Serie•Teil 2 / 8Offenbarung 2- Wildberg 2015
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einleitende Zuspitzung und Hinführung zum Thema
Es geht um den Christen und das Bild. Ich möchte mit einem Psalm beginnen:
Der Fernseher ist mein Hirte; mir wird es an geistlichem Wachstum mangeln. Er weidet mich in meiner ganzen Freizeit auf bequemen Sesseln, sodass ich nichts mehr für Jesus tun will. Er führt mich zu vielen guten Programmen und lässt mich dabei meinen Auftrag versäumen. Er erquickt mich mit viel weltlicher Information und hält mich vom Bibellesen ab. Er führt mich auf der Straße des Stumpfsinns, seiner Verführungen wegen. Und ob ich schon hundert Jahre alt würde, so könnte mich doch nichts von meinem Fernseher abbringen. Denn er ist mein bester Gefährte. Seine Sendungen trösten mich, er bereitet mir viel Unterhaltung und hält mich von meinen Familienpflichten ab. Er füllt mein Haupt mit lauter Ideen, die nichts mit dem Wort Gottes zu tun haben. Wahrlich, nichts Gutes wird aus meinem Leben fließen, denn der Fernseher lässt mir keine Zeit, Gottes Willen zu tun, und ich werde bleiben im weltweiten Netz immer da.
Man kann natürlich statt Fernseher auch alles Mögliche einsetzen, was einen Bildschirm hat. Der Bildschirm ist ja das neue Medium geworden.
Das ist jetzt unser Thema: der Christ und das Bild. Ich möchte gerne beginnen mit einem kurzen Hinweis. Bevor ich anfange, soll ich noch darauf aufmerksam machen, dass hinten auf dem Tisch noch ein paar Bücher liegen, die ich mitgebracht habe und die Herbert Janssen und ich geschrieben haben. Auch das Neue Testament, von dem ich gestern gesprochen habe, liegt dort auf. Wer sich dafür interessiert, darf sich dort bedienen. Und wenn ihr kein Geld habt, dann nehmt es einfach so mit. Sonst steht ein kleiner Zettel dabei, wie viel man für diese Bücher spenden darf. Ich glaube, drei Euro, fünf Euro und zehn Euro: also die dünnen drei, das dicke fünf und die Bibel zehn.
Also, nur damit ihr es wisst: Das ist genug.
Zu dem Thema Das Bild wollen wir uns zuerst ein bisschen Gedanken machen, und zwar von der Bibel her.
Bilder, Altäre und das biblische Verbot
In der Bibel hätte ich schon zu spät fragen können: Wo kommt das erste Mal in der Bibel ein Altar vor? Jetzt habe ich das schon.
1. Mose 8. Da hat Noah einen Altar gebaut. Interessanterweise bestand der Altar einfach aus Steinen, die man so aufgeschichtet hat. Und der zweite Altar kommt in 1. Mose 12,7 vor. Da ist es dasselbe: Da hat Abraham einen Altar gebaut aus Steinen, und das war eigentlich der Sockel für eine Statue. Das war ursprünglich der Gedanke.
Die Heidenvölker machten auch solche Sockel, solche Altäre, solche Steinhaufen, so einen Steintisch, und darauf kam dann die Statue, das Bild ihres Gottes. Aber bei den Israeliten war das gar nicht der Fall. Da wurde nur der Sockel gebaut, und dann war nichts drauf.
Gott hatte gesagt in 2. Mose 20,4: Du sollst dir kein Bild machen, du sollst dich nicht niederbeugen und ihm nicht dienen. Interessant ist, dass Bilder es an sich haben, dass sie faszinieren, ob dreidimensional oder zweidimensional, das ist egal. In der Bibel ist übrigens das dreidimensionale Bild und das zweidimensionale Bild, also das ist im Griechischen dasselbe Wort. Im Griechischen heißt eine Statue auch Bild. Von daher ist das sehr interessant, und Gott wollte das nicht.
Und der Tempel der heidnischen Götzen, da war immer der Gott, den man da angebetet hat, drinnen, ja, in einer Statue. Aber der Tempel der Juden war leer, gar nichts drin. Damit wollte man zeigen, dass der Gott des Himmels unsichtbar ist und dass Gott nicht will, dass man ein Bild von ihm macht.
Man fragt sich: Warum kein Bild? Was ist denn hier so schlimm dran? Nun, Gott hat seine Gedanken. Gott weiß, wie wir Menschen funktionieren, und Gott weiß auch, warum er den Weg, wie er sich uns mitteilt, nicht über Fotos und nicht über Computerbilder und Fernsehbilder uns gezeigt hat, sondern er wählte den Weg des Wortes, des Sprechens.
Warum Gott das Wort dem Bild vorzieht
Interessant, oder? Gott hätte ja machen können, dass die Entwicklung so weit gediehen wäre, als der Herr Jesus kam, dass man schon hätte einen Film damals drehen können von Jesus. Dann hätten die Apostel, statt das Wort zu verkündigen, einfach den Film vorspielen können. Wäre doch alles viel einfacher.
Aber Gott wollte das nicht. Gott weiß, wie der Mensch funktioniert, und Gott weiß auch, worauf es ankommt.
Wir Menschen sind so gebaut, dass wir, wenn wir klein sind, als junge Kinder Bilder brauchen. Das Bild ist eine, wie sagt man denn, für die primitive Entwicklung braucht man Bilder. Wenn der Mensch dann reif ist, das wisst ihr von Kinderstunden oder überhaupt: Man erzählt dem Kind „Haus“, und dann zeichnet man mit ein paar Strichen ein Haus. Dann weiß das Kind: Das ist ein Haus. Und irgendwann, wenn das Alter da ist, braucht man nicht mehr das Zeichnen, sondern braucht nur noch „Haus“ zu sagen, und das Kind weiß, was gemeint ist. Man braucht nicht bei jedem Haus ein Bild zu zeigen, jedes Mal, wenn das Wort „Haus“ vorkommt.
Also: Wenn der Mensch reift, dann braucht er keine Bilder mehr, braucht er weniger Bilder, zum Schluss dann überhaupt keine Bilder mehr. Heute ist die Entwicklung gerade gegenläufig, gerade ins Gegenteil. Heute werden die Menschen immer primitiver, und sie brauchen wieder viel mehr Bilder. Und sie werden durch die Bilder noch primitiver.
