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57: Seit 14 Jahren ERFOLGREICHE evangelistische Bibelkreise – mit Agata & Johannes Maryniok

Machbar - Der Podcast für Alltagsmissionare, Teil 57/64
20.01.2026
SERIE - Teil 57 / 64Machbar - Der Podcast für Alltagsmissionare
Agata und Johannes Maryniok sind unter anderem durch das Buch „Der Fremde auf dem Weg nach Emmaus“ zum Glauben gekommen. Seitdem nutzen sie das Buch für evangelistische Bibelkreise – und haben erlebt, wie zahlreiche Menschen ein Leben mit Jesus begonnen haben. Im Podcast unterhalten sie sich mit Moderator Christian Caspari darüber, wie sie diese Bibelkreise starten und gestalten. Kurse von Anchored International (deutsch): Come and See: https://comeandsee.online/deutsch Interlocked: https://interlocked.online/deutsch Unser Newsletter versorgt dich mit Inhalten und Angeboten, die spezifisch auf deine Alltagsmission abgestimmt sind. Jetzt abonnieren! https://heukelbach.org/heukelbach-newsletter In unseren Blogartikeln vertiefen wir außerdem die Themen aus dem Podcast (https://heukelbach.org/bibliothek/blog)). War es machbar? Schreib uns gern von deinen Erfahrungen als Alltagsmissionar an machbar@heukelbach.org! 📖 Buchempfehlung von Agata & Johannes Maryniok: STEER, ROGER: Georg Müller. Vertraut mit Gott https://clv.de/Georg-Mueller/255351 BERG, JIM: Gott ist mehr als genug https://www.impactev.de/shop/impact-Buecher/Gott-ist-mehr-als-genug-Jim-Berg::154.html

Persönliche Glaubenswege und Begegnungen mit dem Evangelium

Ihr beide seid ungefähr Mitte zwanzig zum Glauben an Jesus Christus gekommen. Was hätte euer zwanzigjähriges Ich gesagt, wenn man euch erzählt hätte, dass ihr einmal Vollzeitmissionare werdet? Unmöglich, nicht vorstellbar.

Und bei dir, Johannes? Absolut unvorstellbar. Ich hätte wahrscheinlich gelacht und gedacht: „Das nie im Leben.“

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Machbar, dem Podcast für Alltagsmissionare. Ich bin Christian, und heute sind Agatha und Johannes Marignoc dabei. Stimmt das, habe ich es richtig ausgesprochen? Perfekt, super.

Herzlich willkommen an euch und auch an alle, die zuschauen oder zuhören. Es ist wirklich cool, dass ihr dabei seid.

Bei Machbar bekommst du Tipps, wie du deinen Nächsten einen Schritt näher zu Jesus führen kannst. Heute wird es richtig spannend: Agatha und Johannes haben nämlich ein Buch entdeckt. Um dieses Buch soll es gehen. Ich habe gesehen, dass du, Johannes, auch noch ein anderes Buch mitgemacht hast, das wir vielleicht noch besser kennen – nämlich die Bibel.

Durch das Lesen oder Arbeiten mit diesem Buch durftet ihr auch einige Menschen aus eurem Umfeld zum Herrn führen. Darüber wollen wir sprechen: Wie arbeitet ihr mit diesem Buch? Wie lebt ihr Evangelisation im Alltag aus, einfach in dem Umfeld, in das Gott euch gestellt hat? Und wie begleitet ihr Neubekehrte in den ersten Schritten der Jüngerschaft?

Das wird unser Thema sein, und ich bin sehr gespannt auf eure Geschichten und darauf, was wir miteinander besprechen werden.

Wisst ihr eigentlich, dass ihr mir als Podcast-Gäste empfohlen worden seid? Frieder hat euch empfohlen. Er hat mir gesagt: „Christian, die musst du unbedingt mal einladen.“

Frieder, viele Grüße an dich vom Daniel Verlag, falls du das hier hörst oder siehst. Wir grüßen dich! Kennt ihr ihn? Ja, wir waren dort.

Ihr wart dort mal, in der Gemeinde oder im Verlag? Auf diesem Freizeitgelände Reiherhals, da war so ein Bibelwochenende oder so, und da konnten wir auch ein bisschen erzählen. Es war eine richtig schöne Zeit.

Vor ein paar Wochen hatte ich Klaus Günschel hier sitzen, der das viele Jahre aufgebaut und geleitet hat. Jetzt übergibt er an seine Kinder. Ja, genau.

Falls ihr, die ihr zuhört oder zuschaut, irgendwann mal denkt: „Boah, Christian, du musst unbedingt so ein nettes Ehepaar einladen“ oder „Wir haben den und den Gast für dich“, schreibt mir gerne an machbar@holkebach.org. Ich nehme gerne Vorschläge an – auch für interessante Podcast-Gäste, die etwas zum Thema Alltagsmission zu sagen haben.

Beruflicher Hintergrund und Engagement in der Mission

Ja, wir lernen uns ja gerade erst kennen, aber ein paar Dinge habe ich schon über euch herausgefunden. Ergänzt mich gerne.

Ihr seid mit der DMG unterwegs. DMG steht für Deutsche Missionsgesellschaft. Ihr seid im vollzeitlichen Dienst und arbeitet bei Anchored International mit, richtig?

Das ist richtig. Euch liegt nicht nur Evangelisation am Herzen, sondern vor allem auch Jüngerschaft. Das bedeutet, ihr begleitet Menschen, die gerade erst zu Jesus Christus gefunden haben. Und mindestens einer von euch hat Jura studiert, stimmt’s?

Beide. Beide haben Jura studiert. Da haben wir uns auch kennengelernt, an der Uni.

Und habt ihr das Studium abgeschlossen?

Ja.

Okay, zwei Juristen. Jetzt wird es spannend. Und ihr habt zwei Söhne im Teenageralter. Sehr schön, also habe ich alles richtig gesagt.

Ihr seid mit der DMG im Dienst und arbeitet bei Anchored International mit. Für manche unserer Hörer sind das vielleicht noch unbekannte Namen. Wer oder was ist die DMG, was ist Anchored International, wie hängt das zusammen, mit wem und für wen seid ihr da unterwegs? Wer mag erzählen?

Johannes: Also, die DMG ist unser Arbeitgeber, würde ich mal sagen. Das ist eine Missionsgesellschaft oder Gemeinschaft, bei der wir angestellt sind. Das Anchorteam ist eher etwas Kleineres. Es ist aus diesen Bibelkursen hervorgegangen. Dort haben wir ein internationales Team, mit dem wir vernetzt sind. Wir versuchen, uns regelmäßig zu treffen. Alle haben diese chronologischen Bibelkurse auf dem Herzen und geben sie an andere weiter.

Aber Anchored International ist nicht Teil der DMG.

Nein, nur zwei Ehepaare hier in Deutschland sind bei der DMG angestellt. Die anderen im Ausland, zum Beispiel in Singapur und in den USA, haben andere Missionsgesellschaften oder Gemeinden.

Persönliche Glaubensgeschichte von Agatha

Ihr habt ja schon gesagt, dass ihr ungefähr Mitte zwanzig zum Glauben an Jesus Christus gekommen seid. Es ist nicht die typische Sonntagsschulgeschichte, da ihr nicht christlich aufgewachsen seid.

Ich selbst bin gar nicht so aufgewachsen. Ich bin katholisch geprägt und komme ursprünglich aus Polen. Mit neun Jahren bin ich nach Deutschland gekommen. Für mich war die Religion damals einfach nur etwas Nettes, etwas, das man an Weihnachten macht, oder wenn man in die Kirche geht.

Ich habe das Evangelium nie wirklich klar gehört und hatte keine Ahnung, wie lebendig Gott sein kann. In der Oberstufe hatte ich eine Freundin, die gläubig war. Das brachte mich immer wieder zum Nachdenken, weil ich merkte, dass sie etwas hatte, was ich nicht hatte. Ich sprach öfter mit ihr über Gott. Schließlich schenkte sie mir das Buch „Der Fremde“. Zu diesem Zeitpunkt legte ich es nur ins Regal, weil es mich nicht wirklich packte oder ansprach.

Dann begann mein Studium, und ich geriet in eine Esoterik-Szene. Dort waren Heilpraktikerinnen aus Polen, für die ich einige Wochen lang übersetzte. So bekam ich einen tiefen Einblick in das, was sie taten. Für mich öffnete sich dadurch die geistliche Welt, von der ich vorher keine Ahnung hatte. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber sie hatten Fähigkeiten, die übernatürlich waren und die ich nicht erklären konnte. Das zog mich an und faszinierte mich.

Doch irgendwann merkte ich, dass etwas nicht stimmte. Nachdem die Frauen weg waren, ging es mir nicht mehr gut. Ich hatte nachts Angstzustände, wachte schweißgebadet auf und wusste, dass das irgendwie damit zu tun hatte. Ich konnte es aber nicht einordnen, denn sie wollten eigentlich Gutes tun. Sie wollten Menschen heilen, legten Hände auf und wollten helfen. Es war nicht offensichtlich böse, aber mir ging es danach innerlich sehr schlecht.

Ich konnte das nicht voneinander trennen und fragte mich, was das war, wo ich Antworten finden könnte, was hier passierte und woher sie diese Fähigkeiten hatten. Was sollte ich damit anfangen?

Wir studierten zusammen, und irgendwann bemerkte Johannes, dass ich irgendwie neben mir stand und es mir nicht gut ging. Er fragte mich, was los sei. Damals fiel es mir schwer, darüber zu sprechen, weil ich es nicht zuordnen konnte. Ich hatte Angst, dass er mich für verrückt hält, wenn ich ihm erzähle, was ich erlebt hatte.

Doch es war ein Moment, in dem ich dachte, ich muss es jemandem erzählen. Also erzählte ich ihm alles. Er war zu dem Zeitpunkt noch nicht gläubig, sagte aber zu mir: „Agatha, es ist kein Wunder, dass es dir so schlecht geht. In der Bibel steht, dass das Gräueltaten vor Gott sind und dämonischen Ursprungs.“

In diesem Moment, das empfinde ich heute als große Gnade, ging ein Licht in meinem Kopf an. Anders kann ich es nicht beschreiben. Ich dachte: „Moment mal, wenn es diese Gegenseite gibt und sie so lebendig ist, dass sie Menschen bewusst oder unbewusst für ihre Zwecke benutzt, dann muss es auch einen lebendigen Gott geben.“

Meine Frage war nun: Wo finde ich diesen lebendigen Gott? Wo finde ich die Gegenseite, das wahre Licht?

Johannes’ Weg zum Glauben und erste Begegnungen mit dem Evangelium

Ach, interessant. Und wie bist du auf die Idee gekommen, das zu sagen, obwohl du selber gar nicht wirklich glaubst? Wurdest du auch evangelisch oder christlich erzogen? Ja, genau, evangelisch.

Ich dachte immer, ich wäre ein Christ. Hätte man mich damals gefragt, hätte ich natürlich gesagt: Ja, ich bin Christ. Ich habe immer an Gott geglaubt, an Jesus geglaubt, auch daran, dass er am Kreuz gestorben ist – das war für mich immer klar. Aber ich hatte diese Beziehung zu Gott nicht. Ich habe mein Leben gelebt, wie ich wollte, habe alles gemacht, was ich wollte, und mich nicht wirklich um Gott gekümmert. Ich habe ab und zu gebetet, gerade wenn ich in Not war, aber ansonsten hat mich das überhaupt nicht beeinflusst.

Zu der Zeit, als Agatha und ich an der Uni gesprochen haben, befand ich mich auch in einer Art Sinnfrage oder Sinnkrise im Leben. Ich habe mich wirklich gefragt: Wozu ist das Leben eigentlich gut? Die Ziele, die ich hatte – Job, Geldverdienen und so weiter – waren für mich nicht mehr erstrebenswert. Da dachte ich, es muss noch mehr geben, wofür man lebt. Ich war auf der Suche.

