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Versichert - aber nur mit Selbstbeteiligung?

Philipper 3,1-306.09.2026
Falls du ein Auto besitzt musstest du dir bestimmt schonmal Gedanken machen, welche Versicherung du abschließt. Wie schaut es aber mit der Ewigkeit? Welche Versicherung hast du für die Ewigkeit abgeschlossen? Oder anders gefragt: Was gibt dir die Sicherheit Ewiges Leben zu haben? Das du ein moralisch gutes Leben führst; Das du das Datum deiner Bekehrung weist; Weil du dich für die Gemeinde und Glaubensgeschwister so sehr abmühst?

Einleitung: Was Menschen alles absichern wollen

Es gibt einen amerikanischen Pianisten, der wollte sichergehen, dass, wenn etwas mit seinen Fingern passiert, er versichert ist. Also hat er sie versichern lassen, und er hätte rund eine Million Euro bekommen.
Es gibt einen ehemaligen Footballspieler, der seine Karriere mittlerweile beendet hat. Er hatte ganz langes, lockiges Haar und einen Haarsponsor, einen Haarshampoosponsor, und zwar Head and Shoulders. Er hat dort seine Haare versichern lassen, ebenfalls für eine Million Euro.
Und vielleicht eines der bekanntesten Beispiele: Ich habe mir vorher schon überlegt, ob ich das bringe oder nicht, aber ich finde es einfach witzig. Eines der bekanntesten Beispiele ist Jennifer Lopez. Vielleicht wisst ihr das, vielleicht habt ihr das schon gehört: Sie hat ihren Hintern versichern lassen. Und ich weiss nicht, unter welchen Bedingungen die Versicherung eingesprungen wäre, aber sie hätte 27 Millionen Euro bekommen. Fragt mich nicht, wofür, was hätte passieren müssen.
Also, ihr merkt: Wir können wirklich für alles eine Versicherung abschliessen. Wir können überall irgendwie eine Versicherung abschliessen, damit wir im Notfall versichert sind. Wenn ihr mit dem Auto heute hierher gekommen seid und es in Deutschland zugelassen ist, dann habt ihr sehr wahrscheinlich eine Versicherung. Ansonsten wärt ihr illegal unterwegs.
Wenn ihr ein Haus habt, dann ist es vielleicht auch versichert, wenn das Dach abfliegt oder wenn ihr einen Wasserschaden habt, damit die Versicherung bei grossen Summen einfach einspringt. Wenn ihr zur Miete wohnt, dann ist es vielleicht so, dass ihr angehalten werdet oder verpflichtet seid, eine Privathaftpflicht abzuschliessen, damit ihr, falls ihr den Schlüssel verliert und alle Schlösser in dem Mietshaus ausgetauscht werden, nicht auf einmal Tausende von Euro zahlen müsst.
Ja, wir können auch ähnlich wie Cristiano Ronaldo eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung abschliessen. Natürlich würden wir keine hundert Millionen kassieren, aber es würde uns absichern, wenn irgendetwas passieren würde. Also ja, wir können unfassbar viele Versicherungen abschliessen, für alles Mögliche. Und teilweise ist es durchaus sinnvoll, aber es wird auch extrem absurd, was man alles versichern lassen kann.
Wenn ihr in Grossbritannien lebt und eine gewisse Angst habt, dann ist es möglich, und es ist anscheinend auch schon tausendfach verkauft worden, dass ihr euch gegen eine Alienentführung versichern lassen könnt. Sollte es also dazu kommen, dass ihr von Aliens entführt werdet und ihr könnt es glaubhaft beweisen, dann springt auch da diese Versicherung ein und zahlt euch vielleicht, wenn ihr dann nicht mehr arbeitsfähig seid, diese Beträge.
Es gibt noch eine andere Versicherung: Auch in Grossbritannien, auch in den USA könnt ihr euch versichern lassen, und ihr könnt eine Werwolf- und Vampirversicherung abschliessen. Sollte es also dazu kommen, dass ihr von einem Vampir gebissen werdet, dann wird auch da diese Versicherung einspringen, und ihr seid quasi dafür abgesichert.
Also ihr merkt, wie absurd das wird und was wir alles versichern lassen können. Für alles, wo wir keine Kontrolle haben, für alles, was nicht in unserer Hand liegt, das können wir versichern. Da können wir eine Versicherung abschliessen, damit wir abgesichert sind, wenn irgendetwas passiert, was wir nicht selbst in der Hand haben.
Und bei einigen Versicherungen ist es so, dass man, auch wenn irgendetwas passiert, auch wenn irgendein Schaden entsteht, trotzdem so seinen Beitrag leisten muss. Das ist bei den meisten Vollkaskoversicherungen fürs Auto so. Da müsst ihr, wenn ihr einen Unfall verursacht, den Grossteil übernimmt die Versicherung, aber einen Betrag müsst ihr je nach Vertrag vielleicht selbst investieren, eine Selbstbeteiligung, zum Beispiel 300 Euro.
Genau das bringt uns zum heutigen Thema, denn heute soll es um die Versicherung gehen. Eine Versicherung, die eine Besonderheit hat, weil es bei dieser Versicherung so ist, dass es nicht nur keine Selbstbeteiligung gibt, sondern ganz im Gegenteil: Sobald wir der Meinung sind, wir müssen etwas selbst beitragen und selbst mit hineinbringen, eine Selbstbeteiligung investieren, erlischt sofort jeglicher Schutz.
