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Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde

Was macht Gottes Wort im Herzen?
Johannes 3,1-3,1012.12.2015
Serie•Teil 4 / 7Regionalkonferenz Schweiz 2015
Was bedeutet eigentlich Wiedergeburt? Tauche mit in die Geschichte von Nikodemus ein, um zu verstehen was für ein wunderbarer Segen es ist, ein wiedergeborener Christ zu sein.

Einleitung und Hinführung zum Thema

Wem habe ich beschlagen? Es war eine erholsame Nacht in der Schweiz, in den Schweizer Bergen, gar nicht, gar nicht vor allem. Ich habe sie aber gesehen. Gestern hat mich der Erik hochgenommen auf diesen Berg von Schoner, und dann sah ich hinten am Horizont die schneebedeckten Alpen. Da habe ich ein Foto gemacht.
Ihr Lieben, heute Morgen geht es um das Thema. Ich habe geredet oder den Vortrag überschrieben mit den Worten: „Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde.“ Ich darf euch bitten, mit mir zusammen Johannes Kapitel 3 aufzuschlagen. Johannes 3,1-10, das ist der Text, der uns im Grunde zugrunde liegt.
Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern namens Nikodemus, ein Oberster der Juden. Der kam bei Nacht zu Jesus und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist; denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn, dass Gott mit ihm ist.
Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.
Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Er kann doch nicht zum zweiten Mal in den Schoß seiner Mutter eingehen und geboren werden.
Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen. Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden. Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.
Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie kann das geschehen? Jesus erwiderte und sprach zu ihm: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht?
Ich möchte noch einen zweiten Vers oder einen zweiten Abschnitt lesen, 1. Petrus 1,23, der den Bogen schlägt zu unserem Konferenzthema, das nämlich der Glaube aus der Predigt kommt, im Zusammenhang mit dem Thema der Wiedergeburt. 1. Petrus 1,23:
Denn ihr seid wiedergeboren, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, durch das lebendige Wort Gottes, das in Ewigkeit bleibt. Amen!

Die Notwendigkeit der neuen Geburt

Gestern Abend haben wir gehört, welcher Glaube es ist, der aus der Predigt kommt. Es ist ein übernatürlicher Glaube, der in den Menschen existiert, die von Neuem geboren sind. Ohne diese neue Geburt, von der Jesus hier zu Nikodemus spricht, kann es keinen Glauben im Menschen geben, der zum ewigen Leben führt.
Ich möchte anhand von drei Punkten diese Wiedergeburt etwas näher betrachten: Erstens, warum die Wiedergeburt? Zweitens, was ist die Wiedergeburt nicht? Und drittens, was ist die Wiedergeburt?
Jesus sagt zu Nikodemus in Vers 3: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von Neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. Der Mann, der zu Jesus kam, war Nikodemus, ein anerkannter theologischer Lehrer der damaligen Zeit. Aber die Lehre von der Wiedergeburt hat er trotz seines theologischen Wissens nicht verstanden.
Er fragte in Vers 4: Wie kann das sein? Soll ich als erwachsener Mensch zurück in den Leib meiner Mutter gehen, um wiedergeboren zu werden? Wie kann das geschehen? Jesus war, wir können sagen, traurig, er war besorgt, dass Nikodemus nicht verstand, worum es hierbei geht. Wenn er antwortet in Vers 10: Du bist der Lehrer Israels, und du weißt das nicht?, dann macht er deutlich, dass Nikodemus nicht nur ein Lehrer war, sondern der Lehrer.
Und ich befürchte, so sieht es heute auch aus in der Welt, in der wir leben. Wir haben große christliche Kirchen, aber wo in diesen Kirchen wird heute noch über das Thema der Wiedergeburt gesprochen? Kaum ein großer Kirchenführer, zumindest in Deutschland, sofern ich das beobachten kann, spricht über dieses Thema. Vielleicht wissen sie genauso wenig wie Nikodemus damals, etwas damit anzufangen. Dabei ist die neue Geburt der Schlüssel zur ewigen Seligkeit.
Ohne die neue Geburt wird niemand das Reich Gottes sehen, hat Jesus gesagt. Das ist der Kern, das Zentrum. Wer nicht von Neuem geboren wird, der wird das Reich Gottes nicht erleben. Wir können dieses wichtige Thema nicht vernachlässigen und unter den Tisch fallen lassen. Es ist keine Nebensache, sondern es ist zentral. Es ist zentral in deinem Leben, es ist zentral in meinem Leben, es ist zentral im Leben derer, mit denen wir es zu tun haben, denen wir predigen.
Und wenn Petrus sagt, dass wir wiedergeboren sind durch das lebendige Wort Gottes, dann heißt das, dass Gott sein Wort benutzt, lebendig gemacht durch den Heiligen Geist, um genau dieses Kernfächer anzusprechen, um diese Wiedergeburt in unseren Herzen zu erzeugen.
Warum ist es notwendig? Ja, weil es hier nicht um eine oberflächliche Kosmetik geht, die wir betreiben, ein bisschen Make-up aufs Gesicht, sondern hier geht es um das Zentrum unseres Seins. Es geht um Himmel und Hölle, es geht um die wichtigste Frage in unserem Leben.
Warum ist das Thema der neuen Geburt noch notwendig? Jesus sagt: Weil dieses Thema für jeden Menschen gilt. Er spricht nicht allein Nikodemus an und sagt: Nikodemus, du musst, sondern er sagt: Es sei denn, dass jemand von Neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. Das heißt, kein Mensch kann das Reich Gottes sehen, es sei denn, er ist von Neuem geboren. Das heißt auch: Du und ich, die Menschen, die Gott uns anvertraut hat, auch sie müssen von Neuem geboren werden.
Da kommt die Bedeutung und das Gewicht der Predigt, die durch den Heiligen Geist lebendig gemacht wird, ganz stark zum Tragen. Wir haben eine Botschaft, die Gott lebendig macht und genau diese neue Geburt bewirkt. Also, die neue Geburt ist notwendig.

