Alles hat seinen Preis
Wer ein Mädchen heiraten will, der ist bereit, jeden Preis zu bezahlen, um
sie zu bekommen. Du opferst deine Bequemlichkeit und findest das noch schön. Du gibst für sie dein Geld und deine Zeit. Neulich kam ein ganz besorgter Vaters zu mir. Ihm war aufgefallen, dass sein 14-jähriger Sohn anfing sich freiwillig die Schuhe zu putzen. Als er dann anfing sich abends auch noch die Zähne zu putzen, war das Alarmstufe Nummer 1. Um diesen einen Menschen zur Frau zu bekommen, machst du alles. Dafür zahlst du jeden Preis.
Und genau so ist es auch mit Gott und Gottes Reich. Das hat auch seinen
Preis. Und über genau diesen Preis möchte ich heute mit dir verhandeln. Um
alle Missverständnisse auszuschließen, möchte ich dir zunächst einmal
sagen, dass du zu Gott so kommen kannst wie du bist. Ob du ein Flittchen
bist oder ein bürgerliches Mädchen, ob du ein Versager bist oder ein
Aufsteiger, ein Zweifler oder ein Atheist, ein alter oder ein junger
Mensch, das spielt überhaupt keine Rolle. Gott hat dich lieb, Er will dich
und Er ruft dich. Wenn du seiner Einladung aber schon folgst, dann musst du
wissen: Gott will dich ganz! Das ist der Preis. Ohne eine Lebensübergabe an
Jesus kommst du nicht über die Schwelle zu Gottes Reich.
Die schöne Perle - der Sack Kartoffeln – die Mottenkiste des Atheismus
Und auch heute lädt dich Jesus wieder ein, wenn Er sagt: "mit Gottes Reich
verhält es sich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen sucht. Wenn er eine entdeckt, die besonders wertvoll ist, verkauft er alles, was er hat, und kauft diese Perle." (Matthäus 13)Das Reich Gottes ist also wie eine
Perle, die man suchen muss. Das bedeutet, Gott liegt nicht einfach so auf
der Straße, so dass Ihn jeder mitkriegen kann; Gottes Reich ist nicht schon
für jeden, der Verstand im Kopf hat, einsehbar und verstehbar und zu
begreifen.
Einen Sack Kartoffeln, den kannst du sehen. Das ist etwas greifbares, daran
kann man sich halten. Aber Gott kann man nicht sehen, und deswegen halten
Ihn ja viele für einen Traum. Heutzutage denkt doch jeder Dreikäsehoch,
wenn er in der Kunst des Lesens schon so weit fortgeschritten ist, dass er
die Überschriften der Bild-Zeitung entziffern kann, er hätte die Weisheit
mit Löffel gefressen und könnte sich nun ein Urteil über Gott erlauben,
nach dem Motto: noch nie hat ein Mensch Gott gesehen, folglich gibt es Gott
gar nicht. Dieser Ladenhüter aus der Mottenkiste der atheistischen
Propaganda kann doch einen Christenmenschen gar nicht erschüttern. Denn der
Satz: "Noch nie hat jemand Gott gesehen", steht ja sogar in der Bibel drin
(Johannes 1, 18). Du kannst Gott nicht sehen wie so einen Sack Kartoffeln.
Darum verwendet Jesus dauernd, wenn er von Gott und vom Reich Gottes redet,
Gleichnisse und Bilder. Gottes Reich ist wie eine Perle, die man
suchen muss.
Gott mit der richtigen Methode an der richtigen Stelle suchen
Wenn du also Gott erkennen willst, musst du Ihn suchen, erstens mit der
richtigen Methode und zweitens an der richtigen Stelle. Es hat zum Beispiel
keinen Zweck, Gott mit dem Verstand suchen zu wollen. Nichts gegen den
Verstand, der ist ja eine Gabe Gottes. Aber er ist nicht das Mittel, um
Gott zu erkennen. Dafür gibt es ein anderes Mittel. Gott hat uns dafür ein
Herz gegeben. Gott sagt uns, wir sollen Ihn mit ganzem Herzen suchen. Und
auf diese Weise können wir Ihn finden.
