Einführung in eine schwierige Frage des Glaubens
Why not Glaubensfragen ist der YouTube-Kanal des Why Not Teams. Knifflige Fragen werden dort einfach erklärt, dialogisch und durchdacht.
Hallo Mia, schön, dich an der Bushaltestelle zu treffen. Hast du schon gehört, was heute passiert ist?
Ah, du meinst die Sache im Rallyeunterricht? Ja, genau die. Wir hatten da diesen Austauschschüler aus Norwegen dabei, und plötzlich fing er an, sich über den Unterricht lustig zu machen.
Also, vielleicht nicht richtig lustig, aber es war schon irgendwie komisch.
Ich habe davon gehört, weil Lotte erzählt hat. Aber was war denn jetzt eigentlich der Grund dafür, dass es bei euch so hoch herging?
Konfrontation mit Zweifeln am Glauben
Also, das war so: Frau Berger wollte gerade mit uns darüber sprechen, woran die Mitglieder der Bahaireligion glauben. Da meldete sich ein anderer zu Wort und erklärte ihr, dass er den Glauben an einen guten Gott für ziemlichen Quatsch hält.
Hat Frau Berger das einfach so hingenommen? Ja, am Anfang blieb sie ganz ruhig. Sie fragte erst einmal nach, warum er das so denkt.
Und wie lautete seine Antwort? Seine Antwort war ziemlich direkt. Er meinte, Christen behaupteten immer, dass Gott gut sei. Aber wenn er im Geschichtsunterricht sitzt, habe er den Eindruck, dass jedes Jahrhundert nur aus Kriegen bestehe.
Naja, das stimmt ja irgendwie auch.
Außerdem behauptet UNICEF, dass alle zehn Sekunden ein Kind an Hunger stirbt.
Wenn das stimmt, wie kann Gott dann gut sein?
Er führte seine Beispiele weiter an. Am Ende sprach er vom Holocaust, dem Tsunami im Jahr 2004 und einem kleinen fünfjährigen Jungen, der in ein Bohrloch gefallen war und erst nach vier Tagen tot geborgen werden konnte.
Die Herausforderung für den Glauben
Das sind wirklich heftige Punkte. Ja, das fand ich auch.
Was hat Frau Berger gesagt? Sie hat zuerst zugehört. Dann habe ich gemerkt, dass sie nicht so recht wusste, was sie sagen sollte.
Klar. Eigentlich fand ich das irgendwie komisch. Ich meine, sie müsste doch wissen, was man in so einem Fall sagt.
Stimmt. Hatte sie denn keine Antwort? Doch, sie hat schon etwas gesagt. Aber ich habe gemerkt, dass sie eigentlich keine wirkliche Antwort hatte.
Persönliche Erfahrungen mit dem Leid und Glauben
Weißt du was? Ich habe mich das auch schon öfter gefragt: Wie kann es sein, dass Gott gut ist und gleichzeitig so viele seltsame, schlimme und böse Dinge auf der Erde passieren?
Ich erinnere mich gut an einen Geburtstag meiner Mutter. Ihr Bruder, also mein Onkel, war zu Besuch. Er hat mit Glauben gar nichts am Hut. Als meine Mutter ihn ganz lieb zum Gottesdienst einladen wollte, meinte er nur: „Wenn Gott so viel Leid zulässt, dann will ich mit diesem Gott nichts zu tun haben.“
Warte mal, verstehe ich das richtig? Leute glauben nicht an Gott, weil so viele schlimme Dinge passieren? Ja, ich denke schon.
Aber das ergibt doch überhaupt keinen Sinn. Was genau meinst du?
Na ja, es ergibt keinen Sinn, nicht an Gott zu glauben, nur weil es Leid gibt. Bitte verstehe mich jetzt nicht falsch, ja? Ich will Leid überhaupt nicht verharmlosen. Wenn ein Kind stirbt, ist das natürlich super schlimm. Und Krieg ist furchtbar. Dasselbe gilt auch für Naturkatastrophen, oder?
Ja, und wenn sich zum Beispiel Eltern scheiden lassen.
Boah, das tut mir echt immer noch so leid. Du warst damals noch gar nicht in der Jugendgruppe, oder?
Genau. Für mich war die Trennung meiner Eltern so ein Moment, in dem ich erst einmal in ein tiefes Loch gefallen bin. Danach habe ich mir die Frage gestellt, ob das, wofür meine Eltern leben, alles im Leben sein soll.
Mich hat das Leid also nicht von Gott weggetrieben, sondern mir wurde plötzlich klar, dass es irgendwie mehr geben muss als Saxophon spielen, rumdiskutieren, irgendwann studieren und cool sein.