Was die Wiedergeburt nicht ist

Zweitens: Was ist die neue Geburt nicht?
Nun, ich glaube, ich brauche es nicht zu erwähnen, aber der Vollständigkeit halber sei es doch gesagt: Die neue Geburt, von der Jesus spricht, ist keine Reinkarnation. Wie es fernöstliche Religionen lehren, sterben wir nicht und kommen dann noch einmal auf die Welt, das nächste Mal vielleicht, hoffentlich nicht als Regenwurm, der dann von einem Vogel gepickt wird. Dann wäre das Leben kurz. Das ist nicht das, wovon Jesus spricht.
Ich belehre nirgendwo, dass ein Mensch nach seinem Tod eine solche Wiedergeburt erlebt und als ein anderes Wesen, zum Beispiel als Tier, noch einmal auf die Welt kommt. Wenn die Bibel von Neugeburt, Wiedergeburt oder Neuschöpfung spricht, meint sie etwas völlig anderes. Im dritten Punkt kommen wir darauf, was es denn genau ist. Das sei schon einmal vorweg zur Klärung gesagt: Das ist nicht die Wiedergeburt als Reinkarnation.
Was ist die Wiedergeburt auch nicht? Die neue Geburt ist auch nicht der Glaube an übernatürliche Zeichen und Wunder, die wir Gott zuschreiben.
Dazu bekomme ich Vers 2: Es kam bei Nacht zu Jesus der Nikodemus. Und was sagt der Rabbi? Wir wissen, dass du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist. Warum? Denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn, dass Gott mit ihm ist.
Nikodemus sieht also die Wunderwirkungen, die Zeichen und Wunder, die Jesus tut. Und er sagt: Weil ich das sehe, glaube ich, dass du von Gott bist, und die Zeichen, die du tust, sind von Gott gewirkt.
Was antwortet Jesus? Sagt er: Oh Nikodemus, wenn doch bloß alle in Israel genau das erkennen würden, dann wären die Sachen alle klar? Sagt er das? Nein. Jesus sagt: Nikodemus, es sei denn, dass jemand von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.
Mit anderen Worten: Zeichen und Wunder zu sehen, von ihnen begeistert zu sein und sogar dem Wundervollbringer zuzuschreiben, dass das, was er tut, von Gott gewirkt ist, reicht nicht aus. Das ist keine neue Geburt.
Das ist eine der großen Gefahren von Zeichen und Wundern. Ich glaube, dass Gott Wunder wirkt. Wir brauchen kein neues Herz, um begeistert zu sein, wenn irgendwo ein Wunder geschieht. Der alte Mensch, das alte Herz, der sogar der Teufel weiß, dass Jesus der Sohn Gottes ist und Wunder wirken kann, wie Markus 1,24 zeigt.
Nikodemus, sagt Jesus, es genügt nicht, meine Wunder zu sehen und zu bestätigen, dass sie von Gott sind. Nikodemus, du musst von neuem geboren werden. Es muss etwas in deinem Herzen geschehen. Es muss ein übernatürliches Wunder in dir erlebt werden. Deswegen genügt es nicht, nach Zeichen und Wundern zu streben. Wir brauchen den Heiligen Geist, der das Wort Gottes in uns lebendig macht, und dann erfolgt die Wiedergeburt.