Ich möchte das am Beispiel der Schwimmflossen verdeutlichen. Sie sind im Schwimmbad eine gute Sache, taugen aber nicht zu einer Bergbesteigung. Und so ist es auch wenn wir
zu Gott kommen wollen. Einstein sagt: "Durch die Mathematik weiß ich, dass
es Gott gibt. Aber mit der Mathematik kann ich Gott nicht finden.
"Durch die Mathematik weiß ich, dass es Gott gibt.
Aber durch die Mathematik kann ich Gott nicht finden.
(Albert Einstein)
Finden kannst du Ihn, wenn du Ihn mit ganzem Herzen suchst. Ich leugne ja
nicht, dass Gott überall ist. In jeder Erbse und in jedem Strauch. Aber
Gott hat ja nicht gesagt: sucht Mich in jeder Erbse und in jedem Strauch,
sondern sucht Mich in Christus. Das ist die einzige Stelle, wo du Gott finden kannst, dort aber unter
Garantie.
Jesus selbst hat ja von sich gesagt: "Ich bin der Weg und die
Wahrheit und das Leben. Und niemand kommt zum Gott, dem Vater, außer durch
Mich." (Johannes 14, 6) Das heißt praktisch, wenn du Gott suchst, musst du
die Bibel lesen, die von Gott spricht. Es gibt Leute, die lesen die Bibel
so: Sie klappen das Buch auf, lesen ein paar Verse, haben verstanden – oder
meistens haben sie nicht verstanden – klappen dann das Buch wieder zu und
fertig. Das ist natürlich sinnlos. Wenn du die Bibel gelesen hast,
vielleicht sogar mehrmals, dann klappst du das Buch nicht zu, sondern dann
hältst du erst einmal deine Klappe. Und stellst dir ein paar Fragen. Zum
Beispiel: Will ich das, was hier steht? Habe ich das, was hier steht? Tue
ich das, was hier steht? Wir wollen das gleich einmal ausprobieren, beim
Lesen der kleinen beiden Sätze, über die ich heute hier rede.
Die drei entscheidenden Fragen
"Wer Gottes Einladung versteht, der handelt wie ein Kaufmann, der schöne
Perlen sucht. Wenn er eine entdeckt, die besonders schön ist, verkauft er
alles, was er hat und kauft sie." Wenn du beim Lesen und Bedenken dieser
zwei Verse die drei Fragen: Will ich? - Habe ich? - Tue ich das was hier
steht? - mit einem Ja beantworten kannst, dann steigst du heute in ein
neues Leben ein.
Erste Frage: Willst du, das was hier steht? – Er suchte. Ich frage dich:
Suchst du Jesus, suchst du Ihn um jeden Preis? Oder bist du damit
zufrieden, dass du seit deiner Taufe im großen Sack der Taufscheinbesitzer
drin steckst? Der übliche Kirchenbetrieb, wo dir der liebe Gott zu
gesenkten Preisen nachgeschmissen wird, wo du offiziell als Christ giltst,
weil du einen Taufschein hast und Kirchensteuer zahlst - das hat mit dem
Reich Gottes überhaupt nichts zu tun. Wenn Jesus von dem Reich Gottes
spricht, dann spricht er von einer kostbaren Perle. Mit einer kostbaren
Perle, da spielt man nicht! Und dafür, dass du diese Perle haben kannst,
hat Jesus schwer geblutet. Er hat sein Leben dafür gegeben. Dafür ist Er am
Kreuz gestorben. Und Er ist nicht halb am Kreuz gestorben, sondern Er ist dort ganz
gestorben. Und deswegen möchte Er von dir auch nicht ein halbes Ja, sondern
Er möchte eine eindeutige Entscheidung, dein ganzes Herz!
