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Gott hilft mächtig

Psalm 40,1-1127.08.1989
Fühlst du dich wie in einer Grube aus Angst, Schuld oder Chaos? Die Botschaft: Wer geduldig bei Gott bleibt, wird nicht nur gerettet, sondern findet festen Halt mitten im Sturm.

Ein Lied aus der Rettung

 Psalm 40 steht unser Predigttext, Psalm 40,1-11, ein Danklied über erfahrene Rettung aus dem Mund Davids.
 Psalm 40
Ich hatte des Herrn gewartet, und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien. Er zog mich aus der grausamen Grube, aus lauter Schmutz und Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels, sodass ich sicher treten kann.
Er hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unseren Gott. Das werden viele sehen und sich fürchten und auf den Herrn hoffen. Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den Herrn und sich nicht wendet zu den Hoffärtigen und denen, die mit Lügen umgehen.
Herr, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest. Dir ist nichts gleich. Ich will sie verkündigen und davon sagen, wie voll sie sind und wie sie nicht zu zählen sind.
Schlachtopfer und Speisopfer gefallen dir nicht? Sehr interessant, wie oft das im alten Bund schon gesagt ist, dass die Schlachtopfer nicht das Entscheidende sind. Aber die Ohren hast du mir aufgetan. Der Gehorsam ist das Wichtige, das Hören des Wortes und das Tun. Sie bleiben ungesegnet, wenn sich das bei ihnen vom Hören des Wortes nicht ins Tun umsetzt.
Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer. Da sprach ich: Siehe, ich komme. Im Buch ist von mir geschrieben: Deinen Willen, mein Gott, tu ich gern, und dein Gesetz habe ich in meinem Herzen.
Ich verkündige Gerechtigkeit in der großen Gemeinde. Siehe, ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen, Herr, das weißt du. Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen. Von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich. Ich verhehle deine Güte und Treue nicht vor der großen Gemeinde.

Glauben, der erzählt werden kann

Ich freue mich immer, wenn jemand aus seinem Leben erzählt, was er mit Gott erfahren hat. Sonst könnte ja leicht das Missverständnis aufkommen, dass der Glaube nur irgendwie eine trockene, abstrakte Lehre sei.
In diesen Tagen kam in Idea hinten die Geschichte, die Sie ja hoffentlich alle kennen, von unserem Günter Boos, der ja ein treues Glied in unserem Gottesdienst war. Mir hat er einst vor 19 Jahren die Lampen in meiner Wohnung hinaufgemacht. Er war Elektroingenieur.
Wie der zum Glauben kam, sagt er: Ich habe doch in meiner Jugend nicht nach Gott gefragt. Sport war alles, Bergsteigen, Skifahren. Dann ging es über Ostern auf den Mont Blanc, auf den Skiern, und dann kam ein Wetterumschwung. Die schreckliche Erfahrung, dass Bergkameraden in der Nähe sagten: Wir können euch auch nicht helfen. Dann wurden sie in den Schnee eingegraben, und die Zehen sind erfroren. Alles war furchtbar in dieser schrecklichen Nacht, in der er nur noch geschrien hat: Christus, kannst du mich nicht herausbringen? Er lebt.
Als er im Rettungshubschrauber saß und nach Chamonix geflogen wurde, sagte er: Ich habe zum ersten Mal begriffen, was Ostern heißt: Jesus lebt.
Aber das war nicht alles. Er hat den Ruf Gottes gehört, in die Mission zu gehen. Wissen Sie, wie interessant das sein kann, aus dem Leben zu erzählen? Das ist besser als alle abstrakten Theorien, die man da verbreitet.
Wir waren mitten in seinem Doktorexamen in Medizin, weil er als Missionsarzt hinausgehen will, und dann, noch mit seinem fertigen Elektroingenieurberuf, nicht Gott dienen will, sondern Medizin studieren will, da verunglückt er so schrecklich. Auf der Strecke Karlsruhe-Basel liegt er über vierzig Stunden im Autowrack, weil niemand ihn gesehen hat, als er in das Maisfeld fuhr, eingeklemmt.
Und da sagt er heute: Ich war geborgen, auch unter den rasenden Schmerzen, und wusste: Gott ist da. Sehen Sie, das ist erfahren, erlebt.
Und als dann die Ärzte an der Universität Freiburg sagen: Ja, einen querschnittsgelähmten Arzt, den können wir in Deutschland nicht brauchen, das passt nicht ins Berufsbild, dann sagt er: Jetzt weiß ich, dass dennoch die Mission die Aufgabe ist.
Und wie er bei uns bei christlichen Fachkräften mit seinen Krücken anklopfte, dachte ich: Wie soll das zugehen? Nun ist er seit zwei Jahren dort, wo keine Straßen und kein Strom mehr ist, weil er Gott erlebt und mit Gott lebt.
Ich wollte, dass Sie Erfahrungen mit Gott machen, dass das nicht eine Philosophie ist, keine Religion bei Ihnen, die Sie in Ihrem Kopf herumwälzen, sondern dass Sie in jedem Augenblick, tagtäglich, mit Gott Erfahrungen machen und erzählen können, ganz lebendig: Das habe ich mit Gott erlebt. Kleine Dinge, große Dinge, da ist mir Gott begegnet, da hat Gott durch sein Wort mit mir gesprochen.