Dann kamen wir ins Gespräch, und an diesem Tag sagte Agatha: „Ich habe da so ein Buch, es geht ein bisschen über Gott, aber ich weiß nicht so richtig, ob das stimmt. Denn diese Esoterikerinnen reden auch über Gott und Jesus, aber ich weiß nicht, ob das richtig ist.“ Sie dachte, ich wüsste mehr aus der Bibel, weil ich das eben so gesagt hatte. Ich hatte zuhause mitbekommen, dass auch der Satan Macht hat, sogar Wunder wirken kann. Mehr wusste ich damals nicht.

Agatha meinte, es wäre gut, wenn ich das Buch für sie mal prüfe. Sie sagte: „Kannst du das Buch lesen und schauen, ob das sauber ist?“ Ich hatte das Buch damals von einer Freundin bekommen, die mittlerweile nach Kanada ausgewandert war, und zu der ich keinen Kontakt mehr hatte. Also dachte ich, ich hole das Buch mal raus und prüfe es für sie: Ist das sauber? Kann man das glauben, was da steht?

Agatha gab mir das Buch, und ich dachte: Klar, mache ich. Ich hatte keine Ahnung, aber ich nahm es mit nach Hause. Genau zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich schon mit vielen Religionen beschäftigt. Ich hatte ein anderes Buch empfohlen bekommen, das ich auch schon gelesen hatte, von Wilhelm Busch: „Jesus unser Schicksal“. Ich verstand nicht viel davon. Ein Satz blieb mir hängen: Du bist noch kein Christ, nur weil du zu irgendeiner Kirche gehörst, vielleicht getauft bist und monatlich Geld spendest – das macht dich noch nicht zum Christen.

Da dachte ich: Wenn das wahr ist, dann bin ich kein Christ. Wie kann ich ein Christ werden? Das war meine Frage. Dann bekam ich dieses Buch, las es und nahm es mit nach Hause. Ich las es in einem Rutsch durch, ungefähr in acht Stunden. Während des Lesens merkte ich etwas, als ob Gott mit mir sprechen würde. So etwas hatte ich vorher noch nie erlebt. Ich hörte keine Stimme, aber ich spürte, dass hier etwas passiert, das Auswirkungen auf mein Leben haben wird.

Das war etwas, was ich so noch nicht erlebt hatte. An diesem Tag kann ich heute sagen, wurde ich Christ. Danach gab ich Agatha das Buch zurück. Ich wollte sie nicht beeinflussen, sagte nur: „Das ist gut, alles, was ich sehe, ist in Ordnung. Lies es mal.“ Und dann ging es bei Agatha weiter.

Agathas Prozess des Glaubenswachstums

Bei mir hat es dann ein paar Wochen gedauert. Also nicht an einem Tag, sondern es hat länger gebraucht, bis ich das wirklich durchhatte. Du hattest ja vorher schon mal reingeguckt und fandest es nicht so interessant, hast es dann wieder weggelegt, oder?

Genau, das hatte ich. Aber dann war ich irgendwie offener dafür. Da war ich wirklich suchend. Ich hatte viele Fragen und merkte, dass es mehr gibt, als ich bis dahin kannte. Und dann hat das total zu mir gesprochen. Ich konnte wirklich alles aufnehmen, was ich da gelesen habe.

Es ist so: Wenn Gott einem die Augen öffnet, versteht man auf einmal sein Wort und erkennt, wer er ist. Das war bei mir wirklich ein Prozess. Ich kann mich erinnern, dass irgendwann eine Phase kam, in der ich meine Sünden erkannte. Plötzlich konnte ich mich an Situationen erinnern, zum Beispiel an das Lügen im Kindergarten. Das war schon enorm. Das ging dann eine ganze Zeit so, in der ich wirklich alles vor Gott bringen konnte. Ich bekam ein Bewusstsein für meine Sünde und erkannte, dass alles, was ich mache, komplett mit Sünde durchflochten ist.

Selbst die Dinge, von denen ich dachte, sie seien gut, merkte ich, dass sie total eigennützig sind. Ich wollte Anerkennung und gut dastehen. Nichts von dem, was ich tat, war wirklich gut. Das war erst einmal schlimm. Das zog sich dann einige Zeit hin, etwa ein bis zwei Wochen, in denen ich sagte: Gott, so zu leben ist auch nicht mehr schön. Wenn ich morgens aufstehe, ist das erste, was ich tue, Sünde. Dieses absolute Bewusstsein der Verdorbenheit war unglaublich. Es war richtig schlimm, es fühlte sich an wie ein gefallener Zustand.

Irgendwann las ich dann eine Stelle in der Bibel, in der Gott zu mir sprach: Man füllt keinen neuen Wein in alte Schläuche, sonst platzen die Schläuche. Ich verstand, dass ich erneuert werden muss. Danach kam tatsächlich eine Erneuerung in meinem Denken, Schritt für Schritt. Ich bekam eine andere Sicht auf Menschen und war so überwältigt, weil ich dachte: Das ist nicht von mir, das ist von Gott.

Er gab mir gerade seine Sicht auf die Dinge, auf das Leben.

Prozess und Herausforderungen beim Glaubensbeginn

War das ein Prozess, durch den du zum Glauben gekommen bist? Du hast das Buch gelesen und, wenn ich das richtig verstanden habe, hattest du eine gewisse Sündenerkenntnis. Das fandest du zum Teil manchmal sogar richtig belastend und hast dich gefragt: Wo bleibt denn die Freude? Kannst du das an einem bestimmten Ereignis festmachen, oder war das eher ein Prozess, wie du zum Glauben gekommen bist?

Ja, das war eher ein Prozess. Es gab verschiedene Punkte, an die ich mich erinnern kann, die extrem waren, zum Beispiel die Sündenerkenntnis und dann die Erneuerung. Danach habe ich immer mehr und tiefer verstanden, wer Gott wirklich ist. Ich habe die Bibel regelrecht verschlungen. Ich hatte einen großen Hunger danach. Es war unglaublich, zum ersten Mal überhaupt die Bibel zu lesen.

Was ist mit dem passiert, was vorher war? Du hattest dich auf esoterische Dinge eingelassen und gemerkt, dass dich das enorm belastet. Was ist damit geschehen? War das weg?

Ja, während des Lesens habe ich verstanden, dass der Herr dem Feind, Satan, den Kopf zertreten hat. Dass er den Sieg am Kreuz vollbracht hat. Wenn ich zu ihm gehöre, dann gehöre ich ihm, und dann kann er mich nicht mehr antasten. Das war auch ein Glaubensschritt, das wirklich im Glauben anzunehmen.

Ich erinnere mich noch, wie ich nachts Angst bekam und merkte, dass irgendetwas nicht stimmte. Ich habe einfach nur den Namen des Herrn gerufen und gesagt: Herr Jesus. Und es wurde still. Das war so überwältigend für mich, weil ich dachte: Herr Jesus, du bist wirklich der höchste Name, und alles andere muss sich dir beugen.

Das so zu erleben, dass das, was ich lese, real ist, und dass ich befreit und erlöst bin, und Satan mich nicht antasten kann – das war gewaltig. Das hat für mich noch einmal bestätigt, wie wahr das ist.

Glaube und Verstand – Die Rolle der Bibel

Beim Erzählen von euch beiden habe ich so gedacht: Na ja, ihr habt beide Jura studiert. Im Studium denkt man ja eigentlich sehr analytisch, faktisch und so weiter. Jetzt lasst ihr euch auf den Glauben ein – hattet ihr da nicht auch Zweifel? Was glaube ich denn da eigentlich?

Bei mir war das so: Agatha sagt, bei ihr war es eher ein Prozess. Bei mir war es wirklich an einem bestimmten Tag. Besonders die Schlüssigkeit der Bibel hat mir so viel gesagt. Ich wusste viele Dinge. Ich hatte immer mal hier ein Puzzlestück, da ein Puzzlestück zum christlichen Glauben und zur Bibel. Aber das Bild hatte ich gar nicht. Ich hatte überhaupt nicht verstanden, warum Jesus auf die Erde kommen musste.

Als ich dann einmal die Geschichte von der Schöpfung bis zur Kreuzigung gelesen habe, hat sich das ganze Puzzle für mich zusammengesetzt. Bei mir ging so ein Licht an. Auch der Vers in 1. Mose 3,15, wo der kommende Retter der Schlange den Kopf zertreten wird, hat mich sehr berührt. Da merkte ich: Oh, was für eine Liebe von Gott! Kurz nachdem die Menschen gesündigt hatten, kündigt er schon einen Retter an.

Ich merkte, dass es nicht nur die Sünde von Adam und Eva ist, sondern auch meine persönliche Sünde. Ich bin schuldig. Dann ging die ganze Geschichte, die Erzählung durch die Bibel, durch meinen Kopf. Dabei entstand ein Bild von dem, was im Evangelium beschrieben wird: Jesus stirbt am Kreuz, und dann zerreißt der Vorhang im Tempel von oben nach unten.

Das war für mich so deutlich. Dieses Bild zeigt: Jetzt ist der Zugang zu Gott frei. Jetzt ist der Weg frei, und man muss nicht mehr sterben, wenn man sich ihm naht – einfach durch den Tod des Herrn. Das alles war für mich logisch und hat so viel Sinn gemacht.

Deshalb: Was wir im Studium gelernt haben, wie man Gesetze auslegt und so weiter, kann man auch auf die Bibel anwenden. Wir lesen in der Bibel, wir lernen daraus. Das steht dem gar nicht entgegen, sondern ergänzt sich eher, würde ich sagen.

Das Buch „Der Fremde auf dem Weg nach Emmaus“ und seine Bedeutung

Ja, sehr schön. Dieses Buch hatte bei euch selbst einen großen Einfluss darauf, wie ihr zum Glauben gekommen seid. Das wusste ich gar nicht. Ihr arbeitet jetzt mit diesem Buch. Es hat einen besonderen Titel: „Der Fremde auf dem Weg nach Emmaus“. Was steckt dahinter? Warum arbeitet ihr gerade mit diesem Buch? Hat das wahrscheinlich auch etwas mit eurer persönlichen Geschichte zu tun?

Ja, ich habe gehört, dass ihr dieses Buch eigentlich so, wie ihr es selbst gelesen habt, auch mit anderen lest oder anwendet. Oder wie muss ich mir das vorstellen? Erzählt mal ein bisschen davon.

Also, das Interessante ist: Wir sind gar nicht von uns aus auf das Buch gekommen. Als wir zum Glauben gekommen waren, haben wir irgendwann geheiratet und dann gebetet, dass Gott uns eine Wohnung gibt, wo er uns gebrauchen möchte. Und das hat der Herr wirklich gemacht. Neben uns wohnte eine Frau in unserem Alter, die auch ursprünglich aus Polen kam. Das passte sehr gut. Sie war sehr, sehr offen und ist dann nach einiger Zeit zum Glauben gekommen.

Dann haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir ihr eigentlich das Evangelium erklären können. Wir haben mit einem anderen Ehepaar darüber gesprochen, und sie sagten, ja, eigentlich ist das Buch „Der Fremde“ ganz gut geeignet. Es ist eine Zusammenfassung von einem Programm der New Tribes Mission (NTM), wie sie den Menschen im Busch das Evangelium erklären – nur etwas zusammengefasster für die westliche Welt.

Da haben wir gedacht: Moment mal, das ist doch das Buch, mit dem wir selbst zum Glauben gekommen sind. Das war gar nicht so unsere Idee.

Ach so, ihr seid erst darauf gekommen, als es euch empfohlen wurde?

Genau, genau.