Die Lehrer stöhnen also, dass das Bildungsniveau zurückgeht, nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern. Gott weiß genau, wie der Mensch funktioniert. Je mehr man sich vom Wort wegbewegt, desto wichtiger wird das Bild.
Gesellschaftlicher Wandel und die Macht der Medien
Ich habe einmal in einem Andachtsbuch etwas von Neil Postman gelesen. Neil Postman war ein Sozialkritiker in Amerika. Ich habe mir dann das Buch gekauft, weil es mich so interessiert hat, und habe das ganze Buch gelesen. Es kam etwa 1970 heraus. Stellt euch vor: 1970, das ist schon lange her. Die Leute, die 1970 geboren sind, sind heute schon uralt. Fragt einmal die Kinder: Die sagen, wer über dreissig ist, ist uralt, und wer über vierzig ist, sowieso.
Zu der damaligen Zeit schrieb dieser Mann. Es steht dort nicht, dass er gläubig ist, und ich denke auch nicht, dass er sich in dem Buch als Gläubiger vorgestellt hat. Aber er schrieb über das Thema Fernsehen. Da schreibt er: Unsere Gesellschaft am Ausgang des zwanzigsten Jahrhunderts unterhöhlt ihre eigenen Fundamente, weil sie ihre Kommunikationsmedien vom Wort weg auf das Bild umstellt. Das heisst: Die Gesellschaft heute ist gefährdet, sagt er, weil wir statt zu reden schauen. Die Medien, mit denen wir kommunizieren, sind Bildschirme und das Bild überhaupt, und nicht so sehr das Wort.
Er schreibt dann weiter: Worte, sowohl in geschriebener als auch in gesprochener Form, haben gewisse Auswirkungen auf das Denken. Also: Reden hat mit Denken zu tun. Und das Aufnehmen von Worten braucht das Gehirn, da muss man denken. Worte haben gewisse Auswirkungen auf das Denken. Sie regen an, sie fordern heraus, sie fördern eine Kultur des Diskutierens und des Auseinandersetzens mit der Welt.
Das heisst: Wenn man redet, dann muss sich der andere etwas vorstellen. Wenn ich jetzt eine Geschichte erzähle, oder wenn wir Kinderstundenleiter hier haben, oder wenn ihr eine Geschichte erzählt, dann müssen die Kinder in ihrem Kopf mitdenken und sich das ausmalen, was da erzählt wird. Das erfordert also schon eine gewisse Reife. Bei ganz kleinen Kindern macht man das nicht ohne Bilder, aber bei den grösseren Kindern macht man das dann ohne Bilder. Da wird die Fantasie angeregt, und im Gehirn werden Bilder geschaffen, an die sie später anknüpfen können.
Emotionen, Manipulation und Überforderung durch bewegte Bilder
Also, da steht weit: Was sagt er weiter? Fast alle unsere kulturellen Leistungen beruhen auf der Tradition des Wortes. Also: Alle hohen Leistungen, die wir gebracht haben, beruhen darauf, dass wir Menschen sind, die reden.
Bilder dagegen lösen starke Emotionen aus, das heißt Gefühle. Bilder wirken auf das Gefühl, das müssen wir uns merken. Emotionen, die das Denken überlagern. Das kann man zum Beispiel bei der Werbung erkennen. Die Werbung arbeitet nicht nur mit Buchstaben, sondern mit Bildern. Ja, also das hat man bald herausgefunden, dass man mit Bildern mehr erreichen kann. Und die Leute kaufen mehr, wenn man ein schönes Bild hat, als wenn man nur das so hinschreibt.
Jetzt folgert dieser Sozialkritiker Postman, zieht die Schlussfolgerung: „Unsere Kultur ist in Gefahr. Anstatt zu denken, werden wir verführt, also wir werden im Denken irregeleitet durch Bilder. Anstatt informiert zu werden, werden wir mit Gefühlen gefüttert, und anstatt zu leben, werden wir gelebt.“
Das ist sehr wichtig. Mir ist es wichtig, dass auch die jungen Leute verstehen, was da eigentlich geschieht mit unserem Gehirn, mit unserem Denken und mit unserer weiteren Entwicklung, wenn wir uns auf das Bildmedium konzentrieren.
Das ist deshalb heute so wichtig, weil wir heute fast alle einen Bildschirm herumtragen, oder? Wir haben da so einen kleinen Fernseher mit uns mit, jeder hat ihn in der Tasche. Fast jeder heutzutage. Und wir haben Computer, und wir haben Fernseher sowieso, und DVD und alle möglichen Bildschirme in allen Größen und Variationen. Das heißt, wir leben, wir kommen gar nicht mehr aus ohne Bildschirme.
Wir haben hier in dem Raum einige Computer, vor mir steht auch einer, und an der Wand haben wir Bilder. Aber ich habe mich geweigert, ich zeige nur Buchstaben. Oder Landkarten. Ich zeige keine Fotos und keine Bilder, Buchstaben oder Landkarten. Oh, und Zahlen natürlich auch. Danke.
Die Entwicklung des Fernsehens und seine Verbreitung
Wie war das eigentlich? Wie ist das Ganze entstanden? Nun, wir haben im Jahre 1947 in Amerika den Beginn des Fernsehens erlebt. Das Fernsehgerät veränderte alles.
Im Jahre 1947 hatten in Amerika acht Menschen einen Fernseher. Drei Jahre später, im Jahre 1950, waren es 800. Im Jahre 1953 waren es 19 Millionen. Das hat ungeheuer geboomt.
Heute steht ein Fernseher fast überall in der Welt. Ich war bei den Zigeunern, die hatten wirklich nichts. Aber wissen Sie, was sie hatten? Eine Satellitenschüssel. Das hatten sie. Und ein Handy, das hatten sie. Sie hatten nichts zum Essen für den nächsten Tag, aber sie hatten ihr Handy und ihre Satellitenschüssel.
