Serie•Teil 24 / 44Johannes-Evangelium
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Der Übergang von der Begegnung zur Ernte
Hallo, liebe Geschwister!
Lasst uns miteinander wieder eintauchen in das Johannesevangelium, Johannes 4: Jesus in Sychar an der Quelle Jakobs. Letztes Mal haben wir den Schwerpunkt auf das Gespräch gelegt, das Jesus mit seinen Jüngern hatte. Jetzt müssen wir jedoch den Faden der Ereignisse noch einmal an einer anderen Stelle aufgreifen.
In Vers 29 hieß es von den Samaritern, zu denen die Frau gesprochen hatte, dass sie aus der Stadt hinausgingen und zu ihm kamen. Wir müssen uns also vorstellen, wie Jesus erst mit seinen Jüngern redet, die nicht so recht verstehen, warum er nicht essen will. Während er noch mit ihnen redet und das erklärt, was wir letztes Mal miteinander besprochen haben, kommen die Samariter, um diesen Messias kennenzulernen.
Allerdings wissen wir nicht, was Jesus mit den Samaritern besprochen hat. Jesus überliefert uns nur ein Gespräch, nämlich das Gespräch mit der Frau. Und dann sagt er uns etwas zu dem Ergebnis der Folgegespräche. Da heißt es dann in Johannes 4,39: „Aus jener Stadt aber glaubten viele von den Samaritern an ihn um des Wortes der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.“
Also ein erster Glaube durch das Zeugnis der Frau. Und dann die Verse 40 bis 42: „Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben. Und er blieb dort zwei Tage. Und noch viel mehr Leute glaubten um seines Wortes willen; und sie sagten zu der Frau: Wir glauben nicht mehr um deines Redens willen, denn wir selbst haben gehört und wissen, dass dieser wahrhaftig der Retter der Welt ist.“
Noch mehr Glaube durch das Gespräch mit Jesus selbst. Schade, dass Johannes nicht mehr darüber berichtet hat, was da alles besprochen wurde. Das wäre bestimmt spannend geworden, aber es hat gereicht. Die Samariter aus Sychar erkennen in Jesus den Retter der Welt.
Das, was hier passiert, nennt man heute Erweckung. Erweckung bedeutet, dass viel mehr Menschen als üblich zum Glauben an Jesus kommen.
Licht, Wahrheit und der erste Schritt zum Glauben
Und wenn ihr euch letztes Mal gefragt habt, warum Jesus von dem einen Gespräch mit der Frau so begeistert war, dann hat das damit zu tun, dass er nicht nur die eine Frau gesehen hat, sondern an ihrer Art und ihren Fragen mitbekommen hat, dass die Einwohner von Sycha vorbereitet waren, dem Messias zu begegnen.
Und als dann die Samariter mit der Frau zur Quelle kommen, weil sie einfach die Frage in den Raum geworfen hat: „Dieser ist doch nicht etwa der Christus?“, dann illustrieren die Samariter mit ihrem Interesse an Jesus das Prinzip, das wir schon aus Johannes 3 kennen.
Da heißt es in Johannes 3,20-21, die haben wir schon miteinander behandelt, ich will das nur noch mal vorlesen und kurz anreißen: Entschuldigung, denn jeder, der Arges tut, hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht bloßgestellt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zu dem Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott gewirkt sind.
Es gibt zwei Sorten von Menschen: die, welche das Licht hassen, und die, welche das Licht lieben; die, welche zum Licht kommen, und die, welche sich verstecken. Die Samariter sind jedenfalls solche, die hingehen. Sie haben Interesse, sie wollen wissen, was an Jesus dran ist. Sie haben keine Angst davor, dass er ein paar Dinge ans Licht bringen könnte, auf die sie nicht so stolz sind.
Ja, das passiert, wenn man ins Licht tritt. Wisst ihr, es ist nicht schlimm, wenn Jesus die dunklen Seiten meines Lebens bloßstellt. Das muss sein. Das muss sein, damit wir uns in seinem Licht sehen, wie wir wirklich sind. Wir brauchen das, um Buße tun zu können, so wie der Psalmist das auf den Punkt bringt: Denn bei dir ist der Quell des Lebens, und in deinem Licht sehen wir das Licht. In deinem Licht sehen wir das Licht.
Erst muss Jesus in unser Leben hineinscheinen, und dann verstehen wir, wie Leben gelingen kann. Jesus möchte als der Retter der Welt auch der Retter meines Lebens sein. Aber dazu muss ich hingehen, ihm zuhören, es erlauben, dass sein Licht in mein Leben hineinscheint, und an ihn glauben.