Das Warten, das den Glauben trägt

Mein erster Punkt: Es gibt einen lebendigen Gott.
Gut, dass auch in der Bibel solche Erlebnisberichte enthalten sind. Das sind ja fast nur Geschichten darüber, was Menschen mit Gott erfahren haben. Nein, nein, wir machen daraus meist so kühle, trockene Sätze. Auch hier erzählt David, was er mit Gott erlebt hat. Und das ist heute besonders interessant, weil so viele Menschen unter uns sagen: So, Gott, wo gibt es denn Gott? Ich habe nichts von ihm erlebt. Ich habe nichts erfahren.
Und das ist gut, wenn wir uns diesen Fragen stellen: Wo ist denn Gott? Manche sagen empört: Ich habe doch geschrien in der Not. In meiner Krankheit habe ich nach Gott gerufen. Wo ist denn Gott?
Eine gegenteilige Erfahrung macht David. Er sagt hier im ersten Vers: Ich harrte des Herrn, und er neigte sich zu mir.
Ja, warum macht denn das Gott? Beim einen neigt er sich her, und beim anderen neigt er sich also nicht. Nun ist es gut, wenn man die Bibel in der Ursprache lesen kann. Aber vielleicht merken Sie schon am deutschen Wort „harren“, dass das ja kein Wort ist, das in unserer Sprache sehr verbreitet ist. Es heißt ja nicht bloß „warten“, sondern „harren“ ist mehr als „warten“. Harren ist ein lang anhaltendes, geduldiges Warten.
Wenn Sie jetzt in der hebräischen Bibel lesen könnten, da steht ein ganz merkwürdiges Wort: Ich hatte harrend. Einfach das gleiche Wort noch einmal. Das ist kein Schreibfehler, sondern wir können das in der deutschen Sprache auch sagen: Ich hatte beharrlich. Das drückt das aus. Das war ein Kampf, ein ganz langes Warten. Ein unendlich scheinender Zeitraub. Ich habe schon gemeint, Gott würde schweigen, Gott hätte mich vergessen, Gott hätte mich auf die Seite liegen lassen.
Ja, das ist der Grund, warum wir oft Gott nicht erleben, weil wir nicht geduldig warten können. Wir sind alle temperamentvolle Leute, und dann wollen wir schnell handeln. Dann brechen wir auf, dann lassen wir den Glauben sinken, und dann werden wir mutlos.
Wir wollen nie vergessen, dass unsere Gottesdienste mitgehört werden von so und so vielen Schwerkranken. Vor ein paar Tagen habe ich mit meiner Frau gesagt: Wir müssen da mal bei so auswärtigen Leuten reingucken, die da immer wieder unsere Predigten mithören. Da liegt der Ehemann gepflegt von der Frau, die selbst schon im hohen Alter ist, seit zehn Jahren da, ohne sich rühren zu können. Hören den Gottesdienst mit? Und wissen Sie, das wird mir nicht leicht. Was soll ich denn da sagen an Trost? Ich habe das ja noch nie durchgemacht. Man kann sich ja gar nicht hineinversetzen, was das für Probleme sind mit der Pflege und mit allem, diese Hoffnungslosigkeit.
Dann sagt die Frau bei dem Besuch: Ach, es gibt doch nichts, nur was uns Jesus gibt, wir könnten es ja sonst gar nicht machen.
