteste, was du je in deinem Leben getan hast, aber setz dich hin, geh jeden einzelnen Punkt durch, schone dich nicht, denk an Jakobus, es ist gut, sich vor dem Herrn zu demütigen. Wenn wir das tun, wenn wir ihm auf den Altar ein zerbrochenes Herz und einen zerbrochenen Geist legen, dann wird er uns erhöhen, dann wird er sagen: Super, jetzt hast du angefangen, in deinem Leben mal ehrlich zu werden, jetzt kann ich zu dir sprechen.
Und du hörst, jetzt sind die Ohren nicht mehr taub und dicht, jetzt hast du ein wirklich erneuertes, Ezechiel nennt das ein fleischendes Herz, was empfindsam ist für meine Gebote. Jetzt kann ich anfangen, meine Gebote auf dein Herz zu schreiben. Und das ist es, was ich eigentlich möchte, denn ich habe mit dir eine Zukunft vor, und diese Zukunft können wir nur dann gemeinsam leben, wenn du bereit bist zuzuhören und dich vor Gott zu fürchten. Mit echter Buße fängt das an.
Und das ist mein erster Punkt: Wenn wir Erweckung wollen, müssen wir Menschen werden, die Gott fürchten und auf sein Wort hören und da, wo wir merken, dass wir Dinge falsch gemacht haben, sie ehrlich bekennen und lassen.
Euangelion heißt gute Nachricht, die gute Nachricht ist drei Blätter Skript, okay? Das wird der kürzeste Vortrag. Ihr könnt einmal durchatmen, das ist nicht mehr lang, ihr habt es fast geschafft.
Vorne weg, hast du die Seite fertig? Nee, ich glaube an dich trotzdem. Ich denke, wenn ich jetzt weitermache, du sie fertig hast, dein Blick verrät das, schmeiß sie mir ran.
Also, wenn ihr Fragen habt zu dem, was ich gepredigt habe, oder wenn ihr mir gerne eine E-Mail schreiben wollt, oder wenn ihr denkt, ich würde gerne mehr Vorträge von dem Typen hören, oder wenn ihr denkt, ich würde gerne für den Typen beten, was mir total wichtig wäre, was ich total cool fände, in all diesen Fällen ist frogwords.de die Seite, die ihr ansteuern solltet.
Frogwords deshalb, weil mein Spitzname ist der Frosch. Deswegen schenken mir auch alle möglichen Leute Frösche. Also wenn ihr einen coolen Frosch findet, bin ich dabei. Nicht so etwas Billiges, das habe ich alle schon, das wandert in eine separate Kiste. Aber es gibt so einzelne Exemplare, die ihr vielleicht im Hintergrund bei Videos seht. Es gibt bei YouTube einen Channel Frogwords oder eigentlich heißt das Ding FrogTube, logisch, ist ja auch Frogwords, Frogtube, und dann gibt es demnächst Frogprint und Frogstream, aber das ist alles noch im Werden.
Also wenn ihr irgendwo sagt, ich würde gerne mehr Kontakt mit Jürgen haben, ich habe noch ... Ich habe vielleicht eine Frage, die ich mich hier gar nicht traue zu stellen, oder ich suche noch eine Predigt, ich suche noch ein Thema, irgendwas, schreibt mir eine Mail, traut euch. Wenn die Mail blöd ist, werde ich es euch auch so zurückschreiben, keine Sorge. Ich habe da so eine Art, kurz und knapp zu antworten, dass es nicht böse sein, wenn ich dann irgendwelche Floskeln am Anfang und am Ende weglasse. Manchmal schreibe ich auch nur die Antwort hin oder schreibe nur: Schau mal da. Dazu kommt dann zu viel rein, dass ich mir also bei jedem Einzelnen immer Gedanken mache, wie man das seelsorgerlich exakt beantworten sollte. Du fragst, stellst du eine Frage, du kriegst eine Antwort, und wenn du die Antwort nicht verstehst, stellst du noch mal eine Frage. Das ist die Lösung.
Also frogwords.de. Dort findet ihr alles, auch wenn ihr sagt, ich würde gerne Bibelferse auswendig lernen, da gibt es einen Einsteigerbereich, da habt ihr, wie man Bibelferse lernt, was für Bibelferse man dann nehmen könnte. Wenn ihr das Kindererziehungsbuch sucht oder wenigstens die ethischen Lektionen des Kindererziehungsbuches, findet ihr bei Frogwords. Wenn ihr Predigten sucht noch und nöcher bei Frogwords. Da läuft im Moment, da ändert sich gerade sehr viel, es gab einen Relaunch Anfang April, so dass das Ganze übersichtlicher sein soll, aber wir sind noch nicht ganz fertig. Schaut einfach vorbei, wenn euch das Ganze interessiert. Den Podcast haben wir noch nicht fertig, der wird irgendwann die nächste Zeit, muss man halt einfach sehen.
Also das ist einmal ein wichtiger Punkt, jetzt kannst du das wieder wechseln, jetzt hat jeder gesehen Frogwords.