Was ich persönlich richtig gut finde, ist, dass man einfach durch die Bibel geführt wird. Das Buch ist ja nichts Neues, sondern ein roter Faden, der von Anfang an bis zur Auferstehung Jesu konzentriert auf die Rettung durchführt. Dabei versteht man wirklich das Opfer.

Wenn wir heute mit Menschen über den Herrn sprechen, merken wir oft, dass sie gar nicht verstehen, warum er überhaupt für sie sterben musste. Dann macht es so viel Sinn zu verstehen, wer Gott wirklich ist, wo man selbst vor Gott steht und auch die ganzen Opfer, die im Alten Testament gebracht wurden.

Schon am Anfang, bei Adam und Eva, wird das deutlich – mit dem Fell. Warum haben die Feigenblätter nicht gereicht? Warum musste ein Tier sterben? Warum mussten sie Felle anziehen?

Wenn man das durch das Alte Testament verfolgt, wie der Herr diesen Rettungsweg bahnt und dann zu Jesus Christus kommt, wird das richtig tief. Man versteht, was für ein Opfer er eigentlich für einen selbst gebracht hat.

Chronologischer Bibelkurs als Weg zur Evangelisation

Der chronologische Ansatz ist ein weiterer Weg, den man gehen kann, oder? Man geht ihn mit den Menschen gemeinsam – oder wie macht man das genau?

Wir merken, das stimmt. Wir treffen uns etwa vierzehn- bis fünfzehnmal mit einer Gruppe, die Interesse hat, die Bibel kennenzulernen. Diese Zeit braucht man auch wirklich. Dabei stellen wir fest, dass heute bei vielen Menschen kaum Vorkenntnisse vorhanden sind. Deshalb sehen wir diesen Ansatz als sehr hilfreich an. Man kann wirklich Grundlagen legen und sagen: Da ist ein Gott, und wir wollen versuchen, ihn vorzustellen, weil er sich uns in der Bibel offenbart hat.

Wir merken, dass die Zeit wirklich gebraucht wird. Wir gehen dabei chronologisch vor, vom Anfang der Schöpfung bis zum Alten Testament und wählen ausgewählte Ereignisse aus. Dabei behalten wir immer den roten Faden im Blick: den versprochenen Retter, der angekündigt wird und kommen wird. Wenn man dann im Neuen Testament ankommt, ergibt vieles Sinn.

Wenn Johannes der Täufer zum Beispiel sagt: „Siehe, das ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt“, ist das Bild schon gelegt. Das Lamm, das Opferlamm, das beim Passah passiert ist, und ähnliche Bilder, wie der Vorhang, der zerreißt, wenn wir uns den Vorhang vor der Stiftshütte beziehungsweise dem Tempel angeschaut haben. Das macht das Bild verständlich. Ansonsten verstehen die Leute das oft gar nicht.

Jetzt stellt sich aber die Frage: Wie kommt das denn bei den Leuten an? Du hast eben gesagt, dass ihr mit der Schöpfungsgeschichte beginnt, die ja auch auf den ersten Seiten der Bibel steht, im 1. Mose, den ersten Kapiteln. Der Mensch heute hat von klein auf gelernt, dass die Welt evolutionär entstanden ist. Das ist doch ein komplettes Kontrastprogramm. Sagen die Leute dann nicht: „Ey, sorry, aber ich bin raus“?

Sehr selten, sehr selten. Am Anfang geht es auch ein bisschen um die Bibel selbst. Wir stellen vor, wo die Bibel eigentlich herkommt, was sie über sich selbst sagt, dass Gott der eigentliche Autor ist und Menschen benutzt hat, um sie aufzuschreiben.

Wir erzählen auch etwas über die Glaubwürdigkeit der Bibel, über Funde alter Schriften und Ähnliches. Das stärkt das Vertrauen, und die Leute denken: „Okay, ich will mich mal darauf einlassen.“ Wir ermutigen dazu, sich einfach darauf einzulassen, es sich anzuschauen und später ein eigenes Urteil zu fällen. Das kann einem niemand abnehmen.

Natürlich sprechen wir auch an, was viele heute lehren, besonders wenn es um Schöpfung und Evolution geht. Dann geben wir gute Literatur, Videos oder Ausarbeitungen von christlichen Wissenschaftlern weiter, die ein anderes Licht auf diese Thematik werfen.

Dabei merken die Leute oft, dass man für beides Glauben braucht. Ob man der Evolution glaubt oder der Bibel – aus unserer Sicht braucht man für die Evolution sogar noch viel mehr Glauben als für die Bibel. Das finden die meisten interessant und nehmen es so an.

Ihr streitet das also nicht komplett ab. Das ist natürlich eine intellektuelle Hürde für Menschen im 21. Jahrhundert, aber ihr ladet ein zu glauben. Ihr sagt: „Ihr könnt euch euer eigenes Bild machen, wir beschäftigen uns mal damit.“ Viele sind dazu bereit.

Ganz genau. Wir ermutigen auch dazu: Wenn euch das Thema interessiert, beschäftigt euch damit, lest Quellen, setzt euch tief mit der Evolutionstheorie auseinander. Lasst aber auch andere Gedanken zu und schaut, woher das ganze Gedankengut eigentlich kommt und auf welcher Grundlage es fußt. Ja.

Ablauf und Erfahrungen mit den Bibelgruppen

Erzählt mal ein bisschen: Wie muss ich mir das vorstellen? Wie beginnt so ein Kreis? Wie ladet ihr ein? Sind das persönliche Beziehungen, oder kommen Leute zu euch und sagen: „Hier, ich habe jemanden, kann ich den zu euch schicken?“ Erzählt mal ein bisschen, Agatha, wie läuft das?

Ja, also der erste Kurs entstand tatsächlich damals durch unsere Nachbarin, die zum Glauben gekommen war. Sie hatte drei Freundinnen, die merkten die Veränderung bei ihr und wurden auch fragend. Sie sagten, sie würden gerne mehr erfahren.

Dann haben wir das in der Gemeinde auch angesagt, dass wir gerne so eine Gruppe starten möchten, weil wir eigentlich auch Betreuer für Kinder in der Zeit brauchen, da die Frauen alle kleine Kinder hatten. Plötzlich sagte jemand in der Gemeinde: „Mensch, ich kenne auch eine Nachbarin, mit der ich schon lange im Gespräch bin. Kann ich die auch einladen? Ich habe einen Arbeitskollegen, ich frage ihn, ob er auch dazu kommen könnte.“ So startete der erste Bibelkurs letztendlich durch persönliche Beziehungen, die alle anderen auch in der Gemeinde schon hatten, mit, ich glaube, damals sechzehn Teilnehmern.

Genau, das war der Start. Bis auf eine Person sind tatsächlich alle zum Glauben gekommen. Das war nie wieder so in einem Bibelkurs, dass alle zum Glauben gekommen sind. Aber das war der Anfang, und da merkten wir, das war eine unglaubliche Ermutigung – da bewegt Gott etwas.

Ihr habt dann ein klares Anfang und Ende, weil ihr das Buch komplett durchgeht? Oder wie viele Abende sind das dann?

Ja, genau, es gibt einen klaren Anfang. Es sind 14 oder 15 Treffen, je nachdem, wie man es macht. Wir gehen auch nicht einfach nur das Buch durch, aber mit der Zeit hat man den roten Faden im Kopf. Wir lesen gemeinsam. Uns ist wichtig, dass jeder eine Bibel bekommt – entweder bringt er seine eigene mit, oder wenn nicht, haben wir Bibeln da liegen. Jeder bekommt eine Bibel.

Dann schlagen wir wichtige Stellen in der Bibel zusammen auf und nehmen uns Zeit dafür. Es ist uns immer wieder eine Freude, Menschen zu erklären, die noch nie eine Bibel in der Hand gehabt haben, wie man überhaupt etwas findet. Denn jeder denkt natürlich, er schaut auf die Seitenzahlen, aber in der Bibel passt das nicht so. Da muss man anders suchen, und das erklären wir.

Das ist uns jedes Mal eine Freude, wenn Menschen das lernen. Deshalb warten wir auch gerne, bis jeder das dann gefunden und aufgeschlagen hat. So merken wir immer wieder, dass die Leute sich Gottes Wort annähern und irgendwann auch selbst anfangen, darin zu lesen. Sie werden einfach heimisch in der Bibel.

Es ist so schön, am Ende des Kurses zu sehen, wie schnell sie dann werden. Dann wissen sie schon: „Okay, das ist im Neuen Testament.“ Sie freuen sich, weil sie einen Zugang gefunden haben. Das ist auch ein Ziel des Kurses: dass sie am Ende mit der Bibel nach Hause gehen und wissen, wie sie darin lesen können.

In 14, 15 Treffen kann man nicht die ganze Bibel abdecken, aber wir vergleichen das oft mit einer Wäscheleine, so wie früher. Du hängst da verschiedene Stücke auf. Das sind dann die verschiedenen Ereignisse, die wir durchgehen. Überall ist noch Platz dazwischen, aber wenn du dann selbst mal in der Bibel liest, kannst du es ungefähr einordnen: „Ah ja, das kannte ich, das kannte ich...“ Dann wissen sie ungefähr, wo sie sind.

Ist das dann an so einem Abend immer ein Vortragsstil? Oder ist es eher ein Gesprächsstil mit Fragen? Wie macht ihr das?

Es ist eher ein Vortrag, tatsächlich. Wir gehen die biblischen Geschichten durch, lesen gemeinsam in der Bibel und die passenden Fragen dazu. Die Teilnehmer dürfen natürlich Fragen stellen, aber alles andere versuchen wir nach hinten zu schieben.

Wir versuchen, nach etwa eineinhalb Stunden offiziell Schluss zu machen. Die, die schnell gehen müssen, dürfen gehen, und alle anderen bleiben gerne noch länger. Dann ergeben sich meistens noch richtige Gespräche und persönlicher Austausch, und es kommen noch mehr Fragen.

Wenn ich das eben richtig zwischen den Zeilen rausgehört habe, gab es nicht nur diesen einen Kurs mit sechzehn Teilnehmern, sondern auch nachfolgend weitere Bibelgruppen. Ihr macht das regelmäßig, mehrere Kurse, oder wie muss ich mir das vorstellen?

Ja, damals war das gar nicht so geplant. Wir dachten, wir machen so einen Kurs und dann ist es vorbei. Mit unseren lieben Mitarbeitern, mit denen wir das zusammen angefangen haben, haben wir das gestartet. Dann kamen auf einmal Leute und sagten: „Oh, ich habe auch einen Bekannten, mach doch nochmal so einen Kurs.“ Und schwupps war der zweite da.

Das ist jetzt schon etwa vierzehn Jahre her, und seitdem machen wir mehr oder weniger durchgehend Kurse. Manchmal sogar mehrere gleichzeitig. Es gibt immer wieder Leute, die das Wort Gottes kennenlernen wollen. Das ist eine Riesenfreude für uns, deshalb machen wir gerne weiter.

Sind das meistens Leute, die herangetragen werden, und gar nicht direkt eure persönlichen Bekannten oder aus eurem Umfeld?

Genau, und das ist auch der große Vorteil, wenn man es im Rahmen einer Gemeinde macht. Da sind mehrere Leute, und jeder hat irgendwo Kontakte – in der Familie, bei Nachbarn, auf der Arbeit oder anderswo. Wenn da schon eine Offenheit ist, dann kennt derjenige, der noch fern von Gott und der Bibel ist, schon jemanden, dem er vertraut.

Wenn der ihn dann mal einlädt und sagt: „Da ist so ein Kurs, hast du Interesse, die Bibel kennenzulernen? Einfach nur, worum es geht. Ich würde mitkommen.“ Und dann sind die beiden da.