Merken Sie, wie da Menschen Erfahrungen machen, im langen Harren, wo das nicht bloß über Wochen geht, ohne dass Besserung sich einstellen kann, sondern über Jahre hinweg? Ich harrte des Herrn, und er neigte sich zu mir.
Ich würde Ihnen jetzt gern aus dem Leben von David erzählen, was das für ihn für Geduldsproben waren, als er wochenlang, nein, jahrelang durch die Wüste streift, in der glühenden Hitze und kein Wasser hat. Und dann pfeift er unentwegt seinen Psalm: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Du bist doch betrogen und verlassen, David! Und er harrte auf den Herrn.
Und doch meine ich, dass Sie das geduldige Harren noch nicht einmal bei David in der besten Weise lernen können. Am schönsten können Sie es lernen bei Jesus selbst, als sie ihm den Rücken zerschlagen haben, als sie ihm ins Angesicht spuckten. Mensch, da hatte ich doch Gott verlassen, was soll denn jetzt noch da sein? Machen Sie das mal durch, wie sie ihn hinausschleppten und den Kreuzesbalken auf seinen Rücken legten. Wo ist denn Gottesliebe? Und er harrte des Herrn: Herr, du wirst meine Sache zu Ehren bringen, ich will nur auf den Herrn harren.
Und als sie die Nägel durch seine Hände trieben, sagt er: Vater.
Verstehen Sie, betend bewältigt er die ganze Not. Betend ruft er zu Gott. Können Sie so die Tiefen ihres Lebens durchstehen? Ich wollte einmal mit Ihnen darüber heute in der Predigt sprechen, weil mir das so wichtig ist. Weil ich weiß, so viele von Ihnen haben unmenschlich Schweres zu tragen. Bewältigen Sie es betend.
Und ich bin so froh, dass in der Bibel das überliefert ist. Wie Jesus nicht einfach so durch seine göttliche Kraft weglegen konnte, sondern wie er in Gethsemane mit dem Tode rang, betend: Vater, ich möchte nicht sterben, ich kann da nicht hindurch, aber dein Wille geschehe. Ich möchte doch, dass ich dich habe und dass ich dich finde. Ich harrte des Herrn, und er neigte sich zu mir. Und Gott schickt einen Engel vom Himmel, der stärkte ihn. Als der Schweiß auf die Erde fiel.
Glauben kann ein schweres Kämpfen und Dringen sein. Und wenn Sie fragen, wie man denn so etwas erlebt, da heißt es: seine eigenen Leidenschaften zu besiegen und nicht seinem eigenen Wollen nachzugeben. Wie der David in der Höhle den Saul trifft und dann den Zipfel an dem Mantel abschneidet und sagt: Jetzt hätte ich ihn doch eigentlich da in meiner Hand, jetzt könnte ich ihn umbringen. Nein, nein, nein, nein, nein, ich harrte des Herrn. Gott, du musst meine Sache zu Ende führen.
Unser Leben kann oft ganz wirr und für uns unerklärlich schwer sein. Aber Sie müssen Gott suchen. Ich harrte des Herrn, den lebendigen Gott erfahren. Und dort können Sie ihn nur finden. Es kann ein langes, schweres, andauerndes Warten sein und ein Hoffen. Und dann kommt er. Er neigt sich zu Ihnen, er sucht Sie, er richtet Sie auf und er ermutigt Sie.