Vielleicht mache ich mich auf, weil ich eingeladen wurde. Vielleicht, weil ich auf Leute stoße, die wie die Samariterin bereits eine Begegnung mit Jesus hatten. Aber das ist immer nur der erste Schritt: jemanden treffen, der Jesus kennt. Der zweite Schritt ist, selber hinzugehen, sich mit Jesus zu unterhalten, auf das zu hören, was er zu sagen hat, heute wohl in einem evangelistischen Hauskreis häufig.
Und dann, wenn ich das gemacht habe, wenn ich mich mit Jesus beschäftigt und auf ihn gehört habe, dann kommt der Glaubensschritt: wenn Jesus nicht nur ganz allgemein der Retter der Welt ist, Christuskind unter dem Weihnachtsbaum, sondern mein persönlicher Retter wird, wenn ich anfange, ihm nachzufolgen und sein Jünger zu werden.
Übrigens: Jüngerschaft ist Inhalt des Frogwords-Podcasts von nächster Woche, Jesus zum Thema Jüngerschaft, fünf Punkte, die du wissen solltest.
Die Jünger und ihr begrenzter Blick
Aber kehren wir noch einmal zurück zu Jesus und seinen Jüngern, zu dem Moment, als sie ihrem Meister Essen geben wollen und er schon satt ist, weil es ihn so erfüllt, den Willen des Vaters zu tun.
Wenn die Lektion der Samariter darin besteht, in Jesus den Retter der Welt zu erkennen, was müssen eigentlich jetzt die Jünger lernen?
Wisst ihr noch, was Jesus zu Nikodemus über die Bekehrung sagt? Bekehrung ist eine Geburt von oben. Jemand muss zweimal geboren werden, aus Wasser und aus Geist. Ein Mensch muss natürliches und übernatürliches Leben empfangen. Und deswegen gibt es eine natürliche Geburt aus Wasser und eine übernatürliche Geburt aus Geist. Die übernatürliche Geburt ist von oben, vom Heiligen Geist. Und über diese Geburt wird gesagt in Johannes 3,8: Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.
Der Wind ist ein Phänomen, das wir nicht in der Hand haben. Wir sehen die Auswirkungen, aber wir können ihn nicht beherrschen. Dasselbe trifft auf die Menschen zu, die vom Heiligen Geist bewegt oder von Neuem geboren werden. Wenn der Heilige Geist wirkt, dann entzieht sich das unserer menschlichen Planung. Wir können es nicht beherrschen oder berechnen.
Und genau dieses Thema spricht der Herr Jesus jetzt bei seinen Jüngern an. Die Jünger wundern sich darüber, dass ihr Rabbi, ja, dass er mit einer Frau spricht. Aber sie tun das doch nur, weil sie sich nicht vorstellen können, dass genau diese Frau Auslöser für eine Erweckung unter den Samaritern sein wird. Ich weiß nicht, ob sie überhaupt damit gerechnet haben, dass irgendein Samariter anfangen könnte, an ihren Rabbi als an den Messias zu glauben. Eigentlich kann ich mir das nicht so recht vorstellen. Sie sind es so gar nicht gewohnt, außerhalb ihrer Box zu denken.
Ihnen war es wahrscheinlich schon ein bisschen unangenehm, überhaupt durch Samaria zu ziehen. Wenn ihr wissen wollt, wie tief die Abneigung gegen Samariter sitzt, merkt man das ungefähr zwei Jahre später. Da zieht Jesus wieder durch Samaria, braucht eine Unterkunft, und ein samaritisches Dorf verweigert ihm diese. Und was machen dann Jakobus und Johannes? Ja, genau, unser Johannes hier aus dem Johannesevangelium. Was machen die beiden, weil sie sauer sind, nachdem sie die Bekehrung der Samariter erlebt haben? Sie fragen in Lukas 9,54: „Herr, willst du, dass wir sagen, dass Feuer vom Himmel herabfalle und sie verzehre?“
Das ist die Box, das ist der Rahmen, in dem sie denken können. Samariter, die sich scharenweise zu Jesus als ihrem Messias bekehren und in ihm den Retter der Welt sehen – das können sie nicht denken, das hätten sie nie im Sinn gehabt. Aber genau das ist es, was sie lernen müssen. Wenn der Geist Gottes wirkt, dann ist das nicht vorhersehbar. Der Wind weht, wo er will. Es kann sein, dass wir denken, hier ist geistlich tote Hose, aber in Wirklichkeit bahnt sich gerade eine Erweckung an.
Ernte, Vorarbeit und Gottes überraschendes Handeln
Oder wie Jesus es seinen Jüngern erklärt, in Johannes 4,35: Sagt ihr nicht, es sind noch vier Monate, und dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und schaut die Felder an, denn sie sind schon weiß zur Ernte.