So kann man als Gemeinde auch dienen. Man kann gemeinsam dafür beten und gemeinsam nach Leuten suchen. Es ist eine Gemeindeaktion oder ein Dienst. Das ist sehr wertvoll, dass das eben auch in eine Gemeinde eingebunden ist.

Macht ihr das hauptsächlich alleine, oder sind auch noch andere Mitarbeiter aus der Gemeinde dabei?

Teilweise sind noch andere dabei. Wir versuchen natürlich auch, dass sich das vervielfältigt. Manchmal werden wir von einer anderen Gemeinde im Nachbarort gefragt, ob wir das dort machen können. Dann ist es unser Anliegen, gerne zu starten oder einmal so einen Kurs zu machen. Aber es wäre schön, wenn sie auch Leute hätten, die das dann weiterführen. Denn das braucht gar nicht so viel.

Wenn man ein Herz für Menschen hat, die Gott noch nicht kennen, und Freude am Wort Gottes, dann kann man einfach anfangen.

Ihr haltet euch sehr an dieses Buch, das ihr quasi lehrt, oder habt ihr euren eigenen Stil? Der beruht zwar auf dem Prinzip, aber ihr habt eigene Unterlagen und Vorträge?

Das Schöne ist, weil es ja dieser rote Faden ist, gibt es viel Raum für Persönliches. Ich mache die Bibelkurse nur mit Frauen, und Johannes macht die gemischten Kurse, wo auch Männer dabei sind.

Bei den Frauen mache ich das natürlich ein bisschen anders, weil die Frauen andere Themen bewegen als die Männer. Da darf man manchmal den Fokus verschieben und mal etwas vertiefen, von dem ich weiß, dass es uns als Frauen besonders beschäftigt.

Da hat man schon eine gewisse Freiheit. Wichtig ist natürlich, dass man den roten Faden beibehält – mit dem Fokus auf die Rettung.

Aber das ist ja das Schöne: Jeder hat seine Persönlichkeit, und jeder hat wirklich Raum, das einzubringen. Johannes macht den Kurs definitiv anders als ich. Auch unsere Mitarbeiter machen das ganz unterschiedlich.

Jeder bringt seine persönliche Art mit ein, wie er Gott erlebt, und wie er die Geschichten erlebt, auch persönlich. Das ist schön. Es ist nicht starr.

Ich merke das auch von Kurs zu Kurs: Man kann auf die Leute eingehen und Schwerpunkte setzen. Manchmal gibt es Schwierigkeiten oder wichtige Fragen, die die Teilnehmer bewegen, und darauf kann man eingehen.

Gibt es einen Unterschied, wenn du sagst, du machst das mit Frauen, und Johannes macht gemischte Kurse – in den Dynamiken oder in der Entwicklung? Gibst du dem bewusst eine andere Note, weil es andere Themenschwerpunkte sind? Oder gibt es einen Unterschied in der Art und Weise?

Nein, nicht wirklich. Wir merken schon, dass Männer viel schweigsamer sind in solchen Kursen. Frauen haben kein Problem, sich zu öffnen, auch in ihren Schwächen und Fehlern. Die Männer geben das nicht so zu.

Da du gemischte Kurse machst, sind ja auch Frauen dabei, die das Gespräch auflockern?

Genau, das lockert es etwas auf. Neulich war ein reiner Männerkurs, da ist es schon eher verschlossener.

Deshalb... ja, aber ansonsten gibt es keinen großen Unterschied.

Was machst du denn, bevor es richtig losgeht? Lest ihr etwas vor?

Es ist immer auch so, dass derjenige, der anleitet, den Rahmen setzt. Wir wollen uns ja nicht als die Tollen darstellen. Wir stehen auf einer Stufe mit den anderen.

Wir haben nur die Gnade schon annehmen dürfen, sind aber nicht besser. Man kann auch ganz klar von seinen Niederlagen erzählen, was schlecht läuft.

Das öffnet eine Atmosphäre, in der die anderen merken: „Okay, ich muss hier keine Maske aufsetzen.“ Der andere macht das auch nicht, er gibt zu, was schlecht läuft.

Wir leben ja alle nur aus Gnade, und das öffnet manchmal eine besondere Atmosphäre.

Tipps für Gemeinden und Herausforderungen bei der Gruppenarbeit

Was würdet ihr Gemeinden oder Einzelnen raten, die gerne eine solche Gruppe starten möchten? Was habt ihr gelernt? Wie geht man das an? Was würdet ihr konkret empfehlen?

Was ich immer wieder sehr ermutigend finde, ist tatsächlich mit dem Gebet zu beginnen und wirklich zu fragen: Herr, hast du Menschen vorbereitet? Das erleben wir immer wieder. Vor zwei Jahren hatten wir ein Ehepaar in einem Bibelkurs. Beide sind zum Glauben gekommen. Irgendwann erzählten sie es ihren Nachbarn. Die Nachbarn sagten: „Ja, wir sind auch gläubig und beten seit zehn Jahren für euch.“

Man merkt jedes Mal, dass schon jemand gebetet hat. Irgendjemand war im Umfeld, der den Boden vorbereitet hat. Sonst würde man ja nicht in diesem Kurs sitzen. Das ist eine Arbeit, die andere tun, die den Boden bereiten.

Es ist auch total ermutigend, das zu sehen. Ich erinnere mich an eine Frau, die aus einer Nachbarstadt kam – etwa 40 Minuten entfernt. Sie fing an, sich Gedanken über Gott zu machen. Irgendwann sagte sie: „Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann möchte ich, dass du mehr Anteil an meinem Leben hast. Außerdem verstehe ich die Bibel nicht. Ich bräuchte so etwas wie einen Bibelkurs.“

Ich mache manchmal evangelistische Themen für Frauenfrühstücke oder Frauenabende. Dabei starte ich immer mit dem Gebet: „Ist da jemand, den du für einen Bibelkurs hast?“ Dann bin ich in diese Stadt gefahren und habe nebenbei immer wieder kurz von dem Bibelkurs erzählt.

Die Frau kam sofort auf mich zu und sagte: „Bibelkurs? Das ist ein Schlagwort. Was ist das? Ich muss da unbedingt hin!“ Sie kam zum Glauben und ist wirklich total dabei.

Es ist einfach schön zu erleben, dass man bereit ist, dass man diese Bereitschaft hat. Wir haben in der Gemeinde so ein Kinderzimmer und sagen: „Herr, schick die Leute.“ Und zu erleben, dass der Herr das macht, ist seit 14 Jahren für uns total ermutigend und gewaltig. Es ist auch für die ganze Gemeinde ermutigend. Denn als Mensch kannst du die Leute nicht von der Straße holen. Aber das Gebet und die Bereitschaft sind das, was der Herr möchte. Und dann schickt er die Leute.

Habt ihr schon einmal richtige Fehlschläge erlebt? Zum Beispiel, dass ihr eine Gruppe starten wolltet und niemand kam oder nur eine Person? Oder seid ihr schon einmal richtig auf die Nase gefallen?

Ich sage mal von mir: Man hat ein Konzept und vertraut langsam darauf, dass es schon läuft. Man wird selbstsicher. Gibt es so etwas bei euch?

Ich bin vielleicht ein bisschen naiv, aber mir ist bewusst, dass es von Gott kommen muss. Deshalb sage ich jedes Mal: Herr, hast du wieder so einen Kurs? Hast du wieder ein paar Frauen? Ist das wieder dran? Das ist wirklich jedes Mal mein Gebet. Dann weiß ich, entweder hat der Herr etwas oder er hat etwas anderes vor. So stehe ich jedes Mal, wenn der Kurs zu Ende ist. Das ist meine Frage. Und bis jetzt entsteht immer wieder eine neue Gruppe.

Toll!

Alltag und weitere Aufgaben neben den Bibelkursen

Wie muss ich mir das jetzt im Alltag vorstellen? Ihr habt zwei Teenager zu Hause, Haushalt und so weiter. Ist das eure vollzeitige Aufgabe? Habt ihr noch andere Aufgaben? Wie sieht so ein Alltag aus? Macht ihr den ganzen Tag nur Bibelkurse?

Nein, die Bibelkurse sind meistens abends, manchmal auch vormittags. Das ist das Schöne daran, denn dann können wir uns auch die Zeit dafür nehmen. Nein, wir haben natürlich auch noch das ganz normale Leben, das läuft ja weiter.

Wir haben immer versucht, wegen der Kinder nicht ständig abends weg zu sein. Wir wechseln uns ab, sodass immer eine gewisse Anzahl von uns zu Hause bei den Kindern ist. Das muss man im Auge behalten, klar.

Ansonsten haben wir noch andere Aufgaben in der Gemeinde. Wir sind in einer Art Gemeindegründungsarbeit tätig, bei der ich einige verantwortungsvolle Aufgaben übernommen habe. Wenn die Bibelschule anfragt, ob man dort Bibelkurse vorstellen oder Unterricht geben kann, dann machen wir das auch. Außerdem habe ich verschiedene Materialien übersetzt. Da gibt es immer genug zu tun.

Bezieht ihr eure Kinder mit ein? Also, wie ist das bei euch zu Hause? Seid ihr bei anderen zu Hause oder macht ihr die Kurse in Gemeinderäumen oder vielleicht sogar in einer Kneipe? Wie muss ich mir das vorstellen?

Das sind viele Fragen auf einmal, sorry. Ja, also eigentlich haben wir nie einen Kurs bei uns zu Hause gemacht, oder? Ich kann mich nicht erinnern. Bei uns zu Hause nicht. Aber manchmal bei anderen zu Hause, ja. Unterschiedlich, auch in Gemeinden. Natürlich auch jetzt in letzter Zeit in unseren Gemeinderäumlichkeiten.

Wir hatten uns auch fünf Jahre lang eine Räumlichkeit in der Stadt gemietet. Wir wussten, dass es Menschen gibt, die sich gerne mit dem beschäftigen würden, was in der Bibel steht, aber keine Gemeinderäumlichkeiten betreten möchten. Das bedeutet für sie oft viel Druck und Verbindlichkeit, die sie so nicht spüren wollen. Das war einfach ein Hinderungsgrund.

Dann haben wir gesagt: Das darf niemanden hindern. Also schaffen wir einfach neutrale Räumlichkeiten. So hatten wir wirklich fünf Jahre lang ein Büro mitten in der Stadt, in dem wir die Kurse ganz neutral gemacht haben. Dort kann man auch sehr flexibel sein, je nachdem.

Wir versuchen immer, auf die Leute einzugehen und zu schauen, was zeitlich und räumlich passt, um es möglich zu machen. Wir haben das viele Jahre lang gemacht – ich und meine Frau – auch mit teilweise Mitarbeitern aus der Gemeinde. Wir hatten so einen Bibelgesprächskreis, nicht mit einem Buch, sondern einfach mit Fragen geführt und uns ein Evangelium angeschaut.

Wenn ich so darüber nachdenke, haben wir das eigentlich immer bei uns zu Hause gemacht. Aber die Idee, einen öffentlich zugänglichen Raum zu nehmen, ist auch nicht schlecht.

Ich fand es immer interessant, dass die Leute, wenn man sie gefragt hat, warum sie überhaupt gekommen sind, oft sagten, dass sie das Persönliche, das heimelige Miteinander, das gemeinsame Essen und die Gemeinschaft sehr schätzten. Das war für viele ganz ungewohnt, neu und schön.

Das ist mir am Anfang am meisten hängen geblieben, dass sie das interessiert hat und sie deswegen gekommen sind. Gar nicht, weil Christian so toll redet oder gute Fragen stellt.

Das ist schön, sich darauf einzulassen und zu schauen, wie die Situation passt und welche Leute da sind.

Weitere evangelistische Materialien und Kurse

Anchored International hat auch die Kurse Interlocked und Come and See entwickelt. Diese sind ebenfalls auf Deutsch verfügbar.