Man kann heute nicht mehr leben. Ich habe gelesen, dass es so eine Studie gibt: 96 % der vierjährigen Kinder schauen bereits fern. Das heißt, wir haben es hier wirklich mit einer ganz neuen Entwicklung zu tun. In den letzten sechzig, siebzig, ja fast achtzig Jahren seit 1953 hat sich sehr viel verändert. Wir fragen uns: Ist das gut oder nicht gut, und was machen wir Christen damit?
Nun, da muss ich jetzt noch einiges sagen über die Macht des Bildes. Ich möchte hier noch einiges zitieren, ein paar Punkte, fünf Punkte.
Wie Bilder Denken und Urteil beeinflussen
Erster Punkt: Das Bild übt Macht aus auf die Vorstellungskraft und steuert Gefühle.
Das ist interessant. Bilder, vor allem wenn sie bewegte Bilder sind, also Filme, üben eine gewaltige Macht aus. Das haben auch viele schon erkannt, wie Goebbels und Lenin damals, als der Film aufkam in der Kriegszeit. Da haben sie gesagt, das ist die Möglichkeit, wo wir die Massen erreichen. Das war ja damals diese Wochenschau in den Kinos. Die haben das voll ausgenutzt, und zwar weil sie wissen: Mit Bildern kann man das Denken umgehen und die Gefühle steuern.
Ich habe hier: Von Bildern ausgelöste Gefühle bestimmen unser Urteil mehr als das Wort. Das ist schon der nächste Punkt hier: Von Bildern ausgelöste Gefühle bestimmen unser Urteil mehr als das Wort. Was heißt das?
Wir sind sehr stark darauf ausgerichtet: Wenn wir etwas sehen, dann sind wir erschüttert. Wenn wir hören, ist es nicht so schlimm. Wenn man ein Kind sieht, das verhungernd auf der Straße liegt, oder vielleicht sogar noch einen Film sieht, wie das Kind auf der Straße verhungert und stirbt, dann sind die Menschen zutiefst betroffen. Wenn man ihnen dasselbe in einem Bericht vorliest, nicht.
Das weiß man auch, wenn man Geld haben will für hungernde Kinder irgendwo. Dann schickt man Bilder durch die Welt. Oder wenn man will, dass viel gesammelt wird, dann nimmt man Bilder. Denn die Leute sind einfach bewegt von Bildern.
Man sagt: Gegen ein Bild kannst du nicht argumentieren. Das ist ja klar, das Bild sagt es ja. Gegen Worte kann man argumentieren. Aber da ist eine große Gefahr, weil gerade das Bild das Denken umgeht. Deshalb kann man auch durch das Bild sehr, sehr stark verführt werden in die falsche Richtung.
Es gibt sofort eine Meinungsbildung im Kopf. Also sofort in unserem Kopf geschieht ein Vorurteil, ein Urteil, das man schnell bildet, bevor man denkt. Das ist ein Vorurteil, und das geschieht ganz schnell. Es entstehen Verbindungen, wo man so etwas Ähnliches gesehen hat oder Ähnliches gefühlt hat. Und jedenfalls wird man stark manipuliert.
Täuschung, Überreizung und der Verlust von Aufmerksamkeit
Im Fernsehen ist es interessant, wenn wir galoppierende Pferde sehen und die Sonne dazu scheint, die Prärie vor uns liegt und wir alle an eine Zigarette oder eine bestimmte Zigarettenmarke denken, oder? Das ist uns sonst eingetrichtert worden: Das ist diese Zigarettenmarke, und fertig. Das ist einfach so. Die Werbeleute wissen das. Wir sind alle schon durch solche Werbesachen geprägt. Ich habe das vor vielen Jahren gesehen, vor vierzig Jahren, und ich habe es immer noch im Kopf. Ich schaue ja nicht fern, und Werbung schon gar nicht, aber das habe ich noch von früher im Kopf.
Bilder
Der dritte Punkt: Bilder täuschen. Man sagt, man kann nicht gegen ein Bild argumentieren, das stimmt. Aber Bilder können lügen, und zwar sehr stark. Deshalb sind Bilder vor Gericht nicht gültig, gar nichts ist dort einfach so gültig. Gut, heute kann man Fotos sowieso zusammenstellen, wie man es haben will. Bilder können täuschen. Man sagt, ein Bild spricht mehr als tausend Worte. Ja, ein Bild kann sehr, sehr stark sprechen. Aber leider kann das Bild auch das Falsche sprechen, weil es eben auf die Emotionen geht und weil es uns zuerst manipulativ trifft, also ohne unser Denken. Das Denken wird umgangen.
Und wenn sich die Bilder jetzt noch bewegen, dann ist unser Gehirn überfordert. Wenn die Bilder vor uns auf einer Leinwand erscheinen und sich bewegen, und wenn ihr mal genau schaut, wechselt in einem normalen Film die Kameraeinstellung alle sechs Sekunden. Ihr könnt ja mal schauen: alle sechs Sekunden ein neues Bild, eine neue Szene. Einmal von der Seite, dann wieder von einer anderen Seite. Jedenfalls hat man festgestellt, dass das Gehirn dann überfordert ist, weil das Gehirn nämlich gern anfangen möchte zu denken. Wenn das Bild steht, dann kann man noch sagen: Warte mal, warte mal, jetzt reden wir mal über dieses Bild. Was siehst du denn da? Ja, ich sehe, da ist jemand, und da ist jemand, und da hinten im Hintergrund sieht man etwas, im Vordergrund dies und jenes. Dann kann man diskutieren, dann kann man das verarbeiten.
Aber wenn sich das bewegt und vor allem, wenn sogar noch die Kameraeinstellung alle sechs Sekunden wechselt, dann ist unser Gehirn völlig überfordert. Was machen wir? Wir lehnen uns im Sessel zurück und lassen uns berieseln. Das Gehirn hat sich geschützt und sagt: Da mache ich nicht mit. Und jetzt kommt das einfach auf mich zu.
Geistliche Folgen für Kinder, Familien und die Wahrnehmung
Das kann man bei Kindern feststellen, wenn man Kinder beobachtet, kleine Kinder, und sie vor den Fernseher setzt. Ich habe unsere Kinder beobachtet. Wir waren so unweise. Wir waren damals in Amerika, und damals haben wir einen Fernseher für die Zeit in Amerika bekommen. Dann haben wir unsere Kinder vor dieses Gerät gesetzt, und dann habe ich gesehen, was mit den Kindern passiert.