Wir können alles versichern, was wir nicht in der Hand haben. Aber in dem Moment, wo es um unsere Ewigkeit geht, meinen die meisten Menschen, dass sie es selbst in der Hand haben, dass sie es sich selbst erarbeiten oder zumindest einen kleinen Teil dazu beitragen können. Ich glaube, es ist leider auch unter vielen Christen der Fall. Und deswegen ist der Titel für die heutige Predigt: versichert, aber nur mit Selbstbeteiligung?
Also versichert ja, aber vielleicht nur mit einer Selbstbeteiligung. Und die Frage, die der Text heute an uns stellt, ist: Wer oder was gibt dir Sicherheit, wenn es um deine Ewigkeit geht? Wer oder was gibt dir Sicherheit, wenn es um deine Ewigkeit geht? Welche Versicherung hast du für deine Ewigkeit abgeschlossen, und wie hoch ist deine Selbstbeteiligung?
Ich möchte euch bitten, Gottes Wort aufzuschlagen, in Philipper 3. Wir möchten die ersten drei Verse gemeinsam lesen. Es ist der Einstieg, die Tür in dieses Kapitel, und es ist auch gleichzeitig ein Wegweiser, um uns die Richtung, die Ausrichtung dieses Kapitels näherzubringen.
 Philipper 3, ab Vers 1. Da heisst es:
Im Übrigen, meine Brüder, freut euch im Herrn! Euch dasselbe zu schreiben, ist mir nicht lästig, dient aber euch zur Sicherheit. Seht auf die Hunde, seht auf die bösen Arbeiter, seht auf die Zerschneidung! Denn wir sind die Beschneidung, die wir durch den Geist Gottes dienen und uns Christi Jesu rühmen und nicht auf Fleisch vertrauen.
Und Paulus beginnt diesen Vers mit einem neuen Gedanken. Das sehen wir deutlich direkt eigentlich in den ersten Worten. Da heisst es: „Im Übrigen“. Manche Übersetzungen übersetzen mit „übrigens“. Ein Satz, der mit „übrigens“ anfängt, dann kann danach jegliches Thema kommen. Das ist einfach ein Bruch, ein neues Thema, ein neuer Abschnitt, den Paulus hier anfängt. Übrigens, was ich euch noch unbedingt sagen möchte.
Nun, im vorherigen Kapitel, das haben wir uns die letzten Monate ja angeschaut, da hat Paulus uns gerade im zweiten Kapitel den Schlüssel zur Einheit, den Schlüssel zur Einheit und Frieden in der Gemeinde gezeigt. Er hat deutlich gemacht: Einheit in der Gemeinde, das ist nur möglich, indem wir diesem demütigen, aufopferungsvollen Vorbild Jesu folgen. Nur so ist Einheit möglich.
Und er zeigt uns dann neben diesem alles überragenden Vorbild Jesus Christus drei, ich nenne es mal drei Vorbildchen, drei kleine Vorbilder, die diesem Beispiel Jesu folgen. Er nimmt sich selber als Vorbild, er nimmt sich selbst mit in die Verantwortung und die Pflicht. Er selber ist ein Vorbild, wie er Jesus folgt. Und dann nimmt er Timotheus und Epaphroditus, diese zwei Männer, auch als Vorbild und stellt sie vor die Gemeinde und macht deutlich: Diese drei stechen hervor durch ihre Demut, indem sie sich selber zurücknehmen, um anderen Gläubigen aufopferungsvoll zu dienen, und zwar mit den Gaben, die sie von Gott bekommen haben.
Und diese Vorbilder, sie begegnen uns dann auch wieder hier im dritten Kapitel. Also es ist nicht so, dass Paulus jetzt einen Strich macht und an etwas komplett anderem anfängt. Nein, er zieht diesen Bogen aus dem zweiten Kapitel mit den Vorbildern ins dritte Kapitel und schreibt in Vers 17: Seid zusammen meine Nachahmer, Brüder, und seht auf die, die so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt.
Also er schliesst wieder den Bogen zum zweiten Kapitel und sagt: Hey, schaut auf diese Vorbilder, schaut auf diese Vorbilder und wie sie Jesus nachfolgen, und ahmt diesen Vorbildern nach. Und natürlich stellt sich dadurch uns die Frage, und wir müssen uns die Frage gefallen lassen: Wenn wir schon ein paar Jahre oder ein paar Jahrzehnte im Glauben sind, sind wir diese Vorbilder? Sind wir diese Vorbilder für die nächste Generation? Solche Vorbilder, dass wir mit Paulus sagen können: Ahmt mir nach, wie ich Jesus nachahme. Folgt mir nach, wie ich Jesus nachfolge.
Das ist das, was Paulus sagt, weil er sich so sehr in die Verantwortung nimmt. Er sagt ihnen: Seht hin, schaut euch diese Vorbilder an und nehmt sie euch zum Vorbild, gebt Acht und folgt ihnen nach.