Das Massenchristentum ohne eine persönliche Entscheidung, das hat Jesus
nicht gewollt. Und das funktioniert auch nicht. Er will, dass dir nichts
auf dieser Welt wichtiger ist als Er. Und was ist dir das wichtigste?
Zweite Frage: Hast du das, was hier steht? - Er fand. Hast du
Jesus gefunden? Hast du Ihn in dein Leben aufgenommen? Redest du mit ihm?
Lebst du mit ihm? Manchmal frage ich die Leute: Wie sieht es denn bei
dir aus, weißt du, ob du ein Christ bist? Bist du wirklich einer? Sie
antworten dann: Ja, ich bin auf dem Wege. Ich möchte schon. Was sind denn
das für nebelhafte Auskünfte? Wenn mich früher einer gefragt hätte: Bist du
verheiratet? Und ich hätte gesagt: Ich weiß nicht recht. Ich möchte schon.
Ich bin auf dem Wege. Also wenn meine Frau dieses Gestotter mitgekriegt hätte,
die hätte mich ganz schön in die Seite geknufft, dass ich nie wieder
vergessen hätte, dass ich mit ihr verheiratet bin. Das ist doch eine
Tatsache, die wir in aller Öffentlichkeit auf dem Standesamt vor allen
Leuten gesagt und festschreiben haben lassen. Und ob du mit dem Chef dieser
Welt auf "Du" lebst und ob er dein bester Freund ist, das musst du doch
wissen! Man kann es auch wissen. Deshalb eben die Frage: Hast du Ihn denn
gefunden? Weißt du denn, wie schön das ist, mit Jesus zu leben? Ich
vermute, viele von euch werden jetzt sagen: Nein.
Ich höre ja immer in den christlichen Versammlungen von Freude, von erfüllt
sein und von Kraft. Aber in mir ist keine Kraft, in mir sind nur lauter
Zweifel. Ich will dir sagen, woran das liegt.
Das hängt mit der wichtigsten, mit der dritten Frage zusammen. Die Frage
lautet: Tust du das, was hier steht? Hier steht: Er ging hin und verkaufte
Alles! Hier hängt alles an den kleinen Wörtchen "Alles". So ein bisschen
fromm sein, so ein bisschen Gott, so ein bisschen Religion, darüber lassen
wir schon mit uns reden.
Aber alles tun, was Jesus uns sagt, jeden Schritt von ihm abhängig machen,
alles ihm unterordnen, in allen Dingen ihm gehorchen - das wollen wir
meistens nicht.
Die besiegten Generäle
Wir machen alle immer den gleichen Fehler. Wir wollen uns ihm nicht ganz
ausliefern. Am Ende des Amerikanischen Bürgerkrieges stand der Präsident
Lincoln, der Sieger, mit den Generälen der besiegten Armeen vor einem Tisch
und auf diesem Tisch lag die Landkarte von Amerika. Und ein General nach
dem anderen trat nach vorne und machte einen Vorschlag und sagte, wir sind
bereit, diesen Teil unseres Landes abzugeben. Aber hier, diesen kleinen
Teil wollen wir doch für uns behalten. Und nachdem alle mit ihren
Vorschlägen fertig waren, da legte der Präsident seine Hand auf die
Landkarte und sagte: Meine Herren, meine Regierung beansprucht das alles.
Wir handeln oft genau wie diese besiegten Generäle. Wir sind von Jesus
überwunden. Wir sind schon willig, mit ihm zu leben. Wir wollen ihm schon
unser Leben ausliefern. Und dann haben wir irgendwo noch ein "Aber" und
fangen an zu feilschen. - Dies und das, das bleibt aber unter meiner Regie.