Die eine war drei, und die andere war vier. Sie sassen da, mundoffen, augenoffen und mit starrem Blick, bewegungslos. Für Kinder ist das so: Wenn du ein Kind auf der Strasse so sitzen siehst und sagst, es ist krank, dann muss man irgendetwas machen, da ist etwas los. Ja, aber völlig unnatürlich sitzt dieses Kind hier, und man merkt, das kann gar nicht alles fassen. Es wird berieselt, ja, passiv. Und wenn dann das fertig ist, schaltet man den Fernseher ab. Was ist dann? Was machen die Kinder dann? Ihr wisst es. Sie sind müde und zu nichts zu gebrauchen.
Das Ganze ist ein Schutzmechanismus des Körpers. Der ist dermassen überfordert, und jetzt muss man sich wieder an die Welt, an die reelle Welt, gewöhnen. Und das dauert eine gewisse Zeit lang. Das macht uns sehr zu schaffen, als Christen, wenn wir das wissen.
Was sagt eigentlich die Bibel zu diesen emotionalen Urteilen? Ich habe vorher gesagt, das Bild verführt uns dazu, dass wir gefühlsmässige Urteile abgeben, ohne eigentlich wirklich nachzudenken. In Johannes 7,24 sagt der Herr Jesus: Richtet nicht nach dem Augenschein, sondern fället ein rechtes Urteil.
Was heisst denn das? Wenn ihr ein Urteil abgebt, wenn ihr etwas beurteilen müsst, dann dürft ihr nicht nach dem äusseren Augenschein gehen. Zum Beispiel hiess es früher: Schwarze Leute sind böse, oder? Die Weissen haben die Schwarzen gehasst, und man hat einem Kind gesagt: Schwarze Leute sind böse. Dann hat man einen Schwarzen gesehen, und dann wusste man von Anfang an: Der ist böse, weil er schwarz ist. Dann hat man gesagt, es ist ein Vorurteil. Das heisst, du hast geurteilt, bevor du nachgedacht hast und bevor du den kennengelernt hast.
Das hat man dann abgelegt. Ja, da gab es natürlich dann viele Proteste dagegen, und es ist auch sehr gut, dass das so gemacht wird. Aber leider gibt es viele andere Beispiele auch noch heute.
Das biblische Gegenmittel: Denken, Prüfen und Nüchternheit
Der Herr Jesus sagt, wir sollen nicht nach dem Augenschein urteilen, also nicht nach dem, was vor Augen kommt, nicht nach dem Bild, das wir sehen. Wir müssen warten, kennenlernen, denken, weiter nachdenken und sprechen. Erst dann können wir ein Urteil fällen.
Aber das erfordert Denken, und das erfordert Zeit. Der Fernseher gibt uns diese Zeit nicht, niemals. Auch die Nachrichtensendung gibt sie uns nicht, übrigens niemals. Man müsste nach einer kurzen Nachrichtensendung abschalten und überlegen: Kann das überhaupt sein, was da gesagt wird? Was sagen denn die alternativen Nachrichten? Stimmt das überhaupt? Und der Film, den wir da zusätzlich zu dieser Nachricht gesehen haben: Ist das eigentlich ein authentischer Film gewesen, oder war das etwas aus dem Archiv? Dann heißt es, das war nur ein Archivfilm. Man muss ja irgendetwas dazuspielen, damit die Leute überhaupt etwas sehen. Oder von welcher Seite aus wurde das gefilmt? Von der Seite der Gegner oder von der Seite der Befürworter? Und so weiter.
Man nennt das Manipulation über die Massenmedien. Und wenn wir uns mit dem füllen, was die Massenmedien sagen, dann werden wir mit der Zeit so denken, wie die Massenmedien wollen, dass wir denken. Das ist ja gerade der Sinn des Fernsehens und der Nachrichten im Fernsehen und der Nachrichten, die man sonst sieht: dass die Menschen in eine gewisse Richtung geführt werden, verführt werden. Und auf diese Weise verlieren die Menschen das Diskutieren. Sie füllen sich nur noch, und das Nachdenken verlieren sie.
Das vom Gefühl gesteuerte Wahrnehmungssystem hat eine Überprüfung durch den Verstand nötig. Das, was wir sehen, müssen wir mit Denken prüfen. Und das braucht Zeit. Zeit hat man aber heute nicht mehr, wenn man Filme schaut oder Nachrichten sieht oder sonst etwas. Wir merken: Wir haben es hier mit einem echten modernen Problem zu tun.
Zum Berieseln: Was sagt eigentlich die Bibel zum Berieseln? Soll man sich einfach berieseln lassen, ohne nachzudenken? Seid nüchtern, 1. Petrus 5,8, seid nüchtern und wacht, weil der Widersacher, der Teufel, wie ein brüllender Löwe umhergeht und jemanden sucht, den er verschlingen kann.
Der Teufel weiß genau, welche Medien er verwenden kann, um die Menschen so hinzukriegen, dass sie so denken, wie er möchte, dass sie denken.
Gesellschaftliche Prägung und die Rolle von Vorbildern
Gehen wir wieder zurück zu unserem Punkt, die Macht des Bildes, fünfter Punkt. Bilder verändern die Gesellschaft. Und sie prägen uns unbewusst, das ist das Schreckliche. Wir merken es gar nicht, dass wir anders sind und anders gepolt sind.
Wir haben für gewisse Vorbilder, da gibt es Fussballstars. Und man fragt sich: Wieso ist denn der Messi so berühmt? Und jedes Kind, oder jede zweite, dritte, vierte, fünfte Person, hat irgendein Messi-T-Shirt. Und man fragt sich: Wieso denn? Was kann denn der arme Mensch dafür, dass sie ihn überall so feiern wollen? Ja, er kann Fussball spielen, wunderbar. Fussball ist das Höchste, das es gibt auf der Welt. Ich habe nichts gegen Fussball, ich habe selber Fussball gespielt, ihr versteht mich schon richtig. Aber ist es wirklich das Höchste, was man tun kann, hinter einem Ball herzulaufen und zu schauen, dass man ihn in so ein Loch hineinschießen kann?