Aber das bringt uns zu unserem Text. Das sind nicht die einzigen Menschen, auf die wir Acht geben sollen, das sind nicht die einzigen Menschen, auf die wir schauen sollen, weil hier in Vers 2, wenn ihr in den Text schaut, da spricht er davon, dass wir auf bestimmte Personen schauen sollen, dass wir auf bestimmte Personen Acht geben müssen.
Das bringt uns zu dem ersten Punkt für diese Predigt, und das finden wir im zweiten Teil von Vers 1 und Vers 2: Sicherheit in Leistung. Das ist der erste Punkt, den wir uns anschauen möchten: Sicherheit in Leistung.
Und bevor ihr euch fragt: Hä, Paulus fängt doch hier an mit Freude im Herrn, freut euch im Herrn, was hat das jetzt damit zu tun, mit dieser Sicherheit in Leistung? Nun, dazu werden wir ganz am Ende kommen, und ihr werdet feststellen, dass diese Freude, von der Paulus in Vers 1 spricht, eigentlich eine direkte Folge davon ist, was er in Vers 2 und Vers 3 schreibt.
Dann schauen wir noch einmal in den Text und lesen noch einmal gemeinsam den zweiten Teil von Vers 1 und Vers 2. Und da heisst es: Euch dasselbe zu schreiben, ist mir nicht lästig, dient euch aber zur Sicherheit. Und dann kommt diese Warnung: Seht auf die Hunde, seht auf die bösen Arbeiter, seht auf die Zerschneidung!
Nun erst einmal zum ersten Vers: Was meint Paulus damit, dass er ihnen immer wieder dasselbe schreibt? Wenn man jetzt das erste Mal das so liest, in Vers 1 und in Vers 2, dann kommt man erst einmal zu dem Gedanken: Okay, er bezieht sich auf die Freude, dass er immer wieder von der Freude schreibt. Das klingt erst einmal logisch, aber wenn wir genauer hinschauen, dann stellen wir fest: Bis zu diesem Zeitpunkt im Philipperbrief hat Paulus eigentlich gar nicht so gross von der Freude der Philipper gesprochen, sondern eher von seiner Freude. Also bis zu dem Zeitpunkt hat er noch gar nicht wirklich oft gesagt: Hey, freut euch im Herrn. Das ist das erste Mal, wo er das sagt, und in Kapitel 4 wiederholt er das dann mehrfach.
Es macht also eigentlich keinen Sinn, dass sich dieses „ich wiederhole mich ständig“, was Paulus hier schreibt, auf die Freude bezieht. Sondern was er meint, Paulus, er bezieht sich auf diese ständigen Wiederholungen dessen, was er danach schreibt in Vers 2, auf die Warnung in Vers 2, die so ein Wegweiser, eine Ausrichtung dieses ganzen Kapitels ist, um was es eigentlich hier in diesem Kapitel geht.
Es ist eine wiederholte Warnung an die Philipper, die Paulus sehr wahrscheinlich schon in anderen Briefen an die Philipper, die wir heute nicht mehr haben, an sie geschrieben hat. Es ist eine Warnung, die Paulus eigentlich in jedem seiner Briefe aufgreift, die er immer wieder in allen seinen Briefen wiederholt, die wir immer wieder finden, wenn wir das Neue Testament lesen: eine ständige Ermahnung, die Paulus nicht müde wird zu wiederholen.
Und das ist erst einmal, bevor wir überhaupt kommen, was ist die Warnung? Das ist erst einmal eine Ermutigung für dich und mich, weil egal, ob du das Evangelium hier von der Kanzel verkündigst, ob du es in der Jungschar, in der Jugendstunde, in der Kinderstunde weitergibst, ob du es einfach einem Kollegen, einem Mitschüler beim Mittagessen weitergibst: Wenn du das Gefühl hast, dass es irgendwie ja irgendwie immer dasselbe ist und dass du eigentlich gern irgendetwas Neues weitergeben möchtest, dann kann ich dich beruhigen: Das Evangelium hat sich seit zweitausend Jahren nicht geändert, und es ist seit zweitausend Jahren immer dasselbe Evangelium geblieben.
Und wenn Paulus, der ein paar Jahre nach dem Sterben und auch nach der Auferstehung Jesu schon dieses Gefühl hat, okay, er wiederholt sich eigentlich die ganze Zeit, wie viel mehr können wir uns in Paulus, in dieser Reihe an Gläubigen, die das Evangelium verkündigt haben, uns da dranhängen und sagen: Ja, wir schlagen immer in dieselbe Kerbe, in dieses, dass es in keinem anderen Rettung zu finden ist als allein in Jesus Christus.
Und wenn ihr einen Nagel in ein Brett schlagt, dann macht ihr da nicht einfach nur einmal kurz mit dem Hammer drauf und dann ist gut. Ein Schlag. Ihr trefft immer wieder den Nagel auf dem Kopf und haut so oft drauf, bis der Nagel festsitzt und er dann erst wirklich Sicherheit geben kann.
Nun, vor wem oder was warnt Paulus? Und dreimal, wenn ihr in Vers 2 schaut, dreimal warnt Paulus in einer Befehlsform und sagt: Seht auf! Und es ist kein „Seht auf diese Vorbilder und ahmt ihnen nach“, sondern es ist eine Warnung: Habt Acht, seid wachsam, hütet euch vor diesen Menschen.