Religion, Moral und äußere Leistung reichen nicht aus

Was ist die Wiedergeburt auch nicht? Die Wiedergeburt ist auch nicht das Anliegen einer neuen Religion. Wir bekommen in der Wiedergeburt neues Leben, aber keine neue Religion. Das macht auch der Text deutlich.
Johannes liegt sehr viel daran, dass wir verstehen, wer Nikodemus ist. Deshalb gibt er uns diese einleitenden Worte: Es war ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, einer von den Oberen der Juden. Jesus selbst sagt: Du bist der Lehrer Israels. Johannes macht deutlich, dass Nikodemus als Pharisäer, also als Angehöriger der strengsten und rigorosesten religiösen Gruppe, durch seine Religion nicht den Stand erreicht hat, der vor Gott gilt.
Jesus sagt zu ihm: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. Und er erinnert ihn persönlich daran: Wundere dich nicht, auch du, wundere dich nicht, ihr müsst von neuem geboren werden. Er unterstreicht es noch einmal. Das heißt: Die Religion, die Studien, die Disziplin und das Halten des Gesetzes des Nikodemus können die neue Geburt nicht ersetzen.
Ich glaube, auch in diesem Punkt besteht Einigkeit, dass diese Thematik heute genauso aktuell ist wie damals. Denn wie viele Menschen folgen dem Irrglauben, dass ihre Religion, ihre Werke, ihr soziales Engagement oder ihre Nächstenliebe der Schlüssel zum ewigen Leben sein könnten?
Dein Engagement und deine Liebe zum Nächsten sind die Folge eines veränderten Herzens, aber niemals die Eintrittskarte zum Himmel. Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde. Diese Botschaft müssen wir bringen. Wir müssen den Menschen sagen, dass all das, was sie aus ihrer eigenen Anstrengung heraus tun, nicht reicht. Es bedarf eines übernatürlichen Eingreifens. Wir brauchen neues Leben.
Nikodemus, ich weiß, du bist ein Vertreter mit viel Fleiß. Sicherlich stehst du müde da, um das Gesetz Gottes zu halten. Aber weißt du was? Es reicht nicht. Du brauchst neues Leben.