Zweiter Punkt: Wenn du merkst, als du den Zettel schon durchgelesen hast über die Sünden, oh Backe, das wird ... Das wird schräg, wenn ich das wirklich mache, wenn ich mich wirklich traue, einmal vor Gott ganz ehrlich zu sein und mein Leben aufzuräumen. Wenn ich mir wirklich so einen Abend gebe, dass ich am Ende vor Gott stehe und sage: Jetzt gibt es nichts mehr zwischen dir und mir, es gibt mir nichts mehr, was mir noch einfällt, was ich noch bekennen, was ich noch löschen, was ich noch ändern könnte, dann begegnest du dem schlimmsten Gefühl, das es in deinem Herzen gibt. Und dieses Gefühl heißt Scham.
Der Mensch tut alles, um seiner Scham nicht zu begegnen. Ihr könnt das am Anfang der Bibel nachlesen: Adam und Eva sündigen, sie schämen sich, und sie fangen dann an, diese Nacktheit, die sie vor Gott spüren, diese Nacktheit mit Aktionismus zu bedecken, ja, also ein Feigenblatt muss her, oder im Englischen gibt es das schöne Wort blame shifting: die Frau ist schuld. Man sagt, ich bin gar nicht schuld, der andere ist schuld, man schiebt die Verantwortung irgendwo ab oder man versteckt sich vor Gott. Das ist das, was sie tun.
Wenn wir Scham in unserem Leben spüren, besteht die große Gefahr, dass wir mehr Angst davor haben, dieser Scham, dieser Nacktheit, dieser Ungeschütztheit zu begegnen, als irgendetwas anderes. Und ich möchte dir Mut machen, wenn du Sünde in deinem Leben entdeckst. Die natürliche Reaktion ist, dass du eine Sünde siehst und dir gleich vornimmst, die will ich nicht wieder tun oder Gott einen ganzen Aktionsplan präsentierst, was du jetzt vorhast, um ein anderer Mensch zu werden. Lass mir dir einen Tipp von hier vorne geben: Tu das nicht.
Wenn du eine Sünde entdeckst, dann nimm diese Sünde und denk nicht darüber nach, wie du sie los wirst, sondern nimm diese Sünde und geh zum Kreuz. Und am Kreuz, da weinst du. Am Kreuz da lässt du dich beschenken. Am Kreuz begegnest du einem Vater, der mit offenen Armen dasteht und dich erst einmal in die Arme schließt und sagt: Ich habe dich immer geliebt. Ich hatte dich nie weniger lieb, als du gesündigt hast, und ich werde dich nie mehr lieb haben, wenn du es richtig machst, weil meine Liebe ist wirklich bedingungslos.
Ich kann darüber heute nicht mehr sagen. Wenn du das nicht verstanden hast, was es heißt, einer bedingungslosen Vaterliebe zu begegnen, einer Liebe, die selbst dann noch über dich jubelt und jauchzt, wenn du selber nicht mehr in den Spiegel schauen kannst vor Scham für das, was du getan hast. Eine Liebe, die dir morgens sagt: Es ist alles okay, ich liebe dich und ich warte auf dich und ich bin immer für dich da.
Wenn du diese Liebe nicht kennst, wenn du Gnade nicht kennst, dann musst du den Verantwortlichen hier sagen, dass sie nächstes Jahr über Gnade einen Jugendtag machen sollen, weil ohne dieses Wissen, dass es einen Vater im Himmel gibt, der mich erst einmal bedingungslos liebt, der 100 auf meiner Seite steht, egal was für einen Mist ich baue, werde ich immer versuchen, Gott zu beeindrucken, werde ich immer versuchen, ihn mit Leistung zu bestechen, werde ich immer versuchen, zu ihm zu kommen und ihn davon zu überzeugen, dass ich jetzt ein besserer Mensch werde. Und das ist alles Bullshit, das ist ganz falsch.
Das heißt, wenn du deiner eigenen Sünde begegnest und diesem Gefühl der Scham, alles falsch gemacht zu haben, dann nimm dieses Gefühl und tu das einzige, was dieses Gefühl abwaschen kann. Und es ist nichts, was du tun kannst, es ist, dass Gott am Kreuz dieses Gefühl bedeckt mit Trost. Scham braucht Trost, keinen Aktionismus, keine guten Pläne, nichts anderes. Scham braucht Trost.
Geh zum Kreuz, bekenne deine Schuld, weine dort. Bleib, harre da aus und sag Gott einfach nur: Vater im Himmel, ich habe es nicht geschafft, es tut mir leid, und ich kann dir noch nicht mal versprechen, dass ich es morgen besser mache. Ich weiß nur, dass tief in meinem Herzen der Wunsch ist, dir zu gefallen, mehr als alles andere. Und wenn du irgendwie, wie du es in deinem Wort sagst, das Wollen und Wirken in mir vollbringst, dann will ich, ich will weiter, aber Herr, ich habe es nicht.
Und bleibe unter dem Kreuz, ohne dass du Gott irgendwas versprichst und ohne dass du dir etwas vornimmst, bis Gott dich tröstet, bis du neu glauben kannst, dass Gott es gut mit dir meint, dass wirklich Vergebung passiert ist. Und dann, wenn das durch ist, wenn du wirklich aufgetankt hast mit der Gnade Gottes, dann, dann geh auf die Knie und sag so: Vater im Himmel, kriegen wir das Problem irgendwie gelöst. Was soll ich tun? Aber erst dann!
Okay, ich hoffe, ihr habt mich verstanden, ansonsten hört euch den Vortrag jetzt die ersten zehn Minuten nochmal an.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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