Und er bezeichnet diese Menschen, das sind sehr harsche Worte, die er verwendet. Er bezeichnet sie als Hunde, er bezeichnet sie als böse Arbeiter, und er bezeichnet sie als Zerschneidung. Und ich glaube, dass Paulus damit ein und dieselbe Gruppe meint, und wir werden auch gleich dazu kommen, wer genau gemeint ist. Aber lasst uns kurz diese drei Begriffe anschauen, was Paulus damit meint, bevor wir dazu kommen, was genau diese wiederholte Warnung von Paulus ist.
Das Erste, was er über sie sagt, ist: Seht auf die Hunde. Das war damals eine krasse Beleidigung. Um euch gleich mal vorneweg zu beruhigen: Wenn er hier von Hunden spricht, dann meint er nicht Cassie, dann meint er nicht Rudi und auch nicht Rocky. Okay, und falls irgendwie jemand noch von euch einen Hund hat, dann könnt ihr da den Namen einsetzen.
Das ist nicht die Art Hund, an die Paulus denkt. Er denkt nicht an ein Haustier, das hoffentlich sauber ist, gutes Essen bekommt und bei euch zu Hause in eurer Wohnung, in eurem Haus lebt, mit euch zusammen. Das ist nicht die Art Hund, an die Paulus denkt, sondern was er im Blick hat, ist ein dreckiger Strassenköter. Das ist es, was er vor Augen hat. Ein Streuner, dessen Zuhause die Strasse und dessen Futter der herumliegende Müll ist. Und das hat Paulus vor Augen.
Und Paulus greift ganz bewusst nach diesem Wort, weil vielleicht kommt euch, wenn ihr regelmässig die Bibel lest, dieses Wort bekannt vor. Es wird auch bei Jesus gebraucht. Das war ein Wort, das die Israeliten, das die Juden verwendet haben, um über Heiden zu sprechen, um über die zu sprechen, die nicht zu diesem Volk Gottes gehören.
Für Juden waren Hunde extrem unreine Tiere. Sie waren unrein, und sie durften niemals ins Haus, geschweige denn in die Nähe des Hauses. Und Heiden waren für diese Juden genau so unrein und genau so weit weg von Gott wie diese Hunde vom Zuhause. Sie durften nicht in die Gegenwart Gottes kommen, sie waren weit weg vom Volk Gottes, sie hatten nichts mit Gott zu tun, weil sie so unrein waren und dreckig.
Und das zeigt auch, welche Gruppe von Menschen Paulus vor Augen hat, wen er damit anspricht, weil er den Spiess genau umdreht. Denn es sind nicht die Heiden, die jetzt zu Jesus gehören, die in Philippi leben, die eigentlich nichts mit der jüdischen Bevölkerung zu tun haben. Es sind nicht diese Heiden, die jetzt zu Jesus gehören, die unrein sind, sondern es sind die Juden, die die Gläubigen heiden, und das ist das, was damals passiert ist. Sie wollten sie wieder zum Judentum zurückführen, und vor ihnen sollten die Philipper Acht geben, wie man vor einem Streuner Acht gibt und nicht einfach hinläuft, um ihn irgendwie zu streicheln.
Das heisst, wenn Paulus sie als Hunde bezeichnet, dann meint er diesen verdorbenen, unreinen Charakter dieser Menschen. Und wenn er sie als zweites als böse Arbeiter bezeichnet, dann meint er ihr verdorbenes, böses Tun.
Nun, was war genau böse in ihrer Arbeit? Nun, um im Bild von der Einleitung zu sprechen: Sie wollten den Philippern eine Versicherung mit einem extrem hohen Eigenanteil verkaufen. Sie wollten davon überzeugen: Ja, Jesus, das ist schon gut. Aber Jesus allein, das reicht nicht. Das reicht bei weitem nicht aus, um wirklich zu Gott zu gehören. Da müsst ihr schon noch einiges leisten.
Was sie eigentlich gesagt haben: Hey, wenn ihr Teil von Gottes Volk werden möchtet, so wie wir, wenn ihr Teil von Gottes Volk werden möchtet, dann müsst ihr auch das Gesetz Moses einhalten. Es reicht nicht einfach nur, an Jesus zu glauben. Nein, nein, nein, ihr müsst noch dieses tun, ihr müsst noch dieses religiöse Ritual erfüllen, all das müsst ihr einhalten, und dann, dann gehört ihr dazu.
Und genau das war der Streitpunkt, den Paulus mit diesen sogenannten Judaistern hatte. Denn wenn all diese religiösen Rituale notwendig gewesen wären, um zu Gott zu gehören, was ist das Endresultat? Am Ende ist es meine eigene Leistung, die mir die Sicherheit gibt, dass ich ewiges Leben habe. Weil ich mir selber diese Zugehörigkeit zu Gott erarbeiten muss durch all die religiösen Rituale, die ich erfüllen muss.
Aber seht ihr, wir können das ewige Leben nicht erarbeiten. Wir können Gott mit unserer ganzen Leistung, egal wie viel wir erbringen, nicht beeindrucken. Und ganz wichtig, und das steckt eigentlich schon im Wort drinnen: Wir können die Gnade Gottes nicht erzwingen. Durch unser Tun nicht erzwingen, durch unsere Leistung nicht erzwingen. Und das bringt uns zum eigentlichen Knackpunkt.