Das und das will ich für mich behalten. Mein Herr, in dessen Dienst ich
stehe, der Herr Jesus Christus, der legt heute Morgen seine Hand auf dein
Leben und sagt: "Das will Ich ganz".
Die Lebensübergabe und der Besitz
Deswegen beten wir auch mit jenen, die ihm sein Leben übergeben wollen: Ich gebe dir mein Leben mit allem was dazugehört. Mit Leib, Seele und Geist.
Mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Mit Haut und Haaren, mit allem
drum und dran. Totale Lebenshingabe, das ist der Preis! Unter dem tut es
Jesus nicht! Er ging hin und verkaufte alles. Bist du schon bereit, das zu
tun?
Es geht jetzt nicht darum, dass du am nächsten Dienstag in den
nächsten Secondhandshop läufst und alle deine Klamotten und Möbel
verhökerst. Und am Dienstagabend dann in deiner leeren Bude sitzt. Sondern
es geht darum, dass du sagst: Herr Jesus, alles was ich bin und habe - das
ist dein Eigentum. Und ich übergebe es jetzt dir. Mit allem drum und dran.
Mach damit was du willst. Ich will dir in allem gehorchen. Und wenn du
Jesus so dein Leben übergibst, so bedeutet das ja nicht, dass du keinen
Besitz mehr haben darfst. Du kannst doch deine Klamotten und deine CDs und
deinen Recorder und deinen üblichen übrigen Krempel ruhig behalten. Du
kannst es weiter benutzen, aber du darfst nicht vergessen, dass alles Jesus
gehört, genau wie du selbst. Du bist nur der Verwalter, der Eigentümer ist
Jesus. Und wenn er irgendetwas braucht, von den Dingen, die du jetzt
benutzt, dann musst du sie ihm geben.
Du kannst nicht großzügig sagen, ich
stelle Jesus meine Zeit zur Verfügung. Wir singen zu Hause ein Lied darin
heißt es: Gott gab uns Leben und deswegen haben wir Zeit.
Es ist dann nicht mehr deine Zeit, und dein Haus, und deine Gitarre sondern
es ist alles Eigentum von Jesus. Genauso wie du. Und wenn du Jesus dein
Leben so übergibst, dann ändert sich äußerlich vielleicht überhaupt nichts
an deinem Besitz. Aber deine Einstellung zu materiellem Besitz, die ändert
sich total. Nichts was du nicht weggegeben hast, wird dir wirklich gehören.
Das einzige, was du behalten kannst, das sind die Dinge, die du Gott aus
freien Stücken gibst. Was du für dich selber behalten willst, das wirst du
auf alle Fälle verlieren. Und du kannst getauft und bekehrt sein so oft du
willst, solange du dein Leben selber bestimmen willst, lebst du an Jesus
vorbei und kriegst von ihm nichts mit.
Die Beziehung zu Jesus ist wie eine Ehe
Das ist mit Gottes Reich ungefähr so wie mit der Ehe. Wenn zwei heiraten,
dann geben die sich ja dem anderen völlig hin. Beide behalten ihr Eigentum
aber keiner sagt mir, das sind meine Tassen und meine Schränke, sondern
jetzt heißt es nur noch: Das sind unsere Tassen und unsere Schränke. Was
ihm gehört, gehört auch ihr und umgekehrt. Beide behalten ihr Eigentum,
aber es gehört jetzt auch dem anderen. Beide behalten auch ihren Willen,
aber jeder möchte jetzt den Willen des anderen tun. Beide bleiben die
gleiche Persönlichkeit aber sie gehören nicht mehr sich selber. Das Mädchen
gibt im Normalfall sogar ihren Namen auf, um dem Mann zu gehören. Nach wie
vor bleibt Lieschen die gleiche Persönlichkeit. Trotzdem gibt es nach der
Heirat kein Lieschen Müller mehr, sondern nur noch ein Lieschen Schulze.