Habt ihr sie übersetzt, verwendet ihr sie oder könnt ihr sie empfehlen? Weichen sie in irgendeiner Weise von diesem Konzept ab?

Genau, es ist so: Dieses Konzept umfasst verschiedene Materialien. Zum Beispiel gibt es ein Buch, das heißt „Der rote Faden“. Ich glaube, das gibt es auch auf Deutsch.

Es gibt unterschiedliche Materialien, darunter auch „Come and See“. Das ist ebenfalls ein evangelistischer Kurs, der nach einem ähnlichen Muster aufgebaut ist.

Interlocked ist ein umfassender Kurs, der durch die ganze Bibel führt. Er richtet sich eher an Gläubige und ist etwas weiterführend angelegt.

Ja, ganz genau.

Erlebnisse und Zeugnisse aus der Kursarbeit

Gibt es ein Ereignis, an das ihr euch heute noch erinnert, bei dem ihr an eine Person gedacht habt oder wie jemand zum Glauben gekommen ist? Wenn man den Kurs schon 14 Jahre lang macht, hat man viele Leute kennengelernt. Einige sind zum Glauben gekommen. Gibt es da solche Highlight-Geschichten? Einige, nicht wahr?

Für uns ist es immer etwas Herrliches zu sehen, was Gott macht. Man sieht, wie Gott im Leben der anderen Menschen wirkt, und das ist etwas Wunderbares.

Ich erinnere mich an einen jungen Mann mit katholischem Hintergrund. Er wollte Gott kennenlernen, war sich aber unsicher und hatte viele Zweifel. Er fragte sich, ob das wirklich der richtige Weg ist und ob sein bisheriger Glaube falsch war. So ging es ihm damals teilweise auch. Er war im Kurs und betete, dass Gott ihm zeigen möge, ob das alles richtig ist.

Irgendwann ging er nach draußen in seinen Garten. Dort sah er ganz hinten in der Ecke auf dem Komposthaufen etwas liegen. Man denkt ja, was ist das? Er ging hin und entdeckte eine kleine Karte, die mit einem Band an einem Luftballon befestigt war. Der Luftballon war heruntergekommen und genau auf dem Komposthaufen gelandet.

Er las die Karte, auf der stand: „Lass dein altes Leben hinter dir und geh durch diese neue Tür.“ Die Botschaft war für ihn sehr eindrücklich. Er wusste sofort, dass das die Antwort von Gott für ihn war. Der Luftballon war etwa hundert Kilometer geflogen. Er war bei einem Schulabschluss-Gottesdienst oder einer ähnlichen Veranstaltung steigen gelassen worden.

Er merkte, dass Gott ihm sagt: „Mach das.“ Solche Erlebnisse sind keine Einzelfälle. Man erlebt, wie Gott wirkt und zu Menschen spricht. Das ist einfach herrlich.

Was ich auch spannend finde – und das könnt ihr bestimmt bestätigen – ist, wenn man mit Menschen die Bibel liest und merkt, wie Gottes Geist wirkt. Meistens geschieht das, ohne dass die Leute es selbst merken. Ich glaube, William MacDonald hat das mal gesagt: Das Bibelgespräch, die Bibel mit Interessierten zu lesen, ist wie eine Operation am offenen Herzen, ohne dass der Patient es merkt.

Man merkt einfach, da verändert sich etwas. Das wird wirklich vom Geist Gottes bewirkt. Als Beobachter von außen zu sehen, wie das passiert, macht einfach große Freude.

Oh ja, das ist ein herrlicher Dienst.

Ich kann mich noch an eine Frau erinnern, die sehr skeptisch war. Sie kam zum Kurs, saß da und machte viele Lektionen mit. Ich weiß nicht, wie viele es waren. Man fragt sich: Was geht in ihrem Kopf vor? Doch mit der Zeit wurde sie immer entspannter. Heute ist sie schon lange Zeit im Glauben richtig dabei. Das ist sehr schön zu sehen.

Das kann nur Gottes Wort bewirken, zusammen mit dem Geist Gottes. Gottes Wort ist Wahrheit. Wenn Wahrheit in die Herzen gesät wird, verändert das etwas.

Eine junge Frau erzählte, dass es im Kurs auch um Gott und Satan ging. Sie dachte immer, der Kampf zwischen Gott und Satan sei auf Augenhöhe, mal gewinnt der eine, mal der andere. Doch dann merkte sie, dass Gott allmächtig ist, der Höchste, und Satan überhaupt nicht vergleichbar. Das gab ihr eine große Sicherheit.

Wir erleben auch, wie Gott im Leben der Menschen aufräumt. Ich erinnere mich an eine Frau, die ihr Leben lang keinen Kontakt zu ihrem leiblichen Vater hatte. Im Kurs ging es auch um Gott als Vater. Sie merkte, dass sie diese Sache in ihrem Leben klären muss. Sie suchte den Kontakt und hat ihn dann auch aufgenommen.

Wir merken, dass diese Zeit im Leben der Teilnehmer oft eine Phase ist, in der Gott tiefer geht und aufräumt. Das ist sehr heilsam und richtig schön.

Gedanken zur Evangelisation in Deutschland

Über diesen Prozess, wie es dann weitergeht, wollen wir gleich noch ein bisschen sprechen. Jetzt muss ich mal eben selber schauen.

Ihr kommt herum, macht Seminare, helft schon mal in anderen Gemeinden, haltet Vorträge, seid auf Konferenzen unterwegs und redet mit anderen Christen. Was ist so euer Eindruck? Wie steht es um die Evangelisation in Deutschland? Ihr macht das sehr persönlich, in diesem Rahmen. Wie nehmt ihr das wahr? Wo läuft es gut, wo hakt es? Ganz allgemein gefragt: Ich weiß nicht, ob ihr die Fachleute seid, um das zu beantworten, aber wir sind ja nur eine ganz kleine Leuchte. Ihr kommt ja in verschiedene Gemeinden.

Was wir merken, ist aus der Erfahrung mit den Bibelkursen: Die Beziehung macht es. Wir haben auch von anderen Gemeinden gehört, die sagten, sie hätten fünf Handzettel für einen Bibelkurs verteilt, aber niemand sei gekommen. Diese Erfahrung machen wir auch immer wieder: Persönliche Kontakte sind entscheidend. Wenn Vertrauen da ist, kommt jemand.

Von daher denke ich, dass die Zeiten, in denen einfach große Veranstaltungen gemacht wurden und man Plakate aufgehängt hat, nicht mehr so große Resonanz bringen wie früher. Ich will nicht sagen, dass das nicht mehr sein sollte, aber den großen Zulauf, den es vielleicht vor ein paar Jahrzehnten noch gab, gibt es zumindest hier in unserem Breitengrad oder in unserem Umkreis nicht mehr.

So sehen wir, dass das Persönliche wirklich hilfreich ist. Und dass man einfach mutig ist, den Glauben wirklich vorzuleben. Wenn ich zurückdenke an die Zeit, als ich noch nicht gläubig war, bin ich so dankbar, dass ich diese Freundin in der Schule hatte. Jedes Mal, wenn ich an meiner alten Schule vorbeifahre, danke ich Gott, dass diese Freundin da war, die mir das Buch gegeben hat.

Wir sollten einfach mutig werden als Christen, dort, wo wir hingestellt sind, wirklich zu unserem Glauben zu stehen. Das macht etwas mit dem anderen. Der andere merkt: "Ich habe das nicht." Das merkt man.

Ich weiß noch, als wir zum Glauben gekommen sind, war es für uns unfassbar, dass wir das Evangelium 25 Jahre lang nicht gehört hatten. Das war auch der Grund, warum wir es weitergeben wollten. Wir haben dann gesagt: Herr, bitte gebrauche uns, damit andere Menschen es hören. Wir haben es so lange nicht gehört. Es ist nötig, dass andere es hören.

Wir sollten als Christen, egal wo wir sind, wirklich mutig werden und uns von Gott gebrauchen lassen. Dass er uns die Möglichkeiten gibt, dafür zu beten, Zeugnis zu geben oder es vorzuleben. Dafür sind wir ja da. Die Welt, die Menschen da draußen, die brauchen Jesus. Sie brauchen Jesus.

Da sprichst du mir voll aus dem Herzen. Uns auch als Heukerbad ist das ja unser Anliegen: Christen zu ermutigen, wirklich Alltagsmission zu leben, dort, wo Gott sie hingestellt hat, und den Blick für den Nächsten zu haben.

Und das habt ihr persönlich erlebt – das ist echt interessant. Du sagst heute auch noch so praktisch: Immer wenn du an der Schule vorbeifährst, dankst du Gott für diese Klassenkameradin, für diese Freundin, die dir den Weg gewiesen hat, auch wenn es ein bisschen gedauert hat, aber den Anstoß gegeben und das Buch geschenkt.

Ja, sehr schön.

Überlegungen zum Weiterführen von Glaubenden – Jüngerschaft

Ja, liebe Zuhörer, es ist wirklich spannend, was die beiden hier erzählen. Agatha und Johannes – sicher fällt dir auch jemand ein, wenn du diese Folge hörst, der das ebenfalls hören sollte. Jemand, der sich fragt: Wie kann ich Menschen gewinnen, dort, wo ich bin? Wie mache ich das? Wie mache ich vielleicht den ersten Schritt? Oder vielleicht wäre es auch an der Zeit, wirklich mal einen Bibelkurs zu machen und gemeinsam mit jemandem, der interessiert ist, in die Bibel zu schauen.

Dann teile die Folge gerne mit der Person, die du im Blick hast. Wenn du uns auf YouTube schaust, drücke gerne auf die Glocke. Denn wenn du die Glocke aktivierst, verpasst du erstens keine Folge mehr und hilfst vor allem, dass noch mehr Leute diese Inhalte sehen.

Gut, ihr Lieben, ich möchte gerne noch ein bisschen darüber sprechen: Wie geht es denn weiter, wenn jemand zum Glauben gekommen ist? Ihr habt ja gesagt, dass euch Jüngerschaft auch wichtig ist. Was meint ihr konkret damit? Was ist für euch biblische Jüngerschaft? Wer möchte anfangen?

Johannes holt schon Luft: Ja, das ist natürlich ein weites Thema. Bei uns ist es so, dass Menschen im Bibelkurs sitzen. Sie öffnen sich irgendwann für Gott und kommen zum Glauben. Dann fragen sie: Wie geht es denn jetzt weiter? Manche sagen schon: Wir haben jetzt nur noch drei, vier Wochen, was passiert danach? Es kann ja nicht einfach zu Ende sein.

Dann sagen wir: Wer möchte, kann gerne weitermachen. Wir schauen uns dann vielleicht noch ein bisschen die Apostelgeschichte an, weil die Bibel dort chronologisch weitergeht. Und ja, das machen wir dann auch. Das ist aber eine neue Gruppe.

Ganz genau. Das sind meistens die, die weitermachen wollen. Nicht alle möchten das, aber vielleicht gibt es dann zwei Kurse, die man zusammenlegt. Die Leute, die weitermachen wollen, machen dann einen weiteren Kurs. So bekommen sie ein paar Grundlagen. Das sind dann Babychristen, die ein bisschen Anleitung brauchen.

Wir versuchen, sie auch darauf vorzubereiten, wenn sie in eine Gemeinde gehen. Dort ist das Level meistens viel höher. Wir wollen sie dahin bringen, wie es zum Beispiel ist, Gemeinschaft unter Christen zu haben und zusammen zu beten. Das sind Themen, die in der Apostelgeschichte ganz natürlich erwähnt werden, wenn man sie zusammen durchgeht.

Dann kann man anfangen, in der Gruppe zusammen zu beten. Für was kann man beten? Man tauscht Gebetsanliegen aus. Man merkt manchmal, wenn die Leute das erste Mal laut in der Gruppe beten, dass das etwas Wunderschönes ist. Es wird ganz natürlich.