Das Wesen der Wiedergeburt

Drittens, und dieser Punkt wird etwas länger als die ersten beiden, möchte ich jetzt die Frage stellen: Was ist denn dann die Wiedergeburt?
Ein zentraler Hinweis darauf, was das bedeutet, gibt uns Jesus in Vers 6. Schauen wir ihn an, wo er sagt: Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.
Das heißt, Jesus beschreibt hier zwei verschiedene Ebenen unseres Lebens. Er spricht von der einen Ebene, das ist die natürliche, die sterbliche Ebene, das Fleisch. Und dann spricht er von einer anderen Ebene, das ist das geistliche Leben. Das natürliche Leben wird durch das Fleisch gezeugt, während das geistliche Leben durch den Geist gezeugt wird.
Wir brauchen uns hier nicht weiter damit zu beschäftigen, was Zeugung und Geburt durch das Fleisch bedeutet und was es biologisch heißt, dass ein Kind gezeugt und geboren wird. Aber worum es weitergehen soll, ist die Frage: Was geschieht, wenn ein Mensch nicht biologisch gezeugt und geboren wird, sondern durch den Geist gezeugt und durch den Geist geboren wird, also wiedergeboren wird?
In der Wiedergeburt wird nicht unsere Persönlichkeit ausgetauscht. Wenn du vorher der Kral warst, dann bist du auch hinterher der Kral und änderst nicht deine komplette Persönlichkeit. Aber deine Anlage wird umdisponiert. Gott unternimmt in einem geheimen Akt ein Wunder, einen geheimen operativen Eingriff im System deiner gesamten Veranlagung. Ich stelle mir das immer wie eine Operation am offenen Herzen vor, weil es noch viel geheimnisvoller ist. Was die Medizin nicht bewirken kann, tut Gott, indem er bei der neuen Geburt deine innere Veranlagung verändert, die du, die ich, die wir alle aus dem Fleisch mitbekommen haben.
Er verändert unsere Grundgesinnung, die durch den Sündenfall in uns hervorgerufen ist und sich äußert in unserer grundsätzlichen natürlichen Ablehnung und Abneigung Gott gegenüber. So sind wir Menschen gestrickt. Durch die Sünde, die durch Adam an uns weitergereicht wurde, haben wir in uns eine Gottesablehnung, diese innere Neigung. Gott verändert sie in einem Geheimen und gibt uns eine neue Gesinnung.
Zunächst, bevor dies geschieht, haben wir einen angeborenen Hass, eine Abneigung gegen Gott, sein Gebot, sein Wort, alles Göttliche. Darum gilt grundsätzlich Römer 8,7 vor diesem operativen Eingriff: Die Gesinnung des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott. Diese Feindschaft gegen Gott zieht Strafe mit sich.
Das bedeutet: Wenn wir über die Wiedergeburt sprechen, dann konfrontiert Jesus den Nikodemus und auch uns zunächst einmal mit unserem Zustand, den wir haben, bevor dieser Eingriff stattgefunden hat, nämlich dass wir hoffnungslos vor Gott sind. Vor der Wiedergeburt sind wir geistlich tot, moralisch selbstsüchtig und schuldig vor dem Gesetz Gottes, vor Gott selbst.
Wenn Jesus uns also sagt: Ihr müsst von neuem geboren werden, dann heißt das: Euer Zustand, wie er jetzt ist, ist hoffnungslos. Diese Feindschaft, die durch die natürliche Geburt von dem gefallenen Adam her veranlagungsbedingt in uns ist, kann sich kein Mensch von sich aus entledigen. Ja, er will es sogar nicht, weil das eben seiner Natur entspricht, so zu sein, wie er ist.
Diese Tatsache beschreibt der Apostel Paulus noch einmal in Römer 8,7: Weil die Gesinnung des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist, ist sie dem Gesetz Gottes nicht untertan; sie kann es auch nicht.
Das heißt: Wenn Jesus uns mit der Lehre der Wiedergeburt konfrontiert, dann sagt er, euer Zustand ist ohne das eingreifende Handeln Gottes ordnungslos, und er sagt, ihr könnt euch aus diesem Zustand von alleine nicht befreien. Es bedarf eines übernatürlichen Eingriffs in euer Leben. Das ist es, was Jesus bestätigt, und was die Bibel bestätigt.
 Johannes 1,12-13: Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; die nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Es ist Gott, der es bewirkt.
 1. Petrus 1,3: Gelobt sei Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten.
Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, hat uns wiedergeboren. Nikodemus, es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, du kannst es dir selbst nicht nehmen. Preis dem Herrn für seine Gnade, dass er es an deinem Herzen tat.
Ist das ein Wunder? Du warst nicht imstande, es zu tun. Wir können nämlich die neue Geburt nicht aus uns selbst hervorbringen. Und genauso wenig, wie ich hier bezeugen und bekennen kann, hat mein Vater mich gefragt: Christian, willst du geboren werden? Meine Eltern haben mich nicht gefragt, und deine Eltern haben dich auch nicht gefragt, ob du auf die Welt kommen willst. Niemand hat dich gefragt, sondern du wurdest gezeugt und du wurdest geboren. Wir konnten nichts dazu beitragen.
So ist es auch in unserer Neugeburt. Gott ist der Verursacher. Alles Gute, was wir tun, ist nicht Ursache der Neugeburt, sondern Folge der Neugeburt. Sie liegt nicht in unseren Händen, wir haben nicht die Kontrolle über sie. Deshalb sagt Jesus in Vers 8: Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, woher er kommt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist.