Und so ist das auch, wenn du dich mit Jesus einlässt. Wenn du Ihm dein
Eigentum, deine Persönlichkeit, deinen Willen gibst, dann heißt das ja
nicht, dass du keine Persönlichkeit mehr hast. Du hast nach wie vor deinen
eigenen Willen, aber du bist bestrebt, seinen Willen zu tun. Herr, dein
Wille geschehe in meinem Leben! Um ihm zu gehören gibst du alles auf. Das
ist der Preis.
Bei Lauheit wird Jesus übel
Und was ist mit denen, die nicht bereit sind, den Preis zu zahlen? - Die
nicht ihr Leben Jesus völlig ausliefern. Was ist denn mit der Unmasse von
halben Christen und Unentschiedenen? Diese Christen kotzen Jesus an.
Schärfer als mit diesem Ausdruck kann dir Jesus gar nicht sagen, wie
sinnlos jede Halbheit ist.
In der Offenbarung sagt er: "Ich weiß, dass ihr wieder warm noch kalt seid.
Wenn ihr wenigstens eins von beiden wärt. Aber ihr seid wieder waren noch
kalt, ihr seid lauwarm. Und darum werde Ich euch aus meinem Munde
ausspucken."
Was sind denn die Dinge, die wir ausspucken, also rückwärts essen müssen?
Wir müssen die Dinge erbrechen, die nicht ganz verdaut sind. Die Christen,
die Jesus wieder ausspuckt, das sind diejenigen, die sich von ihm nicht
verdauen lassen. Das sind die halben Christen. Mit "von Jesus verdauen
lassen" meine ich, dass du dich ihm ganz zur Verfügung stellst . Du wirst
verwandelt in Jesus.
Du lebst mit ihm und in ihm. So wie Jesus einmal gesagt hat: "Bleibt in Mir
und Ich bleibe in euch."
Theos Magen und die Rindsroulade
Neulich aß ich eine Rindsroulade. Und ihr wisst ja wie das so ist, wenn man
sonntags nach dem Gottesdienst so seine Roulade gegessen hat, da wird man
so etwas müde. Ich hing also auf meinem Sessel und der Kopf hing etwas
nach unten und ich hörte ein Gespräch in meinem Magen. Das war
hochinteressant! Was man da alles zu hören kriegt! Da kam nämlich gerade
der Magensaft an, um die Roulade aufzulösen. "Hallo, Rolli", sagte er. "Wie
fühlst du dich hier in Theos Magen?" – "Ach!", sagte die, "ist etwas eng hier,
aber sonst ganz gemütlich. Ist irgendwas, möchtest du irgendetwas von mir?"
– "Ich komme", sagte der Magensaft, "um dich aufzulösen. Und dich in Theo
Lehmann hinein zu verwandeln." – "Nun Moment mal", sagte die Roulade, "es
reicht ja schon, dass der mich gegessen hat, aber völlig verschwinden, das
mache ich nicht mit. Ich habe ja nichts dagegen, dass ich hier in Theos
Magen bin, aber ich möchte bitte schön meine Identität bewahren und eine
Roulade bleiben." – "Tut mir leid", sagte die Säure. "Entweder, du lässt dich
jetzt auflösen und in Theo Lehmann hinein verwandeln – oder der Theo muss
kotzen."
Ich musste nicht. Die Roulade ließ sich auflösen und wurde dadurch ein Teil
von mir. Bevor ich die Roulade aß, war sie ein Teil von irgend einer Kuh,
die auf irgend einem Lausitzer Berg auf der Wiese stand. Kein Mensch hat
das Vieh beachtet, wenn es auf der Weide stand und blökte. Aber jetzt,
nachdem sie sich hat auflösen lassen, da predigt sie hier in
Aidlingen vor 5000 Menschen.