Mit manchen hat man mehr Kontakt, mit anderen sieht man sich mehr oder weniger im Kurs. Das ist ganz unterschiedlich. Wir versuchen immer, eine Brücke zu einer Gemeinde zu schlagen. Wir schauen: Wo kommen die her? Welche Gemeinde käme für sie in Frage? Gibt es vielleicht einen Hauskreis, der diese Person aufnehmen und weiter begleiten könnte?

Wir versuchen also, dass sie geistig irgendwo ankommen. Manchmal begleiten wir sie ein oder zwei Jahre, bis wir wissen: Sie sind jetzt angekommen, haben ein geistliches Zuhause.

Wenn ihr die so lange begleitet, ist das dann immer in der Gruppe oder auch im One-on-One? Besucht ihr sie persönlich oder verbringt Zeit mit ihnen?

Beides. Wir hatten schon Gruppen, die wirklich lange liefen, weil wir merkten, dass manche Menschen einfach länger brauchen. Sie finden nicht so schnell Anschluss. Manchmal sind es einzelne Personen, die man privat immer wieder trifft oder mit denen man telefoniert.

Ich hatte zum Beispiel beim letzten Bibelkurs mit Frauen die Herausforderung, dass wir vier Frauen aus verschiedenen Städten hatten. Also alles ein bisschen weiter weg.

Entschuldigung, was heißt weiter weg? Sind das dann eine halbe Stunde Fahrt?

Genau, eine halbe Stunde, vierzig Minuten.

Woher kommen die denn, dass sie so weit fahren zum Bibelkurs?

Alles klar. Dann beten wir natürlich wieder. Und dann kam die wunderbare Idee von einer der Frauen: Was ist, wenn wir einen Buchclub gründen? Wir hatten ja schon uns als Frauen in der Gruppe, und der Kurs war zu Ende. Dann haben wir gesagt, wir lesen einfach gemeinsam ein Buch zu einem geistlichen Thema und treffen uns alle sechs Wochen. Dort tauschen wir uns über das Buch aus.

So bleiben wir geistlich die ganze Zeit beim Thema. Alle sechs Wochen gibt es persönlichen Austausch. Das ist total super. Mit diesen Frauen ist das so toll. Alle sechs Wochen kann man sich treffen und bleibt die ganze Zeit im Thema.

Wir haben eine WhatsApp-Gruppe, in der wir uns austauschen. Mittlerweile haben sie auch Beziehungen untereinander aufgebaut. Die Frauen waren schon ein bisschen älter. Wenn man älter ist, ist es natürlich schwieriger, neue Freundschaften und Beziehungen unter Christen, unter Geschwistern, aufzubauen. Das zu sehen, wie das dort wächst, wie sie sich unterstützen und füreinander beten, ist richtig schön.

Es gibt kein festes Programm, sondern wir bleiben im Gebet und schauen, wie der Herr das führt und welche Ideen er schenkt. Wir bleiben nah an ihm dran. Man ist halt abhängig von ihm. Wir können das nicht ohne ihn machen, das wissen wir.

Ja, das finde ich schön. Man merkt, ihr habt kein Schema, das ihr einfach abfahrt. Die Leute machen den Kurs, bekommen dann das nächste Heft, treffen sich fünfmal und dann ist fertig. Stattdessen schaut ihr wirklich in Abhängigkeit von Gott und im Gespräch, was hier für den Einzelnen passt und wie es weitergeht. So führt ihr schön in die Jüngerschaft hinein.

Das heißt also, die Leute kommen manchmal von weiter weg. Es ist nicht so, dass sie unbedingt immer in eure Gemeinde kommen. Ihr ladet auch nicht unbedingt dazu ein?

Wenn es sich ergibt, schon. Aber...

Genau. In den Bibelkursen reden wir gar nicht von Gemeinde, weil es darum gar nicht geht. Es geht um Gott und die Bibel. Sie sollen Gott kennenlernen. Danach, wenn jemand gläubig ist, kommen natürlich andere Fragen. Aber vorher nicht. Da geht es überhaupt nicht um Gemeinde.

Sonst machen wir es so: Wenn jemand aus einer anderen Gemeinde kommt oder jemanden von dort mitbringt, ermutigen wir natürlich: Geh mit deinem Bekannten dorthin. Das ist ganz natürlich, denn dort kennt man sich.

Der Christ, der den Bekannten mitbringt und in den Bibelkreis, die Bibelgruppe oder den Kurs führt, wird auch angeleitet, sich ein bisschen zurückzuhalten, damit er nicht dominiert.

Ja, das ist gut. Wenn das so ist, sagen wir schon, das kann die Atmosphäre sehr verschließen. Wenn jemand immer alles weiß.

Genau. Wenn man alles weiß und so tut, als wäre alles kein Problem und sofort alle Bibelstellen findet, kann das die anderen einschüchtern. Dann sagen wir: Nehmt euch zurück, es geht hier um Menschen, die Gott noch nicht kennen.

Ihr briefet die dann so vor?

Genau. Wir sagen: Bitte nicht spoilern. Die kommen ja mit Fragen. Wir erzählen das vorher. Haben wir schon fünf Schritte zurückgelegt? Ja, wir gehen chronologisch durch. Wir reden erst im Neuen Testament von Jesus Christus. Davor ist er einfach der angekündigte Retter. Dann schauen wir, wer das sein wird.

Betet ihr in dieser Gruppe auch?

Nein, eigentlich nicht. Am Ende, beim letzten Mal, immer.

Ganz am Ende gibt es Fragen, und dann hat eigentlich noch nie jemand etwas dagegen gehabt. Am Anfang wollen wir das den Leuten nicht überstülpen, weil man nicht weiß, wie sie sind. Manche haben sich vielleicht gerade überwunden, überhaupt nur hinzugehen. Wenn dann noch gebetet wird, kann das abschrecken.

Genau, deswegen machen wir es so. Wir versuchen, eine schöne Atmosphäre zu schaffen. Es gibt Kaffee, Tee, Backkekse oder Ähnliches, damit sich die Leute wohlfühlen und einfach sein können.

Ja, genau. Ich erinnere mich an eine Frau, die irgendwann fragte, als wir die ganzen Tieropfer im Alten Testament durchgegangen sind: „Also ihr macht das sonntags auch mit dem Tieropfer? Ihr opfert dann erst mal ein Tier?“

Das ist gewaltig, wenn man darüber nachdenkt. Wir sind in Deutschland, und die Leute haben keine Ahnung.

Ich habe mich gefreut, weil ich merkte, dass sie verstanden hat: Es braucht ein Opfer. Und konsequenterweise, wenn wir uns sonntags treffen, müssen wir auch irgendwie ein Opfer bringen. Das war eine ehrliche Frage von ihr.

Und da willst du ihr jetzt aber nicht vorgreifen?

Nein, ich habe gefragt, ob sie sich noch zwei, drei Wochen gedulden kann. Natürlich, wenn man dann zum Opfer von Jesus kommt, schlägt das total ein. Dann versteht sie es richtig.

Das war eine deutsche Frau. Die haben gar keine Ahnung mehr. Das ist unglaublich.

Krass. Aber dass sie das so lange ausgehalten hat, jeden Sonntag die Tieropfergeschichte zu hören.

Und dass du das so lange ausgehalten hast. Ich weiß nicht, ob ich das geschafft hätte, nicht aufzuklären.

Wartet ab, wir versuchen das ja. Wenn jemand Fragen hat, kann man auch persönlich reden. Wir versuchen, das Schritt für Schritt durchzugehen.

Wenn wir im Alten Testament zu den Geboten kommen, lassen wir sie so stehen. Wir sagen, das war das, was Gott erst mal dem Volk Israel gesagt hat. Wir gehen nur die zehn Gebote durch, nicht alle anderen.

Genau. Wir sagen, das ist der Kern, die Messlatte von Gott, sein Anspruch. So ist er, so bedeutet Heiligkeit. Das steht erst mal im Raum.

Nicht nur durch Taten, sondern auch die Gedankenwelt zählt. Wir sagen: So ist Gott. Wer ihm auf Augenhöhe begegnen will, muss so sein. Er darf kein einziges Mal in seinem Leben etwas übertreten haben. Sonst ist es vorbei.

Das sitzt. Dann merkt man, dass das erst mal wirken muss. Ein Mensch muss erst mal hinkommen und sagen: Wenn das alles stimmt, habe ich keine Chance, diesem Gott aus eigener Kraft zu begegnen. Der Zug ist abgefahren, das klappt nicht.

Dann kann ein Blick geöffnet werden: Wenn das wirklich so ist, was gibt es für einen Ausweg? Wo ist die Hilfe?

Dann kommt direkt danach die Stiftshütte. Gott hat die Möglichkeit geschaffen, sich mit einem Opfer ihm wieder zu nähern. Das deutet alles auf den Herrn hin.

So merken wir, dass es Sinn macht, dass Gott uns sein Wort in dieser Reihenfolge offenbart hat.

Das ist ganz witzig. Manchmal ist es eine schöne Lektion, die zehn Gebote. Dann wird es persönlich. Auf einmal merken sie, dass sie betroffen sind.

Je nachdem, wie die Gruppe ist – manche sind nicht so einsichtig – geben wir Hausaufgaben. Sie sollen versuchen, bis zum nächsten Kurs alle Gebote zu halten.

Das ist toll, wenn sie zurückkommen. Ich erinnere mich an eine Frau, die sagte: „Ich habe im Treppenhaus schon das erste Gebot übertreten, ich ging nur aus der Tür.“ Das ist super.

Sie erkennen selbst: Ich kann vor Gott nicht bestehen, so wie ich bin. Sehr eindrücklich.

Jetzt sind wir wieder einen Schritt zurückgegangen, aber das ist alles gut.

Eigene Erfahrungen mit Jüngerschaft und Begleitung

Jüngerschaft, ihr seid selbst erst Mitte zwanzig zum Glauben gekommen. Wie habt ihr das erlebt, dieses Weitergehen, nachdem ihr zum Glauben gekommen seid?

Agatha, kannst du etwas dazu sagen?

Ich fand es toll, dass wir wirklich zwei Ehepaare hatten, die sich sehr um uns gekümmert haben. Zwei Ehepaare in unserem Alter damals, die uns einfach in ihr Leben mit hineingenommen haben. Das war ganz wichtig. Damals war uns das gar nicht bewusst, aber es hat uns sehr geprägt. Sie haben wirklich viel in uns hineingelegt.

Wir hatten von Anfang an den Wunsch, das Evangelium weiterzusagen, aufgrund unserer eigenen Geschichte. Wir fanden es unfassbar, dass wir es so lange nicht gehört hatten. Gott hat es irgendwie in unser Herz gelegt, dass wir uns da verantwortlich fühlten. Deshalb haben wir natürlich nach Wegen und Möglichkeiten gesucht.

Ich habe viele Vorträge gehört, also ich zumindest. Das war gerade die Zeit, als man Predigten und christliche Vorträge im Internet herunterladen konnte. Ich habe das verschlungen und so Menschen kennengelernt, die ich teilweise nie persönlich gesehen habe. Aber sie haben mir auf diesem Weg so viel beigebracht – ganz praktisch. Das waren Missionare, Bibellehrer oder andere Christen.

Ich habe das irgendwie gefunden, auf Empfehlung oder selbst, ich weiß nicht mehr genau wie.

Das erste halbe Jahr waren wir komplett in der Gemeinde. Wir waren beide zum Glauben gekommen und erst mal nur zu zweit. Irgendwann haben wir uns gefragt: Wo gibt es noch mehr? Sind wir die einzigen? Ja, wirklich.