Aber wieso ist das so, dass, wenn die Weltmeisterschaft ist – ich bin so froh, dass es dieses Jahr nicht so zugeht, nächstes Jahr geht es wieder los, ich bin so froh – aber warum ist das so? Weltmeisterschaft, und die Strassen sind leer. Alle sitzen vor dem Fernseher und schauen. Egal, wer gewinnt. Das ist deshalb so, weil man vorbereitet wurde durch die Medien. Die haben sich bemüht. Es kostet ja viel Geld, und es bringt viel Geld. Deshalb bemüht man sich. Das nennt man die Bibel der Unterhaltung.
Auch die Griechen wussten davon, die Römer wussten davon. Die sagten: Brot und Zirkusspiele. Heute sagt man halt einfach Fussball-WM statt Zirkusspiele. Also, wir werden geprägt. Idole, Werte werden geprägt über die Bilder, über die Medien, die wir anschauen, über die Filme, die wir anschauen. Und unsere Lebensweise wird geprägt, wir leben sogar anders.
Es wird uns zum Beispiel gesagt, dass es überhaupt kein Problem ist, dass die Kinder frech mit den Eltern reden. Wieso? Weil in den Filmen ist das immer wieder so vorgekommen, dass die Kinder sich nicht unterordnen unter die Eltern und nicht gehorchen. Ungehorsam kann gar nicht so schlimm sein. Und miteinander zusammen zu schlafen, bevor man verheiratet ist, das kann gar nicht so schlimm sein, wenn es so viele Leute tun und wenn die im Fernsehen auch alle es tun und so weiter. Ihr versteht das Problem.
Und das schauen wir uns an, das schauen unsere Kinder uns an, und wir haben uns so daran gewöhnt, dass wir es gar nicht mehr merken.
Persönliche Erfahrung, Wesensveränderung und digitale Autoritäten
Ich kam einmal, ich war in einer Bibelstunde, und ich kam nach Hause. Dort wurde leider ein Film gespielt, und ich dachte mir: Was ist denn das für eine derbe Sprache? Aber die, die vor dem Fernseher saßen, haben das gar nicht gemerkt, was für eine schlimme Sprache das ist. Sie haben sich mittlerweile schon daran gewöhnt. Ich aber, der meine Gedanken gerade bei den heiligen Dingen der Bibel hatte, und jetzt komme ich erfüllt vom Heiligen Geist nach Hause oder von Freude, und ich lebe noch ganz in dieser schönen Bibelstunde, die wir hatten, und im Gebet und so weiter. Und jetzt komme ich dorthin und höre das. Da merkt man den Unterschied. Sonst hätte ich den Unterschied auch nicht gemerkt.
Es geschieht eine Wesensveränderung. Wir werden rücksichtsloser, frecher, egoistischer und oberflächlicher. Und unser Lebensprinzip ist Lust und Laune, oder Game and Fun Gesellschaft, das ist Neudeutsch: Game and Fun Gesellschaft, Spiel und Spaß, das ist das Übliche.
Sie übernehmen die Funktionen von Gott. Die Bilder und die Filme übernehmen die Funktion von Gott, von den Eltern und von biblischer Lehre. Übrigens: der Herr Google auch. Herr Google weiß alles, und wir können ihn immer fragen. Er ist immer da, er gibt uns immer die Antwort und übernimmt die Rolle von Gott und von Eltern und von biblischer Lehre und Erziehung, Weltanschauung, Kommunikation usw. Sexualität, du kannst ihn alles fragen, er gibt dir alle Antworten, und er weiß es ja. Wir haben uns daran gewöhnt.
Winterhofsberg, ein Wissenschaftler, das elektronische Medium sagt uns erstens, was ist. Das heißt, es weckt ein Bedürfnis. Was es gibt, was gibt es denn? Wenn ich nicht weiß, was es alles gibt, dann werde ich gar nicht danach verlangen. Aber jetzt wird mir erstens einmal schon das Bedürfnis geweckt, und das Medium sagt mir auch, was falsch ist und was richtig ist. Der Fernseher sagt: Das ist richtig, und das ist falsch. Was fad ist und was cool ist. Cool schreibt man mit vier Buchstaben: k, u, u, l. Das ist Neudeutsch. Fragt die Kinder, die wissen es alle. Und fad schreibt man mit zwei a, ja bitte. Das ist österreichisch. Ah, danke, dass ich ein Halbösterreicher noch bin. Fad heißt langweilig auf Österreichisch. Das andere Wort sage ich nicht, hat auch vier Buchstaben, aber es geziemt sich nicht, es ist ein unsüchtiges Wort.
Der Fernseher sagt mir, was richtig und was falsch ist. Und alles andere ist langweilig, was nicht dem entspricht, was nicht diesem Lust-und-Laune-Prinzip entspricht.
Emotionale Medien und ihre begrenzte geistliche Wirkung
Und was interessant ist: Er sagt hier, Windhofsberg sagt, und das Ganze wird emotional getönt, das heißt gefühlsmäßig gefärbt. Das heißt, der Film wirkt auf mein Gefühl, und das muss dabei sein. Feeling ist alles, ist auch neudeutsch. Feeling, the event is alles, ist auch neudeutsch auf Englisch heißt das Ereignis. Nein, auf Deutsch. Jetzt habe ich hier falsch, Moment.
Der Film ist ein emotionales Medium. Er hat die Tendenz, die Welt auf das Sehen einzuschränken, das heißt, auf Bilder zu beschränken.
Es ist interessant: Ich habe einen Film geschaut. Man hat gesagt, also es gibt ein paar christliche Filme, die musst du gesehen haben, die sind so gut, die sind einfach klasse. Ich habe mir einen Film angeschaut, war wirklich professionell gemacht, und ich war emotional berührt, wirklich. Der eine war über Ehe, der andere war über Kindererziehung, und da gab es noch einen. Jedenfalls, als ich den Film sah, wie Fireproof, so ähnlich, Fireproof, ich soll ja keine Werbung machen, aber als ich den Film sah, wunderbar, ich war wirklich beeindruckt, zwei Tage lang, dann war es weg. Warum? Das war nur oberflächlich eingepflegt in mich.