Jesus kann sehr einseitig werden
So ist das mit uns auch. Um bei Jesus "in" zu sein, musst du ihm dein
Leben ausliefern. Und das meint Jesus, wenn er sagt: "Wer sein Leben
verliert, der wird es behalten." Das klingt natürlich ungeheuer einseitig,
aber das soll es auch sein. Wenn es um dein ewiges Leben, deine ewige
Erlösung, deine Gottesbeziehung geht, dann wird Jesus absolut einseitig.
Entweder ganz oder gar nicht. Das ist der Preis. Es ist ja eigenartig.
Solange es heißt: Jesus liebt dich! – Da lassen sich die Leute das zur Not
noch gefallen. Aber wenn die Rede aufs Bezahlen kommt, auf die
Konsequenzen, da werden sie ganz schnell sauer. Das ist schon immer so
gewesen. Als Jesus damals den Leuten kostenlos Brot zu essen gab, da waren
sie von ihm völlig begeistert. Da war Er der King. Da wollten sie ihn zum
König wählen, zum Semmelkönig. Aber als sie merkten, dass Er etwas von
ihnen verlangt, was heißt etwas, alles, die totale Lebenshingabe, da hauten
viele wieder ab. "Jeder von euch", hat Jesus einmal gesagt, "der Mir
nachfolgt und nicht allem abgesagt was er hat, der kann nicht mein Jünger
sein." (Lukas 14, 33)Diese Forderung war natürlich vielen Menschen zu hoch. Aber da hatte Jesus
nicht, um die Maße zu halten, seine Forderungen heruntergeschraubt. Jesus
hat nicht gesagt: Nun gut, ich bin ja schon zufrieden, wenn ihr mir nur ein
bisschen was von eurem Leben gebt. Immer vielleicht nur einmal die Woche in
die Jugendstunde gehen und früh mal ein paar Minuten in der Bibel lesen,
das reicht eigentlich schon. Einmal ein kleiner Seitensprung und eine
kleine Notlüge. - Da bin Ich nicht so kleinlich. - Hauptsache, ihr seid
irgendwie christlich. Und meine Worte braucht ihr auch nicht so genau und
wörtlich zu nehmen. Freunde, so billig hat sich Jesus nie verkauft! Wenn
Jesus sagt: "Liebt eure Feinde!", dann meinte Er auch, liebt eure Feinde. Wenn
Jesus sagt: "Du sollst nicht die Ehe brechen!", dann meint Er das auch so.
Wenn Jesus sagt: "Du sollst Gott mit ganzem Herzen suchen", dann meint Er es
auch so. Er meint auch mit ganzem Herzen, und nicht mit halbem. Wie kommen
wir denn dauernd dazu, Jesus zu unterstellen, Er hätte es nicht so gemeint
wie Er es gesagt hat.
Er hat gesagt, du sollst Gott mit ganzem Herzen suchen.
Nicht eines seiner
steilen Worte hat Jesus zurückgenommen. Lieber hat Er die Massen, die vor
seinen radikalen Forderungen zurückschraken, abwandern lassen. Dann gab es
eine Situation, da stand Er plötzlich ganz alleine da. Nur noch seine zwölf
Jünger waren bei ihm und liefen hinter ihm her. Und da hat Er seine Jünger
nicht poussiert und gesagt: Ach meine lieben Freunde, bleibt doch
wenigstens ihr bei Mir. Nein, in dem Augenblick, wo sie alle gegangen sind
hat Jesus sich umgedreht und seinen zwölf Jüngeren in die Augen gesehen und
gesagt: "Und ihr, wollt ihr auch gehen?"
Der König und die Perle
Er hat es den Zwölfen damals freigestellt, Ihn zu verlassen. Und Er stellt
es auch euch frei. Jesus ist ein König, Er ist ein Herr! Er rennt euch doch
nicht nach wie ein Bettler! Er winselt doch nicht um eure Gunst, dass ihr
doch bitte so lieb sein sollt, euch ein bisschen zu bekehren. Denke doch
nicht, dass du Jesus einen Gefallen tust, wenn du dich bekehrst. Es ist doch
genau umgedreht: Er tut dir einen Gefallen, indem Er dir diese kostbare
Perle anbietet. Ein Leben aus der Vergebung. Leben mit Frieden im Herzen.