Die Tiefe des Wunders

Jetzt möchte ich es unterteilen, damit wir es ein wenig unterscheiden können, auch jetzt in der Klärung, doch. Worte, die hier geschrieben stehen: Das Wunder, das geschah.
Was war denn das Wunder? Jetzt würde es uns eigentlich interessieren, was für ein Wunder David erlebt hat, der Psalmsänger, von dem das alles stammt. Er erzählt es doch. Und jetzt bin ich überrascht, dass er nicht sagt: Das Wunder geschah, und eines Tages kam ich doch noch auf den Königsthron. Ach was, meinen Sie, dem David sei es um den Königsthron gegangen? Ach, vielleicht dann das andere: Dann ließ eines Tages Gott diese Anklagen des Saul in sich zusammenbrechen, und sie waren entlarvt als Lügengespinste. War das das Wunder? Sicher, das war das Wunder. Aber David sagt: Nein, das war nicht das Wunder.
Wir denken ja oft so kurzsichtig und sagen: Herr, mach mich gesund. Und das macht Gott. Gott schenkt uns sichtbare Wunder. Gott lässt uns Dinge wiederfinden, die wir verloren haben. Gott kann die Herzen von bösen Menschen wenden. Aber merkwürdig, dass David nicht an diesen äußeren Wundern hängen bleibt. Sonst sind wir immer nur bei den wiedergefundenen Schlüsseln stehen geblieben und bei den einzelnen Gesundheitszeichen.
Er sagt ja: Ich stehe auf einem festen Felsen. Ihre Gesundheit, auch wenn Gott sie Ihnen wunderbar wiedergeschenkt hat nach einer Operation, ist nie ein sicherer Felsen. David spricht von dem Felsen, den er gefunden hat. Das Wunder geht immer noch ein ganzes Stockwerk tiefer. Und das müssen Sie suchen in den Erfahrungen mit Gott, im Harren, im Suchen. Das schenkt Ihnen Gott.
Was war denn das, was hat Ihnen denn Gott geschenkt? Er schreibt hier: Ich war in der grausigen Grube. Bin als Bub gerne durch die Burgen der Schwäbischen Alb gestreift, und das hat mich am Hohenäufen fasziniert. Da habe ich immer den Vater gefragt: Wo waren die Gefangenen eingesperrt? Dort in den Kasematten, in dem Loch da drunten. Ja, hat der Vater gesagt, dann hat man das Gitter drüber gemacht und womöglich noch abgedeckt, und dann saßen die in dem Loch da unten im Dunkeln. Und da war es feucht und muffig. Dann hat man den Fraß ihnen, wenn es überhaupt noch einen gab, runtergeworfen. Das kann man sich gar nicht vorstellen, wie solche Gefangenen im Mittelalter in ihren Löchern saßen, in der grausamen Grube.
David sagt: Glaubende Menschen müssen oft in grausamen Gruben leben. Was ist denn das? Es kann eine Krankenzeit sein. Es kann sein, wenn Menschen böse mit ihnen umgehen. Wenn Lüge und Verleumdung um sie herum sie einsam machen. Grausige Grube. Und dann redet er vom Schlamm, Schmutz und Schlamm. Die hebräische Sprache ist drastischer, da steht vom Kot da, vom schlammigen Kot, in den ich trete. Da riecht es furchtbar, da kann man nicht leben. Wie furchtbar kann Leben sein. Und da hat, erzählt David, Gott mich herausgeholt.
Und jetzt merken Sie: Es ging ihm gar nicht so darum, dass das alles hinter ihm liegt, sondern dass er mitten in der ganzen Bedrohung seines Lebens erfährt: Gott hält mich. Ich stehe in meines Herren Hand und will drin stehen bleiben. Nicht Erdennot, nicht Erdentand soll mich daraus vertreiben. Und wenn so fällt die ganze Welt, wer sich an ihm und wen erhält, wird wohlbehalten bleiben. Gott hat mich auf einen festen Felsen gestellt, und jetzt stehe ich sicher und fest, und nichts wackelt mehr.