Paulus bezeichnet sie als Zerschneidung, und in Vers 3 beginnt er dann mit den Worten: Denn wir sind die Beschneidung. Also ihr merkt schon, im Deutschen merkt ihr schon dieses Wortspiel von Paulus: Zerschneidung und Beschneidung, wobei man Zerschneidung eigentlich genauer übersetzt mit Verstümmelung übersetzen könnte und sollte. Aber es kommt dieses Wortspiel eben heraus, und ihr merkt: Das sind alles andere als nette Worte, die Paulus hier gebraucht. Das ist sehr harsch, und es drängt sich die Frage auf: Wieso redet Paulus so abfällig und so abwertend über die Beschneidung, obwohl sie eigentlich von Gott befohlen war? Also wie kann er etwas, was Gott befohlen hat, als Verstümmelung bezeichnen?
Und ich möchte ganz kurz durch die Entstehung dieses Zeichens gehen. Wie kam es überhaupt zu diesem Symbol? Und ich muss da ein bisschen ausholen, aber bleibt dran, wir werden am Ende auch die Brücke schlagen zu uns heute. Aber es ist wichtig, dass wir die Grundlage, wie es zu dieser Aussage von Paulus kommt, verstehen.
Seht ihr, am Mittwoch, wenn ihr im Hauskreis wart, ich konnte es selber leider nicht, aber wenn ihr im Hauskreis wart, dann hatten wir dort das Thema der Entstehung des Volkes Israel, angefangen mit Abraham in 1. Mose 12. Und vielleicht seid ihr beim Lesen des Textes über diese Beschneidung gestolpert. Da stellen wir nämlich fest: Gott befiehlt diese Beschneidung in 1. Mose 17 als Zeichen für Gottes Bund mit Abraham. Also die Nachkommen Abrahams, die von ihm abstammen, sie sollten ebenfalls alle beschnitten sein als Zeichen für diesen Bund, genau als Zeichen für einen Bund, und jetzt kommt der Punkt: als Zeichen für einen Bund, der ein einseitiges Versprechen von Gott war.
Also all das, was Gott Abraham versprochen hat in 1. Mose 12, in 1. Mose 15, das ist nicht an Bedingungen geknüpft. Gott sagt da nicht Abraham: Wenn du das und das tust, dann erfülle ich diese Verheissungen. Nein, es ist ein einseitiger Bund. Das heisst, dieses Zeichen war von Anfang an an einen Bund geknüpft, den nur Gott alleine erfüllen konnte.
Und Paulus zeigt uns dann im Galaterbrief auf, wie Gott dieses Versprechen an Abraham letztendlich erfüllt hat. Nun, Gott verspricht Abraham: In deinem Nachkommen sollen alle Völker gesegnet werden. Und Paulus macht uns in Galater deutlich: Jesus ist dieser eine Nachkomme, und der Segen für alle Völker ist die Rechtfertigung in Jesus Christus.
Also Jesus ist der Nachkomme, den Gott versprochen hat, und die Rechtfertigung in Jesus Christus ist dieser Segen für alle Völker. Der Segen ist, dass wir in Jesus vor Gott, dem Vater, gerecht gesprochen werden. Er trägt an unserer Stelle das Urteil über unsere Sünde, damit wir in ihm gerecht und heilig vor Gott stehen dürfen. Das ist die Rechtfertigung, die Gott in 1. Mose 12 und 15 schon versprochen hat, ohne Bedingungen.
Das heisst, die Beschneidung war von Anfang an Zeichen für einen Bund, den nur Gott erfüllen konnte. Und wir sehen noch etwas anderes: Dieses Zeichen war eigentlich gegeben, um eine innere Wahrheit deutlich zu machen. Gott verspricht in 5. Mose 30,6 folgendes: So halte ich das an, er sagt: Und der Herr, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommen beschneiden. Damit, und das ist das Ziel dieser Beschneidung im Inneren, damit du den Herrn, deinen Gott, liebst mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, damit du am Leben bleibst.
Also diese Beschneidung war von vornherein ein Symbol dafür, dass Gott im Inneren, im Herzen, diese Sünde herausschneidet, damit wir Gott überhaupt von Herzen lieben können und nicht mehr nur uns selbst. Und deswegen ist Paulus so hart, weil was haben diese Judaister gemacht? Sie haben aus diesem Zeichen, diesem Symbol, eine Bedingung gemacht. Sie haben es also komplett verdreht. Das äussere Zeichen, das äusserlich sichtbar machen sollte, dass man zu Gott gehört, das haben sie umgedreht und zu einer Bedingung gemacht, die man erfüllen muss, damit man überhaupt zu ihm gehört.
Das klingt jetzt alles vielleicht ein bisschen kompliziert und weit hergeholt, aber ich breche es noch auf ein Beispiel aus unserer Zeit herunter, weil es sich ganz ähnlich verhält wie mit der Taufe. Seht ihr, wir können einen Menschen, wir können ihn noch so oft im Wasser untertauchen, das wird nichts an ihm ändern, das wird ihm keinen Millimeter Gott näherbringen.
