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Anbetung als Bewunderung Gottes (4/4)

Pfingstkonferenz Crivitz 2026
06.12.2026
SerieTeil 4 / 4Anbetung als Bewunderung Gottes

Einführung in die praktische Seite der Bewunderung

Pingstkonferenz Kriwitz, zwanzigsechsundzwanzig: Anbetung als Bewunderung Gottes. Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt. Nachfolge praktisch: dein geistlicher Impuls für den Tag.
Und im vierten Teil spreche ich über praktische Aspekte der Bewunderung Gottes. So werden wir jetzt tatsächlich noch einmal ein bisschen praktisch.
Was heißt denn das Ganze jetzt praktisch für uns? Ich möchte jetzt Anbetung lernen. Wie mache ich das? Nun, ich habe dazu folgende Ideen.
Es fängt ja damit an, dass man hinschaut. Wie schaue ich bei Gott hin? Ganz einfach: Ich lese die Bibel.
Okay, was könnte mir beim Bibellesen auffallen, was ich benutzen könnte, um daraus Anbetung zu machen? Also: Welche Aspekte des Bibellesens sind geeignet, mich in puncto Anbetung zu inspirieren?
Ich habe hier mal fünf Ideen mitgebracht, fünf Ideen, von denen ich denke, dass es gut wäre, sie aufzuschreiben, wenn man sie in der Bibel sieht. Das ist einfach ein Tipp. Außer du hast ein fotografisches Gedächtnis, dann brauchst du das natürlich nicht. Aber für alle anderen ist Aufschreiben immer gut.

Fünf Zugänge, um biblische Eindrücke in Anbetung zu verwandeln

Erstens: Wenn ich Eigenschaften Gottes finde und in der Bibel auf Eigenschaften Gottes treffe, etwa dass er ewig, allmächtig und treu ist, dann lohnt es sich, das aufzuschreiben. Das kann eine Inspiration sein, um darüber zu beten.
Ein zweiter Aspekt wäre, dass ich mir die Bilder anschaue, mit denen Gott beschrieben wird: Gott als ein Turm, ein Hirte, ein Schild.
Ein dritter Punkt sind die Eigenschaften und Bilder, die ich eben schon genannt habe, sowie die Eigennamen Gottes. Wenn Gott sagt: Ich bin ein sowieso, dann ist das genial. Das kannst du dir besser merken, das ist ideal, besser geht es ja gar nicht. Schreib dir die Gottesnamen heraus und mach dir eine lange Liste mit Gottesnamen. Da dürfen 40 oder 50 Namen draufstehen, das ist nicht verkehrt.
Dann schaust du dir an: Wer ist Gott, wie wird Gott beschrieben? Er wird beschrieben als der Schöpfer, als der Rächer alles Bösen und als der Erhalter des Lebens. Schreib dir diese Dinge auf.
Und zum Abschluss: Schreib dir auf, was Gott in deinem Leben tut und getan hat. Was macht er denn in deinem Leben? Er hat dich versöhnt, er hat dir vergeben, er kümmert sich um dich.
Ihr merkt schon, jetzt haben wir fünf Ansatzpunkte. Wir können uns die Eigenschaften Gottes anschauen, wir können uns anschauen, mit welchen Bildern er beschrieben wird, wir können uns mit seinen Eigennamen beschäftigen, wir können uns anschauen, was er tut, und was er in unserem Leben getan hat, wie er mit uns umgeht.