Der Fels, der trägt

In diesen Tagen werden wir ja immer wieder daran erinnert, an den Beginn des Zweiten Weltkriegs. Ich frage mich oft, ob wir heute auch noch richtig verstehen können, wie das war.
Ich kannte einen Mann, einen gläubigen Mann, der zu mir gesagt hat, er sei in diesen Tagen des Jahres 1939 auf die Knie gegangen und habe gebetet: Herr, schick einen Weltkrieg. Denn wenn die Lüge triumphiert und wenn das Unrecht dieses scheusslichen Systems die Welt beherrscht, dann gibt es keine Hoffnung mehr. Und wenn es Millionen Tode kosten darf, dann muss das gestoppt werden.
Darf man das heute überhaupt noch sagen, dass es so grausig ist? Es gibt nicht bloss Krieg. Umweltschmutz ist scheusslich. Aber wissen Sie, was böse ist? Kennen Sie die Macht der Hölle und der Finsternis wirklich?
Und jetzt bin ich immer wieder dafür, dass man das Böse nicht nur an Geschichtsepisoden kennenlernt, sondern auch in seinem eigenen Herzen. Das gleiche Böse, das sich entfaltet in den Tyranneien der Welt, wohnt in meinem Herzen, in ganz unterschiedlichen Formen und Strukturen. Welche gemeine Bosheit gibt es in meinem Herzen, welche Lüge hat er auf Traum, welche Selbstsucht, welcher Hochmut!
Wenn Sie einmal ringen mit dieser ganzen Macht des Bösen, dann merken Sie: Das ist nicht bloss ein Problem der Bewältigung der Geschichte der vergangenen Generationen, sondern: Wie werde ich heute mit der Macht des Bösen fertig? Und dann merken Sie: Ich steche ja in der grausigen Grube! Da kann man plötzlich nicht mehr so laut schreien: Herr, zieh mich raus.
Und wenn Sie einmal kämpfen gegen das Böse, dann merken Sie, dass Sie gar nicht angehen können. Das ist ja viel stärker, die Lügenmächte der Hölle. Jesus kann mich auf den Felsen stellen. Er ist für meine Sünde gestorben und kann mich in einem Nu freimachen. So wie er gestrandete Gefängnisinsassen rettet, will er auch mich retten und dich. Wir leben alle von der gleichen Gnade.
Und der Fels ist nur das, dass ich das habe: Du bist bei mir, ich bin dein, du bist mein, niemand kann uns scheiden. Und dann gibt es plötzlich das, dass man sogar im Krankenlager singen kann, den Gräbern singen kann: Jesu, meine Freude. Dass er grösser ist als alles Leid und dass Menschen getröstet sind und geborgen in grosser Trauer und verlassen und einsam.
Verstehen Sie noch einmal: Ich weiss, wie viel Wunder Gott tut. Aber das grösste Wunder ist, wenn man auch äusserlich noch drin lebt und dennoch auf dem Felsen steht, weil dieser Felsen Jesus selber ist, an den man sich halten kann, der einen durch den Tod hindurch trägt.
Jetzt stellte meine Füsse auf einen Fels, dass ich sicher treten kann.