Und versteht mich nicht falsch, ich will jetzt nicht irgendwie die Wichtigkeit der Taufe kleinreden. Das will ich in keinster Weise. Jesus hat uns die Taufe aufgetragen. Und ein Mensch, der sich zu Gott bekehrt hat, der Jesus Christus als Herrn und Retter angenommen hat, ein Mensch, der von neuem geboren ist, soll diese innere Wahrheit, dass er neues Leben hat, mit der Taufe sichtbar bezeugen.
Aber seht ihr: In dem Moment, in dem wir sagen, dass ein Mensch erst wirklich dann so richtig zu Gott gehört, dass er dann erst wirklich zur Gemeinde Jesu gehört, wenn er getauft ist, wenn wir das tun, dann heben wir die Taufe zu etwas hoch, was sie gar nicht erfüllen kann. Und dann sind wir auf dieselbe Weise Hunde und böse Arbeiter, wie Paulus es diesen Menschen ja an den Kopf wirft.
Denn unsere Sicherheit, und das ist der Punkt in diesen Versen, unsere Sicherheit, dass wir zu Gott gehören, beruht eben nicht auf unserer Leistung. Sie beruht nicht auf dem, was wir tun, sondern unsere Sicherheit ist allein Jesus Christus.
Und das ist die Frage, die Gott mit diesem Text heute an uns stellt: Wer oder was gibt dir Sicherheit, wenn es um deine Ewigkeit geht? Welche Versicherung hast du für deine Ewigkeit abgeschlossen? Hat deine Versicherung eine Selbstbeteiligung? Hat deine Versicherung für dein ewiges Leben eine Selbstbeteiligung?
Und diese Selbstbeteiligung, die kann ganz unterschiedlich ausfallen. Vielleicht ist es gerade diese angesprochene Taufe, die dir Sicherheit gibt, auf die du dich berufst und sagst: Hey, schau, ich habe hier einen Taufschein, ich wurde am 07.05.2012 getauft. Das ist meine Eintrittskarte in den Himmel.
Vielleicht ist deine Sicherheit die, dass du das genaue Datum, die genaue Uhrzeit, den genauen Ort deiner Bekehrung weisst und genau sagen kannst: Hey, schau, da habe ich mich bekehrt, das ist meine Zutrittskarte in den Himmel.
Vielleicht ist deine Sicherheit dein Dienst in der Gemeinde oder dein Dienst an den gläubigen Geschwistern in der Gemeinde, weil du dich so abmühst für deine Gemeinde, für all deine Geschwister in der Gemeinde, dann muss Gott doch zufrieden sein mit dir, oder?
Nun, vielleicht ist deine Sicherheit, dass du in der christlichen Familie aufgewachsen bist, dass du in der Gemeinde gross geworden bist, dass deine Eltern Christen sind, dass du von klein an in die Kinderstunde, in die Jugend, in den Gottesdienst gekommen bist. Vielleicht ist das deine Sicherheit, dass du dir denkst: Ja, eigentlich passt alles, mit mir und Gott ist alles in Ordnung.
Deine Sicherheit auch ein rein emotionales Gefühl, ein Gefühl, das dir sagt: Es ist alles in Ordnung. Vielleicht ist die Tatsache, dass dein Leben gerade recht gut verläuft, deine Sicherheit. Ja, ich meine, wenn es bei mir so gut läuft, dann muss Gott doch mit mir zufrieden sein, sonst würde es doch anders laufen.
Vielleicht ist deine Sicherheit auch dein moralisch einwandfreies Leben. Du führst ein anständiges Leben und denkst insgeheim: Eigentlich kann Gott mir doch gar nichts vorwerfen, eigentlich führe ich doch ein ordentliches Leben, und ausserdem gibt es weitaus schlimmere Menschen als mich. Vielleicht ist das deine Sicherheit, vielleicht ist das deine Selbstbeteiligung.
Aber egal, welche Selbstbeteiligung das auch sein mag: In dem Moment, in dem unsere Leistung zur Grundlage unserer Sicherheit wird, in dem Moment, in dem wir denken, dass unser Tun, unsere Leistung Sicherheit für das ewige Leben gibt, befinden wir uns auf extrem dünnem Eis.
Das ist genau das, was Paulus durchgehend in seinen Briefen immer wieder betont, dass Jesus die einzige Sicherheit ist, die einzige Grundlage für das ewige Leben. Apostelgeschichte 4 bezeugt es auch Petrus: Und es ist in keinem anderen das Heil, es ist in keinem anderen die Errettung, denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel, den Menschen gegeben, in dem wir errettet werden sollen, als Jesus Christus.
Damit kommen wir zum zweiten Punkt, den will ich nur ganz kurz überfliegen, weil wir nächste Woche da mehr ins Detail gehen werden. Der zweite Punkt ist: Sicherheit in Christus.
Und Paulus schreibt: Denn wir sind die Beschneidung, die wir durch den Geist Gottes dienen und uns Christi Jesu rühmen und nicht auf Fleisch vertrauen. Achtet darauf, wenn ihr diesen Text lest, was Paulus hier schreibt. Er schreibt hier nicht, was wir stattdessen jetzt tun müssen. Er schreibt nicht, dass eure Sicherheit ist, dass ihr dieses oder jenes tut, dass ihr diese oder jene Leistung erbringt. Nein, was Paulus hier beschreibt, das ist ein Zustand. Das ist eine Identität.