Auf jeden Fall haben wir dann gebetet. Irgendwo stand, glaube ich, in einem Buch, dass es gut ist, sich einer christlichen Gemeinschaft anzuschließen. Wenn man keine kennt, kann man Gott darum bitten. Das haben wir gemacht.

Dann hatte Agatha irgendwann Herzrhythmusstörungen und Probleme. Sie war bei ihrer Hausärztin, die ein EKG machte. Die Ärztin sagte: „Das sind so hohe Werte, Sie können jetzt jede Sekunde tot umkippen. Sie müssen sofort ins Krankenhaus.“

Im Krankenwagen war ein junger Sanitäter. Er wollte mich ein bisschen herausfordern und fragte: „Und, hast du jetzt richtig Schiss?“ Ich dachte, das ist ja ziemlich frech, was er da fragt. Dann habe ich gesagt: „Nein, ich vertraue Gott.“

Da war er erst mal überrascht. Er dachte, ich wäre nicht gläubig. Dann sagte er: „Das ist ja super, du vertraust Gott. Ich bin auch gläubig.“ Ich fragte: „So richtig gläubig?“ Er antwortete: „Ja, richtig gläubig.“

Er sagte, er kenne noch mehr, die gläubig sind. Ich fragte: „Wo sind die denn alle?“ Dann ist er mit mir in die Notaufnahme gegangen. Gott hat manchmal auch Humor, wirklich.

Er hat seine Handynummer aufgeschrieben und gesagt: „Wenn du wieder raus bist, ruf mich an.“

Die Ärzte konnten sich das nicht erklären. Ich wurde überwacht und lag zwei Tage dort. Sie sagten, das EKG-Gerät bei der Ärztin muss irgendwie nicht richtig gewesen sein. Danach hatte ich wieder Herzprobleme.

Der Sanitäter hat uns dann in die Gemeinde geführt. Damals kannten wir Gott ja noch gar nicht. Wir waren ein bisschen skeptisch und dachten, das sei vielleicht so eine Anmache. Wir haben gar nicht gesehen, dass das die Antwort auf unser Gebet war. Aber so war es dann letztendlich.

So sind wir in gläubige Kreise und in die Gemeinde gekommen. Das war das Ehepaar, das sich im Nachhinein sehr um uns gekümmert hat – der Sanitäter und seine Ehefrau.

Ach, schön.

Ja, mit dem Krankenwagen in die Gemeinde. Tolle Geschichte!

Herausforderungen in der Jüngerschaft und Begleitung

Ja, was erlebt ihr, wenn ihr Menschen weiterführen wollt? Was sind die größten, vielleicht die zwei oder drei größten Herausforderungen in der Jüngerschaft, die immer wieder auftauchen?

Tatsächlich ist es oft so, dass alle die Botschaft gehört haben. Manche treffen die Entscheidung für den Herrn, und man merkt, wie Gott immer mehr Raum in ihnen gewinnt. Aber dann gibt es welche, die machen den Kurs zwei- oder dreimal. Sie bekommen diesen Durchbruch einfach nicht. Manche wollen es immer wieder hören, aber der Durchbruch bleibt aus.

Das ist eine Herausforderung, bei der wir uns dann fragen: Herr, was liegt an uns? Was können wir im Gebet tun? Wie sollen wir vorgehen? Es ist ja immer eine ganz persönliche Sache zwischen dem Menschen und Gott. Da kann man nicht dazwischenfunken. Man würde gerne einen Knopf drücken oder die Leute irgendwie über eine Linie ziehen, aber das geht nicht. Manchmal kann man eine Frage stellen, so wie du es vielleicht im Krankenwagen erlebt hast. Aber letztlich muss Gott wirken. Menschen kann man nicht bekehren. Das geht nicht, das macht er.

Das nimmt dem Vortragenden auch die Last. Man muss sich das nicht aufladen. Ich kann niemanden bekehren oder gläubig machen. Das ist auch befreiend. Ganz genau. Unsere Aufgabe ist es, das Wort weiterzugeben und für die Menschen zu beten, für sie einzustehen und zu flehen: Herr, du musst wirken.

Das ist jetzt eigentlich noch davor. Jetzt ist jemand zum Glauben gekommen und geht die ersten Schritte. Gibt es da Herausforderungen, die immer wieder auftauchen, die ein Muster haben, die gleich sind? Oder ist das sehr unterschiedlich?

Ich würde eher sagen, es ist unterschiedlich. Jeder hat eine ganz eigene Geschichte mit Vergangenheit, Sünden, in denen er steckt, aus denen es schwierig ist, loszukommen. Beziehungen, die schwierig sind und vor Gott geklärt werden müssen – das ist ganz unterschiedlich.

Manche haben Schwierigkeiten, sich wirklich einem Gemeindeleben anzuschließen, gerade wenn sie das noch nie irgendwo erlebt oder gekannt haben. Manche haben mit der Taufe Schwierigkeiten: Soll ich das machen oder nicht? Ich bin doch schon getauft worden. Wie ist das, wenn ich als Katholikin jetzt nochmal getauft werde? Was sagt meine Familie? Was sagen die anderen?

Da merkt man, jeder hat Kämpfe an ganz unterschiedlichen Stellen. Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie konsequent er dem Herrn nachfolgen will, wo er Abstriche macht und wo nicht. Manche fallen wahrscheinlich auch zurück. Das kommt ja auch vor. Da merkt man, da ging etwas auf, aber dann kommen der Betrug des Reichtums und die Sorgen des Lebens – um mit den Worten aus dem Gleichnis des Herrn zu sprechen – und das nimmt alles weg. Dann ist nichts mehr da.

Ganz genau, das ist ganz unterschiedlich. Aber es ist natürlich immer wieder eine Freude zu sehen, wie es wird. Und dann sieht man Menschen, bei denen es so vielfältige Frucht gibt – das ist einfach nur eine Freude.

Manche müssen durch wirklich schwere Situationen gehen, aber sie halten fest an Gott. Obwohl sie ohne ihn viele Probleme hätten und sich von ihm abwenden könnten, merkt man, dass das echter Glaube ist. Das ist schön.

Wir hatten zum Beispiel einen Mann aus einem islamischen Hintergrund, der seine Arbeit verloren hat, weil er von Jesus erzählte. Er ist aber den Weg ganz gerade mit dem Herrn gegangen. Der Herr hat ihn neu versorgt. Es ist natürlich eine riesige Freude zu sehen, wenn jemand so konsequent den Weg geht, ihn verstanden hat und der Herr so lebendig in ihm ist.

Das ist schön.

Jüngerschaft als Gemeindearbeit und Loslassen

Jüngerschaft – ist es die Aufgabe von Einzelnen? Wie erlebt ihr das? Bezieht ihr die ganze Gemeinde mit ein und sagt dann: „Der ist eigentlich im gleichen Alter“ oder „Der könnte sich mal um den kümmern“ und macht die beiden miteinander bekannt? Ist das ein Gemeindeding oder macht ihr das alles alleine?

Alleine geht gar nichts. Es braucht den ganzen Leib, definitiv. Nein, das kann man auch nicht alles alleine bewerkstelligen, vor allem nicht als Vollzeitler. Genau, Kurse können wir zwar anbieten, so etwas kann man machen. Aber es geht ja darum, dass Leute Beziehungen brauchen, sehen müssen, was passiert, und dann bekommen sie bei jemandem Anschluss und leben das miteinander. Meistens ist es einfach nur das Leben – Leute mit ins Leben nehmen.

Das ist immer unterschiedlich. Natürlich haben wir jetzt auch einige, die mittlerweile zu unseren engen Freunden geworden sind. Das sind Menschen, die im Bibelkurs zum Glauben gekommen sind. Aber das sind dann solche natürlichen Entwicklungen, die man nicht so planen kann. Mittlerweile ist es so, dass sie uns durchbeten und durchtragen, wenn wir durch Krisen gehen. Das ist so schön – dieses Miteinander.

Aber wir wollen oder müssen auch aufpassen, dass man die Menschen nicht an sich bindet. Sie müssen an den Herrn gebunden sein und irgendwann auch lernen, bei Schwierigkeiten zu ihm zu gehen und diese mit ihm durchzustehen – nicht zu deinem Mentor. Solche Erwartungen können wir gar nicht erfüllen, da sind wir nicht die Richtigen.

Gerade wenn es in die Seelsorge geht, ist es total wichtig, Menschen nicht an sich zu binden. Vielmehr wollen wir mit dem Herrn zusammen sagen und anleiten, wie man das macht – zum Beispiel: „Bete doch mal dafür.“ Genau, das ist ganz, ganz wichtig, dass irgendwann dieser Punkt kommt, an dem sie merken: „Der Herr und ich.“ Den Absprung muss man schaffen.

Es ist wie bei einem Säugling: Du kannst die erste Versorgung übernehmen, Nahrung geben und so weiter. Aber irgendwann muss er auch die ersten Schritte selbst gehen. Es ist eine lebendige Beziehung zum Herrn, bei der man sich auch in einer gewissen Abhängigkeit von ihm entlässt und die Person nicht an sich bindet.

Ihr habt das noch nicht hinter euch, dass ihr eure Teenager so groß habt, oder? Ich habe vier Kinder, die Jüngste ist jetzt 19, und sie nabeln sich alle langsam ab. Es ist herausfordernd. Die ersten beiden haben auch eine Beziehung und sind sehr dankbar, dass alle vier im Glauben sind. Aber ich erlebe das auch so: Es ist ein Prozess. Ich bin jetzt nicht mehr der direkte erste Ansprechpartner. Aber es ist eine geistliche Beziehung, und dann muss man auch loslassen können, ohne zu klammern.

Auch als erfahrener Christ loszulassen und zu sagen: „Das hat mich ganz ehrlich oft herausgefordert, weil ich gerne helfen würde, aber ich muss diesen Schritt machen.“ Ich kann es mal sagen, aber ich kann es nicht bewirken in der Person. Die muss es selbst erkennen. Gott muss es im Herzen wirken, selbst wenn jemand schon im Glauben unterwegs ist. Du kannst das Leben nicht für die Leute leben.

Ganz genau. Und das ist auch eine Sache, die wir immer wieder merken in dieser ganzen Arbeit: Wir können das nicht tun. Er tut das. Wir sind abhängig von ihm, wir sind seine Diener, und wir haben es nicht in der Hand. Wir schauen einfach, wo er wirken möchte, wo wir etwas tun sollen, und das wollen wir machen. Aber es ist nicht so, dass wir die super Ideen hätten.

Das ist ja auch gerade das Schöne. Für mich war das mal sehr herausfordernd: Es war eine Frau, die ihren Mann gerade frisch verloren hat. Noch keine fünfzig, allein mit vier Kindern zurückgeblieben. Sie hatte sich vor dem Tod ihres Mannes für einen Bibelkurs angemeldet. Dann wurde er krank und starb, und sie konnte nicht kommen. Danach fragte sie, ob es möglich wäre, dass ich zu ihr komme.

So kam ich zu ihr nach Hause. Sie saß mit ihren zwei älteren Töchtern am Tisch. Das war für mich eine absolute Herausforderung. Ich sagte: „Herr, ich bin dem hier nicht gewachsen.“ Wie soll ich ihnen jetzt von dir, von diesem großen mächtigen Gott erzählen, die hier so frisch ihren Vater und Mann verloren haben? Ich hatte wirklich Angst davor.

Irgendwie merkte ich, wie der Herr mir sagte: „Setz dich einfach hin und schau, was ich machen werde.“ Ich bin mit ihnen den Bibelkurs durchgegangen, und es war so toll zu sehen, wie viel Trost sie bekommen haben, wie viel Hoffnung. Es war genau das Richtige für sie, in dieser Trauerphase Gott kennenzulernen.