Warum Wiederholung in der Anbetung hilfreich ist

Warum ist das wichtig? Also, ich notiere diese Dinge. Ich habe immer mein Handy dabei, und wenn mir etwas Neues auffällt, dann kommt das in meine Anbetungsliste, also in mein Handy. Und jetzt denkst du: Das kann doch nicht dein Ernst sein. Doch, ich habe eine Liste, auf der ich diese Dinge aufschreibe. Denn immer wieder läuft einem etwas Neues über den Weg, bei dem man etwas über Gott lernt. Und dann schreibe ich das auf meine Anbetungsliste.
Warum eine Liste? Weil ich Inspiration brauche. Warum brauche ich Inspiration? Das muss ich euch wieder erklären.
Also, meine Frau ist nicht nur genial, sie kann auch gut kochen. Ich könnte also jetzt jeden Tag zu meiner Frau sagen: Ich feiere dich dafür, dass du gut kochen kannst. Das würde aber dazu führen, dass sie irgendwann nach Hause kommt und schon beim Reinkommen abwinkt mit den Worten: Ich weiß, du magst mein Essen.
Versteht ihr, worum es geht? Ich kann immer die gleichen Sachen sagen, und irgendwann findet der andere das zwar immer noch richtig, aber nicht mehr so ganz cool. Das ist der Unterschied zwischen dem Theologen und dem Liebhaber. Bewunderung ist für Liebhaber, und Liebhaber lieben in puncto Bewunderung Vielfalt. Es ist einfach so, ja.

Beziehung, Tiefe und die Vielfalt der Worte

Und das heißt: Wenn mir Gott als Person wichtig ist, wenn er mich wirklich fasziniert, wenn das jetzt nicht nur eine Show ist und wenn es nicht nur ein Abarbeiten von To-do-Punkten ist, sondern wenn da eine Beziehung entstanden ist, in der mich der andere wirklich fasziniert – Achtung, das braucht Jahre und Jahrzehnte, bis so etwas entsteht. Es ist wie in jeder anderen Beziehung auch.
Die Worte, die ich spreche, stiften Beziehung. Worte der Bewunderung stiften Tiefgang in einer Freundschaft, in einer Ehe, in der Beziehung mit Gott. Wenn du das am Anfang, wenn du das noch nicht viel gemacht hast, weißt du vielleicht noch gar nicht, wovon ich rede. Aber du kannst zumindest mitnehmen, dass überall dort, wo wirklich in der Beziehung zu Gott echte Faszination ist, wo ich sage: Das hat an der Stelle etwas mit Liebe zu tun, der Liebhaber den Geliebten auf jede erdenkliche Weise feiern wird, und zwar einfach, weil er es verdient und weil ich es will. Versteht ihr?
Niemand muss mir sagen: Feier deine Frau, schau genau hin, finde noch einen neuen Aspekt, der dich an ihr fasziniert. Das muss mir niemand sagen. Warum? Weil ich ein ziemlich guter Ehemann bin. Deshalb. Das hätte man mir als jungem Ehemann sagen müssen, da konnte ich das noch nicht. Aber jetzt, nach weit über dreißig Jahren Ehe, kann ich das ziemlich gut. Und ich weiß, was das mit unserer Ehe macht. Deswegen schaue ich hin, weil ich den Tiefgang will. Und mit dem Tiefgang kommt die Faszination, und mit der Faszination kommt der Wunsch nach noch mehr Tiefe, und mit noch mehr Tiefe kommt dieses noch mehr an Faszination.
Und das ist etwas, wo man sich aufeinander zubewegt, wo man sich irgendwann die Frage stellt: Wow, also ich bete dafür, dass meine Frau nicht vor mir stirbt. Ich will keine andere. Ja, aber das ist auch nur irgendeine Frau. Das ist meine Frau. Ich liebe sie, ich finde sie faszinierend, ich finde sie einfach großartig. Ja, das hast du dir doch nur eingebildet. Stimmt, habe ich mir selbst eingeredet, rede ich mir jeden Tag ein, indem ich diese Frau bewundere. Ja, ich konditioniere mich jeden Tag auf diese Frau.
Und Anbetung tut genau das Gleiche. Ich konditioniere mich jeden Tag auf den Schöpfer des Universums und darauf, dass er mein Gott ist. Und ich will das lernen, ich will in die Tiefe gehen, weil ich Liebhaber bin. Ich bin auch Theologe, aber ich bin Liebhaber. Und deswegen: Wenn du Salomo dir anschaust, wie er Sulamit bewundert, dann sind das die Augen, die Haare, die Zähne, der Mund, die Schläfen, der Hals, sogar die Brüste kommen vor, habe ich euch vorher nicht vorgelesen, aber es steht da.
Ich hoffe, ihr versteht mich: Wo Bewunderung nicht Pflicht ist, sondern aus Begeisterung und aus Liebe erwächst, da wird Bewunderung immer die Vielfalt suchen. Es wird nie trivial werden. Und wo du aufhörst, die Vielfalt zu suchen, da hörst du ein Stück weit auf, Beziehung zu leben.