Ihr sagt, es ist noch lange hin bis zur Ernte, aber schaut genau hin: Ihr irrt euch, die Felder sind schon weiß zur Ernte. Und hier redet Jesus in Bildern. Er spricht von Feldern, aber er meint Menschen. Ihr denkt, hier ist geistlich nichts zu holen. Aber in Wirklichkeit warten hier viele Menschen darauf, mich im Glauben als ihren Messias und als ihren Retter anzunehmen. Das ist die Realität.
Warum haben sich die Jünger geirrt? Sind es ihre Vorbehalte gegen die Samariter? Es gibt vielleicht noch einen viel wichtigeren Grund. Sie haben menschlich gesprochen keinen Grund, eine Erweckung zu erwarten. Sie waren doch erst ein paar Stunden vor Ort. Es gab weder eine Predigt ihres Rabbis, noch gab es auffällige Zeichen und Wunder. Warum sollte hier irgendwer überhaupt auch nur ein kleines bisschen interessiert sein?
Und merkt ihr, wie ihr Denkrahmen wieder ganz eng ist? Wir sind die Einzigen. Aber das stimmt nicht. Wenn sie erleben, wie sich viele Samariter bekehren, dann ernten sie, wo andere gesät haben. Das Bild vom Säen und vom Ernten wird hier übertragen auf Predigen, Evangelisieren und darauf, zu erleben, wie Menschen zum Glauben kommen.
In Johannes 4,38 heißt es: Ich habe euch gesandt zu ernten, woran ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und ihr seid in ihre Arbeit eingetreten. Vor ihnen gab es andere, wer auch immer das war. Die haben Vorarbeit geleistet. Es waren nicht nur sie. Es brauchte andere, beide: den, der sät, und den, der erntet.
Und der Text sagt dann, dass beide gearbeitet haben und dass beide sich natürlich auch freuen, in Johannes 4,36-37: Der da erntet, empfängt Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, damit beide, der da sät, und der da erntet, sich gemeinsam freuen. Denn hierin ist der Spruch wahr: Ein anderer ist es, der da sät, und ein anderer, der da erntet.
Ich kann die Jünger gut verstehen, dieses Denken innerhalb der Box. Ich sehe mich mit meinen Möglichkeiten, meinen Erfahrungen, meinen Erfolgen oder auch Misserfolgen, und es fällt mir schwer zu glauben, dass ich nicht alles sehe. Dass die Realität ganz anders sein könnte. Dass sich Erweckung um die Ecke hinter einem Gespräch mit einer Frau an einer Quelle verbirgt. Wie soll man auf so eine verrückte Idee kommen?
Oder was ist mit dem, der sät? Unsere Geschichte ist eine Erntegeschichte, Erweckung. Wisst ihr, das macht sich in Rundbriefen von Missionaren immer supergut: Der Stamm hat sich bekehrt, halleluja! Aber was ist mit dem Sämann, mit dem, der jahrelang predigt, aber es bekehrt sich fast niemand? Mit dem, der jahrelang treu seinen Büchertisch betreut, Traktate auslegt, betet, fastet, dafür, dass sein Stadtteil sich bekehrt, dass da eine Erweckung stattfindet, aber er sieht keine oder noch keine Frucht.
Mitwirken ohne Kontrolle
Vielleicht kann man so viel sagen: Zwei Punkte.
Erstens: Gott baut sein Reich. Wir dürfen mitmachen, aber wir suchen uns den Platz nicht aus. Die einen säen, und die anderen ernten. Das ist der eine Punkt. Wir dürfen mitmachen, Gott baut sein Reich. Er bestimmt, welchen Platz wir einnehmen.
Der zweite Punkt, der in diesem Text deutlich wird, ist: Gott ist kreativ und überraschend, und zwar genau dann, wenn er sein Reich baut. Wir müssen sehr darauf achten, dass wir nicht zu schnell denken, dass entweder alles an uns hängt oder dass wir genau wüssten, was als Nächstes passieren wird. Das stimmt nämlich nicht.
Fragen für den Austausch
Lasst uns jetzt in die Gruppen gehen und über zwei Fragen nachdenken.
Erstens würde ich mir wünschen, dass ihr reihum jeder kurz ein Ereignis aus eurem Leben erzählt, in dem Gott euren persönlichen Erfahrungs- oder Erwartungshorizont gesprengt hat. Wo war eure Box, die ihr für zu klein gehalten habt, und Gott hat etwas getan, von dem ihr nie gedacht hättet, dass es passiert?
Zweitens: Wenn es stimmt, dass einer sät und ein anderer erntet, wenn es auch stimmt, dass wir nicht wissen, welche Rolle wir bei einer Bekehrung spielen, und wenn es vielleicht sogar sein kann, dass wir einmal die eine und einmal die andere Rolle spielen, wie müsste sich dieses Wissen auf unser Evangelisieren auswirken? Welche Aspekte werden dann eigentlich wichtig, und welche verlieren an Wichtigkeit?
Das war's. Der Herr segne euch. Amen.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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