Die Gesinnung des Fleisches, von der Jesus hier spricht, ist nicht die Folge der Geburt, sondern diese Gesinnung des Fleisches vor der Neugeburt ist gegen Gott gerichtet und bringt uns daher den Tod. Gott aber erbarmt sich über die Menschen und stellt durch sein gnädiges Eingreifen unsere Grundgesinnung um. Und dadurch verwandeln wir uns ins Gegenteil.
Es ist also ein gnädiges Handeln Gottes, ein operativer Eingriff des Heiligen Geistes an unserem Herzen. Diesen Eingriff können wir selbst nicht veranlassen. Was geschieht genau dabei? Die Grundneigung der Sünde wird abgelöst durch eine neue Neigung, die zu Gott hin zeigt.
Ungefähr so, als wenn jemand einen Kompass hat. Der Kompass zeigt immer nach Norden. Dann sagen wir: Norden ist gesprochen die Sünde. So ist es im Leben eines Menschen ohne Gott. Sein innerer Kompass zeigt immer nach Norden, weg von Gott, nicht zur Sonne, nicht nach Süden, sondern nach Norden, egal wo er ist, ob er schläft, ob er auf dem Berg ist, ob er auf dem Boot ist oder ob er zu Hause am Mittagstisch sitzt, beim Fußballspiel. Der Kompass zeigt immer nach Nord, immer. Das ist die Gesinnung des Fleisches, die gegen Gott gerichtet ist.
Gott kommt jetzt in einem operativen Eingriff her und bearbeitet den Kompass so, dass die Nadel nicht nach Norden zeigt, sondern in die Richtung zu Gott hin, zu seiner Warte. Das geschieht bei der neuen Geburt. Es wird eine neue innere Anlage gelegt, eine neue Natur mit anderen Neigungen.
Gott stellt den Menschencharakter so durchgreifend um, dass die Bibel sogar von einer neuen Kreatur, von einer neuen Schöpfung spricht. 2. Korinther 5,17: Denn wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
Und das ist es, was im Leben von lebendigen Christen geschieht. Sie wollen plötzlich nicht mehr streiten. Sie kämpfen plötzlich gegen ihren Zorn, gegen ihre Undankbarkeit und Unzufriedenheit. Die Menschen, an denen Gott diesen operativen Eingriff vorgenommen hat, sind bemüht, nicht mehr zu lügen, nicht mehr schlecht über andere zu reden, auch nicht mehr kontrollsüchtig und eifersüchtig zu sein. Sie bekämpfen eine eventuelle Spielsucht oder Süchte aller Art. Sie haben eine Veränderung ihres Herzens bekommen.
Plötzlich fragen sie nach Gott, aber nicht einfach nur so aus religiösem Instinkt und einem oberflächlichen Interesse, sondern weil sich ihre Seele nach Gott sehnt. Sie sind neu geworden, sie erkennen ihr falsches Leben, sie tun Buße, sie bekehren sich, während sie früher die Sünde liebten und sich ihr hingegeben haben. Jetzt fangen sie an, die Sünde zu hassen. Sie meiden die Sünde und das Böse.
Natürlich fallen sie auch, aber sie wissen, es gibt einen Ort, an dem sie Buße tun können und Vergebung ihrer Sünden empfangen können. Früher haben sie die Bibel nicht aufgeschlagen und haben die Existenz Gottes bezweifelt, aber heute liegt die Bibel auf ihrem Tisch und sie lesen sie. Die Freude an Gott und die Lust an seinem Gesetz sind zu ihrer Natur geworden. Gott hat ihr Inneres verändert, er hat ein neues Leben geschaffen.
Früher wollten sie nicht in den Gottesdienst gehen, aber heute haben sie Freude zu kommen. Früher waren tausend Ausreden bei ihnen zu finden, warum es heute nicht geht, in den Gottesdienst zu gehen, aber heute gehen sie voller Freude hin. Früher haben sie nicht gebetet, heute beten sie. All diese Veränderungen finden statt durch das, was Gott in der Wiedergeburt bewirkt und verändert.
Ich erinnere mich gerade: Kürzlich in unserer Gemeinde, es ist noch nicht so lange her, hatten wir einen jungen Mann, der in den Jugendgottesdienst kam. Er ist christlich zwar erzogen worden, hat aber recht früh einen eigenen Weg eingeschlagen. Er lebte mit seiner Freundin zusammen, folgte den Sünden dieser Welt und führte sogar einen Rechtsstreit gegen seinen Vater, weil er von ihm unbedingt Geld einklagen wollte. Da war eine familiäre Zerrüttung.
Der junge Mann kommt in den Jugendgottesdienst und wird gepredigt. Das Wort Gottes, wirksam gemacht durch den Heiligen Geist, trifft diesen jungen Mann mitten ins Herz. Er steht auf, geht nach Hause, spät abends zu seiner Freundin, die überhaupt nichts mit Gott zu tun hat, gar nicht christlich ist, überhaupt nicht gläubig, gar nicht fromm, gar nicht atheistisch. Er setzt sich an die Bettkante und sagt zu ihr: Freundin, ich kann hier nicht mehr wohnen, ich muss jetzt ausziehen. Er packt seine Sachen weg.
Die Freundin fragt: Was ist jetzt los? Am nächsten Morgen, Sonntag, Gottesdienst, er kommt wieder. Vorher ging er noch bei der Wohnung vorbei und sprach mit seiner Freundin. Vor ein paar Wochen durften wir sie beide taufen. Sie sind von neuem geboren, sie haben ihr Leben komplett verändert. Aber es war anders, es war eine neue Natur. Sie haben ihr Leben geordnet, und sie sind jetzt Nachfolger Gottes, eine durchgreifende Veränderung.