Das, was Paulus in Vers 3 beschreibt, das ist der Zustand eines wiedergeborenen Christen, der Zustand eines Menschen, der neues Leben in sich hat, der ein neues Herz bekommen hat, der in erster Linie nicht dient, um gesehen zu werden, sondern weil er Gott liebt, weil er dieses beschnittene Herz hat, von dem Gott in 5. Mose spricht. Ja, dass wir überhaupt fähig sind, Gott von ganzem Herzen zu lieben und nicht mehr uns selbst, der diese Wiedergeburt erfahren hat und der den Geist Gottes bekommen hat.
Es beschreibt eine Person, deren ganzer Stolz Jesus Christus ist, der aufblüht in dieser Beziehung zu Jesus Christus, der sein Vertrauen eben nicht auf seine Leistung, sondern allein auf Jesus Christus legt. Und genau in diesem Vertrauen allein auf Christus liegt auch die Grundlage für die Freude, zu der Paulus die Philipper auffordert.
Und das bringt uns wieder zurück zu dem Anfang in Vers 1. Deswegen ist es so wichtig, dass wir erst einmal Vers 2 und 3 verstehen, um zu Vers 1 zu kommen. Und Paulus schreibt: Freut euch im Herrn! Nun, wenn ihr eure Bibeln aufschlagt und schaut: Was steht für ein Satzzeichen am Ende dieses Satzes? „Freut euch im Herrn!“ Ausrufezeichen. Also was macht Paulus? Er befiehlt die Freude. Er sagt: Freut euch. Das ist ein Befehl.
Und natürlich drängt sich dann die Frage auf: Wie kann Paulus das befehlen? Wie kann man überhaupt ein Gefühl befehlen? Und es ist nicht das einzige Mal im Neuen Testament. Es kommt siebzig Mal vor, dass wir dazu aufgefordert werden: Freut euch! Und wie kann Paulus das nicht einfach nur befehlen, sondern wie kann er das gerade einer Gemeinde sagen, die seit ihrer Gründung, seitdem es sie gibt, von Verfolgung geprägt ist, die so viel Leid durchmacht, seitdem sie zu Gott sich bekehrt hat?
Nun, die Antwort liegt in diesem Nachdruck, der diesem Befehl immer folgt: Im Herrn. Freut euch in dem Herrn, nicht freut euch in dem Leid, nicht freut euch in der Verfolgung, freut euch in dem Herrn. Es ist eine Freude, die auf einer Beziehung beruht. Es ist eine Freude im Herrn, es ist eine Freude an und in Christus, Freude auf Grundlage einer ewigen Beziehung zu Jesus.
Freude im Herrn bedeutet auch, sich zu freuen über das, was wir in Jesus alles geschenkt bekommen haben. Nun, ein paar Beispiele aus Epheser 1: Da lesen wir davon, dass wir erwählt sind vor Grundlegung der Welt in ihm. Wir sind zuvor bestimmt, Kinder Gottes durch Jesus Christus zu sein. In ihm haben wir ein ewiges Erbe. Das sind nur ein paar Beispiele aus Epheser 1, was wir alles in Jesus haben.
Und deswegen ist es manchmal so traurig, wenn man Christen sieht, die vielleicht schon auch seit Jahren im Glauben sind, aber die irgendwie so missmutig und verbittert durchs Leben gehen, wo man irgendwie das Gefühl hat: Hey, habt ihr verstanden, welche Schätze wir in Jesus Christus haben?
Und es zeigt auch den wesentlichen Unterschied zwischen echter Freude und Glück. Glück ist davon abhängig, was wir bekommen. Glück ist davon abhängig, in welchen Umständen wir sind, in welcher Situation wir sind. Freude ist davon abhängig, wen und was wir in Christus haben. Glück ist ein Gefühl, das abhängig von unseren Umständen ist. Glücklich sein ist so wie die Sonne an einem leicht bewölkten Tag. Manchmal bricht sie durch und es ist alles hell, und im nächsten Moment schiebt sich eine Wolke davor und es ist alles wieder dunkel. Genau so ist dieses Glücklichsein.
Aber Freude, Freude ist abhängig, nur abhängig von einer ewigen Beziehung zu Jesus. Und wenn du zurück überlegst, wann du das letzte Mal so glücklich warst, so richtig glücklich, wann warst du das letzte Mal so richtig glücklich? Woran lag das? Was hat dich glücklich gemacht? Und sicherlich war es abhängig von der Situation oder von dem, was du da in dieser Situation erlebt hast, das dich glücklich gemacht hat.
Nun, vielleicht war es einfach das schöne Wetter, oder du hast etwas bekommen, was dich gefreut hat, was dich glücklich gemacht hat, oder du hast etwas geleistet, du hast eine gute Note geschrieben, du hast eine gute Leistung erbracht, das macht glücklich. Und jeder, der mal irgendetwas renoviert hat, der kennt das Gefühl, wenn man mit irgendetwas fertig wurde: Der Boden ist fertig verlegt, die Türen sind eingesetzt, man ist einen Schritt weitergekommen, die Steckdosen sind drin, was auch immer. Das ist irgendwie so ein Glücksgefühl. Man hat etwas erledigt, man hat etwas geleistet, man hat ein Glücksgefühl, weil man so einen Punkt von der To-do-Liste abgearbeitet hat, der seit Monaten da draufsteht. Das ist so ein Glücksgefühl.