Die Aussagen, die kamen, waren wichtig, waren sehr gute Aussagen, aber ich war ständig abgelenkt von den Bildern, die ich sah. Das heißt, die Aussagen, die rein verbalen Aussagen, die hätte ich mir notieren sollen, oder am besten hätte ich ein Buch gelesen zu dem Thema, dann hätte ich mir das besser gemerkt. Aber jetzt war das alles emotional überlagert. Ich weiß nur noch, dass der Film gut war und dass es ein ganz gutes Gefühl gegeben hat, das weiß ich noch. Echter Effekt, Lerneffekt für mein geistliches Leben ist sehr, sehr gering gewesen.
Der Film hat die Tendenz, auf das Sehen einzuschränken, stark das Emotionale, das Gefühlsmäßige zu bestimmen. Das unbewusst arbeitende Gefühlszentrum im Gehirn wird über die Bilder angeregt, das bewusste Denken wird überrollt, und ich werde berieselt.
Historische Warnungen und die Suchtwirkung des Fernsehens
Von Goebbels habe ich schon gesagt, Lenin hat gesagt, der Film ist von allen Künsten die wichtigste, weil durch ihn die breiten Massen des Volkes beeinflusst werden. Lenin wusste das zu gebrauchen, und Goebbels auch.
Der Film trägt mehr zur Zerstreuung bei als zur Sammlung. Die Berieselung lenkt davon ab, sich mit den realen Lebensfragen wirklich zu beschäftigen. Für den Moment ist das wunderbar. Es ist wirklich eine gute Unterhaltung, und es ist eine wertvolle Unterhaltung, und die Emotionen danach sind auch wertvoll. Aber es hält nicht an, wenn es ein guter Film war. Wenn es ein schlechter Film war, dann ist das alles noch viel schlimmer.
Bilder, mehr Filme, weniger Worte, weniger lesen, weniger nachdenken. Fragt die Kinder! Manche von uns haben intelligente Kinder, die lesen viel. Die werden immer viel lesen, egal was. Aber manche von uns haben nicht so intelligente Kinder. Was geschieht mit denen? Die lesen gar nichts mehr. Ich weiss, wovon ich spreche. Die lesen wirklich nur noch das Allernötigste, was man in der Schule halt gerade noch lesen muss. Aber ansonsten wird nicht gelesen.
Ansonsten schaut man in den Bildschirm hinein. Wenn man irgendwas wissen will, fragt man Herrn Google. Weniger Worte, weniger Nachdenken, ein anderes Lebensgefühl. Man lebt von Erlebnis zu Erlebnis. Deshalb sagt man dann oft: Ich habe keinen Bock dazu, weil ich kein Erlebnis habe da. Und es ist wie eine Sucht.
Man hat im Jahr neunzehnhundertzweiundsiebzig, ich habe ganz bewusst alte Zahlen, 1972, da war ein ganz normaler Test mit 184 Menschen. Sie verzichteten ein Jahr lang auf Fernsehen. Das heisst, sie haben das unterschrieben. Sie haben sogar noch etwas dafür bekommen, dass sie den Test mitmachen. Jedenfalls haben sie gesagt: Wir verzichten ein Jahr auf Fernsehen. Das waren alles Leute, die sonst Fernsehen geschaut haben.
Also bewusst hat man solche Leute genommen, die einen Fernseher zu Hause haben, und hat gesagt: Verzichten Sie auf Fernsehen! Gut, und was ist geschehen? Wie viele haben durchgehalten? Null! Nach fünf Monaten gab der Letzte auf. Das ist eigentlich erschreckend, oder? Nach fünf Monaten. Und man sagt, die Leute waren in der Zeit, wo sie auf das Fernsehen verzichten mussten, sehr gereizt und zu allem Möglichen fähig. Einer ist sogar fremdgegangen usw. Also ziemlich starke Sachen.
Warnung vor Gewöhnung und der Verlust geistlicher Wachsamkeit
Sollen wir Kinder Filme sehen lassen? Nun, wenn man es tut, werden die Kinder nach mehr verlangen. Sie werden weniger nachdenken und sich verführen lassen. Sie werden sich dann nicht mehr mit der kleinen Farm zufriedengeben. Dann ist die kleine Farm, ab dreizehn ist sie nicht mehr interessant. Dann ist etwas anderes interessant.
Aber wir haben sie dann dazu erzogen, dass sie jetzt viel fernsehen. Und sie werden immer mehr schauen. Sie haben ja heute die Gelegenheit, überall zu schauen. Wer gern schaut, wird mehr schauen und wird auch andere dazu verleiten. Das Fernsehen ist wirklich wie eine Sucht.
Es ist nicht nur das Fernsehen, es ist das Filmeschauen an sich, von dem ich hier spreche. Früher hieß es einfach: Christen haben keinen Fernseher, fertig. Und wir haben den Fernseher einfach rausgetan, und wunderbar. Heute geht das nicht mehr. Heute kann man den Fernseher schon raustun, man hat ihn immer noch im Haus, im Handy und im Computer.
Eine weltliche Warnstimme und die Durchdringung der Seele
So, hier noch: Als ich das gelesen habe, was hier steht, da habe ich gestaunt. Das war in Wien 1968, also schon uralt. Damals gab es eine Zeitschrift, eine weltliche Zeitschrift, zu einem Zeitpunkt, als der Fernseher noch ganz modern war, in Wien, Österreich.
Da schreibt die Zeitschrift, nicht die christliche, sondern die weltliche:
Nun sind wir dabei, unsere Seele zu verkaufen. Allabendlich sitzen wir vor unserem Fernsehgerät und starren auf die Scheibe, die uns Nebel und Dunst vormacht, um das wahre Leben zu verbergen. Nachrichten werden zurechtgeschnitten, Rundfragen werden angepasst. Man kann zur gleichen Sekunde Millionen der gleichen seelischen Erschütterung preisgeben, und wie auf Kommando lacht ganz Europa im selben Augenblick auf, um gleich darauf wieder in Traurigkeit versenkt zu werden. Man kann politische Wellen hochpeitschen und ein ganzes Land in Empörung aufbrüllen lassen.