Eine einfache Methode für den Alltag

Und deswegen, wenn du sagst: Ich möchte gerne wachsen, dann schreib dir eine Liste. Fang ganz banal an. Schreib dir eine Liste, sammle Eigenschaften Gottes, sammle Bilder für Gott, schau dir an, wie Gott beschrieben wird, seine Eigennamen, Gottesbezeichnungen.
Und wenn du denkst: Jürgen, brauche ich nicht, okay, ich kann gut damit leben, wenn du das denkst. Ich kann dir nur sagen, was mir hilft. Ich habe eine Liste, und ich benutze sie. Und wenn mir etwas Neues an Gott auffällt, dann kommt das auf die Liste.
Wichtig: Meine Liste ist eine Inspiration, kein Korsett. Meine Liste dient mir als Gedächtnisstütze, nicht als Zwangsjacke, damit wir uns einfach nur klar verstehen. Sie ist hilfreich, vor allem dann, wenn es mir emotional an einem Tag mal nicht so gut geht, wenn ich mich mal nicht so gut konzentrieren kann, wenn ich mal geschafft bin und dieses kreative Element mal nicht so stark ist. Dann hilft mir das einfach. Dann schnappe ich mir meine Liste, schaue, wo ich bin, und mache da einfach weiter.
Das ist aber total gekünstelt. Was soll ich sagen, so ist gute Planung. Mehr fällt mir dazu auch nicht ein.
Ich habe vorletztes Jahr meiner Frau zum Adventskalender 24 Liebes-SMS geschickt. Also jeden Tag bekam sie eine SMS, und da habe ich ihr jeden Tag etwas Neues hineingeschrieben, was ich an ihr toll finde. Frage: Hat sie sich darüber gefreut? Ja, logisch. War das geplant? Definitiv.
Qualität bei Bewunderung braucht Planung. Warum? Sonst bleibt es ein Einerlei.

Unterstützung für den Einstieg

Jürgen, ich kann das nicht. Ich weiß gar nicht, wie man das machen soll. Mir fehlen da einfach die Worte.
Okay, ich habe euch etwas mitgebracht. Und das ist jetzt nicht für jedermann. Ich habe mir gedacht: Wenn jemand kommt und sagt, ich weiß nicht, wie das geht, ich würde das aber gerne lernen, dann kann ich ja nicht mit jedem von euch ein Seminar machen. Aber ich kann euch einen Chatbot mitbringen.
Ich habe euch einen Chatbot geschrieben. Und wenn ihr wissen wollt, wie das technisch funktioniert, geht nachher zur Technik. Die zeigen euch, dass dieser Chatbot mit euch Anbetung trainiert. Also: Wenn du sagst, ich habe keine Ahnung, wie das geht, dann ist das ein kompletter Anbetungstrainer. Er macht die Anbetung nicht für dich, sondern er trainiert mit dir. Er hilft dir, Worte zu finden.
Das Ding ist ziemlich ausgefeilt geworden. Ich bin richtig stolz darauf, für das bisschen Zeit, das ich da reingesteckt habe. Wenn du sagst, ich weiß nicht genau, wie das geht, ich würde da gerne einfach mal eine Viertelstunde investieren, um ein bisschen weiterzukommen, dann ist das dein Sparringspartner.
Ich weiß, das klingt schräg. Und das klingt ein bisschen nach Jürgen, der dieses Bibelpunkt-Chat-Ding gebaut hat. Probiert ihn einfach mal bis zum Abendessen aus. Wie gesagt: Wenn ihr jetzt technisch noch ein bisschen Hilfe braucht, da hinten stehen euch die Techniker zur Verfügung. Die zeigen euch, wie das geht.
Er ist ein Sparringspartner, der mit dir trainiert, Worte zu finden und Anbetung zu formulieren. Und er ist so eingestellt, dass er dir auch sagt, wenn du völligen Stuss machst. Er ist schon so, dass er dich da weiterführen möchte.