Ich wäre alleine nie auf die Idee gekommen, das so zu machen. Hinterher kann man nur staunen und sagen: „Herr, du bist so groß. Es ist unglaublich, was du tust.“ Das ist das Schöne, dass wir am Ende immer wieder ihn sehen und preisen können. Das hält uns immer frisch an ihm.

Danke, dass du das so teilst. Wie muss ich mir das vorstellen: Du hast gesagt, der Herr hat dir das gesagt. War das eine hörbare Stimme? Hast du einen Eindruck bekommen oder kam es in deinen Kopf?

Nein, eine Stimme habe ich noch nie gehört. Das sind ganz klare Gedanken, wenn ich mit dem Herrn im Gespräch bin. Dann merke ich, dass das nicht von mir kommt, sondern dass ich das jetzt machen soll – genau da.

Zusammenarbeit als Ehepaar im Dienst

Dann bist du mit ihm das Programm durchgegangen, aber nicht an dem einen. Niedern dann auch 14, 15 Wochen einmal die Woche immer hingefahren.

Ja, genau, das war ja etwas ganz Besonderes. Wie macht ihr das als Ehepaar? Man hat so ein Programm, ihr habt dann verschiedene Kurse und so. Da kommt ja sowas, man muss sich ja irgendwie absprechen. Jetzt habe ich den Eindruck, der Herr hat mich da hingeführt. Wie macht ihr das dann?

Also, das finde ich... Das frage ich jetzt auch persönlich, weil ich es total spannend finde. Ich erlebe es auch mit meiner Frau. Wir haben das zeitweise als Ehepaar zusammen gemacht, aber ich treffe mich auch mit Einzelnen, sie auch schon mal mit Einzelnen. Wie kriegt man das zusammen, dass man da an einem Strang zieht und gemeinsam unterwegs ist, obwohl jeder auch sein Ding macht in dem Sinne? Wie macht ihr das, wie klärt ihr das, habt ihr da eine Einmütigkeit? Eigentlich schon, oder?

Der letzte Bibelkurs von mir mit den Frauen hat ein bisschen kollidiert mit deinem Termin. Das war das erste Mal, wo wir merkten, okay, das ist jetzt herausfordernd. Das müssen wir das nächste Mal besser absprechen. Aber bis dahin hat das irgendwie immer ganz gut geklappt.

Genau, wir wissen ja, welche Abende frei sind, und dann besprechen wir die Dinge auch immer wieder. Wir versuchen, die Kurse so zu legen, dass sie nicht in irgendeine Ferienzeit fallen. Nach Möglichkeit soll es nicht so eine lange Unterbrechung geben, gerade im Sommer. Viele können dann nicht, und dann muss man es einige Wochen ausfallen lassen.

Wir versuchen dann, irgendwo einen Start zu finden. Dann wissen wir, welche Tage frei sind, und sprechen das ab. Da könnte wieder einer starten oder da. Und dann lade ich dazu ein. Es ist nicht so, dass ihr da zehn Leute habt, die interessiert sind, und dann guckt ihr, welcher Termin euch denn am besten passt, sondern ihr sagt, das ist jetzt immer montagsabends. Und dann guckt ihr, wie viele können.

Genau, meistens schon so. Oft ist es so, dass wir dann hören, dass Leute anfragen, wann wieder so ein neuer Kurs anfängt, wann der startet. Und wenn wir merken, da sind so zwei, drei Interessenten, dann wissen wir, okay, da bahnt sich wieder was an. Dann machen wir die nächsten Schritte.

Aber meine Frage war, legt ihr den Termin fest und die Leute müssen sich danach richten, oder richtet ihr euch nach den Leuten so?

Wir haben ja ein paar Abende dann immer zur Verfügung, und dann schauen wir schon, wo die meisten können. So habe ich das letztes Mal auch gemacht. Genau, da war eine Gruppe an Frauen, und dann haben sie abgestimmt. Die meisten konnten halt am Dienstag, und dann war klar, daran soll es ja nicht scheitern. Da, wo wir flexibel sein können, machen wir es immer den Leuten recht.

Familie und Mission – Integration der Kinder

Bevor wir zum Schluss kommen, möchte ich noch etwas Persönliches ansprechen, das mich interessiert. Ihr habt zwei Jungs zu Hause. Wie lebt ihr Erfindation, Jüngerschaft und Mission in eurem Familienleben? Wie nehmt ihr die Kinder mit hinein, zum Beispiel in eure Erziehung? Es ist ja mehr als nur ein Job, den man von neun bis sechzehn Uhr macht. Es ist eher eine Lebenseinstellung.

Als wir zum Glauben gekommen sind, hat Gott uns diese Last und Liebe für die Menschen aufs Herz gelegt, die ihn noch nicht kennen. Das ist für uns ganz normal geworden. Wenn wir neue Leute kennenlernen, beginnen wir sofort, für sie zu beten. Das ist ein fester Bestandteil unseres Lebens. Unsere Jungs bekommen das natürlich auch mit.

Wir versuchen nicht, sie in eine bestimmte Richtung zu erziehen, sondern leben es einfach vor. In den letzten Jahren waren die Jungs immer dabei, wenn wir Treffen mit unserem internationalen Team hatten. Das fanden wir sehr wertvoll. Sie kennen das Team gut und sind praktisch mit ihm groß geworden.

Mittlerweile hat unser Ältester eine Jüngerschaftsbeziehung zu einem unserer Mitarbeiter aufgebaut. Das finden wir fantastisch, weil es sehr wertvoll für ihn ist. Diese Beziehung hat sich ganz natürlich entwickelt.

Wir bringen all diese Anliegen mit nach Hause. Auch wenn wir im Bibelkurs bemerken, dass manche Personen kurz vor einem Durchbruch stehen, beten wir gemeinsam mit den Kindern dafür, dass sie zum Glauben kommen. Unsere Kinder bekommen also mit, was uns beschäftigt.

Abschlussfragen und Empfehlungen

Ja, gleich kommen noch drei Abschlussfragen, die ich für euch habe. Diese hatte ich euch auch schon vorab geschickt.

Vorher noch ein schneller Tipp an euch, die ihr bis jetzt zuhört: Holt euch den Heuckelbach-Newsletter, falls ihr ihn noch nicht habt. Den könnt ihr personalisieren, sodass ihr nur das bekommt, was zu eurer Alltagsmission passt. Das ist direkt auf heuckelbach.org möglich.

Wir kommen jetzt zu den letzten drei Fragen.

Welches Buch könnt ihr empfehlen? Vielleicht habt ihr ja ein Buch, ich weiß es nicht, ihr habt euch vorher Gedanken gemacht. Johannes, magst du anfangen?

Also, mit dem Buch empfehlen hatte ich Schwierigkeiten. Natürlich will ich die Bibel empfehlen. Ansonsten lese ich hauptsächlich Biografien, besonders Missionsbiografien. Generell kann ich da immer etwas mitnehmen. Aber ich kann jetzt kein konkretes Buch empfehlen.

Gibt es denn eine Missionsbiografie, die dich besonders geprägt hat, ein Vorbild auch in deinem Dienst?

Ich denke schon, von jedem etwas. Zum Beispiel Georg Müller. Sein Gebetsleben, dieser Glaube – überall gibt es etwas, wovon man lernen kann. Ich versuche, irgendetwas mitzunehmen für mein Leben.

Kommst du denn noch zum Lesen?

Ich versuche es, aber eher wenig. Das meiste lese ich in der Bibel. Zu Weihnachten wünsche ich mir wieder eine Biografie, und dann schaue ich, wann ich sie lesen kann.

Welches Buch hast du von Jim Berg?

„Gott ist mehr als genug“ – ein super Buch, wirklich gut. Gerade was das Thema „Unglaublich“ betrifft, wie stark das in uns verankert ist. Das hat mir noch einmal ganz neu die Augen geöffnet. Wirklich wertvoll.

Was ist eure größte Herausforderung beim Thema Evangelisation beziehungsweise Jüngerschaft, Agatha?

Wir dürfen ja so vielen Menschen das Evangelium weitersagen. Ich bin die einzige Gläubige in meiner Verwandtschaft seit zwanzig Jahren. Das ist natürlich eine Herausforderung, das in der Familie vorzuleben, ohne darüber sprechen zu können. Das ist persönlich definitiv herausfordernd für mich.

Hast du viel mit deiner Familie zu tun oder seht ihr euch selten?

Doch schon, ja.

Ja, das kann ich mir vorstellen. Bei dir?

Ich glaube, es ist die Sache, Menschen mit gewissen Wahrheiten zu konfrontieren. Das ist ja manchmal angebracht oder nötig. Das fällt mir immer schwer. Im Bibelkurs ist das noch viel einfacher, da sind Menschen, die sowieso offen sind, eine Grundoffenheit ist da. Da geht das leichter. Aber jetzt in einem Zweiergespräch mit jemandem, den man irgendwo trifft, diese Wahrheiten zu sagen und dazu zu stehen – das ist für mich immer wieder eine Herausforderung.

Warum ist das eine Herausforderung? Muss ich einfach mal nachfragen. Denkst du, was der andere jetzt denkt, oder willst du keinen Stress?

Ich kann es dir gar nicht sagen. Wahrscheinlich bin ich von Grund auf eher ein harmoniebedürftiger Mensch. Ich fühle das einfach so. Das ist immer wieder eine Herausforderung, aber es muss sein. Ich muss lernen, es zu tun – und zwar in einer Art und Weise, die klar, aber liebevoll ist.

Genau, schön, danke.

Welchen Tipp habt ihr für unsere Hörer, den sie gleich diese Woche umsetzen können? Hast du einen?

Ja, einfach mal den Herrn fragen: „Herr, wen hast du hier in meinem Umfeld? Für wen soll ich beten? Wo bist du am Wirken? Lass mich daran teilhaben.“ Ich bin gewiss, dass Gott für jeden Menschen etwas hat und uns genau dazu berufen hat.

Ja, Johannes?

Also, wenn jemand Interesse an solchen chronologischen Bibelkursen hat, würde ich empfehlen: Such dir mal so ein chronologisches Material heraus und schau es dir an. Lies es einfach mal durch, es dauert nicht lange. Dann sieh, ob das ein Weg für dich sein könnte.

Vielen Dank. Wir verlinken euch auf jeden Fall in den Shownotes das Buch und auch die Kurse, die wir erwähnt haben. Wenn ihr noch etwas habt, das wir aufnehmen sollten, packen wir das auch in die Infos oder in den Newsletter.

Ja, Agatha, Johannes, vielen herzlichen Dank für eure Offenheit. Es war wirklich sehr interessant, euch kennenzulernen, eure Arbeit und euren Dienst. Auch zu merken, dass ihr ein Anliegen für die Menschen habt, dass ihr sehr für sie betet und diese Schritte geht.

Interessant finde ich dieses Buch. Ich kenne es, habe es schon lange im Regal stehen, aber ehrlich gesagt noch nie ausprobiert. Ich werde es mir jetzt noch einmal anschauen.

Bei uns gibt es auch wieder so ein Interesse: Zehn junge Menschen, die Interesse haben, in der Bibel zu lesen. Das sind Kollegen von meiner Tochter und deren Freundin. Vielleicht ist das etwas. Ich weiß es nicht, ich schaue es mir mal an. Aber ich fand es sehr anregend.

Und euch vielen Dank für eure Zeit, die ihr euch genommen habt. Und euch, liebe Hörer, danke fürs Zuhören und Zuschauen. Wenn euch die Folge inspiriert hat, teilt sie gerne mit jemandem, der sie auch unbedingt hören sollte.

Vergesst nicht, den Podcast zu abonnieren, damit ihr keine Folge mehr verpasst. Ich sage mal bis zum nächsten Mal. Und vergesst nicht: Als Alltagsmissionare sind wir nicht alleine unterwegs, sondern gemeinsam.

Stiftung Missionswerk Werner Heukelbach

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