Die haben das ja fast so beschrieben. Und so ist es heute auch noch, wie bei den Medien. Ein paar gestreifte Steuermänner lenken Kunst, Kultur, Wirtschaft und Politik, weil es ihnen gelungen ist, das Unberechenbarste, das menschliche Denken und Wollen, zu erfassen und in vorbereitete Geleise zu zwingen. So stehen die wichtigsten Eingangspforten unserer Seele für alle offen, die sich vorgenommen haben, uns zu beeinflussen. Bild und Ton haben sich als das beste Medium zur Formierung fremden Denkens erwiesen, und es gibt kein Entrinnen mehr aus jener festen Umklammerung, in die wir einst so ahnungslos hineingerannt sind.
- Was ist dann heute? Was würden die heute schreiben, wenn sie das erlebt hätten damals, was heute geschieht? Die hätten das gar nicht mehr verkraftet. Noch ärger wird unseren Kindern mitgespielt. Sie haben verstanden: Die Opfer sind die Kinder.
Das geistliche Gegenmittel: Wort Gottes, Umkehr und Erneuerung
Was ist der einzige Schutz in all dieser Sache? Ich komme immer wieder auf dasselbe zurück. Der einzige Schutz ist, dass das Wort Gottes unser Denken erfüllt. Und wir müssen uns fragen: Was will ich eigentlich in meinem Leben? Wofür will ich mich prägen lassen?
Wir haben ja Offenbarung, oder? Offenbarung ist für alle interessant, weil dort vom Mahlzeichen die Rede ist. Und damit will man genau wissen, wie das ist mit dem Chip und so weiter. Es gibt in der Offenbarung bitte zwei Mahlzeichen. Das eine Mahlzeichen gibt es in Offenbarung 13,16. Und das Wort, das im Griechischen verwendet wird, heißt Prägezeichen, Charagma. Charakter kommt davon. Charagma ist das, wenn man eine Münze prägt. Dann prägt man das Bild und die Aufschrift des Kaisers darauf.
Jedenfalls ist damit gemeint, dass man geprägt wird. Und dann bekommt man ein Mahlzeichen auf die rechte Hand oder auf die Stirn. Ich will jetzt nicht darüber sprechen, wie man das interpretieren soll. Ich will nur zeigen: Es gibt noch ein zweites Mahlzeichen. Und manche haben das gar nicht gemerkt. Zwei Verse später kommt das zweite Mahlzeichen, drei Verse später, in Kapitel 14, Vers 1. Da heißt es: Ich sah das Lamm stehen auf dem Zion, und mit ihm die hundertvierzigtausend. Und auf ihren Stirnen war geschrieben der Name des Vaters, auf der Stirn geschrieben.
Ich frage dann immer: War das eigentlich auch ein Chip? War das auch ein Chip? Das ist doch egal, das ist nur ein Bild. Der Name des Vaters war geschrieben mit dem Heiligen Geist. Wer hatte den Namen Gottes geschrieben auf seiner Stirn im Alten Testament? Wer? Der Hohe Priester. Der Name Gottes, „heilig dem Herrn“, stand da drauf, geschrieben auf diesem Stirnband, das er hatte.
Und den Juden wurde gesagt, sie sollen ein Mahlzeichen nehmen, entweder auf die Hand, nein, auf die Hand und auf die Stirn. Das Mahlzeichen im Alten Testament, kennt ihr das? Welches Mahlzeichen war das? Auf die Hand oder auf die Stirn? Wer weiß es? Ja, ja, ja, ja, jetzt kommen wir richtig hin. Die Juden haben das dann später so buchstäblich genommen. Aber dort hieß es: Der Herr, dein Gott, ist dein einiger Herr. Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von deinem ganzen Herzen, mit ganzer Seele, ganzer Kraft, mit all deinem Gemüt usw. Und du sollst diese Worte nehmen und sie dir zwischen die Augen binden und sie dir auf die Hand binden.
Das Mahlzeichen zwischen den Augen, an der Stirn, und das Mahlzeichen an der Hand war das Wort Gottes. Und jetzt ist die Frage: Wovon will ich mich prägen lassen? Vom Namen des Vaters? Will ich den auf meine Stirn geschrieben haben, oder will ich mich prägen lassen von dem politischen Weltsystem, von dem Weltsystem dieser Welt?
Wer ein Ohr hat, der höre, hat der Herr Jesus gesagt, siebenmal in Offenbarung: Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt. Gott hat den Weg gewählt, unser Denken zu prägen, über das Ohr. Das Ohr: Gott hat zwei Öffnungen gemacht in unserem Kopf. In unserem Kopf drinnen ist das Gehirn, da denken wir. Und da sind zwei Öffnungen, da gehen die Worte hinein, und die prägen unser Gehirn. Natürlich ist es bei dem, was wir lesen, dasselbe. Wenn wir Worte lesen, dann ist es das Gleiche. Aber früher, wenn die Juden Worte gelesen haben, wisst ihr, wie die Juden lesen? Die Juden lesen immer mit bewegenden Lippen. Also, wenn sie die Bibel lesen, dann murmeln sie. Dann hören sie das, was sie lesen, auch gleichzeitig.
Gott hat den Weg des Wortes gewählt, um unser Denken zu prägen. Und wenn Gott sagt: Tue Buße, wisst ihr, was er da sagt? Das könnt ihr nicht wissen, außer die, die Griechisch können von euch. Tue Buße heißt: Es besteht aus zwei Wörtern, meta, noein. Meta heißt ändern, und noein heißt das Denken. Also Buße tun heißt, die Gesinnung oder das Denken ändern.
Und wie geschieht das? Zuerst muss ich mir etwas sagen lassen. Dann muss ich das realisieren: Das war falsch. Dann muss ich sagen: Ja, das war falsch. Und dann muss ich eine Konsequenz ziehen. Aber es geht wieder über das Denken, nicht über das Gefühl. Das Gefühl ist immer etwas, was hinterherkommt. Aber zuerst kommt immer das Denken.
Gott weiß, was er sagt in Römer 12,1: Eure Leiber, stellt eure Leiber dar, inklusive die Augen. Stellt eure Leiber Gott als Opfer dar oder bringt eure Leiber Gott als Opfer dar und passt euch nicht dieser Welt an, sondern lasst euch umgestalten durch Erneuerung eures Denkens, genau Sinnes. Und Sinn ist das griechische Wort für nous, denken. Denksinn, der Sinn, mit dem wir denken.