Die persönliche Antwort und der Auftrag der Verkündigung

Was heißt das für uns persönlich, ihr Lieben? Natürlich müssen wir zuerst unser eigenes Herz bei diesem so wichtigen Thema prüfen. Wie Jesus es für so wichtig erachtete, sollen auch wir es tun und uns daran erinnern, dass wir alle diese neue Geburt benötigen, denn Römer 3,12: Es ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer. Wir sind ohne Ausnahme alle Sünder, auch wenn wir als anständige Leute gelten.
Diese Botschaft fordert uns zuerst heraus, zu überprüfen: Bin ich von neuem geboren? Ich kenne die Antwort heute Morgen nicht. Ich weiß es nicht. Das ist, was wir ja auch in diesen Tagen gelernt haben: dass wir das Wort Gottes proklamieren und ausrufen sollen und dass wir zu dem toten Gebein sprechen sollen. Und Gott, mit deiner Gnade und Wirklichkeit: Wenn heute Morgen jemand hier ist, der angesprochen ist, dann lasst den Herrn an eurem Herzen wirken. Wir sollten zuerst selbst rufen: Gott sei mir Sünder gnädig.
Aber dann haben wir, und das ist ja auch der Zweck dieser Konferenz, den Auftrag, dieses Wort zu verkündigen, das, wie 1. Petrus 1,23 sagt, lebendig ist. Denn Sankt Petrus sagt: Ihr seid wiedergeboren, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, durch das lebendige Wort Gottes, das in Ewigkeit bleibt. Das heißt, wir dürfen voller Mut und Zuversicht das Wort Gottes verkündigen.
Der Glaube kommt aus der Predigt. Gott benutzt sein Wort, um genau dieses Wunder durch den Heiligen Geist, mittels des Wortes, in den Herzen der Zuhörer zu bewirken. Das heißt, es gibt kaum eine höhere Aufgabe, als das Evangelium zu verkündigen, weil Gott dabei am Werk ist und in den Herzen das bewirkt, was von zentraler Bedeutung ist: dass jemand erneuert wird.
Das heißt, alle anderen Aktivitäten, die wir als Gemeinden und Kirchen tun, mögen sie noch so wichtig sein, dürfen niemals den Platz der Predigt einnehmen. Wir dürfen niemals den Platz des verkündigten Wortes ersetzen. Keine Psychologie kann uns vom Tod zum Leben bringen. Kein soziales Programm kann uns erwecken. Keine politische Rede kann das Grab öffnen, in dem wir liegen, und uns herausholen. Nur das unvergängliche, lebendige Wort Gottes, lebendig gemacht durch den Heiligen Geist, kann uns erwecken und uns neues Leben schenken.
So gibt es Hoffnung. Hoffnung für eine verlorene Welt. Hoffnung für dich persönlich. Hoffnung für deine Gemeinde. Hoffnung für die Kreise, in denen du arbeitest. Hoffnung, dass Gott heute in der Lage ist, dieses Wunder zu vollbringen. Es ist sein Wort, das dein Leben völlig und absolut revolutionieren kann. Christus ist es, der durch sein Wort das tun kann, was niemand anderes vollbringen kann.
Dieses Wort ist nicht vergänglich, sondern lebendig, und es stellt alles neu. Deshalb lasst uns an diesem Wort Gottes festhalten, es verkündigen und ihm vertrauen, dass er sein Werk schafft. Amen!