Hoffnung, die weiterreicht

Wir haben so viele Wünsche. Heute, in einer Zeit des Wohlstands, kreist das Christentum bei vielen Leuten eigentlich nur um ganz kleine Probleme: Wie werde ich bald wieder gesund? Wie lösen sich meine wirtschaftlichen Schwierigkeiten? Dabei haben wir heute die wenigsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der ganzen Geschichte unseres Volkes.
Und es ist uns oft kaum mehr bewusst, dass wir in den Jahrtausenden mit dem Leben heute so in der Luft hängen. Wo kommst du einmal hin, wenn du stirbst? Wo wirst du die Ewigkeit zubringen? Wissen Sie das sicher, dass Gott Sie hält? Können Sie sich darauf verlassen, sind Sie sein Eigentum?
Das Erschütternde ist, wenn man daran denkt, wie furchtbar in der Weltgeschichte oft das Unrecht und das Böse überwiegt: Bist du herausgerissen, bist du angenommen von Gott, kannst du in sein Gericht treten?
Da steht hier hinten in dem Psalm dann in Vers 9: Deinen Willen tu ich gern. David sucht nur, wie er den Willen Gottes erfüllen kann. Und das berührt sich mit dem, was ich Ihnen von Jesus in Gethsemane erzählen kann: Vater, nur dein Wille geschehe. Oder wie Jesus ein andermal sagt: Das ist meine Speise, dass ich den Willen Gottes tue, der mich gesandt hat.
Das soll doch mein Leben treiben: Herr, was du willst, das will ich. Ich habe so viele Wünsche. Herr, ich möchte nicht leiden, ich will keine Schmerzen haben, ich will erfolgreich sein, ich will anerkannt sein von Menschen. Aber sage ich wirklich: Herr, ich suche deinen Willen? Nimm du mein Leben und mach etwas zu deinem Lobpreis daraus. Das war das Geheimnis des Lebens Davids. Ich will doch nur dir zu Ehren leben und für dich.
Das ist mutmachend für andere. Das ist noch einmal ein dritter Punkt. Das steht auch noch da von dem neuen Lied, das gesungen wird. Ich wollte darüber sprechen, dass man Gott erleben kann und dann Wunder erfährt, wie einen Gott herausholt aus der Grube, in ganz verschiedener Weise. Gott macht das bei jedem von uns ganz anders. Und nur noch, dass das Mutmachen sei für andere: Viele sollen es hören.
Das Danklied, aber das steht nicht da, haben Sie genau hingesehen, das werden viele hören. Er hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unseren Gott, Vers 4, das werden viele hören, nein, sehen. Das Schönste ist, wenn man sieht, wie Menschen ihren Glauben bekennen und von Jesus reden und das berichten können und fröhlich sagen: Doch, mir hat er geholfen, ich weiß, dass er bei mir ist. Das werden viele sehen.
Das Sehen spielt in unserer Welt eine so große Rolle, beim Fernsehgucken und bei den Beweisen, die wir immer wollen. Und es ist schön, dass wir es nicht bloß mit dem Munde sagen, sondern Menschen auch zeigen und sagen: Doch, wir haben einen festen Halt, und wir sind bei ihm. Und wir werden das immer wieder singen in dem neuen Lied und erzählen und berichten die Geschichten, die wir mit Gott erlebt haben. So wie ich Ihnen von Günter Boos erzählt habe.
Gerade dann, wenn Gott das nicht tut, was wir wollen, und genau unsere Wünsche durchstreicht und dennoch eher am Handeln ist, erzählen Sie es! Sie können aus Ihrem Leben viel erzählen und wie Gott Sie gefunden hat. Und was wir dann erzählen, ist immer: Wie groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweist, dir ist nichts gleich. Ich will sie verkündigen, wiewohl sie nicht zu zählen sind. Das kann man gar nicht zusammenfassen, und ich verstehe die Gedanken Gottes auch nicht. Ich weiß nur, dass er das Steuer in meinem Leben richtig gelenkt hat, und ich kann rückblickend nur danken und ihn darüber loben.
Und dann steht da: Ich verkündige deine Gerechtigkeit, das heißt doch: Gott, dein Handeln ist richtig. In der großen Gemeinde will ich meinen Mund nicht stopfen lassen, wenn die sagen: Das interessiert uns gar nicht, der moderne Mensch hat heute ganz andere Fragen. Ich möchte davon reden, wie Gott so wunderbar ist, dass er mit seiner Güte mich nicht verstoßen hat, sondern sich zu mir heruntergebeugt hat, obwohl ich es doch gar nicht wert war.
Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen. Gott, du bist so groß in deinem Urteil über mich. Deine Wahrheit und dein Heil sind so groß, du bist so verlässlich, dein Wort ist gültig, und wenn die anderen das bestreiten, dann mache ich den Mund auf und sage das Gegenteil.
Nur schlimm ist, wenn man zu den Hofffertigen und Stolzen gehört. In Vers 5: Wer seine Hoffnung auf den Herrn setzt und sich nicht wendet zu den Hofffertigen. Was sind denn Hofffertige? Ich meine, es gäbe es erst heute ja die große Versuchung, dass man heute so stolz alles selber will, ohne Gott: Ich kann das schon, ich brauche niemanden, ich brauche keinen Heiland. Wohl dem, der sich nicht wendet zu den Hofffertigen und Stolzen, sondern der sein Vertrauen auf den lebendigen Gott setzt.
In diesen Tagen kriegen wir im Fernsehen eindrucksvolle Bilder aus dem Weltall. Jetzt hoffe ich, es sei nichts Falsches: Die Rakete flog doch zum Neptun, so war es. Die Weite des Weltalls, wie für zwölf Jahre unterwegs. Und die Güte Gottes ist viel weiter, um fast die Enden der Erde. Und wenn Sie in die Zukunft Ihres Lebens schauen und Ihnen bange würde und Sie nicht wissen, was noch vor Ihnen liegt: Die Güte Gottes ist größer vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang. Sie werden Gottes Nähe erfahren können.
Sie dürfen auf ihn trauen und das Lob erklingen lassen und ihm danken. Er will Ihnen vielfach begegnen in den Kleinigkeiten des Alltags, in der Stille der Nacht. Und Sie werden erfahren, dass er die Hölle für Sie besiegt hat, dass er das Böse bezwingt und den Tod zerbricht und dass Sie auf dem Felsen stehen und das unter Ihren Füßen nie mehr wackelt und wankt. Weil er Sie hält und weil er Sie trägt. Amen.