Aber in jedem Fall war dieses Gefühl abhängig von deinen Lebensumständen in diesem Moment, abhängig davon, was uns Gutes passiert ist oder was wir selbst geleistet haben. Aber das Ding mit diesem Glücklichsein ist, dass dieses Gefühl genau so schnell geht, wie es gekommen ist. Und genau da liegt der Unterschied zu der Freude, von der Paulus schreibt, zu echter Freude, weil die ist nicht abhängig von unserer Leistung, die ist nicht abhängig von unseren Umständen, sondern die ist abhängig von dieser ewigen Beziehung zu Jesus Christus.
Und nur, wer seine Sicherheit alleine in Christus sucht, kann diese echte ewige Freude erfahren, weil diese Freude auf einer ewigen Beziehung beruht, aus der uns niemand herausreissen kann. Und gleichzeitig dürfen wir Freude nicht missverstehen. Und natürlich müssen wir uns hinterfragen, wenn wir durchs Leben gehen als Christen und wir irgendwie keinerlei Freude haben, dann müssen wir uns hinterfragen. Vielleicht liegt es genau daran, dass deine Versicherung für die Ewigkeit eigentlich gar keine Sicherheit bietet, weil sie an deiner Selbstbeteiligung geknüpft ist, an deiner Eigenbeteiligung, weil deine Sicherheit am Ende deine Leistung und nicht Jesus Christus ist. Und vielleicht liegt es daran, weil du deinen Blick hingelenkt hast zu all dem, was dich von Jesus ablenkt, von dem deine ganze Freude abhängt.
Und gleichzeitig dürfen wir echte Freude in Jesus nicht verwechseln mit glücklich sein. Freude in Jesus bedeutet nicht, dass wir uns dazu zwingen, jeden Tag: Okay, ich muss mit einem Lächeln durch die Welt gehen, ich muss immer grinsen durch diese Erde laufen. Nun, wenn ihr den ganzen Brief lest, dann werdet ihr feststellen, dass es eigentlich ein völliger Widerspruch ist, weil Paulus ständig von seiner Freude in Jesus schreibt und gleichzeitig das grösste Leid, die grössten Sorgen und die grössten Schmerzen durchlebt und mit sich trägt.
Seht ihr, in Römer 12 schreibt Paulus: Weint mit den Weinenden. Also was sagt er nicht? Geht zu dem hin, der traurig ist, und sagt ihm: Hey, freu dich doch! Weint mit den Weinenden. Und er sagt auch nicht nur, merkt ihr, er sagt auch nicht: Hey, geh da hin und gib dem besten Ratschlag, den er jemals gehört hat. Nein, sondern er sagt einfach nur: Sei mitfühlend in dem Leid, das er durchmacht, und versuche, dich da hineinzuversetzen. Weint mit den Weinenden.
Also die Bibel verneint an keiner Stelle, dass das Leid, die Sorge, durch die wir gehen. Und Paulus schreibt auch nirgendwo: Hey, wenn ihr richtige Christen wärt, also wenn ihr so richtige Christen wärt, dann würdet ihr durchgehend lachend durchs Leben laufen. Das schreibt er nicht. Ganz im Gegenteil, er selbst macht unfassbar viel durch, als er diesen Brief schreibt.
Und vielleicht sitzt heute jemand hier, der gerade einen geliebten Menschen verloren hat oder der die Angst hat, jemanden zu verlieren, genauso wie Paulus die Angst durchgemacht hat, Epaphroditus zu verlieren, und er sicherlich in all seiner Verfolgung, die er durchlebt hat, auch schon den einen oder anderen Bruder verloren hat.
Und vielleicht gibt es jemanden hier, der sich im Stich gelassen fühlt von Menschen, denen er eigentlich vertraut hat, ähnlich wie Paulus, der im zweiten Kapitel davon schreibt, dass ihn eigentlich alle im Stich gelassen haben, ausser Timotheus, allen, denen er vertraut hat.
Vielleicht sitzt jemand hier, der gerade durch so ein richtig dunkles Tal geht, genauso dunkel wie das Verlies, in dem Paulus sass, als er diesen Brief schreibt. Und vielleicht gibt es jemanden, der Angst um seinen Job hat, verständlicherweise. Dem es ähnlich geht vielleicht wie Paulus, der im vierten Kapitel schreibt, dass es Zeiten gab, wo er mit Armut, wo er mit Mangel, wo er mit Hunger zurechtkommen musste.
Und doch, und doch, und trotzdem kann Paulus trotz all dieser Trauer, trotz all diesem Leid, trotz all dieser Sorge, in der er lebt, trotzdem kann er einen Brief der Freude schreiben, weil er in Jesus eine Errettung erfahren hat, die ewig ist, weil er in Jesus einen Freund hat, dem alle Macht gegeben ist im Himmel und auf Erden, weil er in Jesus einen Herrn hat, der besser weiss, was wir benötigen als wir selbst.
Das ist noch einmal die Frage an dich heute: Welche Versicherung hast du für deine Ewigkeit abgeschlossen, und wie hoch ist deine Selbstbeteiligung? Wer oder was gibt dir Sicherheit, wenn es um deine Ewigkeit geht, wenn es um dein ewiges Leben geht. Amen.