Warum Anbetung dem modernen Denken widerspricht

Kommen wir zum letzten Punkt. Der letzte Punkt ist ein bisschen traurig, weil die Überschrift lautet: Warum tut sich der postmoderne Mensch mit Anbetung schwer?
Ich möchte das zum Schluss noch einmal sagen: Anbetung ist im Leben der meisten Christen, die ich kenne, restlos unterbelichtet. Warum? Das, was ich jetzt sage, gilt ganz besonders für jüngere Menschen. Auch die Älteren sind jetzt nicht unbedingt die Koryphäen in der Anbetung, aber bei den Jüngeren ist es noch einmal schwieriger.
Warum tut sich der Mensch, insbesondere der postmoderne Mensch, mit Anbetung so schwer? Die Antwort lautet: Weil Anbetung nicht mit ihm anfängt, sondern mit Gott. Wir sind es so sehr gewohnt, immer auf uns zu schauen: Was brauche ich, was fühle ich, was wünsche ich mir? Und jetzt kommt Anbetung, und plötzlich geht es um Fragen wie: Wer ist Gott? Warum ist er großartig? Und glaube ich das eigentlich, wenn ich das sage?
Der zweite Grund, warum der postmoderne Mensch sich mit Anbetung schwer tut, hat damit zu tun, dass wir oft sehr praktisch denken: Was bringt mir Gebet? Was habe ich davon? Und jetzt treffen wir auf Anbetung, und du hast erst einmal gar nichts davon. Das ist auch nicht für dich. Anbetung ist nicht zuerst dazu da, mir etwas zu geben. Achtung: noch nicht einmal dazu da, mir ein gutes Gefühl zu geben.
Wie oft wird Anbetung missbraucht, um ein gutes Gefühl hervorzubringen, damit ich etwas davon habe. Entschuldigung, das ist Götzendienst und nichts anderes. Anbetung ist für Gott. Anbetung ist die Antwort darauf, dass Gott es wert ist, geehrt und bewundert zu werden, Punkt.

Stille, Aufmerksamkeit und die Entthronung des Ichs

Und dann kommt noch dazu, dass Anbetung Ruhe braucht. Ich muss hinschauen. Das ist wie einen Liebesbrief zu schreiben.
Warum schreiben Männer keine Liebesbriefe mehr? Weil einen Liebesbrief zu schreiben heißt: Ich setze mich hin, ich suche mir ein Stück Papier und einen Stift. Dann muss ich hinschauen: Was fällt mir ein? Ich muss darüber nachdenken, ich muss Worte finden. In der Anbetung muss ich bei Gott bleiben. Und genau das fällt zunehmend schwerer, weil Leute ständig abgelenkt sind, wuschig sind, innerlich unruhig sind. Das sind alles Dinge, die Anbetung kaputt machen.
Und ein letzter Punkt ist: Wir verwechseln häufig Echtheit mit Spontaneität. Wir denken, nur was spontan aus mir herauskommt, das ist echt. Das ist auch so ein moderner Götze, der Emotionalität Wahrheit definiert. Versteht ihr: Nur was von mir herauskommt, ist echt. Und wenn da nichts aus mir herauskommt, dann lässt man es halt sein. Falsch! Die Bibel zeigt hier etwas ganz anderes.
Im Psalm 103, wie hieß es da? Preise den Herrn, meine Seele. Der Psalmist wartet nicht darauf, dass sein Herzchen irgendwann Lust bekommt, Gott anzubeten, sondern er sagt: Freund, wir beten jetzt an, komm mit, wir machen das jetzt. Und wenn du nicht in Stimmung bist, ist mir auch egal. Wir gehen jetzt zu Gott, wir tun das Richtige, weil es das Richtige ist.
Fazit: Anbetung ist die wirklich heilsame Enttronung des Ichs vor der Herrlichkeit Gottes. Und deshalb ist es so gut, wenn unser tägliches Gebet genau damit beginnt.
Amen. Das war’s für heute. Nimm dir Zeit, in Ruhe über das Thema Anbetung nachzudenken. Was solltest du ändern? Welche Bibelverse könntest du auswendig lernen? Welche Aspekte des Themas müsstest du noch studieren?
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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