Schlussgedanken: Was wir anschauen, formt uns
Ich bin gleich fertig. Ich gebe mir noch eine Minute, diese fünf Punkte zum Schluss, na ja, zwei Minuten, fünf Punkte zum Schluss.
Erstens: Was wir uns ansehen, prägt uns und gestaltet uns. Wir werden, was wir anschauen. Wenn da ein Ehepaar ist, das sich fünfzig Jahre lang gegenseitig angeschaut hat, wisst ihr, was passiert? Die zwei ähneln einander. Man wird das, was man anschaut, wenn man das liebt, was man anschaut. Und wenn man den Herrn Jesus anschaut, dann wird man wie der Herr Jesus. Aber wie kann man den Herrn Jesus anschauen? Mit den inneren Augen, nicht mit den äusseren Augen. 2. Korinther 3,18. Glaubst du es nicht? Ja, okay.
Zweiter Punkt: Wir sind verantwortlich für alles, was wir über das Auge und über das Ohr aufnehmen. Im Prediger 11,9 wird deutlich, dass Gott uns für alles zur Verantwortung ziehen wird. Wir sind verantwortlich für alles, was wir über das Auge und über das Ohr aufnehmen.
Dritter Punkt: Richtiges Sehen hängt von der inneren Ausrichtung ab. Ich habe viel zu sehen, und die Bibel spricht sehr viel vom Sehen, aber ich muss mit dem Inneren sehen, mit dem Herzen. Irgendjemand hat mal gesagt, ich glaube, das war Saint-Exupéry: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Herz muss die richtige Ausrichtung haben. Wisst ihr, was das Herz ist? Das Herz ist der Sitz des Menschen, das Innere des Menschen. Das Herz ist das, was man nicht sieht. Deshalb spricht die Bibel vom Herz. Sie verwendet dieses Wort Herz; es ist ja ein Bild für den inneren Menschen. Und der wichtigste Teil des inneren Menschen ist das Denken. Aus dem Herzen heraus kommen die guten und die schlechten Gedanken.
Richtiges Sehen hängt von der inneren Ausrichtung ab. Ich gehe jetzt nicht auf die Bibelverse ein. In Römer 8,5 heisst es: Wer fleischlich ist, wer auf das Fleisch ausgerichtet ist, der wird sich mit dem beschäftigen, was des Fleisches ist. Der wird fleischlich handeln. Und wer geistlich ausgerichtet ist, das heisst auf den Heiligen Geist, auf Christus ausgerichtet, der wird geistlich handeln. Der wird so handeln, wie der Herr Jesus Christus gesagt hat. Es hängt also sehr davon ab, was ich in mein Inneres aufnehme.
Viertens: Wir dürfen den Augen nicht erlauben, sich anzusehen, wonach das Fleisch Lust hat, sagt ganz klar die Bibel. Wir dürfen nicht erlauben, dass wir uns Dinge ansehen, durch die unsere fleischliche Lust wach wird. Jedenfalls muss das eingeschränkt werden. Es gibt Dinge, wo fleischliche Lust erlaubt ist. Das ist zum Beispiel, was die Lust des Fleisches, was die Sexualität betrifft, in der Ehe. Oder was das Essen betrifft, wenn ich esse, wenn das jetzt dran ist. Aber ich denke nicht den ganzen Tag ans Essen. Warum nicht? Weil das Leben nicht aus Essen besteht, sondern ich esse, um zu leben. Ich lebe nicht, um zu essen.
Das heisst aber: Wenn ich weiss, ich habe Schwierigkeiten mit Essen, weil ich zunehme oder irgend sonst was, dann muss ich Acht geben, dass ich mich nicht ständig im Kopf mit dem Essen beschäftige. Es gibt Leute, die sagen immer: Du sollst nicht viel essen, nicht viel essen, nicht viel essen. Dann haben sie immer Essen im Kopf, und da haben sie Schwierigkeiten, das durchzuhalten. Das Geheimnis ist: Ich muss meine Konzentration woanders hinlenken. Römer 13,14. Wir sollen nicht so leben, dass die Lüste des Fleisches wach werden. Psalm 101,3: Ich will nicht vor mich stellen heillose, nein, ich will nicht vor meine Augen stellen heillose oder nichtige Dinge. Ich möchte nicht vor meinen Augen Dinge haben, die geistlich nicht weiterhelfen. Das heisst, für das, was ich mir vor Augen stelle, bin ich verantwortlich. Und Psalm 119,36-37, den habe ich irgendwo zitiert: Wende meine Augen davon ab, nach Nichtigem zu schauen.
Jetzt habe ich den Faden zurück. Hier: Wir dürfen den Augen nicht erlauben, sich anzusehen, wonach das Fleisch Lust hat.
Und der letzte Punkt: Gottes Mittel zum Transportieren und Vermitteln der Wahrheit ist nicht das Bild, sondern das Wort. Das Wort ist das Wort vom Kreuz. Das Wort ist die Verkündigung. Gott sagt ganz bewusst Wort. Nur der beständige Blick nach Gott wird mich bewahren. Daher ist das Wort Gottes vor Augen zu halten. Ich kann jetzt nicht, ich habe keine Zeit, auf die Bibelstellen alle einzugehen, aber ich wollte nur zeigen: Die Bibel sagt sehr viel über dieses Thema, was ich mir ansehen soll und was nicht.
Und ich bin selber schuld, wenn ich mich ständig innerlich füttere mit Dingen, die meine Gefühle verwirren, meine Gefühle ansprechen und das Denken ausschalten. Ich bin selber schuld, wenn ich dann feststelle, ich komme geistlich nicht vorwärts. Ich habe so Schwierigkeiten mit allen möglichen fleischlichen Dingen. Wenn ich mich ständig füttere, ist ja ganz klar, dass ich da Schwierigkeiten haben werde. Wenn ich mich aber geistlich füttere, dann stelle ich fest, ich habe gar kein Verlangen danach. Dies verliert man, das Verlangen.
Gut, hier möchten wir schliessen. Stehen wir noch auf zum Gebet, und vielleicht beten noch ein paar mit uns. Ich mache den Abschluss.