Mit einer Hoffnung für die Zukunft. Ewiges Leben. Das ist die Perle. Die
kriegst du in keiner Religion. Die kriegst du in keine Wissenschaft. Die
kriegst du in keiner Philosophie. Das ist das königliche Angebot, dass
Jesus jedem unter euch heute hier macht. Und ich bitte dich, überlege doch
einmal deine Situation, wer du bist. Wer bist du denn? Du bist ein Geschöpf
Gottes, welches versagt hat. Welches seiner Gebote hast du denn bisher in
deinem Leben gehalten? Wer könnte denn hier nach vorne treten und sagen:
Ich habe Gottes Gebote ein ganzes Leben lang gehalten? Wer ehrlich unter
uns ist, der weiß doch ganz genau, dass wir den Anforderungen Gottes nicht
genügen. Gott hätte das Recht, so hatte es Luther einmal gesagt, uns zu zerknicken
wie eine Laus.
"Gott hätte das Recht uns zu zerknicken wie eine Laus."
(Martin Luther)
Jesus macht keine – und will keine! - halben Sachen
Genau das hat Er nicht getan. Er hat eben genau nicht gesagt: Wenn die
Menschheit ohne Mich ohnehin gegen Mich ist und nicht mit Mir leben will,
dann soll doch passieren was will. Er hat uns nicht unserem Schicksal
überlassen, sondern Er hat sich hinein gehängt in unser Leben. Er ist
auf unserer Erde gekommen. Er hat unser Leben gelebt. Er ist unseren Tod
gestorben, stellvertretend für uns. Er hat wie ein Blitzableiter die Strafe
Gottes auf sich gezogen und jeder, der sich unter das Kreuz von Jesus
stellt, der ist frei im Gericht. Jesus hat damals die Erlösung nicht bloß
ein halb, ein Drittel oder nur ein bisschen zu Stande gebracht. Als Er
gesagt hat: "Es ist vollbracht!" - da gab es und gibt es eben nichts mehr
hinzuzufügen. - Eine vollständige Erlösung. Und deswegen bleibt es bei Ihm
dabei: Ich gab dir mein ganzes Leben und Ich verlange auch von dir dein
ganzes Leben. Das ist der Preis. Nicht mehr und auch nicht weniger.
Heute
stellt uns Jesus – während viele in unserem Land ihn schon wieder verlassen – vor die knallharte Entscheidung: Wollt ihr auch weg gehen?
Wir sind in
ungefähr 10 Minuten hier fertig. Du kannst von diesem Gelände weg gehen,
genauso wie du hier her gekommen bist. Mit dem gleichen schlechten
Gewissen. Mit der gleichen Schuldenlast auf dem Buckel. Mit der gleichen
Wut im Bauch. Mit der gleichen Hoffnungslosigkeit und Angst vor morgen. Und es wird dich kein Mensch
am Tor daran hindern so zu gehen, wie du gekommen bist. Kein Mensch, kein Engel,
kein Jesus, keine Schwester und sonst niemand. Du kannst aber durch das Tor aus diesem
Gelände rausgehen, als ein Mensch ohne Schuld, mit einer
neuen Hoffnung für morgen, wenn du Jesus in dein Leben aufnimmst. Du musst
Jesus nicht nachfolgen. Du bist dazu aufgefordert.
Du bist dazu eingeladen. Die Entscheidung, die liegt bei dir. Aber ich sage
dir: Wenn du dich schon für Jesus entscheidest, dann tue es ganz. Halbe
Christen, Freunde, die sind ein Unding. Steige ganz ein – oder lass es
ganz sein.