Schon irgendwie komisch.
Verschiedene Formen von Leid und ihre Bedeutung
Ja, und ich habe mir damals viele Gedanken über Leid gemacht. Wir denken immer, dass Leid schlimm ist, aber in Wirklichkeit gibt es ganz unterschiedliche Formen von Leid.
Erinnerst du dich noch daran, wie du Fahrradfahren gelernt hast? Oh ja, ich sage nur: aufgeschürfte Knie! So ist das Leid – man lernt, indem man hinfällt. Die kaputten Knie gehören halt dazu.
Merkst du, was ich sagen will? Leid ist nicht nur schlimm. Wenn ein Kind geboren wird, ist das auch mit Schmerz verbunden.
Okay, okay, warte kurz, ich erinnere mich echt nicht an diesen gruseligen Film im Biounterricht. Aber der Punkt, auf den ich hinaus will, ist doch klar: Ein Kind wird geboren. Die Sache ist super schmerzhaft, aber am Ende liegt das Kind in den Armen der Mutter, und sie ist total glücklich.
Ich will nur sagen, dass es Leid gibt, das einfach dazugehört. Denk nur mal an die Zeit, die du mit dem Cello-Üben verbracht hast. Auch irgendwie Leid, aber halt nötig.
Okay, okay, also den Punkt habe ich verstanden: Leid hat eine gute Seite. Ja, vielleicht nicht immer, aber es gibt eben auch Beispiele dafür.
Das Leid-Argument gegen Gott und eine mögliche Antwort
Aber lass mich noch einmal etwas zum Argument sagen, dass Leid die Existenz Gottes ausschließt. Das Argument lautet doch so: Gott ist gut und will für die Menschen das Gute. Leid hingegen ist böse. Wenn es also Leid auf der Welt gibt, dann ist Gott entweder nicht gut, oder er will für den Menschen nicht das Gute, oder es gibt ihn einfach gar nicht.
Ich habe mich immer gefragt, warum niemand sieht, wie schräg diese Argumentation ist. Hier fehlt doch eine vierte Alternative. Ich bleibe dabei: Gott ist gut, er will auch für den Menschen das Gute, und Leid ist böse. Aber warum kann es nicht sein, dass Gott das Böse einsetzt, um das Gute zu schaffen?
Ein Beispiel aus dem Alltag: Leid als Mittel zum Guten
Boah, das finde ich ganz schön schwer zu glauben.
Also, eigentlich ist es gar nicht so schwer. Lass es mich noch einmal an einem Beispiel erklären.
Hast du schon einmal erlebt, dass dir jemand Leid zugefügt hat, obwohl er etwas Gutes wollte?
Also, da fällt mir gerade echt nichts ein. Mir schon. Mein Zahnarzt, Doktor Klaus!
Oh ja, das ist Leid, Loch für Loch!
Genau, ein Zahnarzt tut mir mit dem Bohrer weh, weil er weiß, dass der Schmerz nötig ist.
Stimmt, ja. Er bohrt halt nicht zum Spaß, also jedenfalls hoffe ich das.
Also ich auch.
Ja, aber merkst du, wie Leid plötzlich kein Argument mehr gegen Gott ist, wenn ich glaube, dass das Leid in der Welt von Gott benutzt wird, um Gutes zu schaffen?
Die Wirkung von Leid auf den Menschen und den Glauben
Und woran denkst du dabei?
Also, ich denke, bei mir war es so, dass Menschen durch Leid merken, dass ihr Leben in die falsche Richtung geht. Wenn alles in Ordnung ist, macht man sich doch keine Gedanken über Gott, ewiges Leben, die Hölle oder das Evangelium.
Erst wenn wir merken, dass irgendetwas nicht stimmt – und oft hat man nicht einmal Worte dafür – kommen wir an den Punkt, dass wir offen darüber nachdenken, ob es noch mehr geben könnte als Musik machen oder mit Freunden zusammen sein.
Und du denkst also, Gott ist wie ein Zahnarzt, der Leid benutzt, um Gutes zu bewirken?
Ja, genau so in die Richtung. Auf jeden Fall ist das eine Antwort auf die Frage, wie es sein kann, dass ich in einer Welt lebe, die ein guter Gott mit guten Absichten geschaffen hat, und trotzdem gibt es in ihr auch Leid.
Abschluss und Segenswünsche
Ja, stimmt. Hm, und mir ist da noch etwas aufgefallen: Ein kosmischer Zahnarzt – oh Mann, cooler Gedanke. Also, du bist schon schräg, Dennis.
Hey, da kommt unser Bus. Ah, das war's für heute.
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Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe seinen Frieden. Amen.
